NEO Shortstory - Splitter der Realität

Alles rund um die Neuerzählung der PERRY RHODAN-Saga
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Loborien
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Splitter der Realität

Kapitel 1 - Hinter dem Spiegel
Ich spürte wie die Andruckabsorber der Space Jet ins Stocken gerieten. Jede Drehung des Schiffes erhöhte den Druck der auf meinem Brustkorb lag. Ein Schmerz gepeinigtes Stöhnen lies mich mühsam den Kopf zur Seite wenden. Inmitten dieses Chaos aus Licht, Hitze und harter Hyperstrahlung war kaum etwas zu erkennen.
Meine beiden Kopiloten mussten beim ersten auftreffen der Strahlung getötet worden sein. Ihre Körper hingen in den Sitzen und während sie durch das wirbeln des Schiffes umher geschleudert wurden, konnte ich beobachten wie sich das Fleisch dampfend von ihren Knochen schälte.
Die Syntronik meines Raumanzuges gab ein letztes Warnsignal von sich bevor sie in einem rauchenden Blitz erstarb. Erneut war das Stöhnen zu hören, diesmal noch gepeinigter als zuvor. Mir wurde bewusst das ich es war, der diese Laute von sich gab. Trotz des Anzuges spürte ich die Verbrennungen auf meinen Händen und in meinem Gesicht. Die Hyperstrahlung röstete uns, verbrannte uns zu Asche.
Viel zu nah. Wir mussten viel zu nah an der Supernova gewesen sein, als diese explodierte. Mühsam versuchte ich die Kontrollen der Jet zu bedienen, jedoch war das Schiff energetisch Tod. Es hatte dem Bombardement der Strahlung bis jetzt stand gehalten, doch es war nur noch eine Frage von Sekunden bevor die Gravitrafspeicher detonierten. Meine Finger suchten in purer Verzweiflung den Drucksensor für den Notausstieg. Da draußen würde ich zwar nur wenige Sekunden länger überleben als in der Explosion des Schiffes, aber es war mir egal.
Ich wollte mir zumindest diese wenigen Sekunden erkaufen.
Verzweifelt krochen meine Finger über die Sesselverschalung, näherten sich dem Sensor, als ich aus den Augenwinkeln etwas völlig unmögliches wahrnahm. Über uns löste sich ein Schemen aus der Jet und wurde zu einer Projektion unseres Raumschiffes. Dort kämpfte ein zweites Schiff gegen die Hyperstrahlungswellen an. Diesem Schiff jedoch gelang, was uns nicht gelungen war. Es entfernte sich schwer beschädigt, driftete davon und wurde von den Sonnenwinden beschleunigt.
Mein Herz raste, als ich die Aufbauten der Jet erkannte. Trotz meiner eingeschränkten Achromatopischen Wahrnehmung erkannte ich mit einem Gefühl der Panik, das dieses Schiff dort unsere Jet war. WIR waren es, die sich dort entfernten.
Ein Ruck riss mich in den Sessel als meine Hand unbewusst den Notfallsensor erreicht hatte und die Sprengladung unsere Sitze in den Weltraum schoss. Etwas traf meinen Helm und ein dichtes Netzwerk aus feinen Rissen überzog ihn. Ich schrie, vor Schmerz, vor Angst und vor allem vor der Erkenntnis das der Tod nun seine Finger nach mir ausstreckte.
Der Feuerball der explodierenden Jet beendete diesen Schrei und das letzte was ich wahrnehmen konnte, waren gigantische, strahlende Wolken aus leuchtenden Farben, durchzogen von unbändiger Kraft. Dann wurde alles Schwarz.

*

Toreaad warf dem Menschen neben sich einen abschätzenden Blick zu. Deringhouse schien diesen nicht zu bemerken, denn seine Aufmerksamkeit war fokussiert auf den Hauptbildschirm gerichtet.
Auf den Hologrammen der Sensoren war das Trümmerfeld farblich markiert. Eines der anderen Holofelder zeigte die AL`EOLD, welche sich langsam und vorsichtig in das Trümmerfeld bewegte. Die Prallfeldschirme glühten immer wieder in einem schwachen flackern auf, sobald Staub und Materieteilchen in ihnen verglühten.
In Gedanken versunken spielte Captain Deringhouse mit der rechten Hand an seiner Armbanduhr die er trug. Nach den gemeinsamen Erlebnissen auf einer unbewohnten Welt hatte Toreaad zwar ein gewisses maß an Sympathie für den Terraner entwickelt, einige Eigenheiten dieser Spezies irritierten ihn dennoch weiterhin.
»Was sagen die Ortungsgeräte« ?
Deringhouse warf der jungen Frau an den Ortungssensoren einen fragenden Blick zu.
»Schwer zu sagen, Sir«. Ihre Stimme klang gestresst und angespannt. »Es dürfte diese massive Ansammlung an Materie eigentlich nicht hier im Leerraum geben. Es scheint beinahe so, als wären dies die Reste einer Sternenexplosion, aber im näheren Umfeld ist keine Anomalie zu entdecken«.
Geschickt öffnete sie weitere Holofelder und überflog sie konzentriert.
»Sir, wir haben hier vermutlich die Reste eines Raumschiffs in der Ortung und einen Humanoiden Körper, der noch immer eine minimale Restwärme ausstrahlt«.
Deringhouse blickte nun überrascht auf und warf Toreaad einen fragenden Blick zu. Dieser erwiderte den Blick mit starren Augen und schien abzuwarten wie sich der Terraner entscheiden würde.
»Nun gut, wenn dieses Wesen in Raumnot ist sollten wir ihm auf jeden Fall zur Hilfe kommen. Kurs setzen und geben sie Anweisung das man das überlebende Wesen mit einem Traktorstrahl ins Schiff holt«.
Toreaad räusperte sich unüberhörbar bevor er die Anweisung ergänzte.
»Vier Sicherheitsleute im Hangar, bewaffnet und den Hangar unter einen Energieschirm legen. Bei Gefährdung des Schiffes konsequenter Waffeneinsatz«.
Deringhouse setzte ein verschmitztes Lächeln auf und hob unmerklich den rechten Daumen, bevor der den Befehl bestätigte.

*

Meine Augenlider flatterten unkontrolliert und erst danach klärte sich der Blick. Helles Licht blendete mich und ganz langsam formten sich daraus Konturen. Mit langen gierigen Luftzügen inhalierte ich die kalte Luft um mich herum.
Stimmen waren zu vernehmen und ich spürte wie meine rechte Gesichtshälfte mit einer dicken Schicht Gel eingeschmiert war, ebenso wie meine Hände.
Als sich der Naat in mein Blickfeld schob riss ich irritiert die Augen auf.
Ein Arkonidenschiff ?
Neben dem Naat war nun ein Mensch zu erkennen, der direkt neben mir in die Hocke ging. Er hatte kurzes Haar und eine lange Narbe zierte seinen Halsansatz. Er wirkte nervös und aufmerksam während er mich betrachtete.
Mit einem schmerzvollen stöhnen versuchte ich mich aufzurichten, doch der fremde Mann drückte mich entschieden wieder auf die Liege, auf der lag. »Bleiben sie bitte liegen. Sie sind verletzt.«
»Wo, bin ich ?«
Meine Stimme zitterte und war eher ein schwaches Hauchen. Der Mann blickte mir mit einem ernsthaften Stirnrunzeln in die Augen.
»Sie sind auf der AL`EOLD. Sie hatten riesiges Glück das wir sie gefunden haben.«
Erneut blickte er mich unschlüssig an, während der riesige Naat mich mit seinen drei Augen taxierte.
»Sie sind kein Arkonide oder ?.. ein Mehandor ?«
Verwirrt blickte ich mich nun um. Das was ich erkennen konnte waren mehrere Terraner und einige Naats die ihre Waffen auf mich gerichtet hielten.
Eine extreme Anspannung ergriff mich und ich beschloss vorerst vorsichtig zu bleiben.
»Nein, keins von beiden. Ich bin auf Olymp geboren.«
Der Uniformierte Mann mit der Narbe warf dem Naat einen fragenden Blick zu, welcher diesen mit einem fast Menschlichen Schulterzucken beantwortete.
»Olymp ? Sie meinen den Sitz der Götter ? Zeus, Apollo und so weiter ? Woher können sie Arkonidisch ?«
In mir schrillten nun alle Alarmglocken. Der Mann schien eindeutig ein Terraner zu sein, auch wenn er mich auf Arkonidisch angesprochen hatte. Trotzdem kannte er Olymp nicht ? Die Zentralwelt der Freihändler ? Wo zum Teufel war ich nur ?
»Nein, Olymp ist der Name meiner Heimatwelt. Wie ist ihr Name wenn ich fragen darf ?«
Der Mensch fuhr sich kurz nachdenklich durch die Haare bevor er antwortete.
»Mein Name ist Conrad Deringhouse. Dieser Naat dort ist Toreaad.«
Deringhouse ? Mein Verstand revoltierte. Ich hatte in meiner Kindheit alles über Perry Rhodan und seine Abenteuer während der Wegamissionen gelesen. Das war völlig unmöglich. Conrad Deringhouse war seit über 2500 Jahren Tod. Mir drehte sich alles und keuchend schnappte ich nach Luft. Einer der anderen Terraner warf einen besorgten Blick auf einen Holobildschirm, der vor ihm aufleuchtete.
»Captain, der Patient ist dabei zu kollabieren. Er muss unbedingt in die Krankenstation.« Ich rang nach Luft und spürte nur noch, wie in einen dichten Nebel gehüllt, die Nadel die sich in meine Armvene schob.

*

Während der fremde Raumfahrer von zwei Sicherheitsleuten aus dem Hangar getragen wurde, gab Toreaad ein kurzes Handzeichen und zwei Naats setzten sich in Bewegung um der kleinen Gruppe zu folgen.
Dann warf er Deringhouse einen fragenden Blick zu.
»Sie kennen diese Heimatwelt von der er sprach ?«
Deringhouse wirkte einen Moment lang, als wüsste er nicht worüber der Naat gerade gesprochen hatte. Dann winkte er fahrig mit der Hand ab.
»Nein. Das Olymp von dem ich gesprochen habe ist ein Ort der Terranischen Mythologie. Kein Ort den es wirklich gegeben hat. In sehr alter Vorzeit glaubten die Menschen das dies der Hort der Götter sei.«
Toreaads Stimme nahm einen leicht spöttischen Unterton an.
»Ich verstehe, alte Barbarische Mythen. Ich hoffe sie halten diese Person nun nicht für einen ihrer Götter der vom Himmel gefallen ist.«
Deringhouse warf dem Giganten neben ihm einen belustigten Blick zu.
»Quatsch. Natürlich nicht, aber es ist schon seltsam diesen Begriff zu hören von einem Wesen das wie ein Mensch aussieht, aber nicht von der Erde zu stammen scheint.«
Toreaad setzte nun ebenso wie der Mensch vor ihm, seinen Körper in Bewegung, immer darauf bedacht mit seinen Säulenartigen Beinen den Terraner nicht zu streifen.
»Ich denke das Fulkar herausfinden wird, wer dieses Wesen ist und woher es kommt. Wir nehmen Kurs auf die Erde.«
»Halten sie das für klug ?« Toreaad lies sich im Korridor auf alle vier Giedmaßen nieder um mit dem Menschen auf Augenhöhe bleiben zu können. »Es könnte gefährlich sein, dieses Wesen zu ihrer Heimatwelt zu bringen.«
»Wir haben die Order erhalten zurück zu kommen. Bull braucht die AL`EOLD. Wir haben also keine andere Wahl, schließlich können wir unseren Gast ja nicht einfach wieder zur Raumschleuse raus werfen oder ?«
Toreaad zog es vor auf diese Frage zu schweigen, den genau das war seine Taktische Überlegung gewesen.

*

Bazlaan saß nun bereits seit Stunden neben dem Bett auf dem sein Freund am schlafen war. Er wusste nicht was er sonst mit sich anfangen sollte. Zum ersten mal in seinem Leben war er Lichtjahre von seiner Heimat entfernt. Bereits jetzt, nach wenigen Tagen, vermisste er die Raumstation auf der er die bisherigen 18 Jahre seines Lebens verbracht hatte.
Er konnte die Vibrationen des Schiffes spüren, die sich so sehr von denen der Station unterschieden. KE-MATLON fehlte ihm.
Mit einem gähnen regte sich der Junge Terraner vor ihm auf der Liege und blickte ihn nun aus verschlafenen Augen an. Die Verletzungen die er beim Verhör durch die Arkonidische Celista erlitten hatte, waren überraschend schnell abgeheilt.
»Hey Baz.. alles klar ?« Kevin rieb sich verschlafen die Augen während er es sich auf der Liege etwas bequemer machte. Das hagere, sehr jugendliche Gesicht war mittlerweile von einem dünnen dunklem Bartflaum bedeckt. Seine Augen waren von tiefen Schatten unterlaufen, die deutlich machten welchen Horror der junge Mann in der letzten Zeit überlebt hatte.
Bazlaan beugte sich näher zur Liege hin und strich seinem Freund kurz über die stoppeligen Schwarzen Haare.
»Alles Spaghetti.. so sagt man doch auf der Erde oder ?« Ein leicht unsicheres Grinsen überflog sein Gesicht.
Kevin setzte nun auch ein müdes aber ehrliches Lächeln auf.
„Fast... so in etwa zumindest«. Er fasste nach der Hand des Halbarkonidischen Mehandor, der in den letzten Monaten für ihn der wichtigste Teil seines Lebens geworden war.
»Ich kann immer noch nicht so richtig glauben das wir schon bald wieder auf der Erde sind. Das du endlich meine Heimat sehen kannst.«
»Ja, ich bin gespannt was das für eine Welt sein wird. Immerhin hast du in den letzten Tagen so oft davon geschwärmt das ich irgendwie erwarte, dort Flüsse aus reinem Honig fließen zu sehen.«
Kevin setzte ein breites Grinsen auf. Wurde dann jedoch deutlich ernster.
»Du vermisst die Station oder ?«
Die rötlich schimmernden Augen des drahtigen Mehandor füllten sich mit einem leichten Netz aus Tränensekret. Auch in seinem Gesicht war ein leichter Bartflaum zu sehen der ebenso wie seine kurzen roten Haare im Augenblick ein wenig chaotisch aussah.
»Nein... oder doch. Ach was weiß ich.. irgendwie schon, aber ich habe dir schon mal gesagt, das ich dort zu Hause bin wo auch du bist.« Er beugte sich zu Kevin hinunter und küsste ihn vorsichtig auf die Stirn. »Lass uns das später besprechen. Wichtig ist jetzt erst einmal nur das du wieder auf die Beine kommst.«
Die Aufmerksamkeit der beiden Jungen wurde von hektischen Rufen abgelenkt. Eine Gruppe von Männern trug einen Fremden ins Lazarett, der auf einer Liege lag und mit etlichen Miniatursonden beobachtet wurde. Der Mann trug einen roten Raumanzug und wies einige schwere Verbrennungen im Gesicht und an den Händen auf. Auch der Anzug schien in Mitleidenschaft gezogen worden zu sein. Zwei Naats postierten sich an der Tür der Krankenstation.
Neugierig beobachteten die beiden, wie die Sanitäter damit begangen den Anzug zu entfernen. Doktor McCou lies einige Gewebeproben entnehmen und scheuchte seine Mitarbeiter umher.
Der Blick des Mannes und der von Kevin trafen sich unvermittelt und plötzlich war die Luft erfüllt mit Akustischen Warnsignalen der Medizinischen Sonden. Der Mann riss die Augen auf, trat um sich und schlug wie ein Wahnsinniger nach den Sanitätern die ihn umgaben.
Einer der Naats setze sich in Bewegung, wurde jedoch sofort von einer Geste McCous gestoppt. Das Zischen von Hyposprays war zu hören und allmählich gelang es den Patienten zu beruhigen.
Kevin saß mit Aschfahlem Gesicht in seiner Liege und konnte den Blick nicht von der Person lösen die dort nun behandelt wurde.
»Bei den Sternengöttern, was war mit dem den los ?« Bazlaan blickte Kevin mit großen Augen an.
»Der ist ja völlig durchgedreht als er dich gesehen hat.«
Kevin konnte ein leichtes zittern nicht mehr unterdrücken. Das was er in dem Gesicht des Mannes gesehen hatte war ultimativer Schmerz gewesen, gemischt mit einem abgrundtiefen Hass.
»Kev ?« Bazlaan wirkte nun verunsichert, fast schon besorgt als er seinen Freund anschaute und dieser nicht reagierte. »Was ist los mit dir ?«
Mühsam bekam der junge Mohawk Indianer seine Angst unter Kontrolle. »Nichts, es ist alles ok Baz. Der Doktor hat mir heute morgen gesagt das ich endlich die Krankenstation verlassen kann. Lass uns bitte gehen.«
Sein flehender Blick überzeugte seinen Freund. Bazlaan warf noch einmal einen schnellen Blick zu dem Fremden hinüber bevor er Kevin dabei half die wenigen Sachen zu packen die er hier aufbewahrte. Er reichte ihm die Krücken und kurz bevor sie das Lazarett verließen musste Kevin noch einmal einen Blick auf den fremden Mann werfen. Trotz der Medikamente und Beruhigungsmittel war das Gesicht von Hass entstellt und die Augen folgten dem Jungen als er mit einer Gänsehaut die Krankenstation verließ.

*

Langsam erwachte ich aus dem Ozean der Schmerzen und Farben in den ich geschleudert worden war. Mein Körper brannte vor Schmerz, aber noch schlimmer war das Gefühl der Verwüstung das sich über meinen Geist gelegt hatte. Als ich diesen Jungen angesehen hatte, da war es mir als würde ich inmitten des Urknalls stehen. Das Strahlung brannte mir die Augen aus, lies meine Augäpfel explodieren und brannte sich dennoch weiter auf meine Netzhäute.
Wie ein glühendes Schwert, hatte sich das Gesicht dieser Kreatur in meinen Geist gebrannt.
Der Raum in dem ich lag war in Dunkelheit gehüllt. Man konnte einige glimmende Lichter erkennen und eine handvoll Liegen. Eine klassische Krankenstation, wie man sie in jedem Raumschiff finden konnte.
Mein Blick klärte sich und ich versuchte mich aufzurichten, musste jedoch feststellen das schwere Gurte meinen Körper auf der Liege fixierten. Man hatte mich gefesselt, wie einen Gefangenen.
Ich versuchte die Panik zu unterdrückten die in mir aufkeimte.
Dann spürte ich den Wellenförmigen klang eines Langgezogenen Glockenschlages. Ein Ohrenbetäubendes Rauschen erfüllte den Raum, gefolgt von einem Gefühl als würde ich auf Atomarer Ebene zerrissen werden.
Das Rauschen des Glockenschlages schwoll wieder ab und mein Herz raste.
Was in ES Namen war das ?
Panisch blickte ich umher, konnte jedoch kaum etwas wahrnehmen. Einzig in dem Spiegel direkt neben meiner Liege konnte ich ein Gesicht erkennen. Inmitten dieses Chaos und der Dunkelheit lächelte mich mein Spiegelbild an. Herablassend, fast schon höhnisch.
Ich konnte den Blick nicht von diesem Gesicht lösen das mich dort anstarrte.
»Wie lange willst du dort noch liegen bleiben ? Bis sie dich wieder unter Medikamente setzen ? Oder willst du einfach warten bis der Junge wiederkommt um deinen Verstand endgültig zu grillen du verdammter Feigling.«
Meine Augen waren vor Furcht weit aufgerissen, während mein Spiegelbild angeekelt die Mundwinkel herabhängen lies.
»Wie erbärmlich. Dabei wäre es so einfach sich zu befreien. Du musst nur die Hand nach mir ausstrecken und mich um Hilfe bitten, was ist so schwer daran ?«
Die Schwarzweiße Welt um mich herum verschwamm. Ich musste den Verstand verloren haben.
»Jammern und Heulen, ist das alles was du kannst ?«
Mein Atem raste und ich versuchte in immer größerer Panik mich zu befreien. Doch die Gurte waren unüberwindbar.
»Sag es. Ein einziges Wort von dir und wir sind frei und werden uns diesen Jungen holen der uns all diesen Schmerz angetan hat.«
Ich lag still. Mein Atem raste. Als ich den Blick erneut meinem Spiegelbild zu wandte konnte ich sehen wie er mir eine Hand entgegenstreckte. Mühsam reckte ich ihm meine eigene von den Gurten arretierte Hand entgegen.
»Wer auch immer du bist.. bitte Hilf mir !« flehte ich.
Ein warmherziges Lächeln umspielte seinen Mund. Ich konnte spüren wie sich etwas veränderte. Ein farbiger Netzartiger Kokon umhüllte mich, schirmte mich vor der Welt dort draußen ab.
»Sag Vince zu mir, Vincent Garron.“ Seine Worte hatten etwas tröstliches.
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So, hier nun das erste Kapitel meiner Kurzgeschichte "Splitter der Realität" in dem die Geschichte von Bazlaan und Kevin "Thunderheart" Jones aus meiner Fragmente der Sterne Kurzgeschichte fortgesetzt werden. In dieser Geschichte schließt sich auch ein in meinen Augen fehlendes Bindeglied zwischen dem ursprünglichen Rhodan Kosmos und dem NEO Universum.. ohne beide Universen zu verfälschen :) ..

Fortsetzung folgt...
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Cybermancer
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Also ich denke ja, dass wenn die Andruckabsorber ins Stocken geraten, dann fühlt man gar nichts.

Man ist schneller Matsche, als dass das Nervensystem den Schmerz weiterleiten kann.

P.S.: Erinnerst du dich an:
viewtopic.php?p=78462#p78462
viewtopic.php?p=78480#p78480
?

Ich schon.

:devil: :devil: :devil:

P.P.S.: Harte Hyperstrahlung ist sichtbar?
It is no measure of health to be well adjusted to a profoundly sick society.
https://pgp.mit.edu/pks/lookup?op=get&s ... CC04F151DE
https://www.youtube.com/watch?v=WiMwVlpD-GU
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Loborien
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Cybermancer hat geschrieben:Also ich denke ja, dass wenn die Andruckabsorber ins Stocken geraten, dann fühlt man gar nichts.

Man ist schneller Matsche, als dass das Nervensystem den Schmerz weiterleiten kann.

P.S.: Erinnerst du dich an:
viewtopic.php?p=78462#p78462
viewtopic.php?p=78480#p78480
?

Ich schon.

:devil: :devil: :devil:

P.P.S.: Harte Hyperstrahlung ist sichtbar?


Zum ersten : Stockende Andruuckabsorber mit Miniaturaussetzern bei nicht all zu hoher Geschwindigkeit sind deutlich spürbar aber nicht tödlich.
Zum zweiten : Von der Syntronik Grafisch aufgearbeitete Hyperstrahlung kann durchaus sichtbar sein.
Zum dritten : darfst du es auch gerne "künstlerische Freiheit" nennen und ich würde sogar den Drachen Fuchur in der Geschichte auftauchen lassen wenn ich Lust darauf hätte. Der Leser kann dann ja entscheiden ob er es mag oder nicht...

ABER.. nur kritisieren ist einfach, den Beweis erbringen das man es "besser" machen kann ist die wahre Kunst. Und auf diesen Beweis von dir warte ich, seit ich hier im Forum aktiv bin... : ;) unschuldig:
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sonnenwind
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Hallo Loborien!
Ich finde Deine Kurzgeschichte toll. :st: Ich kann mich gut in sie hineinfühlen. Sehr spannend, interessante Charaktere. Eventuelle wissenschaftliche Unstimmigkeiten stören mich nicht... ist ja alles nur "fiction". Hauptsache eine Geschichte "nimmt mich mit". Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. :st:
Wer immer darüber nachdenkt, was wohl die anderen über ihn denken, der ist nie frei in seiner Entscheidung ( W. Reisberger ).
Der wahre Mut besteht darin, gerade dann Mut zu zeigen, wenn man nicht mutig ist ( J. Renard ).
Wo Herzen mitentscheiden, werden gute Entscheidungen getroffen ( F. Weichselbaumer ).
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Loborien
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Ich denke mal nächste Woche kann ich das zweite Kapitel fertig machen .. in dem Bull und Adams klar wird welch große Gefahr dieser Vincent Garron darstellt.. welcher seine Jagd auf Kevin startet und dabei von Erinnerungen an sein eigenes "Universum" verfolgt wird.
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Cybermancer
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Loborien hat geschrieben:Zum ersten : Stockende Andruuckabsorber mit Miniaturaussetzern bei nicht all zu hoher Geschwindigkeit sind deutlich spürbar aber nicht tödlich.

Versuchs mal mit der zweiten Ableitung. Beschleunigung nicht Geschwindigkeit. Auch ist die Anzahl der Umdrehungen für die Zentripetalkraft unerheblich, es ist die Anzahl der Umdrehungen pro Zeiteinheit, die zählt.
Zum zweiten : Von der Syntronik Grafisch aufgearbeitete Hyperstrahlung kann durchaus sichtbar sein.

Da stellt sich nur die Frage, warum die Syntronik den Raum so mit Warnhinweisen zumüllt, dass kaum noch was zu erkennen ist.
Wahrscheinlich hat der UI-Designer Mist gebaut.
Zum dritten : darfst du es auch gerne "künstlerische Freiheit" nennen und ich würde sogar den Drachen Fuchur in der Geschichte auftauchen lassen wenn ich Lust darauf hätte. Der Leser kann dann ja entscheiden ob er es mag oder nicht...

ABER.. nur kritisieren ist einfach, den Beweis erbringen das man es "besser" machen kann ist die wahre Kunst. Und auf diesen Beweis von dir warte ich, seit ich hier im Forum aktiv bin... : ;) unschuldig:

Also für mich ist der Beweis, dass ich besser schreiben kann als du, längst erbracht.
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https://pgp.mit.edu/pks/lookup?op=get&s ... CC04F151DE
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Loborien
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Kapitel 2 – Jäger und Beute
Während Derringhouse den Bericht beendete saß Reginald Bull ihm mit versteinertem Gesicht gegenüber. Toreead wusste noch nicht genau die Mimik dieser Menschen zu deuten aber er vermutete das auch Bull, nach heutigen Erkenntnissen und den Ereignissen der letzten Stunden, seinem Vorschlag der Beseitigung des Fremden zugestimmt hätte.
Ein bedrückendes Schweigen legte sich über den Raum bevor Bull sich erhob, einen kurzen Moment nachdenklich seinen Blick über das Panorama von Terrania und den Goshun-See gleiten ließ, bevor er sich wieder seinen Gästen widmete.
»Ich fasse also nochmal zusammen. Sie haben einen Fremden irgendwo im All gerettet von dem die Ärzte der Überzeugung sind das er weder Arkonide oder Mehandor sein kann, sondern mit aller größter Wahrscheinlichkeit ein Mensch ist. Dieser Fremde liegt dann auf der Medostation, wird bewacht und verschwindet trotzdem ohne eine Spur zu hinterlassen ? Wobei, nicht nur das. Er schafft es sogar die Optischen Sensoren so zu manipulieren das sie unmittelbar vor seinem verschwinden einen Totalausfall haben.«
Derringhouse räusperte sich als er eine Rechtfertigung einwerfen wollte, jedoch war Bulls Handzeichen so eindeutig das der Kommandant der AL`EOLD betreten weiter schwieg.
»Nachdem der Fremde dann verschwunden ist« fuhr Bull mit spürbar gereizter Stimme fort, »wurde das Schiff mehrmals durchsucht und der Fremde nicht mehr gefunden. Er ist also quasi spurlos verschwunden. Ganz nebenbei bringen sie nicht nur deutlich weniger Überlebende der TOSOMA mit zurück als gedacht, sondern auch noch einen Mehandor der von Arkonidischen Celistas gejagt wird. Habe ich das jetzt richtig zusammen gefasst ?«
Derringhouse wollte erst etwas sagen, verbiss sich dann jedoch jedweden Kommentar. Von Torread, der den Sarkastischen Unterton von Bull nicht richtig deuten konnte, kam dagegen ein knappes »Ja! Auch wenn ich nicht verstehe warum wir diese Fakten noch einmal durchgehen müssen?«
Bull schüttelte entnervt den Kopf und murmelte etwas wie »..den Körper eines Hulks und den Humor eines Vulkaniers..«
Toreaad warf Derringhouse einen fragenden Blick zu und wollte Bull gerade darüber aufklären das die Annahme fehlerhaft sei er wäre vor dem Meeting über die Bedeutung von Hulks oder Vulkaniern aufgeklärt worden. Ein kurzes Kopfschütteln und Handzeichen von Derringhouse ließ ihn jedoch weiter schweigen, während dieser zu einer Antwort ansetzte.
»Hör zu Reginald, ich kann verstehen das du besorgt bist.. das sind wir alle ! Aber der Fremde befand sich in einer Notsituation und wir hatten gar keine andere Wahl als ihn an Bord zu holen.«
Toreaad wollte gerade zu einer Entgegnung ansetzen als Derringhouse Hand ihn erneut stoppte.
»Wir haben alle Vorschriften eingehalten und den Mann überwachen lassen.« fuhr er fort. »Woher sollten wir ahnen das er wohl möglich über Mutantenkräfte verfügt. Marshall ist der festen Überzeugung das er und die anderen Mutanten des Lakeside Institut ihn finden werden, sollte er sich wirklich unbemerkt vom Schiff bewegt haben und nun auf der Erde sein.«
Bull seufzte und warf ihm einen nachdenklichen und besorgten Blick zu. »Das hoffe ich Conrad. Das hoffe ich wirklich, weil ich aus irgendeinem Grund ein ganz mieses Gefühl bei dieser Sache habe.«
*
Langsam ebbte der Schmerz ab. Mit jedem Atemzug konnte ich spüren das meine Sinne klarer wurden und das Gefühl zurück kehrte wieder zu existieren. Was war geschehen ? Ich erinnerte mich daran, mich in diesem seltsamen Schiff zu befinden das von einem toten Kommandiert wurde. Dann war da noch der Schmerz. Dieser unglaubliche Schmerz.
Auch wenn er jetzt nur noch ein Schatten der Erinnerung war, so reichte es dennoch das ich Minutenlang wie ein Tier schrie und mich verkrümmte. Was hatte dieser Junge mir nur angetan ? Womit konnte er diesen Schmerz auslösen ?
Als ich endlich die Augen öffnen konnte und sich meine Augen an das dämmerige Licht gewöhnt hatten traf mich der nächste Schock.
Ich lag in einer Lagerhalle. Es war ein grobes Gebäude, beinahe ein Provisorium. Überall in der Halle war Blut verteilt. Wie die wahnwitzige Zeichnung eines Psychopathen war es an den Wänden und am Boden verschmiert. Leblose Körper lagen herum, wie Puppen denen man jegliche Gliedmaßen gebrochen hatte.
Panisch kroch ich davon. Nur weg von diesem Schlachthaus und dem süßlichen Geruch von beginnender Verwesung. Immer wieder musste ich stoppen und mich übergeben. Vor allem wenn ich in der Dunkelheit in Innereien oder einen der umher liegenden toten Körper gegriffen hatte.
Als ich die Wand erreichte blieb ich zitternd sitzen. Die Beine fest an mich gezogen und unfähig mich auch nur einen weiteren Meter zu bewegen.
Erschrocken riss ich die Hände zurück als ich mir den Schweiß aus den Augen wischen wollte. Überall war Blut. An meinen Händen, dem Raumanzug den ich noch immer trug und sogar in meinem Gesicht spürte ich, neben der Hitze des Fiebers das meinen Körper noch immer schüttelte, eine angetrocknete Schicht aus Blut und anderen Dingen über die ich mich weigerte nachzudenken.
»Was ist hier nur passiert ?«
Ich erschrak einen kurzen Moment, bis ich erkannte das die Worte von mir stammten obwohl sie heißer und so verzerrt klangen als hätte sie ein Fremder von sich gegeben.
»Nun, was glaubst du denn was hier passiert ist Vincent ?« Die Stimme hatte einen schrillen, beinahe schmerzhaften Unterton.
In der Dunkelheit konnte ich Umrisse erkennen. Jemand sehr kleines näherte sich mir und zog dabei einen der toten hinter sich her. Wobei, eigentlich folgte der tote Körper diesem jemand als würde von unsichtbaren Fäden gezogen werden.
Mein Verstand setzte einen Moment aus als ich im Licht den Mausbiber erkennen konnte. Er hatte dutzende schreckliche Narben am ganzen Körper verteilt und seine Augen funkelten Mordlüsternd als er den toten Telekinetisch so positioniert hatte das er ihn bequem als Sitzgelegenheit benutzen konnte.
»Was Azyk dir sagen will ist, das wir nur dafür gesorgt haben das dir niemand schaden kann mein Freund.«
Als mein Blick herum fuhr konnte ich Vince erkennen der neben mir stand. Er hatte sich scheinbar unbemerkt neben mich gesetzt und musterte mich nun mit einem Blick aus Mitleid und Enttäuschung.
»Aber..«, ich stockte kurz bevor ich mit brüchiger Stimme weiter sprechen konnte. »Warum all die toten ? Wieso habt ihr alle diese Menschen getötet ?«
»Weil sie dich verraten hätten du Schwächling und unser Plan dann in Gefahr geraten wäre« zischte der Mausbiber mit einer Verachtung in der Stimme die mich frösteln ließ.
»Vincent mein Freund, hab keine Angst. Es war notwendig ! Sie haben dich mit einem Virus infiziert der deine Fähigkeiten angegriffen hat und dich beinahe umgebracht hätte. Nur meinen Fähigkeiten ist es zu verdanken das ich deinen Gentischen Code reaktivieren und stabilisieren konnte bevor er zerstört worden wäre. Ein wenig Dankbarkeit wäre angebracht.. oder ?« Sein Lächeln erinnerte mich dabei an einen bissigen Hund der jederzeit von seiner Wut übermannt werden konnte.
»Aber wie habt ihr ..?« Ich stockte und mein Arm schwenkte über das brachiale Schlachtfeld das vor mir lag.
»Sie alle getötet ? Nun, das war einfach. Ich habe ihre DNA explodieren lassen, während Azyk sie unter seiner Mentalen Kontrolle gehalten hat, während ich den kleinen Hasen buchstäblich die Haut vom Fleisch gesprengt habe.«
Die Kälte in seiner Stimme nahm mir jegliche Kraft um weitere Fragen zu stellen. Doch das brauchte ich auch nicht, denn der Mausbiber nahm Vincents Faden auf als er spöttisch fortfuhr.
»Eigentlich war es ganz simpel. Vincent hat euch aus der Krankenstation Teleportiert und euch in einer kleinen Kabine versteckt. Zweimal wären wir fast aufgeflogen, aber ich konnte die Erinnerung dieser Idioten schnell genug löschen die uns entdeckt hatten um unbemerkt zu bleiben. Leider war Vince der Meinung das zuviele Tote ein wenig, sagen wir mal, Aufmerksamkeit erregt hätten.«
Azyk klang beinahe enttäuscht als er davon sprach wie knapp weitere Menschen dem Tod entgangen waren, nur weil sie uns dreien zu nahe gekommen waren.
Langsam gelang es mir mich zu beruhigen während Vince und Azyk nur da saßen und mich beobachteten. Ich konnte spüren wie noch immer Fieberschübe meinen Körper schüttelten, doch jedes mal konnte ich sehen wie Vince sich dann konzentrierte und sie schwächer wurden.
Ich erinnerte mich an ein Detail das mir bislang noch nicht ganz klar geworden war. »Von was für einem Plan habt ihr vorhin gesprochen ?«
Vince Lächeln wurde breiter als er mit leiser Stimme mir den Plan unterbreitete. Als er sich dann triumphierend zurück lehnte starrte ich ihn fassungslos aber auch fasziniert an.
»Das ist verrückt ! Rhodans Zellaktivator ? Wir werden niemals an Rhodan oder einen der anderen Unsterblichen heran kommen. Wie sollen wir das schaffen ?« Meine Stimme zitterte und war in ein beinahe unmerkliches Flüstern übergegangen.
»Du vergisst ein wichtiges, aber in diesem Plan unendlich notwendiges Detail mein kleiner Bruder. Wir sind,... ich meine natürlich du bist in dieser Welt ein Gott ! Azyk hat die Hasen reden lassen bevor wir ihnen das Fell abgezogen haben. In dieser Welt gibt es kein Solares Imperium, keine dritte Macht und vor allem kein übermächtiges Mutantenkorps. Diese Welt liegt bereit um sich uns zu beugen und um beherrscht zu werden. Zumindest wenn wir die eine Waffe vernichtet haben die uns gefährlich werden kann.«
Vince blickte mir nun fest ins Gesicht und ich begriff welche Möglichkeiten sich uns hier boten. Möglichkeiten die einzig davon abhingen ob es uns gelang diesen verdammten Jungen zu finden und töten.
*
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Sobald ich die Zeit finde folgt dann Kapitel 3 :) .. und wir dringen noch tiefer in die kranke Gedankenwelt dieses Vicent Garron ein und seinem Plan eine Unsterblichkeit zu erringen die gar nicht existiert. Dabei werden dann Kevin und Bazlaan ungewollt zu der einzigen Waffe die einen Wahnsinnigen zu stoppen vermag.

PS @Cybermancer : Du darfst dich übrigens gerne weiterhin über meine Geschichte auslassen.. das zeigt dann zumindest das sie gelesen wird ;) .. und ganz nebenbei warte ich ungeduldig auf deine Kurzgeschichte, mit der du deinen Beweis antreten kannst ^^.
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Loborien
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Kapitel 3 – Beute und Jäger
Verdammt, wie konnte ich nur so blöd sein und die Gefahr nicht kommen sehen ? Kevin bemühte sich auf den Beinen zu bleiben, aber es war dafür schon zu spät. Direkt über ihm stand der Mann der gerade eben aus der Tür getreten war und nun die Hände nach ihm ausstreckte. Instinktiv schloss er die Augen als dutzende Äpfel und Orangen sich über ihn ergossen.
Der Mann schien sehr besorgt als er Kevin wieder auf die Beine half und dabei wild auf ihn einredete. Leider sprach er wohl Chinesisch, eine Sprache die Kevin nicht beherrschte und so blieb dem jungen Mohawk nichts anderes übrig als freundlich lächelnd die Hände zu heben und immer wieder bestimmt darauf hinzuweisen das ihm nichts geschehen war.
Während der alte Chinese nun sein Hab und Gut zusammen suchte und Kevin ihm dabei zur Hand ging, funkelte er mit gespieltem Zorn Bazlaan an. Dieser lehnte an der Mauer des kleinen Ladens und lachte so laut das viele der vorbei eilenden Passanten ihm fragende Blicke zuwarfen.
»Wie gesagt, es tut mir wirklich leid Mister.«
Mit Händen und Füßen versuchte er dem Chinesen seine Entschuldigung zu erklären, doch dieser packte seine kleine Kiste und marschierte davon ohne ich eines weiteren Blickes zu würdigen. Dabei stieß er beständig einen Schwall an wütenden Sätzen aus.
»Das findest du also lustig was ?«
Er postierte sich direkt vor Bazlaan was dieser mit einem breiten Grinsen quittierte und ihn sanft an sich zog.
»Deine Welt ist so viel anders als die meine Kev. Diese Stadt, die Menschen darin, diese Energie die alle haben und das strahlen in ihren Augen wenn sie von ihrem TERRANIA sprechen.« Zärtlich gab er seinem Freund einen langen Kuss den dieser nur zu gerne erwiderte.
»Und dann dieser Himmel, die Luft und das Gefühl Grenzenloser Freiheit ! Deine Welt ist so wunderschön !«
Kevin hatte einen Klos im Hals als er Bazlaan dabei beobachtete wie dieser von der Erde schwärmte. Als sie KE-MATLON verließen war seine größte Angst gewesen das Bazlaan sich auf der Erde nicht zurecht finden würde und dies einen Keil in ihre noch frische Beziehung treiben könnte. Nun aber schien es beinahe so, als wäre der junge Mehandor schon seit langer Zeit auf der Suche nach eben jener Freiheit gewesen die er im GESPINST der Raumstation niemals hätte finden können.
Als Bazlaan ihn erneut umarmte zuckte er kurz zusammen. Die Verletzungen vom Verhör waren noch immer nicht ganz verheilt. Fürsorglich blickte sein Freund ihm in die Augen.
»Es tut noch weh oder ? Lass uns nach Hause gehen.«
Kevin nickte und nahm Bazlaans Hand bevor er endlich sagen konnte was ihn seit seiner Rückkehr zur Erde beschäftigte.
»Ich liebe dich mehr als alles andere in meinem Leben. Danke das du hier bei mir bist !«
*
»Bitte, ich habe ihnen doch alles gesagt was ich weiß. Lassen sie mich bitte gehen. Ich habe Frau und Kinder.«
Ich konnte die Panik in seinen Augen sehen als er vor kniete und um sein Leben bettelte. So langsam begann mir dieses Spiel Spaß zu machen.
»Du willst mir also allen ernstes erzählen das Rhodan ohne jede Sicherheitswache in einem kleinen Haus lebt ? Zusammen mit seinem Arkon Engelchen und das alle Mutanten in einem Institut zusammen gepfercht sind ?«
Der Offizier den Azyk gestern Abend hergebracht hatte nickte mehrmals.
»Ja, das habe ich ihnen doch schon gestern Abend gesagt als sie mich entführt haben.«
Der Zorn kroch in mir hoch. »Nicht ich habe sie gestern hergebracht, sondern mein Freund Azyk. Versuchen sie nicht mich für blöd zu verkaufen, sonst werden sie sehen wozu ich und meine Freunde fähig sind.«
Azyk saß belustigt in der Ecke der kleinen Lagerhalle in welche er den Offizier der AL`EOLD gebracht hatte. Vince hingegen wirkte fast gelangweilt während er durch ein kleines Loch in der Wand die Menschenleere Straße vor dem Rohbau beobachtete.
Der Mann starrte mich hilflos an. »Wovon sprechen sie ? Welcher Azyk ?«
»Schnauze !«
Mein Schrei ließ ihn verstummen und Azyk in lautes, pfeifendes Gelächter ausbrechen. Der Mausbiber schien seinen Spaß zu haben.
»Was machen wir nun Vince ?« Ich schaute fragend zu dem schweigsamen Mutanten herüber ohne jedoch den Gefangenen aus den Augen zu lassen.
Dieser folgte meinem Blick und starrte mich dann verwirrt an.
»Mit wem reden..«
Als ich seine Waffe hob und sie ihm an die Stirn hielt begriff er das es besser sein könnte zu schweigen. Sein Gestammel fing an, an meinen Nerven zu zerren und der Pochende Kopfschmerz war zurück gekehrt.
Vince drehte sich um und musterte mich und Azyk kurz. Dann konzentrierte er sich wieder auf den Gefangenen.
»Wenn er die Wahrheit sagt haben wir leichtes Spiel. Aber ich vermute das er kaum in alle Sicherheitsfragen eingeweiht sein wird. Wir sollten also damit rechnen das es doch deutlich komplizierter werden könnte.«
Nachdenklich begann er im Raum auf und ab zu gehen, während der Gefangene ihn gekonnt ignorierte. Vermutlich war er vor Angst so gelähmt das er nur auf die Person reagierte die ihm Fragen stellte .. und das war ich.
»Frag ihn ob es eine Möglichkeit gibt heraus zu finden wo der Junge und sein Arkonidischer Freund wohnen.«
Vince hatte seinen Marsch beendet und verharrte nun hinter dem Gefangenen.
»Du hast die Frage gehört. Also ?« fuhr ich diesen an.
»Was ? Welche Frage ? Sie haben doch gar nichts..«
»Wie kann ich eine Person finden die in Terrania lebt ohne viel Aufsehen zu erregen. Vor allem wenn es um einen Mutanten oder einen Alien geht.« unterbrach ich ihn ungehalten und setze ihm die Waffe auf die Stirn.
Der Gefangene setzte mehrmals an zu sprechen doch jedes Mal brach ihm die Stimme weg.
Er kramte in seiner Tasche und zog eine ID Card hervor. »Mein,.. mein Passwort. Sie können mein Flottenpassword benutzen und die Bordpositronik der AL`EOLD. Damit finden sie ganz bestimmt die Person die sie suchen.«
Ich zog verächtlich die Augenbraue hoch. Positroniken. Transitionstriebwerke. Mir wurde klar das ich der zukünftige Regent einer Steinzeitlichen Gesellschaft sein würde und es meine Aufgabe war diese Menschheit endlich zu den Sternen zu führen.
Ich ließ die Waffe sinken und der Offizier atmete erleichtert durch. Dann tippelte Azyk zu mir herüber. Er umgriff meine Hand und hob die Waffe. Die Augen des Gefangen wurden groß und als er den Mund aufriss um etwas zu sagen, brannte sich der Thermostrahl durch seinen Schädel.
Von Vince kam nur ein »Showtime« als der Tote zu Boden fiel.
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So.. Kapitel 4 folgt dann irgendwann im Laufe der nächsten Woche :)
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Re: NEO Shortstory - Splitter der Realität

Beitragvon Loborien » 22. Oktober 2017, 16:20

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Loborien
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Kapitel 4 – Konfrontation
Mit einem leisen Knarzen öffnete sich die Tür als Kevin und Bazlaan ihr Apartment betraten. Es war spät geworden und die Skyline von Terrania erleuchtete das große Zimmer durch die gewaltige Fensterfront. Als Kevin das Licht aktivieren wollte umschloss Bazlaan mit seinen Armen schnell dessen Oberkörper und küsste ihn zärtlich auf den Nacken. Kevin schloss die Augen und genoss diesen kurzen, innigen Moment der Zärtlichkeit während sich ihre Hände fanden und die Finger sanft miteinander spielten.
»Die Feier von Sid war echt krass genial oder ?«
Bazlaan zog seinen Kopf langsam vom Hals zu Kevins Ohr. »Diese Terranischen Redewendungen sind für mich wirklich ein Mysterium, aber wenn du meinst das es eine tolle Feier war, dann muss ich dir zustimmen«. Mit einem Grinsen begann er seinem Freund ein wenig am Ohrläppchen zu knabbern.
»Ich merke schon, du bist noch nicht wirklich müde oder ?« Bei den Worten drehte Kevin sich um, legte seine Hände um die Hüfte seines Freundes und nach einem kurzen, innigen Blick in dessen Augen versanken beide in einen zärtlichen, liebevollen Kuss.
Nachdem sie sich ein wenig voneinander gelöst hatten grinste Bazlaan ihn mit seinem forschen, herausfordernden Lächeln an. »Nein, nicht wirklich. Und ich könnte schwören das ich gerade eben gespürt habe das du auch etwas anderes als schlafen im Kopf hast ?«
Kevin lächelte nun verlegen und mit ein wenig Röte im Gesicht zurück. »Du bist das beste was mir je passiert ist, das weißt du hoffentlich ?«
Bazlaan erwiderte den Blick sehr lange, ehe er zu einer Antwort ansetzen konnte. »Ich weiß und bei allen Sternengöttern, ich schwöre das ich dich bis zum Ende aller Tage lie....«.
In diesem Moment wurde Bazlaan von einer unbändigen Kraft nach hinten gerissen und sein Körper schlug mit brachialer Gewalt an der Wand des Apartmentzimmers auf. Teile der Hartplastikverkleidung brachen dabei heraus und fielen zusammen mit ihm zu Boden. Kevin starrte ungläubig auf die Wand an der sich größere dunkle Flecken gebildet hatten bevor sein Blick sich senkte und er seinen Freund inmitten der Trümmer und Bruchstücke liegen sehen konnte. Eine kleine Menge Blut hatte unter dessen Kopf bereits gesammelt und wurde beständig größer. Er konnte einfach nicht begreifen was gerade eben geschehen war und sein Mund formte immer wieder den Namen seines Freundes, während er erstarrt stehen blieb, unfähig auch nur einen klaren Gedanken fassen zu können.

Das grelle Leuchten hatte sich mittlerweile zu einem feurigen Sturm entfacht der mir mehr Schmerzen bereitete als ich mir je hätte ausmalen können. Ich stand noch immer gut verborgen in den Schatten der beiden Schränke versteckt. Dort wo ich warten sollte bis Vince und Kazyk zuschlagen würden.
Kazyk stand direkt vor der großen Fensterfront und beobachtete die beiden Jugendlichen. Ich konnte erkennen wie angewidert er von ihrem zur Schau gestelltem Liebesbalzen war. Es war mir ein Rätsel wie die beiden ihn übersehen konnten als sie den Raum betreten hatten.
Auch Vince hatte sich deutlich sichtbar neben der Tür postiert und mit einem hasserfülltem Blick zu unseren beiden Zielen zertrümmerte er die Türsensoren in genau jenem Moment, in dem Azyk seine ganze Telekinetische Kraft einsetze und den Mehandor gegen die Wand schmetterte.
Ich konnte das brechen von Knochen vernehmen und allein die Körperhaltung des jungen Mehandor sagte mir, das er bereits tot war bevor am Boden aufschlug.
»Jetzt gehört der Kerl dir Vincent.«
Ich warf dem vernarbtem Ilt einen kurzen Blick zu und konnte den lodernden Hass erkennen, den er dem jungen Terraner zuwarf während er diesen beobachtete.
»Azyk hat recht. Es wird Zeit das du endlich klare Verhältnisse schaffst. Du wirst die Macht dieses Wurms brauchen um unsere Ziele zu erreichen.«
Auch Vince behielt den jungen Burschen aufmerksam im Auge während er mich nun aufforderte mein Versteck zu verlassen. Die kleine Kreatur tat mir fast ein wenig leid. Sie war von dem plötzlichen Tod ihres Freundes so geschockt das sie dir Worte meiner beiden Begleiter gar nicht wahrgenommen hatte.
Vorsichtig zog ich den Thermostrahler und trat aus den Schatten heraus. Erst als ich freies Schussfeld auf den Terraner hatte räusperte ich mich laut, während Azyk es sich grimmig feixend auf einem der Sessel gemütlich machte und Vince die Tür mit seinem muskulösen Körper blockierte.
»Nimm die Hände hoch und vorsichtig umdrehen, ansonsten brenne ich dir ein Loch in den Schädel.« Meine Stimme zitterte ein wenig, immerhin wusste ich rein gar nichts über das Potential dieses mächtigen Mutanten vor mir.
Erst reagierte er gar nicht.
»Dreh dich um du verdammte Ratte.« Auch als Vince ihn anbrüllte war keine Reaktion zu erkennen. Er starrte einfach weiter die Leiche seines Freundes an.
Schließlich reichte es Kazyk und mit einem brutalen Telekinetischen Griff wirbelte er den jungen Burschen herum, so das er gezwungen war mich anzustarren. Erst jetzt konnte ich sehen wie das begreifen sich langsam den Weg bahnte in seinem Verstand.

Tränen liefen über Kevins Wangen. Er wollte weinen, doch bis auf eine unendliche, kalte leere fühlte er nichts. Er spürte wie etwas an ihm riss und seinen Körper brutal um die eigene Achse drehte.
Ihm gegenüber stand ein Mann in den Schatten des spärlich beleuchteten Zimmers. Er hatte eine Waffe erhoben mit der er auf ihn zielte. Kurz glitt seine Wahrnehmung an dem Mann vorbei und streifte die Skyline von Terrania. Dort wo er vor knapp einer Stunde noch eng umschlungen mit Bazlaan getanzt hatte. Wo er seinem Freund so nahe gewesen war.
Doch jetzt war alles vorbei. Bazlaan war tot und rein gar nichts in dieser Galaxis würde daran jemals etwas ändern können.
Der Fremde hob die Waffe nun ein wenig höher und zielte auf seinen Kopf. Kevin versuchte sich erneut auf den Mann zu konzentrieren. Er kam ihm bekannt vor, so als habe er ihn irgendwo schon einmal gesehen.
»Nun stehen wir uns also endlich gegenüber. Du hast etwas das mir gehört und das ich brauche.«
Die Stimme ! Es war die Stimme des seltsamen Raumpiloten welcher von der AL`EOLD geborgen worden war. Er hatte sein Gesicht verzogen und kniff die Augen zusammen, ganz so als habe er starke Schmerzen solange er Kevin anblickte.
»Warum haben sie ihn getötet ? Was haben wir ihnen getan ?« Seine Stimme zitterte und war am Ende nur noch ein beinahe hilfloses Flüstern.
»Er war nicht wichtig und Kazyk liebt nun einmal endgültige Entscheidungen. Also nicht persönlich nehmen.« Dabei nickte er mit einem Lächeln in Richtung des leeren Sessels neben sich.
Kevin konnte noch immer keinen klaren Gedanken fassen. Wie durch einen tiefen Schleier beobachtete er das Geschehen um sich herum. Es erinnerte ihn an einen jener schlechten TriVideo Filme die er als Kind begeistert im Kino angesehen hatte. Nur das bei diesem der Film seltsam verzögert und beinahe unwirklich war.
»Ja Vince, hetze mich nicht. Ich weiß was ich zu tun habe. Seine Kräfte gehören gleich mir und dann werden Rhodan und diese schwächliche Sippschaft zu spüren bekommen was es heißt sich Vincent Garron in den Weg zu stellen.«
Wovon sprach dieser verrückte ? Kevin war irritiert und blickte über die eigene Schulter. Doch dort, wohin der Mann blickte konnte er niemanden sehen.Immer mehr wurde ihm klar das er einem verrückten Psychopathen gegenüber stand der vermutlich auch noch ein Mutant war und ein gnadenloser Mörder.
»Sie wollen Rhodan töten ?«
Garron blickte ihn nun herablassend an. Dann lächelte er dünn. »Ja. Erst werde ich mir deine Psi Energien einverleiben und dann Rhodan töten. Am Ende wird die Erde endlich einen Anführer haben der ihrer würdig ist und ein Solares Imperium der Stärke und Kraft erschaffen wird.«
Kevin verstand zwar nicht alles von dem was der wahnsinnige von sich gab, aber dennoch zumindest so viel das er wusste was dies für ihn bedeuten würde. Der Mann würde ihn umbringen und seiner Kräfte berauben. Danach würde er dann die Terranische Union in den Untergang reißen.
Seltsamerweise bedrückte ihn der Gedanke an seinen eigenen Tod kaum. Er hatte mit seinem Leben abgeschlossen seit Bazlaan nicht mehr da war. Der Tod hatte für ihn jedweden Schrecken verloren und eigentlich sehnte er sich geradezu danach einfach die Augen zu schließen und ihn willkommen zu heißen.
Doch er musst diesen Psychopathen stoppen bevor dieser die Erde in ein gewaltiges Chaos stoßen konnte.
»Es wird ein Epochales Zeitalter der Menschheit werden in dem ich, Azyk und Vince die Menschheit zu der ultimativen Kraft dieser Galaxis...«
Kevin hatte aufgehört den Worten des Mannes zu folgen. Sein Blick wanderte wieder über die Skyline der Stadt. Jene Stadt in der Bazlaan und er ihre neue Zukunft hatten aufbauen wollen. Er war nach Hause zurück gekehrt und nun hatte man ihm seine Zukunft zerstört.
In der Dunkelheit konnte er die Lichter der Gleiter sehen die am Ellert-Tower vorbei glitten. Die Fensterfront erlaubte aufgrund ihrer Höhe einen atemberaubenden Blick über die Stadt, bis hin zu dem weit entfernten Goshun See.
Die Höhe ! Das ist die Lösung.
Schlagartig war ihm klar was er zu tun hatte. Das Fenster würde einen direkten Aufprall zweier Körper nicht überstehen und brechen. Dann würden er und dieses Monster in die tiefe stürzen und all dies hätte endlich ein Ende gefunden.
»... und während die Arkoniden noch versuchen sich der Macht meiner Truppen entgegen zu stellen werden meine Mutanten Armeen dem Imperium das Genick brechen...«
Garron hatte sich in seinen Monolog hineingesteigert, so das er beinahe zu spät bemerkte wie Kevin die Muskeln anspannte und mit einem starren Blick Anlauf nahm.
Aus dem Thermostrahler löste sich ein Schuss, welcher dem jungen zwar die Schulter durchschlug und mit einem Zischen in die Wand hinter ihm einschlug, doch er konnte die Kraft des jungen Mannes nicht mehr brechen. Kevin traf ihn brachial mit der Seite und beide krachten mit einem Ohrenbetäubenden Knall auf die hintere Fensterfront.
Einen Moment schien die Zeit still zu stehen. Dann krochen unendlich viele Risse und Sprünge über die Sicherheitsscheibe, bis sie unter dem Gewicht der beiden Menschen und der schieren Kraft nachgab und die beiden Körper von der Geschwindigkeit des Aufpralls hinaus in die Dunkelheit geschleudert wurden.
Inmitten eines Regens aus splitterndem Glas schrie Garron um sich. Immer wieder nach Vince und Azyk rufend, während Kevin die Augen schloss und sich ganz dem Gefühl des freien Falls hingab.
Ganz sanft konnte er Bazlaans Worte vernehmen der unten auf ihn wartete.
»Ich weiß und bei allen Sternengöttern, ich schwöre das ich dich bis zum Ende aller Tage liebe und nichts in diesem Universum uns je wieder voneinander trennen wird. Solange auch nur ein einziger Stern diese Realität erleuchten wird, solange wird meine Liebe ausreichen dieses Universum mit wärme zu füllen.«

ENDE
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Es tut mir leid das es so lange gedauert hat das Schlusskapitel der Geschichte um Bazlaan und Kevin zu beenden, aber nun ist es endlich soweit und die Geschichte findet ihren (hoffentlich) spannenden und Emotionalen Abschluss. :)
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