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SF-Miniserie Hard Sun

Beitragvon Ben Grimm » 9. April 2018, 20:39

Ben Grimm
Hat jemand die prä-apokalyptische BBC-Miniserie geschaut oder auf Hulu gestreamt?
Das ZDF zeigt sie Ende April in 3 Doppelfolgen.

Kurzinhalt: Zwei Polizeidetectives finden zufällig heraus, dass die Erde in 5 Jahren unbewohnbar sein wird. Gelangt diese Information an die Öffentlichkeit, wäre globales politisches und wirtschaftliches Chaos die Folge. Anarchie, Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung. Religiöser Fanatismus und Weltuntergangssekten bekämen massiven Zulauf.

Die britische Regierung will das unter allen Umständen verhindern und trachtet mit Hilfe der Geheimdienste den zwei Detectives nach dem Leben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hard_Sun
Hard Sun ist eine Fernsehserie, welche im Auftrag des Senders BBC One und der Videoplattform Hulu als britisch-US-amerikanische Koproduktion entsteht.[1] Außerdem ist das deutsche ZDF an der Serie beteiligt.[2] Dieses wird die Serie im April 2018 an drei Abenden[3] in deutscher Synchronisation und englischsprachiger Originalfassung ausstrahlen. Die Serie wird zudem eine Woche vorab in der ZDFmediathek bereitgestellt.[4]


Das Wichtigste (aber bitte keine Details spoilern):
Hat die Serie einen befriedigenden Abschluss und liefert nachvollziehbare Erklärungen?

Ich würde mich sehr ärgern wenn ich es einschalte und dann kommt ein Kuddelmuddel wie beim Ende von LOST, oder lauter unbeantwortete Fragen wie bei Flash Forward und Odyssey 5, die ja nach der ersten Staffel eingestellt wurden.

Re: SF-Miniserie Hard Sun

Beitragvon Tiberius » 23. April 2018, 18:54

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Re: SF-Miniserie Hard Sun

Beitragvon Ben Grimm » 24. April 2018, 19:47

Ben Grimm
So, alle 6 Episoden angesehen, err, angetan.
Habe ich das richtig mitbekommen? In der letzten Minute der letzten Folge sieht man
Spoiler:
neben der Sonne ein Black Hole, das die heiße Sonnenmaterie einsaugt? Warum erfährt man nicht mehr darüber? Woher kommt es? Warum ist es? Wohin geht es? Natürlich oder künstlich erschaffen?
Warum wieder einmal so ein abartiger Cliffhanger? Bin desillusioniert und genervt.

Was für eine Quälerei. Und wie ich insgeheim befürchtet habe – nichts wird aufgeklärt. Außerdem gab es nahezu null SciFi / Mystery (zumindest kann ich mich an keine Erklärungen erinnern, denn leider bin ich vor lauter Spannung ein paar mal kurz eingenickt). Der Thread hätte wohl besser in den Bereich „keine SF“ gepasst.
Stattdessen entpuppte sich Hard Sun als generische, übertrieben brutale Crime-Serie – inklusive der unbeantworteten Frage nach dem Sinn noch morgens aufzustehen, dem Universum und dem ganzen Rest, angesichts der geringen verbleibenden Zeit für die Menschheit. Schließlich sind die Vorhersagen auf dem USB-Stick wirklich desaströs.
Die bescheidene Bewertung auf IMDB passt recht gut.

Grace „Stoneface“ Morrigan vom MI5:
Spoiler:
“Es geschieht nicht in 5 Jahren... es geschieht JETZT!!!“
Immerhin erklärt es, warum sich die Episoden nicht gleichmäßig über die verbleibende Zeit bis zur postulierten Apokalypse verteilen - was mir besser gefallen hätte.

Die Sonnensache kam mir eher wie ein MacGuffin vor. Ärgerlich.
Ebenso ärgerlich waren einige sehr plotdriven wirkende Inszenierungen, zum Beispiel mit der Straßenbaustelle in der ersten Doppelfolge, später der widerspenstige Motorroller und der Kapuzenmann. Oder dass ein USB-Stick nicht einzigartig und unersetzlich ist, sondern dass man die Daten als Backup und Rückversicherung auf andere Sticks und in die Cloud kopieren kann. Aber auf den Trichter kommen Renko und Hicks in keiner der Episoden.

Re: SF-Miniserie Hard Sun

Beitragvon Tiberius » 25. April 2018, 22:47

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Tja, es ist nicht die Serie, die man als Science-Fiction-Fan erwartet hätte, es war mehr eine Krimi/Geheimdienst/Verfolgungsjagd/Familiendrama-Serie als eine Science-Fiction-Serie. Nicht wie bei Flash Forward oder Odyssey 5, bei denen es primär um die Auflösung der Geheimnisse ging.

Ben Grimm hat geschrieben:Habe ich das richtig mitbekommen? In der letzten Minute der letzten Folge sieht man
Spoiler:
neben der Sonne ein Black Hole, das die heiße Sonnenmaterie einsaugt? Warum erfährt man nicht mehr darüber? Woher kommt es? Warum ist es? Wohin geht es? Natürlich oder künstlich erschaffen?

Spoiler:
Das interpretiere ich auch als Schwarzes Loch. Nur frage ich mich, was das soll. Ein BH wirkt durch die Schwerkraft, ist massereicher als die eigene Sonne und bringt die Planetenbahnen "durcheinander", die Wirkung tritt somit früher und aus größerer Entfernung ein. Das Einsaugen von Sonnenmaterie ist der krönende Abschluß einer Begegnung mit einem BH.


Ich Grunde kann man sagen: Wer Science-Fiction erwartet, wird enttäuscht werden.
Leser sind in der Überzahl und machen sich demzufolge mehr Gedanken über einen Roman, als es ein Autor je könnte.

Re: SF-Miniserie Hard Sun

Beitragvon Haywood Floyd » 26. April 2018, 14:22

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Re: SF-Miniserie Hard Sun

Beitragvon Ben Grimm » 27. April 2018, 17:34

Ben Grimm
Tiberius hat geschrieben:Tja, es ist nicht die Serie, die man als Science-Fiction-Fan erwartet hätte, es war mehr eine Krimi/Geheimdienst/Verfolgungsjagd/Familiendrama-Serie als eine Science-Fiction-Serie. Nicht wie bei Flash Forward oder Odyssey 5, bei denen es primär um die Auflösung der Geheimnisse ging.

Spoiler:
Das interpretiere ich auch als Schwarzes Loch. Nur frage ich mich, was das soll. Ein BH wirkt durch die Schwerkraft, ist massereicher als die eigene Sonne und bringt die Planetenbahnen "durcheinander", die Wirkung tritt somit früher und aus größerer Entfernung ein. Das Einsaugen von Sonnenmaterie ist der krönende Abschluß einer Begegnung mit einem BH.


Ich Grunde kann man sagen: Wer Science-Fiction erwartet, wird enttäuscht werden.


Laut einiger Meldungen hat Drehbuchautor Cross Material für fünf Seasons beisammen und sie sollen „ganz anders als die erste Staffel“ werden. Bei den oftmals negativen Kritiken im Internet frage ich mich aber schon, wie er grünes Licht für weitere Staffeln bekommen will.

Auffällig war, dass nach Grace Morrigans erschrockener Erkenntnis bei dem riesigen Sonnenaufgang die Countdownuhr „4 Jahre, 41 Wochen ...“ weiter lief. Irgendwas scheint da also noch im Busch zu sein. Umso ärgerlicher ist der Cliffhanger, falls die Serie nicht weitergeht. Wie bei Odyssey 5.

Hier ein Screenshot vom Sonnenaufgang über London:
http://i.stack.imgur.com/3yMDh.jpg


Was interessant wäre:
Spoiler:
Das Black Hole ist aus Gründen absichtlich erschienen bzw. dorthin geschafft worden. Oder es wurde als interstellar umher streifendes, primordiales / Micro Black Hole / kleinerer Neutronenstern / brauner Zwerg aus entarteter Materie / QBHO-Gravasterne von unserer Sonne gravitationstechnisch eingefangen – ein großer Zufall wie anno Tobak die Kollision zwischen Theia und Erde – und saugt nun die für die Erde gefährlichen Energien von der aus Gründen überaktiven Sonne ab. Damit wäre es der Retter der Menschheit.

Danach beruhigt sich die Situation. Entweder verzieht sich das Black Hole wieder in die Tiefen des Alls / zurück in fremde Dimensionen - oder es entsteht ein Doppelsternsystem, in dem sich die Sonne und das nun „hungernde“ Black Hole umkreisen - aus Gründen in sicherer Distanz.

Nach einigen, ein paar Jahre dauernden Turbulenzen auf der Erde wegen der sich ändernden Planetenbahnen entspannt sich die allgemeine Lage wieder. Glück gehabt.

Die etwas unangenehmere Lösung:
Spoiler:
Ich könnte mir vorstellen, dass ein nicht allzu großes Black Hole die Sonne überhaupt nicht in wenigen Minuten oder Stunden verzehrt, sofern es dem Stern nicht zu nahe kommt.

Es könnte durchaus einige Jahre, zum Beispiel fünf Jahre dauern bis soviel Masse abgezogen wurde, dass der Gravitationsdruck des verbliebenen Sonnen-Wasserstoffs nicht mehr ausreicht um den superheißen Sonnenkern zusammen zu pressen. Eine bestimmte Schwelle wird unterschritten und die Erde dann zügig zu einer kleinen Nova, die die Erde zum Glühen bringt.

Alternativ könnte die superheiße Akkretionsscheibe um das Black Hole im Lauf der Zeit so groß werden und so viel Energie abgeben, dass es deswegen sehr ungemütlich für die Menschheit wird. Verdammt ungemütlich. Man kann sich einfach nicht vorstellen, wie unwirtlich, unbehaglich, wahnsinnig unerfreulich so eine Erde wäre. Man glaubt vielleicht, die Straße runter bis zur Drogerie ist an einem stürmischen, verregneten, eiskalten Novembernachmittag eine ganz schön ungemütliche Sache, aber das ist einfach ein Klacks, verglichen mit einer heißen Akkretionsscheibe.

Oder der Sonnenkern dehnt sich wegen der abnehmenden Gravitation aus, wird dabei kälter und der Fusionsprozess kommt zum Erliegen. In fünf Jahren könnte es soweit sein, dass sich die Sonne recht zügig in einen kühlen roten Zwerg - und die Erde in einen kosmischen Schneeball verwandelt.


Der angenehme Kompromiss wäre, wenn die Akkretionsscheibe um das Black Hole genau in dem Maße mehr Energie abgibt und die Erde wärmt, wie die Sonne ihre Aktivität aufgrund des Masseverlustes reduziert. Somit wäre die Menschheit fein raus und könnte sich in den kommenden Jahrhunderten auf eine Problemlösung konzentrieren. Zum Beipsiel indem sie Arche-Raumschiffe baut und auswandert.

Eine andere, aufwändige Lösung:
Spoiler:
Nachdem das Black Hole die überschüssigen, gefährlichen Eruptionen von der aus Gründen überaktiven Sonne absaugte und die Menschheit vor der unmittelbaren Vernichtung rettete, kreist es vergleichsweise friedlich um die wieder beruhigte Sonne und zieht nur noch einen vergleichsweise dünnen Materiestrom ab.

Bis es zu neuen, unausweichlichen Problemen wegen der stetig abnehmenden Sonnenwärme und der sich umstellenden Planetenbahnen kommt, hat die Menschheit nun einige Jahrhunderte oder Jahrtausende Zeit, große Arche-Raumschiffe zu bauen und damit zu anderen Planeten zu reisen oder durchs All zu vagabundieren.

Nimmt die Strahlung der Sonne langsam ab, könnte die Venus – auch mit Hilfe von Terraforming – ein interessantes Reiseziel werden und der Menschheit für einige Jahrtausende eine neue Heimat bieten.

Verwandelt sich die schrumpfende Sonne aus Gründen wie zum Beispiel den Veränderungen im Gravitationsdruck vorzeitig in einen roten Riesen und beginnt die Erde aufzuheizen, könnte sich die Menscheit mit den Arche-Raumschiffen in Richtung Mars auf die Reise machen. Vielleicht auch in Richtung Europa oder einem anderen attraktiven Mond der großen Gasplaneten.


Aber das wäre wirklich sehr viel Science Fiction.

Re: SF-Miniserie Hard Sun

Beitragvon Tiberius » 28. April 2018, 21:31

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Tiberius
Oxtorner
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Ben Grimm hat geschrieben:Laut einiger Meldungen hat Drehbuchautor Cross Material für fünf Seasons beisammen und sie sollen „ganz anders als die erste Staffel“ werden. Bei den oftmals negativen Kritiken im Internet frage ich mich aber schon, wie er grünes Licht für weitere Staffeln bekommen will.

Wenn man das richtig in der Promotion aufzieht, könnten sich die Zuschauer auch die weiteren Staffeln ansehen. Allerdings muß es dann bei der zweiten Staffel richtig zur Sache gehen, sprich: ein paar vernünftige Hintergrundinformationen müssen vermittelt werden. Denn eine dritte Chance bekommt man nicht.
Mal abwarten und Tee drinken.

Ben Grimm hat geschrieben:Auffällig war, dass nach Grace Morrigans erschrockener Erkenntnis bei dem riesigen Sonnenaufgang die Countdownuhr „4 Jahre, 41 Wochen ...“ weiter lief. Irgendwas scheint da also noch im Busch zu sein. Umso ärgerlicher ist der Cliffhanger, falls die Serie nicht weitergeht. Wie bei Odyssey 5.

Ich weiß gar nicht mehr, was bei Odyssey 5 genau passiert ist.
Das Schicksal von Serien, deren Folgen aufeinander aufbauen und die nicht abgeschlossen werden. Man vergißt solche Serien. Oder baut eine eigene Version des Endes auf. :D

Ben Grimm hat geschrieben:Was interessant wäre: [...]
Die etwas unangenehmere Lösung: [...]
Eine andere, aufwändige Lösung: [...]
Aber das wäre wirklich sehr viel Science Fiction.

Mein Gefühl sagt mir, daß Deine ganzen höchst interessanten Vermutungen physikalisch gesehen nicht möglich sind. Allerdings beschränkt sich mein Wissen zu Schwarzen Löchern auf populärwissenschaftliche Informationen, so daß ich auch falsch liegen könnte.

Auf jeden Fall heißt es abwarten, ob es überhaupt noch weitere Staffeln geben wird. Wenn ja, schaue ich sie mir an. Wenn nicht, werde ich die Serie vergessen.
Leser sind in der Überzahl und machen sich demzufolge mehr Gedanken über einen Roman, als es ein Autor je könnte.

Re: SF-Miniserie Hard Sun

Beitragvon Ben Grimm » 29. April 2018, 15:15

Ben Grimm
Ich lasse jetzt mal die Spoiler weg...

Tiberius hat geschrieben:Ich weiß gar nicht mehr, was bei Odyssey 5 genau passiert ist.
Das Schicksal von Serien, deren Folgen aufeinander aufbauen und die nicht abgeschlossen werden. Man vergißt solche Serien. Oder baut eine eigene Version des Endes auf. :D

Das geht mir ähnlich. Woran ich mich ohne Google im Moment erinnere: Die Crew des Space-Shuttles Odyssey beobachtet während einer Mission die Zerstörung der Erde – aber vermutlich nicht wegen einer intergalaktischen Umgehungsstraße. Mangels nun fehlender Landemöglichkeiten bereiten sie sich auf den baldigen Tod vor. Einen größeren sprichwörtlichen Eröffnungsknaller kann man sich kaum vorstellen.

Da kommt plötzlich ein intergalaktisches Geistwesen angeflogen und meint, dass es in der Milchstraße bereits zu viele Zerstörungen dieser Art beobachten musste und es nun Zeit für ein Eingreifen sei. Die Crew - genauer gesagt ihre Bewusstseine werden fünf Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt und landen mit dem Wissen der Zukunft in ihren jüngeren Körpern.

Das führt natürlich zu etlichen Problemen, da sich die Helden damals zum Teil noch gar nicht kannten, noch in die Schule/Uni gingen und nun Kontakt aufnehmen, schnellstens zu den Umständen der drohenden Vernichtung recherchieren müssen ohne aufzufallen. Oder sich zu verplappern und in der Geschlossenen zu landen.

Man entdeckt Sentients, eventuell künstliche Intelligenzen im noch jungen Internet, sowie Cyborgs/Androiden die auf außerirdische Technlogie schließen lassen. Die Intention für die Zerstörung der Erde bleibt m.W. leider gänzlich im Dunkeln. In den Episoden kämpfen die Helden mit vielen privaten Stressituationen, Beziehungsproblemen und beruflichen Hemmnissen, müssen auch Anschläge und Gegenwehr der Unbekannten abwehren.

Vom Staffelfinale weiß ich nur noch, dass es nach dem verlustreichen Kampf und Sieg gegen den „Levelboss“ nun „so richtig los“ gehen sollte und sich die Helden zum aktiven Kampf gegen die Unbekannten und ihre Pläne rüsteten. Der heftige Cliffhanger war vielversprechend und machte Lust auf die nächste Staffel. Scheibenkleister. Genau wie bei „Space Above And Beyond“, mit den Chigs und deren überraschenden Beziehungen zur Erde und der Menschheit. Sehr ärgerlich.

Mein Gefühl sagt mir, daß Deine ganzen höchst interessanten Vermutungen physikalisch gesehen nicht möglich sind. Allerdings beschränkt sich mein Wissen zu Schwarzen Löchern auf populärwissenschaftliche Informationen, so daß ich auch falsch liegen könnte.

Das sowieso. Etwas Science und viel Fiction plus Handwavium, grins.
Wikipedia meint zu primordialen Black Holes:
Anfang der 1970er Jahre stellte Stephen W. Hawking als Erster die Vermutung auf, neben den durch Supernovae entstandenen Schwarzen Löchern könnte es auch sogenannte primordiale Schwarze Löcher geben. Das sind Schwarze Löcher, die sich bereits beim Urknall in Raumbereichen gebildet haben, in denen die lokale Massen- und Energiedichte genügend hoch war (rechnet man die ständig abnehmende Materiedichte im Universum zurück, so findet man, dass sie in der ersten Tausendstelsekunde nach dem Urknall die Dichte des Atomkerns überstieg). Auch der Einfluss von Schwankungen der gleichmäßigen Dichteverteilung (siehe hierzu kosmische Hintergrundstrahlung) im frühen Universum war für die Bildung von primordialen Schwarzen Löchern ausschlaggebend, ebenso die beschleunigte Expansion während der Inflationsphase nach dem Urknall.

Damals könnten sich kleine Schwarze Löcher mit einer Masse von etwa 1012 Kilogramm gebildet haben. Seit Mitte der 1990er Jahre wird diskutiert, ob die kürzesten auf der Erde gemessenen Gammastrahlungsausbrüche von verstrahlenden primordialen Schwarzen Löchern stammen könnten, denn deren berechnete Lebensdauer liegt in der Größenordnung des Alters des heutigen Universums.


Streift so ein vergleichsweise winziges schwarzes Loch seit Äonen einsam durch die Tiefen des Weltalls, könnte es unterwegs gerade so viel Materie verschlingen, dass es klein genug bleibt, aber auch nicht durch die Hawking-Strahlung verdampft.
Nun wird es von der Gravitation unserer Sonne eingefangen und beginnt wie eine Stechmücke an einem Elefanten zu saugen.

Kein massives stellares Black Hole mit vielleicht zwei bis zehn Sonnenmassen, sondern nur mit der Masse des irdischen Mondes, oder des Mars, vielleicht auch Jupiter - und entsprechend kleinem Ereignishorizont.

Somit könnte es um die Sonne kreisen während sie selbst kaum ins Taumeln gerät – und die „Saugerei“ würde wie gesagt moderat ablaufen, sich über viele Jahre erstrecken bis ernste Komplikationen beginnen.


Eventuell ist das „Ding“ aber nur ein Neutronenstern zu Besuch bei unserer Sonne. Wenn ich den Wikipedia-Artikel richtig verstanden habe, müssen große Sterne nicht zwingend zu schwarzen Löchern werden. Falls sie beim finalen Kollaps viel Materie abstoßen, können sie auch als kleinerer Neutronenstern enden. Natürlich würde er ebenfalls kosmische Nebel und Materie von nahe kommenden Sternen schlucken. Bei Überschreiten bestimmter Grenzen wird er in den kommenden Jahren dann doch noch ein Black Hole.
Kleiner und schwächer als ein stellares Black Hole kegelt er die Planetenbahnen des Sonnensystems nicht sofort durcheinander.
Oder das „Ding“ entpuppt sich als umher wanderndes Objekt aus entarteter Materie. Bis vor wenigen Jahren wusste die Wissenschaft noch überhaupt nichts von solchen astronomischen Extremen.



Eine andere Möglichkeit wäre das Eingreifen des Doktors. Mit Zeitreisetricks und den nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der Tardis – die m.W. in ihrem Bauch einen gerade zu einer Nova explodierenden Stern als Energiequelle nutzt – könnte er ein kleines Black Hole einfangen und in den Sonnenorbit transportieren.

Die Zeit selbst spielt dabei keine Rolle. Entweder verstaut die Tardis das Black Hole aus den Anfängen des Universums in einem ihrer innen-größer-als-außen Lagerräume und springt damit kurzerhand in die Gegenwart von Hard Sun.
Oder die Tardis reist in die Vergangenheit, schleppt das Black Hole mit einem mächtigen Traktorstrahl in aller Ruhe über Jahrtausende, Jahrmillionen quer durch die Milchstraße. Währenddessen liegt der Doktor in einem Zeit-Stasisfeld, so dass für ihn nur ein Wimpernschlag vergeht.

Aber für solche Lösungen nimmt sich Hard Sun leider zu ernst.

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