die "Normalos" bei Perry Rhodan

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Re: die "Normalos" bei Perry Rhodan

Beitragvon Klapauzius » 3. September 2018, 14:05

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Klapauzius
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Wim Vandemaan hat geschrieben:Ein Perry Rhodan, der es schafft, nach Andromeda zu fliegen, aber nicht schafft, Menschen aus erniedrigenden ökonomischen Verhältnissen zu befreien, ist für mich ein undenkbarer Widerspruch.

Wie schaut es mit einer Menschheit aus, die es schafft zum Mond zu fliegen, während gleichzeitig tausende Menschen verhungern? :(
Wim Vandemaan hat geschrieben:Dass wir nicht lang und breit von der Sozialgesetzgebung der Liga, über Sozialverpflichtung von Eigentum und so weiter erzählen, versteht sich aus der Anlage unserer Serie: Wir schreiben Abenteuerromane.

Niemand verlangt, dass ihr das Sozialgesetzbuch von Terra abdruckt, oder auch nur die dritte Zusatzverordnung zur Bestimmung über die Besteuerung stoffummantelter selbstbeweglicher automatisiert-autonomer Sozialsubstitut-Vorrichtungen mit akustischer Vocoder-Ausgabe (im Volksmund: Robo-Hundesteuer) von Goshun-See West. Aber so etwas im Laufe der Handlung immer wieder anklingen zu lassen... warum nicht? Klappt bei Fremdvölkern doch auch oft recht gut.

Re: die "Normalos" bei Perry Rhodan

Beitragvon Frank Chmorl Pamo » 4. September 2018, 11:33

Frank Chmorl Pamo
Pisanelli hat geschrieben:Hat schonmal jemand die Zyklen von Hamilton gelesen? Das ist SF mit sozioökonomischen Einschlägen en passant. Mir gefallen die Romane deshalb so gut, weil tatsächlich über die Folgen von Robotisierung, Digitalisierung, Geldwirtschaft in kosmopolitischem Stil nachgedacht wird - und wie sich die Gesellschaft aufteilt in Superreiche und "Normalos", die niemals die Möglichkeit haben, einen Planeten auch nur zu verlassen. Es gibt Menschen, die sich künstliche Sinneserweiterungen leisten können - und andere nicht. Es gibt politische Bestrebungen, durch totale digitale Überwachung die Kontrolle zu behalten und Verbrechen zu bekämpfen, aber es wird auch deutlich, dass man technisch und aus wirtschaftlichen Gründen immer wieder an seine Grenzen stösst - und natürlich gibt es Widerstandsgruppen, die Terrorakte verüben oder für größere politische und wirtschaftliche Freiheit und Gerechtigkeit kämpfen.
Zwei Dinge gibt es nämlich nicht: eine total gerechte soziale Ordnung (der Mensch ist darauf nicht ausgerichtet, es gibt immer Menschen, die besser, reicher oder mächtiger sein wollen als andere) und den "Übermenschen" per se (der kommt nur ausnahmsweise vor). Die Menschen sind immer noch verletzlich, dumm, schlecht oder nur mässig ausgebildet (und sie müssen noch alles mit ihrem eigenen Gehirn lernen), egoistisch oder doch sehr desinteressiert an größeren Zusammenhängen, arm, oder zumindest müssen sie für ihren Lebensunterhalt hart arbeiten, Kolonisiereung von Planeten ist total schwierig und dauert nicht nur ein paar Jahres, sondern Generationen. Das erscheint mir alles viel realistischer als das, was bei PR geschildert wird (oder eben gar nicht geschildert wird, sondern einfach unter den Tisch fällt). Und spannender ist es allemal, weil die Menschen eben noch um Fortschritt und Überleben kämpfen müssen oder sich zumindest jeden Tag anstrengen müssen - wie wir auch. Das ist viel lebensnaher.


Sowas war aber nie der Schwerpunkt der Serie.
Im Gegensatz zu Hamilton ist Perry Rhodan eskapistischer und (war lange) Utopie.
KHS und CD gingen von einer geläuterten Menschheit aus, so wie auch Star Trek, welches die sozialen Probleme nach außen, nicht in der Föderation, verortete.
In PR und ST wird postuliert, dass der Mensch mit der Raumfahrt für alle zu einem kosmischen Wesen wird, das die mentalen Unzulänglichkeiten hinter sich lässt.
Ich finde diese Sicht sympathisch und ermutigend, wenngleich wohl nicht wirklich zutreffend, und würde bei PR gerne dabei bleiben.
Andere Geschmäcker werden am Büchermarkt ja wohl ausreichend bedient.

Re: die "Normalos" bei Perry Rhodan

Beitragvon Haywood Floyd » 5. September 2018, 10:07

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Re: die "Normalos" bei Perry Rhodan

Beitragvon Klaus N. Frick » 11. September 2018, 16:03

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Klaus N. Frick
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Richard hat geschrieben:Als in der ersten Hälfte des Thoregonzyklusses - als dann die Handlung in Alashan spielte - waren auch mal ein oder zwei Baende lang "Normalos" die Haupthandlungstraeger. Da wurde dann meiner Erinnerung nach schnell der Ruf laut, dieses Experiment zu sehr zu strapazieren.


Ich erlaube mir den gaaaaanz vorsichtigen Hinweis, dass aus Leserkreisen sehr schnell der Vorwurf kommt, solche Romane brächten die Handlung nicht voran; sie seien reine Lückenfüller.

:unschuldig:

Re: die "Normalos" bei Perry Rhodan

Beitragvon Klapauzius » 12. September 2018, 06:50

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Klapauzius
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Klaus N. Frick hat geschrieben:Ich erlaube mir den gaaaaanz vorsichtigen Hinweis, dass aus Leserkreisen sehr schnell der Vorwurf kommt, solche Romane brächten die Handlung nicht voran; sie seien reine Lückenfüller.

:unschuldig:

Jep... sobald man mehr als nur einen Leser hat wird's schwer :D
Deine dunklen Zeiten sind vorbei, kleiner Akuma... bald muisst Du nicht mehr böse sein!

Re: die "Normalos" bei Perry Rhodan

Beitragvon AushilfsMutant » 17. September 2018, 23:47

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Wobei es dereinst im Zeitalter der MdIs in sehr vielen Romanen nur um irgendwelche Normalos ging (mein nächstes Hörbuch: Silber: Andromeda).
Ps: Horror war echt Horror :D

Re: die "Normalos" bei Perry Rhodan

Beitragvon Richard » 18. September 2018, 02:52

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Richard
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Klaus N. Frick hat geschrieben:Ich erlaube mir den gaaaaanz vorsichtigen Hinweis, dass aus Leserkreisen sehr schnell der Vorwurf kommt, solche Romane brächten die Handlung nicht voran; sie seien reine Lückenfüller.

:unschuldig:


Ja klar und in gewisser Hinsicht sehe ich das wohl auch so bzw. kann ich das auch verstehen. Als langjaehriger Konsument will man halt wohl wenn möglich einerseits doch so oft wie möglich was von "seinen" Identifikationsfiguren was lesen (und in sehr vielen Fällen sind das wohl welche aus dem Kreis der ZACies) und andererseits will ein Grossteil/die Mehrheit eher mal rascher eine Problemlösung lesen als die Schilderung von Alltagszustaenden im Jahr xxxx NGZ.
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