Die Entzauberung Perry Rhodans

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Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon Ingo » 27. November 2015, 19:33

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Ingo
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So langsam müsste meiner Meinung nach die Serie in ATLAN umgetauft werden.
Schritt für Schritt wird Perry Rhodan entzaubert. Außer seinem Zellaktivator, seiner "Sofortumschalter-Fähigkeit" und seiner Erfahrung ist ihm eigentlich nichts besonderes geblieben. Alles andere wurde entsorgt. Hilfsmittel (Raumschiffe, Lebewesen wie der Faden) wie auch Fähigkeiten (Ritter der Tiefe) wurden ihm entwunden. :(

ATLAN dagegen hat noch alles. Zum Zellaktivator hat er seine Ritter-der-Tiefe-Aura, war hinter den Materiequellen, hat den entsprechenden Vektor, hat bei ES geholfen, erfährt mehr über die Gestaltung des Universums durch den Pensor, hat sein fotografisches Gedächtnis, seinen Extrasinn und und und..... :o)

Hier ist der SoW ungleichmäßig verteilt. Aller SoW zu ATLAN und Perry als Normalo. Hat er mal endlich etwas wird es sogleich wieder entfernt. :übel:

Die Expokratur sollte sich schnell eines Besseren besinnen, denn schließlich heisst DIESE Serie Perry Rhodan und NICHT ATLAN. :wacko:
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Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon Kardec » 27. November 2015, 21:03

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Kardec
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Das kann man so sehen. Mich stört das nicht - im Gegenteil.
Perry Rhodan, sozusagen der oberste Vertreter der Terraner "across the universe" - an seiner Seite der "Einsame der Zeit, Auraträger, RdT", ein überragendes, uraltes Idividuum. Ist doch ein tolles Duo.

Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon Alexandra » 27. November 2015, 21:03

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Alexandra
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Man könnte die erneuerte Charakterisierung Atlans allerdings auch als Schritt in die richtige Richtung werten. Atlan war durch Scheer und Kneifel in ganz hohem Maße mit Gesetzmäßigkeiten ausgestattet, auf die man mit vergleichsweise einfachem Aufwand zurückgreifen kann.

Perry Rhodan ist ungleich schwieriger, sei es, dass er als Serienmittelpunkt, um den herum alles wuchs, langfristig als Person vergessen wurde, so wie er serienimmanent stets sich selbst vergaß, um die Menschheit, das Galaktikum, heute was eigentlich? zu fördern. Er trat als Person zurück, um Platz für sein Umfeld und weiteres Umfeld und noch mal weiteres Umfeld zu schaffen, und dies wurde weitergeschrieben.

So traten Lücken und Brüche auf, weil er von den gegenläufigen Strömungen verschiedener Expokraturen ganz besonders in Mitleidenschaft gezogen wurde, da er stets die Ausrichtung des Serienkosmos spiegeln musste und die sich von Expokrat zu Expokrat und Zeitgeist zu Zeitgeist änderte. Während Atlan als Relikt einfach mal belassen werden konnte, wie er war.

Nehmen wir die Grundanlage des idealistischen Actionhelden in einer Serie, von der man sich eine Laufzeit von - wow! - 50 oder 100 Heften erhoffte. Auf dieses simple Grundlage wurde im Lauf der Jahre dann ein immer komplexer werdendes Gebilde abgesetzt, das an jene Wetten dass? - Sendung denken lässst, in der ein Laster auf Gläsern abgesetzt wurde.

Heutzutage fordern "wir" einerseits den Helden, andererseits muss er doch ein wenig gebrochen sein, wir wollen Action, aber um Himmels Willen doch mit Bedacht, eine Problematik, die in hohem Maße mit den widersprüchlichen Erwartungen an die Auslandseinsätze der Bundeswehr konform geht: durchgreifen, aber doch bloß keinen Schuss abfeuern. Oder an die tägliche gesellschaftliche Schizophrenie: Ganz lieb sein und trotzdem erfolgreich, männnlich sein, aber den Haushalt machen, fraulich sein, aber bloß nicht in der Küche, sexy, aber bitte ohne Rundungen, überlegen, aber jederzeit ohne Hierarchie.

In diesem Spannungsfeld müsste man das inkohärente Mustergeflecht, das Rhodans Charakter darstellt, aufgreifen und neu aufbauen, so dass es einerseits den modernen Menschen dort abholt, wo er ist, wenn er zur Anregung und Entspannung lesen will, andererseits erneute Knicke vermeiden.

Insofern ist es doch ein riesiger Schritt, dass Atlan reetabliert wurde. Ein Zauber um Rhodand Persönlichkeit muss erst wieder geschaffen werden, und das Fundament ist ungleich sandiger.
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Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon Garko der Starke » 27. November 2015, 21:52

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Garko der Starke
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Ingo hat geschrieben:Schritt für Schritt wird Perry Rhodan entzaubert. Außer seinem Zellaktivator, seiner "Sofortumschalter-Fähigkeit" und seiner Erfahrung ist ihm eigentlich nichts besonderes geblieben. Alles andere wurde entsorgt. Hilfsmittel (Raumschiffe, Lebewesen wie der Faden) wie auch Fähigkeiten (Ritter der Tiefe) wurden ihm entwunden.

Macht nix, die Person Perry Rhodan an sich war für mich schon immer eine der langweiligsten Personen der Serie, höchstens noch getoppt von Tifflor. :rolleyes:
„Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden.“


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Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon Ingo » 28. November 2015, 17:36

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Ingo
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Alexandra hat geschrieben:Man könnte die erneuerte Charakterisierung Atlans.....
... Ein Zauber um Rhodans Persönlichkeit muss erst wieder geschaffen werden, und das Fundament ist ungleich sandiger.


Wow. Das musste ich jetzt dreimal lesen um es einmal zu kapieren. :devil:

Nein, aber im Ernst. Wie interessant und vor allem glaubhaft ist eine Romanfigur die über keinerlei bzw. so gut wie gar keine besondere Fähigkeit verfügt, sich aber trotzdem immer aus allen Lagen glänzend herauswindet? Hier ist Handlungsbedarf und zwar ein gewaltiger. Das Verhältnis von Fähigkeiten und Überleben muss wieder hergestellt werden.

Und vor allen will ich SoW haben. Und das geht mit einem Trauerkloß Rhoden nun mal nicht.

Dann erst kann ich die Serie wieder ernst nehmen. :lol:
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Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon Ingo » 28. November 2015, 17:40

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Garko der Starke hat geschrieben:
Ingo hat geschrieben:Schritt für Schritt wird Perry Rhodan entzaubert. Außer seinem Zellaktivator, seiner "Sofortumschalter-Fähigkeit" und seiner Erfahrung ist ihm eigentlich nichts besonderes geblieben. Alles andere wurde entsorgt. Hilfsmittel (Raumschiffe, Lebewesen wie der Faden) wie auch Fähigkeiten (Ritter der Tiefe) wurden ihm entwunden.

Macht nix, die Person Perry Rhodan an sich war für mich schon immer eine der langweiligsten Personen der Serie, höchstens noch getoppt von Tifflor. :rolleyes:


Gut. Dann benennen wir die Serie eben um :st:

TERRANER die Erben des Universums
(heute: Erb-Streitigkeiten um Quasare- morgen: Wer bekommt Gurdel?)

:wub:
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Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon Taufik Shahab » 28. November 2015, 19:35

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Perry Rhodan, die Angela Merkel des Universums!
Seit der Frequenzmonarchie kaum eigentlich Handlung,wird permanent fremdbestimmt!
Im Perry Perryversum gibt es zwar keine Umfragewerte,nur andauernd ihm erstaunlicherweise gut gesonnene Superwesen, die ihm aus Fallen helfen ,für die man bei der derzeitigen Handlungsgeschwindigkeit jeweils mindestens 50 Bände bräuchte!!
.Mit der einmaligen Hilfe ist es ja dann auch schon,denn sonst stellte sich die Jules Verne-Frage,nämlich dass mit mächtigen Schiffen oder gar mächtigen Verbündeten die Serie ja tatsächlich in der Handlung voranginge.
Aber dann könnte man sich nicht wegen jeder Bagatelle künstlerisch und lterarisch austoben und aus jedem Sack Reis 5 neue Handlungsstränge eröffnen und PR würde aus Versehen wieder Unterhaltungsliterarur werden und nicht das wöchentliche Rätselheft.
Wenn man sich das Forum so anschaut,geschieht hier eigentlich was ganz Ungeheuerliches!
Während in all den anderen Foren dieser Welt permanent gemotzt wird,wird bei Perry seit nunmehr beinahe drei Jahren eigentlich nur gerätselt!
Marginale Handlung in Echtzeit!
Fehlt nur noch,dass beim nächsten Zeitsprung die EA bis zum Ablauf der in der Serie übersprungen Zeit für den gleichen Zeitraum nicht veröffentlicht wird!

Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon Alexandra » 28. November 2015, 23:18

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Ingo hat geschrieben:
Alexandra hat geschrieben:Man könnte die erneuerte Charakterisierung Atlans.....
... Ein Zauber um Rhodans Persönlichkeit muss erst wieder geschaffen werden, und das Fundament ist ungleich sandiger.


Wow. Das musste ich jetzt dreimal lesen um es einmal zu kapieren. :devil:

Nein, aber im Ernst. Wie interessant und vor allem glaubhaft ist eine Romanfigur die über keinerlei bzw. so gut wie gar keine besondere Fähigkeit verfügt, sich aber trotzdem immer aus allen Lagen glänzend herauswindet? Hier ist Handlungsbedarf und zwar ein gewaltiger. Das Verhältnis von Fähigkeiten und Überleben muss wieder hergestellt werden.

Und vor allen will ich SoW haben. Und das geht mit einem Trauerkloß Rhoden nun mal nicht.

Gar keine Eigenschaften hat er nun auch nicht.
Was verstehst du denn unter SOW? ich meine, die Definitionen sind ähnlich objektiv wie die Gottesbegriffe.
Erzähl mal deinen.
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Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon hz3cdv » 28. November 2015, 23:42

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hz3cdv
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Falls sich das hier zu einem "Alles Kacke heute und früher alles besser"-Post entwickelt, ist das Folgende natürlich störend und deplatziert.

Die Charakterisierung von Perry ist im Prinzip fast seit Heft 1 ein Problem in der Serie. Da er im Prinzip ja "das Positive" repräsentiert ist es einerseits schwer bis unmöglich, ihm einen prägnante Charakterisierung zu verpassen. Andererseits macht die Schilderung Perrys ja genau jene Wandlungen durch, die auch die Serie durchmacht, wenn sie dem Zeitgeist folgt. Der Perry der 60er Jahre ist also ein anderer als der der 70er, der der 80er usw. Im Prinzip gilt das auch für Atlan ; so ist der Atlan des SOL-Zyklus der Atlan-Serie zum Beispiel sehr perrymässig geschildert. Es fällt halt weniger auf, weil Atlan dann doch ein paar sehr einzigartige Herausstellungsmerkmale (Extrasinn, Wein und Weib usw.) hat.

Das ist Redaktion und Autoren durchaus bekannt und wird auch immer wieder, mal mit mehr, mal mit weniger großem Erfolg, angepackt. Eine dauerhafte Fixierung des Charakters scheitert aber wohl an den oben aufgeführten Punkten. Der Perry der 60er wäre heute als positive Identifikationsfigur ungeeignet, der Perry des Kosmische Hanse Zyklus käme heute als "totales Weichei" rüber. Die Zeiten ändern dich halt und die Serie war halt nicht nach fünfzig Heften zu Ende.

Es ist aber auch das Charakteristikum der Serie, dass sie nicht nur den Titelgeber ins Zentrum der Handlung stellt, sondern ein ganzes Repertoire an Haupt- und Nebenfiguren hat, die die Handlung tragen. Sprich: die Serie ist nicht darauf angewiesen, das sich alles um Perry dreht. Auch das ist schon seit - mindestens - Hefte 100 der Fall und meiner Meinung nach einer der Faktoren, die für die Langlebigkeit der Serie verantwortlich sind. Oder kurz: Perry wird nicht entzaubert und er verliert auch nicht an Bedeutung. Er war nämlich nie "verzaubert" und er war auch nie das einzige Gravitationszentrum der Serie.

Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon Alexandra » 28. November 2015, 23:59

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Alexandra
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Darüber hinaus ist es regelrecht konstituierend, dass er als Person so weit zurücktritt, um den weiterführenden Gravitationzentren Raum zu geben.
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Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon Vivian-von-Avalon » 29. November 2015, 14:37

Vivian-von-Avalon
Also keine besonderen Eigenschaften von Perry Rhodan würde ich jetzt nicht sagen.

Ich sehe das "Problem" ein wenig anders. Früher ging man nicht an ihn heran. Darüber schrieb ich schon in verschiedenen Threads etwas.
Zur Erinnerung: Da hieß es z.B. nur: "Perry Rhodan und ... wurden zwei Tage lang in der Bordklinik behandelt." Schwupps, das war alles.
Der "große Held" durfte ja nicht dabei beschrieben werden, wie es ihm dabei vielleicht schlecht ging, er vielleicht sogar Alpträume hatte - und was er dabei träumte - alles Brösel, die aus der "unfehlbaren" Persönlichkeit rausgebrochen wurden - geht ja GAR NICHT!

Vielleicht, weil die Autoren in neuerer Zeit auch an ihn (!!!!!) näher herangehen, in seine Gefühlswelt eintauchen, sie dem Leser nahe bringen, wirkt er vielleicht so, als hätte er gar keine besonderen Eigenschaften mehr.
Man holt ihn von dem "Heldensockel" ein wenig herunter. Das war schon sehr lange überfällig - jedenfalls meiner Meinung nach.
Besonders gefallen hat mir in dieser Beziehung der Roman von MMT: Der Schuldmeister! Er hatte keine Hemmungen, Perry zu beschreiben, WIE er litt bei der Behandlung durch den Folterknecht, was der ihm alles angetan hat. Und besonders die psychischen Foltern hatten es in sich!
Gerade die Schilderung, wie Perry durch die Pheromone des Schuldmeisters von Angst gepeinigt am Boden liegt. Natürlich ist das für viele nicht der "Held", den sie erwarten. Vielleicht sind sie deshalb auch enttäuscht. Der "Held" würde davon gar nicht berührt werden, sondern gar nicht darauf reagieren. Total irreal. Das kann auch ein Mensch mit größter Selbstbeherrschung nicht!

Unabhängig davon wandelte sich seine Charakteristik natürlich im Laufe von über fünfzig Jahren Seriengeschichte. Ich bleibe dabei: Mir ist er trotz des stärkeren Eintauchens in seine Persönlichkeit inzwischen zu "lasch" geworden.
Da gefiel und gefällt mir Atlan sehr viel besser, auch mit seiner Härte, die - besonders von Perry Rhodan - immer wieder kritisiert wird. Aber sie ist vernünftiger als die überhumane Art von Perry.

Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon hz3cdv » 29. November 2015, 14:51

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hz3cdv
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Tja, deshalb habe ich das Beispiel von Atlan im Sol-Zyklus gebracht, der dort schon sehr stark an den Perry der Hauptserie erinnerte und nicht an den Atlan der Hauptserie. Ich denke, ohne Perry als Reflexionsfläche würde auch Atlan nicht dauerhaft funktionieren. Denn dann müsste er die Rolle von Perry einnehmen.

Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon Alexandra » 29. November 2015, 16:03

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hz3cdv hat geschrieben:Tja, deshalb habe ich das Beispiel von Atlan im Sol-Zyklus gebracht, der dort schon sehr stark an den Perry der Hauptserie erinnerte und nicht an den Atlan der Hauptserie. Ich denke, ohne Perry als Reflexionsfläche würde auch Atlan nicht dauerhaft funktionieren. Denn dann müsste er die Rolle von Perry einnehmen.

Ganz genau das ist der Punkt.
Deshalb sind die Klagen über Rhodans mangelhaften Antrieb durchaus begründet, ich schätze ich auch mit mehr Pfeffer, und ich finde es gut, wenn sich immer mal wieder wer darüber beschwert, aber vor allem ist er Reflexionsfläche.
Wenn man nun diese Reflexionsfläche allzu sehr mit kleinschrittiger Charakterisierung füllt oder gar mit engen, persönlichen Gefühlchen volllstopft, dann funktioniert sie nicht mehr. Dann ist das Kosmische und das Sozialpoitische irgendwann wirklich weg und wir landen im Beziehungsroman.
Vor allem, wenn das, was von einem guten Autor noch aufgebaut wird und schon dort durchaus problematisch bleibt, in die Epigonalphase geht und abgekupfert wird von schwächeren Autoren.
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Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon Maxvorstadt » 29. November 2015, 16:16

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Maxvorstadt
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Das Perry nicht immer und überall präsent ist, ist im Verlauf der Serie zum Markenzeichen selbiger geworden, es ist halt nicht John Sinclair, wo die Handlung sich praktisch nur um den Hauptcharackter dreht. Wobei, mich würde ja mal ein Crossover zwischen Perry Rhodan und John Sinclair interessieren. :D
Was den Sense of Wonder angeht, so bin ich zur Zeit auch etwas gespalten. Zwar geht`s jetzt die Zeiten rauf und runter, aber irgendwie fehlt mir da doch dieses Gefühl von etwas Kosmischen. Mir fehlen zum Beispiel Jubelbänede wie "Laire" oder "Ordoban", da hat`s immer gewaltig geknistert. Heutzutage bekommt man so was leider nicht mehr geboten.
Wenigstens scheint man sich in der Redaktion jetzt glücklicherweise wieder auf Traditionen a la "Handgranaten Herbert" zu besinnen, den Tius sei`s gedankt. Endlich mal wieder ein Gegner bei dem man keine wie auch immer gearteten Bedenken hat ihm so richtig schön ein`s in die Fresse zu geben! :D
Seltsam? Aber so steht es geschrieben....

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Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon Vivian-von-Avalon » 29. November 2015, 16:17

Vivian-von-Avalon
Alexandra hat geschrieben:...
Deshalb sind die Klagen über Rhodans mangelhaften Antrieb durchaus begründet, ich schätze ich auch mit mehr Pfeffer, und ich finde es gut, wenn sich immer mal wieder wer darüber beschwert, aber vor allem ist er Reflexionsfläche.
Wenn man nun diese Reflexionsfläche allzu sehr mit kleinschrittiger Charakterisierung füllt oder gar mit engen, persönlichen Gefühlchen volllstopft, dann funktioniert sie nicht mehr. Dann ist das Kosmische und das Sozialpoitische irgendwann wirklich weg und wir landen im Beziehungsroman.
Vor allem, wenn das, was von einem guten Autor noch aufgebaut wird und schon dort durchaus problematisch bleibt, in die Epigonalphase geht und abgekupfert wird von schwächeren Autoren.


Ja, diese persönlichen Gefühle eines Protagonisten können schnell zu einer Art Gratwanderung werden. Einen Beziehungsroman im Perryversum möchte wohl niemand. Aber ein wenig mehr persönliche Gefühle: warum nicht? Gerade das macht die Protagonisten doch erst lebendig, oder?

Ich jedenfalls möchte keinen unverwundbaren Helden der frühren 60-er Jahre mehr haben!

Ganz toll vor diesem Hintergrund fand ich das einmalige Liebesabenteuer zwischen Perry Rhodan und Ascari da Vivo, auch noch von PR in der Ich-Form geschildert. Ohne Ich-Form hätte es viel weniger rübergebracht - meine Meinung ... Allein wie Perry sich sagte: "Schließlich war ich auch ein Mann" - und sich ihr voll hingiebt!

Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon Alexandra » 29. November 2015, 16:26

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Alexandra
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@Maxvorstadt
Crossovers in Richtung John Sinclair ordne ich jetzt mal spontan den Arbeiten Vlceks zu.
Wobei sehr viele der Autoren auch Horror können und schreiben.
Welche Sinclair -Aspekte fändest du am Wichtigsten, ich meine, wenn du jetzt mal den Serienkontext anpeilst?
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Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon Maxvorstadt » 29. November 2015, 16:30

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@Alexandra:
Mich fasziniert dabei dieser Gegensatz zwischen dem technisch orientierten Perryversum und dem magisch orientierten Sinclairversum. Ich könnte mir zum Beispiel gut vorstellen dass es Gucky mal in`s Sinclairversum verschlägt, was der da alles erleben könnte! :D
Seltsam? Aber so steht es geschrieben....

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Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon Alexandra » 29. November 2015, 17:12

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Diesen Genrewechsel haben wir häufiger. Vielleicht hast du zufällig PR 2205, Das Blut der Veronis rumliegen, in der SOL 71 war ein Artikel über den Genrewechsel dort.
Ich bilde mir ein, dass Michelle Stern in einer späteren SOL-Ausgabe ebenfalls darüber geschrieben hat, wie leicht der Wechsel geht, aber da müsste ich jetzt nachschlagen. Was im einen Genre Phantasietechnik und Mutantenkraft, ist im anderen halt Magie. Ein Unterschied ist der Umgang mit dem Bösen.
Was mich daran erinnert, dass ich in der "Klabauterkatze" die Geschichte von Arndt Ellmer lesen wollte, in der er zu seinen entsprechenden Anfängen mit den Großen Alten oder so zurückkehrt, eigentlich schon fast in seiner Nach-Lks-Zeit.
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Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon Timaios » 29. November 2015, 18:36

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Hi,
es mag ja sein, dass in ermangelung eines ZAC mein Gedächtnis mir gewisse Streiche spielt - aber ich habe es so im Gedächtnis, dass die verschiedenen Genres 'damals' (hoffentlich nicht wieder ein böses Wort 3;->) durch verschiedene Charaktere abgebildet wurde - die wiederum von bestimmten Autoren 'gepflegt' wurden. So stand ein Gucky von Ernsting für kindlichen Schabernack; ein Saedelaere von Voltz hatte neben seiner meleancholischen Seite immer den Blick für das Große (ohje, schon wieder ein Hauch von bösem Wort). Tekener und Kennon waren die Dedektive, Tolot war der Horror, zumindest für seine Gegner ...
Das machte die Serie damals zu einer großen Melange verschiedener Stile, verschiedene Richtungen, sogar die Fantasy floss an manche Stellen mit ein. Rhodan war für mich nie ein 'großer' Charakter, mehr die Leitfigur - er flog mit der Crest nach Andromeda, bestimmte das Geschehen als Richtungsgeber, aber die Handlungsträger waren andere Akteure. Don Redhorse. Dieser Name muss einfach in diesem Kontext fallen.
Viele Literaten werden jetzt schreien und auf die 'flache eindimensionlität' der Charaktere damals verweisen. Ist mir persönlich heute aber immer noch lieber als das emotionale rumgesülze, welches die Hanldung mittlerweile fast vollständig ersetzt. Versteht mich bitte richtig, die ist heutzutage sicherlich en voge, und da mag man mich gerne auch als in der Vergangenheit festsitzenden Geist beschimpfen, aber ich stehe dazu, dass mir Handlung immer noch lieber ist als das medizinische Lexikon der Psychpathen in Form von mehr oder weniger plastischen Charakteren vermittelt zu bekommen.
Ein Charakter ist für mich jemand, der zu seinen für alle Menschen(und damit auch Außerirdischen) positiven Überzeugungen steht und einsteht (Das müsste hier sicherlich noch weiter und teifer ausgebrietet werden, sollte aber für diesen Ansatz reichen). Ja, Merkel ist für mich ein Charakter (aber KEIN Vorbild! Da gibt es dann doch noch feine Unterschiede). Ein Brent Weeks hat in dem Schatten-Zyklus (ok, drei Büchlein sind weit weniger als die fast 3000 Romane) Beispiele für diverse Charaktere gezeigt, deren Interaktionen und Probleme. Und dass MIT Handlung, mit Geschichte, die fortschreitet, einem Höhepunkt zustrebt, und verschiedene Handlungstränge in einem Kulminationspunkt verschweißt.
Jemand meinte mal zu mir, er lese von jedem Zyklus nur noch die ersten und letzten zehn Romane. Mir deucht, oftmals reicht das bei den letzten Zyklen fast wirklich aus. Zumnindest, wenn man die 'Handlung' mitbekommen will.
Und so glaube ich nicht, dass der Charakter Perry Rhodan entmystifiziert wurde. Die Charakter um ihn herum, die die Geschichte 'gemacht' /getragen/ vorangetrieben haben, sind verschwunden. Charaktere, mit den man sich identifizieren kann, und dies auch durchaus möchte. Charaktere, die von der Leitfigur in geschickter Art und Weise genau zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort eingesetzt wurden. Das macht den Charakter und die Fähigkeit einer Führungsperson aus. Aber mal ehrlich - eintausend Jahre als Grossadministrator verweichlichen doch jeden. Wahrscheinlich hat Atlan deswegen damals abgelehnt gehabt 3;->

Und noch ein Wort zum SoW : gibt es nur einmal am Anfang, kommt nie wieder. Denn das kindliche Stauenen verschwindet mit dem Alter. Übrig bleibt die Bitterkeit der Realität, versüßt durch eine Hoffnung auf eine Zukunft, die längst vergangen ist.
SoW hat für mich auch etwas zu tun mit der Größe, die diese Serie ausmacht. Und die heißt schließlich ''Erbe des Universums'', nicht 'Verwalter der Westseite der Milchstrasse' ...
In so fern muss das ins Sein gestoßene Seiende das *ganze* Sein atmen, um sich schlussendlich selbst zu finden.
Ich sagte zu den Expokraten: Schlimmer kann es nicht mehr kommen.
Sie antworteten: Herausforderung angenommen!

zynism is the attempt to see the universe the way it /really/ is
(Michael Marcus Thurner, PR2265)

sometimes fantasy is the shortest way to truth,
a wormhole in the thicket of serious research
(Hubert Haensel, PR2549)

Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon Alexandra » 29. November 2015, 18:41

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Timaios hat geschrieben:Hi,
es mag ja sein, dass in ermangelung eines ZAC mein Gedächtnis mir gewisse Streiche spielt - aber ich habe es so im Gedächtnis, dass die verschiedenen Genres 'damals' (hoffentlich nicht wieder ein böses Wort 3;->) durch verschiedene Charaktere abgebildet wurde - die wiederum von bestimmten Autoren 'gepflegt' wurden. So stand ein Gucky von Ernsting für kindlichen Schabernack; ein Saedelaere von Voltz hatte neben seiner meleancholischen Seite immer den Blick für das Große (ohje, schon wieder ein Hauch von bösem Wort). Tekener und Kennon waren die Dedektive, Tolot war der Horror, zumindest für seine Gegner ...

Der ZAC, der ZAC ...
Diese Erinnerung ist in der Form nicht richtig.
Außer der mit den Detektiven, so weit ich mich entsinne. Weitgehend.

Warum sind die Wörter böse? Klär' mich auf.
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Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon ParaMag » 29. November 2015, 23:29

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Eine solche Figur, die wie schon geschrieben, nur für kurze Zeit konzipiert war groß aufzubauen ist mMn ein Unterfangen was eigentlich Unmöglich ist. Trotzdem hält es die Fangemeinde doch eigentlich recht lange ausser Atem, sonst würden diese Zeilen erst gar nicht geschrieben.
Man kann diese Figur mMn erst verstehen lernen wenn man Sie im Kontext zu der Zeit sieht in der Sie entwickelt wurde.
Der Hintergrund der Figur war Militärischer Natur, ebenso der einzig übriggebliebene Karottenkopf Bull (dessen Charakter sich in den ersten Jahren nach der Haarfarbe richtete). Die Zeit in der die Geschichte Ihren Lauf nahm war doch sehr stark militärisch geprägt, Ost/West, RAF gleichzeitig der Beginn der Hippiezeit mit Flower Power. In diese Gemengelage wiird dann der neue Held geworfen und muß sich bewähren. Er war als Abenteurer unterwegs hat die Grenzen des Heimatsystdms erstmals verlassen und fremde Völker für uns entdeckt. Gleichzeitig war er als einer unterwegs der Politisch engagiert war, ebenfalls sehr Zeitgemäß für die damalige Zeit.
Nur der Unterschied zu der damaligen Politischen Zeit (diese war eher auf aktive Abschreckung ausgerichtet) war, das er die Menschheit einen musste und auch tat mit zwar überlegenen Arkonidischen Mitteln aber diese doch größtenteils defensiv einsetzte.
Ein Punkt der mich damals schon störte, eine Figur die für eine Geschichte so zentraler Natur ist steht nicht laufend an vorderster Stelle. So oft wie Er von überlegenen Mächten gefangen wurde und im Endeffekt ohne Schramme raus gekommen ist ist rein statistisch schon eine Unmöglichkeit.
Er war sehr oft einfach nur Befehlshaber selten Politiker auch wie er mit seinen Mitstreitern umgesprungen ist, oft einfach nur autoritär.
Halt so wie die Zeit war.
Doch auch dies hat sich gewandelt im Lauf der Zeit. So wie wir uns auch geändert haben, Erfahrungen,Schiksale im Umfeld usw. Es kann niemand sagen das er die gleiche Person ist, mit den genau gleichen Ansichten und Reaktionsautomatismen verbaler und nonverbaler Art, wie vor z.B. 20 Jahren. Bei der Figur des Perry kommt nun noch erschwerend hinzu das er, fast jede Woche, von jemand anderem Beschrieben wird.
Derjenige hat zwar ein Grundgerüst zur Hand an das er sich halten muss, aber ebenso eigene Erfahrungen und Vorstellungen wie er die Figur entwickeln will/möchte.
Im großen und ganzen ist es ein Kompromiss was diese Figur ausmacht, er muß eine breite Lesergemeinde zufriedenstellen.
Was mir nun bisher gefällt ist eigentlich die Zielstrebigkeit mit der er Ziele verfolgt, dann wieder das Zwiespälitige und Zweifelnde.
Mir gefällt nicht die Tendenz des zögerlichen, manchmal ängstlichen Perry die in den letzten ca. 2 Zyklen eingebaut wurde. Ob als Zeitgeist oder Stilmittel um der Figur noch mehr Tiefe zu geben, ist nicht mein Ding.
Ebenfalls sollte eine Führungsperson, wie Perry es halt ist mehr deligieren und als Vorschlag meinerseits als alles Verbindende und Integrierende Figur dargestellt werden. Einer der anpackt und entscheidet.
So nun ist spät vielleicht fällt mir morgen mehr ein. Eine gute Nacht.
Was auch immer Du gerade denkst - schon ist es wieder vorbei.
Kodo Sawaki (Zen Meister)

Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon walter59 » 30. November 2015, 01:24

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walter59
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Ein Punkt der mich damals schon störte, eine Figur die für eine Geschichte so zentraler Natur ist steht nicht laufend an vorderster Stelle. So oft wie Er von überlegenen Mächten gefangen wurde und im Endeffekt ohne Schramme raus gekommen ist ist rein statistisch schon eine Unmöglichkeit.


ja.

Ein Entscheider und äußerst wichtiger Mann gehört auf die hinteren Ränge und nicht an die vorderste Front - da kann er viel zu schnell verschlissen werden.

und
Mir gefällt nicht die Tendenz des zögerlichen, manchmal ängstlichen Perry die in den letzten ca. 2 Zyklen eingebaut wurde. Ob als Zeitgeist oder Stilmittel um der Figur noch mehr Tiefe zu geben, ist nicht mein Ding.


mir gefällt vor allem nicht, dass er in einem Heft mal als zögerlich beschrieben wird, und im nächsten Heft mal ohne Bedenken drauf haut.

oder, dass er in einem Heft Befürchtungen vor Zeitparadoxien hat, und deswegen kaum in die Handlung eingreift, und im nächsten Heft eben auch einfach mal drauf los ballert, ohne genau darüber nachzudenken.

der Mann soll angeblich an die 3000 Jahre Erfahrung haben ! und mit Zeitverschiebungen hat er auch genug zu tun gehabt ... der sollte bei so was nicht immer noch überlegen müssen !

Er müsste wissen was zu tun ist - und dadurch käme ihm auch eine besondere Position in allen Lebensfällen zu, eben auch an der obersten Entscheidungsfront - da bräuchte man nicht mehr überlegen, was dessen Rolle sein soll ... sie wäre automatisch klar.

das heisst:

mich stört die Inkonsequenz, mit der er beschrieben wird ... irgendein weiterer Zauberstab, der ihm mal so gegeben würde, ändert daran auch nix.

p.s.

Atlan hat mehr Gimmicks, aber mit denen macht er auch nicht wirklich was. Er wird auch nur von einer Action in die andere geschmissen,
damit halt sozusagen Spannung entsteht. Handlung geht von a) nach b) nach c), ohne dass wirklich was passiert.
Wenn da nix wirklich folgerichtig im Ablauf sich entwickelt, sondern es einfach nur geschieht ... naja, dann kann man auch einfach nur das erste und das letzte Heft eines Ablaufs lesen.

Eigentlich ist Atlan auch viel zu oft in Situationen, die nicht zu gewinnen wären ohne Hilfe von übermächtigen Wesen ... gehört wohl zum Charakter von Anfang an dazu. Ist aber gegen jede Statistik :rolleyes:

Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon Richard » 30. November 2015, 03:24

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Richard
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N-Nein, das ist das oftmals angesprochene hohe Ueberlebenspotential des Arkoniden ..

Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon airstream » 30. November 2015, 13:05

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airstream
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Hallo,
ich lese zwar noch nicht so lange Perry Rhodan (seit zwei Jahren erst regelmäßig) aber habe schon recht viel verschlungen. Zu Perry selbst fällt mir vor allem auf, dass er zu Zeiten des solaren Imperiums praktisch als unfehlbare gottgleiche Figur dargestellt wurde! Als er mit der Crest 4 in M87 verschollen ist brach im solaren Imperium nach und nach der Kampfeswille weg (so wurde es zumindest beschrieben). Erst mit seiner Rückkehr kam neuer Mut auf.

Nett, aber für mich ist der heutige Perry viel glaubwürdiger! Er ist nunmal auch "nur" ein Mensch, nur halt mit enormer Erfahrung! Und der heutige Zeitgeist schreit halt auch nach eher komplexen Helden mit Ecken und Kanten. Gut, einen Perry der düster sinierend nun dem Alkohol verfallen würde (Geht ja dank Zellaktivator eh nicht) wäre genauso Quark, aber er ist inzwischen nicht mehr ganz so feingeschliffen wie früher.

Zu den anderen Figuren, z.B. Atlan sehe ich das genauso. In den frühen Bänden kommt er mir als reiner Nebendarsteller vor. Zumindest in den Silberbänden hat er bis auf wenige Ausnahmen praktisch nur den Job als Schiffshausmeister wenn Perry mal wieder auf Ausseneinsatz ist. Inzwischen gefällt er mir wirklich gut.

Auch Gucky hat eine für mich positive Verwandlung durchgemacht! Früher als nerviger kleiner Nager (er nervte mich manchmal richtig mit seinem rumgepolterer wenn er mal wieder als halbe Portion bezeichnet wurde) hat er nun Punkte in dem er mir richtig "Menschlich" vorkommt (auch wenn er ein Illt ist :p ). Die Story um ihn und seine neue Fähigkeit Paragaben zu klauen und entsprechend den ehemaligen Träger zu töten fand ich gut gemacht, vor allem auch die psychischen Probleme die daraus resultierten.

Zum Namen der Story: Ja, inzwischen passt Perry Rhodan als Namensgeber der Serie wirklich nicht mehr so ganz :unschuldig:

Re: Die Entzauberung Perry Rhodans

Beitragvon R.B. » 30. November 2015, 18:38

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R.B.
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airstream hat geschrieben:Hallo,
ich lese zwar noch nicht so lange Perry Rhodan (seit zwei Jahren erst regelmäßig) aber habe schon recht viel verschlungen. Zu Perry selbst fällt mir vor allem auf, dass er zu Zeiten des solaren Imperiums praktisch als unfehlbare gottgleiche Figur dargestellt wurde! Als er mit der Crest 4 in M87 verschollen ist brach im solaren Imperium nach und nach der Kampfeswille weg (so wurde es zumindest beschrieben). Erst mit seiner Rückkehr kam neuer Mut auf.


Genauso isses! Wenn heute (wie früher gewesen) immer noch im Hauptpersonen - Kästchen stände: DER Großadministrator des Solaren Imperiums tut dieses und jenes, würde ich ganz einfach Zuviel kriegen.
Inzwischen ist er als eine Art freier Mitarbeiter tätig und wirkt auf mich wesentlich glaubwürdiger. Vor allen Dingen geht die Welt nicht mehr unter, wenn er mal wieder eine halbe Ewigkeit unterwegs ist. Manch einer erinnert sich noch an den Gehirnzyklus: Rhodan war weg und Zu Hause funktioniert nichts mehr. So absolut gar nichts mehr, dass man einen Doppelgänger als Reserve-Perry stricken musste. Wie lange ist der Kerl wiedergewählt worden? Über 1000 Jahre. Alle 4, 5 oder 6 Jahre. Das wäre ungefähr so, als würde unser Bundeskanzler seit 1200 Jahren Karl der Große heißen....
Drehen wir das Dinge mal um in unsere Realität. Was würde passieren, wenn Obama von heute auf morgen verschwinden würde? Der Zusammenbruch der USA? Mitnichten. Umgehend würde der neue Präsident vereidigt und das Spiel ginge weiter. Nur dass der Neue Joe Biden heißen würde (wir erinnern uns an JFK?).

Nein. Das ist heute wesentlich besser.

Ja. Perry Rhodan ist der Namensgeber. Das darf und soll er auch bleiben. Aber er ist nicht mehr der alleinig Seligmachende in der Serie. Andere Charaktere wurde im Laufe der Jahrzehnte verstärkt (Bull), manche fielen weg (Tekener), wieder andere wurden modifiziert (Tifflor, Saedelaere). Und Atlan ist für mich nicht in Konkurrenz zu PR, sondern immer noch als Ergänzung zu sehen. Sicherlich muss der scheer'sche Geniestreich immer wieder mal für ein paar hundert Bände entsorgt werden, damit er erst gar nicht in Gefahr läuft, PR abzulösen - aber ohne diese Figur wäre die Serie wesentlich ärmer.

SoW? Definiert jeder anders. Letztlich führte ein Zuviel davon zum Entsorgen von Fähigkeiten: Vor etlicher Zeit (schon ziemlich lange her) stand mal auf der LKS, dass man Rhodan absichtlich um so Etliches reduziert hatte. Ursprünglich hatte er ja auch leichte telepathische Fähigkeiten, in den 400ern verstärkt durch Whisper. Er wurde Ritter der Tiefe, das ist er auch nicht mehr. Richtig so. Mit dem Verschwinden der Fähigkeiten des Super - Perrys der Vergangenheit hat man jemanden in den Mittelpunkt der Serie gestellt, der das ist, was diese Person von vornherein sein wollte: Ein Mensch.
"It is a pleasure and an honor to sign the Golden Book of this ancient city (...).
It is in this spirit that I come to Cologne to see the best of the past and the most promising of the future. May I greet you with the old Rhenish saying: Kölle Alaaf!"
John F. Kennedy am 23. Juni 1963 auf dem Balkon des Rathauses zu Köln am Rhein.
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