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Technische Fragen

Beitragvon Cäsar » 19. Juni 2012, 23:03

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Cäsar
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Re: Technische Fragen

Beitragvon Slartibartfast » 27. Juli 2012, 12:40

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Gestern habe ich im TV mit halbem Auge eine Meldung mitbekommen, wonach in einem Forschungsinstitut oder Universität ein Überwachungssystem für Autobatterien entwickelt wurde. Es checkt vor dem Anlassen und während der Fahrt den Zustand des Bleiakkus, kann IIRC auch vorhersagen, mit welcher Chance der Wagen am nächsten Tag problemlos anspringt und wann es Zeit wird, in die Werkstatt zwecks neuer Batterie zu fahren.**)

Leider lässt mich Googel im Stich, hat zufällig jemand mehr Infos dazu?





**) Moderne Autos killen bekanntlich ihre Akkus immer schneller

Re: Technische Fragen

Beitragvon Slartibartfast » 8. August 2012, 22:16

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Slartibartfast
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Hat jemand ZDFinfo Marsmission und Planetenreiseführer geschaut?

Dort war von 528 Tagen Flug zum Mars die Rede, wenn ich mich nicht verhört habe.
Andererseits brauchte Curiosity IIRC nur acht Monate.
Warum Menschen so lange?


In anderen Weltraumdokus und auch heute in der Marsdoku wurde wieder das "große Problem der fehlenden Schwerkraft" angesprochen.

Allerdings sah man in Computeranimationen ein zweigeteiltes Raumschiff, das ein bisschen der Discovery aus 2001-SF-Film ähnelte. An einen Ende das Modul für Besatzung und Vorräte, dann eine Gitterrohrkonstruktion ähnlich wie bei einem Baustellenkran, und am anderen Ende das Triebwerksmodul für die Marsbremsung.

Bild

Während des Fluges dreht sich das Ding um sich selbst bzw. eine imaginäre Querachse - Schwerkraftproblem gelöst! Das Raumschiff schlägt quasi Purzelbäume Richtung Mars.
Die Solarzellen sind auf Höhe der Drehachse angebracht und zeigen immer Richtung Sonne.
Warum erzählen sie in den Dokus also immer von fehlender Schwerkraft?


Ein Sprecher meinte, dass in 5 Millionen Jahren der Sommer auf dem Mars-Nordpol einzieht und dann vermutlich massig Eis schmelzen wird, inkl. Fluten und neue Flusstäler.
Kippt die Drehachse des Mars dann Richtung Sonne oder wie?


Welchen Zweck haben die auffälligen Sägezahnzackem am Landering der sowjetischen Venera-Venussonden?



Lustig war der dampfende Venusdschungel mit Riesenechsen. :D





P.S.: Eine Kleinigkeit aber ärgerlich: In allen Magazinartikeln und Dokus der vergangenen 50 Jahre ist vom JPL Jet Propulsion Laboratory in Pasadena die Rede.
In dem Mars-Reiseführer sagte der Sprecher dagegen "das Strahlen Antriebs Labor in Pasadena". Was geht in den Köpfen der Synchronstudioredakteure vor? JPL übersetzt man doch nicht! Weder Plan noch Peilung, kein Bezug zur oder Wissen von der Weltraumforschung. Motto: Da steht wat englisches also wird dat übersetzt, woher soll ich denn wissen wat ein JPL-Dingenskirchen ist? Ich mach hier nur mein Job. Seufz. :rolleyes:

Re: Technische Fragen

Beitragvon Tanuki » 8. August 2012, 22:19

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Tanuki
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Slartibartfast hat geschrieben:In dem Mars-Reiseführer sagte der Sprecher dagegen "das Strahlen Antriebs Labor in Pasadena". Was geht in den Köpfen der Synchronstudioredakteure vor? JPL übersetzt man doch nicht!


Aber das weiss Google Translate doch nicht.

Re: Technische Fragen

Beitragvon Tanuki » 8. August 2012, 22:28

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Tanuki
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Noch was zu automatischen Uebersetzungen von Dingen, die besser nicht uebersetzt werden sollten.

Vor x Jahren arbeitete ich in einer Firma, die sich zur Dokumentation ihrer Software Visio gekauft hat. Damit sollte ich uml Diagramme machen. Fuerchterliche Wahl. Aber noch fuerchterlicher war, dass die deutsche Version von Visio gekauft wurde.

Vereinfacht ausgedrueckt, in uml Diagrammen stellt man verschiedene Aspekte einer Softwarestruktur grafisch dar. Zum Beispiel die Parameter einer Funtion. Jetzt kann es Parameter geben, deren Werte nur gelesen werden. Das sind dann out Parameter. Haeufiger sind Parameter, die nur geschrieben werden. Das sind dann in Parameter. Und dann gibt es natuerlich Parameter, die beides koennen. Das sind dann inout parameter.

Nun hat M$ den ganzen Mist durch ein automatisches Uebersetzungsprogramm geschickt. Zumindest vermute ich das. Was ist passiert? Die 'inout' Parameter sind 'inout' Parameter geblieben. Das Uebersetzungsprogramm konnte mit dem Wort 'inout' nichts anfangen. Die 'out' Parameter wurden zu 'aus' Parameter. Naaaaja... ok. Aber die 'in' Parameter wurden zu 'Zoll' Parameter. Hat eine Minute gedauert, bis ich verstanden habe, was da passiert ist. Das Uebersetzungsprogramm hat 'in' als Abkuerzung fuer 'inch' interpretiert und das auf deutsch als 'Zoll' uebersetzt.

Das ganze Programm war fuer den gekauften Zweck wertlos.

Re: Technische Fragen

Beitragvon Langschläfer » 9. August 2012, 09:46

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Langschläfer
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Slartibartfast hat geschrieben:Warum erzählen sie in den Dokus also immer von fehlender Schwerkraft?

Keine Ahnung... die denken wohl immer noch in Apollo-Dimensionen (oder bestenfalls Shuttles, ISS-Dosen und Co).

In der BBC-Sendung "Space Odyssey - Mission zu den Planeten" haben sie es imho ganz gut gelöst - das Schiff hat zwei Ausleger, die in Rotation versetzt werden können, an den Enden sitzen die Crew-Quartiere. Allerdings ist der ganze Kahn 1,3 km lang und hat einen Nuklearantrieb (Fusion laut BBC).

http://www.bbc.co.uk/sn/tvradio/program ... asus.shtml


Und die Ares aus Robinsons Mars-Trilogie war noch ein ganz anderes Kaliber...
Neun von zehn Stimmen in meinem Kopf sagen mir ständig das ich nicht verrückt bin. Die zehnte pfeift die Melodie von Tetris.

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Re: Technische Fragen

Beitragvon Slartibartfast » 9. August 2012, 12:37

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1,3 km... ächz das dürfte einiges kosten. :o


Wie gesagt, als Laie denke ich, dass ein zusätzliches 50 oder 100 Meter langes Gerüst aus leichten Kohlefaserstäben zwecks Trennung von Crew und Antrieb kostenmäßig erträglich wäre.

Schon heute gibt es diese netten, in Schwerelosigkeit sich selbst entfaltenden Gerüstsäulenkonstruktionen, die aus der ISS und Spaceshuttle-Ladebucht wachsen und Geräte oder Sonnensegel halten. Sie wären im Marsflug eigentlich nur auf Zugspannung belastet - das Anlaufen für die Schwerkraftrotation könnte ganz sanft mit Ministeuerdüsen erfolgen und ruhig ein oder zwei Wochen dauern, dann wäre die Verbiegebelastung minimal. Es hätte auch den Vorteil, dass eine eventuelle nukleare Stromversorgung weiter von der Crew entfernt wäre, ähnlich wie bei der BBC-Pegasus.

Vor dem Bremsmanöver am Mars faltet man das Gerüst wieder zusammen oder trennt die zwei Module ab und koppelt sie fest zusammen. Das Gerüst wird wie die Leiter auf dem Feuerwehrauto an der Seite des Kombimoduls festgeklemmt und die Raumfahrer können beherzt auf das Bremstriebwerkpedal treten ohne dass sich etwas verbiegt.

Re: Technische Fragen

Beitragvon Slartibartfast » 9. August 2012, 12:51

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Ach ja, wer DSL-Schnellanschluss, etwas Zeit, Flashplayer und Interesse hat, kann hier mal reinschauen :D

Reise zum Mars - Teil 1
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/ ... s---Teil-1
Reise zum Mars - Teil 2
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/ ... s---Teil-2
Reise zum Mars - Teil 4
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/ ... s---Teil-4
Reise zum Mars - Teil 6
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/ ... s---Teil-6

Durch die Galaxie: Mars
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/ ... laxie-Mars

Re: Technische Fragen

Beitragvon Vishna » 10. August 2012, 15:21

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Vishna
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Slartibartfast hat geschrieben:1,3 km... ächz das dürfte einiges kosten. :o


Nicht unbedingt. Es muss auch nicht ein starres kilometerlanges Gerüst sein. Trossen aus Nano-Kohlenstoffröhren wären da sicher auch geeignet. Ob wir die in der Länge bei 1g Belastung reissfest hinbekommen, wird man sehen. Arbeiten tut man bereits heftigst daran; auch für andere Anwendungszwecke. Ich erwarte also eher, daß bemannte interplanetare Raumschiffe mit Gondeln arbeiten.

Ob 1 km reicht, um die negative Wirkung der Corioliskraft auf die Besatzung zu minimieren, weiss man auch noch nicht. Manche Wissenschaftler vermuten eine leichte Seekrankheit, die man überwinden kann durch Gewöhnung. Andere vermuten dauerhafte Schäden für den Menschen und berechnen eher 6km Abstand. Spätestens jetzt werden das Wagenrad eines Wernher von Braun oder um die Vertikalachse rotierende Raumschiffe absurd.

Wenn wir von Vermutung zu Wissen kommen wollen, müssen wir das mit der Corioliskraft ausprobieren. Erste Versuche für die ISS wurden leider aus Budgetgründen gestrichen oder verschoben. Wollen wir zum Mars, werden wir es aber vorher irgendwann untersuchen müssen.

Re: Technische Fragen

Beitragvon Slartibartfast » 10. August 2012, 20:35

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Corioliskraft, 6 km? :huh: Bitte elaboriere.

Re: Technische Fragen

Beitragvon Vishna » 10. August 2012, 20:41

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Slartibartfast hat geschrieben:Corioliskraft, 6 km? :huh: Bitte elaboriere.


Was soll ich elaborieren? Die Corioliskraft oder die 6km?

Re: Technische Fragen

Beitragvon Slartibartfast » 10. August 2012, 23:41

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Beides. :D
Corioliskraft - die irdische Tiefdruckgebiete auf der Nordhalbkugel linksrum drehen lässt? Was haben die mit den Marsastronauten zu schaffen?

Und warum 6km? Würden 50 oder 100m nicht auch reichen?
Als sich die Discovery im Film 2012 drehte, hat es die andockenden Raumfahrer auch ordentlich in die Seile gerissen.

Re: Technische Fragen

Beitragvon Early Bird » 10. August 2012, 23:56

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Slartibartfast hat geschrieben:Beides. :D
Corioliskraft - die irdische Tiefdruckgebiete auf der Nordhalbkugel linksrum drehen lässt? Was haben die mit den Marsastronauten zu schaffen?

Und warum 6km? Würden 50 oder 100m nicht auch reichen?
Als sich die Discovery im Film 2012 drehte, hat es die andockenden Raumfahrer auch ordentlich in die Seile gerissen.
Lass das Raumschif mal zum einfacheren Verstehen zylindrisch sein, um die Zylinderachse rotierend.
Wenn du dich in diesem rotierenden Raumschiff weitestgehend in oder gegen die Rotationsrichtung bewegst, passiert nichts besonderes. Aber jede Bewegung an der Zylinderinnenwand, die in Richtung parallel zur Rotationsachse erfolgt, ist bestrebt in deinem Innenohr einen links- oder rechts herum drehenden Wirbel zu erzeugen. Das macht den geneigten Weltraumfahrer auf Dauer fürchterlich strubbelig, so dass keine Nudel und kein Süppchen im Körper bleibt. Je größer nun der Zylinderdurchmesser, desto weniger Winkel* wird bei einer gegebenen Bewegungsstrecke durchschritten = geringere Corioliskraft.
* größerer Umfang + geringere Drehzahl
Die Wahrscheinlichkeit verstanden zu werden, ist oft genug und aus allen möglichen Gründen gering.
Deshalb bin ich zwar für meine Texte verantwortlich, nicht jedoch für vermutete Absichten und Ansichten.
Kursiv soll meist auf irgend etwas mit Hümör hinweisen. Doppeltkursive Schrift gäbe noch mehr Möglichkeiten.

Lebe, als würde die Welt morgen untergehen. Lerne, als wenn du ewig lebst.

Re: Technische Fragen

Beitragvon Slartibartfast » 11. August 2012, 00:44

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Slartibartfast
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Äh, wat, das ist mir zu kompliziert. :blink: :o(


Stelle Dir ein geworfenes Wurfmesser vor - so flog die Computeranimation in den o.g. Dokus quasi vorwärts purzelbaumschlagend geradlinig Richtung Mars.

Da sich laut Einstein alle Relativbezugssysteme unbeschleunigt in relativer Ruhe befinden - also auch das fliegende Bola-Schiff - sollten sie eigentlich nur die künstliche queraxiale Rotationsgravitation in ihren Quartieren spüren, ohne längaxiale Coriolisübelkeit. :gruebel: Oder? :nixweis:

Re: Technische Fragen

Beitragvon Vishna » 11. August 2012, 09:57

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Vishna
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Es entstehen 2 Probleme bei rotierenden Körpern mit geringen Radius.

Bei sehr kleinen Radien, wie etwa bei dem Jogger im Film 2001 - Odyssee im Weltraum, haben wir unterschiedliche Schwerkraft im Kopf und den Füssen. Mediziner sagen, daß dies dauerhaft sehr ungesund ist.

Auch bei größeren Radien kommt es immer zu Querbeschleunigungen wegen der Corioliskraft. Wenn du eine Tasse Kaffee trinken willst, kann die wohl überall landen, nur nicht in deinem Mund, weil dein Arm unerwartet beschleunigt. Es kommt zu laufenden Irritationen, ausserdem spielt das Gleichgewichtsorgan verrückt. Man muss daher, sofern es bei 1g bleiben soll, die Rotationsgeschwindigkeit senken und dafür den Radius vergrößern. Die Schätzungen, was erträglich ist, reichen von optimistisch einigen hundert Metern bis zu pessimistisch mehreren Kilometern. Die meisten liegen so bei 1-3km.
Man wird es halt im Orbit mal ausprobieren müssen. Vor Spacelab und Mir gabs zum Thema Mensch und Schwerelosigkeit auch nur Gelaber. Genau so ist das mit der Corioliskraft auch.

Google einfach mal nach Corioliskraft und Raumschiff, dann wirst du fündig.

PS: die Raumschiffe der Ferronen funktionieren also nicht. Sie sind zu schmal. Das ist eine wenig durchdachte Vorstellung der 50er Jahre, die Scheer ungeprüft übernommen hat. Aber den Fehler hat selbst Wernher von Braun gemacht.
Zuletzt geändert von Vishna am 11. August 2012, 10:06, insgesamt 3-mal geändert.

Re: Technische Fragen

Beitragvon Vishna » 11. August 2012, 10:00

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Slartibartfast hat geschrieben:Da sich laut Einstein alle Relativbezugssysteme unbeschleunigt in relativer Ruhe befinden - also auch das fliegende Bola-Schiff - sollten sie eigentlich nur die künstliche queraxiale Rotationsgravitation in ihren Quartieren spüren, ohne längaxiale Coriolisübelkeit. :gruebel: Oder? :nixweis:


Nein, in einem rotierenden System bist du 2 Vektoren ausgesetzt. Der eine (Trägheit der Masse) drückt dich gegen die Wand, wie gewollt. Der andere in Richtung Rotation (Corioliskraft).

Re: Technische Fragen

Beitragvon Early Bird » 11. August 2012, 10:10

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Early Bird
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Slartibartfast hat geschrieben:...
Da sich laut Einstein alle Relativbezugssysteme unbeschleunigt in relativer Ruhe befinden - also auch das fliegende Bola-Schiff - sollten sie eigentlich nur die künstliche queraxiale Rotationsgravitation in ihren Quartieren spüren, ohne längaxiale Coriolisübelkeit. :gruebel: Oder? :nixweis:
Du vergisst, dass es 2 1/2 Betrachtungen gibt.
Zum Einen, wenn menschliche Besatzungen lang ausgestreckt ruhen. Da macht sich die C-Kraft nicht bemerkbar.
Bei der zweiteinhalbten Betrachtung musst du unterscheiden zwischen Bewegungen in Umfangrichtung der Rotation und Bewegungen die Komponenten in Längsrichtung der Rotationsachse haben. Bei der ersten Bewegungsart kommt der von Vishna erwähnte Aspekt der unterschiedlichen Rotationsbeschleunigung als störender Faktor zum Tragen. Bei der zweiten Bewegungsart kommen eben C-Kräfte ins Spiel.
Alles weitere in Vishnas Beitrag.
Die Wahrscheinlichkeit verstanden zu werden, ist oft genug und aus allen möglichen Gründen gering.
Deshalb bin ich zwar für meine Texte verantwortlich, nicht jedoch für vermutete Absichten und Ansichten.
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Re: Technische Fragen

Beitragvon Mi.Go » 11. August 2012, 12:23

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Early Bird hat geschrieben:...Bei der zweiteinhalbten Betrachtung musst du unterscheiden zwischen Bewegungen in Umfangrichtung der Rotation und Bewegungen die Komponenten in Längsrichtung der Rotationsachse haben. Bei der ersten Bewegungsart kommt der von Vishna erwähnte Aspekt der unterschiedlichen Rotationsbeschleunigung als störender Faktor zum Tragen. Bei der zweiten Bewegungsart kommen eben C-Kräfte ins Spiel. ...

:nein:
...
Eine Verschiebung parallel zur Rotationsachse, senkrecht zur Drehscheibe, ruft keine Corioliskraft hervor.
...

http://de.wikipedia.org/wiki/Corioliskraft
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Re: Technische Fragen

Beitragvon Langschläfer » 11. August 2012, 12:41

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Mi.Go hat geschrieben:
Early Bird hat geschrieben:...Bei der zweiteinhalbten Betrachtung musst du unterscheiden zwischen Bewegungen in Umfangrichtung der Rotation und Bewegungen die Komponenten in Längsrichtung der Rotationsachse haben. Bei der ersten Bewegungsart kommt der von Vishna erwähnte Aspekt der unterschiedlichen Rotationsbeschleunigung als störender Faktor zum Tragen. Bei der zweiten Bewegungsart kommen eben C-Kräfte ins Spiel. ...

:nein:
...
Eine Verschiebung parallel zur Rotationsachse, senkrecht zur Drehscheibe, ruft keine Corioliskraft hervor.
...

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Dafür ist normales Treppen- und Leitersteigen und Aufzugfahren kontraindiziert (nur mit Würfelhustenaufnahmeeinrichtung). ;)
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Re: Technische Fragen

Beitragvon Mi.Go » 11. August 2012, 13:18

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Langschläfer hat geschrieben:.. normales Treppen- und Leitersteigen und Aufzugfahren kontraindiziert (nur mit Würfelhustenaufnahmeeinrichtung). ;)

Es muß ja im Stehen schon ein komisches Gefühl sein,
wenn, in einem ziemlich kleinen System, die Füße 1G abkriegen u. der Kopf fast schwerelos ist.
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Re: Technische Fragen

Beitragvon Langschläfer » 11. August 2012, 15:04

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Mi.Go hat geschrieben:
Langschläfer hat geschrieben:.. normales Treppen- und Leitersteigen und Aufzugfahren kontraindiziert (nur mit Würfelhustenaufnahmeeinrichtung). ;)

Es muß ja im Stehen schon ein komisches Gefühl sein,
wenn, in einem ziemlich kleinen System, die Füße 1G abkriegen u. der Kopf fast schwerelos ist.

Das ist vielleicht anfangs komisch - aber letztlich kann das auf Dauer gesehen gesundheitsschädlich sein.
Die Wirkung solcher Gezeitenkräfte entspricht einem auf den Körper ausgeübten Zug, als ob jemand die ganze Zeit versucht, einen am Kopf hochzuziehen.
Sind zwar selbst in engen Systemen nur ein paar Kilo Zugkraft, aber gut ist das sicher erst mal nicht... etwa ist dann der Blutdruck entweder im Kopf zu hoch, oder im Rest des Körpers zu niedrig (weiß gerade nicht, wie das Gesamtsystem darauf reagieren würde). Auf jeden Fall unschön.


(So richtig schön extrem werden solche Gezeitenkräfte, die übrigens auch für Ebbe und Flut verantwortlich sind, nur in intensiven Feldern, wenn der betreffende Körper einen im Verhältnis zur Masse sehr kleinen Radius hat - etwa bei einem Schwarzen Loch... :fg:)
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Re: Technische Fragen

Beitragvon Moonbiker » 11. August 2012, 15:17

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Langschläfer hat geschrieben:.......
- etwa bei einem Schwarzen Loch... :fg:)

Stelle ich mir irgendwie blöd vor, wenn der Kopf schon drin und die Füße noch draußen sind.......... :unschuldig:

Günther

Re: Technische Fragen

Beitragvon Early Bird » 11. August 2012, 20:44

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Mi.Go hat geschrieben:
Early Bird hat geschrieben:...Bei der zweiteinhalbten Betrachtung musst du unterscheiden zwischen Bewegungen in Umfangrichtung der Rotation und Bewegungen die Komponenten in Längsrichtung der Rotationsachse haben. Bei der ersten Bewegungsart kommt der von Vishna erwähnte Aspekt der unterschiedlichen Rotationsbeschleunigung als störender Faktor zum Tragen. Bei der zweiten Bewegungsart kommen eben C-Kräfte ins Spiel. ...
:nein:
...
Eine Verschiebung parallel zur Rotationsachse, senkrecht zur Drehscheibe, ruft keine Corioliskraft hervor.
...
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OK, Vorzeichenfehler beim abschreiben aus dem Gedächtnis. :o)
Danke für den Hinweis. :)
Zuletzt geändert von Early Bird am 11. August 2012, 20:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Technische Fragen

Beitragvon Langschläfer » 11. August 2012, 20:47

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Moonbiker hat geschrieben:
Langschläfer hat geschrieben:.......
- etwa bei einem Schwarzen Loch... :fg:)

Stelle ich mir irgendwie blöd vor, wenn der Kopf schon drin und die Füße noch draußen sind.......... :unschuldig:

Günther

Bei nah an c dauert das ja nicht lange... ;)
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Re: Technische Fragen

Beitragvon INTERSOLAR » 11. August 2012, 21:06

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Langschläfer hat geschrieben:
Moonbiker hat geschrieben:
Langschläfer hat geschrieben:.......
- etwa bei einem Schwarzen Loch... :fg:)

Stelle ich mir irgendwie blöd vor, wenn der Kopf schon drin und die Füße noch draußen sind.......... :unschuldig:

Günther

Bei nah an c dauert das ja nicht lange... ;)

Wieso? :rolleyes:
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