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Das Universum

Beitragvon Thoromir » 9. September 2014, 09:37

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Thoromir
Terraner
Beiträge: 1144
Registriert: 26. Juni 2012, 12:22
Mich hat bei Perry Rhodan schon immer die Vorstellung fasziniert, das es neben unserem Universum noch andere Universen gibt. Die Idee geht ja schon auf die Anfangszeit der Serie zurück, wo die Druuf in unser Universum vorstoßen.
Seit den 60er Jahren hat sich die Vorstellung von unserem Universum allerdings schon enorm gewandelt.
Das, was ich noch als Jugendlicher gelernt habe, scheint heute längst überholt.
Ich verfolge das leider nicht so, merke nur manchmal, wenn ich einen Bericht sehe oder lese: Oh, das habe ich aber noch ganz anders erklärt bekommen.
Deshalb will ich hier mal ein paar Fragen stellen, um abzuklopfen ob das, was ich im Kopf habe, überhaupt noch gilt. Vielleicht weiß jemand ja Antworten darauf:

Unendliches Universum
Das Universum ist unendlich und dehnt sich immer weiter aus. Wie etwas, das keine Größe hat immer noch größer werden kann ist etwas, das ich nie so richtig verstanden habe. Irgendwann habe ich mal den Vergleich mit einer 3 dimensionalen Kugel gesagt bekommen.
Ein Planet z.B. erscheint auch unendlich groß, wenn man darauf lebt. Wenn man immer geradeaus geht, kommt man nie an sein Ende, aber irgendwann kommt an den Punkt, vom dem man gestartet ist. Genauso sei das mit dem Universum. Ein Rauschiff, das von hier startet würde irgendwann an den Punkt seines Startes zurückkommen. Eben wie bei einer Kugel.
Stimmt das (noch?)
Ansonsten hätte ich wirklich Schwierigkeiten, wie ich mir Unendlichkeit und ihre ständige Ausdehnung vorzustellen habe.

Zyklische Universen
Im Tarkan Zyklus wurde schon mit der Vorstellung gespielt, ein Universum würde sich immer wieder ausdehnen und zusammenziehen. Nach einem Urknall erfolgt die Ausdehnung, dann zieht es sich wieder zusammen und es kommt zum neuen Urknall.
Irgendwann las ich dann mal, das würde man nicht mehr so glauben, weil die Kraft des Universum wohl nicht ausreicht, um sich wieder zusamen zu ziehen. Es würde sich also immer weiter ausdehen, irgendwann erkaltet es und ann ist es nur noch kalt und dunkel.
Nun sah ich in einer Wissenschaftssendung, dass eine "neue" Theorie wieder von einem zyklischen Universum spricht. Da ist zwar nicht mehr von Ausdehnung und Zusammenziehen die Rede, sondern davon, das unser Universum durch die Kollision mit einem anderen entstand und das sich so etwas alle paar Billionen Jahre wiederholt, aber im Endergebnis kam dabei herum, das es vor unserem Universum andere gab und nach unserem Universum wieder andere geben wird. Genau das gleiche habe ich doch schon als Kind gelesen. Warum gilt das jetzt plötzlich als "neu"?

Re: Das Universum

Beitragvon Durial » 15. September 2014, 17:23

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Durial
Siganese
Beiträge: 65
Registriert: 15. September 2014, 16:44
"Unendliches Universum
Das Universum ist unendlich und dehnt sich immer weiter aus. Wie etwas, das keine Größe hat immer noch größer werden kann ist etwas, das ich nie so richtig verstanden habe."
Was sich ausdehnt ist der Raum. Die Frage ist, ob das Universum über die Größe und das verhalten des Raums zu definieren ist, oder ob "Raum" nur ein Bestandteil des Universum ist. Wird der Raum als Maßstab genommen, ist das Universum nicht unendlich, da etwas, das unendlich "groß" ist, sich nicht weiter ausdehnen kann. Dunkle Materie und dunkle Energie zeigen, das wir längst nicht alles über den Aufbau unseres Universums verstanden haben, insofern ist alles weitere noch sehr unsicher und eher spekulativ oder "experimentell".

Ein zyklisches Universum wie es früher definiert wurde, hing davon ab, ob der Schwerkrafteinfluss der baryonischen Masse stärker ist als der Expansionsdruck des Urknalls. Wenn ja, würde sich die Ausdehnung verlangsamen, zum Stillstand kommen und schliesslich umkehren.
Sektsamerweise hat sich aber die Expansion beschleunigt, was auf eine unbekannte Kraft hindeutet, die entgegengesetzt zur Gravitation wirkt (dunkle Energie). Insofern deutet im Moment alles eher auf ein sich unendlich expandierendes Universum hin, das in fernster Zukunft zerreisst.

"Aber im Endergebnis kam dabei herum, das es vor unserem Universum andere gab und nach unserem Universum wieder andere geben wird."
Sorry, diese Frage ist "unzulässig". Zeit -und damit Kausalität sind Bestandteil unseres Universums und mit ihm entstanden. Fragen über "davor" oder "danach" gibt es nicht weil wir einen Zustand beschreiben müssten, der ausserhalb unseres Universums und damit ausserhalb unserer Definitionsmöglichkeiten liegt.

Re: Das Universum

Beitragvon wl01 » 16. September 2014, 07:07

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wl01
Marsianer
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Registriert: 29. Juni 2012, 17:20
@ Durial
Völlig richtig, das ist der heutige Stand der Wissenschaft und der Kosmologie.

Unendliches sich ausdehnendes Universum:
Das kommt darauf an, wie man "Universum" definiert (In der Kosmologie gibt es dazu unterschiedliche Auffassungen).
Ist Universum "alles", also dehnt sich der Raum im Universum aus, oder ist der Raum das Universum. Also ausdehnen und unendlich geht nicht.

Ein zyklisches Universum:
Nach der heutigen führenden Lehre kann es dies nicht geben,... wenn man ein Urknalluniversum voraussetzt. Ob die getroffenen Beobachtungen tatsächlich sich so interpretieren lassen, ist nicht gesichert und nur Spekulation. Denn auch die Urknall Theorie hat ihre Schwächen (Stichwort "Inflationsphase" und "klumpige Strukturen").

Die einzigen tatsächlich gemachten Beobachtungen, die für einen Urknall sprechen sind die kosmologische Rotverschiebung und die Hintergrundstrahlung.

Hintergrundstrahlung:
Die Hintergrundstrahlung besteht aus einer aus allen Richtungen (fast) gleichförmig auf uns einströmenden Microwellenstrahlung. Nur kann solch eine Strahlung auch alles möglich Andere sein als der "Wiederhall" des Urknalls". Beispielsweise könnte es die rotverschobene Strahlung von Schwarzen Löchern sein (die sich hinter der Sichtline des angeblichen Urknalls befindet). Man hat auch bereits solche "ringförmige" Strukturen (wie bei den Akkretionsscheiben der SL's) in der Hintergrundstrahlung angemessen.

Rotverschiebung:
Das Einzige was man beobachten kann ist, dass je weiter ein Objekt von der Erde entfernt ist, desto größer ist der sog. Hubblefaktor. Also desto mehr ist das Spektrum des Sternes rotverschoben. Dies könnte man als kosmologischen Dopplereffekt interpretieren (obwohl der Begriff unter Kosmologen eben nicht beliebt ist, da ja nach der führenden Lehre sich eben der gesamte Raum immer schneller ausdehnt).

Man könnte es aber auch damit erklären, dass sich etwas anderes in der Entfernung verändert hat. Vielleicht ist das Universum/Raum nicht euklidisch (flach) und verändert sich mit der Entfernung (z.B. sog. Mondtheorie - die nichts mit dem Mond zu tun hat).
Oder ein anderer Faktor hat sich verändert, z.B. die Geschwindigkeit des Licht hätte sich reduziert (wäre dann meine Theorie, die ich in dem Buch die LRT - Die LichtReduktiongeschwindigkeitsTheorie zusammengefasst habe).

Und Dunkle Energie und Dunkle Materie hat man bisher auch noch nicht live beobachtet und sind nur Modelle um die bestehenden kosmologische Theorien aufrecht zu erhalten.

MfG

WL01
PS:
Habe ich schon geschrieben, dass Licht und somit jede EM-Strahlung für mich lediglich eine rotierende Turbulenz im Tachyonenäther ist?

Re: Das Universum

Beitragvon Durial » 19. September 2014, 01:54

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Durial
Siganese
Beiträge: 65
Registriert: 15. September 2014, 16:44
Recht ausführlich beschrieben.
Interessierten Lesern empfehle ich, sich mal grundsätzlich mit abstraktem Denken zu beschäftigen um aus dem Käfig der menchlichen Alltagslogik auszubrechen. Das fängt mit oben und unten im Weltall an und geht weiter zum verstehen von Onkel Albert's Relativität.
Wenn das geschafft ist, verschiebt sich der Horizont ungemein. Die Zusammenhänge von Raum und Zeit werden leichter verständlich.
Dafür brauchts nicht mal kiloschwere Fachliteratur. Einfach mal googeln hilft auch hier. Ad Astra.... (und LKS-Tante Michelle sollte etwas vorsichtiger sein bei bei der unkommentierten Veröffentlichung von Beiträgen in der LKS ( Bd. 2766). Das dort beschriebene ist weder eine neue Erkenntnis noch der Gral der Weisheit, nur ein anderer Ansatz mit anderen schwächen!).

Re: Das Universum - Laniakea

Beitragvon wl01 » 29. September 2014, 06:45

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wl01
Marsianer
Beiträge: 281
Registriert: 29. Juni 2012, 17:20
Laniakea
Auch recht interessant ist, dass wenn man den RedShift herausrechnet, sich unsere Galaxien in eine ganz bestimmte Richtung hin bewegen. Es entstehen faszinierende Strukturen und Filnamente, die fast an elektrische Strömungen erinnern und manch einer könnte in dieser Struktur gewisse Ähnlichkeiten zu magnetischen Feldlinien sehen.

Ein Forscherteam der Universität Hawaii analysierte die Eigenbewegungen von mehr als 8000 Galaxien. Dabei entdeckten sie eine gigantische Struktur, welche nun als der größte bekannte Galaxien-Cluster gilt. Interessant hierbei ist der Umstand, dass nicht alle Galaxien sich in der Animation immer weiter ausdehnen, sondern scheinbar bestimmte Bahnen folgen.

Spoiler:
Bild
Bild


Der Name dieser Struktur Laniakea (http://de.wikipedia.org/wiki/Laniakea).
Hier ein Video dieser Strukturen:
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=rENyyRwxpHo

LG

WL01
PS:
Habe ich schon geschrieben, dass Licht und somit jede EM-Strahlung für mich lediglich eine rotierende Turbulenz im Tachyonenäther ist?

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