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Fragen zu Doppelsonnen-Planet

Beitragvon Soulprayer » 3. Mai 2016, 01:03

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Soulprayer
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Hallo,
Ich dachte, ich frage einfach mal hier unter den Perry Rhodan Fans, vielleicht weiß das ja jemand.

Wenn ich einen habitablen Planeten um eine Doppelsonne entwerfe, wird der dann so was wie Jahreszeiten haben?
Wie würden die (rein aus der Perspektive der zweiten Sonne) dann in etwa auffallen?

Eine ungewöhnliche Frage, ich weiß, aber ich möchte eine Spielrunde vorbereiten und weiß nicht genau, wie das mit Mehrfach-Sonnensystemen funktioniert.
Weiß vielleicht jemand, wo oder wie ich näheres dazu finden kann? Vielleicht aus Referenz-Büchern von Star Trek/Star Wars/anderem Rollenspiel-Material?
Die Suche nach dem Thema gestaltet sich nämlich schwierig.

Danke schon mal!
Soulprayer
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Re: Fragen zu Doppelsonnen-Planet

Beitragvon hz3cdv » 3. Mai 2016, 06:23

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hz3cdv
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Jahreszeiten entstehen auf der Erde aufgrund der Neigung der Erdachse, nicht aufgrund des Sonnenabstands.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Jahreszeit

Und was spezielle Effekte in einem Doppeldonnensystem angeht, spielen viele Faktoren eine Rolle. Sonnenabstands des Planeten. Kreist er um eine oder um beide Sonnen. Strahlkraft der Sonnen.
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Langschläfer
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Also, das ist nun wirklich eine ganz schwierige Materie. Vor allem, weil wir noch nicht so wirklich viel über solche Welten wissen.

Grundlegend gibt es drei mögliche Typen solcher Planeten.

Der erste Typ umläuft beide Sterne, die dann aber in einer relativ engen Umlaufbahn umeinander sein müssen. Das Problem hierbei ist, dass der Planet dann auch relativ weit draußen sein muss – Leben wäre hier also nur in Ausnahmefällen möglich. (Ein solches System, in dem ein Planet auch tatsächlich in der habitablen Zone läuft, hat man bereits gefunden: Kepler-47c. Leben wird es auf dieser Welt aber wohl nicht geben.)

Beim zweiten Typ umläuft der Planet beide Sterne auf einer Umlaufbahn, die ungefähr an eine 8 erinnert. Er wechselt also bei jedem Umlauf von einem Stern zum anderen und wieder zurück. Auch hier dürfte Leben eher unwahrscheinlich sein, weil diese Konfiguration erstens nicht ganz stabil ist und zweitens der Planet sich jedes Mal beim Wechsel zwischen den Sternen doch ziemlich in die Kälte begibt.

Der dritte Typ würde tatsächlich Leben ermöglichen. Hierbei kreist der Planet um einen der beiden Sterne, diese befinden sich dann aber auf einer sehr weiten Umlaufbahn umeinander. Die Abstände hierfür sind noch nicht ganz klar, soweit ich weiß müssen die Sterne dann aber mindestens 100, wahrscheinlich eher 1000 astronomische Einheiten voneinander entfernt bleiben.

Solche Planeten um Doppelsterne sind auch schon beobachtet worden. Hier mal ein Link zur englischen Wikipedia, denn der Artikel in der deutschen Wiki ist nicht einmal als rudimentär zu bezeichnen…
https://en.wikipedia.org/wiki/Circumbinary_planet

Hierbei handelt es sich afaik um Planeten, die zum ersten Typ gehören.

Zur Möglichkeit von Leben in solchen Systemen:
https://en.wikipedia.org/wiki/Habitabil ... ar_systems

Kepler-47 (Planet c) https://en.wikipedia.org/wiki/Kepler-47c
Neun von zehn Stimmen in meinem Kopf sagen mir ständig das ich nicht verrückt bin. Die zehnte pfeift die Melodie von Tetris.

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Re: Fragen zu Doppelsonnen-Planet

Beitragvon wl01 » 3. Mai 2016, 14:08

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wl01
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Hallo Langschläfer!
Der erste Typ umläuft beide Sterne, die dann aber in einer relativ engen Umlaufbahn umeinander sein müssen. Das Problem hierbei ist, dass der Planet dann auch relativ weit draußen sein muss – Leben wäre hier also nur in Ausnahmefällen möglich.

Könnte dann nicht auch der Fall eintreten, bei dem die Umlaufbahn des Planeten sich innerhalb der Rotationsachse der beiden Sonnen befinden könnte, und sich diese Umlaufbahnachse im rechten Winkel zur Rotationsachse der Sonnen befinden würde (also in einer Art Lagranumlaufbahn zwischen den beiden Sonnen befinden würde)?
Zugegeben eine exotische Anordnung, da der Planet wahrscheinlich dann nicht aus diesem Sonnensystem stammen würde und der Planet mit der Rotation der beiden Sonnen mit rotieren müsste. Nur beobachten könnten wir solche Planeten allerdings ohnedies nicht, da es dadurch nahezu keinen beobachtbaren Sonnentransit geben würde.

MfG

WL01
PS:
Habe ich schon geschrieben, dass Licht und somit jede EM-Strahlung für mich lediglich eine rotierende Turbulenz im Tachyonenäther ist?

Re: Fragen zu Doppelsonnen-Planet

Beitragvon Ben Grimm » 3. Mai 2016, 18:06

Ben Grimm
Soulprayer hat geschrieben:Wenn ich einen habitablen Planeten um eine Doppelsonne entwerfe, wird der dann so was wie Jahreszeiten haben?
Wie würden die (rein aus der Perspektive der zweiten Sonne) dann in etwa auffallen?

Es kommt auch darauf an, ob du dich eher an die Realität halten willst oder dich als "Gott" in deinem Universum siehst.

Machst du es wie Terry Pratchett, Douglas Adams und Christian Montillon, ist alles möglich. Nur du bestimmst, wie die Planeten aussehen und welches Klima herrscht. Zur Not wird das Klima und die Planetenbahn mit fortschrittlicher Technologie oder Magie stabilisiert und geschützt.

In der Realität ist die Sache dagegen komplizierter:
http://scienceblogs.de/astrodicticum-si ... tem-geben/

Wenn ich mich richtig entsinne, meinte Professor Lesch in einer Alpha-Centauri-Sendung sogar, dass (innere) Planeten in einem Doppelsternsystem aufgrund der durch die kreisenden Sonnen verursachten, ständigen Bahnstörungen über kurz oder lang in die Sonnen stürzen, mit einem anderen Planet im System kollidieren oder aus dem Sonnensystem hinausgeschleudert werden.

Re: Fragen zu Doppelsonnen-Planet

Beitragvon Soulprayer » 4. Mai 2016, 01:09

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Soulprayer
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Okay, danke für eure Antworten, ich werde die links mal durchforsten und schauen, was ich verwenden kann. Schlimmstenfalls gibt's halt eine Technologie, welche den Planeten auf einer stabilen Bahn lenkt, die der zweiten Sonne nicht zu nahe kommt. :-)
VG
Soulprayer

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Langschläfer
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Hilft vielleicht auch noch etwas:

http://lexikon.astronomie.info/sterne/binary/
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Re: Fragen zu Doppelsonnen-Planet

Beitragvon Kapaun » 13. Januar 2017, 12:44

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Kapaun
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wl01 hat geschrieben:Hallo Langschläfer!
Der erste Typ umläuft beide Sterne, die dann aber in einer relativ engen Umlaufbahn umeinander sein müssen. Das Problem hierbei ist, dass der Planet dann auch relativ weit draußen sein muss – Leben wäre hier also nur in Ausnahmefällen möglich.

Könnte dann nicht auch der Fall eintreten, bei dem die Umlaufbahn des Planeten sich innerhalb der Rotationsachse der beiden Sonnen befinden könnte, und sich diese Umlaufbahnachse im rechten Winkel zur Rotationsachse der Sonnen befinden würde (also in einer Art Lagranumlaufbahn zwischen den beiden Sonnen befinden würde)?
Zugegeben eine exotische Anordnung, da der Planet wahrscheinlich dann nicht aus diesem Sonnensystem stammen würde und der Planet mit der Rotation der beiden Sonnen mit rotieren müsste. Nur beobachten könnten wir solche Planeten allerdings ohnedies nicht, da es dadurch nahezu keinen beobachtbaren Sonnentransit geben würde.

MfG

WL01

Da die Sonnen selbst ja umeinander kreisen, müsste der Planet in einer solchen Konstellation halt nicht nur seine Kreisbahn um einen fiktiven Punkt auf der Achse zwischen den beiden Sonnen ziehen, er müsste auch die Rotation der Sonnen mitmachen, und nach meinem Verständnis ist mir nicht klar, warum er das tun oder auch nur können sollte. Meines Erachtens würde er auf der Stelle in den Schwerkrafttrichter einer der beiden Sonnen geraten oder sogar gleich ganz in sie hineinstürzen.

Re: Fragen zu Doppelsonnen-Planet

Beitragvon wl01 » 15. Januar 2017, 13:18

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wl01
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Kapaun hat geschrieben:Da die Sonnen selbst ja umeinander kreisen, müsste der Planet in einer solchen Konstellation halt nicht nur seine Kreisbahn um einen fiktiven Punkt auf der Achse zwischen den beiden Sonnen ziehen, er müsste auch die Rotation der Sonnen mitmachen

Stimmt, sagte ich auch! "...und der Planet mit der Rotation der beiden Sonnen mit rotieren müsste."
Hängt allerdings von der Geschwindigkeit der Rotation und dem Abstand des Planetens ab, bzw. würde sich dadurch eine Verzögerung ergeben.
Kapaun hat geschrieben:und nach meinem Verständnis ist mir nicht klar, warum er das tun oder auch nur können sollte. Meines Erachtens würde er auf der Stelle in den Schwerkrafttrichter einer der beiden Sonnen geraten oder sogar gleich ganz in sie hineinstürzen.

Nun, nach unserm Wissen ist die Rotation eines Planetens immer ein Zusammenspiel zwischen Zentrifugalkraft (eigentlich d’Alembertsche Trägheitskraft) und Gravitation. Wobei Gravitation in diesem Fall lediglich eine variable Summenbildung beider Sonnen wäre, die natürlich durch ihre Rotation umeinander eine Drift des Planetens in die eine oder andere Richtung ergäbe. Also einen "Trichter" würde ich hier nicht sehen. Ein klassisches Dreikörperproblem eben, das sich mit Newtons Infinitesimalrechnung lösen lässt. Wobei sich der Massenschwerpunkt der Gravitation eben bei der (massen-) größeren der beiden Sonnen ergäbe.

MfG

WL01
PS:
Habe ich schon geschrieben, dass Licht und somit jede EM-Strahlung für mich lediglich eine rotierende Turbulenz im Tachyonenäther ist?

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