Heimat

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Heimat

Beitragvon Oceanlover » 14. März 2017, 19:23

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Oceanlover
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Hausaufgabe meiner Tochter. Ich fand die so interessant, dass ich sie mal hier reinsetze. :)

Schon seit unbekannter Zeit trieben sie durch die Leere.
Sie waren Alleingelassene. Heimatlose.
Das Schiff, in dem sie trieben, folgte einem unbekannten Kurs.
Eingegeben vor langer Zeit von unbekannten Personen.
Sie wurden geboren, lebten und starben in dieser aufgezwungenen Heimat.
Der Grund ihrer Reise war lang vergessen.
Ein Gefühl der Sehnsucht nach mehr als die Wände des Schiffes war allgegenwärtig.
Es war nur ein Gefühl, aber tief im Inneren wusste jeder, dass sie irgendwann ankommen würden, irgendwann, in einer neuen Heimat.

Heimat bedeutet, wieder ein normales Zuhause haben, ein normales Leben führen zu können, ohne Raumschiff. Heimat ist, in einem Haus, umgeben von Grünpflanzen unter Nachbarn zu wohnen, barfuss im Gras zu laufen, den Wind zu fühlen, die Sonne und den Regen zu riechen. Heimat ist, wieder Felder und Wälder zu sehen.

Auch nach vielen Generationen war diese Sehnsucht noch nicht verloren gegangen. Sie wurde stets weitergegeben und die Zuversicht, anzukommen blieb. Auch wenn die Entfernungen im Weltall unvorstellbar weit waren, blieb die Hoffnung. Die Hoffnung, das Ziel zu erreichen, einen bewohnbaren Planeten, der ihnen eine neue Heimat geben würde.

So verging Jahr um Jahr und Generation um Generation, bis eines Tages die Ortung anschlug.

"Wir nähern uns einem Sonnensystem mit Planeten."

Hektik brach aus. Wissenschaftler begannen Untersuchungen des Planeten, dessen Entfernung von der Sonne Leben zu ermöglichen schien. Es gab eine Sauerstoffatmosphäre, Wasser, Pflanzen, Wärme - Lebensmöglichkeit!

Die Raumschiffbesatzung jubelte. Je näher sie kamen, desto klarer wurden die Bilder und die Erkenntnisse. Der Planet war zur Kolonisierung geeignet. Er schien aber auch besiedelt zu sein. Bevölkert durch Lebewesen, die die Raumfahrt noch nicht entwickelt hatten. Es war fraglich, ob die Ressourcen des Planeten ausreichen würden. Das Raumschiff landete und die Programme starteten.


Sie erwachten in einer fremden Umgebung und hatten Mühe, sich zu konzentrieren. Was war geschehen? Ein Stern war vom Himmel gefallen und plötzlich war die Erinnerung weg. "Seid unbesorgt", ertönte eine wohlklingende Computerstimme. "Willkommen an Bord. Wir sind unterwegs zu neuen Planeten einer neuen Heimat. Ihr habt hier alles, was ihr zum Leben braucht und irgendwann werden wir auf einen Planeten stoßen, den ihr besiedeln könnt. Wir sind unterwegs zum nächsten Sternensystem." Schmerz und Trauer durchzuckte die Lebewesen, aber auch etwas Zuversicht. Hatten die Götter sie auf ein Sternenschiff geholt?

Schon seit unbekannter Zeit trieben sie durch die Leere.
Sie waren Alleingelassene. Heimatlose.
Das Schiff, in dem sie trieben, folgte einem unbekannten Kurs.
Nette Grüße
Oceanlover

Re: Heimat

Beitragvon Elena » 14. März 2017, 20:39

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Elena
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Oh Mann! Sie haben den Menschen auf dem Planeten die gleiche Grausamkeit angetan, die ihnen generationenlang zugefügt wurde. Erschütternd! :sad:
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Re: Heimat

Beitragvon Oceanlover » 14. März 2017, 22:28

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Oceanlover
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Ja Elena, eine tragische Geschichte, die dadurch auch betroffen macht. Zwar geschrieben von Töchterchen, wie sie mir sagte, aber ausgedacht von ihrem Bruder (Neo Leser), der ihr geholfen hat. Aha, deshalb SF. :)
Die Story ist übrigens für das Fach Musik und soll mit einigen Samplern musikalisch unterlegt werden. Schon interessant, was die Schulen heutzutage alles bewerkstelligen. Wenn ich da so an früher denke...
Nette Grüße
Oceanlover

Re: Heimat

Beitragvon sonnenwind » 15. März 2017, 00:28

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sonnenwind
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Der wahre Mut besteht darin, gerade dann Mut zu zeigen, wenn man nicht mutig ist ( J. Renard ).
Wo Herzen mitentscheiden, werden gute Entscheidungen getroffen ( F. Weichselbaumer ).

Re: Heimat

Beitragvon dee » 15. März 2017, 15:35

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dee
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Oceanlover hat geschrieben: Die Story ist übrigens für das Fach Musik und soll mit einigen Samplern musikalisch unterlegt werden. Schon interessant, was die Schulen heutzutage alles bewerkstelligen. Wenn ich da so an früher denke...

finde ich auch. Und ich finde das klasse. So etwas hätte ich mir zu meiner Schulzeit auch gewünscht.
Mein Neffe geht auf ein MINT-Gymnasium. Ich erblasse manchmal vor Neid wenn ich höre, welche Möglichkeiten die haben :o(

Das ist eine nachdenklich machende Geschichte deiner Tochter. Der "Staffelstab" des Leidens wird weitergegeben. Knappe Ressourcen und eine Verteilungshierarchie. Ziemlich aktuell. Und gut geschrieben B-) Ich mag Kurzgeschichten. Und ich finde, die sind gar nicht so leicht zu schreiben.
Bild Ad Astra, dee (maWgE) Bild

Das Leben ist jetzt

Re: Heimat

Beitragvon Elena » 15. März 2017, 21:48

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Elena
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Mich würde ja interessieren, welche Musikstücke dazu passen. Müssten ja eigentlich melancholische Stücke sein. Mit Ausnahme für die Hoffnung, aber ansonsten ...
Liebe die Wahrheit, doch verzeihe den Irrtum.
- Voltaire

Re: Heimat

Beitragvon Oceanlover » 17. März 2017, 07:37

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Oceanlover
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Die Musik wurde von den Schülern mit einem Internetprogramm selber erstellt. Aber meine Tochter war da nicht sonderlich zufrieden, weil es wohl ein kostenloses Programm war, hat es nicht soviele Möglichkeiten geboten. Ich hab's selber noch nicht gehört...
Nette Grüße
Oceanlover

Re: Heimat

Beitragvon Oceanlover » 17. März 2017, 07:38

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Oceanlover
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dee hat geschrieben:Das ist eine nachdenklich machende Geschichte deiner Tochter. Der "Staffelstab" des Leidens wird weitergegeben. Knappe Ressourcen und eine Verteilungshierarchie. Ziemlich aktuell. Und gut geschrieben

Danke, dee. :) Geb ich gerne weiter.
Nette Grüße
Oceanlover

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