Perry Rhodan und Verantwortung

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Re: Spoiler 2976: Hyperlicht, von M.M. Thurner

Beitragvon zephydia » 13. September 2018, 08:00

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zephydia
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Ich merke dass es eine Sache gibt mich wirklich irritiert: Das die Serie sich zum einen, wie hier in diesem Heft sehr moralisch gibt, auf der anderen Seite aber das Weltbild zu vertreten scheint, das solche (angeblich westliche - obwohl man sie auch in vielen nicht-westlichen Kulturen findet) Moralvorstellungen völlig überholt sind.
Siehe z.B. den Sternengruft Zyklus - wo Perry Rhodan die Lektion erteilt bekommt dass den Schwachen helfen zu wollen die Dinge oft noch schlimmer macht und sowieso ein Zeichen menschlicher Arroganz ist.
Andere Beispiele die mir einfallen waren das Verfüttern der gefangenen Vatrox an ES oder die Teslymbombe die zur Ablenkung auf die Naats geworfen wurde - auch wenn deren Vernichtung nicht das Ziel war wurde das als Möglichkeit von Perry akzeptiert.
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AARN MUNRO
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zephydia hat geschrieben:Ich merke dass es eine Sache gibt mich wirklich irritiert: Das die Serie sich zum einen, wie hier in diesem Heft sehr moralisch gibt, auf der anderen Seite aber das Weltbild zu vertreten scheint, das solche (angeblich westliche - obwohl man sie auch in vielen nicht-westlichen Kulturen findet) Moralvorstellungen völlig überholt sind.
Siehe z.B. den Sternengruft Zyklus - wo Perry Rhodan die Lektion erteilt bekommt dass den Schwachen helfen zu wollen die Dinge oft noch schlimmer macht und sowieso ein Zeichen menschlicher Arroganz ist.
Andere Beispiele die mir einfallen waren das Verfüttern der gefangenen Vatrox an ES oder die Teslymbombe die zur Ablenkung auf die Naats geworfen wurde - auch wenn deren Vernichtung nicht das Ziel war wurde das als Möglichkeit von Perry akzeptiert.


Richtig. Hier scheint man mitunter zu übertreiben, wahrscheinlich eher ungewollt. Das gilt auch bei der beschreibenden Demontage von Protagonisten wie Rhodan. Sonst müsste man eine freudianische unterbewusste Abneigung der Autoren gegen Perry &Co postulieren ... lassen wir's. :unschuldig:
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Klaus N. Frick
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Kardec hat geschrieben:Es war schon immer ein Aspekt der SF, mit einer völlig anders gearteten fremden Moral umzugehen. Das heißt ja nicht, dass man sich damit gemein macht.


Exakt.

Man kann m.E. echt nicht davon ausgehen, dass sich Superintelligenzen auf dem Boden des Grundgesetzes bewegen.

Re: Spoiler 2976: Hyperlicht, von M.M. Thurner

Beitragvon Harzzach » 13. September 2018, 14:23

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Harzzach
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zephydia hat geschrieben:Ich merke dass es eine Sache gibt mich wirklich irritiert: Das die Serie sich zum einen, wie hier in diesem Heft sehr moralisch gibt, auf der anderen Seite aber das Weltbild zu vertreten scheint, das solche (angeblich westliche - obwohl man sie auch in vielen nicht-westlichen Kulturen findet) Moralvorstellungen völlig überholt sind.

Äh, nein.

Siehe z.B. den Sternengruft Zyklus - wo Perry Rhodan die Lektion erteilt bekommt dass den Schwachen helfen zu wollen die Dinge oft noch schlimmer macht und sowieso ein Zeichen menschlicher Arroganz ist.

Das kann man zwar so interpretieren, aber das was zumindest meiner Meinung nicht die Lektion, die man Perry lernen ließ. Die Geschichte um KOSH hat nur gezeigt, dass Perrys Wirken Grenzen hat, dass er nicht immer als Sieger das Schlachtfeld verlässt, dass er manchmal tatsächlich nicht helfen kann, weil er nur ein Mensch ist, der sich aber mit Chaotarchen und Superintelligenzen kurz vor dem Sprung zur Materiesenke anlegen will. Was manchmal durchaus klappt, manchmal eben nicht. Hier nicht. Nirgendwo entstand für mich der Eindruck, dass der grundsätzliche Wille Schwachen zu helfen falsch sei. Nur dass Perry kein Übermensch ist, er auch Niederlagen verkraften muss. Und aus ihnen, so die bisherige Geschichte der Serie, gestärkt und noch motivierter hervorgeht.

Das zumindest ist mein Eindruck des Sternengruft-Zyklus.

Andere Beispiele die mir einfallen waren das Verfüttern der gefangenen Vatrox an ES oder die Teslymbombe die zur Ablenkung auf die Naats geworfen wurde - auch wenn deren Vernichtung nicht das Ziel war wurde das als Möglichkeit von Perry akzeptiert.

Perry Rhodan weiß, dass er nicht in einer perfekten Welt lebt und es manchmal Situationen gibt, wo er nur falsche Entscheidungen treffen kann. Will er nicht den Naat-Planeten riskieren, riskiert er den kompletten Plan in die Jenzeitigen Lande vorzustoßen, um das Tribunal loswerden zu können. Will er die Bewusstseine der Vatrox retten, riskiert er die Existenz von ES. Was tun?

Genau diese Dilemma machen die Figur Perry Rhodan in meinen Augen auch zu einem Heldencharakter. Was tut man, wenn man nur beschissene Alternativen zur Auswahl hat? Man trifft eine Entscheidung und bereit sich darauf vor die Verantwortung zu übernehmen, falls die Sache schiefgeht. Anstatt diese Verantwortung an jemand anders wegzudelegieren, bei Erfolg dann den Erfolg für sich zu beanspruchen und bei Fehlschlag andere verantwortlich machen.
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Clark Flipper
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:gruebel: Verfüttert hört sich so an, als wenn ES danach mit den VATROX noch ein Geschäft erledigt hat und nach dem Abputzen war es dann erledigt.

Das in ES aufgehen wurde aber bisher eher anders geschildert.
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Grauleben
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Das "Aufgehen in ES" war früher mal ein erstrebenswerter Zustand, sogar Perry Rhodan verspürte dereinst diesen Wunsch. Dann kamen die ganzen Seelenfresser in der Serie und manch Leser machte sich so seine eigenen Gedanken darüber.

Re: Spoiler 2976: Hyperlicht, von M.M. Thurner

Beitragvon Kardec » 13. September 2018, 17:03

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Kardec
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Clark Flipper hat geschrieben::gruebel: Verfüttert hört sich so an, als wenn ES danach mit den VATROX noch ein Geschäft erledigt hat und nach dem Abputzen war es dann erledigt.........

Unschön, aber recht exakt geschildert :D
Nur dass das Vamu der Vatrox für ein "Geschäft" nicht gereicht hat - höchstens für einen Furz. Fürs "Geschäft" brauchte es dann das Paralox-Arsenal.
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Clark Flipper
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In Jugendsprache würde man sagen, die VATROX waren eh alles Opfer... :rolleyes:
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Opfa. Wenn schon.

Re: Spoiler 2976: Hyperlicht, von M.M. Thurner

Beitragvon zephydia » 13. September 2018, 21:00

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zephydia
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Klaus N. Frick hat geschrieben:
zephydia hat geschrieben:Ich merke dass es eine Sache gibt mich wirklich irritiert: Das die Serie sich zum einen, wie hier in diesem Heft sehr moralisch gibt, auf der anderen Seite aber das Weltbild zu vertreten scheint, das solche (angeblich westliche - obwohl man sie auch in vielen nicht-westlichen Kulturen findet) Moralvorstellungen völlig überholt sind.


Interessanter Gesichtspunkt. Ich lese und höre davon zum ersten Mal. Mir wäre neu, dass unsere Serie ein Weltbild vermittelt, dass sich von den Menschenrechten verabschiedet hat. Aber gut ...

Nein, ernsthaft: Ich weiß nicht, welches Weltbild Du in die Serie hinein interpretierst – aber das sehe ich als verantwortlicher Redakteur so nicht. Es wäre ja auch blöd von uns, das bewusst anzustreben.

Ich schrieb ja auch bewusst nicht das es so ist sondern das es mir so scheint. Ehrlich ich weiß nicht wie ich diese Wiedersprüche die ich im Bezug auf das Weltbild in der Serie wahrnehme interpretieren kann. Es scheint für mich einfach so zu sein dass Ihr zum einen auf der Bodenständigen Ebene der Handlung oft unbedingt eine Moral vermitteln wollt und auf der anderen der kosmischen Ebene gilt dass dann aber nicht mehr.
Da geht es dann um "höhere" Ziele diverser Superintelligenzen von denen gesagt wird das weder die Hauptfiguren noch die Leser sie verstehen können die aber angeblich unglaublich wichtig sind und koste was es wolle erreicht werden müssen. Mich stört die "Das kann man nicht ändern, das muss man akzeptieren" Message dieser kosmischen Geschichten (was es so bei Willy Voltz dem Begründer der ganzen Thematik, meiner Meinung nach so extrem nicht gab - da wären die Superintelligenzen oft ohne Hilfe aufgeschmissen gewesen, was bei Euch jetzt natürlich ebenfalls der Fall ist, nur damals wurde das in den Romanen auch deutlich ausgesagt. Und WiVo ließ Perry sogar im Konflikt mit Seth-Apophis erfolgreich sein).


Klaus N. Frick hat geschrieben:
Kardec hat geschrieben:Es war schon immer ein Aspekt der SF, mit einer völlig anders gearteten fremden Moral umzugehen. Das heißt ja nicht, dass man sich damit gemein macht.


Exakt.

Man kann m.E. echt nicht davon ausgehen, dass sich Superintelligenzen auf dem Boden des Grundgesetzes bewegen.

Und wie sieht das mit dem Namensgeber der Serie aus? Im Tribunal Zyklus beruhte z.B. der Plan mit der Teslymbombe darauf das hoffte das der Gegner weniger skrupellos war als man selbst.

Aber es geht mir nicht um Gesetze
Im Fall der Sternengruft hätte ich das Ende z.B eher geschluckt wenn ihr Perry zumindest ein Heft lang mal Wut und Schmerz wegen der Vernichtung Orpleyds hättet empfinden lassen. Oder wenn ihr nach Ende des Zyklus das Thema von Tisch haben wolltet Perry einen Moment echter Wut gegönnt hättet. Aber so, dieses kosmische über den Dingen stehen fand ich unerträglich. Und dadurch habe ich den Eindruck gewonnen das er sich eben sehr wohl "damit gemein gemacht" hat.

Ich erwarte jetzt nicht dass Du meine Meinung zu dem Thema verstehst. Aber ich wollte halt deutlich machen warum ich das so sehe.

Und das diejenigen die, nach all den schlechten Erfahrungen die man mit ihnen gemacht hat, von den Superintelligenzen genug haben jetzt in Form des Techno-Mahdi so einseitig als irre Fanatiker darstellt. Wenn man sieht wie viele Anhänger in höheren Positionen diese Organisation hat fällt es mir schwer zu glauben dass das alles Spinner, Fanatiker und Selbstdarsteller sind.

Re: Spoiler 2976: Hyperlicht, von M.M. Thurner

Beitragvon Kardec » 13. September 2018, 23:59

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Der Einfachheit halber schreib ich farbig ins Zitat.
zephydia hat geschrieben:...................
Und wie sieht das mit dem Namensgeber der Serie aus? Im Tribunal Zyklus beruhte z.B. der Plan mit der Teslymbombe darauf das hoffte das der Gegner weniger skrupellos war als man selbst.
Das ist der klassische Fall eines Dilemmas. Davor stehen nicht nur Romanhelden, sondern in extremen Situationen Menschen in Führungs- bzw. Verantwortungspositionen. Da treffen dann Gesinnungsethik u. Verantwortungsethik aufeinander.

Die CHUVANC wurde gebraucht - und ja, um Richter CHUV anzulocken musste alles riskiert werden. Aus der "Falschen Welt" wissen wir, wass für eine abscheuliche totalitäre Diktatur gedroht hätte.

Möchte an Churchills "blood, sweat and tears" - Rede erinnern. Er hätte es sich u. England leicht machen können. Den Kontinent den Nazis, dafür risikolos das Empire behalten. Nö, "we will never surrender" hat er gesagt.

.......... wenn ihr Perry zumindest ein Heft lang mal Wut und Schmerz wegen der Vernichtung Orpleyds hättet empfinden lassen. Oder wenn ihr nach Ende des Zyklus das Thema von Tisch haben wolltet Perry einen Moment echter Wut gegönnt hättet........
Ja, empfinde ich auch als schriftstellerisches Versäumnis. Auch egal wenn einige Leser keinen "inner space" lesen wollen - und dies als Gedöns abtun.

Finde persönlich eh, dass Atlan u. Rhodan zu sehr geglättet wurden.

Und das diejenigen die, nach all den schlechten Erfahrungen die man mit ihnen gemacht hat, von den Superintelligenzen genug haben jetzt in Form des Techno-Mahdi so einseitig als irre Fanatiker darstellt...........
Sorry, dass ist ein Putsch mit vielen Toten gegen die Demokratie und praktisch die Einführung einer Art der verwilderten Monarchie. Von der Ekpyrosis will ich gar nicht reden, die war für Ottonormalmahdist nicht vorhersehbar.
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Harzzach schreibt:
Spoiler:
Perry Rhodan weiß, dass er nicht in einer perfekten Welt lebt und es manchmal Situationen gibt, wo er nur falsche Entscheidungen treffen kann. Will er nicht den Naat-Planeten riskieren, riskiert er den kompletten Plan in die Jenzeitigen Lande vorzustoßen, um das Tribunal loswerden zu können. Will er die Bewusstseine der Vatrox retten, riskiert er die Existenz von ES. Was tun?

Genau diese Dilemma machen die Figur Perry Rhodan in meinen Augen auch zu einem Heldencharakter. Was tut man, wenn man nur beschissene Alternativen zur Auswahl hat? Man trifft eine Entscheidung und bereit sich darauf vor die Verantwortung zu übernehmen, falls die Sache schiefgeht. Anstatt diese Verantwortung an jemand anders wegzudelegieren, bei Erfolg dann den Erfolg für sich zu beanspruchen und bei Fehlschlag andere verantwortlich machen.


Ich stimme Dir hier sehr grundsätzlich zu.Das hast Du sehr schön und klar ausformuliert.Danke. Meines Erachtens muss dieses Dilemma allerdings nicht immer thematisiert werden, weil es die Klage-Larmoyanz der Serie erhöht. - Der Optimismus geht weg. Das "Hoppla-die Terraner kommen" und lösen jetzt den Fall, findet nicht statt.Ich finde, man kann auch linear erzählen, mit klarer Handlung , klaren Problemen und guten Lösungsansätzen, ohne dauernd propagieren zu müssen, dass ja eigentlich alles so superkompliziert ist, jedes mit jedem Thema zusammenhängt und genau genommen unlösbar, weil immer irgendwo ein Dilemma auftritt. Es mag solche Szenarien geben, aber sie sind eben nicht die Norm. Viele Probleme lassen sich isolieren und lösen, ohne allzuviel neue Probleme heraufzubeschwören. Das ist das, was ich den "linearen" Ansatz nenne. Das gilt meines Erachtens auch im Perry. Nicht jedes Problem ist ein rückgekoppelter, polymorph verzahnter, Eigen-scher Hyperzyklus.
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AARN MUNRO
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Eine Antwort zu Kardecs Text oben in Zephydias Zitat: Das Perry eine hohe Verantwortungsethik besitzt, wissen wir. Auch seine (für uns moralisch gute, demokratische und friedliche, kooperative) Gesinnungsethik ist uns Lesern bekannt. Es ist aber meines Erachtens nicht notwendig, ihn zu oft in einen Konflikt zu stellen, der für ihn unlösbar erscheint, und wo er dann das "kleinere Übel" wählen muss. In der Moraltheorie sind das dann eigentlich grundsätzlich unentscheidbare Sätze. Nimmt man aber die pragmatische Ethik hinzu(deren Erfindung man den Amerikanern zuschreibt), muss das kleinere Übel ausgewählt werden: (Auden: "Defend the bad against the worst"). Wie ich aber als Antwort auf Harzzach schon schrieb, sollten derartige Szenarien nicht die Norm werden. Sie finden auch in der Realwelt, denke ich, nicht ununterbrochen statt. Die meisten Probleme sind klar überschaubar, abtrennbar und es gibt eindeutige Lösungsansätze. Ansonsten fehlte wirklich der Optimismus in der Serie und sie würde in die Gefahr geraten, in Resignation und Larmoyanz abzugleiten. Das fände ich nicht gut. Zum Glück ist das nicht so. Natürlich mag die Schilderung eines solchen Dilemmas, in dem Perry sich dann eben mal befindet, ihn (und die Serie) erwachsener wirken lassen. Ab und zu kann solch ein Szenario also eingebracht werden, aber bitte nicht zu oft. Sonst leidet einfach die Grundstimmung des Lesens. Die Reihe ist eine Freizeitaktivität, keine moralische Abhandlung.
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Raktajino
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Nun, dass wäre eine schöne Gelegenheit, eine alternative Realität zu schildern. Das erinnerte ein wenig an TNG Parallelen, wo am Schluss hunderte, tausende von Enterprisen erscheinen und ein vollkommen desavourierter Riker partout nicht mehr in sein Universum zurück will und schießen lässt.

Also - die Schilderung aus einem Quantenuniversum, wo die Teslymbombe erfolgreich war.

Da so etwas nicht die Räume des Chefredakteurs verlassen kann, müsste es in eine artige Geschichte verpackt sein. Perrys Spiegeluniversum,?! Ein Aspekt, der bislang noch fehlt!

Könnte es nicht zum lustvollen Schreiben animieren?!
:D
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Raktajino
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AARN MUNRO hat geschrieben:Eine Antwort zu Kardecs Text oben in Zephydias Zitat: Das Perry eine hohe Verantwortungsethik besitzt, wissen wir. Auch seine (für uns moralisch gute, demokratische und friedliche, kooperative) Gesinnungsethik ist uns Lesern bekannt. Es ist aber meines Erachtens nicht notwendig, ihn zu oft in einen Konflikt zu stellen, der für ihn unlösbar erscheint, und wo er dann das "kleinere Übel" wählen muss. In der Moraltheorie sind das dann eigentlich grundsätzlich unentscheidbare Sätze. Nimmt man aber die pragmatische Ethik hinzu(deren Erfindung man den Amerikanern zuschreibt), muss das kleinere Übel ausgewählt werden: (Auden: "Defend the bad against the worst"). Wie ich aber als Antwort auf Harzzach schon schrieb, sollten derartige Szenarien nicht die Norm werden. Sie finden auch in der Realwelt, denke ich, nicht ununterbrochen statt. Die meisten Probleme sind klar überschaubar, abtrennbar und es gibt eindeutige Lösungsansätze. Ansonsten fehlte wirklich der Optimismus in der Serie und sie würde in die Gefahr geraten, in Resignation und Larmoyanz abzugleiten. Das fände ich nicht gut. Zum Glück ist das nicht so. Natürlich mag die Schilderung eines solchen Dilemmas, in dem Perry sich dann eben mal befindet, ihn (und die Serie) erwachsener wirken lassen. Ab und zu kann solch ein Szenario also eingebracht werden, aber bitte nicht zu oft. Sonst leidet einfach die Grundstimmung des Lesens. Die Reihe ist eine Freizeitaktivität, keine moralische Abhandlung.
Ansonsten. Wanns rauskommt - im realen Universum - er wäre nicht zu halten gewesen. :D

Re: Spoiler 2976: Hyperlicht, von M.M. Thurner

Beitragvon Harzzach » 14. September 2018, 10:43

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Harzzach
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AARN MUNRO hat geschrieben:Nicht jedes Problem ist ein rückgekoppelter, polymorph verzahnter, Eigen-scher Hyperzyklus.

Nein, natürlich nicht. In der Abwechlsung liegt die Würze der Serie. Ich habe auch keine Lust ständig von einem vom Schicksal gebeutelten Perry zu lesen, der ein schmerzvolles NEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN!!!! über den malträtierten Leichnam von Sichu in den grauen, von Blitzen durchzuckten Himmel schreit :)

Aber so hin und wieder ... passt das. Also nicht das mit Sichu (um Gottes Willen, bloß nicht!), sondern das mit einem Perry, der in seinem typischen Bemühen sich überall einzumischen, wo (seiner Meinung nach) Unrecht gedeiht, auch mal gegen eine Wand läuft. Weil seine Gegner doch zu stark sind, weil es keine befriedigende Lösung gibt. Rückschläge gehören dazu, um die dann erfolgenden Fortschritte (SAN, ein immer stärkeres Zusammenwachsen der Völker der Lokalen Gruppe, endlich mal normale Nachkommen für Perry, eine gute Beziehung, usw. usf.) umso positiver wirken zu lassen.

Sprich, es tut gut zu lesen, dass er mit Sichu ein relativ unbelastetes, privates Glück gefunden hat und es tut gut zu lessen, dass Farye eine ganz normale Enkelin ist, die ihrem Opa auch mal zeigt, wo der Hammer hängt. Dass dies ein unvermeidliches Ende haben wird, weil Sichu und Farye älter werden, Perry aber nicht, interessiert nicht. Ich finde es gut, das die Autoren dies nicht jedes Mal dem Leser unter die Nase reiben, weil wir als Leser es längst wissen, was eines Tages passieren wird. Umso mehr genießen wir zusammen mit den Autoren diese "normalen", positiven Momente im Leben unserer Helden. Weil das nächste Chaos, die nächste Krise schon am Horizont heraufzieht, wo man es dann wieder richtig krachen lassen kann. Mit dramatischen Momenten, mit tragischen Momenten.
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AushilfsMutant
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Zur Not könnte man für Sichu ja einen ZA/ZAC auftreiben. Ansonsten bin ich ganz deiner Meinung.
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Grauleben
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Um Himmels Willen, noch ein Turteltaubenpaar auf ewig. Welcher Verdienst würde denn eine Vergabe eines ZAC an Sichu Dorksteiger rechtfertigen? Dass sie die Ehefrau Perry Rhodans ist? Die ist schon von Natur aus langlebig, so dass leider auch so zu befürchten ist dass sie den Sprung nach Band 3000 überlebt.
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Kardec hat geschrieben:Der Einfachheit halber schreib ich farbig ins Zitat.
zephydia hat geschrieben:.......... wenn ihr Perry zumindest ein Heft lang mal Wut und Schmerz wegen der Vernichtung Orpleyds hättet empfinden lassen. Oder wenn ihr nach Ende des Zyklus das Thema von Tisch haben wolltet Perry einen Moment echter Wut gegönnt hättet........
Ja, empfinde ich auch als schriftstellerisches Versäumnis. Auch egal wenn einige Leser keinen "inner space" lesen wollen - und dies als Gedöns abtun.

Um Legendenbildung vorzubeugen: Es gab solche Momente/Szenen, meiner Meinung nach sogar mehr als genug. Schaut mal bspw. in die Leseprobe zu PR 2898 "Das unantastbare Territorium", da werden solche Empfingungen sehr klar geschildert (und kontrastiert duch die Rationalisierungen von Gholdorodyn). Meiner Meinung nach war die Darstellung von "Wut und Schmerz" und Entsetzen nach Entdeckung des Schnitters sogar sehr ausgiebig, und "inner space"-Schilderungen gab es auch mehr als ausreichend.

Aber vielleicht ist dieser Thread nicht der geeignete Platz über den Sternengruft-Zyklus zu diskutieren. :gruebel:
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nanograinger
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zephydia hat geschrieben:
Klaus N. Frick hat geschrieben:
zephydia hat geschrieben:Ich merke dass es eine Sache gibt mich wirklich irritiert: Das die Serie sich zum einen, wie hier in diesem Heft sehr moralisch gibt, auf der anderen Seite aber das Weltbild zu vertreten scheint, das solche (angeblich westliche - obwohl man sie auch in vielen nicht-westlichen Kulturen findet) Moralvorstellungen völlig überholt sind.


Interessanter Gesichtspunkt. Ich lese und höre davon zum ersten Mal. Mir wäre neu, dass unsere Serie ein Weltbild vermittelt, dass sich von den Menschenrechten verabschiedet hat. Aber gut ...

Nein, ernsthaft: Ich weiß nicht, welches Weltbild Du in die Serie hinein interpretierst – aber das sehe ich als verantwortlicher Redakteur so nicht. Es wäre ja auch blöd von uns, das bewusst anzustreben.

Ich schrieb ja auch bewusst nicht das es so ist sondern das es mir so scheint. Ehrlich ich weiß nicht wie ich diese Wiedersprüche die ich im Bezug auf das Weltbild in der Serie wahrnehme interpretieren kann. Es scheint für mich einfach so zu sein dass Ihr zum einen auf der Bodenständigen Ebene der Handlung oft unbedingt eine Moral vermitteln wollt und auf der anderen der kosmischen Ebene gilt dass dann aber nicht mehr. ...

Natürlich gilt auf der kosmischen Ebene die menschliche Moral nicht, sie gilt ja nicht einmal auf der Erde allgemein. Und damit meine ich nicht den Versuch der chinesischen Regierung, bspw. die Menschenrechte anders als die in UNO-Erklärung zu definieren, sondern, dass es bspw. keinen Sinn macht, einem Löwen oder auch nur einer Hauskatze für unmoralisch zu erklären, weil sie ein anderes Tier getötet haben.
Im Perryversum gibt es eine Unzahl von nicht-menschlichen, nicht-humanoiden Intelligenzen, und deren Auffassung von Moral wird im Allgemeinen von menschlicher Moral recht verschieden sein.

Tatsächlich wird in der PR-Serie, insbesondere von Perry Rhodan selbst, die menschliche Moral in das Universum getragen. Das wird mal mehr oder mal weniger betont, aber gerade im Sternengruft-Zyklus und auch im Genesis-Zyklus in der Sevcooris-Handlungsebene ist das sehr deutlich zu sehen. Zwangsläufig gibt es dann Auseinandersetzungen mit der "Moral" anderer Kulturen.

Wir hatten hier im Forum übrigens mehrfach Diskussionen, in der manche Foristen das "Überstülpen" der menschlichen Moral ud Wertvorstellungen als "morallischen Imperialismus" bezeichneten (und auch in der Serie wird das teilweise thematisiert).
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Grauleben hat geschrieben:Um Himmels Willen, noch ein Turteltaubenpaar auf ewig. Welcher Verdienst würde denn eine Vergabe eines ZAC an Sichu Dorksteiger rechtfertigen? Dass sie die Ehefrau Perry Rhodans ist? Die ist schon von Natur aus langlebig, so dass leider auch so zu befürchten ist dass sie den Sprung nach Band 3000 überlebt.

Warum den nicht? Bei Vogel&Lua versteh ich es ja noch. Aber bei Perry&Sichu? Perry braucht meiner Meinung nach mal wieder eine Langzeit Frau, der gute hat eh genug Schmerz erlebt in der letzten Zeit (Verlustängste scheint er auch zu haben, usw). Kann ja nicht jeder so ein unverwüstliches Gemüt haben wie unser Arkoniden Häuptling/ Beuteterraner.
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Grauleben
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Weil es total öde und langweilig und fern jeder Realität ist? Also ehrlich, bei der Schilderung des Rhodanschen Ehelebens schlafe ich regelmässig ein, so sedierend wirkt das. Als "Chefwissenschaftler" soll die einfach mal nen ordentlichen Konverter entwickeln statt Händchen zu halten. So nen Dorksteiger-Hyper-Transregress-Proaktivator oder so, im Flottenjargon auch "Dorkie" genannt. Und dann standesgemäss mit lautem Poltern und Getöse abtreten, beim ersten Probelauf des Dings.
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Grauleben hat geschrieben:Weil es total öde und langweilig und fern jeder Realität ist? Also ehrlich, bei der Schilderung des Rhodanschen Ehelebens schlafe ich regelmässig ein, so sedierend wirkt das. Als "Chefwissenschaftler" soll die einfach mal nen ordentlichen Konverter entwickeln statt Händchen zu halten. So nen Dorksteiger-Hyper-Transregress-Proaktivator oder so, im Flottenjargon auch "Dorkie" genannt. Und dann standesgemäss mit lautem Poltern und Getöse abtreten, beim ersten Probelauf des Dings.

tsts - Nur weil du das nicht magst, heißt das ja noch lange nicht das es andere genauso sehen müssen. :unschuldig: Warum sollte das weit ab der Realität sein? Gab doch schon sehr langlebige Beziehungen in der Serie.
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AARN MUNRO
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Grauleben hat geschrieben:Weil es total öde und langweilig und fern jeder Realität ist? Also ehrlich, bei der Schilderung des Rhodanschen Ehelebens schlafe ich regelmässig ein, so sedierend wirkt das. Als "Chefwissenschaftler" soll die einfach mal nen ordentlichen Konverter entwickeln statt Händchen zu halten. So nen Dorksteiger-Hyper-Transregress-Proaktivator oder so, im Flottenjargon auch "Dorkie" genannt. Und dann standesgemäss mit lautem Poltern und Getöse abtreten, beim ersten Probelauf des Dings.



"Dorkie" ist gut !!! :st:
"Doc war Pazifist, was ihn nicht daran hinderte, realistisch zu denken!" (Robert A. Heinlein in "The moon is a harsh mistress")
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Harzzach hat geschrieben:Das kann man zwar so interpretieren, aber das was zumindest meiner Meinung nicht die Lektion, die man Perry lernen ließ. Die Geschichte um KOSH hat nur gezeigt, dass Perrys Wirken Grenzen hat, dass er nicht immer als Sieger das Schlachtfeld verlässt, dass er manchmal tatsächlich nicht helfen kann, weil er nur ein Mensch ist, der sich aber mit Chaotarchen und Superintelligenzen kurz vor dem Sprung zur Materiesenke anlegen will. Was manchmal durchaus klappt, manchmal eben nicht. Hier nicht. Nirgendwo entstand für mich der Eindruck, dass der grundsätzliche Wille Schwachen zu helfen falsch sei. Nur dass Perry kein Übermensch ist, er auch Niederlagen verkraften muss. Und aus ihnen, so die bisherige Geschichte der Serie, gestärkt und noch motivierter hervorgeht.
Das zumindest ist mein Eindruck des Sternengruft-Zyklus.


Aber er hat ja nicht einfach nur verloren und ist geschlagen abgezogen (womit ich keine Probleme gehabt hätte) sondern hat sich am Ende als er nicht gewinnen konnte auf die Seite des Gegners geschlagen. Da frage ich mich schon warum. KOSH ist nicht nur (wie den meisten Superintelligenzen) das Leben der Ameisen egal sondern er liebt es sie leiden zu lassen.
Und bevor jemand sagt das würde aus dem Text nicht hervorgehen, lest doch bitte nach wie die Gyanli und die Tiuphoren sich unter dem Einfluss von KOSH (durch die Träume unter allem Grund und die Brünnen) entwickelten: Zu Psychopathen die Planeten in Lebensfeindliche Müllhalden verwandelten oder nicht einfach nur töteten um Seelen zu sammeln sondern aus dem Töten eine Kunstform machten. In beiden Fällen war das für ihre Ziele (ein mächtiges Imperium zu erschaffen beziehungsweise ihre Banner voll zu kriegen kontraproduktiv.

Und für KOSH? Dessen Ziel war es genug Seelen/Bewustseine zusammen zu bekommen und im Katoraum zu einer Materiesenke
zu werden bevor ein Chaotarch ihn dabei erwischt. Und auch dabei ist solches zeitraubende Gehabe der Hilfsvölker alles andere als nützlich. Also muss man davon ausgehen dass KOSH egal was er von erlösen fasselte einfach nur ein sadistisches Vergnügen daran hatte kleine Ameisen leiden zu sehen. Was ihm sogar so wichtig war das er Verzögerungen bei seinem Plan zur Materiesenke zu werden in Kauf nahm.

Und dieses Wesen sitzt nun sicher im Katoraum. Und tut was? Einfach nichts? Sehr zweifelhaft. Da frage ich mich doch ob Perry Rhodan nicht ganz großen Fehler begangen hat als er KOSH half. Einen Fehler für den die Menschheit (und nicht nur die) eines Tages vielleicht bitter bezahlen muss. Wäre es nicht vielleicht besser gewesen wenn KOSH ohne die Technik von ANANSI nicht den Evolutionssprung geschafft hätte und einfach vergangen wäre. Vielleicht wäre der Staubring dabei tatsächlich dabei zerstört worden. Aber da hatte Perry nur das Wort eines Pashukan darauf der es nach eigener Aussage mit der Wahrheit nicht besonders genau nahm.
Und wenn wir schon über harte Entscheidungen sprechen muss die Frage erlaubt sein ob der Schutz vor einer unkontrollierbaren Materiesenke, das Risiko nicht wert gewesen wäre.



Harzzach hat geschrieben:Perry Rhodan weiß, dass er nicht in einer perfekten Welt lebt und es manchmal Situationen gibt, wo er nur falsche Entscheidungen treffen kann. Will er nicht den Naat-Planeten riskieren, riskiert er den kompletten Plan in die Jenzeitigen Lande vorzustoßen, um das Tribunal loswerden zu können. Will er die Bewusstseine der Vatrox retten, riskiert er die Existenz von ES. Was tun?

Genau diese Dilemma machen die Figur Perry Rhodan in meinen Augen auch zu einem Heldencharakter. Was tut man, wenn man nur beschissene Alternativen zur Auswahl hat? Man trifft eine Entscheidung und bereit sich darauf vor die Verantwortung zu übernehmen, falls die Sache schiefgeht. Anstatt diese Verantwortung an jemand anders wegzudelegieren, bei Erfolg dann den Erfolg für sich zu beanspruchen und bei Fehlschlag andere verantwortlich machen.


Ich frage mich was, wäre passiert wenn der Naatplanet zerstört worden wäre? Ich vermute mal das Vertrauen in Perry Rhodan und seine Anhänger wäre in der Milchstraße stark geschwunden. Für dass Tribunal wäre das eine feine Sache gewesen. Ob Rhodan das bedacht hatte?

Bei den Vatrox muss ich Dir soweit recht geben. Ich frage mich aber was will Perry Rhodan tun wenn ES wieder einmal Seelen von ihm vordert und dann gerade mal keine Gegner zur Verfügung stehen?
Da frage ich mich schon ob der Plan des Techno-Mahdi auch ES mit auszusperren nicht doch richtig ist. Verstehe mich nicht falsch, von ihren Methoden halte ich gar nichts aber wenn Du von Verantwortungen übernehmen wenn nur schlechte Alternativen zur Auswahl stehen schreibst muss man das auch dem Techno-Mahdi zugestehen.

Aber wie sieht das eigentlich mit der Verantwortung die Perry Rhodan übernimmt aus? In welcher Form übernimmt er sie? Er ist kein Politiker mehr. Niemand kann ihn Abwählen oder Entlassen. Ich würde behaupten das er sich eigentlich dadurch, dass er Privatmann ist aber trotzdem ständig wie ein Staatsoberhaupt agiert, ohne aber jemand Rechenschaft schuldig zu sein, sich in Wirklichkeit jeder Verantwortung entzieht.

So jetzt mache ich aber wirklich Schluss mit dem Thema, tut mir leid das ich soweit ins Off-Topic abgerutscht bin.
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