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Klaus N. Frick
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Seit einigen Jahren schmücken die Kurzgeschichten der STELLARIS-Reihe die PERRY RHODAN-Romane. Jede Geschichte ist in sich abgeschlossen; sie spielen allesamt an Bord des Raumschiffes STELLARIS. Die inhaltliche wie stilistische Bandbreite ist enorm – dafür sorgt unter anderem Olaf Brill, der die Stories redaktionell betreut.

Ganz neu im Team der STELLARIS-Autoren ist Thomas Frick. Er arbeitet normalerweise als Regisseur und Drehbuchautor, gibt Seminare für Drehbuchautoren, macht Filme und inszeniert fürs Theater. Geboren wurde der Autor 1962 in Rostock. Er studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen »Konrad Wolf« (heute Filmuniversität Babelsberg) und arbeitete mit vielen bekannten Regisseuren zusammen.

Seine Geschichte stellt einen Konsul ins Zentrum, der in seiner Villa sitzt und sich erinnert. Sein Blick in die Vergangenheit gilt der STELLARIS. An Bord des Frachters hat er vor Jahren etwas erlebt, das vieles für ihn verändert hat … Die amüsante Geschichte wirft einen originellen Blick auf das PERRY RHODAN-Universum.

Der PERRY RHODAN-Band 2950, in dem die STELLARIS-Folge 62 enthalten ist, kommt am 2. März 2018 in den Handel. Verfasst wurde der Roman von Christian Montillon und Uwe Anton, sein Titel lautet »Der Sternenwanderer«. Die Titelillustration der STELLARIS-Geschichte stammt von Mischa Bernauer.

Re: STELLARIS 62 von Thomas Frick

Beitragvon 43rd thought » 27. Februar 2018, 22:01

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43rd thought
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Klaus N. Frick hat geschrieben:Ganz neu im Team der STELLARIS-Autoren ist Thomas Frick. Er arbeitet normalerweise als Regisseur und Drehbuchautor, gibt Seminare für Drehbuchautoren, macht Filme und inszeniert fürs Theater. Geboren wurde der Autor 1962 in Rostock. Er studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen »Konrad Wolf« (heute Filmuniversität Babelsberg) und arbeitete mit vielen bekannten Regisseuren zusammen.


Verwandt oder verschwägert? :gruebel:
"Das Schlimme an unserer Zeit ist, dass die Zukunft nicht mehr das ist, was sie einmal war." Paul Valéry (1871-1945)

Re: STELLARIS 62 von Thomas Frick

Beitragvon Klaus N. Frick » 28. Februar 2018, 09:10

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Klaus N. Frick
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43rd thought hat geschrieben:Verwandt oder verschwägert? :gruebel:


Weder noch. Den Nachnamen Frick gibt's im Großraum Berlin sehr häufig. Mein Familienstamm ist schwäbisch.

Re: STELLARIS 62 von Thomas Frick

Beitragvon Richard » 28. Februar 2018, 20:39

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Richard
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Hier in Wien gibt es die Frick Buchhandlung, die auch einige Filialen hat.
Da ich im Zweifelsfall keine offensichtliche Werbung machen will steckt der URL im Spoiler (und nein, ich habe mit der Buchhandlung nichts zu tun, ausser dass ich früher dann und wann dort was gekauft habe).

Re: STELLARIS 62 von Thomas Frick

Beitragvon Verkutzon » 3. März 2018, 14:21

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Verkutzon
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Die Geschichte von Thomas Frick ist frisch, flott und spannend erzählt. Hat mir sehr gut gefallen! Danke :st:
Zeidik wartete das Ende der DYKE ab, dann lud er den Leichnam auf seine Schultern und trug ihn in den Schatten eines weitausladenden Baumes. Mit seiner Last kletterte er auf den Baum. Er band Armadan von Harpoon auf einem starken Ast fest, so dass der Tote jeden Morgen in Richtung der aufgehenden Sonne blicken würde. Diese Handlung hatte einen tiefen symbolischen Sinn. Armadan von Harpoon sollte sehen, dass die Sterne nicht erloschen waren.
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Normalerweise stehe ich den STELLARIS-Geschichten sehr positiv gegenüber und finde, dass junge Autoren ein Feedback verdient haben. Diesmal habe ich gezögert, mich zu der Geschichte zu äußern. Zum einen ist der Autor kein Anfänger, zum anderen hat mir die Geschichte absolut nicht gefallen. Dabei könnte man es dann auch belassen.
Aber vielleicht ist es ja auch für einen Profi für Dramaturgie und Storytelling noch interessant zu erfahren, warum ein Leser nichts mit seinem Werk anfangen konnte?
Vorab zur Titelillustration von Mischa Bernauer: Sehr schön, sehr stimmungsvoll, gut herausgearbeitete 3D-Effekte vor 2D-Hintergrundtapete, die Frisuren sind echte Hingucker, Rainer Nagel würde seine Freude an der Zigarre haben. Gerne mehr von solchen Illustrationen.
Zur Geschichte: Da erzählt jemand, assistiert von seiner Frau, über sein peinlichstes Erlebnis. Man sollte meinen, dass er das ungern tut, aber das ist nicht so. Im Gegenteil, es ist eine seiner Lieblingsgeschichten, die er schon unzählige Male zum Besten gegeben hat. Und spätestens an dem Punkt - also zum Anfang der Erzählung - ist die Schlusspointe bereits aufgelöst und kann nicht mehr überraschen.
Sein Verhalten, das er da schildert, ist ihm längst nicht so peinlich wie man erwarten sollte, er begründet es mit seiner Verliebtheit. Und das hat mich nun überhaupt nicht überzeugt. Nichts gegen Liebe mit und zu Aliens aber die geschilderten Verhaltensweisen sind durch Hormone nicht erklärbar.
Die Geschichte bekommt ihre retardierenden Elemente durch den beständigen Wechsel zwischen dem Inhalt der Erzählung und der Schilderung der Erzählsituation. Dadurch hat das Ganze etwas von der Echternacher Springprozession. Unglaubwürdig wirkt es zudem, dass die Erzählenden zwischenzeitlich so tun, als würden sie etwas ganz Neues zum Besten geben.
Logisch und überzeugend fand ich dann eigentlich nur die Motivation der unbekannten jungen Dame, die leider im weiteren Verlauf verwässert und praktisch wieder aufgehoben wurde.
Über den Sprachstil lässt sich sicherlich auch streiten. Mich hat er mehrfach ziemlich befremdet und meine Erklärungsversuche, dass es sich etwa um ironische Überhöhungen handeln könnte, konnten mich selber nicht überzeugen. Beispiel: "Ich brabbelte noch wirrer, mein Gesicht wechselte von knallrot zu kreideweiß. Noch eine Sekunde und ich wäre ohnmächtig vom Barhocker gefallen. Da küsste sie mich. Hilflos ließ ich es geschehen."
Also für mich hefte ich es mal unter "Nicht ganz geglückte Humoreske" ab. 8-)
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Alexandra
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Bisher habe ich das noch nicht gelesen, weil ich Stellaris eigentlich nie lese - die beiden Interviews mit dem Verfasser in der November- und Dezemberausgabe des Corona-Magazine entstanden rein wegen der Bekanntschaft beim Schreibseminar Wolfenbüttel und weil wir auf der PHANTASTIKA in Oberhausen 2017 genauso nett umeinander herumliefen wie am Braunschweiger Bahnhof.
Wir haben nett geschwätzt und er erwähnte Stellaris, und ich sagte, hey, dann machen wir im Corona ein Interview. Das war alles.
Aber deine Beschreibung und die Textprobe machen mich wirklich neugierig, hört sich ultrawitzig an.
Danke für den Tipp!!
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Verkutzon
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Ich fand die Geschichte wirklich gut und streckenweise witzig skurril! Ich lese auch selten Stellaris, aber diese Short-Story habe ich mit einem Schmunzeln zu Ende gelesen...
Zeidik wartete das Ende der DYKE ab, dann lud er den Leichnam auf seine Schultern und trug ihn in den Schatten eines weitausladenden Baumes. Mit seiner Last kletterte er auf den Baum. Er band Armadan von Harpoon auf einem starken Ast fest, so dass der Tote jeden Morgen in Richtung der aufgehenden Sonne blicken würde. Diese Handlung hatte einen tiefen symbolischen Sinn. Armadan von Harpoon sollte sehen, dass die Sterne nicht erloschen waren.
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Thomas Frick
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Dank an Verkutzon und Kritikaster für die Kritik. Ich freue mich sehr, dass Ihr es gelesen habt und auch über das ausführliche Feedback. Das hilft immer sehr. Und, ja, natürlich interessiert mich das.
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Alexandra
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Ich fand sie auch witzig.

Was mich wiederum beeindruckte: Die Sache mit den Masken. Sobald der spätere Konsul in den Biomasken der Posbi herumzuwühlen begann, sah ich das Fresko in der Sixtinischen Kapelle vor Augen, das mit den vielen Heiligen auf den Wolken,und irgendwo drin hängt eine menschliche Haut. http://cultura.biografieonline.it/wp-co ... arroti.jpg
Das ist Michelangelos Selbstportrait. Er hat sich als vergängliches Etwas dargestellt. Die eigene wahre Natur gezeigt. Das hatte ich die ganze Zeit vor Augen, als der verwirrrte Junge diese Biomasken anfühlte und beroch.
Und aus dieser Situation heraus lässt er sich auf die echte Täuschung ein und findet in ihr eine echte Begegnung. Das ist beeindruckend. Und noch dazu mit Posbis. Cool!

Der Rest ist nett und humorvoll erzählt, passt doch.
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TCai
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Kritikaster hat geschrieben:Normalerweise stehe ich den STELLARIS-Geschichten sehr positiv gegenüber und finde, dass junge Autoren ein Feedback verdient haben. Diesmal habe ich gezögert, mich zu der Geschichte zu äußern. Zum einen ist der Autor kein Anfänger, zum anderen hat mir die Geschichte absolut nicht gefallen. Dabei könnte man es dann auch belassen.
Aber vielleicht ist es ja auch für einen Profi für Dramaturgie und Storytelling noch interessant zu erfahren, warum ein Leser nichts mit seinem Werk anfangen konnte?
Vorab zur Titelillustration von Mischa Bernauer: Sehr schön, sehr stimmungsvoll, gut herausgearbeitete 3D-Effekte vor 2D-Hintergrundtapete, die Frisuren sind echte Hingucker, Rainer Nagel würde seine Freude an der Zigarre haben. Gerne mehr von solchen Illustrationen.
Zur Geschichte: Da erzählt jemand, assistiert von seiner Frau, über sein peinlichstes Erlebnis. Man sollte meinen, dass er das ungern tut, aber das ist nicht so. Im Gegenteil, es ist eine seiner Lieblingsgeschichten, die er schon unzählige Male zum Besten gegeben hat. Und spätestens an dem Punkt - also zum Anfang der Erzählung - ist die Schlusspointe bereits aufgelöst und kann nicht mehr überraschen.
Sein Verhalten, das er da schildert, ist ihm längst nicht so peinlich wie man erwarten sollte, er begründet es mit seiner Verliebtheit. Und das hat mich nun überhaupt nicht überzeugt. Nichts gegen Liebe mit und zu Aliens aber die geschilderten Verhaltensweisen sind durch Hormone nicht erklärbar.
Die Geschichte bekommt ihre retardierenden Elemente durch den beständigen Wechsel zwischen dem Inhalt der Erzählung und der Schilderung der Erzählsituation. Dadurch hat das Ganze etwas von der Echternacher Springprozession. Unglaubwürdig wirkt es zudem, dass die Erzählenden zwischenzeitlich so tun, als würden sie etwas ganz Neues zum Besten geben.
Logisch und überzeugend fand ich dann eigentlich nur die Motivation der unbekannten jungen Dame, die leider im weiteren Verlauf verwässert und praktisch wieder aufgehoben wurde.
Über den Sprachstil lässt sich sicherlich auch streiten. Mich hat er mehrfach ziemlich befremdet und meine Erklärungsversuche, dass es sich etwa um ironische Überhöhungen handeln könnte, konnten mich selber nicht überzeugen. Beispiel: "Ich brabbelte noch wirrer, mein Gesicht wechselte von knallrot zu kreideweiß. Noch eine Sekunde und ich wäre ohnmächtig vom Barhocker gefallen. Da küsste sie mich. Hilflos ließ ich es geschehen."
Also für mich hefte ich es mal unter "Nicht ganz geglückte Humoreske" ab. 8-)

Danke, @Kritikaster. Du hast mein Weltbild wieder geradegerückt.
»Denn Phantastik schreiben, heißt ja nicht, die Realität mit anderen Mitteln nachzuerzählen, sondern die Realität mit anderen, eben phantastischen Mitteln aufzubrechen.«
Sascha Mamczak

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Kritikaster hat geschrieben:...
Zur Geschichte: Da erzählt jemand, assistiert von seiner Frau, über sein peinlichstes Erlebnis. Man sollte meinen, dass er das ungern tut, aber das ist nicht so. Im Gegenteil, es ist eine seiner Lieblingsgeschichten, die er schon unzählige Male zum Besten gegeben hat. Und spätestens an dem Punkt - also zum Anfang der Erzählung - ist die Schlusspointe bereits aufgelöst und kann nicht mehr überraschen.

Finde ich nicht ganz fair. Natürlich ist recht früh klar, dass die Geschichte gut für den Konsul ausgeht, aber worauf genau es hinausläuft, wird erst mit dem Auftauchen der jungen Dame klar.
Kritikaster hat geschrieben:Sein Verhalten, das er da schildert, ist ihm längst nicht so peinlich wie man erwarten sollte, er begründet es mit seiner Verliebtheit. Und das hat mich nun überhaupt nicht überzeugt. Nichts gegen Liebe mit und zu Aliens aber die geschilderten Verhaltensweisen sind durch Hormone nicht erklärbar.

Ohje. Da es leider genügend Fälle von Leuten gibt, die wg. "der Hormone" sogar Suizid begehen, kann ich dem nun überhaupt nicht zustimmen. Mit Aliens oder nicht hat das aber auch gar nichts zu tun.
Kritikaster hat geschrieben:...
Also für mich hefte ich es mal unter "Nicht ganz geglückte Humoreske" ab. 8-)

Im Einleitungstext steht, dass Thomas Frick bei " Detective Lovelorn und die Rache des Pharao" Regie geführt hat, was offenbar eine B-Movie-"Parodie" ist. Das ist mir nach der ersten Seite der Geschichte eingefallen, und dann habe ich die Story als einen B-Movie-Erzählung einer B-Movie-Geschichte aufgefasst. Und dann habe ich die Story entsprechend genossen. B-)
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nanograinger hat geschrieben: dann habe ich die Story als einen B-Movie-Erzählung einer B-Movie-Geschichte aufgefasst.

Willst du damit sagen, dass ich im falschen Film war? Mag sein, ich schaue mir grundsätzlich keine Filme an, da kann ich einem untergejubelten schon mal auf den Leim gehen. Muss ich mir das so vorstellen, dass da jemand sich über sein eigenes abgesenktes Niveau lustig zu machen versucht? Strange. Was die Prognostizierbarkeit der Schlusspointe angeht: Dass es auf die Heirat mit der aktuellen Gattin als direkte Folge aller Peinlichkeiten rauslaufen würde, ließ sich aber schon ganz am Anfang voraussehen, egal, wie die bei der Geschichte ins Spiel kommen würde. 8-)
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Thomas Frick
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Kritikaster hat geschrieben:Muss ich mir das so vorstellen, dass da jemand sich über sein eigenes abgesenktes Niveau lustig zu machen versucht?

Lieber Kritikaster, sein eigenes abgesenktes Niveau zu erkennen, fällt einem Autor mit abgesenktem Niveau natürlich immer am schwersten, zum Glück gibt es dafür mehr oder weniger wohlmeinende Kritiken. :st: Die kann ich auch gern annehmen und freue mich darüber, wenn sie sich die Zeit nehmen und sie gut begründen. Ich habe die Echternacher Springprozession gegoogelt und Tränen gelacht. Danke dafür.
Mich über mein eigenes Niveau lustig zu machen wäre mir keine Geschichte wert - und vermutlich noch weniger einem Redakteur. "Strange" träfe es tatsächlich gut. Es tut mir doch aber weh und leid, dass Sie außer der durchschaubaren Schlusspointe so gar nichts mitnehmen konnten. Rechtfertigen oder im Nachhinein erklären möchte ich nichts.
Ich hoffe, vielmehr, hier noch mehr hilfreiche und weiterführende Kritiken zu lesen. Bis jetzt macht mir eher Sorge, dass es ganz schön zahm zugeht. Nichts ist schlimmer, als wenn man gar nicht wahrgenommen wird und es nichts zu diskutieren gibt.
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nanograinger
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Kritikaster hat geschrieben:... Muss ich mir das so vorstellen, dass da jemand sich über sein eigenes abgesenktes Niveau lustig zu machen versucht? Strange. ....

Das wäre indeed "strange", aber andererseits ist die Fähigkeit zur Selbstironie nicht die schlechteste Charaktereigenschaft.

Aber das meinte ich nicht. Ein B-Movie war und ist ja in erster Linie ein Film, der aufgrund budgetärer (aber oft genug auch künstlerischer) Defizite bei der Herstellung nicht den gehobenen Ansprüchen seiner Zeit an Qualität (sowohl der technischen als auch der künstlerischen) entspricht. Manche dieser Filme oder Filmemacher werden im Laufe der Zeit dann zu Kult-Filmen/Filmemachern (oder zu A-Movie Regisseuren, wenn sie Glück haben).

Eine B-Movie Parodie ist dagegen ein bewusst im Stile eines B-Movie produzierter Film, der aber meist als Hommage an die Original-Künstler gedacht ist (und eher selten als Selbstverar***e). Ein Beispiel dafür ist der Film "Ed Wood" von Tim Burton (u.a. mit Johnny Depp und Martin Landau. Landau hat für seine Darstellung des alternden Bela Lugosi den Oskar bekommen) über Ed Wood, den Regisseur des "Schlechtesten Filmes aller Zeiten". Waren schon die Filme von Ed Wood meist unfreiwillig komisch (weshalb "Plan 9 from Outer Space" heute Kultstatus hat), so ist "Ed Wood" in manchen Szenen gerade "hysterical", aber dann auch wieder sehr berührend, wenn gerade durch die Holzschnittartigkeit der Darstellung die Idee oder die Emotionen hinter einer Szene besonders klar hervorkommt.

So ähnlich habe ich auch diese Stellaris-Kurzgeschichte gelesen. Nach der ersten Seite war mir klar, dass das nicht ernst gemeint sein konnte, weil einfach zu viele Stereotypen und Skurrilitäten aufeinandergestapelt wurden (ein Beispiel ist der Doppelkopf-Frosch, dem beide Kinnladen herunterfallen). Aber gerade durch die skurrilen und peinlichen Momente wird der Kern der Liebesgeschichte hervorgehoben. Und dafür ist, nebenbei bemerkt, auch die ansonsten überflüssige Schachtelstruktur der Erzählung einer Erzählung notwendig, denn nur dadurch kann die Konsulin ihre spitzen Bemerkungen einbringen.
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Arthur Dent
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Die Beiträge hier haben mich neugierig gemacht und ich habe die Geschichte nun auch gelesen. Durch die Meinungen hier bin ich sicherlich etwas vorbelastet ans Lesen gegangen. Tatsächlich aber hat mich der Stil sofort eingenommen und ich konnte die Story genießen. Die Redseligkeit, die Bestandteil der Figur des Konsuls ist, transportiert der Autor sehr gut. Selbstironie, wie hier schon erwähnt wurde, ist sicherlich auch ein Bestandteil der Story und natürlich die Huldigung an die große Liebe seines Lebens. Der Konsulin, die er durch sein abwegiges Abenteuer erst kennenlernte.
Mir hats gefallen.
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Thomas Frick
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Arthur Dent hat geschrieben:Die Beiträge hier haben mich neugierig gemacht und ich habe die Geschichte nun auch gelesen. ...
Mir hats gefallen.


So schnell zahlt sich Kritik aus. Freut mich sehr! Danke.
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Hofnarr
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mir hat sie auch gefallen. Sie hat sich flüssig gelesen.
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Arthur Dent
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Thomas Frick hat geschrieben:...
Ich hoffe, vielmehr, hier noch mehr hilfreiche und weiterführende Kritiken zu lesen. Bis jetzt macht mir eher Sorge, dass es ganz schön zahm zugeht. ...

Keine Sorge, wir können auch anders. :devil:
Wenn ich es mir recht überlege, können wir meist anders. Muss am Neuling-Bonus liegen. Schreib einfach eine zweite Story.

Aber diese erste Story hat mir zugesagt. Sie hat viele Merkmale einer Kurzgeschichte, wie ich sie bevorzuge. Sie ist, was die Erzählweise angeht, ungewöhnlich und sie lässt Raum für Interpretation. Das mag ich. Puh, ganz schön zahm. :o(
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Thomas Frick
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Arthur Dent hat geschrieben: Schreib einfach eine zweite Story.


Erste Fassung ist fertig. Mal sehen was Herr Frick (nicht verwandt und nicht verschwägert) dazu sagt. Wird eher ein Actioner.
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jogo
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Thomas Frick hat geschrieben:...nicht verwandt und nicht verschwägert...

Er hat dir nur noch nicht mit einem Keuchen gesagt, dass er dein Vater ist... B-)
Sorry, ich muss einfach dämliche Witze von mir geben. :D
Denken ist wie googeln - nur krasser.
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TCai
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jogo hat geschrieben:
Thomas Frick hat geschrieben:...nicht verwandt und nicht verschwägert...

Er hat dir nur noch nicht mit einem Keuchen gesagt, dass er dein Vater ist... B-) :D

Wenn, dann wohl eher umgedreht und sehr früh angefangen.

Ich fand die Geschichte übrigens nicht gut. Das ist nicht mein Humor. Darüber kann ich nicht lachen. :mellow:
»Denn Phantastik schreiben, heißt ja nicht, die Realität mit anderen Mitteln nachzuerzählen, sondern die Realität mit anderen, eben phantastischen Mitteln aufzubrechen.«
Sascha Mamczak

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Thomas Frick
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jogo hat geschrieben:Er hat dir nur noch nicht mit einem Keuchen gesagt, dass er dein Vater ist... B-)
Sorry, ich muss einfach dämliche Witze von mir geben. :D

Jedenfalls habe ich auf meine alten Tage sehr gelacht. :st:
Wohingegen ich gar nicht verstehe, was an meiner Geschichte lustig sein soll. Ich bestehe darauf, dass es in ihr nichts zu lachen gibt und auf seriöse Weise hochmoralische Themen abgehandelt werden. Dieses Werk enthält autobiografische Anteile, die ich nicht durch den Kakao gezogen sehen möchte. Fragen der beruflichen Orientierung und Selbstfindung eines Trivid-Nerds sind mir viel zu wichtig, als dass ich sie einfach unter Humor abgetan sehen möchte. B-(
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Raktajino
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Ich fürchte, ich habe den Schluss irgendwie versemmelt. Tauchte da nicht ein Name auf, der wichtig war?! :o
Erinnerte stark an Kleinkunstvorlesungen in Berlin vom Literaturdepot e.V. Wenn die Polinnen schmelzen...
Immerhin mein 2. Stellaris. :st:
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Thomas Frick
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Raktajino hat geschrieben:Ich fürchte, ich habe den Schluss irgendwie versemmelt. Tauchte da nicht ein Name auf, der wichtig war?! :o
Erinnerte stark an Kleinkunstvorlesungen in Berlin vom Literaturdepot e.V. Wenn die Polinnen schmelzen...
Immerhin mein 2. Stellaris. :st:

Ups... kannst Du das genauer erklären? Kann nicht folgen. Literaturdepot war ich noch nicht. Was meinst Du? Hat es dir gefallen?
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