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Dienstzeit der Schiffe II

Beitragvon Kapaun » 26. Dezember 2017, 02:48

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Kapaun
Kosmokrat
Beiträge: 8791
Registriert: 2. Juli 2012, 22:34
Nochmal zurück zum Thema Dienstzeit: Dass ein Schiff sehr lange Zeit einsatzfähig gehalten werden kann, wenn man denn will, ist mir schon klar. Die Frage ist nur, wie sinnvoll bzw. wie ökonomisch das ist. Die technische Entwicklung schreitet ja auch bei PR voran, ebenso wie es Materialermüdung auch dort geben wird. Da gibt es neue Antriebe, neue Waffen, neue Hangarsysteme, neue Materialien, neue Schirme, neue Computer etc. pp. Vieles davon wird sich ohne allzugroße Probleme im vorhandenen Schiff austauschen bzw. ergänzen lassen. Aber irgendwo sind halt auch Grenzen. Um nur zwei Beispiele zu nennen: Eine komplette Außenhülle durch ein neueres, besseres Material zu ersetzen, ist wahrscheinlich nicht wirklich sinnvoll. Interne Neuerungen, die größere Änderungen bei der Decksstruktur erfordern, wohl eher auch nicht. Irgendwann erreicht ein Schiff halt einen Punkt, an dem es zwar noch auf den neuesten Stand gebracht werden kann, aber mit soviel Aufwand, dass ein kompletter Neubau wohl sinnvoller und auch günstiger wäre. Siehe Oldtimer-Autos - da gibt es ja ganz ähnliche Probleme, weshalb sie auch ausschließlich in den Sektor private Liebhaberei fallen. Dies begrenzt auch die Zweitverwertung eines Schiffs für andere Zwecke ziemlich, will mir scheinen. Warum ein älteres Schiff für die eigenen Zwecke umbauen, wenn man es vermutlich günstiger oder jedenfalls nicht wesentlich teurer auch fix und fertig neu kaufen kann? Ich denke, de facto werden terranische Kriegsschiffe nicht älter als ein paar Jahrzehnte. Bei einmaligen Sonderanfertigungen wie etwa der BASIS, der SOL etc. sieht es natürlich ein bisschen anders aus. Da kann es Gründe geben, die dafür sprechen, dass Schiff für wesentlich längere Zeit im Dienst zu behalten ...

Re: Dienstzeit der Schiffe II

Beitragvon Wim Vandemaan » 28. Dezember 2017, 12:26

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Wim Vandemaan
Marsianer
Beiträge: 224
Registriert: 29. Juni 2012, 18:01
Hallo,
das ist mir alles viel zu "heutig" gedacht oder aus heutigen Verhältnissen abgeleitet. Ich gehe davon aus, dass es keine Materialermüdung geben wird - aufgrund welcher mechanischer Teile auch? Welcher Umwelteinflüsse? Die Raumschiffe sind doch keiner Witterung ausgesetzt; wozu hat man Prallfeldschirme? :D
Auch die Ökonomie wird 3000 Jahre in der Zukunft wohl kaum noch eine Rolle spielen, die ihrer heutigen auch nur ähnelt. Der Kapitalismus ist ein etwa dreihundert Jahre altes Wirtschaftsmodell, und ich sehe keinen Grund, warum ihm - im Unterscheid zu anderen Wirtschaftsmodellen - Ewigkeitswert zukommen sollte. (Ich erinnere mal an OLD MAN - soweit ich sehe, wurden für den Bau von über 15.000 Großkampfschiffen keinerlei "Gelder" verwendet; schlicht gesagt: Diese Riesenflotte wurde kostenlos gebaut, ohne Einsatz irgendwie erwirtschafteter Finanzmittel :st: - und das 2500 Jahre vor unsere Handlungszeit!)
Was den Raumschiffsbau und Unterhalt angeht, stelle ich mir vor, dass viele funktionale Elemente modularisiert gebaut werden, weswegen der allergrößte Teil der von Dir beschriebenen Probleme nicht mehr auftauchen sollte.
Ich denke auch, dass Materialien in Zukunft wie Funktionseinheiten und Programme upgedatet statt ausgetauscht werden, dass sich Außenhüllen gewissermaßen umprogrammieren lassen.
Also: Die Lebens- und Einsatzzeit unserer Raumschiffe ist prinzipiell unbegrenzt; dies schließt Neuentwicklungen natürlich nicht aus. Aber ein von Umwelteinflüssen und Materialermüdung diktiertes Haltbarkeits- beziehungsweise Verfallsdatum von wenigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten sehe ich nicht.

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