Klassiker - Das Kosmische Schachspiel (PR 600 - 649)

Unvergessene Abenteuer, legendäre Zyklen - nachgelesen und neu diskutiert.
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Wie findet ihr den Zyklus im Vergleich?

Die PR-Serie erreichte mit dem Kosmischen Schachspiel ihren Höhepunkt.
2
10%
Interessanter/besser als die vorhergehenden Zyklen (Cappins, Schwarm, Altmutanten)
6
30%
Schlechter als die vorhergehenden Zyklen (Cappins, Schwarm, Altmutanten)
3
15%
Vergleichbar mit Apfelkuchen
9
45%
 
Abstimmungen insgesamt : 20
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Yman
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Nie war Perry Rhodan lustiger als beim Komischen Schachspiel! :lol:

Spaß beiseite. :o) Ich hoffe, es gibt einige Interessenten für den sich an den Altmutanten-Zyklus (mit einem Zeitsprung von 12 Jahren) anschließenden Klassiker-Zyklus. Wir schreiben das Jahr 3456 (eine lustige Zahl!). Die MARCO POLO ist nach wie vor Rhodans Schiff der Wahl. Ein Testflug steht an ...

Der Jubiläumsband 600 "Die unsichtbare Grenze" (erschienen am 23. Februar 1973) stammt von Kurt Mahr, der auch den Abschlussband PR 599 schrieb. Kann jemand das Datum bestätigen?

Wenn nichts dagegen spricht, würden wir, demnächst mit PR 600 beginnend, jede Woche den Titel eines Romans hier einstellen, so dass wir in einem Jahr mit dem Zyklus durch wären.
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Faktor10
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Also ich freue mich auf den Zyklus. :st:
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dandelion
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Danke Yman. Schön, daß es mit den Klassikern aus der Zeit des Solaren Imperiums weitergeht.

Vielleicht beteiligen sich hier ein wenig mehr Foristen als zuletzt bei den Altmutanten. Es können auch "Neue" mitlesen und (fast) alles verstehen. Steht zumindest so auf der LKS von 598. Da bin ich dann mal gespannt, wieviel Vorwissen notwendig ist.
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Faktor10
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Also kennst du ihn noch nicht?
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dandelion
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Faktor10 hat geschrieben:Also kennst du ihn noch nicht?


Das ist die Frage. Ich habe den Zyklus damals bei der Erstveröffentlichung gelesen, aber das ist bekanntlich schon etliche Jährchen her und irgendwie ist mir das Wissen um das Zyklusgeschehen abhanden gekommen. Von ein paar Eckpunkten mal abgesehen. Ganz "neu" bin ich als Leser also nicht.
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LaLe
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Cappins, Schwarm und Altmutanten als gemeinsame Vergleichsmasse lassen mich den Apfelkuchen wählen.
Die Katze grinste.
"Hierzulande ist jeder verrückt. Ich bin verrückt. Auch du bist verrückt."
"Woher weißt du, dass ich verrückt bin?"
"Sonst wärst du nicht hier", antwortete die Katze.

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Faktor10
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Viel besser als Altmutenten, Schwarm war gleich gut und Cappin war dazwischen oder bei der Letzt genannten umgekehrt :D . Also Apfelkuchen. :rolleyes:
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Yman
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Am 23. Februar 1973 erschien der 600. Roman:

Die unsichtbare Grenze von Kurt Mahr


Untertitel: Ein Experiment misslingt - und ein unglaublicher Widersacher erscheint


Hauptpersonen:
Perry Rhodan, Geoffrey Abel Waringer, Perry Rhodan II und Reginal Bull II, Tycho Ramath, Felix Rabin.

Handlung: Die Ausgangslage ist, dass das Solare Imperium wieder ganz auf der Höhe ist. Die durch den Schwarm ausgelösten Wirren und Schäden sind überwunden, bei vielen anderen Völkern, z.B. den Arkoniden ist das nicht der Fall, so dass das Solare Imperium eine Vorrangstellung in der Milchstraße hat, die es durch einen technologischen Vorsprung weiter auszubauen gilt.

Am 20. August 3456 befinden sich Rhodan und Waringer an Bord der MARCO POLO in Höhe der Pluto-Bahn, um ein Experiment durchzuführen. Ein altes Arkonidenschiff namens HYODPON ist mit einem neuartigen, sogenannten Nug-Schwarzschild-Kraftwerk ausgerüstet.

Zuerst schießt die MARCO POLO mit Desintegratoren, der grüne HÜ-Schirm der HYODPON hält. Dann werden die Impulsgeschütze eingesetzt, um den Schirm an die Grenze zu bringen, und ein Transformgeschoss lässt den HÜ-Schirm platzen.

Danach ist der rote Paratron-Schirm dran, der ebenfalls überlastet wird, aber als das neue Kraftwerk einspringt, kann er das Transformfeuer fast spielend leicht abwehren. Nun will Waringer aber Nägel mit Köpfen machen und lässt den Paratron stärker beschießen. Daraufhin geschieht etwas sehr Merkwürdiges.
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Faktor10
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Und hier das Bild.
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Faktor10
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Mit dem Band 600 fängt ein neuer Zyklus an. Bemerkenswert ist sogleich das der Roman diesmal nicht von KHS geschrieben wurde. Dieser neue Zyklus teilt sich in drei Teilbereiche auf. Das Titelbild gibt einen ersten Eindruck um was es im ersten Teilbereich geht. Mich würde interessieren wie weit zu diesem Zeitpunkt der Einfluss von Voltz schon reicht. Ich denke schon recht stark. Die Serie wandelt sich stark. Noch etwas unbemerkt, zumindest damals für den Leser , aber doch stetig. Ich frage mich ob KHS diesen Weg der hier schon gut zu sehen ist, gerne mitgegangen ist. Wohl eher nicht.
Eine Grenze wird eingerissen.
Am Anfang und am Ende des Romans stehen etwas kryptische Wortmeldungen.
Der Leser ahnt dass es um mehr geht als nur die Versetzung in ein anderes Universum. Um was für eine Art von Universum es sich handelt, habe ich bis heute nicht verstanden. Kurzfristige Abspaltung des für uns realen Universums mit spiegelefekten? Das war meine Erklärung. Das dieses Anti SI schon seit 1500 Jahren bestehen soll kann ich nicht glauben.
Das Tibi finde ich auch heute noch sehr gelungen. So wie Gucky rechts erscheint, so ist für mich Gucky.
Die Idee mit dem Anti/Spiegel Universum und dem umdrehen der Charaktere fand ich gut.
Von der Schreibweise die Kurt Mahr an den Tag legt, könnte der Roman auch aus der Feder von KHS stammen. Ich fand mich damals, als fast 16 Jahre alter Jüngling wie auch heute als alter Sack durch diesen Roman gut unterhalten. Für eine 00 Nummer ein richtig guter Roman.
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Quinto
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Band 600 war für mich einerseits eine leichte Enttäuschung, weil nicht von K. H. Scheer geschrieben, andererseits war er die endlich erreichte Oase nach 3jähriger Durststrecke seit 450. Denn Kurt Mahr vertrat Scheer voll und ganz, war der richtige Autor am richtigen Platz und legte einen ausgezeichneten Eröffnungsband hin. Überhaupt schrieb er in diesem Zyklus endlich mal wieder einige überdurchschnittlich gute Hefte.

Zur Handlung: Ein Knalleffekt, wie ich ihn mir immer zu einer Zykluseröffnung wünschte: Rhodan landet in einer Parallelwelt und muss sich mit seinem negativen Doppelgänger und dessen ebenso brutalen Helfern auseinandersetzen. Da der Zyklus als ES-Zyklus angekündigt war, war natürlich klar, dass einer der beiden am Anfang und am Ende des Hefts diskutierenden Gesprächspartner das Geistwesen ES war. Klar war auch, dass der andere eine ähnlich mächtige Entität sein musste, deren Ziele natürlich im Dunkeln blieben. Die von ES ausgesprochene Ermahnung, sich an die Regeln zu halten, zeigte auch gleich, was zu erwarten war: Regelverstöße in einem Duell, das Rhodan stellvertretend für andere ausfocht, ohne davon etwas zu ahnen. Das war jedenfalls eine originelle Idee und sie wurde alles in allem sehr ordentlich und unterhaltsam umgesetzt.
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Faktor10
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Das nicht KHS den Band geschrieben hatte war schon eine leichte Enttäuschung damals :( . Aber Mahr war ein guter Stellvertreter. :st:
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GECP
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Faktor10 hat geschrieben:Mich würde interessieren wie weit zu diesem Zeitpunkt der Einfluss von Voltz schon reicht. Ich denke schon recht stark. Die Serie wandelt sich stark. Noch etwas unbemerkt, zumindest damals für den Leser , aber doch stetig. Ich frage mich ob KHS diesen Weg der hier schon gut zu sehen ist, gerne mitgegangen ist. Wohl eher nicht.


Ich glaube, K. H. Scheer hat genau gewußt, daß sich die Serie weiterentwickeln muß. Laut Perrypedia hat er bis Band 674 die Exposes und Datenexposes und bis Band 963 nur noch die Datenexposes geschrieben. Und am Ende des Kosmische-Burgen-Zyklus, als Willy Voltz vollständig übernommen hatte, ist es zäh und zunehmend esoterisch geworden. Ich denke, die beiden haben sich perfekt ergänzt, aber das ist natürlich nur meine persönliche Meinung.
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Richard
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Quinto hat geschrieben:Band 600 war für mich einerseits eine leichte Enttäuschung, weil nicht von K. H. Scheer geschrieben, andererseits war er die endlich erreichte Oase nach 3jähriger Durststrecke seit 450.


Ist zwar jetzt nicht das Thema dieses Threads ... hat dich also Band 500 eher mal enttäuscht obwohl der von KHS war?
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Yman
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Band 600, Handlung Fortsetzung: Die MARCO POLO wurde offenbar durch einen Paratron-Effekt bei hohen Energien in ein Parallel-Universum versetzt, eine Art Spiegeluniversum mit einem bösen Rhodan II, Bull II, usw. Auch eine zweite MARCO POLO existiert.

Ahnungslos landet Rhodan I auf Terra und wird von Bull II in die Zange genommen, als er den Verdacht erweckt, nicht ganz richtig im Kopf zu sein. Atlan begeht einen Fehler als er Bull II nach dem Rufkode fragt, den man kennen muss, um in Imperium Alpha die Kommunikation zu benutzen.

Nach der Rückkehr von Rhodan II begegnen sich die Doppelgänger, und die Besatzung der MP I wird in einem 100 Meter breiten und 500 Meter tiefen von Kampfrobotern bewachten Gebäude unweit Terranias eingeschlossen, dessen Decke aus einem HÜ-Schirm besteht. Rhodan I gelingt der Ausbruch, und mit der Hilfe von Tycho Ramath und Felix Rabin wird eine groß angelegte Befreiungsaktion gestartet, bei der einige Hundert als Menschen getarnte Roboter eingesetzt werden.

Die MARCO POLO I kann mit der befreiten Besatzung entkommen, die MARCO POLO II wird durch Transformbeschuss beschädigt und kann die Verfolgung nicht aufnehmen.

Faktor10 hat geschrieben:Der Leser ahnt dass es um mehr geht als nur die Versetzung in ein anderes Universum. Um was für eine Art von Universum es sich handelt, habe ich bis heute nicht verstanden. Kurzfristige Abspaltung des für uns realen Universums mit spiegelefekten? Das war meine Erklärung. Das dieses Anti SI schon seit 1500 Jahren bestehen soll kann ich nicht glauben.


So ganz verstehe ich es auch nicht, wie das alles so sein kann. Es wird im Roman angedeutet, dass es mindestens 10 hoch 80 Fakultät Paralleluniversen geben soll, und ausgerechnet dieses eine hat die Superintelligenz Anti-ES herausfinden und als Spielfeld präparieren können?

Den Roman fand ich spannend, aber auch unglaubwürdig. Wieso hat man Rhodan I und seinen Leuten die Waffen gelassen und ihnen das Entkommen so leicht gemacht? Und wie gelang es Tycho Ramath unbemerkt eine solch große Untergrundorganisation aufzubauen? Soll das alles Teil eines Spielzugs gewesen sein?
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old man
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LaLe hat geschrieben:Cappins, Schwarm und Altmutanten als gemeinsame Vergleichsmasse lassen mich den Apfelkuchen wählen.

dito.
Zu den Sternen !
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Quinto
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Richard hat geschrieben: ... hat dich also Band 500 eher mal enttäuscht obwohl der von KHS war?

Nein, hat er nicht, obwohl ich den gigantomanisch angelegten Schwarm doch für arg übertrieben hielt. Zwischen 450 und 600 gab es ja durchaus ordentliche bis sehr gute Einzelhefte. Generell mochte ich einfach Scheers Schreibtechnik trotz seiner Militär-Affinität. Ich fand es daher schade, dass er nach 500 ein ganzes Jahrzehnt keine Hefte mehr schrieb.
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Yman
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old man hat geschrieben:
LaLe hat geschrieben:Cappins, Schwarm und Altmutanten als gemeinsame Vergleichsmasse lassen mich den Apfelkuchen wählen.

dito.


Wenn man wollte, also, wenn man wirklich wollte, könnte man ja noch schreiben, welchen der drei Zyklen man besser oder schlechter als das Kosmische Schachspiel fand.
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dandelion
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Faktor10 hat geschrieben:Und hier das Bild.
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Gucky wie er leibt und lebt. Das Titelbild hat aber eher Symbolcharakter, denn eine Begegnung mit dem Parallelwelt-Gucky gab es in diesem Heft nicht. Der richtige Gucky zeigt ja manchmal seine charakterlichen Schattenseiten, sein Gegenstück dürfte deshalb eigentlich auch nicht durch und durch böse sein, wie es Rhodan II und Bull II anscheinend sind. Wir serden sehen.

Den Roman fand ich insgesamt eher sperrig zu lesen. Liegt wohl daran, daß mich lange technisch-wissenschaftliche Erklärungen bei Rhodan noch nie gereizt haben. Eingermaßen gelungen war für die damaligen Leser wohl die Schilderung der mysteriösen Veränderungen bei der Rückkehr der MARCO POLO nach Terrania. Der damalige Überraschungseffekt ist beim jetzigen Lesen nicht mehr vorhanden, was den Lesegenuß natürlich mindert.

Interessant ist, daß auch bei der Wahl von 3450 ein Attentat auf Rhodan verübt wurde, ebenso wie bei der vorherigen Wahl, wie eine Realwoche zuvor in Nr. 599 geschildert. Seltsamerweise kennt Rhodan den Aufenthaltsort von Ramath, obwohl dieser seinen Namen geändert hat.

Für mich kein sonderlich guter Roman, die Ausgangslage ist allerdings schon vielversprechend. Rhodan mit wenigen Getreuen in einer paradoxen Situation. Alles ist vertraut und doch fremd. Die Bewohner des richtigen Solaren Imperiums sind aber zumindest vorerst nicht gefährdet.
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LaLe
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Yman hat geschrieben:
old man hat geschrieben:
LaLe hat geschrieben:Cappins, Schwarm und Altmutanten als gemeinsame Vergleichsmasse lassen mich den Apfelkuchen wählen.

dito.


Wenn man wollte, also, wenn man wirklich wollte, könnte man ja noch schreiben, welchen der drei Zyklen man besser oder schlechter als das Kosmische Schachspiel fand.

Lass es mich mal so sagen, "Das kosmische Schachspiel" hatte mit der Odyssee in Naupaum einen starken Teil (obwohl die Idee eines extrahierten Gehirns auf Reisen selten dämlich klingt), der für mich vieles schlägt, was die drei genannten Alternativen zu bieten haben. Das böse Paralleluniversum fand ich eher albern und bei der PAD-Seuche lande ich bei interessantem Unfug.

Bei den Cappins gefiel mir der Zerfall des Solaren Imperiums und manch Nebenhandlung der ersten Hälfte. Absolutes Highlight ist für mich der "Amoklauf der Mutanten". Die zweite war dann nur noch zäh.
Der Schwarm hatte eine geniale Grundidee. Ich kenne den nur in der SiBa-Fassung und selbst da zieht der sich wie Kaugummi. Womöglich fehlen mit den ausgelassenen Romanen aber genau die, die ihn flüssiger zu lesen gemacht hätten?
Den Zyklus um die Altmutanten halte ich für einen der, wenn nicht gar den schwächsten.

Wenn ich also eine Rangliste aufmachen müsste sähe die in etwa so aus:

1.) Grundidee Schwarm
2.) 400-449
3.) 622-649
4.) 500-569 (SiBa)
5.) 450-499
6.) 600-621
7.) Altmutanten.
Die Katze grinste.
"Hierzulande ist jeder verrückt. Ich bin verrückt. Auch du bist verrückt."
"Woher weißt du, dass ich verrückt bin?"
"Sonst wärst du nicht hier", antwortete die Katze.

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Yman
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dandelion hat geschrieben:Die Bewohner des richtigen Solaren Imperiums sind aber zumindest vorerst nicht gefährdet.


Vorerst. Es droht keine unmittelbare Gefahr wie z.B. durch den Schwarm, aber wenn es Perry Rhodan nicht gelingt, mit der MARCO POLO, Atlan, Waringer, diversen Mutanten, usw. in das richtige Universum zurückzukehren, stellt das schon recht bald ein Problem dar.

Bully, Tifflor, Adams, Deighton und wer sonst noch von den Maßgeblichen zuhause ist, werden den Laden schon eine Weile zusammenhalten können, aber spätestens, wenn Rhodan seine nächste Wiederwahl verpasst, weil er in einem Paralleluniversum festsitzt, was geschieht dann?
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Klaus Eberhardt
Siganese
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Da bin ich dabei. Ich kann mich an das Titelbild noch gut erinnern. Ich geh dann mal nach dem Heft kramen und meld mich wieder ...
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nanograinger
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Ich habe den Roman in den letzten Tagen mal wieder mal durchgelesen. Das Gefühl, dass sich bei dabei einstellte, ist mit "retro" nur unzureichend beschrieben, "archaisch" scheint mir eher angebracht. Das überraschte mich doch ein bisschen, denn beim letzten Lesen vor ein paar Jahren war dieses Gefühl bei weitem nicht so stark.

Es gibt verschiedene Aspekte, die zu diesem Gefühl führten. Da ist zunächst einmal der extensive Einsatz der auktorialen Erzählweise. Es ist ja in Ordnung, wenn (gerade in einem Eingangsband eines Zyklus) berichtet wird,, dass bspw. Perry gerade wieder zum x-ten Male zum Großadministrator gewählt wurde, oder was das Projekt ANTINUG darstellt. Könnte man auch interessanter gestalten, aber geschenkt, es spart Platz. Kopfschütteln musste ich schon eher in Szenen wie auf S. 39-42 (vierte Auflage), wenn seitenlang zunächst überlegt wird (keine direkte Rede, sondern eine Art Zusammenfassung der Gespräche der zuerst ins Gefängnis verbrachten Rhodan, Atlan, Danton und Waringer), wie wohl der Ablauf des Erkennens auf Seiten Bullys II war, wie wohl vorgegangen wurde, um möglichst viele Besatzungsmitglieder der MARCO POLO zu finden und festzusetzen, mit dem Schluss, dass "mindestens eine Handvoll Männer" (Frauen gibt es wohl keine) es schaffen würden "ihre Freiheit zu bewahren", -- nur um dann auf weiteren Seiten zu beschreiben, wie nach und nach praktisch alle Besatzungsmitglieder eintreffen, die die vorigen Überlegungen bestätigen (wobei die angeblich sich noch in Freiheit befindlichen Leute, so es sie gibt, sowieso die Arschkarte gezogen haben, denn sie werden bei der späteren Flucht zurückgelassen).

Richtig ärgerlich wird die auktoriale Erzählweise aber dann, wenn sie dem Leser die Schlüsse aufzwingt, die doch eigentlich der Leser aus der Handlung entnehmen sollte. Das schlimmste Beispiel dafür ist die Szene auf S. 23/24 in denen Perry und Atlan klar wird, dass der Reginald Bull nicht der sein kann, den sie kennen (und umgekehrt).

(Rhodan) "Der Plan hat ... nur einen einzigen großen Zug: Ausrottung aller Evergreens".
Reginald Bull hielt den Kopf ein wenig zur Seite geneigt, als horche er den Worten nach...
"Na und?"
Damit war der Beweis geliefert. Eine fürchterliche Änderung hatte sich vollzogen. Aus den humanen, friedliebenden Politikern und Militärs des Solaren Imperiums waren blutgierige Bestien geworden. .....

Ganz abgesehen davon, was man vom Ausdruck "humanen, friedliebenden Politikern und Militärs" hält, angesichts Bount Tehera oder auch der Tycho Ramath des Standarduniversums (beide hohe Militärs, die in die Politik gingen), frage ich mich schon, für wie blöd Mahr hier den Leser hält, dass er uns wörtlich erklären muss, was die Implikationen des "Na und" Bulls sind.

Aber es kommt noch besser. Perry schafft es, Bull vorläufig abzulenken, indem er eine Bemerkung nachlegt, dass "das ja noch plausibel sei" etc.
Bull will gehen. Doch dann

"Er [Bull] stand im Begriff den Raum zu verlassen. Da beging Atlan den entscheidenen Fehler. [meine Hervorhebung] Er rief ihn zurück.
"Bully ..."
"Ja?"
"Was ist ein Rufkode?"

Danke für die Ankündigung, Herr Mahr, ich wäre sonst nie darauf gekommen, dass Atlan hier einen Fehler begeht. Und selbst wenn ich es nicht sofort bemerkt hätte, steht es sowieso ein paar Zeilen weiter nochmal explizit. Dass Atlan nicht weiß, was ein Rufkode ist, finde ich auch höchst seltsam, denn das Wort "Rufkode" drückt seine Bedeutung ja explizit aus. Da ist ja das Wort "Passwort" noch schwieriger zu verstehen (zumindest wenn man nicht bei der Bundeswehr war).

Solche Redundanzen und Leserbevormundungen sind aber nicht die einzigen Probleme des Romans. Leider gibt es auch jede Menge inhaltliche Schwächen und sogar (man glaubt es kaum) kuriose Physikfehler. Hier ein paar Beispiele.

- S.12 "Aufgrund der energetischen Struktur der beiden Schirmfelder war zu erwarten, dass der HÜ-Schirm zuerst zusammenbrechen würde."
Aufgrund der "energetischen Struktur"? Oder doch eher weil der HÜ-Schirm außerhalb des Paratron-Schirms projeziert wird?

- S. 15. Nachdem der Versuch "misslungen ist" sieht man sich einer HYODPON gegenüber, die unbeschädigt ist, aber nicht auf Funksignale antwortet. Untersucht man sie? Nein, denn Perry bringt "keinen Mann in Gefahr, indem ich ihn an Bord der HYODPON schicke." Er könnte eine Frau schicken, aber die gibt's ja nicht auf der MARCO POLO. B-) Aber könnte er nicht Roboter schicken? Und ein Beiboot vor Ort lassen, um den Kontakt zu halten? Wäre vielleicht sinnvoll, aber dann würde ja der Plot nicht klappen, weil in einer Stunde ja die MARCO POLO II kommt.

- S. 17. Die MP fliegt in relativistischem Flug zurück zur Erde. Etwa auf der Hälfte der Strecke (also mit nahezu maximaler Geschwindigkeit, aber immer noch etwa 140 Lichtminuten von der Erde weg) nimmt Perry "Sichtssprechverbindung" mit Bully auf der Erde auf. Das muss angesichts der Entfernung Hyperfunk sein, denn bei 140 Lichtminuten Entfenung wäre die MP praktisch nicht viel später auf der Erde, als das erste elektromagnetische Funksignal, das sie senden würden. Trotzdem gibt es einen seltsamen Effekt:
"Infolge der relativistischen Verzerrung sprach er [Bull] schneller und mit höherer Stimme, als man von ihm gewohnt war. Im Gegensatz dazu musste ihm Rhodans Sprechweise langsam und seine Stimme ungewöhnlich tief vorkommen."
Also eine Art relativistischer Dopplereffekt - bei überlichtschnellem Hyperfunk ! Und wenn das schon nicht absurd genug wäre, ist der Effekt angeblich auch noch unterschiedlich bei Bull und Rhodan, obwohl sich offensichtlich beide relativ aufeinander zu bewegen. Wenn schon ein Effekt da sein soll, dann sollte er bei beiden gleich ausfallen (Erhöhung der Frequenz).

- S. 48 ff. Rhodans Ausbruchszene:"Mehr als siebentausend Gefangene standen auf den Mauern." Das ist erstaunlich, denn die Mauern haben einen Umfang von etwa 1200 Metern, es stehen also 6 Personen pro Meter. Richtig kuschelig das. Aber das ist ja nur eine Kleinigkeit. Viel kurioser ist das Verhalten der Kampfroboter. Die kosten zwar angeblich 200 Mio. Solar das Stück, aber für Schutzschirme hat es doch nicht gereicht, zumindest werden keine erwähnt. Die Roboter verhalten sich passiv, als einige Gefangene mit Blaster fünf Roboter zu einem großen Klumpen zerstrahlen (die Roboter standen sich offenbar auch auf den Füßen). Dann nehmen sie die Mauerkrone unter Feuer, da sie offenbar doch nicht die Leute einfach abknallen wollen (sehr überraschend angesichts der bereits bekannten Mentalität des hiesigen Perry und Bully) Aber warum nicht Paralysestrahler? War wohl auch eine Option, die bei den 200 Mio nicht drin war. Und langsam von Begriff sind die Robbys auch. Als einige "Ausbrecher" auf den Boden springen, reagieren die Robbys so spät, (weil ihre Aufmerksamkeit ja nach oben gerichtet ist), dass weitere zwei Roboter zerstrahlt werden kann. Ach ja, und die fünf zerklumpten Roboter wurden so geschickt zusammengeschossen, dass Perry sich nicht nur in einem Hohlraum des Klumpens verstecken kann vor den anderen Robotern, auch ist einer Roboter so geschickt beschädigt worden, dass seine Positronik noch aktiv ist und manipuliert werden kann, sodass andere Roboter den Klumpen samt Rhodan aus dem Gebäude schaffen, natürlich ohne weitere Kontrolle von offensichtlich halb blinden Kampfrobotern. (Interessant ist auch, dass die Roboter eine Identitätsprüfung anhand der "individuellen biopositronischen Ausstrahlung" von Lebewesen machen. Ich wusste gar nicht, dass Terraner eine Biopositronik darstellen....)

- Und so geht es weiter. Tycho Ramath stellt sich nicht nur als der erhoffte Freund ("Feind des Feindes usw.) heraus, nein er ist auch gleich der Kopf einer Untergrundbewegung, die nicht über weniger als 10 Prozent des Etats der Regierung des SI verfügt. Diese Mittel braucht es auch, weil dann über 1000 androide Roboter aufgebracht werden, um die Gefangenen zu befreien, die MP zu erobern und einen Scheinangriff auf die MP II durchzuführen. Aber immerhin, diese Androiden sind angeblich billiger als die "hochgerüsteten" Kampfroboter zu 200 Mio. Solar (ohne Schutzschirme und Paralysatoren).

- Bei der Flucht von der Erde schießt die MP aus 2km Entfernung ein Transformgeschoss auf die MP II, was trotz in letzter Sekunde hochgefahrenen Schutzschirme ein Stück aus der Terkonithülle reißt. Was diese Explosion mit Terrania City anrichtet, darf man sich gerne ausmalen.

Schließlich, die bekannten Mahrschen Bravado-Sprüche.

- S. 8 "An der HYODPON würde es sich erweisen, ob es gelungen war, ein weiteres Geheimnis des Kosmos zu entchleiern."

Geile Sache das! Und was ist dieses "Geheimnis des Kosmos"? Das Projekt ANTINUG? Tolle Sache, nur wurde, wie später beschrieben, schon etliche Testreaktoren gebaut, über acht Jahre hinweg, inklusive einen mit 100 Mio Megawatt Leistung in Mogadischo (Zum Vergleich: Ein heutiger kommerzieller Atomreaktor hat eine Leistung von etwas über 1000 Megawatt. Der Mogadisho-Reaktor hat die 100.000-fache Leistung im Vergleich). Der HYODPON-Versuch ist schlicht der großmaßstäbliche Versuch in Verbindung mit den Schutzschirmen. "Geheimnisse des Kosmos" waren schon mal aufregender als eine weitere Skalierungsstufe.

- S 48. "Die Wahl des Mannes, der den Ausbruchsversuch wagen sollte, bereitete nur emotionelle, aber keine logischen Schwierigkeiten. ...
Es mochte sein, dass die Menschheit der parallelen Bezugsebene [gemeint ist das Standarduniversum] ihren Anführer verlieren würde.
Trotzdem gab es keinen Zweifel.
Perry Rhodan war der Mann!"

Nee, logische Schwierigkeiten sehe ich hier keine, wirklich nicht, es sind ja sonst nur unfähige Leute vor Ort. B-) Aber bei "Anführer der Menschheit" krampft mein Magen.

- S. 58. Das Kommando aus Androiden und Perry hat gerade die MP erreicht:
"Er selbst war der erste, der durch das offene Schott trat. Einen Atemzug blieb er stehen und ließ die Erkenntnis in sich einsinken, dass er seit fast sechs Tagen zum erstenmal wieder auf dem Deck seines eigenen Raumschiffes stand.
Sie mochten versuchen, was sie wollten.... aus der MARCO POLO würden sie ihn nicht wieder vertreiben!"

Was soll man dazu sagen? Immerhin erklärt es, warum Perry in dieser Zeit kein Familienleben hat. Arme Orana...
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123Kid
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Hey, Orana ist ja auch eine Frau. ;)
Also ich fand den Roman, ebenso den Zyklus, nicht so doll.
Das TiBi und die Spiegelidee hatten mich damals schon sehr angesprochen, aber irgendwie klappte es nicht mit mir und dem Roman. Ich weiß das deswegen noch so genau, weil ich bis dahin immer begeistert von der Doppelnull Romanen war.
Vielleicht war ich aber durch den Vorgängerzyklus "geschädigt", wer weiß.
Ich denke ich schau ihn mir mal wieder an :D
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Soulprayer
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Wohnort: Bergisches Land
Ich bin gerad "mitten drin" und ich finds auf einer Schulnotenskala bei einer guten 3.
Die guten Seiten sind die Spannungskurven und detektivischen Sachen in den Romanen.
Die schlechten eher die zeitweisen Durchhänger, Belanglosigkeiten und zeitweiise - wie nanograiner schon schrieb - die auktioriale Erzählweise.
VG
Soulprayer

Neuer PR-Leser seit 2. Sept. 2015 - Durchgelesen: 649/2874 (<22 %) - seit Bd 2875 parallel am Lesen;
derzeit am Lesen: ATLAN-Heftserie 27/850
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