Klassiker - Das Kosmische Schachspiel (PR 600 - 649)

Unvergessene Abenteuer, legendäre Zyklen - nachgelesen und neu diskutiert.
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Wie findet ihr den Zyklus im Vergleich?

Die PR-Serie erreichte mit dem Kosmischen Schachspiel ihren Höhepunkt.
2
10%
Interessanter/besser als die vorhergehenden Zyklen (Cappins, Schwarm, Altmutanten)
6
30%
Schlechter als die vorhergehenden Zyklen (Cappins, Schwarm, Altmutanten)
3
15%
Vergleichbar mit Apfelkuchen
9
45%
 
Abstimmungen insgesamt : 20
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Eric Manoli
Marsianer
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Das deckt sich mit meiner Erinnerung.
Sie wurde gefühlt aus der Serie "ausgeschlichen".
>>Sie unterscheiden sich nicht so sehr von uns, wie ich es befürchtet hatte. Die Anordnung der Organe ist klar, wenn auch unterschiedlich. Das Skelett ist ebenfalls abweichend. Immerhin haben sie Blut wie das unsere.<<
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Yman
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Keine Beiträge zu PR 605?

Das ist schon ein kleines Alarmsignal. Wie habt ihr euch das Einstellen der Romantitel, Beiträge usw. vorgestellt? Wie hättet ihr es gerne?
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Günther Drach
Superintelligenz
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Richard hat geschrieben:
Eric Manoli hat geschrieben:Nun ja, es macht halt den Eindruck als wusste man am Ende nicht wohin das führen sollte. Es wirkt schon ein wenig so als habe man zum Ende eine Rückzieher mit der Figur gemacht.


Meiner Erinnerung nach hatte Orana ihren letzten "richtigen" Auftritt in der EA als "Jagdgöttin Diana" im Konzilszyklus und wurde danach noch mal in Band 700 erwähnt und danach nicht mehr. Oder gab es in der EA später doch noch einen Auftritt von Orana? Es gibt noch mindestens ein TB über Oranas weiteres Schicksal aber das habe ich nicht gelesen.

In Band 999 sprechen Perry und Michael miteinander, Michael hat sich in Demeter verliebt und er ist sich darüber im Klaren, dass diese im Gegensatz zu Michael an dessen Seite altern und schließlich sterben wird. Deshalb kommt ihr Gespräch auf Orana und deren Schicksal: Perry zufolge ertrug es Orana schließlich nicht mehr, neben ihrem jugendlich erscheinenden Mann immer mehr zu altern, und verschwand eines Tages spurlos. Suchen nach ihr blieben ergebnislos. Und irgendwann erfuhr Perry nur noch von ihrem Tod, den sie offenbar freiwillig gesucht hatte.
(Das passt meiner Meinung nach (zusammen mit ihrem kurzen Auftritt in 700) eben nicht zu der "Spur der Feuerkugel" von Hoffmann (PRTB 251).)

Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, hat mir PR 605 damals recht gut gefallen. Die Behauptung, dass sich die Terraner dieser Welt erst vor kurzem im Charakter geändert hatten, erschien mir eigentlich ziemlich schlüssig.
Der vollständige Fanroman des NGF (2004 - 2008) -- tut euch was Gutes, lest ihn!

now, take her from these stews and frozen lakes.
she will remember not what did occur,
but if it pleases you, tell her when she wakes ...
... a flower grows yet in hell that's named for her.

-- der dämon etrigan zu swamp thing in moore/bissette/totlebens down amongst the dead men

nolite te bastardes carborundorum.
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nanograinger
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Yman hat geschrieben:Keine Beiträge zu PR 605?

Ich werde noch etwas längeres Schreiben, habe aber aktuell andere Prioritäten. Sorry for the delay...
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Faktor10
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Band 605. Das Tibi fand ich super. Auch endlich mal eine Kugel mit Ringwulst, damit hat es ja J.B. es eigentlich nicht so.
Auch die Innenseitigen Bilder finde ich sehr gelungen. Bild Bild
Mit dem Roman wird nochmals gut dargestellt wie pervers die Konsorten von PR2 agieren. Schade das Orana starb. Erst in diesem Universum dann bald im originalen Universum.
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Yman
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Am 6. April 1973 erschien der 606. Roman:

Marathon der Raumschiffe von Kurt Mahr


Untertitel: Ein Wettstreit der Sternenvölker beginnt – der Tod ist mit von der Partie

Hauptpersonen: Mintru Kansel, Paul Reit, Terengi San, Kalle Wessel, Perry Rhodan, Perry Rhodan II


Handlung: Der Sonnenmarathon der Raumschiffe steht an. Rhodan II und Atlan II sehen dies als eine Gelegenheit, wieder einmal eine Falle zu stellen. Der Haluter Terengi San will als Favorit teilnehmen, aber einer von Rhodan IIs Schergen, Wessel, schießt ihn nieder und richtet Schäden im Schiff an. Teilnehmer des Marathons, die Rhodan II gefährlich werden können, sind vor allem solche, denen man logische Fähigkeiten zuspricht, die zum Berechnen von Koordinaten benötigt werden: Ein Haluter, ein Maahk, ein Roboter mit maschineller Intelligenz.

Der verletzte Haluter kann noch erkennen, dass der Attentäter aus dem Kano-Kano-System kommt, wo alle jene Teilnehmer warten, die sich nicht auf das Gebiet der ZGU wagen. Der Startpunkt des Marathons ist an der Grenze zur ZGU. Kano-Kano kann seine Unabhängigkeit bewahren, weil der Planet dringend zur Abwicklung des Handels zwischen Solarem Imperium und ZGU gebraucht wird. Terengi San nimmt eine Fähre nach Kano-Kano (muss aber als Haluter mit Tonnengewicht gleich zehn Plätze buchen).

Zwei Weltraumtramps (Mintru Kansel, Paul Reit), von Rhodan I geschickt, landen mit einer modifizierten Space-Jet auf Kano-Kano und geben sich als siegesgewisse Marathon-Teilnehmer aus. Sie erwecken sowohl die Aufmerksamkeit von Rhodan II und Atlan II als auch von Terengi San. Atlans IIs Plan ist es, das Schiff der Tramps im Linearraum explodieren zu lassen. Der Einbau der Bombe wird jedoch von Terengi San vereitelt, der unerkannt entkommt und der Sache weiter nachgeht. Ob man es als Zufall ansieht oder nicht, der Mann, der sich um die Tramps kümmern soll, ist Wessel, an dem sich der Haluter rächen will.

Der Haluter bekommt auch seine Rache, er schützt die Tramps, die wieder zur MARCO POLO zurückkehren, und der Marathon nimmt seinen Lauf. Die MARCO POLO hat ihre neuartigen Kraftwerke in Betrieb genommen und ist tief in die Atmosphäre der Sonne Verko-Voy eingedrungen, um dort auf die MARCO POLO II zu warten, da das Sonnensystem das erste Zwischenziel ist, das auch Atlan I bekannt ist. Mit Hilfe der neuartigen Kraftwerke, deren Fehler man beseitigen konnte, wähnt man sich der MARCO POLO II überlegen.

An Bord der MARCO POLO haben Rhodan und Atlan die Überzeugung gewonnen, dass eine Intelligenz für den Übertritt in das Paralleluniversum verantwortlich ist und eine Rückkehr möglich ist, wenn Rhodan eigenhändig seinen Doppelgänger Rhodan II tötet. Vorher hatte man die Idee, die zweite MARCO POLO zu benutzen, um das ursprüngliche Nugas-Experiment nachzustellen, um so wieder nach Hause zu kommen, nun aber plant man die Vernichtung der MARCO POLO II, was auch gelingt. Rhodan II und Danton II entkommen in einer Raumlinse, nachdem Danton II Atlan II getötet hat, da in der Raumlinse nur Platz für zwei Personen war.

Meinung: Der Roman weist sicher wieder einige Logiklöcher auf, so wie PR 600, ebenfalls von Kurt Mahr, auch schon. Zum Beispiel, wie kann die MARCO POLO aus dem Ortungsschutz der Sonne so viel schneller ihren Gegner erreichen als die Wachschiffe zu Hilfe eilen können? Manche Technik wirkt wieder anachronistisch, z.B. Fotos, die entwickelt werden, manches wirkt seltsam, z.B. ein Haluter, der sich eine Space-Jet quetscht und nur schwach bewaffnet ist, relativ unerkannt über ein Raumlandefeld rennen kann, und einiges mehr.

Der eigentliche Marathon findet im Grunde erzähltechnisch gar nicht statt. Es geht darum, dass Rhodan II dem anderen Rhodan, bzw. die MARCO POLO II der anderen MARCO POLO in die Falle geht. Der Großteil des Handlung ist dieses Katz-und-Maus-Spiel auf Kano-Kano zwischen den Weltraum-Tramps, Rhodan IIs Leuten und dem Haluter Terengi San. Am Ende steht, nach kurzem Raumkampf, das überraschende, kurze und relativ schmerzlose Ende von Atlan II und das vorhersehbare Entkommen Rhodan IIs, der wohl erst in einer offenen Konfrontation mit Rhodan I sein wohlverdientes Ende finden dürfte.

Ich fand den Roman nicht schlecht, sehe aber auch einige Schwächen in der Konzeption. Die Paralleluniversums-Story wirkt auf mich nicht ganz durchdacht und uneinheitlich dargestellt. Zum Beispiel scheint es so zu sein, dass Rhodan II seit 800 Jahren (in 10-Jahres-Abständen) den Sonnenmarathon ununterbrochen gewonnen hat, dank der Hilfe von Atlan II, der im Komitee sitzt und die Koordinaten der Zwischenziele kennt, wohingegen Rhodan I auf die Teilnehme am Marathon stets verzichtet hat.

Am Rand noch interessant ist die Idee, dass der Gewinner 1 Million Solar und eine goldene Trophäe erhält, die er nach zehn Jahren wieder abgeben muss. Zehn Jahre sind eine lange Zeit, in der alles Mögliche passieren und der Gewinner auch einfach verschwinden kann. Ich frage mich, ob das Preisgeld immer gleich geblieben ist und es in 800 Jahren keine Inflation gab.
Zuletzt geändert von Yman am 9. Juni 2019, 18:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Und hier das Tibi.
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Faktor10
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Zitat-Die Paralleluniversums-Story wirkt auf mich nicht ganz durchdacht und uneinheitlich dargestellt Zitat ende.
Da gebe ich dir Recht. Noch ein Band den wir in zwei Versionen lesen werden, und dann ist dieser Teil zu Ende. Der Roman war nett geschrieben aber mit Logigfehlern, wie die ganze Parallel Geschichte. Nett zu lesen aber bitte nicht Hinterfragen. Der Haluter hat mir auf diesem Titelbild nicht gefallen.
Kann es sein das Voltz, inoffiziell, damals schon die Exposé geschrieben hatte und dies noch nicht so gut koordinieren konnte.
Den nächsten Band und auch die zweite Version davon fand ich richtig spannend.
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Quinto
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606 war ein schöner spannender Roman von Kurt Mahr. Hat mir damals gut gefallen, besonders der Schluss. Merkwürdig, dass Mahr später in Voltz' Schlepptau in Richtung Esoterik abschweifte. Nichts gegen Esoterik, absolut nicht, aber das war nicht sein Ding. Agentenhandlungen und und solche, bei denen er seine Kenntnisse ausspielen konnte, lagen ihm eindeutig mehr.
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Richard
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Tja, vielleicht hat das was du als "Esoterik" empfindest, KuMa anders empfunden.
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AARN MUNRO
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Richard
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AARN MUNRO hat geschrieben:Immerhin setzte er bereits PSI-Roboter in seinen Taschenbüchern ein.Wie der aktuelle Tara.


PSI Roboter sind in PR ein alter Hut.....
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AARN MUNRO
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Richard hat geschrieben:
AARN MUNRO hat geschrieben:Immerhin setzte er bereits PSI-Roboter in seinen Taschenbüchern ein.Wie der aktuelle Tara.


PSI Roboter sind in PR ein alter Hut.....



Lucky Log war eine Lachnummer ...nicht ernst zu nehmen ... solange, bis HGE sich doch dazu entschloss, etwas Vernünftiges (Zeitauge, Dull etc.) daraus zu machen.
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Nisel
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Wird eigentlich dieser Marathon jemals wieder erwähnt? Für mich kam das damals bissl arg konstruiert...

Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, davon früher schon gelesen zu haben, später auch nicht mehr, bin aber bekanntlich ja noch nicht bei der EA.
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Richard
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Ich kann mich nicht erinnern, dass dieser Marathon später wieder in der EA eine Rolle spielte oder auch nur in einer Randnotiz vorkam und ich habe die Baende - teils als eBooks, teils in Heftorm - von 600 bis zum aktuellen Stand alle schon mal gelesen.
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AARN MUNRO
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Richard hat geschrieben:Ich kann mich nicht erinnern, dass dieser Marathon später wieder in der EA eine Rolle spielte oder auch nur in einer Randnotiz vorkam und ich habe die Baende - teils als eBooks, teils in Heftorm - von 600 bis zum aktuellen Stand alle schon mal gelesen.



Kam wohl nie wiedr vor nach meiner bescheidenen Erinnerung. Dabei ist es an sich ein gutes Thema für eine Taschenbuch-Erzählung.
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nanograinger
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nanograinger hat geschrieben:
Yman hat geschrieben:Keine Beiträge zu PR 605?

Ich werde noch etwas längeres Schreiben, habe aber aktuell andere Prioritäten. Sorry for the delay...

So, jetzt wenden wir uns mal den "Schachspiel" zu, zunächst "Sprung nach GALAX-Zero" Band 605.
Man kann ja zu Kneifels Schreibstil stehen, wie man will, aber der Anfang mit Orana Sestore und Galbraith Deighton ist bärenstark. Da schaut man auch gerne mal über einige seltsame Formulierungen weg. Wer übrigens wissen will, wo Rainer Castor (bekanntermaßen ein Kneifel-Verehrer) seinen Schreibstil abschaute (inklusive der ständigen Selbstgespräche von Protagonisten), der soll sich mal diesen Roman anschauen.

Inhaltlich gibt es auch bsi zum zweiten Drittel des Romans nichts zu meckern. Wir erhalten sogar erstmals eine recht klare Darstellung, wieso das Paralleluniversum so ist wie es ist, siehe S. 22:
(Anti-ES): "...Die sekundäre Parallelität ist gegeben. Es ist die Ebene der Auseinandersetzung, ... Auf dieser Ebene setze ich meine Figuren....innere Wahrscheinlichkeit zeitliches Paradoxon. Illusionen? Unwesnetlich!"
(ES): "Sie manipulieren also nicht nur die verschiedenen Parallelen, sondern auch die Bewußtseinsinhalte der Spielfiguren..."
(ES): "... Sie haben in vielen oder allen unseren Spielfiguren das Bewußtsein hervorgerufen, als dauere der herrrschende Zustand seit rund eineinhalb Jahrtausenden an, gerechnet in der Zeit des absoluten Machtzentrums".
Also sind einerseits "viele oder alle" Personen so manipuliert, als würde Perry II und Co seit 1971 herrschen, aber in Wirklichkeit ist es nicht so. Was aber ist dann die "Wriklichkeit"? Bereits auf Seite 20 wird beschrieben, dass Orana sich in der Schwarm-Krise in Perry verliebte (wie im gewohnten Universum) sich Rhodan dann aber charakterlich zum brutalen Diktator änderte. Anstatt sie aus dem Weg zu räumen, beförderte Perry II sie zum Solarmarshall, aber "verbannte" sie auf GALAX-Zero. Letzteres überzeugt mich nicht wirklich, angesichts Perrys II geschildertem Charakter, aber okay.

Die zweite Hälfte fällt dann langsam aber sicher ab, denn es kommt wieder das entscheidende Problem zum Tragen, dass beide Seiten angeblich so wie die jeweilig andere Seite denken soll, aber irgendwo muss dieses sich Hinterdenken ja mal abbrechen, damit überhaupt was passiert. Immerhin ist der Plan dieses Romans von Deighton entworfen, der ja nicht auf der echten MP dabei ist, insofern ist die Parallelität hier gebrochen.

Dann erfolgt der Angriff der MP und des Kommandos auf GALAX-Zero. Jetzt geht die Handlungslogik schnell den Bach runter. Dayko Sestore darf in Oranas Büro einen Strahler finden, spaziert, damit aus dem Büro und erschießt einen Soldaten. Gucky teleportiert erst Perry und Orana, dann den Paladin und einen Transmitter, aus dem als erstes Fellmer Lloyd heraus kommt und Daykos Gedanken erfasst. Aber hätte das Gucky nicht auch machen können? Und hätte er nicht sofort Dayko holen können und mit ihm wegteleportieren? Und nachdem Dayko erschossen ist und die Sache sowieso fehlgeschlagen, warum haut man dann nicht zügig ab? Und warum bauen Deighton und Perry II keinen Schutzschirm um die Station, um Transmittertrasport und Teleporter einzubremsen?
Warum begibt sich Perry II und Atlan II überhaupt in die Gefahr der Station? Am besten wäre es gewesen, sie hätten einen Schutzschirm um GALAX-Zero gelegt, als klar war, dass die Falle zugeschnappt hat und hätten dann mit einer Raumschiffsflotte die sitzende Ende aus dem Raum gepustet. Aber nee, dann wäre ja die Serie zu Ende....

Trotz des Endes ein mehr als unterhaltsamer Roman, und die Tuschezeichnungen der Innenillustrationen von Bruck sind beide Spitze, insbesondere der düstere Deighton.
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nanograinger
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Nun zu Band 606 "Marathon der Raumschiffe" von Kurt Mahr.

Leider wieder kein guter Roman von Kurt Mahr. Positiv finde ich, dass das Agieren des Haluters Terengi San auf Kano-Kano glaubwürdig eine Ablenkung von der Aktion der zwei MP-Agenten darstellt. Aber ansonsten ist die Story um Terengi San ziemlich hanebüchen. Mahr will uns doch tatsächlich glauben machen, dass Terengi San im "Völkergewimmel" von Kano-Kano "kaum" auffiel. Ein Haluter! Auf Kano-Kano! Wo Perry II auf jedem Hinterwäldlerplaneten Agenten abgestellt hatte, die Terengi San und seine ANAHALUT sabotieren sollte. San checkt auch noch in das Hotel Exotika ein, das auf nicht-humanoide Wesen spezialisiert ist (vermutlich tut er es sogar mit seinem Namen). Auffalliger kann man sich ja kaum verhalten....

Dann erklärt Mahr auf mehr als einer Seite (S. 37) wie Terengi San das Lichtschrankensystem um den Raumhafen überlisten will, das angeblich eine Totzeit von etwa einer Millisekunde hat. Auf die Mikrosekunde rechnet er aus, wann er den Taster zur Auslösung des Ablenkungssignals drücken muss und wann er losspringen muss. Aber er vergisst vollkommen, dass San, der (angenommen) einen Meter durchmisst, eine Geschwindigkeit von 1000m/s haben müsste, um in weniger als einer Millisekunde durrch die Lichtschranke zu kommen. 1000m/s ist dreifache Schallgeschwindigkeit, etwa 30mal so schnell wie ein Haluter in vollem Galopp rennen kann, vom Springen aus dem Stand ganz zu schweigen. Das tut schon richtig weh...

Dass San den blutrünstigen Rächer gibt, finde ich auch nicht besonders prickelnd. Das ist keine Notwehr mehr, sondern am Ende schlicht und einfach Mord.

(Das Folgende schreibe ich übrigens für den Foristen RolfK, der sich so gerne über Beschreibungen "wendiger" Raumschiffe aufregt. Wahrscheinlich liest er es nicht, aber ich kann dann beim nächsten Mal auf dieses Posting verlinken.)

Der Plan der Guten auf der MP beruht ja darauf, dass man sich dank Nugas-Kraftwerk so tief in der Sonne Verko-Voy verstecken kann, dass die Wachschiffe des SI sie nicht finden (soweit okay), und dass die MP II ihr Nugas-Kraftwerk noch nicht betreiben kann. Letzteres ist ein Bruch der Paralllelität, aber das ist insoweit okay, als dass die Leute auf der guten MP sicher ein unmittelbareres Interesse haben, das Ding in Betrieb zu nehmen. Nun ist aber kein Einfluss des Nugas-Kraftwerks auf die Protonenstrahl-Triebwerke bekannt, sodass wir davon ausgehen müssen, dass die Beschleunigungswerte der MP und der MP II im Wesentlichen gleich sind.

Dann kann aber die Handlung nicht so wie im Roman bechrieben funktionieren. Denn die MP II bremst lediglich auf 15% LG runter um sich beim Kontrollschiff registrieren zu lassen (und "der Diktator hatte vor, sich genau an diesen Wert zu halten und nicht einen einzigen Meter pro Sekunde darunterzufallen." Die MP muss aber von Stillstand losbeschleungigen. In der Sonnenkorona kann sie sicher nicht vollbeschleunigen und außerhalb wird sie sofort geortet. Die MP hat also einen großen Abstand von vielen Mio. km zur MP II, hat eine viel geringere Startgeschwindigkeit als die MP II und in etwa die gleichen Beschleunigungswerte. Die MP kann die MP II nicht einholen. Zu einem Gefecht könnte es nur kommen, wenn die MP II direkt auf die Sonne zugeflogen wäre, was einerseits sinnfrei wäre und andererseits so nicht im Roman beschrieben ist. Das gibt schon mal ein "Ungenügend" für Ignorieren der Kinematik. Und das von einem Physiker.

Aber es wird noch schlimmer. Nachdem die MP II schwer getroffen wurde (und inzwischnn sicher weit über 15 % LG schnell ist) schleust sich Perry II und Danton II mit einer Raumlinse aus. Eine Raumlinse ist ein Notfahrzeug, aber angeblich kann es lt. Perrypedia immer noch mit 500km/s2 beschleunigen. Aber eine Space-Jet kann sicher stärker beschleunigen (die GEVARI schaffte 800km/s2), die MP schafft 720km/s2. Nichtsdestotrotz (S. 64): " `Er ist ungeheuer wenig´, warnte Atlan..." Gemeint ist natürlich wendig, aber der Typo macht es nicht besser. Die Raumlinse hat überhaupt keine Chance, der Space-Jet zu entkommen, und wenn sie mit 500km/s2 abbremsen muss, um auf dem Planeten D-Muner zu landen, ist sie auch nicht schwer zu orten.

Sowieso: Der Plan war ja, dass Perry I Perry II "persönlich" töten muss (warum auch immer), und das tut er laut Plan, indem er persönlich den "Kommandoschalter" drückt, der das Feuerprogramm der MP auslöst. Wenn die MP II mit Perry II explodiert wäre, wär's das gewesen. Aber Perry II entkommt mit der Raumlinse aus der MP II. Warum schießt man nun nicht einfach die Raumlinse ab? Was wäre der Unterschied zum Abschießen der MP II?
Dann steigt Perry und Atlan in eine Space-Jet und die MP macht sich vom Acker, denn die MP muss sich vor den Wachschiffen in Sicherheit bringen. Nicht im Ernst, oder? Wieviel Schiffe hat sie mit einem Feuerschlag in Band 604 vernichtet? Und warum nimmt Perry Atlan mit in die Space-Jet? Warum nicht Icho Tolot, oder Gucky oder zumindest Ras Tschubai, der ja noch ein Hühnchen mit Perry II zu rupfen hat?

Die ganze Story ist sowas von hanebüchen, es ist zum Haare raufen. Aber leider nicht nur die Story: Auf Seite 17 sagt Atlan:

" `Die Fachleute sind einhellig derselben Meinung´, erklärte der Arkonide. `Es gibt zwei Möglichkeiten, dieser Falle zu entrinnen. Die eine entzieht sich noch unserer Kenntnis. Die andere fordert deinen persönlichen Einsatz.´ "

Grandios! Zwei Möglichkeiten. Es ist ja immer gut, eine Alternative zu haben aber wenn man sie nicht kennt (und wir werden sie wohl nie kennenlernen), was für eine "Möglichkeit" ist das dann? Kaum zu glauben, dass Schelwokat das durchließ.
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Man sollte alles nicht so eng sehen. Jede Woche ein Roman. Da ist nicht alles so plausibel.
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