Klassiker - Die Altmutanten (PR 570 - 599)

Unvergessene Abenteuer, legendäre Zyklen - nachgelesen und neu diskutiert.
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Yman
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Heiko Langhans hat geschrieben:Am 15. September 1972 erschien der 576. Roman der PERRY RHODAN-Serie:

William Voltz: Ein Mutant verschwindet

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Handlung
Als Perry Rhodan mit der TIMOR am 16. April 3444 auf Terra landet, berichtet ihm Orana Sestore von der aktuellen politischen Lage und den Verschwörungen rund um den Wahlkampf. Rhodan informiert daraufhin unverzüglich das Solare Parlament über die Geschehnisse bei den Asporcos, nicht wissend, dass Bount Terhera kurz zuvor verlauten ließ, dass Rhodan versuchen werde, durch eine vorgebliche extraterrestrische Bedrohung von den innenpolitischen Problemen abzulenken.

Unterdessen spürt Alaska Saedelaere, dass sich Ribald Corello seit dem Aufenthalt auf Asporc verändert hat und wieder eine Gefahr für die Menschheit darstellen könnte. Er wendet sich daher an Captain Chirkio Rakkells, der ihm bei der Überwachung des Mutanten helfen soll. Rakkells, genannt »Waschbär«, ist in seiner Jugend an einer Schule der Antis ausgebildet worden, wodurch er besondere Kenntnisse in Parapsychologie und Paraphysik sowie eine gewisse Psi-Immunität erworben hat.


Viel genutzt haben Rakkells diese Kenntnisse nicht. Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, auch wenn erst einmal wieder vom eigentlichen Thema abgewichen und eine Sonderhandlung eröffnet wird.

Den Zyklusstart halte ich für sehr gelungen. Es wird viel geboten, zunächst einmal die politische Situation nach der Schwarmkrise. Die Schwarmkrise wird aufgearbeitet, Perry müsste für die Wahl zum Großadministrator kandidieren, will aber nicht so richtig. Nachfolger stehen bereits bereit. Eine Frau in seinem Umfeld, Orana Sestore, hat sich in ihn verliebt, aber er zögert, da sie eine Sterbliche ist.

Und da bahnt sich nach der Schwarmkrise bereits die nächste Krise an: Die Stimmen der Qual. Ein neues interessantes Volk tritt in Erscheinung. Das neue Mutantenkorps gerät in eine sehr ernste Bewährungsprobe. Die Mutanten, die bei Second Genesis gestorben sind, hatten ziemlich langweilige Fähigkeiten. Das neue Mutantenkorps verfügt über fantastische Fähigkeiten, wirkt aber ziemlich hilflos. Besonders der neue Leiter, Fellmer Lloyd, scheint nichts zu können. Seine Führungsqualitäten lassen gegenüber einem Perry Rhodan oder Atlan sehr zu wünschen übrig.

Die Mission auf dem Planeten der Asporcos war sehr interessant und gefährlich, und mit der Rückkehr der TIMOR zur Erde ist die Gefahr längst nicht gebannt. Das war sehr spannend und gut geschrieben, wie sich Ribald Corello der fremden Macht beugen musste und anschließend gejagt wurde.

Unfreiwillige Unterstützung erhält Corello letztlich von Alaska Saedelaere, der vorerst mit Kytoma ein eigenes Abenteuer erlebt, das für sich genommen schon sehr interessant ist. Kytoma stammt aus dem Volk, das den Schwarm erbaut hat und über erstaunliche Fähigkeiten verfügt. Diese Hintergründe sind sehr interessant, auch diese Stadt, zwar nicht die Stadt Allerorten oder eine immaterielle Stadt, aber trotzdem interessant. In dieser Stadt bleibt nichts verborgen, auch keine bösen Gedanken. Wer Schaden anrichten will, wird aus der Stadt verbannt. Hat William Voltz hier schon als sein eigener Expokrat gearbeitet, oder sind das noch Ideen von KHS?
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Richard
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Geruechteweise (ich weiss nicht mehr wo/wann ich das gelesen habe) soll WiVo durchaus auch schon lange bevor er Expokrat taetig wurde immer wieder regen Gedankenaustausch mit KHS gehabt haben und so sind wohl auch einige Ideen von WiVo in die Exposes von KHS eingeflossen.
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Heiko Langhans
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Das hast Du vermutlich (räusper) in der Scheer-Biographie gelesen B-) .

Scheer und Voltz wohnten nicht weit voneinander (35 km, wenns stimmt), und seit 1964/65 trafen sie sich nahezu wöchentlich meist bei KHS, um Ideen auszutauschen und die weitere Handlung zu besprechen. KHS gab die Marschrichtung vor, Voltz lieferte Ausarbeitungen und eigene Stränge. Eine Zeitlang nahm auch H.G. Ewers an diesen Besprechungen teil, aber darüber weiß ich nicht allzu viel.

Ganz geht Rakkells nicht verloren - aber das dauert dann noch knapp fünfzehn Jahre ....
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Quinto
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476 hat mich damals schwer beeindruckt, den Roman habe ich als einzigen aus diesem Kurzzyklus nie vergessen. Zum Vorgängerband 433 schrieb ich: "Nur wenige Autoren haben meines Erachtens das Talent, fremdartige Erscheinungen angemessen behandeln zu können, und Voltz' war darin ein Meister. Fremdartig wirkt etwas dann, wenn es unseren Erfahrungen und Erwartungen widerspricht. Die Kytoma-Handlung ist ein Paradebeispiel dafür, wie man mit einfachen Mitteln so etwas hinbekommt ..."

Wie kommt es, dass manche Hefte viele Leser so sehr berühren? Man bemüht immer den Begriff des sense of wonder, doch Worte sind Schall und Rauch. Der Grund dürfte sein, dass jedem Menschen die eigene Existenz und die Welt als Ganzes unbegreiflich ist. Jeder sucht nach Antworten, sucht sie in seiner Seele und in der äußeren Welt, in der Religion, in der Esoterik, in der Naturwissenschaft. Und manche Erfahrungen, innere und äußere, heben die bisherige Weltsicht aus den Angeln oder haben eine emotionale Wucht, die ein Leben in eine neue Richtung lenken. Ängste und Abwehrreaktionen können die Folge sein. In einigen wenigen Romanen wie diesem hier schaffte es Voltz, diese Emotionen den Lesern nahezubringen.

Kytoma wird als ein verzweifelt einsames Wesen präsentiert, das offenbar eine Einsicht in die Natur des Kosmos besitzt, die weit jenseits menschlichen Begreifens angesiedelt ist. Saedelaere und sein Begleiter werden radikal aus ihrer Umgebung gerissen, durch den Kosmos bewegt, auf eine andere Welt gebracht, mit neuen Informationen konfrontiert, erleben beängstigende und unwirkliche Geschehnisse am See Talsamon und eine beseelte Stadt, die simultan in drei verschiedenen Ebenen existiert. Die beiden Männer machen Erfahrungen, auf die sie nicht vorbereitet sind, die sie nicht verstehen, die aber trotzdem geschehen. So wie im Vorgänger 433 die Säule, die keinen Schatten wirft. Ähnlich verstört bleiben in unserer realen Welt Personen zurück, die paranormalen Erscheinungen ausgesetzt sind oder bestimmten UFO-Phänomenen.

Bedauerlich bleibt für mich, dass diese Art esoterischer SF in der Serie nie Wurzeln schlug. Dosiert und überlegt eingesetzt hätte man daraus viel machen können. Ein Beispiel. Voltz beschreibt hier die totale Gedankenkontrolle der Bewohner durch die Stadtseele als Sicherung gegen negative Handlungen. Das ist ein typisch menschlicher Gedanke. Man kann aber auch den Gedanken fassen, dass die Entwicklung einer Spezies dazu führt, dass Freiheit und Verantwortung als zwei Seiten derselben Sache erkannt werden. Mitglieder einer derart gereiften Spezies handeln aus innerer Notwendigkeit heraus verantwortungsvoll, wobei Verantwortung und Moral bekanntlich nicht dasselbe ist.

Leider eierte schon Voltz in Band 860 mit Kytomas Lebensgeschichte ein wenig herum. Überflüssig und ärgerlich, aber ohne bleibenden Schaden. Wirklich erschlagen war ich leider davon, in welch kümmerlicher Form Kytomas Volk dann später in die Serie geschubst wurde. Schade.
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Richard
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Heiko Langhans hat geschrieben:Das hast Du vermutlich (räusper) in der Scheer-Biographie gelesen B-) .

Noe, die besitze ich nicht.
Heiko Langhans hat geschrieben:Scheer und Voltz wohnten nicht weit voneinander (35 km, wenns stimmt), und seit 1964/65 trafen sie sich nahezu wöchentlich meist bei KHS, um Ideen auszutauschen und die weitere Handlung zu besprechen. KHS gab die Marschrichtung vor, Voltz lieferte Ausarbeitungen und eigene Stränge. Eine Zeitlang nahm auch H.G. Ewers an diesen Besprechungen teil, aber darüber weiß ich nicht allzu viel.

Ganz geht Rakkells nicht verloren - aber das dauert dann noch knapp fünfzehn Jahre ....

Ok - danke für den Infoschub :). - Ich vermute, das hier im Forum (oder vielleicht noch im Usent) jemand sowas auf die Art geschrieben hat und die Quelle dafür koennte schon die Scheer Bio gewesen sein. :).
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nanograinger
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Richard hat geschrieben:
Heiko Langhans hat geschrieben:Das hast Du vermutlich (räusper) in der Scheer-Biographie gelesen B-) .

Noe, die besitze ich nicht.
Heiko Langhans hat geschrieben:Scheer und Voltz wohnten nicht weit voneinander (35 km, wenns stimmt), und seit 1964/65 trafen sie sich nahezu wöchentlich meist bei KHS, um Ideen auszutauschen und die weitere Handlung zu besprechen. KHS gab die Marschrichtung vor, Voltz lieferte Ausarbeitungen und eigene Stränge. Eine Zeitlang nahm auch H.G. Ewers an diesen Besprechungen teil, aber darüber weiß ich nicht allzu viel.

Ganz geht Rakkells nicht verloren - aber das dauert dann noch knapp fünfzehn Jahre ....

Ok - danke für den Infoschub :). - Ich vermute, das hier im Forum (oder vielleicht noch im Usent) jemand sowas auf die Art geschrieben hat und die Quelle dafür koennte schon die Scheer Bio gewesen sein. :).

Die William-Voltz-Biographie ist inzwischen eine weitere, auch online zugängliche Quelle, wo dies beschrieben ist. Im Teil 10 der Biographie steht beispielsweise (Zitat)

"Ein paar Tage nach unserer Heimkehr fuhren wir nach Friedrichsdorf. Die Treffen fanden üblicherweise freitags statt.
...
Später, nach einem kleinen Abendessen, zogen sich Herbert und Willi zurück, um über Neuigkeiten im Verlag und die Fortführung der PERRY RHODAN-Serie zu sprechen. Willi machte sich Notizen, um diese dann zu Hause zu „Vorab“-Exposés auszuarbeiten.
...
Am nächsten Morgen begann Willi mit der Ausarbeitung der Ideen für die nächsten Exposés. Je nachdem wie eilig die Fertigstellung der Exposés war, und Eile war meist geboten, wurden diese Vorab-Handlungsexposés dann an KHS geschickt oder beim nächsten Treffen persönlich abgegeben. Zeitweise fanden die Treffen wöchentlich statt, jedoch mindestens einmal im Monat."

Das war in der zweiten Hälfte des MdI-Zyklus, Mitte 1966. Aber schon im Teil 4 von 1963 steht, dass KHS die Ideen von WiVo als Unterstützung sah, die WiVo schon damals verschriftlicht zu den Treffen mit KHS mitbrachte. Zitat:

"So kam es, dass Willis Ideen, seine Phantasie, schon sehr früh die PERRY RHODAN-Serie mitprägten – lange bevor seine Mitarbeit an den Exposés offiziell begann."
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Heiko Langhans
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Passt ja, besten Dank. B-)
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dandelion
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Interessant, was Michael, der zuweilen recht rebellische Sohn, über die Rolle seines Vaters denkt:

"Aber nur Perry Rhodan war der Garant für ein in allen Belangen funktionierendes Sternenreich."

Ist oder war es wirklich so, daß es unter all den Abermilliarden Menschen nur eine einzige Person gab, die fähig war, die Geschicke des Staatswesen zu leiten. Eigentlich ein Armutszeugnis.

Rhodan selbst sieht seine Position realistischer:

""Für viele Menschen bin ich eine Einrichtung geworden...

Vielleicht will er deshalb auf der Erde endlich eine Erklärung abgeben. Höchste Zeit, denke ich. Seine bisherige Darstellung im Zyklus gefällt mir eigentlich nicht so gut.
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nanograinger
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dandelion hat geschrieben:Interessant, was Michael, der zuweilen recht rebellische Sohn, über die Rolle seines Vaters denkt:

"Aber nur Perry Rhodan war der Garant für ein in allen Belangen funktionierendes Sternenreich."

Ist oder war es wirklich so, daß es unter all den Abermilliarden Menschen nur eine einzige Person gab, die fähig war, die Geschicke des Staatswesen zu leiten. Eigentlich ein Armutszeugnis.

Das ist ja die gleiche Einstellung wie hinter der Heiko Anrath-Story aus dem M87-Zyklus und aus der Geschichte um die "Konferenz der Verräter" PR 419 (dank an Waringer, der mir kürzlich diesen Roman in Erinnerung gerufen hat.)

dandelion hat geschrieben:Rhodan selbst sieht seine Position realistischer:

""Für viele Menschen bin ich eine Einrichtung geworden...
...

Rhodan ist amtsmüde, und andererseits auch etwas des Volkes müde. Er erhofft sich, dass seine Menschheit sich gereift zeigt, und das Richtige tut (ihn in seinen Anstrengungen um Asporc unterstützt), auch wenn er weiß , dass er eigentlich zu viel verlangt, siehe Seite 18.

Überhaupt geht es in diesem Roman viel um "geistige Reife", bzw. deren Abwesenheit. Ganz besonders oft wird das in der Kytoma-Story erwähnt.
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Das war ein richtig guter Roman wie die beiden nächsten auch. Das sind für mich auch dann die besten Romane der Altmutanten. Das Tibi fand ich klasse. Aber in den 400 er Bänden wurde für mich das Mädel anders beschrieben .WV als Autor super aber als Exposé Autor doch etwas mit zu viel Fantasy.
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Heiko Langhans
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Kinder, wie die Zeit vergeht ... B-)
Am 22. September 1972 erschien der 577. Roman der PERRY RHODAN-Serie:

William Voltz: Ein Mutant wird gejagt

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Handlung
Nachdem Alaska Saedelaere in dem Maisfeld rematerialisiert ist, trifft er dort auf Ribald Corello, der sich auf der Flucht vor dem neuen Mutantenkorps befindet. Der Supermutant zwingt den Maskenträger hypnosuggestiv in seine Gewalt, obwohl er selbst von fremden Mächten unterworfen wurde. Gemeinsam teleportieren sie zunächst nach Australien, wo ihnen das Mutantenkorps allerdings wieder nahe kommt. Bei einer kurzen Auseinandersetzung wird der Trageroboter Corellos durch Ras Tschubai vernichtet, so dass Saedelaere den Supermutanten tragen muss. Anschließend können sie in den Himalaya entkommen.

Während Bount Terhera die Jagd Perry Rhodans auf Corello propagandistisch für seinen Wahlkampf nutzt, gleichzeitig allerdings selbst eine entsprechende Suche veranlasst, teleportiert der Supermutant am 25. April 3444 mit dem Maskenträger unbemerkt in die TIMOR, die auf dem Raumhafen Terranias steht. Dort rüsten sie sich aus und nehmen unter anderem einen neuen Trageroboter an sich.

Anschließend wird Ribald Corello durch die ihn beherrschenden fremden Mächte dazu gebracht, das Kreuzfahrtschiff GNOMA zu kapern, das den Pazifischen Ozean befährt. Gemeinsam mit Saedelaere verbirgt er sich auf dem Schiff. Allerdings ist er gezwungen, Allwig Tjornsen, einen Passagier, der ihr Eintreffen auf dem Schiff bemerkt hat, im offenen Meer auszusetzen. Da Tjornsen jedoch gerettet werden kann, wird das Versteck der beiden Flüchtenden entdeckt. Wiederum teleportiert Corello mit Saedelaere.

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Sehr schönes Tibi. Die Geschichte ist zwar einfach aber gut geschrieben.
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Clark Flipper
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Mich hat beim lesen nur sehr gestört, das man schon wieder hinter Corello her war... :D
Die Ultimativen Antworten des SF:
"Es geschieht weil es geschah." und "42"
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Faktor10
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Halt immer auf die Kleinen. :D :devil:
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dandelion
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Rhodan überdenkt seine Bedeutung und sein Verhältnis zur Menschheit. So weit, so gut. Ein Gedanke hat mich aber doch irritiert:

"Es gab immer mehr Menschen. Sie lebten überall in der Galaxis, viele hatten den Namen Perry Rhodan sogar noch nie gehört."

Nie gehört??? Für mich kauim vorstellbar. Rhodan steht zu diesem Zeitpunkt schon fast 1500 Jahre an der Spitze. Da müsste sein Name doch auch auf dem letzten Hinterwäldlerplaneten (gibt es so etwas überhaupt?) bekannt sein.
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Tiberius
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dandelion hat geschrieben:Rhodan überdenkt seine Bedeutung und sein Verhältnis zur Menschheit. So weit, so gut. Ein Gedanke hat mich aber doch irritiert:

"Es gab immer mehr Menschen. Sie lebten überall in der Galaxis, viele hatten den Namen Perry Rhodan sogar noch nie gehört."

Nie gehört??? Für mich kauim vorstellbar. Rhodan steht zu diesem Zeitpunkt schon fast 1500 Jahre an der Spitze. Da müsste sein Name doch auch auf dem letzten Hinterwäldlerplaneten (gibt es so etwas überhaupt?) bekannt sein.

Nunja, wenn es eine verlorene Kolonie ist ... ;)
Mit verlorener Kolonie ist gemeint, daß ein Planet besiedelt wurde (normal oder per Schiffbruch oder sonstwie), der Kontakt abbrach und die Kolonisten ihre Herkunft vergaßen. Wie z.B. in den Heften 401 und 529 geschildert. Wobei die ersteren den Namen Perry Rhodan bestimmt in Erinnerung behalten werden. :D

Aber das hattest Du sicher nicht mit Hinterwäldlerplanet gemeint. :D
Wobei es sicher auf dünnbesiedelten Planeten auch Einsiedler geben dürfte, denen die Welt da draußen egal ist.
Oder religiöse Gruppen, deren Mitglieder nur unter sich und von anderen Gruppen isoliert aufgewachsen sind und leben.
Leser sind in der Überzahl und machen sich demzufolge mehr Gedanken über einen Roman, als es ein Autor je könnte.
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Heiko Langhans
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Vielleicht wird damit eine Menschheit beschrieben, die mit der heutigen realweltlichen Sucht nach "Informationen" und "Vernetzung" wenig bis gar nichts am Hut hat. Im PR-Kosmos gibt es das Internet ja ohnehin nur planetenbezogen. B-)
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Yman
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Heiko Langhans hat geschrieben:Kinder, wie die Zeit vergeht ... B-)
Am 22. September 1972 erschien der 577. Roman der PERRY RHODAN-Serie:

William Voltz: Ein Mutant wird gejagt



Heiko Langhans hat geschrieben:Vielleicht wird damit eine Menschheit beschrieben, die mit der heutigen realweltlichen Sucht nach "Informationen" und "Vernetzung" wenig bis gar nichts am Hut hat. Im PR-Kosmos gibt es das Internet ja ohnehin nur planetenbezogen. B-)


Vor 45 Jahren dachte man wohl über vieles noch ganz anders. Für Raumschiffe und Strahlenpistolen gab es Vorbilder, an die die Autoren sich halten konnten. Um sich das Internet vorstellen zu können fehlte es ihnen dann sowohl an eigener als auch an fremder Phantasie.

Faktor10 hat geschrieben:Sehr schönes Tibi. Die Geschichte ist zwar einfach aber gut geschrieben.


Es war keine komplexe Geschichte, aber das muss ja auch nicht sein. Mir hat der Roman von William Voltz sehr gut gefallen. Es war damit zu rechnen, dass Ribald Corello immer wieder entkommen wird, und eine Teleportation folgt mit schöner Regelmäßigkeit auf die nächste. Ribald ist ständig auf der Flucht. Teleporter, eine neue Fähigkeit Corellos, und Suggestor, das ist eine schöne Kombination.
Spannend war dabei, welche Kollateralschäden entstehen würden, und ob Alaska die Flucht gelingen kann. Hinzu kamen noch die inneren Kämpfe Corellos.

Das neue Mutantenkorps wirkt ziemlich hilflos und es leidet unter der schwachen Führung Fellmer Lloyds. Dasselbe Bild ergibt sich in größerem Maßstab auf das Solare Imperium bezogen, wo Perry Rhodan sich politische Schwächen leistet, weil er einfach auf die Vernunft der Bürger vertraut, und vielleicht hat er auch keine Lust mehr, weiter zu regieren, aber irgendjemand muss den Job ja machen. So hangeln sich alle irgendwie durch.

Man sieht nur noch nicht richtig, worauf es hinausläuft.
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Faktor10
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--Man sieht nur noch nicht richtig, worauf es hinausläuft.--
Leider auf den Untergang des solaren Imperiums. :(
Das dauert aber noch etwas, W V hatte wohl noch nicht die Macht dazu.Ob K H S dies schon wusste ?Fand er es richtig?
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Richard
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Ich habe ein paar alte EA Hefte aus der Zeit des M87 Zyklus - als die CREST grade in der KMW unterwegs war. Schon dort fand man aufgrund einer Nachfrage eines Lesers den Hinweis, dass die PR Serie vermutlich auch den Untergang des Solaren Imperiums schildern wird, da die anderen Phasen (Aufbau, Erhalt des SI) nicht ewig andauern können. Dabei wurde angeführt, dass das Ende des SIs ja durchaus auch positiv sein könnte.

Das SI ging unter, wurde aber letztlich in ein neues Staatsgebilde übergeführt: die LFT. Ich empfand die LFT als moderner und wohl eher dem damaligen Zeitgeist entsprechender.

Und klar -man versuchte natuerlich Corello einzukassieren, er diente einer ungeheuerlichen Macht als "Corpus" und diese Macht stellte wohl dadurch eine klare Bedrohung der Verhaeltnisse auf der Erde bzw. letztlich dem Solaren System dar, da er nicht mehr er selber war.
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Heiko Langhans
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Am 29. September 1972 erschien der 578. Roman der PERRY RHODAN-Serie:

H.G. Ewers: Im Labyrinth der Toten

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Handlung
Ribald Corello wird von den ihn beherrschenden fremden Mächten gemeinsam mit Alaska Saedelaere zur Südseeinsel Vavitao geführt, die zum Tubuai-Archipel gehört. Wenig später unternimmt der Maskenträger einen Fluchtversuch. Allerdings können ihn die geistigen Herren des Supermutanten durch die überraschende Verwendung von Morsezeichen verwirren, die direkt an ihn gerichtet sind. Diese Verwirrung kann Corello nutzen, um Saedelaere wieder unter seine hypnosuggestive Kontrolle zu bringen.

Die beiden Flüchtenden gelangen in der Folge zur Insel Ragiora, wo sie eine getarnte lemurische Geheimstation entdecken. Als sie in die Anlage eindringen, stoßen sie auf einen seit 50.000 Jahren konservierten Lemurer, den sie aufwecken können. Es handelt sich dabei um den Biogenetiker Vauw Onacro, der im Rahmen des Überlebensprogramms mithilfe einer Schnellbrüter-Anlage so genannte Normalsynthos, geistlose Körper aus lemurischem Genmaterial, erzeugen kann. Corello und Saedelaere können dem Wissenschaftler erfolgreich vortäuschen, dass die Lemurer den Krieg gegen die Haluter gewonnen hätten, und ihn dazu bringen, die Anlage zu aktivieren.

Währenddessen kann Perry Rhodan mit Fellmer Lloyd, Gucky, Dalaimoc Rorvic und Tatcher a Hainu verschiedene suggestive Beeinflussungen im Bereich der Insel Vavitao aufspüren. Durch zwei Kinder stoßen sie auf eine etwa 21.000 Jahre alte unterseeische Station, die ein rebellierender Meister der Insel errichten ließ.

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Der obige, etwas knappe Text wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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H.G. Ewers: Im Labyrinth der Toten
Schönes Tibi und ein gut gemachter Roman.HGE zeigt sich von seiner besten Seite. Obwohl ich den Zyklus nicht mag habe ich diesen Roman öfters gelesen.
Mir hat besonders gut auch der Untertitel gefallen.
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Faktor10 hat geschrieben:H.G. Ewers: Im Labyrinth der Toten
Schönes Tibi und ein gut gemachter Roman.HGE zeigt sich von seiner besten Seite. Obwohl ich den Zyklus nicht mag habe ich diesen Roman öfters gelesen.
Mir hat besonders gut auch der Untertitel gefallen.


Geheimnisse der Vergangenheit - Im Labyrinth der Toten ... Titel und Untertitel hätte man auch umdrehen können, aber ganz allgemein finde ich es schön, dass es diese Untertitel gibt.

H.G.Ewers zeigt sich von seiner Seite, ob von seiner besten weiß ich nicht. Mit einem anderen Autor verwechselbar ist der Roman jedenfalls nicht.

Meine Besprechung hole ich mal hier rüber. Ich war ja gespannt, wie sich Rorvic und a Hainu bei der Suche nach Corello schlagen würden, und der Roman erwies sich dabei als ein typischer Ewers. Rorvic und a Hainu waren mehr mit sich selbst beschäftigt als mit ihrer eigentlichen Aufgabe.

Tatcher a Hainu war im Solsystem unterwegs mit einem Space-Aqua-Cruiser und durfte die Handlung von "2001 - Odyssee im Weltraum" nachspielen, d.h. in einer Raumstation einer Positronik, die versuchte, ihn mittels Vakuum umzubringen, nacheinander die Speicherchips rausziehen. Nach und nach verlor die Positronik ihr Bewusstsein und beklagte sich darüber.

Rorvic machte Urlaub in der Südsee, erwies sich einmal mehr als Scheusal im Umgang mit nichtsahnenden Menschen und wurde von Robotern in eine Unterwasserschleuse gebracht, die dann geflutet wurde. Das war dann so ungefähr das Gegenstück zu dem Erlebnis a Hainus, der dann aber mit seinem Space-Aqua-Cruiser zur Rettung Rorvics eilte. Allerdings drehten alle anderen Crewmitglieder an Bord durch und torpedierten die Unterwasserstadt, in der Rorvic Urlaub machte bzw. Ermittlungen aufgenommen hatte.

An dieser komplizierten Situation, in der Rorvic und a Hainu sich gegenseitig wieder das Leben schwer machten, während sie in der Südsee nach Corello und zwei verschwundenen Kindern suchten, war Corello nicht ganz unschuldig, der seinerseits eine uralte lemurische Unterwasserstation entdeckte und ansonsten versuchte, Verwirrung zu stiften, was ihm auch ganz gut gelang. Die Kinder wiederum entdeckten eine Station der Meister der Insel.

Alaska Saedelaere war auch wieder mit im Roman, als Begleiter Corellos, und mit der Darstellung Saedelaeres konnte man zufrieden sein. Ewers übernimmt die Figur von Voltz und führt die Saedelaere-Corello-Handlung sehr gut fort. Für das Restliche hatte er ja sein Duo Rorvic/a Hainu, mit dem er sich nach Herzenslust austoben konnte.

Entdecken und verwirren, das war die entscheidende Strategie, die Corello auf der Flucht vor seinen Verfolgern den Erfolg brachte, und wohl auch das Motto des durchgängig unterhaltsamen Romans. Wer Rorvic und a Hainu bzw. H.G. Ewers zuvor noch nicht kannte, der kennt sie jetzt. Perry Rhodan und Gucky werden fast zu Statisten degradiert. Die angespannte politische Situation ist im Roman auch nicht weiter wichtig, so dass Rorvic/a Hainu fast vollkommen freie Fahrt haben.

Einiges war schamlos übertrieben, z.B. dass der eigentlich ertrunkene Rorvic, von a Hainu mit Fußtritten reanimiert, einige Liter Wasser und ein Dutzend Fische ausspuckte, aus der Lunge, dem Magen, woher auch immer. Eigentlich müsste man beim Lesen den Kopf schütteln, aber irgendwie ist es auch lustig, so etwas in einem Perry-Rhodan-Roman zu lesen.
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stimmt , war lustig. :rolleyes:
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Naja, auf mich wirkte das wie billige Effekthascherei. Mag sein, dass das daran lag, dass ich schon so ca. Mitte 20 war als ich den Band (bzw. den Zyklus) das erste Mal gelesen habe.

Ich fand es da bzw. auch später immer wieder erstaunlich, dass immer wieder mal bisher unbekannte Stützpunkte der Lemurer auf Terra gefunden wurden.

Irgendwo auf diversen Randwelten des Solaren Systems... nunja ... aber ausgerechnet auf Terra, der Heimatwelt der Menschheit?.
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