5. Auflage - Die Linguiden

Unvergessene Abenteuer, legendäre Zyklen - nachgelesen und neu diskutiert.
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Tennessee
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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Tennessee » 21. Mai 2013, 17:48

Perry Rhodan - 1589 + 1599

Salut,

so, das war es dann nun. "Die Linguiden" sind durch und all jene, die diesen Zyklus als einen voller Ödnis, Langeweile, Unlogik und Fantastik abgespeichert hatten, dürfen befreit aufatmen: Die Friedensstifter sind Geschichte, sie werden in der Zukunft keine Rolle mehr spielen.

Zum Abschluss gab es noch einmal einen spannenden Band von Peter Terrid, in dem der Todeskampf der SI ES anhand einer alternativen Zeitlinie für Leser (und Protagonisten?) nachvollziehbar wurde. Eine mitreißend geschriebene Geschichte, die sehr hübsch mit dem Was-wäre-wenn-Element spielt, dabei aber bei weitem nicht die sich zuweilen durch den Thread ziehende Frage beantworte, ob die pararealen Erlebnisse von Rhodan auf Arkon, Wanderer, den ZAen der MdI o.ä. nun tatsächlich Fragmente einer linearen alternativen Entwicklung ES' waren, oder nur punktuelle Ausdrücke superintelligenten Wahnsinns - oder gar Realität?
Viele Fragen blieben offen und sind auch bis heute nicht oder nur unbefriedigend, widersprüchlich beantwortet.

Der letzte Band schlug dann die Brücke zum Zyklusbeginn. Dort, wo auf Wanderer alles begann mit dem Entzug der Unsterblichkeit, endet es auch: ein erneuter Ruf der Unsterblichkeit erging an die Protagonisten. Diesmal jedoch, um die Lebenserhaltung erneut verliehen zu bekommen: Alles ist gut!
Naja, fast alles.

Mit der Neuverleihung der ZAen werden wir zwei weitere lange Lesegefährten verlieren, die durch die potentielle Unsterblichkeit ausreichend als Figuren geadelt wurden, wobei vielleicht doch die eine oder andere Handlung der Zukunft mit diesen Figuren spannender oder stimmungsvoller hätte sein können:
Nikki Frikkel, das Mannweib, die Kampfgefährtin, Trinkgenossin und Frau für alle Fälle wird nach fast 400 Heften (erster Auftritt war meine ich 1046 oder so) endgültig die Serie verlassen. Tatsächlich hätte sie für mich durchaus Potenzial zum Weitermachen gehabt, da sie als Figur, anders als z.B. Salaam Siin oder Stalker, die uns in diesem Zyklus ebenfalls verließen, weniger stark an eigener Biographie gebunden war, stärkere Figurenflexibilität, schlicht: etwas allgemeiner war.
Aber es sollte nicht sein und so darf sie Dao-Lin H'ay, ihrer einstige Beinahegegenspielerin, mit einem lachenden und einem weinenden Auge die Unsterblichkeit gönnen.
Auch Sato Ambush, der als Figur hier im Thread oft als Wundertütenwissenschaftler belächelt wurde, wird uns verlassen. Sicher, er wird noch einmal wiederkommen, aber dennoch nur für eine kurze Weile, um dann endgültig... ah ja? Wirklich endgültig?

Ennox, oder Philip, wie er später heißen wird, war in diesem wehmütigen und doch angenehm ruhigen Roman ein schlechter Witz! Nicht nur, weil er schlechte Witze erzählt bekam, sondern weil sein seltsamer Humor so sehr an Charly's Tante und Peter Alexander Komödien erinnerte. Vielleicht war sein Auftritt als komödiantisches Gegengewicht zu der sonst so ruhigen und ernsten Thematik gedacht, aber er wirkte doch eher wie ein Störelement, auch wenn er die Verbindung zwischen vergangenem und kommendem Zyklus darstellt.

ES' Verhalten, die Maßregelung Rhodans ob der zwei zu viel verliehenen ZAen, die mysteriöse Andeutung über Guckys Mission - hier zerstörte ein einziges Heft etwas, was sich dieser Zyklus so mühsam und richtig aufgebaut hatte: Die moralische, agierende Emanzipation der ZA-Träger von ES. Aber das würde ich dann später noch in der Rückschau ausführen. Mein gedanklicher Arbeitstitel zu der Rückschau: Die Linguiden - ein Zyklus, der versagte"

lg
Ten.
„Ein Wort“, sagte Humpty Dumpty, „bedeutet genau das, was ich es bedeuten lasse, nichts anderes.“
„Die Frage ist“, sagte Alice, „ob du Worten so viele Bedeutungen geben kannst“.
„Die Frage ist“, sagte Humpty Dumpty, „wer die Macht hat – das ist alles.“

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von LaLe » 23. Mai 2013, 16:30

Der Zyklus ist nunmehr beendet und wie gewohnt wird es Zeit für ein Fazit meinerseits. Ich beginne einfach mal mit den Handlungsebenen der Bände 1550 - 1599, die ich wieder sehr subjektiv definiert und bezeichnet habe. Seid also nicht zu streng zumal sich die Handlungen mitunter schon überschneiden.

Handlungsebenen

Die Linguiden - 1550 bis 1552, 1567, 1568, 1578 bis 1582, 1584, 1586 bis 1590
Die Friedensstifter sind nunmehr die neuen Zellaktivatorträger und Favoriten der verwirrten Superintelligenz ES. Sind sie (und der Rest ihres Volkes) zunächst wenig begeistert ob der neuen Aufgabe, die ihrer Mentalität und Kultur so sehr widerspricht, beginnen sich bald die negativen Auswirkungen der lebensverlängernden Geräte auf ihre Träger auszuwirken. In der Folge beginnen sie ein Macht-und Intrigenspiel, das in unvorstellbaren Verbrechen mündet und letztlich zur Rebellion gegen die Friedensstifter und dem durch das Galaktikum legitimierten Raub der Zellaktivatoren führt.
Immer wieder gelingt es den Autoren (allen voran Marianne und Robert) tiefe Einblicke in die Gesellschaftsstrukturen der Linguiden zu gewähren und das Volk detailliert und insgesamt sehr glaubwürdig und nachvollziehbar zu beschreiben. Gleiches gilt zur Aufklärung des Geheimnisses um die Herkunft der Linguiden und die Funktionsweise des kimas.
Unter dem Strich sind die Linguiden für mich eines der am besten beschriebenen Fremdvölker und leider nur eine One-Zyklus-Wunder geblieben.

Die ES-Sucher - 1583, 1585, 1591, 1592, 1594 bis 1599
Nakken und Terraner beschreiten sehr unterschiedliche Wege auf der Suche nach ES und stehen dabei trotz aller Absichtserklärungen mehr in Konkurrenz zueinander als dass man zusammenarbeitet.
Beide Völker eint aber der Wille, der Superintelligenz zu helfen. Während die Nakken durch den Einsatz sogenannter Hyperraumscouts und des damit verbundenen Missbrauchs der Bionten wenig Rücksicht nehmen und einen direkten Weg der Suche einschlagen, versuchen es die Galaktiker vor allem über die Berechnung der Wandererbahn. Als man sich endlich zusammenrauft und innerhalb DORIFERS einen Lösungsweg aufgezeigt bekommt, glückt die Suche und ES kann geholfen werden. Dabei werden die ehemals Unsterblichen ordentlich zum Zittern gebracht, am Ende löst sich für sie jedoch alles in Wohlgefallen auf. So war auch Guckys Todesk(r)ampf weniger spannungsfördernd als ödes Mittel der Spannungserzeugung.

Bionten - 1554, 1557 bis 1559
Eines der ersten Probleme, derer sich die Linguiden widmen, ist die Situation der Bionten, einer traurigen und bislang sträflich vernachlässigten Hinterlassenschaft der Monos-Ära. Dabei stoßen die Linguiden und ihre Friedensstifter jedoch schnell an die Grenzen ihrer Fähigkeiten. Ihre Vorgänger bekleckern sich aber auch nicht gerade mit Ruhm (Atlan).
Gelungen fand ich an dieser Handlungsebene das Aufgreifen sich aus früheren Handlungen ergebender Folgen, das durchaus passend umgesetzt wurde. Die einzelnen Romane waren größtenteils aber nicht unbedingt die Highlights der zweiten Zyklushälfte.

Andromeda - 1555, 1563, 1564, 1570 bis 1573
Beginnend mit den Nachforschungen zum Ursprung der Linguiden, werden die Linguidenforscher in die Nachbargalaxis geführt, wo es nach neuesten Erkenntnissen ebenfalls zu Manifestationen Wanderers gekommen sein soll. Während die Idee der Chronosophie der Maahks wenig überzeugen konnte, waren 1555 von Kurt Mahr und 1573 von Marianne Sydow echte Knüller und HoHos Wiedereinstieg absolut gelungen. Schön, dass auch hier ein Abstecher in altbekannte Regionen erfolgte.

ESTARTU - 1553, 1556, 1565, 1566, 1574 bis 1577, 1593
Für mich war die Reise der ROBIN nebst Intrigantenstadl Stalkers der schwächste Handlungsabschnitt der Zyklushälfte. Wenigstens bekam der ehemalige Sotho einen würdigen Abtritt und der Leser konnte nun endlich erfahren wie es den Zwölf Galaxien nach Band 1399 ergangen ist.

Truillau - 1560 bis 1562, 1569
Nun verschlägt es auch Perry himself nach Truillau, nur um hinnehmen zu müssen, dass er von Frau und Tochter verlassen wird und ihm ein unter massivem Transformsyndrom (Heimweh) leidender Kosmokrat die bis dato wohl heftigsten Schwierigkeiten bereitet. Mit Band 1569 schrieb Ernst Vlcek einen der wohl essenziellsten Romane seiner Expokraten-Ära.
Abgesehen davon, dass die Suche nach dem Bewahrer eigentlich keine war, konnte diese Handlungsebene im Gegensatz zur ersten Zyklushälfte durchaus überzeugen.

Fazit zur Handlung:
Dem Leser wird eine tolle Vielfalt an Handlungen und Handlungsschauplätzen geboten, wobei man sich der eigenen Historie besinnt und altbekannte Orte (Andromeda, MB ESTARTU) aufgesucht werden. Vieles wird zu einem Abschluss gebracht (Taurec, Gesil und Eirene, Stalker, der Nakken Suche nach dem Innersten) und Neues eingeleitet (Voltago, Ennox, die Suche nach zwei potentiellen ZA-Trägern). Insofern konnte mich der Linguidenzyklus absolut überzeugen und bleibt auch nach der nunmehr abgeschlossenen zweiten Lektüre einer meiner Favoriten.

Autoren

Robert Feldhoff (7 Romane)
Zusammen mit H. G. Francis trug Robert die meisten Romane bei. Anfangs fand ich alle seine Beiträge durchweg gut, nur dem Dorifer-Doppelband und 1575 konnte ich nicht so viel abgewinnen. Unterm Strich 4x gut und 3x durchschnittlich. Das ist sehr ordentlich.

H. G. Francis (7 Romane)
H. G. Francis startete recht durchschnittlich in den Zyklus und hatte gegen Ende dann einige Ausreißer nach unten und oben. 1586 wird mir aufgrund seines tragischen Endes und der ein oder anderen überraschenden Wendung sehr gut in Erinnerung bleiben. Um diesen herum gab es - nach meiner völlig subjektiven Einschätzung - mit 1574 und 1590 aber zwei der sechs schwächsten Romane der Zyklushälfte. Dennoch habe ich diesen Autor insgesamt schon schlechter bewertet.

Marianne Sydow (6 Romane)
Mit Ausnahme des durchschnittlichen 78ers hat Marianne nur gute bis sehr gute Romane zur zweiten Hälfte des Zyklus beigetragen. Ohne ihre Linguidenromane wäre dieser Abschnitt der Serie nur halb so gut geraten. Und noch heute kann ich nachvollziehen warum mich ihr Abgang seinerzeit so schmerzte. Scheiden, wenn es am schönsten ist...

Peter Griese (6 Romane)
Der Autor startete für mich sehr durchwachsen in die zweite Hälfte, steigerte sich mit seinen letzten drei Beiträgen aber deutlich und schrieb mit 1580 und 1584 zwei seiner stärksten Romane, die ich in Erinnerung habe. Als einzigen Ausfall würde ich 1558 bezeichnen.

Arndt Ellmer (6 Romane)
Die Bewertung zu Arndt ist - soweit es mich betrifft - durch die im wesentlichen von ihm getragene Handlung um die ROBIN eingefärbt und dies gereicht ihm durchaus zum Nachteil. Mit Stalkers bemüht konstruiert wirkenden Intrigenspielen konnte ich absolut nichts anfangen und erst mit dem Doppelband 1576/77 schrieb Arndt wieder gewohnt solide. Gemeinsam mit H. G. Ewers belegt er bei mir aber die unteren Plätze meines Rankings.

Kurt Mahr (5 Romane)
Gewohnt stark startet Kurt Mahr mit den Bänden 1555 und 1562 um dann mit der schwachen Andromedahandlung (1570/71) und 1585 eher Durchschnittliches abzuliefern. Ausfälle produzierte er aber - wie gewohnt - nicht, und setzte seine insgesamt starke Phase m. E. fort.

Horst Hoffmann (5 Romane)
Ein durchaus furioses Comeback gelang Horst Hoffmann, dessen Romane ich fast durchweg gut fand. Absolut erfrischend war seine Schreibe und stellenweise gefielen seine Charakterisierungen richtig gut. In dieser Form hatte ich den Autor kennenlernen dürfen, später hatte ich mitunter so meine Probleme mit seinen Romanen. Hier und jetzt gehörte er aber zu meinen Fab Four neben Ernst, Marianne und Robert.

H. G. Ewers (3 Romane)
Dass ich mit Ewers-Romanen so meine Schwierigkeiten habe, dürfte inzwischen bekannt sein. Wenn ich aber nur einen von dreien seiner Romane als schwach bewerte, dann ist das nicht das schlechteste Ergebnis. Immer dann, wenn er sich stärker an das Exposé hält und sich mit Eigenkreationen zurückhält, finde ich ihn durchaus lesbar.

Ernst Vlcek (3 Romane)
Drei gute Romane und mit Band 1569 ein absolutes Serienhighlight steuerte der Exposéautor bei. Hier gibt es für mich absolut nichts zu meckern. Top!

Clark Darlton (1 Roman)
Mit lediglich einem Beitrag, dem sehr an die Anfangszeit der Serie erinnernden "Geheimsache RIUNAN", trug sich der Altmeister in die Liste ein. Mit einem Augenzwinkern ließ sich der Roman durchaus lesen, kommt bei mir aber über eine durchschnittliche Bewertung nicht hinaus.

Peter Terrid (1 Roman)
Den vorletzten Roman eines Zyklus einem (Wieder-)Einsteiger zu überlassen, finde ich an sich schon einmal mutig. Peter Terrid macht m. E. aber alles richtig und liefert einen richtig guten Roman mit einer tollen und überzeugenden Alternativgeschichte ab. Daumen hoch!

Ranglisten

Damit kommen wir auch schon zu meinen

TOP 3

1.) 1569 - Finale für Taurec von Ernst Vlcek
2.) 1573 - Blick in die Zeit von Marianne Sydow
3.) 1598 - Der Tag des Zorns von Peter Terrid.

Weitere Kandidaten wären 1550, 1555 und 1564 gewesen.

Die FLOP 3 sind

1.) 1556 - Schatten der Vergangenheit von Arndt Ellmer
2.) 1558 - Pentaskopie von Peter Griese
3.) 1561 - Der Überfall von H. G. Ewers

Weitere Kandidaten wären 1565 und 1574 gewesen.
Die Katze grinste.
"Hierzulande ist jeder verrückt. Ich bin verrückt. Auch du bist verrückt."
"Woher weißt du, dass ich verrückt bin?"
"Sonst wärst du nicht hier", antwortete die Katze.

Lewis Carroll, Alice im Wunderland

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Tennessee » 26. Mai 2013, 11:39

Salut,

untenstehend folgt meine, leider sehr ausführliche - ich weiß ich strapaziere das Konzentrationsvermögen - Besprechung des Linguidenzyklus, mit einem zusätzlichen, ganz kurzem Fazit zur Diskussion. Vielleicht ein "viel Vergnügen" *zwinker*

Die Linguiden (1500-1599) - Die Revolution findet nicht statt

Mit der Verleihung der Unsterblichkeit an die linguidischen Friedensstifter in Band 1550 verschärft sich der existentielle Grundton des Zyklus‘. ES hat neue Favoriten für die Unsterblichkeit und der Leser muss sich in dieser Ambivalenz orientieren: Zum einen sind die Protagonisten um Perry Rhodan die liebgewonnen Figuren der Serienvergangenheit, die darum natürlich als Handlungsträger weder entwertet werden können, noch sollen, auf der anderen Seite haben die Friedensstifter in der ersten Hälfte des Zyklus‘ gezeigt, dass sie mit ihren Fähigkeiten und ihrer Lebensweise viel besser geeignet sind, die Befriedung der MB ES voranzutreiben.
Die Aufwertung der Friedensstifter durch die Unsterblichkeit macht es notwendig, das Volk der Linguiden intensiver zu untersuchen. Denn wir erinnern uns: Es ist sowohl Lesern als auch Protagonisten schon aus der ersten Zyklushälfte klar, dass ES verwirrt ist und sich an einer anderen Zeitlinie orientiert – ES hat sich mit der Aberkennung der Unsterblichkeit selbst widersprochen und vor diesem Hintergrund kann die Verleihung des ewigen Lebens an die Linguiden im besten Fall eine Panne und im schlimmsten Fall eine Ungerechtigkeit sein.

Hat sich die erste Hälfte des Zyklus‘ hauptsächlich mit dem Phänomen Linguiden und ihrer Fähigkeiten beschäftigt, so wird der Schwerpunkt nun auf die Erforschung der Hintergründe und Historie der neuen ES-Favoriten gelegt, eben genau, um die den Gedanken des „worst case“ zu widerlegen oder ihn – noch besser – zu korrigieren. Dabei werden die unsterblichen Friedensstifter zunächst sehr mitfühlend den Protagonisten um Rhodan gegenübergestellt: Tolot terrorisiert die Heimat Shaenors und verübt fast schon ein Attentat auf ihn, Dorina Vaccer wird gefangen genommen und der ZA gestohlen, die Linguiden kümmern sich um Dinge, die die Unsterblichen bisher unerledigt ließen.

Hier baut der Zyklus schon eine Fallhöhe auf, aus der man später umso steiler die Linguiden nach unten stürzen lassen kann, wobei das Exposé an dieser Stelle sehr pfiffig mehrere Dinge miteinander verbindet.
Zunächst findet hier, wie schon häufiger im Zyklus, eine clever in die Haupthandlung eingewobene Fortschreibung der PR-Historie statt, indem offene Fäden bzw. zuvor erzählte Handlung mit der neuen Zyklushandlung verbunden werden. Die Bionten werden nicht einfach reproduziert, sondern sie haben sich weiterentwickelt, haben Träume, Lebensentwürfe, neue Handlungsoptionen.
Durch den Schwerpunkt des linguidischen Agierens auf die Befriedung der Bionten, wird der moralische Aspekt erneut betont: Hier haben Rhodan & Co tatsächlich versagt. Kann ES‘ Entscheidung vielleicht doch weder Panne noch Ungerechtigkeit sein?
Konterkariert wird dieses jedoch durch die ersten Fehltritte der Linguiden: Atlans Extrasinn erkennt eine (unmoralische) Manipulation Aramus Shaenors und mit der neuen Figur Hagea Scoffy werden die Linguiden durch sich selbst kontrastiert: die geballte Faust Bransor Manellas steht dem charmanten Phlegma Scoffys gegenüber.

Stärker als in der ersten Hälfte des Zyklus‘ werden die Handlungsebenen geblockt, ohne dabei in ein starres Muster zu verfallen. Mit Rhodans Besuch in Truillau und der Begegnung mit Taurec endet eine Handlungsebene der ersten Zyklushälfte, wobei die Frage nach Monos‘ Vater, den Hintergründen zum Cantarozyklus und der ES-Verwirrung geklärt wird. Mit Gesil und Eirene verlassen zwei Protagonisten die Handlung, die uns schon lange begleitet hatten.

Ähnlich wie mit Fornax in der ersten Zyklushälfte nutzt der Zyklus die Möglichkeit, Orte früherer PR-Handlung wieder zu besuchen: Andromeda, MB Estartu, wobei ersteres die wohl größte Kontroverse der (mittlerweile nicht mehr ganz so) neueren PR-Historie präsentiert. Diese hier zu wiederholen tut ja nicht Not, der Thread zu dieser Diskussion ist allgemein zugänglich.

Mit dem Wissen um die Hintergründe des ES-Verwirrung wird eines deutlich: Es handelt sich bei der Umverteilung der Unsterblichkeit nicht um eine Ungerechtigkeit, sondern um eine Panne. ES ist krank und benötigt Heilung. Dabei zeigt sich eben dies als der tatsächliche „worst case“, denn wie soll eine Superintelligenz geheilt werden?
Der Zyklus baut dabei ganz geschickt eine fast schon revolutionäre Grundsituation auf, die sich zuvor nur kurz in den 900er Bänden zeigte, als die Mutanten durch ihr Aufgehen in ES die SI aus einer Materiesenke befreiten: Die Umkehrung der Hierarchien. ES ist krank, ES hat sich geirrt, ES braucht Hilfe und es sind gerade jene, die von ES entwertet und entmachtet wurden, jene, die stets unsterblich vor ES‘ Gnaden waren, die selbstlos und aus einer nun moralisch erhöhten Handlungsposition auf ES einwirken. Wie ich schon in der Diskussion um die ZAen der MdI anmerkte, ist es diese Selbstlosigkeit und die moralische Überlegenheit der früheren Unsterblichen, mit denen sie sich selbst als Träger der Unsterblichkeit legitimieren: Nicht ES bestätigt sich selbst in seiner Wahl, sondern die Handlungen der Protagonisten bestätigen ES in seiner Wahl. Dies gipfelt in der Aufgabe der Unsterblichkeit, als die ZAen zur Heilung ES‘ verbraucht werden und der endgültige Tod der Haupthandlungsträger angedeutet wird. (Natürlich werden sie nicht sterben, so viel ist dem Leser dann doch bewusst.)

Doch an dieser Stelle versagt der Zyklus am Ende grandios. Statt die Protagonisten aufgrund ihrer Handlungen zu stärken und ein neues Verhältnis zu ES aufzubauen, wird durch die Maßregelung Rhodans bei der Neuverteilung der Unsterblichkeit durch ES, Rhodan müsse schon wissen, ob die Unsterblichkeit nicht auch reserviert werden müsse, das alte Verhältnis wiederhergestellt. Die Revolution findet nicht statt. Statt dessen wird der Grundstein für ein Verhalten ES‘ gelegt, das bis heute anhält: die undurchsichtige und zuweilen willkürliche Freigabe von Informationen oder Handeln von ES. Um es kurz zu sagen: intensiver und persönlicher als im Linguidenzyklus war das Verhältnis zwischen ES und den Unsterblichen niemals. Denn was kann persönlicher sein, als das Retten des Lebens? Doch aus diesem neuen Miteinander wurde letztendlich nichts geschöpft und nichts geschaffen. Der Resetknopf war subtil, aber er war vorhanden.

Dabei lag so viel Potential in diesem Zyklus wie in kaum einem zuvor. Vieles wurde richtig gemacht, auch wenn einige Stimmen sagen, dass dieser Zyklus ungeplant und konzeptlos gewesen sei. Ich widerspreche, denn der Linguidenzyklus hat – sicher auch auf experimentelle Weise – versucht, alte Schemata der PR-Serie aufzubrechen. Misslungen ist es bei der o.g. ES-Rhodan-Konstellation. Doch ganz brillant und hochgradig gelungen hat der Linguidenzyklus ein sehr triviales Konzeptmuster der PERRY RHODAN Serie aufgebrochen: Der Linguidenzylus hat gezeigt, dass es möglich ist, einen Zyklus zu konzipieren, der nicht mit der typischen schwarz-weiß-Malerei von Gegnerschaften arbeitet. Denn wer ist in diesem Zyklus der Bösewicht? Die Linguiden, deren Handlungen aus einer Panne von ES hervorrühren? Taurec, der mit einer irrationalen Form des Heimwehs Auslöser der ES-Krise war und doch reuige Hilfestellung gibt? Die biontenmissbrauchenden Nakken, welche letztendlich der Schlüssel zur Heilung von ES sind und eigentlich das gleiche wollen wie Rhodan?
Herrlich ambivalent sind die Gegner gezeichnet, so herrlich ambivalent, dass es Unsinn wäre, von eindeutigen Bösewichten zu sprechen.
Somit wird – gerade in diesem Aspekt – der Linguidenzyklus zu einem Paradebeispiel für all jene Leser, die die nichttrivialen Konzepte von PERRY RHODAN betonen und zum Prüfstein für all die Rhodanisten, die sich dem seltsamen Widerspruch stellen müssen, dass sie ihre eigenen Vorstellungen von Nichttrivialität in dem Zyklus unverwirklicht finden, der am offensivsten und experimentierfreudigsten mit diesen Konzepten spielte.

Das Volk der Linguiden wird keine Rolle mehr spielen. So sehr es zu bedauern ist, umso logischer ist dieses Vorgehen. Mit den Friedensstiftern hat man eine Personengruppe geschaffen, die jeden Konflikt lösen oder zumindest entschärfen können. Das nimmt die Spannung aus den Konflikten, denn die Frage würde ja nicht mehr lauten: Wie können wir den Konflikt lösen? , sondern nur noch: Wie kriegen wir den Linguiden an Ort und Stelle? Zwei mal wird in der Zukunft noch dieses Dilemma deutlich werden.
Dann sind die Linguiden Geschichte.

Wie schade.

XXXXX

Dieser Thread hätte niemals ohne das dankeswerte Engagement LaLes durchgeführt werden können. Bedauerlich ist es aber, dass die Besprechung des Linguidenzyklus‘ nur durch eine Kleinstgruppe von Foristen getragen wurde. Gerne hätte ich mehr Stimmen, vor allem auch die kontroversen der „Linguidengegner“ gelesen. Hier bin ich vom Schweigen der schweigenden Mehrheit enttäuscht, wie schade.

Aber vielleicht spiegelt diese Minimalbesprechung den Grund für das Ende der 5. Auflage wieder, vielleicht ist auch die Zeit der kontroversen Auseinandersetzung vorbei, vielleicht hat sie nie gegeben? Vielleicht hat auch hier keine Revolution stattgefunden.
Ich weiß es nicht.

lg
Ten.
„Ein Wort“, sagte Humpty Dumpty, „bedeutet genau das, was ich es bedeuten lasse, nichts anderes.“
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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Alexandra » 26. Mai 2013, 13:34

Tennessee hat geschrieben:Dieser Thread hätte niemals ohne das dankeswerte Engagement LaLes durchgeführt werden können. Bedauerlich ist es aber, dass die Besprechung des Linguidenzyklus‘ nur durch eine Kleinstgruppe von Foristen getragen wurde. Gerne hätte ich mehr Stimmen, vor allem auch die kontroversen der „Linguidengegner“ gelesen. Hier bin ich vom Schweigen der schweigenden Mehrheit enttäuscht, wie schade.

Aber vielleicht spiegelt diese Minimalbesprechung den Grund für das Ende der 5. Auflage wieder, vielleicht ist auch die Zeit der kontroversen Auseinandersetzung vorbei, vielleicht hat sie nie gegeben?
Hallo Tennesse,
eventuell lässt sich eher eine Parallele zu den Atlan-Threads ziehen, in denen auch nicht gerade der Bär tanzt.
Der Grund ist wohl, dass das metaphorische Eisen schon kalt ist, dass man nicht das Gefühl hat, auf einen aktuellen Schreibvorgang Einfluss zu nehmen.
Mir persönlich ist es einfach zu viel, mehrere Ebenen gleichzeitig zu lesen, ich lese lieber ein Heft doppelt als noch ein anderes dazu, was heißt, dass ich mir diesen Thread gerne zu Gemüte führen werde, wenn ich diesen Heftstapel mal aus dem Regal hole.
With the best wishes,
Alexandra
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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von NAN » 26. Mai 2013, 14:06

Alexandra hat geschrieben:
Tennessee hat geschrieben:Dieser Thread hätte niemals ohne das dankeswerte Engagement LaLes durchgeführt werden können. Bedauerlich ist es aber, dass die Besprechung des Linguidenzyklus‘ nur durch eine Kleinstgruppe von Foristen getragen wurde. Gerne hätte ich mehr Stimmen, vor allem auch die kontroversen der „Linguidengegner“ gelesen. Hier bin ich vom Schweigen der schweigenden Mehrheit enttäuscht, wie schade.

Aber vielleicht spiegelt diese Minimalbesprechung den Grund für das Ende der 5. Auflage wieder, vielleicht ist auch die Zeit der kontroversen Auseinandersetzung vorbei, vielleicht hat sie nie gegeben?
Hallo Tennesse,
eventuell lässt sich eher eine Parallele zu den Atlan-Threads ziehen, in denen auch nicht gerade der Bär tanzt.
Der Grund ist wohl, dass das metaphorische Eisen schon kalt ist, dass man nicht das Gefühl hat, auf einen aktuellen Schreibvorgang Einfluss zu nehmen.
Mir persönlich ist es einfach zu viel, mehrere Ebenen gleichzeitig zu lesen, ich lese lieber ein Heft doppelt als noch ein anderes dazu, was heißt, dass ich mir diesen Thread gerne zu Gemüte führen werde, wenn ich diesen Heftstapel mal aus dem Regal hole.
With the best wishes,
Alexandra
Auch von mir Dank an LaLe und an alle Mit-Diskutierenden für das Engagement, das einen immer wieder lesenswerten Thread hervorgebracht hat. :-)

Bezüglich der Nicht-Beteiligung: Um über die Hefte noch dazu in Form einer kontroversen Auseinandersetzung diskutieren zu können, müsste man die Hefte lesen. Von daher ist für mich die naheliegenste Annahme die, dass einfach Leute, die die Hefte nicht lasen, geschwiegen haben, anstatt aufgrund - eventuell falscher - Erinnerung kontrovers sich auseinanderzusetzen. Auch dafür mein Dank. ;-)

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Vincent Garron » 26. Mai 2013, 14:56

NAN hat geschrieben:Bezüglich der Nicht-Beteiligung: Um über die Hefte noch dazu in Form einer kontroversen Auseinandersetzung diskutieren zu können, müsste man die Hefte lesen. Von daher ist für mich die naheliegenste Annahme die, dass einfach Leute, die die Hefte nicht lasen, geschwiegen haben, anstatt aufgrund - eventuell falscher - Erinnerung kontrovers sich auseinanderzusetzen. Auch dafür mein Dank. ;-)
Du sagst es :st:

Mir ist beim mitlesen des threads hier eins klar geworden:
Es gibt Dinge die ich (immer noch) weiß, Dinge die ich glaube zu wissen, und Dinge, die ich nicht mehr weiß, also schon vergessen hab.
Dementsprechend verteilte ich - logischerweise - mein Engagement ;)

Meinen herzlichsten Dank an LaLe für das hervorragende Moderieren des threads, ebenso an Tennessee für die Zusammenfassung, bei der ich viele meiner Gedanken die ich damals beim Lesen hatte, wiedergefunden habe, auch wenn ich wohl andere Worte oder andere exemplarische Beispiele gewählt hätte. Der Grundtenor ist allerdings der Gleiche :st:
Es gibt zwei Dinge die unendlich sind: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir aber nicht ganz sicher.
(Albert Einstein)

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von DelorianRhodan » 26. Mai 2013, 15:09

Schön war jedenfalls, dass auf S. 106/107, wenn auch in Schwarzweiß, das doppelseitige Titelbild von Nr. 1600 abgedruckt war. :st:

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Lumpazie » 26. Mai 2013, 22:23

DelorianRhodan hat geschrieben:Schön war jedenfalls, dass auf S. 106/107, wenn auch in Schwarzweiß, das doppelseitige Titelbild von Nr. 1600 abgedruckt war. :st:
Das ist die Innenillu von Heft 1600, nicht das Tibi - wobei ich gar nicht mehr sicher bin, ob diese Zeichnung nicht sogar schon im 1599er drin war. Dennoch, eine schöne Erinnerung!
Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
D’ Kometen müßten sonst verboten wer’n;
Ein Komet reist ohne Unterlaß
Um am Firmament und hat kein’ Paß;
Und jetzt richt’ a so a Vagabund
Und die Welt bei Butz und Stingel z’grund
(Johann Nestroy)

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von DelorianRhodan » 27. Mai 2013, 18:29

Lumpazie hat geschrieben:
DelorianRhodan hat geschrieben:Schön war jedenfalls, dass auf S. 106/107, wenn auch in Schwarzweiß, das doppelseitige Titelbild von Nr. 1600 abgedruckt war. :st:
Das ist die Innenillu von Heft 1600, nicht das Tibi - wobei ich gar nicht mehr sicher bin, ob diese Zeichnung nicht sogar schon im 1599er drin war. Dennoch, eine schöne Erinnerung!
Hm, wenn ich mal Zeit habe, suche ich sie mal heraus, vielleicht an einem Wochenende.

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von a3kHH » 27. Mai 2013, 19:11

Dieser Thread hätte niemals ohne das dankeswerte Engagement LaLes durchgeführt werden können. Bedauerlich ist es aber, dass die Besprechung des Linguidenzyklus‘ nur durch eine Kleinstgruppe von Foristen getragen wurde. Gerne hätte ich mehr Stimmen, vor allem auch die kontroversen der „Linguidengegner“ gelesen. Hier bin ich vom Schweigen der schweigenden Mehrheit enttäuscht, wie schade.

Aber vielleicht spiegelt diese Minimalbesprechung den Grund für das Ende der 5. Auflage wieder, vielleicht ist auch die Zeit der kontroversen Auseinandersetzung vorbei, vielleicht hat sie nie gegeben? Vielleicht hat auch hier keine Revolution stattgefunden.
Ich weiß es nicht.
Also ich habe diesen Thread zu spät gesehen. Und auch die Hefte noch nicht gelesen.
Nichtsdestotrotz habe ich die Kommentare hochinteressiert verfolgt und, auch durch diese Betrachtungen motiviert, in meinem Blog eine eigene Perry Rhodan-Seite angelegt. Ist zwar noch im werden, an der wird aber weitergebaut.
Von daher gibt es meiner Meinung nach keinen Grund zur Enttäuschung, dieser Thread wird noch lange weiterwirken.

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von LaLe » 28. Mai 2013, 15:12

Tennessee hat geschrieben:Das Volk der Linguiden wird keine Rolle mehr spielen. [...] Wie schade.
Ein Schicksal, dass die haarigen Sabbeltaschen leider mit so manch anderem Volk teilen.
Bedauerlich ist es aber, dass die Besprechung des Linguidenzyklus‘ nur durch eine Kleinstgruppe von Foristen getragen wurde. Gerne hätte ich mehr Stimmen, vor allem auch die kontroversen der „Linguidengegner“ gelesen. Hier bin ich vom Schweigen der schweigenden Mehrheit enttäuscht, wie schade.
Ich denke eher, dass gerade diejenigen, die den Zyklus seinerzeit nicht mochten, die Romane aktuell ganz sicher nicht gelesen haben und sich deshalb mit ihren Meinungsäußerungen lieber zurückhielten. Ansonsten hält sich die Enttäuschung bei mir etwas in Grenzen, bin ich da doch schon ganz andere Durststrecken gewohnt. Wie schrieb jemand einleitend zu diesen Thread doch sinngemäß und zutreffend von einem "allein vor sich hin rezensierenden LaLe" :D ? Unabhängig davon, hätte ich mir dies aber auch gewünscht.

Ich danke allen, die diese Diskussion mit ihren Kommentaren und Beiträgen (stellvertretend nenne ich hier mal Heiko und Ten) belebt haben und dies auch weiterhin tun wollen (Schnurzel und joeschuh21, nicht nachlassen!). :bet: Und nicht vergessen will ich diejenigen, die durch ihre (auch stille) Lektüre dazu beigetragen haben, dass der Thread nachweislich gerne gelesen wurde.

Wir sehen uns auf der anderen Seite!
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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Heiko Langhans » 28. Mai 2013, 15:42

Und zum Abschluss der letzte Flashback-Spoiler zum Linguiden-Zyklus (PR 1590-1599):


ca. 12.000.000 v. Chr.
In Tarkan werden die Sieben Mächtigen Arufur, Sinveghal, Nairmivan, Aqossu, Kashirishgal, Oveltan und Si¬rixim versammelt und eingewiesen (PR1593).


ca. 10.000.000 v. Chr.
Die Sieben Mächtigen von Tarkan stellen ihre Aufgabe in Frage. Der Chaotarch Xpomul bietet ihnen eine neue Bestimmung. Sirixim wird als Herr Heptamer (Siqim Malkar) der Anführer der Sieben; den anderen (Arufur = Fürst des Feuers/Assu-Metem; Sinveghal = Fürst des Sturmes/Singhal Metem; Nairmivan = Fürst der Weltenflut/Nirwan-Metem; Aqossu = Fürst der Reinheit/Assu-Letel; Kashirishgal = Fürst des Dogmas/Kashgal-Letel; Oveltan = Fürst der Anbetung/Oltan Letel) verleiht er durch Xpomul übernommene Macht (PR1593).

Auf dem Konzil von Amringhar verkündet der Herr Hepta¬mer das Prinzip der Sechs Tage (PR1593).


ca. 2.000.000 v. Chr.
Das Hexameron erhöht die Gravitationskonstante von Tarkan, um den Untergang zu beschleunigen (PR1593).


ca. 50570 v. Chr.
ESTARTU empfängt vor ihrem Wechsel nach Tarkan einen zeitverlagerten Hilferuf von ES (PR1599).


50567 v. Chr.
ESTARTU geht nach Tarkan (PR1384).

ESTARTU erschafft den Mond Anansar, genprogrammiert die Entstehung der Nakken und deren Motivation zur Suche nach ES und dezentralisiert sich in die Juatafu (PR1595).


1918
11. September: Homer Gershwin Adams wird in England ge¬boren (PRTB128, PR 1597).


1934
Conrad Cecil Herbert Horatio Orville Huntington wird geboren (PR1598).


1961
4. Oktober: Julian Tifflor wird in New York geboren (PR26, PR28, PR509, PR1597, PR-Kalender 1983).


1967
15. Oktober: Perry Rhodan und Clark G. Flipper retten bei einem Übungsflug über Rastatt ihrem Offizierskollegen Conrad Cecil Herbert Horatio Orville Huntington das Leben (1598).

Rhodan und Flipper werden zur U.S. Space Force versetzt (PR1598).

Anmerkung: Eine nicht realisierte Variante dieser Ereignisse ist von ES während der DORIFER/Taurec-Krise von 4761 erzeugt worden.


1976
6. Januar: Durch einen von dem Mausbiber Plofre ausgelösten Fehlsprung landet die STARDUST im Laton-System (PR18, PR97, PR1598).
Januar: Eine Revolte auf Tuglan (Laton IX) kann verhindert werden. Der Mausbiber erhält den Namen Gucky und wird dem Mutantenkorps zugeteilt (PR18, PR1598).


2437
September: Beim Angriff der Dolans auf das Solsystem werden die Britischen Inseln fast völlig vernichtet (1594).


3400
2./3. Dezember: Alaska Saedelaere wird exakt um Mitternacht geboren (1597, PR-Kalender 1983, PR-Kalender 1998, KC2).


4035/448 NGZ
Februar: Ernst Ellert und Testare erreichen Amringhar. Kytoma holt Testare zu einer Mission (Suche nach Gesil) ab, Ellert bleibt zurück und macht sich auf den Weg zur Erde (PR1418).

vermutlich Februar: Taurec fliegt in das Kosmonukleotid DORIFER ein und setzt dort den Prinzen der Schmetterlinge im Bereich Wolkenland gefangen (PR1594). Taurec versucht die Kontra-Psiqs, die ES´ Entwicklung zur Materiesenke enthalten, zu vernichten. Der Versuch schlägt fehl. Die Psiqs entladen sich in das Standarduniversum und beeinflussen ES. Durch diesen Eingriff wird auch die Kosmische Katastrophe im Ansatz begünstigt (PR1595).

ES richtet einen Hilferuf an ESTARTU, der sie zeitversetzt erreicht (PR1599).

vermutlich März: DORIFER-Station wird zerstört (PR1595).


4036/449 NGZ
Die PROMETHEUS wird erbaut (PR1591).


4335/748 NGZ
Von Sabhal wird eine zweite Station (DORISTAT II) nach DORIFER gestartet. Das Ziel der Besatzung besteht darin, sich erneut Zugang zum Kosmonukleotid zu verschaffen (PR1595).


4709/1122 NGZ
Das Wissenschaftlerehepaar Bylon siedelt sich zwecks historischer Forschungsarbeiten auf dem Mars an (PR1597).


4726/1139 NGZ
Borea Amtox wird auf Plophos geboren (PR1593).


4730/1143 NGZ
Farid a-Nesram wird geboren (PR1590).
Pindor Gheekan wird geboren (PR1590).


4744/1157 NGZ
Die LOVVAN (Cula Pareve) startet von DORISTAT II nach DORIFER und verirrt sich (PR1595).


4748/1161 NGZ
Die Besatzung der LOVVAN begibt sich in Tiefschlaf. Im Lauf der nächsten Jahre fallen die Anlagen aus, die Besat¬zung stirbt (PR1595).


Viel Spaß beim Puzzeln. :D

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Rainer1803 » 28. Mai 2013, 16:29

LaLe hat geschrieben:
Tennessee hat geschrieben:Das Volk der Linguiden wird keine Rolle mehr spielen. [...] Wie schade.
Ein Schicksal, dass die haarigen Sabbeltaschen leider mit so manch anderem Volk teilen.
Bedauerlich ist es aber, dass die Besprechung des Linguidenzyklus‘ nur durch eine Kleinstgruppe von Foristen getragen wurde. Gerne hätte ich mehr Stimmen, vor allem auch die kontroversen der „Linguidengegner“ gelesen. Hier bin ich vom Schweigen der schweigenden Mehrheit enttäuscht, wie schade.
Ich denke eher, dass gerade diejenigen, die den Zyklus seinerzeit nicht mochten, die Romane aktuell ganz sicher nicht gelesen haben und sich deshalb mit ihren Meinungsäußerungen lieber zurückhielten. Ansonsten hält sich die Enttäuschung bei mir etwas in Grenzen, bin ich da doch schon ganz andere Durststrecken gewohnt. Wie schrieb jemand einleitend zu diesen Thread doch sinngemäß und zutreffend von einem "allein vor sich hin rezensierenden LaLe" :D ? Unabhängig davon, hätte ich mir dies aber auch gewünscht.

Ich danke allen, die diese Diskussion mit ihren Kommentaren und Beiträgen (stellvertretend nenne ich hier mal Heiko und Ten) belebt haben und dies auch weiterhin tun wollen (Schnurzel und joeschuh21, nicht nachlassen!). :bet: Und nicht vergessen will ich diejenigen, die durch ihre (auch stille) Lektüre dazu beigetragen haben, dass der Thread nachweislich gerne gelesen wurde.

Wir sehen uns auf der anderen Seite!
Ich war zwar nur einer dieser stillen Mitleser, aber Danke für Eure Arbeit und es hat beim Mitlesen wieder schöne Erinnerungen hervor gebracht. :st:

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Schnurzel » 28. Mai 2013, 17:04

LaLe hat geschrieben:
Ich danke allen, die diese Diskussion mit ihren Kommentaren und Beiträgen (stellvertretend nenne ich hier mal Heiko und Ten) belebt haben und dies auch weiterhin tun wollen (Schnurzel und joeschuh21, nicht nachlassen!). :bet:
I'll do my very best :D
Vielleicht schaffe ich ja übers lange Wochenende den 1571 und 1572. Ich melde mich auf alle Fälle wieder!

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Hamiller » 28. Mai 2013, 21:42

Ich hatte den Zyklus angefangen, als mir meine heutige Frau Anfang 2011 einen zufälligen Karton meiner Sammlung von Hamburg nach Stuttgart mitgebracht hat. Da ich recht abrupt mit nur einem Koffer umgezogen war, wurde mein Nachlesen des Kosmischen hanse-Zyklus unterbrochen, aber ich hatte einen Haufen Planetenromane eingepackt.

Ich habe so das erste Viertel des Zyklus gelesen, bevor ich mir einen Kindle zulegte und lieber ganz klassisch vorne anfing. Beim Linguiden-Zyklus hatte ich aus meiner Kindheit in Erinnerung, dass mich die Hilflosigkeit der Terraner gegenüber den Topsidern genervt hatte. Ich dachte, das könnte ich als Erwachsener vielleicht besser nachvollziehen.

Aber nö, dazu waren die Schikanen der topsidischen "Kolonisten" einfach zu dick aufgetragen, die Ungerechtigkeiten bei der Verteilung der Planeten nach der Monos-Ära zu knapp angedeutet. ES Blindheit für die Wahrheit ermüdet auch, eigentlich hat Peter Terrid ES' Wahrnehmung erst in 1598 schön erklärt und das da zu spät verständlich gemacht.

Davon abgesehen gab es schon schöne Romane und die Themen gehen schön ineinander über oder laufen zusammen. Ich hatte beim ersten Lesen noch das Problem, dass ich mit Band 1400 eingestiegen war und hier viele Themen aus der Zeit davor aufgearbeitet wurden. Und heute waren die 1300er auch schon wieder 15 Jahre her...

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Tennessee » 30. Mai 2013, 09:47

Salut,

jeder wird natürlich ganz individuelle und legitime Gründe haben, warum er oder sie sich in dieser oder jeder Form beteiligt hat. Dass man aber "alles" gelesen haben und eine "richtige und vollständige" Leseerinnerung beim Besprechen der Linguiden zeigen muss, ist, glaube ich, ein Trugschluss. Jedenfalls habe ich die "Klassiker-Besprechungen" der Zyklen, so niemals verstanden. Es ist doch vielmehr -auch!- eine Reise in die eigenen Leseerinnerungen, die auch unvollständig und vor allem (!!) persönlich sein dürfen und sollen.

Wenn ich zwischenzeitlich mal in die Diskussionen um Abstimmungen und Bewertungen zu Heften oder Ereignissen der Heftserie hier im Forum schaue, lese ich oft die Aussagen, dass man doch gerne seine Ab- oder Zuneigungen erläutern solle. Ich finde nicht, dass dies eine verpflichtende Haltung sein soll; man muss das nicht tun. Ich finde es aber hochgradig interessant, wenn Leser ihre Bewertungen erläutern (und "erläutern" heißt *nicht* Begründungszwang oder Rechthaberei!).
Vor dem Hintergrund, dass die Linguiden bei vielen Usern des NGFs eher unbeliebt sind, hätte ich es gerade spannend gefunden, wenn ich bei einzelnen Heften oder Inhalten des LInguidenzyklus solche Erläuterungen gelesen hätte. Es ist damit (für manchen Foristen) auch eine Chance, den eigenen Anspruch an die Besprechungen der PR-Serie zu erfüllen und die Intensität und Qualität der Besprechungen hier im Forum mitzugestalten.

Dass diese Chance oder Möglichkeit dann doch eher ungenutzt verstrichen ist, das macht mir Bedauern. Aber wie oben schon geschrieben, hat jeder legitime und persönliche Gründe, die nicht abzuwerten sind.

Salut Alexandra,
wir zwei sprachen ja via PN schon mal über dieses Thema. Ich glaube aber nicht, dass die eher schleppende Beteiligung oder Intensität bei Klassikerbesprechungen (ob nun Zyklen oder Hefte; auch LaLe bedauerte ja in der aktuellen Lesebesprechung von Band 12xy, dass trotz angenehmer Beteiligung die Diskussion eher zurückhaltend verlief) mit dem Gefühl einhergeht, dass man nicht auf aktuelle Schreibvorgänge EInfluss nehmen könne. Es geht ja bei solchen Besprechungen ja auch und vor allem um die nachträgliche Bewertung der PR-Serie. Und da sind die Rhodanisten ja doch durchaus mit einem selbstbewussten Stolz ob der Qualität ihrer Serie gesegnet.

Salut NAN,
wie oben genannt: Erinnerung dürfen auch persönlich sein. Und falsche Erinnerungen dürfen natürlich auch bestehen bleiben. Oder? Wie gesagt, es geht allein um Chancen oder Möglichkeiten. Das ist kein *Muss* für jedermann. Man darf auch schweigen.

Salut a3kHH,
die "Klick-Zahlen" (Sagt man das so?) zeigen ja, dass viele Foristen die Zyklusbesprechung kontinuierlich verfolgt haben und wohl interessant genug gefunden hatten, um sie überhaupt aufzurufen. Meine Enttäuschung bezieht sich auch nicht auf die "Klick-Zahlen" oder die mögliche "Nachwirkung" des Threads, sondern auf die verpasste Chance zur Beteiligung. (s.o.)


lg
Ten.
„Ein Wort“, sagte Humpty Dumpty, „bedeutet genau das, was ich es bedeuten lasse, nichts anderes.“
„Die Frage ist“, sagte Alice, „ob du Worten so viele Bedeutungen geben kannst“.
„Die Frage ist“, sagte Humpty Dumpty, „wer die Macht hat – das ist alles.“

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von a3kHH » 1. Juni 2013, 15:23

Tennessee hat geschrieben:Salut a3kHH,
die "Klick-Zahlen" (Sagt man das so?) zeigen ja, dass viele Foristen die Zyklusbesprechung kontinuierlich verfolgt haben und wohl interessant genug gefunden hatten, um sie überhaupt aufzurufen. Meine Enttäuschung bezieht sich auch nicht auf die "Klick-Zahlen" oder die mögliche "Nachwirkung" des Threads, sondern auf die verpasste Chance zur Beteiligung. (s.o.)
*grmpfbl*
Na gut, ich versuch' mal den Ennox-Zyklus zu begleiten.

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Schnurzel » 14. Juni 2013, 12:40

Band 1571: Kurt Mahr - PE-hilfreich

Endlich habe ich es mal geschafft, den zweiten Teil des Doppelbandes von Kurt Mahr zu lesen. Und was lese ich: Perry haftet ein Stück Vergangenheit an. Festgestellt von Wundertüten-Myles. Und prompt gerät Perry in die Epoche Andromedas, in der die Paddler von den Tefrodern resp. MdI ausgelöscht werden. Wenn ich sowas lese, dann halte ich das Neuroversum und das ganze SI-Geschwurbel drumherum im Vergleich dazu glatt als bodenständigen Plot.

(Witzig, dass ich gerade über Paddler lese. Die kommen in der aktuellen EA zufällig auch vor. )

Vollkommen unverständlich für mich, dass man ein vollkommen unbekanntes Raumschiff mit Insassen, deren Sprache man nicht mal versteht, so "mir nix dir nix" an der ATLANTIS anlegen lässt. Nur wegen der veralteten Technolgie im unbekannten Raumschiff? Wie leichtsinnig ist das denn? Und dass man sich nach Stunden von Atlan und Perry erzählen lassen muss, um wen es sich bei den Paddlern handelt! Gäbe es im 12. Jahrhundert NGZ noch einen Totholz-Brockhaus, würde da sicher was über die Paddler drinstehen. Erst recht müsste in den Datenbaken der ATLANTIS was über die Paddler vorhanden sein. Ich hätte Theta von Ariga längst wegen Inkompetenz gefeuert.

Ansonsten ist der Roman ganz gut lesbar und unterhaltsam. Aber Kurt Mahr hat schon wesentlich bessere Romane als diesen Doppelband geschrieben.

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Schnurzel » 17. Juni 2013, 08:53

Band 1572 - Horst Hoffmann - Der Menschenzoo
Band 1573 - Marianne Sydow - Blick in die Zeit

Zusammen mit dem Band 1571, in dem um die Paddler ging, ist dies also die legendäre MdI-Trilogie im Linguiden-Zyklus. Zählt man den Bully Roman von Kurt Mahr hinzu, handelt es sich sogar um einen klassischen 4er-Block.

HoHo schreibt gewohnt routiniert, ohne jedoch einen Kracher abgeliefert zu haben. Ich fand die Nebenhandlung um Alavan und dem Monk auf History sogar ziemlich überflüssig, war aber ingesamt unterhaltsam.

Sehr gespannt war ich auf Mariannes Roman. Marianne und Mirona - das versprach viel! Wenn ich aber erwartet hatte, eine solch geniale Charakterdarstellung Mironas zu bekommen, wie es Marianne bei dem einen oder anderen Friedensstifter geschafft hat, so wurde ich leider enttäuscht. Gerade mal ca. 10 Seiten Platz für Mirona Thetin - zu wenig für eine mehr als eindimensionale Darstellung von Mirona Thetin. Das schafft auch Marianne nicht. Die Handlung auf Wanderer hingegen fand ich zu sehr in die Länge gezogen. Weitschweifige Erklärungen über SI, Materiequellen etc. hätte man sich sparen können und den Platz besser für Mirona investiert. Schade. Ohne jetzt bewerten zu wollen, welcher Roman kanonischer ist ("Blick in die Zeit" oder "Schmied der Unsterblichkeit") fand ich Peter Terrids Roman wesentlich interessanter, auch wenn da Mironas Charakter ebenfalls nur angekratzt wird und weit hinter Agaias Charakterdarstellung zurückstehen muss.

Trotz allem ein wieder einmal guter Roman von Marianne. Meine Erwartungshaltung war halt zu hoch für eine Einser-Bewertung.

Auch wenn Mirona Thetin eine Massenmörderin ist, hat sie mich vor 40 Jahren über alle Maßen fasziniert. Obwohl ich als junger Teenie von Liebe und Leidenschaft so gut wie keinen blassen Schimmer hatte (ich war 13 oder 14 bei der Lektüre!), hat mich Atlans Leid doch sehr berührt. Und ich muss zugeben, die Beschreibung von Mirona (Optik, nicht Charakter!) scheint auch mein Schönheitsideal geprägt (oder mitgeprägt) zu haben, das ich seitdem von Frauen habe ***. Für mich eine der legendärsten Figuren im Perryversum, trotz nur zweier Romane im MdI-Zyklus und nur einer Handvoll Nachzügler im Laufe der Zeit.

Aber, um mal auf den aktuellen Zyklus zu kommen: bitte keine MdI und keine Mirona Thetin! Das Thema ist für mich erst mal ausgereizt!



*** Catherine Zeta-Jones oder Salli Richardson-Whitfield (Alison Blake aus Eureka) wären für mich eine gute Wahl bei einer Verfilmung des MdI-Zyklus.


Tante Edit hat noch was hinzuzufügen:

Mirona war gegen Ende des MdI-Zyklus Tamrätin des Sulvy-Systems und 20.000 Jahre vorher auch (nach Lesart von Band 1573). Wie hat sie das geschafft, ohne dass es aufgefallen ist? Was war ihr Alter Ego in den zigtausend Jahren dazwischen? Ist keinem Tefroder aufgefallen, dass die Dame nicht altert? Schließlich war sie eine "öffentliche Person".
Gibt es hierzu irgendwelche Erkenntnisse? Ich kenne nicht alle PR- oder Atlan-Romane.

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von DelorianRhodan » 19. Juni 2013, 17:55

a3kHH hat geschrieben:
Tennessee hat geschrieben:Salut a3kHH,
die "Klick-Zahlen" (Sagt man das so?) zeigen ja, dass viele Foristen die Zyklusbesprechung kontinuierlich verfolgt haben und wohl interessant genug gefunden hatten, um sie überhaupt aufzurufen. Meine Enttäuschung bezieht sich auch nicht auf die "Klick-Zahlen" oder die mögliche "Nachwirkung" des Threads, sondern auf die verpasste Chance zur Beteiligung. (s.o.)
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Na gut, ich versuch' mal den Ennox-Zyklus zu begleiten.
Man sollte aber nicht versuchen, die Ennox zu begreifen! :rolleyes:

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Lumpazie » 19. Juni 2013, 23:49

Schnurzel hat geschrieben: Tante Edit hat noch was hinzuzufügen:

Mirona war gegen Ende des MdI-Zyklus Tamrätin des Sulvy-Systems und 20.000 Jahre vorher auch (nach Lesart von Band 1573). Wie hat sie das geschafft, ohne dass es aufgefallen ist? Was war ihr Alter Ego in den zigtausend Jahren dazwischen? Ist keinem Tefroder aufgefallen, dass die Dame nicht altert? Schließlich war sie eine "öffentliche Person".
Gibt es hierzu irgendwelche Erkenntnisse? Ich kenne nicht alle PR- oder Atlan-Romane.
Nun, zumindestens hat sie Atlan gegenüber behauptet, der Hohe Tamrat von Sulvy-System zu sein. Ob sie diesen Posten zur dieser Zeit wirklich ausfüllte oder das nur eine Scheinidentität war, sei mal dahingestellt. Ich glaube eher, das sie da geflunkert hat und quasi ihren alten Posten der Prä-MDI-Zeit hervorkramte, um Atlan eine plausible Erklärung zu geben, warum sie in den Fängen der MDI ist/war.

Wurde nicht in Band 1573 auch ausgesagt, das sie Nermo Dhelim als Rolle einnahm. Auf jeden Fall wird sie nicht 20000 Jahre Hoher Tamrat im Sulvy-System gewesen sein. Und wenn, dann in Masken, mit Strohmännern usw., nicht als Mirona Thetin.
Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
D’ Kometen müßten sonst verboten wer’n;
Ein Komet reist ohne Unterlaß
Um am Firmament und hat kein’ Paß;
Und jetzt richt’ a so a Vagabund
Und die Welt bei Butz und Stingel z’grund
(Johann Nestroy)

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Schnurzel » 20. Juni 2013, 07:08

Lumpazie hat geschrieben:
Schnurzel hat geschrieben: Tante Edit hat noch was hinzuzufügen:

Mirona war gegen Ende des MdI-Zyklus Tamrätin des Sulvy-Systems und 20.000 Jahre vorher auch (nach Lesart von Band 1573). Wie hat sie das geschafft, ohne dass es aufgefallen ist? Was war ihr Alter Ego in den zigtausend Jahren dazwischen? Ist keinem Tefroder aufgefallen, dass die Dame nicht altert? Schließlich war sie eine "öffentliche Person".
Gibt es hierzu irgendwelche Erkenntnisse? Ich kenne nicht alle PR- oder Atlan-Romane.
Nun, zumindestens hat sie Atlan gegenüber behauptet, der Hohe Tamrat von Sulvy-System zu sein. Ob sie diesen Posten zur dieser Zeit wirklich ausfüllte oder das nur eine Scheinidentität war, sei mal dahingestellt. Ich glaube eher, das sie da geflunkert hat und quasi ihren alten Posten der Prä-MDI-Zeit hervorkramte, um Atlan eine plausible Erklärung zu geben, warum sie in den Fängen der MDI ist/war.
Glaube ich jetzt nicht unbedingt. Im Jahr 2406 sollte für die Terraner leicht nachprüfbar sein, wer tatsächlich Hoher Tamrat des Sulvy-Systems ist. Wenn deine These stimmt, ist sie ein ziemlich hohes Risiko eingegangen.

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von LaLe » 20. Juni 2013, 07:49

Schnurzel hat geschrieben: Im Jahr 2406 sollte für die Terraner leicht nachprüfbar sein, wer tatsächlich Hoher Tamrat des Sulvy-Systems ist. Wenn deine These stimmt, ist sie ein ziemlich hohes Risiko eingegangen.
Wenn ich das recht erinnere, endete es mit ihrem Tod :devil: . Wer sich in Gefahr begibt...
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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Schnurzel » 20. Juni 2013, 08:13

Meine eigenen Erinnerungen taugen nichts (ist zu lange her, als ich 299 gelesen habe), daher habe ich einen Blick in die perrypedia geworfen:

Mirona Thetin ist nicht etwa enttarnt worden, sondern hat sich Atlan höchstselbst als Faktor 1 offenbart, nachdem sie ihn paralysiert hatte.

Außerdem: "Sie benutzte Atlan da Gonozal gegenüber ihre Identität als Hoher Tamrat des Sulvy-Systems" (Zitat aus der perrypedia). Die Formulierung deutet darauf hin, dass sie tatsächlich Tamrätin war.

Und, jetzt wird es besonders klar: "Nach ihrer Befreiung und medizinischen Versorgung lud Mirona Thetin die Terraner zum Dank für ihre Rettung auf ihren Heimatplaneten Thetus ein. Nach der Landung der CREST III und der IMPERATOR am 17. Januar wurde Mirona Thetin von ihrem Volk jubelnd empfangen. Sie ließ einen großen Staatsempfang für Perry Rhodan und Atlan ausrichten, und zeichnete Konnery und Goldstein für ihre mehrfache Rettung aus Lebensgefahr mit der höchsten im Sulvy-System vergebenen Ehrung, der Ritterklasse des Blauen Sterns, aus. Insbesondere Atlan gegenüber zeigte sich sich während des Empfangs sehr zuvorkommend" (Zitat perrypedia)

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Heiko Langhans » 20. Juni 2013, 08:59

Mit ihren technischen Möglichkeiten dürfte es Mirona leichtgefallen sein, sich im Abstand von einigen Jahrzehnten als ihre eigene Nachfahrin/Kollegin/Amtsnachfolgerin etc. auszugeben und aufzubauen. Da sehe ich keinen allzu großen Widerspruch.

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