5. Auflage - Die Linguiden

Unvergessene Abenteuer, legendäre Zyklen - nachgelesen und neu diskutiert.
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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von LaLe » 2. September 2012, 22:12

Heiko Langhans hat geschrieben:@LaLe:

Das hatte ich jetzt nicht verglichen - setzst Du Deine verbesserten HZFs nicht in die PP?

So hatte ich es bisher bei der Dritten Macht gehalten - hauptsächlich PACK* und Ergänzungen, aber immerhin ...

*PACK = ProduktionsAnaChronismusKorrektur (kein da Gonozal, keine Mehandor, keine AETRON, etc. in die HZF, da diese Begriffe erst später etabliert werden.)
Würde ich gerne, aber ich komme derzeit schlicht nicht dazu. Außerdem ist es bei den HZF zu den aktuell hier besprochenen Romanen m. E. mit PACK nicht getan und einfach das bereits eingestellte zu plätten und meins drüberzupacken ist auch nicht meine Art. Wenn ich das aber richtig im Blick habe, dann werden die HZF in der PP demnächst besser und sehr wahrscheinlich auch von mir dann übernommen. Dann habe ich hoffentlich Freiräume um das Versäumte nachzuholen.
JoeSchuh21 hat geschrieben:In Band 1557 steht auf der LKS ein Kommentar von AE: "....daß Kurt Mahr krankheitsbedingt ausfiel und erst mit 1548 wieder mit von der Partie ist. Ähnliches gilt auch für KHS. Auch er mußte wegen einer Erkrankung eine Weile pausieren. Sein nächster Band nach 1544 ist der 1571."
Bekanntlich kam es dann ja leider anders :( .
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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von astroGK » 3. September 2012, 00:56

Tennessee hat geschrieben:
Waringer hat geschrieben:Zu Nr. 1557 (Die Bionten von Drumbar) …schöner Roman von RF, angenehm lesbar [...]

Hier zeigt sich auch wieder ein Grundproblem des Linguiden-Zyklusses: Die mangelnde Plausibilität. Die Fähigkeit der Linguiden beruht auf angeblich eindrucksvollen Überredungskünsten. Von der Konzeption her standen die Autoren vor einem Dilemma. Es durfte keine Para-Fähigkeit, also z.B. Suggestion sein, da es sonst eine Beeinflussung bzw. kriminell gewesen wäre. Also musste es irgendeine Art von genialer Überredung sein. Funktioniert das?
Es sind keine argumentativen Überredungskünste, sondern Veränderungen der Wahrnehmung bei anderen. Der Linguide (dämlicher Name übrigens, das Blödeste am sonst genialen Zyklus) "sieht" die Vorstellungswelt des Anderen und beeinflusst diese. Durch die Änderung der Sichtweise, ändert sich auch das Bewußtsein. Wird einem Wort eine andere Bedeutung hinterlegt, was offenbar die Gabe der Linguiden ist, dann wird die andere Person dazu gebracht, den Sachverhalt anders zu interpretieren als vorher. Werden vorher z.B: Zahlen als Verkaufsimpuls gedeutet, sind sie dann allmählich Kaufsignal. Dazu geht der Linguide her und unterlegt dem bisherigen Verkaufsargument einen drohenden Beigeschmack, den die andere Person nur auf der unbewußten Ebene wahrnimmt (etwa durch Körpersprache). Das Kaufargument dagegen wird positiv besetzt. Somit werden die Zahlen wie durch einen Filter gesehen, der nach der Beeinflussung durch die Linguiden einen Kauf bewirkt.
Es geht also immer um die mit Wörtern verbundenen Gefühlskontext. Wird dieser verändert, bekommt alles ein ganz neues Gewicht. Ähnlich wie es im krassesten Fall bei Psychopathen abläuft. Die normale Welt wird mit einer unheilvollen Bedeutung belegt, es werden Fakten völlig anders interpretiert,eine nicht vorhandene Bedrohung wird dazu erdacht und es kommt zur akuten Psychose. Wahnvorstellung sagt man dazu. Linguidische Friedensstifter können beliebig vom ursprünglichem Weltbild abweichende Vorstellungwelten in in fast jedem Intelligenzwesen in jeder Form erzeugen. Das ist ihr einzigartiges Können, dass sich auf ihre ebenso einzigartige Herkunft gründet, die später erklärt werden wird. Und die gleichzeitig auch ihre größte Schwäche verursacht.

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Tennessee » 3. September 2012, 15:02

astroGK hat geschrieben:
Tennessee hat geschrieben:
Waringer hat geschrieben:Zu Nr. 1557 (Die Bionten von Drumbar) …schöner Roman von RF, angenehm lesbar [...]

Hier zeigt sich auch wieder ein Grundproblem des Linguiden-Zyklusses: Die mangelnde Plausibilität. Die Fähigkeit der Linguiden beruht auf angeblich eindrucksvollen Überredungskünsten. Von der Konzeption her standen die Autoren vor einem Dilemma. Es durfte keine Para-Fähigkeit, also z.B. Suggestion sein, da es sonst eine Beeinflussung bzw. kriminell gewesen wäre. Also musste es irgendeine Art von genialer Überredung sein. Funktioniert das?
Es sind keine argumentativen Überredungskünste, sondern Veränderungen der Wahrnehmung bei anderen. [...]Linguidische Friedensstifter können beliebig vom ursprünglichem Weltbild abweichende Vorstellungwelten in in fast jedem Intelligenzwesen in jeder Form erzeugen. Das ist ihr einzigartiges Können, dass sich auf ihre ebenso einzigartige Herkunft gründet, die später erklärt werden wird. Und die gleichzeitig auch ihre größte Schwäche verursacht.
Salut,

ergänzend dazu vielleicht noch die sehr plastische Erklärung aus der perrypedia:
Um das Kima zu verstehen, kann ein bildhafter Vergleich helfen:

Auf einem Brett sind unzählige Kristalle mit verschiedenen Facetten angebracht. Jeder Kristall steht für einen Begriff wie »Vater«, »Mutter«, »Fisch« oder »Tod«. Die einzelnen Facetten des Kristalls repräsentieren die einzelnen Begriffsbedeutungen für das Individuum, wobei einige mehr präsent sind und andere verborgen. Ein talentierter Linguide ist in der Lage, die verborgenen oder weniger präsenten Begriffsbedeutungen durch ein »Drehen« der Kristalle stärker in den Vordergrund zu rücken. So verändert sich für ein Individuum die Sicht seiner Individuellen Realität. Mit dem Drehen einzelner Kristalle geht allerdings auch eine Veränderung anderer Begriffe einher. Die Bedeutungsänderung des Begriffs »Vater« führt auch zu einer Veränderung der Bedeutungen von »Mutter«, »Eltern«, »Kind« usw. Die Linguiden nennen dies eine Kette.
Ich finde das im Sinne einer sprachlichen Talentierung zunächst einmal doch sehr einleuchtend. Nebenbei gibt es extrem viele Ratgeber, die sich gerade damit beschäftigen, durch eine geschickte Rethorik die "Einstellung" seines Gegenübers zu manipulieren, Stickwort: Suggestivsätze.

Dass nun einzelne Bionten gegen diese "Manipulation" immun sind, mag schlicht und ergreifend an ihrer ganz speziellen individuellen Realität liegen. Die ist z.B. in ihrer visuell-begrifflichen Wahrnehmung sehr stark 5-D orientiert. Und dass die Linguiden mit 5D ihre Probleme haben, wissen wir seit dem Unglücksfall Lloyd-Tschubai direkt zu Zyklusbeginn.

lg
Ten.
„Ein Wort“, sagte Humpty Dumpty, „bedeutet genau das, was ich es bedeuten lasse, nichts anderes.“
„Die Frage ist“, sagte Alice, „ob du Worten so viele Bedeutungen geben kannst“.
„Die Frage ist“, sagte Humpty Dumpty, „wer die Macht hat – das ist alles.“

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von LaLe » 4. September 2012, 14:46

Band 1559 - Atlan und der Linguide - MS

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Im Juli 1172 NGZ verzweifeln die linguidischen Friedensstifter Aramus Shaenor und Dorina Vaccer beinahe an der Aufgabe, die auf Drumbar gefangen gehaltenen Monkin zu befrieden. Einige der Bionten - unter ihnen auch der neue General Liici-Pjee-Nyr - sprechen nicht auf ihre Gabe an. Deren Individuelle Realität ist in sich derart konsistent, dass selbst bei kleinsten Begriffsumdeutungen die Gefahr besteht eine sogenannte falsche Kette aufzulösen und so irreparable Schäden zu verursachen. Erschwerend kommt hinzu, dass seit einiger Zeit genau die Individuen aus dem Lager verschwinden, die sich gegen eine Beeinflussung immun zeigen. Shaenor sieht keinen anderen Weg als Atlan um Unterstützung zu bitten.

Den Arkoniden beschäftigt derweil die angekündigte Ankunft einer Monkinflotte unter Führung des geheimnisvollen Strategen. Das Gefecht mit den Piraten hindert ihn jedoch nicht daran sich mit dem Linguiden, dem er seit den Ereignissen auf Teffon beinahe feindselig gesinnt ist, ein Wortgefecht zu liefern. Das nimmt dann allerdings einen für ihn ungünstigen Verlauf, wirkt er dabei doch selbst auf seine eigenen Leute wie ein skrupelloser Egomane, der um seiner persönlichen Eitelkeit willen sogar bereit ist die Zerstörung der Siedlung Ybor in Kauf zu nehmen. Damit bringt er vor allem aber auch den Dorfvorsteher Faragit gegen sich auf, der überhaupt kein Verständnis für die Handlungsweise des Arkoniden aufbringt. Tatsächlich gelingt es den arkonidischen Streitkräften jedoch, die Flotte der Monkin ohne Blutvergießen aufzubringen und die Gefahr von Drumbar abzuwenden.

Tags darauf kommt es zu einem erneuten Aufeinandertreffen zwischen Atlan und Shaenor. Als sich der Arkonide von Schülern des Friedensstifters verfolgt glaubt, folgt er diesen und .trifft in einem Shift der TABATINGA Shaenor an. Von dort aus will der Linguide Kontakt zu den Nakken aufnehmen, die er für das Verschwinden der Bionten verantwortlich macht und erbittet hierzu Atlans Unterstützung. Dieser glaubt jedoch an einen Trick des Linguiden um ihn beeinflussen zu können und so entwickelt sich ein weiteres Wortgefecht. Dies endet damit, dass der Arkonide davon überzeugt ist von den Friedensstiftern nicht beeinflusst werden zu können. Da er an dieser Einsicht leichte Zweifel hegt jedoch unverändert an einer Lösung der Probleme auf Drumbar interessiert ist, bietet er Shaenor an das Gespräch per Funk fortzuführen.

Die Fortsetzung ist dann nur von kurzer Dauer. Atlans Ausführungen darüber womit das Interesse der Nakken geweckt werden könnte liefern dem Linguiden einen Ansatz für eine Kontaktaufnahme mit den Gastropoiden. Er gibt sich als einer der Friedensstifter zu erkennen, die von ES auf Wanderer empfangen wurden und später einen Zellaktivator erhielten. Und tatsächlich erscheint kurz darauf ein Nakk an seinem Standort. Es entwickelt sich ein zunächst sehr zähes Gespräch zwischen den beiden so unterschiedlichen Wesen. In dessen weiterem Verlauf stellt sich dann heraus, dass die entführten Bionten von den Nakken zu sogenannten Hyperraumscouts ausgebildet werden. Darüber hinaus gibt Shaenors Gesprächspartner zu, dass die Nakken während der Monos-Ära dafür Sorge trugen, dass der Gen-Müll auf Exilplaneten im Halo der Milchstraße angesiedelt wurde. So hofften sie ungestört mit den Bionten experimentieren zu können von denen nur ein geringer Prozentsatz für einen Einsatz als Hyperraumscout überhaupt in Frage kommt.

Als der Friedensstifter damit droht einen militärischen Schlag der Arkoniden gegen den Stützpunkt der Nakken zu initieren, lenken diese ein. Am 23. Juli werden zunächst Nikki Frickel und der sie begleitende Merlin Pitts freigelassen. Eine Woche später folgen ihnen die entführten Bionten. Von diesen entschließen sich allerdings 200 dazu, den Nakken zu folgen, die ihren Stützpunkt auf Drumbar aufgeben.
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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von LaLe » 4. September 2012, 14:56

So klasse der Roman auch zu lesen war, gab es doch einige Punkte die mich störten.

Da wäre einmal das Verhalten Atlans, das man nachvollziehbar finden kann aber m. E. nicht muss. Seine provokante Art und Weise, mit der er immer wieder versuchte Shaenor in ein schlechtes Licht zu rücken nervte mittendrin schon kolossal.

Dann habe ich mich bei den Wortgefechten immer wieder gefragt wozu der Beuteterraner einen Extrasinn hat. Dass dessen Zurückhaltung weiter hinten dann aufgeklärt wurde ändert leider nichts daran, dass es mich anfangs störte von diesem nichts zu lesen.

Unterm Strich war es für mich aber der beste Drumbar-Roman und ein wenig schade finde ich es, dass diese recht verschieden geratenen Romane von drei verschiedenen Autoren geschrieben wurden. Da hätte ich mir mehr Verstrickungen ineinander und weniger Autoren-Eigenkreationen gewünscht, damit diese mehr wie aus einem Guss wirken.

@astroGK: Nach Lektüre des 1559er war mir die Funktionsweise der Gabe dann auch wieder klarer. Aus diesem dürfte zumindest inhaltlich das von dir angeführte Zitat aus der Perrypedia stammen.

@all: Ist zwar noch nicht dran, aber zum kommenden Doppelband fällt mir auf, dass in der Ankündigung http://www.perry-rhodan.net/band-15601561.html mit den Titelbildern was nicht passt. Die passen eher zum Doppelband 1562/63, wie auch die Titel implizieren. Und zum aktuellen Doppelband fiel mir auf, dass die Titelbilder im Vergleich zur 3. Auflage getauscht wurden. Da war nämlich das Pentaskopie-Bild vorne drauf. Ihr könnt mir noch folgen :D ?
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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Heiko Langhans » 4. September 2012, 15:44

Flashback-Spoiler für den Linguiden-Zyklus 6/10: PR1550-1559

ca. 8800 v. Chr.
Die arkonidische Familie Tereomin wird in den Adelsstand des Großen Imperiums erhoben (PR1555).


6180 v. Chr.
(12056 da Ark)
Gheetar von Tereomin wird auf Arkon I geboren (PR1555).


6110 v. Chr.
(12116 da Ark)
Arkon: Pelath tritt in den Dienst der Tereomin (PR1555).


ca. 6100 v. Chr.
Die Gataser beginnen (wieder?) mit der Betreibung der interstellaren Raumfahrt (PR1555).


6082 v. Chr.
(12139 da Ark)
Haemon von Tereomin wird geboren (PR1555).


6075 v. Chr.
(12145 da Ark)
Dunbar von Taxon wird geboren (PR1555).


6052 v. Chr.
(12165 da Ark)
Arkon: Demaron II. stirbt; sein Nachfolger als 279. Imperator wird Reomir I. (PR1555, AT4, AHC14).


6051 v. Chr.
(12165 da Ark)
Arkon: Bei der Niederwerfung eines Aufstandes auf einem Kolonialplaneten der Springer rettet Barishon Haemon von Tereomin das Leben. Reomir I. erhebt Barishon in den Adelsstand (PR1555).


6050 v. Chr.
(12166 da Ark)
Arkon: Imperator Reomir I. überträgt den Springern das Handelsmonopol innerhalb der Grenzen des Großen Imperiums (PR29, PR1524, PR1555, AHC14).
Haemon von Tereomin unterbreitet Reomir I. dem Vorschlag zum Projekt Tiga Ranton, die Herstellung eines neuen Planetendreiecks in der galaktischen Eastside. Sein Vater Gheetar von Tereomin beauftragt Pelath mit einem erfolglosen Mordanschlag auf Haemon. Gheetar stirbt an einem Herzanfall, Pelath begeht Selbstmord (PR1555).
Die RIUNAN (Haemon von Tereomin), die TARKONIS (Barishon von Amharu) und die MERIBAN (Durbar von Taxon) fliegen das Haemon-System an. Auf dem sechsten Mond des ersten Planeten wird eine energetische Zapfanlage errichtet (PR1555).
Kurz nach Beginn der Tiga-Ranton-Arbeiten werden die arkonidischen Schiffe unter Feuer genommen. Die TARKONIS stürzt auf Viron (Nashaor IV) ab; die Besatzung findet den Tod. Haemon von Tereomin stirbt. Die RIUNAN und die SAMUR stürzen auf Haemon I ab. Der sechste Mond des Planeten wird durch den außer Kontrolle geratenen Zapfstrahl vernichtet. Die MERIBAN flieht und überbringt die Nachricht nach Arkon. Haemon wird von Imperator Reomir I. posthum zum Namenlosen erklärt (PR1555, PR1573).


6020 v. Chr.
(12192 da Ark)
Arkon: Reomir I. stirbt; sein Nachfolger als 280. Imperator wird Reomir II. (AT4).


ca. 4000 v. Chr.
Die arkonidische Mespahan-Rebe stirbt aus (PR1555).


ca. 3000 v. Chr.
Die Linguiden stellen steinzeitliche Werkzeuge her (PR1551).


4059/472 NGZ
Die ROBIN wird erbaut (PR1556, PR1567).

ca. 4560/973 NGZ
Der linguidische Raumfahrer und Friedensstifter Sagno Ciff landet als erster auf dem fünften Mond Lingoras, der daraufhin nach ihm benannt wird (PR1551).


4579/992 NGZ
Viron (Nashaor IV) wird als erste interstellare Kolonie von den Linguiden besiedelt (PR1550).


4643/1056 NGZ
Enderoa wird auf Arkon I geboren (PR1554).


4684/1097 NGZ
Die Linguidin Nan Vonantos wird geboren (PR1552).


4697/1110 NGZ
Die Biontin Janasie wird erzeugt (PR1558).


4708/1121 NGZ
Der Arkonide Tassagol wird geboren (PR1558, AC1).


4709/1122 NGZ
Rimac Huascar wird geboren (PR1558).


4728/1141 NGZ
Merlin Pitts wird geboren (PR1558).


4733/1146 NGZ
Der Biont Faragit wird erzeugt (PR1559).


4737/1150 NGZ
Honn verliert seine Friedensstifter-Fähigkeit. Er geht als Schlichter nach Sagno Ciff (PR1552).


4739/1152 NGZ
Aramus Shaenor erhält den Ruf vom Friedensstifter Sigund Hajjcan (PR1552).
Sikki Kapteyn wird geboren (PR1551).
Baron Singhal, Sohn von Pero und Nan Vonantos wird auf Sagno Ciff geboren. Nan stirbt bei der Geburt, Pero acht Tage später. Die Schlichterin Prina Mauenhaudi übernimmt die Erziehung des Jungen (PR1552).


4741/1154 NGZ
Die Bionten Glendorp und Vinar ziehen sich zu Forschungsarbeiten aus der Siedlung Ybor auf Drumbar zurück (PR1558).


4744/1157 NGZ
Orlana Chant wird auf Lingora geboren (PR1551).
Poke Mengor wird auf Lingora geboren (PR1551).


4745/1158 NGZ
Der Vater von Aramus Shaenor stirbt (PR1552).


4746/1150 NGZ
Baron Singhal wird mit seinem Kima-Strauch konfrontiert (PR1552).


4751/1164 NGZ
Baron Singhal beginnt mit historischen Forschungen (PR1552).


4752/1165 NGZ
Prina Mauenhaudi startet eine erfolglose Unterschriftenaktion zwecks Etablierung einer Sprachenschule auf Sagno Ciff. Baron Singhal zeigt ihr ein altes Arkonidenfort (PR1552).


4754/1167 NGZ
Die Biontin Ruuba, Partnerin von Farragit, stirbt an einer Seuche (PR1557).


4755/1168 NGZ
Aramus Shaenor besucht Sagno Ciff (PR1552).

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Schnurzel » 5. September 2012, 08:26

Die Bionten-Romane haben mir eigentlich ganz gut gefallen. Der Roman von Marianne wie fast immer überzeugend. Obwohl die Wortgefechte zwischen Atlan und Shaenor manchmal etwas konstruiert wirkten. Mir geht Atlans Abneigung gegen die Linguiden mittlerweile auch auf die Nerven, aber das ist nicht Mariannes Verdienst, sondern plotdriven.
Nur noch vier Marianne Sydow-Romane! Ich werde sie sehr vermissen. Was auch immer damals verlagsintern passiert ist, ein großer Verlust war ihr Ausstieg allemal.

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von LaLe » 6. September 2012, 13:10

Band 1560 - Agenten des Bewahrers - HGF

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Im Oktober 1172 NGZ erreicht Perry Rhodan mit der BASIS den Halo der Galaxis Truillau. Im Herrschaftsbereich des Bewahrers will er nach dem Verbleib Gesils und Eirenes forschen, die er in den Händen von Monos´ Schöpfer glaubt. Um die Spur der verschwundenen Frauen aufnehmen zu können, bedarf es jedoch einer Reaktion des Bewahrers. Diese erzwingt Rhodan durch zwei Manöver im Randgebiet Truillaus mit denen er eine Wachflotte der Truillauer auf den Plan ruft. Dem beginnenden Gefecht entzieht sich die BASIS und setzt sich in Richtung Zentrum der Galaxie ab. Dort nimmt der Vermittler Gorukule Kontakt mit den Galaktikern auf und bietet seine Dienste an. Zur Erlangung einer Aufenthaltsgenehmigung will er die Fremden zum Palast der Begradigung führen.

Das Ziel soll sich auf der Welt Keliapo, der Heimat der Putam-Mönche, befinden. Rhodan verzögert die Reise dorthin jedoch weil er zunächst Kontakt zu den Topar aufnehmen will. Hierzu sucht er an Bord der Korvette CARA ein nahe gelegenes System auf, für das sich nach Auswertung sämtlicher vorliegender Informationen eine hohe Wahrscheinlichkeit errechnete, dass sich dort Rebellen aufhalten. Tatsächlich nehmen dort nach kurzer Zeit die Kontiden Ban-Y-Tap, Pol-E-Mot und Tef-U-Pej Kontakt auf und geben sich als Topar zu erkennen. Rhodan glaubt zwar an eine Falle, geht zum Schein aber dennoch auf das Spiel der Truillauer ein. Von diesen hofft er weitere Informationen über den Bewahrer und dessen Aufenthaltsort zu bekommen.

Diese stellen ihm die drei angeblichen Widerstandskämpfer auch in Aussicht. Hierzu müsse man jedoch den Planeten Keliapo aufsuchen, da sich dort ihr Informant aufhält. Mit einer Space-Jet bricht der Terraner begleitet von den Truillauern, Sato Ambush und dem Metagrav-Techniker Goodman Goyd in Richtung des Lyap-Tuu-Systems auf. 11 Lichtjahre von diesem entfernt geht die Gruppe an Bord eines Pilgerschiffes. Ein weiterer Passagier ist der Kraqueker Kreq. Der Insektoide ist ein Schläfer der Topar und wurde von Ler-O-San, der auf Keliapo festsitzt, aktiviert um Kontakt zu Rhodan aufzunehmen. Die Anwesenheit der drei Genormten hält ihn hiervon zunächst ab. Auf der Zielwelt greift er vorerst nur im Hintergrund ein um die Zielpersonen, die in eine Falle der Agenten des Bewahrers zu gehen drohen, zu schützen. Erst als Goodman Goyd in der Stadt XXX in eine Auseinandersetzung mit Einheimischen gerät, bewahrt er diesen vor Schlimmerem und nimmt Kontakt zu diesem auf. Auf diese Weise erfahren die Galaktiker von der Anwesenheit Ler-O-Sans in der Stadt Bataam-U, die auch das Ziel der Gruppe ist.

Als kurz darauf die drei Truillauer zurückkehren und den Galaktikern einen Ke-Ri als Geschenk überreichen ist sich Rhodan endgültig sicher, dass es sich bei diesen um Agenten des Bewahrers handelt. Umgehend paralysiert er die Genormten und gemeinsam mit dem Ulupho Belobor, als der sich das vermeintliche Haustier vorstellt, beginnt eine verzweifelte Flucht. Belobor hat den Auftrag die Gruppe mit Ler-O-San zusammenzubringen, dem die Geheimpolizei Theok bereits auf der Spur ist. Der Rebellenführer sucht nun einen Weg zurück an Bord seines Schiffes, das am Rande des Systems stationiert ist und will dies in Begleitung Rhodans tun.

Im Heiligen Wald der Putam-Mönche hofft die Gruppe dem Zugriff der Sicherheitskräfte lange genug entgehen zu können um dem Arkoniden Toshan ausreichend Zeit zu geben sie an Bord der Space-Jet BAS-3 AW-8 zu nehmen. Als der die Gruppe begleitende Kreq jedoch zwei Phapharen tötet bringt er damit sämtliche Mönche gegen die Flüchtlinge auf. Diese sehen sich nun massiven Angriffen ausgesetzt in deren Verlauf Goodman Goyd zu Tode kommt. Am Treffpunkt mit Ler-O-San erscheint die Space-Jet und nimmt die Gruppe auf. Nächstes Ziel ist die GUUR-E-RAHK, das Schiff der Rebellen. Dort stellt Ler-O-San dem Terraner in Aussicht ihn mit Per-E-Kit zusammenzubringen, der über nähere Informationen zum Aufenthaltsort von Gesil und Eirene verfügen soll.
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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von LaLe » 6. September 2012, 13:12

1560 - Agenten des Bewahrers - HGF

In diesem Band ging mir irgendwie alles zu einfach und zu schnell. Truillau wird erreicht, der Gegner schnell aufgeschreckt und Kontakt mit den Verbündeten aufgenommen. So oder ähnlich kurz hätte der vorherige Beitrag auch ausfallen können. Und so negativ das jetzt erst einmal klingen mag, den Roman fand ich angenehm zu lesen und auch Francis´ Eigenkreationen waren erfreulich "nicht-überzogen" (da kommt im Nachfolger deutlich Heftigeres auf uns zu - aber ich will da nicht vorgreifen).

Eine Sache wunderte mich allerdings. Wo ist Gorukule geblieben nachdem Sato Ambush, der den Prizappa ja beschäftigen sollte, zum Kommandounternehmen mit aufbrach? Eine mögliche Erklärung hierfür liefert der Folgeband, aber habt ihr in Band 1560 etwas darüber gelesen (ist mir ja evtl. nur entgangen)?

Und ein richtiges Ärgernis gab es dann auch noch. Der Abschnitt als sich die Agenten endgültig als solche enttarnten weil sie einen Ke-Ri verschenken wollten, las sich für mich so als ob Perry das Gespräch mit dem Ulupho bereits in Gegenwart der paralysierten Truillauer in aller Seelenruhe führte. Abgesehen davon, dass der plötzliche Angriff auf diese (für den es ja irgendeinen Grund geben muss) die Truppen des Bewahrers auf den Gedanken bringen könnte, dies hinge mit dem Ke-Ri zusammen, dürfte doch spätestens jetzt die Tarnung der Ulupho aufgeflogen sein :unsure: .

Aber genug gemeckert, zum Nachfolger werde ich mich so richtig austoben :devil: .
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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von LaLe » 7. September 2012, 14:10

Band 1561 - Der Überfall - HGE

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Nach der erfolgreichen Flucht von Keliapo gerät die Space-Jet CAPRICORN in eine Störung des Hyperraums. Diese führt zu einem unplanmäßigen Abbruch des Überlichtfluges und das Raumschiff wird in den Normalraum zurückgeschleudert. Dabei gerät das Schiff in das Randgebiet eines Schwarzen Loches und empfängt einen Notruf. Als Absender stellt sich ein 200 Meter durchmessendes Kugelraumschiff fremder Bauart heraus. Perry Rhodan hält dieses für den Verursacher der Störung und beschließt daher an Bord des Havaristen zu gehen. Begleitet wird er dabei von Sato Ambush und Ler-O-San. Das Wrack präsentiert sich den Kundschaftern als Schauplatz heftiger Auseinandersetzungen und schon bald sieht sich die Gruppe den Angriffen eines unbekannten Humanoiden ausgesetzt. Dieser kann jedoch überwältigt werden und der schwer verletzte Fremde stellt sich als Sayaron vom Volke der Dawluren vor. Mit dem Raumschiff MAYALUC waren diese auf der Suche nach Siedlungswelten innerhalb Truillaus und gerieten dabei an einen Prizappa. Dieser führte das Schiff in das Schwarze Loch wo die Dawluren von fremdartigen Robotern angegriffen wurden, die im Inneren des Black Holes operierten. Sayaron ist der letzte Überlebende der Besatzung und verstirbt kurze Zeit später. Unmittelbar darauf werden Rhodan und seine Begleiter ebenfalls von den Robotern angegriffen und ziehen sich an Bord der Space-Jet zurück. Von dort aus werden sie Zeugen, wie sich die aggressiven Maschinen mit ihrem Raumfahrzeug absetzen. Die dabei verursachten Effekte lassen Rhodan zu dem Schluss kommen, dass ähnliche Phänomene für den Rücksturz der CAPRICORN verantwortlich waren.

Zurück an Bord der GUUR-E-RAHK brechen die Topar und ihre Begleiter in Richtung Intrappa auf. Dort unterhalten die Rebellen ihr militärisches Hauptquartier. Eher zufällig erfährt Rhodan von den genaueren Umständen, die seinerzeit dazu führten, dass die Topar den ehemaligen Sotho Stalker in einer Energieblase aussetzten. Dieser wollte seine Kenntnisse über die Identität des Bewahrers nicht mit den Topar teilen und versuchte darüber hinaus deren Schiff in seine Gewalt zu bringen. Neben der Sorge um die Besatzung der ROBIN zeigt sich Rhodan darüber erzürnt, dass er diese Informationen erst jetzt erhält und Ler-O-San diese nicht schon in der Milchstraße an Ronald Tekener weitergab. An seiner Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Widerstandskämpfern ändert dies jedoch nichts und so folgt er der Empfehlung die BASIS für die Dauer seiner Abwesenheit in das Schwarze Loch Alingujin zurück zu ziehen.

Dort zeigt sich der Prizappa Gorukule irritiert über die Verzögerung, will er die BASIS doch zum Palast der Begradigung führen. Er ist jedoch unverändert gesprächig und so deutet er gegenüber Harold Nyman an, dass sich der Bewahrer in absehbarer Zeit aus Truillau zurückziehen und die Macht an die Prizappa übergeben will. Über nähere Informationen scheint er allerdings nicht zu verfügen.

48 Lichtjahre vom Standpunkt der BASIS entfernt untersucht die Besatzung der Korvette BAS-CW-5 einen Millisekunden-Pulsar. Zur Besatzung des Schiffes mit dem Eigennamen TANGO gehören auch Chosel Achberad und Ischgur Legreldi, die den in der Nähe des Pulsars Oldie kreisenden Planeten Single beobachten. Dabei fällt ihnen in großer Tiefe ein regelmäßig geformter Hohlraum auf, der ihr Interesse weckt. Dieser stellt sich als das Museum einer vor etwa einer Milliarde Jahren ausgestorbenen Rasse heraus. Achberad lässt neun Nachbildungen von Eiern bergen bevor er mit Legreldi zurück an Bord der Korvette geht.

Derweil erreicht Rhodan Intrappa wo sich eine Flotte der Topar versammelt hat. Diese soll in Kürze einen Angriff gegen die Hauptwelt der Prizappa durchführen. Mit Per-E-Kit wird vereinbart, dass sich die BASIS einem Verband von 40 Muschelschiffen anschließt um den Hauptangriff gegen Prizza zu fliegen. Gegen Überlieferung Gorukules sind die Topar bereit sich auf die Zerstörung militärischer Einrichtungen zu beschränken und über den vermutlichen Aufenthaltsort von Gesil und Eirene Auskunft zu erteilen.

Den Planungen der Rebellen kommt dann entgegen, dass Gorukule die BASIS einlädt das Heimatsystem der Prizappa zu besuchen. Dort materialisiert das Trägerschiff entgegen ausdrücklicher Anweisungen unmittelbar in der Nähe Prizzas und die Flotte der Topar nutzt die entstehende Verwirrung für ihren Angriff auf die Heimatwelt der Prizappa. An Bord einer Space-Jet werden auch Chosel Achberad und Ischgur Legreldi in die Kampfhandlungen verwickelt. Nach anfänglichen Erfolgen wird ihr Schiff jedoch schwer getroffen und stürzt auf Prizza ab. In einer der schwimmenden Städte der Prizappa greifen sie in die Auseinandersetzung eines von Perry Rhodan angeführten Landekommandos mit Einheiten der Einheimischen ein. Tatkräftig unterstützt werden sie dabei von neun Robotern, die sich augenscheinlich aus den mitgeführten Eiern von Single entwickelt haben. Nach Ende der Kampfhandlungen verschwinden die Roboter spurlos.

Auch an anderer Stelle waren die Landekommandos der Topar erfolgreich und so fällt Prizza innerhalb kürzester Zeit in die Hände der Rebellen. Von Per-E-Kit erfährt Rhodan nun, dass sich Gesil an Bord des Residenzschiffes CASSADEGA aufhält, das zuletzt im Cajjun-Nebel gesichtet wurde. Mit einem von sechs Muschelschiffen verstärkten Kreuzerverband will der Terraner am nächsten Tag aufbrechen um das Schicksal seiner Frau und ihrer gemeinsamen Tochter zu klären.
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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Heiko Langhans » 7. September 2012, 15:50

Möglicherweise OT:

Wer sich in der aktuellen EA darüber beschwert, dass die Handlungsebenen/elemente zeitlich so weit auseinander liegen, der hat sich noch nie in Ewers-Romane vertieft.

Weniger in diesem Roman. Aber HGE hat z.B. den Erbgott Lullog bzw. seine diversen Inkarnationen vom MdI-Zyklus bis zur ESTARTU-Handlung durchgeschleppt. Reife Leistung. Damals war Ewers der Verknüpfungsmeister - so eine Art Castor-Vorgänger unter dem Radar der Expo/Lektokratie.

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von LaLe » 7. September 2012, 15:55

Zu Band 1561 - Der Überfall - HGE

Weiter oben hatte ich ja schon einmal angedeutet, dass ich mit dieser Nummer so meine Probleme hatte. Und weil die Aufreger gleich auf den ersten beiden Seiten so zahlreich waren, habe ich die ganz "schlimmen Dinge" beim Lesen einfach mal notiert. Nachfolgend präsentiere ich daher meine ganz persönlichen worst-of-1561. Wenn ich im Verlaufe der nun folgenden Zeilen mitunter etwas unsachlich, übertrieben spitzfindig oder gar gehässig wirken sollte, bitte ich vorab um Entschuldigung.

HGE beginnt den Roman wie gewohnt mit einer Störung des Hyperraums (das Medium ist bei ihm deutlich anfälliger als so mancher Windowsrechner) und spinnt abseits des Exposés erst einmal sein eigenes Garn. Dabei bringt er schon in den ersten Absätzen dermaßen viele "Merkwürdigkeiten" unter, dass einem bei dem Versuch alle aufzuzeichnen eine veritable Sehnenscheidenentzündung droht.

Ich beginne mal mit einem Absatz von Seite 68 (3. Auflage): [...]Toshan tat endlich etwas Sinnvolles. Er ließ den Grigoroff Grigoroff sein und aktivierte das zweifach gestaffelte Paratronschirmfeld. Die unsichtbare Sphäre aus sechsdimensionalen Energien schützte vor sehr vielen Fremdeinwirkungen. Gegen ein Black Hole war sie allerdings auch völlig machtlos. [...].
1. Toshan tut also etwas Sinnvolles indem er etwas Nutzloses (völlig machtlos) tut? Wogegen sollte der Paratron denn schützen?
2. Ein Paratronschirm ist unsichtbar? Ist der nicht in der Regel rötlich oder bläulich-violett?
3.) Sechsdimensionale Energien? Okay, auf Dimesexta-Triebwerke oder pedogepolte Paratrons mag das evtl. zutreffen (da wäre ich mir aber auch nicht so sicher - bin auch kein besonders guter Pseudo-Physiker) aber den "normalen" Paratron hätte ich jetzt mit 5-D in Verbindung gebracht. Oder wollte der Autor uns weismachen, dass durch die zweifache Staffelung ein 6-D-Effekt erzielt wird? Bei dreifacher Staffelung nähern wir uns dann 7-D (ach ne, das kommt ja später noch)?

Auf Seite 69 heißt es, dass der Tod Goodman Goyds tragischen Umständen geschuldet ist und nicht auf direkte Feindeinwirkung zurückzuführen war. Ich zitiere mal aus dem Vorgänger (Seite 51/52): [...] Als sie Goyd erreichten und den Angreifer zur Seite rissen - ein Wesen, das an einen mit Beißzangen versehenen Seeigel erinnert - war schon alles vorbei. Goodman Goyds Anblick ließ keinen Zweifel zu. Er war tot. [...]. Und das lag jetzt ganz sicher nicht am direkten Eingreifen des Angreifers?

Auf Seite 81 hat die Sonne Lyap-Tuu drei Riesenplaneten. Im Vorgänger waren es noch 5 Planeten (Seite 27). Drei Planeten (von Riesenplaneten war da nicht die Rede) hatte dort das 11 Lichtjahre entfernte System um den Planeten Tuatan, den Sammelpunkt für Pilger (Seite 28). Ein Abstimmungsfehler?

Auf Seite 83 stellt Ler-O-San die Vermutung an, dass nur die Schiffe der Prizappa etwas an sich haben, dass die Schiffe der Stelzenroboter anlockt. Warum haben die dann das Schiff der Dawluren angegriffen?

Kommen wir zu dem Punkt, der mir im Vorgänger nicht so ganz klar war. Auf Seite 85 heißt es: [...] Gorukule ist erneut an Bord der BASIS. [...] Bis dahin war mir nicht klar, dass der zwischendrin mal woanders war.

Völlig fertig war ich dann nach dieser Aussage von Poshosh auf Seite 100: [...] Ich konnte eine Kopie meines Bewusstseins auf den Syntron Little Buckets übertragen. [...]. Nach diesem Satz konnten mich nicht einmal mehr die etwa eine Milliarde alten Roboter-Eier mit 7-D-Komponente (da haben wir sie ja, die nächste Dimension) schocken. Danach war ich nicht einmal mehr gewillt, die Innenillustration als mögliche Hommage an C-3PO ausreichend zu würdigen.

Unterm Strich war das ein Ewers wie ich ihn nicht lesen möchte und der 1561er hat das Zeug dazu einen ganz prominenten Platz in meinen Flop 3 des Linguiden-Zyklus einzunehmen. Ich hoffe das Gelesene nach weiteren 20 Jahren erneut vergessen zu können. Einmal ist mir das ja schon gelungen.
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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von LaLe » 7. September 2012, 16:00

Heiko Langhans hat geschrieben:Damals war Ewers der Verknüpfungsmeister - so eine Art Castor-Vorgänger unter dem Radar der Expo/Lektokratie.
Und mich graust es bei der Vorstellung, dass Expokratie und Lektorat den möglicherweise sogar noch gebremst haben könnten und dem was wir dann zu Lesen bekommen hätten :o .
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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Heiko Langhans » 7. September 2012, 16:21

Was richtig Spaß macht, ist sein Gys-Voolbeerah-Unterzyklus, etwa 20 Romane zwischen PR 664 und PR 882 (plus TB 181, "Flammende Welten").

Danach hast Du keine Fragen mehr - und das meine ich durchaus positiv ... :st:

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von LaLe » 7. September 2012, 16:25

Heiko Langhans hat geschrieben:Was richtig Spaß macht, ist sein Gys-Voolbeerah-Unterzyklus, etwa 20 Romane zwischen PR 664 und PR 882 (plus TB 181, "Flammende Welten").

Danach hast Du keine Fragen mehr - und das meine ich durchaus positiv ... :st:
Dabei habe ich die gar nicht so schlecht in Erinnerung (soweit ich sie kenne - dürften die zwischen 664 und 799 sein).

Und weil es mir gerade auffällt...was ist hier falsch http://www.perry-rhodan.net/band-15621563.html :D ?
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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Tennessee » 8. September 2012, 09:34

Salut,

die Truillau-Romane gehören für mich zu den Bänden, denen es gut getan hätte, wenn sie etwas gerafft worden wären. Vielleicht ist dies auch mit dem Namen HGE verbunden, der in diesem Zyklus - sorry meneer - m.E. fast schon unterirdische Leistungen vollbrachte und für mich quasi unleserlich wurde. LaLes Ausführungen zum "Überfall" liefern dafür genügend Beispiele.

Und noch eine kurze Rückkehr nach Drumbar:
Mariannes Roman war - man muss fast schon sagen: natürlich! - wieder einmal großartig zu lesen. Atlans Misstrauen gegen die Linguiden wirft vor dem Hintergrund meiner Herangehens- und Verstehensweise des Linguiden-Zyklus als eine Art "Legitimationszyklus" kein gutes Licht auf den Arkoniden, der hier als Dauernörgler und wie störrisches Kind seine Vorurteile gegen die Friedensstifter pflegt. Und doch legt Marianne als kleines Schmankerl ein verwirrendes Dessert in die Handlung: Atlans Extrasinn bestätigt Shaenors Manipulationsversuche und legt somit schon den ersten Stein zu einer Ambivalenz der Friedensstifter, welche Robert Feldhoff später mit der Figur Hagea Scoffy noch weiter ausbauen wird.
Interessant auch der Blick auf die Nakken durch die Augen der Linguiden: Körpersprache, Changierung der Haut - die Kommunikationsprobleme mit den Nakken werden hier deutlich und greifbarer. Als Summe aller Kommunkationsversuche - später wird die "Noturnenflüsterin" Siela Correl die Nakken auf 5D-Basis ansprechen und Feldhoff den Nakken Paunaro völlig logisch keine Probleme sehen lassen - zeigen sich die Nakken für mich immer mehr als herrlich problematische Zwitterwesen, die sinnlich zwischen 5D und 4D hin und her geworfen sind, eine fast schon bemitleidenswerte Existenz, die eine "sinnliche Heimat" unmöglich macht.

lg
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„Ein Wort“, sagte Humpty Dumpty, „bedeutet genau das, was ich es bedeuten lasse, nichts anderes.“
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„Die Frage ist“, sagte Humpty Dumpty, „wer die Macht hat – das ist alles.“

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Meiner Einer » 8. September 2012, 09:36

Das Titelbild,

vertauscht mit dem 1560/61 vom 24.8. ;)

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Schnurzel » 8. September 2012, 10:37

Tennessee hat geschrieben:Salut,

die Truillau-Romane gehören für mich zu den Bänden, denen es gut getan hätte, wenn sie etwas gerafft worden wären. Vielleicht ist dies auch mit dem Namen HGE verbunden, der in diesem Zyklus - sorry meneer - m.E. fast schon unterirdische Leistungen vollbrachte und für mich quasi unleserlich wurde. LaLes Ausführungen zum "Überfall" liefern dafür genügend Beispiele.

Und noch eine kurze Rückkehr nach Drumbar:
Mariannes Roman war - man muss fast schon sagen: natürlich! - wieder einmal großartig zu lesen. Atlans Misstrauen gegen die Linguiden wirft vor dem Hintergrund meiner Herangehens- und Verstehensweise des Linguiden-Zyklus als eine Art "Legitimationszyklus" kein gutes Licht auf den Arkoniden, der hier als Dauernörgler und wie störrisches Kind seine Vorurteile gegen die Friedensstifter pflegt. Und doch legt Marianne als kleines Schmankerl ein verwirrendes Dessert in die Handlung: Atlans Extrasinn bestätigt Shaenors Manipulationsversuche und legt somit schon den ersten Stein zu einer Ambivalenz der Friedensstifter, welche Robert Feldhoff später mit der Figur Hagea Scoffy noch weiter ausbauen wird.
Interessant auch der Blick auf die Nakken durch die Augen der Linguiden: Körpersprache, Changierung der Haut - die Kommunikationsprobleme mit den Nakken werden hier deutlich und greifbarer. Als Summe aller Kommunkationsversuche - später wird die "Noturnenflüsterin" Siela Correl die Nakken auf 5D-Basis ansprechen und Feldhoff den Nakken Paunaro völlig logisch keine Probleme sehen lassen - zeigen sich die Nakken für mich immer mehr als herrlich problematische Zwitterwesen, die sinnlich zwischen 5D und 4D hin und her geworfen sind, eine fast schon bemitleidenswerte Existenz, die eine "sinnliche Heimat" unmöglich macht.

lg
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Treffliche Analyse! Überhaupt gehören die Genormten aus Truillau meiner Meinung nach zu den uninspiertesten Außerirdischen in der gesamten PR-Historie. Wer meckert da über die Vatrox?
Hinzu kommt, wie bereits erwähnt, HGE. Mein Gott, war der mal gut drauf. Seine Dalaimoc Rorvic/Tatcher a Hainu-Romane habe ich mal genossen (aber da war ich Teenager; mit über 50 weiß ich nicht, ob sie mir noch gefallen würden).
Aber was der nach meinem Wiedereinstieg ab Band 1200 alles verbrochen hat. Ich denke nur an die nervigen Giffi Marauder-Romane, an die Stallion Dove-Romane im Raumriesen (für mich unlesbar!) oder an den Doppelband 1310/1311, in dem die GOI-Agenten dermaßen vor sich hin dilletieren, dass Mr. Bean oder Leslie Nielsen es noch besser hinbekommen hätten.
Unvorstellbar, dass den in seinem Egotrip noch jemand gebremst haben könnte!
Sorry! Ich will jetzt nicht zu sehr auf ihm rumhacken. Es gab auch gute Romane von ihm. Aber beim Lesen der 5. Auflage stöhne ich innerlich immer auf, wenn ich einen HGE zur Hand nehme. Was für ein Verlust da doch der Ausstieg von Marianne ist!

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Günther Drach » 8. September 2012, 14:04

Schnurzel hat geschrieben:Hinzu kommt, wie bereits erwähnt, HGE. Mein Gott, war der mal gut drauf. Seine Dalaimoc Rorvic/Tatcher a Hainu-Romane habe ich mal genossen (aber da war ich Teenager; mit über 50 weiß ich nicht, ob sie mir noch gefallen würden).
Der HGE in den Bänden von 200 - 700 gehört zu meinen Lieblings-PR-Autoren (er und Voltz haben für mich den 200er hauptsächlich gestemmt), danach waren seine Sachen immer noch meist okay, oft sehr gut (die Wiederaufnahme des MV-Themas, die Gys Volberaah, TBA fand ich spitze). Irgendwann in den 1100ern (ja, der astrale Giffi Marauder) gingen dann leider die Gäule mit ihm durch. Schade.
Aber trotzdem: er hat wahnsinnig viel für den Hintergrund der Serie getan (Hathor, Shuwashen, IPC, Gys Volberaah, Tba, ...) und bleibt deshalb für mich einer der wichtigsten PR-Autoren.
Der vollständige Fanroman des NGF (2004 - 2008) -- tut euch was Gutes, lest ihn!

Fairy tales do not give the child his first idea of bogey. What fairy tales give the child is his first clear idea of the possible defeat of bogey. The baby has known the dragon intimately ever since he had an imagination. What the fairy tale provides for him is a St. George to kill the dragon.
― G.K. Chesterton

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Schnurzel » 8. September 2012, 15:16

Günther Drach hat geschrieben:
Schnurzel hat geschrieben:Hinzu kommt, wie bereits erwähnt, HGE. Mein Gott, war der mal gut drauf. Seine Dalaimoc Rorvic/Tatcher a Hainu-Romane habe ich mal genossen (aber da war ich Teenager; mit über 50 weiß ich nicht, ob sie mir noch gefallen würden).
Der HGE in den Bänden von 200 - 700 gehört zu meinen Lieblings-PR-Autoren (er und Voltz haben für mich den 200er hauptsächlich gestemmt), danach waren seine Sachen immer noch meist okay, oft sehr gut (die Wiederaufnahme des MV-Themas, die Gys Volberaah, TBA fand ich spitze). Irgendwann in den 1100ern (ja, der astrale Giffi Marauder) gingen dann leider die Gäule mit ihm durch. Schade.
Aber trotzdem: er hat wahnsinnig viel für den Hintergrund der Serie getan (Hathor, Shuwashen, IPC, Gys Volberaah, Tba, ...) und bleibt deshalb für mich einer der wichtigsten PR-Autoren.
Kein Widerspruch! Ich sagte ja, ab 1200...

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Waringer » 9. September 2012, 12:01

Kurz vorweg, schöner Roman (Atlan und der Linguide, Nr. 1559) von Marianne Sydow, der sich angenehm lesen ließ und viel Wert auf Charakterisierungen legte, obwohl Atlan vielleicht etwas zu agressiv geschildert wurde. Jedenfalls war es ein interessanter intellektueller Diskurs zwischen Atlan u. Aramus Shaenor, wobei die Linguiden wesentlich besser geschildert wurden, als bei anderen Autoren zuvor. Nicht so gut gefallen hat mir die Geheimniskrämerei des Nakken am Ende. Zu deutlich erkennt man, dass die Nakken nur so unkooperativ und fremdartig sind, weil man damit eine evt. schneller fortschreitende Handlung und Aufklärung verzögern kann. Der Roman erinnert manchmal in der Art seiner Zusammenfassungen an die Arbeitsweise von KHS. Nun gut, MS hat in Nr. 1559 die Fähigkeit der Linguiden noch einmal genauer beschrieben (S.14):
Die Linguiden taten nichts anderes, als gewissermaßen in dieses Bild hineinzugreifen und einige dieser Kristalle zu drehen, so daß nun andere, bisher nicht oder nur teilweise sichtbare Facetten an die Oberfläche kamen.
Indem die Linguiden das taten, veränderten sie das Bild, das ihr >>Opfer<< sich von der Welt gemacht hatte.
Da lebende Wesen die Eigenart haben, zu glauben, daß ihr Bild von der Welt die Realität ist, konnte man mit Fug und Recht sagen, daß die Linguiden imstande waren, die Realität zu ändern.
Und sie benutzten dazu kein anderes Hilfsmittel als das gesprochene Wort.
Niemand wußte, wie sie das machten - nicht einmal sie selbst schienen sich ihre seltsame Fähigkeit erklären zu können.
Man wußte jedoch, was es nicht war:
Es hatte nicht das geringste mit irgendwelchen Psi-Kräften zu tun.
Die Fähigkeit der Linguiden wirft einige schwierig zu beantwortende Fragen auf:
Wie wird diese "Realität" auf andere Wesen übertragen und manifestiert?
Finden die auf diese Weise überredeten Opfer nicht irgendwann in ihre eigene Realität zurück?
Darauf geben die Autoren aus gutem Grund keine Antworten. So wie es im Roman beschrieben wird, ist es gleichbedeutend mit dem Einzug der Magie in die Science Fiction.
astroGK hat geschrieben: Es sind keine argumentativen Überredungskünste, sondern Veränderungen der Wahrnehmung bei anderen. Der Linguide (dämlicher Name übrigens, das Blödeste am sonst genialen Zyklus) "sieht" die Vorstellungswelt des Anderen und beeinflusst diese. Durch die Änderung der Sichtweise, ändert sich auch das Bewußtsein. Wird einem Wort eine andere Bedeutung hinterlegt, was offenbar die Gabe der Linguiden ist, dann wird die andere Person dazu gebracht, den Sachverhalt anders zu interpretieren als vorher. Werden vorher z.B: Zahlen als Verkaufsimpuls gedeutet, sind sie dann allmählich Kaufsignal. Dazu geht der Linguide her und unterlegt dem bisherigen Verkaufsargument einen drohenden Beigeschmack, den die andere Person nur auf der unbewußten Ebene wahrnimmt (etwa durch Körpersprache). Das Kaufargument dagegen wird positiv besetzt. Somit werden die Zahlen wie durch einen Filter gesehen, der nach der Beeinflussung durch die Linguiden einen Kauf bewirkt.
Es geht also immer um die mit Wörtern verbundenen Gefühlskontext. Wird dieser verändert, bekommt alles ein ganz neues Gewicht. Ähnlich wie es im krassesten Fall bei Psychopathen abläuft. Die normale Welt wird mit einer unheilvollen Bedeutung belegt, es werden Fakten völlig anders interpretiert,eine nicht vorhandene Bedrohung wird dazu erdacht und es kommt zur akuten Psychose. Wahnvorstellung sagt man dazu. Linguidische Friedensstifter können beliebig vom ursprünglichem Weltbild abweichende Vorstellungwelten in in fast jedem Intelligenzwesen in jeder Form erzeugen. Das ist ihr einzigartiges Können, dass sich auf ihre ebenso einzigartige Herkunft gründet, die später erklärt werden wird. Und die gleichzeitig auch ihre größte Schwäche verursacht.
Ja, meine Kritik richtet sich, wie erwähnt, nicht grundsätzlich gegen die Wirkungsweise, sondern gegen die Plausibilität bzw. Legalität dieser Fähigkeit der Linguiden.

Betrachten wir einmal folgendes Szenario der galaktischen Händler. Diese Händler, Springer, Mehandor oder wie auch immmer, besitzen, so nehmen wir einmal an, eine gewisse Marktmacht bei speziellen Rohstoffen u. Nahrungsmitteln. Wurde diese Marktmacht den Springern nicht durch die Arkoniden verliehen? Nun, durch Kontrakte, Marktmacht, Verknappung u. Spekulation werden die Preise von den Springern für diese Rohstoffe o. Erzeugnisse künstlich hoch gehalten, worunter einige unterentwickelte Zivilisationen zu leiden haben.

Die Linguiden werden angerufen und vermitteln. Sie "beschwatzen" die Händler. Den Händlern wird von den Linguiden der Kopf "gewaschen" und diese senken reumütig die Preise und stellen die Spekulationen ein. Könnten sich diese Händler in diesem Augenblick von außen betrachten, so wären sie entsetzt, denn es war ihr freier, selbstbestimmter Wille diesen Profit zu machen. Sie würden niemals zugunsten anderer auf 90% Profit u. Wohlstand verzichten. Sie würden Zeter und Mordio schreien, von krimineller Gehirnwäsche und Suggestion reden, ihre Thermoblaster zücken. Das, was die Linguiden machen, ist nichts weiter als eine nett umschriebene Gehirnwäsche bzw. Beeinflussung des freien Willens. Ein Zwang, welcher nicht der ursprünglichen freien Selbstbestimmung der Händler entspricht und damit illegal bzw. kriminell ist. Ein Wandel in der moralischen Gesinnung würde nur funktionieren bzw. wäre legal, wenn er freiwillig erfolgen würde. Das wird im Linguiden-Zyklus ausgeklammert. An dieser Stelle muss man einmal auf einen Zusammenhang zwischen Literatur und der Fähigkeit der Linguiden hinweisen, was evt. so beabsichtigt war. Aufgabe der Literatur ist es unter anderem, durch Worte Mitleid zu erzeugen, wodurch Menschen gebessert werden sollen. Das Gefühl für bestimmte Zusammenhänge verändert sich dadurch. Das ist sehr genau das, was die Linguiden im positivsten Fall erreichen können: Mitleid zu induzieren. Aber dass muss freiwillig geschehen. Man kann niemandem zum Mitleid zwingen. Zum freien Willen gehört leider auch dazu, sehenden Auges Böses zu tun, sich Vorteile auf Kosten anderer zu verschaffen. Ich denke, die Autoren waren sich dieser Problematik bewußt, weshalb sie unbedingt vermeiden wollten, die Fähigkeit der Linguiden wie eine Beeinflussung aussehen zu lassen. Das, was die Fähigkeit der Linguiden aber ausmacht, entspricht im positivsten Fall unserem Mitleid, nur unter Zwang. Und der Zwang macht diese Fähigkeit illegal bzw. anfechtbar. Niemand würde eine unter diesen Bedingungen ausgehandelte Abmachung akzeptieren. Damit die Fähigkeit der Linguiden funktioniert, muß diese Problematik ausgeklammert werden.

In diesem Sinn entspricht die Fähigkeit der Linguiden der klassischen Fähigkeit eines Mutanten, eines Suggestors, der sein "Opfer" auch glauben macht, dass es seine ureigenste Entscheidung war. Diesen Eindruck wollten die Autoren aber aus verständlichen Gründen um jeden Preis vermeiden ("Es hatte nicht das geringste mit irgendwelchen Psi-Kräften zu tun."). Genau so gut könnte man auch eine galaktische Polizeitruppe aus Suggestoren aufstellen, um Probleme zu lösen. Das wäre aber nicht akzeptabel.

Und hier kommt der Treppenwitz des Linguiden-Zyklusses. In der Fähigkeit der Linguiden spiegelt sich interessanterweise auch das Verhältnis Autor - Leser wieder, was möglicherweise die Quelle der Inspiration war. Denn der Autor möchte gerne, dass seine propagierte Realität, seine mehr oder weniger plausible Fiction, zur Realität des Lesers wird, wobei er versucht dieses Ziel durch möglichst geschickte, intelligente Wortwahl oder Auslassung, also eine Manipulation, zu erreichen. In diesem Sinne sind die Linguiden bzw. ihre Fähigkeit auch gleichzeitig ein Spiel mit einer sogenannten Metaebene, sozusagen eine Art linguidische Manipulation der Autoren.

P.S: Schöne Innenillustration des Blues von JB in Nr. 1559.

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von LaLe » 10. September 2012, 13:49

Band 1562 - Bastion des Bewahrers - KM

Bild

Am 1. Dezember 1172 NGZ operiert Perry Rhodan von der ARCHÄON aus mit einem gemischten Verband aus Einheiten der Galaktiker und der Topar - darunter die SHARN-Y-YAAK und die GUUR-E-RAHK - im Gebiet der Cajjun-Wolke. Dort wurde das Residenzschiff CASSADEGA zuletzt gesichtet und Rhodan hofft hier Hinweise auf den Aufenthaltsort von Gesil und Eirene zu bekommen. Die Zeit des Wartens hat er genutzt um sich Gedanken über die Beweggründe der beiden Frauen zu machen, die sich freiwillig in die Hände des Bewahrers begaben. Und so fragt er sich ob seine Mission erfolgreich in dem Sinne sein kann, dass er wieder mit seiner Familie vereint wird.

Am nächsten Tag erhält Rhodan eine Nachricht von Rek-O-Tan, der einen dauerhaft in der Dunkelwolke operierenden Verband der Topar kommandiert. Dieser berichtet, dass man die CASSADEGA in einem Orbit um die Welt Duur-I-Rasht aufgespürt hat, wo man eine Ladung spezieller Klone an Bord nehmen will. Als das System um die Sonne Nammen-Dar erreicht wird, entschließt man sich dazu das Residenzschiff nicht direkt anzugreifen. Ein entsprechendes Manöver soll allein der Ablenkung dienen um unbemerkt einige Einsatzkommandos auf dem Planeten absetzen zu können. Diese sollen sich dort der gelandeten Beiboote der CASSADEGA bemächtigen und mit diesen an Bord des Residenzschiffes gelangen um es zu kapern. Das Manöver gelingt und elf Shifts besetzt mit Galaktikern und Topar landen auf Duur-I-Rasht.

Ziel der Landetruppen ist zunächst die Einnahme einer in der Nähe der Landestelle gelegenen Genfabrik um zu verhindern, dass die CASSADEGA von dort aus gewarnt werden kann. Bei der Annäherung an die Anlage werden die ANgreifer Zeugen eines Klontransportes und stellen zu ihrem Erstaunen fest, dass die Klone ganz im Gegensatz zu den Genormten äußerlich von Terranern nicht zu unterscheiden sind. Bei dem Versuch einen Zugang zur Fabrik zu finden ist Rhodan einen Augenblick unaufmerksam und wird von zwei Klonen gestellt. Bevor ihn eines der beiden Kunstgeschöpfe erschießen kann, wird dieses von Rhodans Begleiter Pablo Menez getötet. Leftan, der überlebende Klon zeigt sich kooperativ und führt die Eindringlinge zu einer Halle in der sich die Klone für ihren Abtransport versammeln.

Ohne größere Schwierigkeiten gelingt es den Landekommandos an Bord der Zubringerfähren zu gehen und unbemerkt von den robotischen Einrichtungen zur CASSADEGA vorzustoßen. Beinahe unverschämtes Glück ist es dann, dass die Landung in der Nähe zur Kommandozentrale erfolgt. Einen erneuter Ablenkungsangriff des gemischten Verbandes um die ARCHÄON nutzen Rhodan und seine Begleiter dann um bis zur Zentrale vorzudringen. Dort geraten sie allerdings zwischen die Fronten und finden sich in einer beinahe ausweglosen Situation wieder. Zu den Opfern, die die heftigen Kämpfe fordern, gehört auch Pablo Menez. Erst als Sato Ambush die Kräfte des ki einsetzt um eine Pararealität zu erzeugen, gelingt es dass Feuer der Verteidiger abzulenken und die Zentrale zu entern.
Das anschließende Verhör des Kommandanten Serb-A-Sherba ist dann aber wenig ergiebig. So muss Rhodan nicht nur zur Kenntnis nehmen, dass Gesil nicht mehr an Bord der CASSADEGA ist, sondern muss auch hilflos mit ansehen wie der Genormte aufgrund einer entsprechenden Konditionierung verstirbt als er nach dem Standort des Machtzentrums Meliserad befragt wird. Doch erneut kommt der Zufall zur Hilfe. Ein für den verstorbenen Kommandanten bestimmter Funkspruch enthält einen Marschbefehl für das Residenzschiff, das sich im Inneren Machtbereich einfinden soll. Die ebenfalls übertragenen Koordinaten lässt Rhodan an die ARCHÄON weiterleiten, die diese an die BASIS weitergeben soll.

Am Ziel angelangt wird Rhodan schnell klar, dass der Bewahrer sehr wohl um seine Anwesenheit auf der CASSADEGA weiß. Ein Notruf der BASIS, die in ihrem Versteck von einem Verband der Truillauer aufgebracht und hierhin überführt wurde, erreicht das Residenzschiff. Ein verzweifelter Fluchtversuch Rhodans wird bereits im Ansatz unterbunden als der Bewahrer die Kontrolle über sein Schiff übernimmt. Der Herrscher über eine ganze Galaxis fordert den Terraner auf sich einem Energiegebilde anzuvertrauen, dass ihn zu ihm bringen wird. AM Ende des Transfers steht Rhodan den gesuchten Frauen gegenüber und muss fassungslos erkennen, dass diese gemeinsame Sache mit Taurec machen. Die Rede ist von einer größeren Aufgabe, die den Frauen die Verbrechen des Kosmokraten nebensächlich erscheinen lassen und ihnen eine Rückkehr zu Mann und Vater unmöglich macht.
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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von LaLe » 10. September 2012, 13:51

Zu Band 1562 - Bastion des Bewahrers - KM

Mit diesem Roman erreicht die Handlung in Truillau einen weiteren Höhepunkt. Das ging einerseits zwar ziemlich schnell (3 Romane), kann andererseits aber dadurch relativiert werden, dass der Bewahrer auch gefunden werden wollte und den Weg zu sich vergleichsweise "einfach" gestaltete.

Gut gefiel mir, wie Mahr die Zweifel Rhodans schildert und beschreibt. Richtig klasse fand ich dann aber die Beschreibung von Rhodans Reaktion auf den Anblick der im Partnerlook auftretenden Kosmokraten-Was-auch-immer: "[...] Wie ich euch verachte! [...]. Für mich ganz großes Kino.

Dann fiel mir auf, dass der "Physiker vom Dienst" in diesem Roman zeitweise zum Poeten mutierte. Dazu habe ich mir mal zwei Beispiele notiert.

Seite 6: [...] Über der Hauptstadt Terras mochte die anämische Sonne des mongolischen Frühwinters aus blassblauem Himmel leuchten. Hier funzelten ein paar Dutzend fremder Sterne, ihr Licht von den Staubmassen der Cajjun-Wolke verzerrt, so dass sie Zacken hatten und aussahen wie billiger Weihnachtsschmuck. Was war das für ein Gefühl, das da plötzlich nach seiner Seele griff? Heimweh etwa? Die Sehnsucht nach den grünen Hängen des Nemegt Uul? [...]

Seite 19: [...] Die Protosterne gluteten wie Fanale durch die Ursuppe der kosmischen Sternengeburt, und der Mensch, hingeduckt in seinen nach biophysischen Prinzipien gestalteten Sitz, festgehalten von Gurten aus Formenergie, fühlte sich unwillkürlich an Worte erinnert, die einer vor langer Zeit gesprochen hatte: "Es werde Licht." [...]
Die Katze grinste.
"Hierzulande ist jeder verrückt. Ich bin verrückt. Auch du bist verrückt."
"Woher weißt du, dass ich verrückt bin?"
"Sonst wärst du nicht hier", antwortete die Katze.

Lewis Carroll, Alice im Wunderland

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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Tennessee » 10. September 2012, 20:39

Salut Waringer,
Waringer hat geschrieben: [...]
Ja, meine Kritik richtet sich, wie erwähnt, nicht grundsätzlich gegen die Wirkungsweise, sondern gegen die Plausibilität bzw. Legalität dieser Fähigkeit der Linguiden.
[...]

Die Linguiden werden angerufen und vermitteln. Sie "beschwatzen" die Händler. Den Händlern wird von den Linguiden der Kopf "gewaschen" und diese senken reumütig die Preise und stellen die Spekulationen ein. Könnten sich diese Händler in diesem Augenblick von außen betrachten, so wären sie entsetzt, denn es war ihr freier, selbstbestimmter Wille diesen Profit zu machen. Sie würden niemals zugunsten anderer auf 90% Profit u. Wohlstand verzichten. Sie würden Zeter und Mordio schreien, von krimineller Gehirnwäsche und Suggestion reden, ihre Thermoblaster zücken. Das, was die Linguiden machen, ist nichts weiter als eine nett umschriebene Gehirnwäsche bzw. Beeinflussung des freien Willens. Ein Zwang, welcher nicht der ursprünglichen freien Selbstbestimmung der Händler entspricht und damit illegal bzw. kriminell ist. [...]
Bist du sicher, dass du nicht mit Atlan dabei warst und ihm heimlich Argumente zugeflüstert hattest - da, auf Drumbar. *zwinker* Jedenfalls hätte der alte Beuteterraner eine große Freunde an dir gehabt und dich mit "Freund" begrüßt, um dir anschließend in einem frivolen Etablissement mindestens einen Sekt auszugeben. *grinst wie eine satte Katze*
Waringer hat geschrieben: Ein Wandel in der moralischen Gesinnung würde nur funktionieren bzw. wäre legal, wenn er freiwillig erfolgen würde. Das wird im Linguiden-Zyklus ausgeklammert.
Ja, aber doch eben nicht. Gerade Atlan, Bully und auch Adams sind sowas von misstrausich gegenüber den Linguiden, dass die moralische Legitimation der Linguiden in Frage gestellt wird.
Aber sicher, man hätte das moralische Dilemma gern etwas deutlicher herausstellen und stärker zur Diskussion stellen können. Damit würden sich aber auch alle frühen und späteren rhodan'schen Manipulationsgeschehnisse via Suggestion (Ishibashi o.ä.) als moralisch fragwürdige Handlung herausstellen und Thomas Cardif wäre im Nachhinein betrachtet ein Opfer seines unmoralischen Vaters.
Hach, das wäre doch mal schön, sowas zu denken!
Waringer hat geschrieben: An dieser Stelle muss man einmal auf einen Zusammenhang zwischen Literatur und der Fähigkeit der Linguiden hinweisen, was evt. so beabsichtigt war. Aufgabe der Literatur ist es unter anderem, durch Worte Mitleid zu erzeugen, wodurch Menschen gebessert werden sollen.
Bitte entschuldige, wenn ich hier einmal klugscheißerisch eingrätsche. Aber die "Aufgabe" der Literatur wird seit der Antike mit einem Horaz'schen Ausspruch als Paradigma gesehen: "prodesse et delectare" - nützen und erfreuen, also mal modern gesagt: lehren und unterhalten.
Das "Mitleid" ist eine lessing'sche Abwandlung aus der Aristotelischen Poetik des Dramas und kann eher als ein gestalterisches Mittel der Literatur verstanden werden: Durch die Erweckung von Mitleid soll die Katharsis (nennen wir das mal salopp "Seelenhygiene") entwickelt werden, welche letztendlich der "nützlichen" also "prodesserichen" Aufgabe der LIteratur entspräche.

(Ich hoffe, das war jetzt nicht zu dozierend. Ich entschuldige mich schon mal, wenn der Eindruck entstanden ist...)
Waringer hat geschrieben: [...]
In diesem Sinn entspricht die Fähigkeit der Linguiden der klassischen Fähigkeit eines Mutanten, eines Suggestors, der sein "Opfer" auch glauben macht, dass es seine ureigenste Entscheidung war. Diesen Eindruck wollten die Autoren aber aus verständlichen Gründen um jeden Preis vermeiden ("Es hatte nicht das geringste mit irgendwelchen Psi-Kräften zu tun."). Genau so gut könnte man auch eine galaktische Polizeitruppe aus Suggestoren aufstellen, um Probleme zu lösen. Das wäre aber nicht akzeptabel.
Dass der Effekt der linguidischen Fähigkeiten dem eines Suggestors gleicht oder ähnelt, ist auch für mich völlig logo. Das stellt auch niemand in Frage. Nur funktioniert die linguidische Fähigkeit nicht auf der parapsychologischen Art und Weise, die mit irgendwelchen Kalupwerten auf einer 5D-Skala angemessen wird.
Waringer hat geschrieben: Und hier kommt der Treppenwitz des Linguiden-Zyklusses. In der Fähigkeit der Linguiden spiegelt sich interessanterweise auch das Verhältnis Autor - Leser wieder, was möglicherweise die Quelle der Inspiration war. Denn der Autor möchte gerne, dass seine propagierte Realität, seine mehr oder weniger plausible Fiction, zur Realität des Lesers wird, wobei er versucht dieses Ziel durch möglichst geschickte, intelligente Wortwahl oder Auslassung, also eine Manipulation, zu erreichen. In diesem Sinne sind die Linguiden bzw. ihre Fähigkeit auch gleichzeitig ein Spiel mit einer sogenannten Metaebene, sozusagen eine Art linguidische Manipulation der Autoren.
Das ist nicht nur ein Treppenwitz, sondern ein toller Gedanke vor dem ich den Hut ziehe. An diese Sichtweise hatte ich noch gar nicht gedacht.
Ich würde allerdings erst mal - in Kenntnis meiner Unkenntnis - in Frage stellen, ob die Autoren, Expokraten und Redakteuren das sich tatsächlich so gedacht hatten.

Nebenbei: Marianne Sydow hatte in den Roman "Eine Welt der LInguiden" (1506???) einen wunderbaren Report erstellt, der die linguidische Sprachfähigkeit in ihrer Basis erläuterte. Das war schön zu lesen .. ach was, es immer noch schön zu lesen!

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Ten.
„Ein Wort“, sagte Humpty Dumpty, „bedeutet genau das, was ich es bedeuten lasse, nichts anderes.“
„Die Frage ist“, sagte Alice, „ob du Worten so viele Bedeutungen geben kannst“.
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Re: 5. Auflage - Die Linguiden

Beitrag von Tennessee » 10. September 2012, 20:49

Zu Band 1562 - Bastion des Bewahrers - KM

Ein Roman von ungeheurer Wichtigkeit und Relevanz! Für mich einer der bedeutensten Romane des Zylus, vor allem damals, aber heute auch noch. Ich hatte ihn mir extra in den Urlaub schicken lassen - ich war damals in Frankreich und uns wurden in Paris die Koffer geklaut, aber wir waren tollkühn und fuhren trotzdem weiter in den Süden, lebten mit drei Unterhosen, zwei T-Shirts und hässlichen Shorts, schwammen in den Bergflüssen und tranken Rotwein von den hiesigen Weinbauern - und wurde nicht enttäuscht.

In diesem Roman stand mein erster Leserbrief! *grinst wie eine satte Katze*

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