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Lumpazie
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Im Jahr 1984 erschien der Band 661 der Atlan-Serie:

Die falsche Lichtquelle

von Falk-Ingo Klee

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Handlung:

Nach den Ereignissen an der Zone-X machen sich die drei Generationenschiffe der Vulnurer auf die Suche nach der Lichtquelle. Zunächst fliegen die drei Generationenschiffe GESTERN, HEUTE und MORGEN die größte von drei Kleingalaxien an, die in der Nähe der Zone-X liegen. Nach jahrelangem Suchen in der Sternenballung fliegen die Vulnurer zum Ausgangspunkt ihrer Suche zurück und vermessen die beiden anderen Kleingalaxien. Dabei entdecken sie ein System aus drei Weißen Riesen, das sie sofort für die Lichtquelle halten. Ein Planet, der die drei Sonnen umkreist, ist bewohnt und wird von den Vulnurern Jacjacta genannt.

Auf dem Planeten lebt das Volk der Darmonen, das den extremen Klimaschwankungen seiner Heimatwelt, von ihnen Oros genannt, angepasst ist. Die gemäßigte Wärme, die zur Zeit vorherrscht, wird von ihnen als unangenehm heiß empfunden. Der Stamm wird von Häuptling Terle angeführt, aber das eigentliche Sagen haben die drei Oberpriester Mahrt, Rifst und Tuell, die bestrebt sind, die drei Sonnengötter Dersf, Flit und Terat zu besänftigen.

Der vulnurische Pilot Oktos stellt ersten Kontakt mit den Darmonen her. In ihrer Euphorie kennen die Vulnurer keinerlei Misstrauen und wollen mit den Darmoren zusammen Lichtquelle oder Sonnengötter anbeten. Die darmonischen Priester sehen in den Vulnurern Ungläubige, die ihnen technisch überlegen sind. Also stimmen sie zum Schein zu und lullen die Wachsamkeit der Vulnurer weiter ein. Die drei Priester überzeugen Lichtquelle-Jacta, die Schiffe in einem Tal zu landen, in dem sie der Lichtquelle besonders nahe sein sollen. Kurz vor dem Einbruch einer langen Kälteperiode lassen sich Darmonen im Schiff herumführen und verstellen Kontrolleinrichtungen.

Der Kälteeinbruch kommt schlagartig und führt zu gewaltigen Regenfällen, die sehr schnell das Tal mit den Vulnurer-Schiffen überfluten. Durch die verstellten Maschinen können die Vulnurer nicht starten. Zahlreiche Crewmitglieder ertrinken oder erfrieren. Schließlich gefriert das Wasser, so dass die drei Schiffe vollständig eingeschlossen sind. Zwar schaffen die Vulnurer eine Luftblase um die Schiffe, um diese zu reparieren, aber dabei werden sie von den Darmoren behindert, die eine Metamorphose durchgemacht haben und hervorragend an Kälte und Dunkelheit angepasst sind, um die Vulnurer immer wieder durch neue Tunnel zu überraschen. Dabei können sie ein Organ zur Erzeugung von Wärmestrahlung als Waffe gegen die Vulnurer einsetzen.

Am 21. Juni 3808 startet die SZ-2 unter dem Kommando von Solania von Terra, um die Vulnurer zu finden und zur Lichtquelle in die Namenlose Zone zu führen. Das Schiff erreicht die ehemalige Zone-X, wo es keine Spur der Vulnurer findet. Foster St. Felix fängt jedoch Gedanken über Kälte und drei weiße Sonnen auf. Der Hinweis mit den drei Sonnen bringt die Solaner auf die richtige Spur. Das Schiff fliegt die Kleingalaxie an, die Fosterix genannt wird. Die drei Sonnen werden von den Solanern Trio genannt, der Planet Torkler. Im Orbit des Planeten ortet die SZ-2 die im Eis eingeschlossenen Schiffe der Vulnurer.

Bjo Breiskoll leitet ein Erkundungsunternehmen, das mit einer Space-Jet zu den Schiffen der Vulnurer vordringt. Dabei geraten sie in einen Überfall der Darmonen gegen die Vulnurer, den sie mit zurückschlagen. Jedoch wird neben mehreren Vulnurern die Solanerin Isolde Freteroid entführt, um sie den Sonnengöttern zu opfern.

Nach der Kontaktaufnahme mit den Vulnurern schmilzt die SZ-2 die Schiffe der Vulnurer frei. Bjo Breiskoll rettet Isolde Freteroid und kann die Priester der Darmonen überzeugen, dass ihre Sonnengötter natürliche Phänomene sind. Nachdem es zu keinen Sabotageakten mehr kommt, können die Vulnurer ihre Schiffe reparieren, um wieder starten zu können. Mit der Aussicht, zur Lichtquelle geführt zu werden, starten die Vulnurer in Richtung Junk-System.

Am 13. Juli 3808 erreicht die schnellere SZ-2 das Junk-System. Breckcrown Hayes teilt ihnen mit, dass der Junk-Nabel kurz nach dem Start der Hilfsexpedition für Atlan undurchdringlich geworden ist. Von den Vulnurern wird ein Notruf empfangen, aus dem hervorgeht, dass sie am Rand von Bars in eine Falle geraten sind.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Yman
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Lumpazie hat geschrieben:Im Jahr 1984 erschien der Band 661 der Atlan-Serie:

Die falsche Lichtquelle

von Falk-Ingo Klee


So langsam beginnt der Countdown zum Ende des Zyklus, mit Band 661 sind es noch vierzehn Bände bis zum Ende. Wieder einmal ist es das altbekannte Thema, wie man seine Raumschiffe gegen Unbefugte absichert, das eine Rolle spielt, bzw. dass man bei einer Landung auf einem Planeten mit allem rechnen muss.

Die Vulnurer sind gegenüber den Darmonen zu vertrauensselig, zu schnell werden die Sonnengötter mit der Lichtquelle gleichgesetzt. Religionen im Dialog ist auch ein interessantes Thema, hier kommt noch die Natur des Planeten hinzu. Sowohl Darmonen und Vulnurer fand ich sehr interessant, ebenso diesen Eisplaneten in einem Drei-Sonnen-System.

Falk-Ingo-Klee war hier als SF-Autor ganz in seinem Element und konnte eine spannende Handlung um den Kontakt zwischen Vulnurern und Darmonen schreiben. Am Ende wird der Konflikt nur durch das Erscheinen der SZ-2 und das schnelle Eingreifen Bjo Breiskolls auf mehr oder weniger friedliche Weise gelöst. Das war dann schon fast wieder zu leicht.

Interessant war, dass mit der Figur der gutmütigen Biologin Isolde Freteroid individuell das widergespiegelt wurde, was den gutmütigen Vulnurern als Kollektiv widerfuhr. Sie täuschte sich darüber, aufgrund ihrer Bildung, technischen Ausrüstung und naturwissenschaftlichem Wissensstand überlegen zu sein und die Lage im Griff zu haben.

Sehr gut gefiel mir, wie Bjo seine telepathischen Fähigkeiten einsetzte, um Isolde zu finden, und rasch und zielstrebig vorging, und dann seine tatsächliche Überlegenheit als Telepath in der direkten Konfrontation mit dem Darmonen Mahrt zeigte. Den Telepathen Bjo Breiskoll hätten die Darmonen von Anfang an nicht täuschen können, aber Breiskoll hätte es umgekehrt tun können, indem er sich als Bote der drei Sonnengötter ausgegen hätte.
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Grauer Lord
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In Band 661 „Die falsche Lichtquelle“ erreicht die SZ-2 recht flott von Bars aus startend die Zone-X, wo man zuletzt Kontakt mit den Vulnurern gehabt hatte. Am 21. Juni geht’s hin, am Ende des Romans fliegt man am 13. Juli wieder zurück. Eine Entfernungsangabe wird nicht geliefert; entweder ist die Strecke also nicht besonders weit, oder die Triebwerke der SOL-Zelle sind sehr gut. Bei diesem Technik-Thema liefern die Romane nur sehr wenige Daten.

Der Roman ist ein klassisches Planetenabenteuer auf einer Eiswelt. Im sternengewimmel mehrerer Galaxien macht der junge Buhrlo Foster St. Felix ausgerechnet das mit drei Sonnen ausgestatte System aus, in dem die Vulnurer mit ihren drei Schiffen extremst vertrauensselig in die Falle einer eher primitiven Zivilisation getappt sind. Aber das ist Atlan und den Seinen in diesem Zyklus ja auch schon mehrfach geschehen.

Am Ende werden die drei Generationenschiffe der Vulnurer aus ihrem Eispanzer befreit; warum es so schwer sein sollte, mit Bordmitteln zu entkommen, wird mir aber nicht ganz klar. Dramaturgisch waren die Ameisenähnlichen eben im ewigen Eis für die weitere Handlung konserviert. Und die hat es in sich: Am Ende des Romans deutet ein verstümmelter Funkspruch an, dass Jacta und ihre Vulnurer im Umfeld von Bars-2-Bars in eine Falle geflogen sind.

Ein leidlich interessanter Roman, vor allem durch die Schilderung der exotischen Lebensumstände auf dem Planeten der Darmonen. Interessant ist, dass der geheimnisvolle schwarze Würfel aus dem Thronsaal der Vulnurer-Königin, dessen Herkunft ja immer als unbekannt und geheimnisvoll geschildert wurde, im Trubel der Wassermassen und des Eises verschwunden ist. Vermutlich passte er nicht mehr in die bis hierhin Fortgeschrittene Handlung.

Ich finde langsam, 13 Romane vor dem Ende des Zyklus könnte die Handlung mal etwas an Tiefe gewinnen. Da hatte ich andere Erinnerungen, ist aber ja auch 35 Jahre her....
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Yman
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Wie schnell die SZ-2 zu dem Eisplaneten in Zone-X gelangte, ist schon verblüffend, aber ich nehme an, dass solche Probleme von den Autoren nicht wirklich durchgerechnet bzw. ignoriert wurden. Auch, dass der Buhrlo-Junge als Telepath/Kosmospürer in einem sehr entscheidenden Moment so zielführend in die Fußstapfen Breiskolls tritt, muss verblüffen, wenn man die Macht der Expokraten außer acht lässt. ;)

Ich habe mir da kaum noch Gedanken drüber gemacht. Auch über den schwarzen Würfel der Vulnurer habe ich mir kaum noch Gedanken gemacht. Ich denke, es sollte einfach alles so kommen, und das relativ schnell. Wenn man weiß, wie heilig sonst die Jubiläumsnummern mit zwei Nullen am Ende, gehalten werden, kann man das Zyklusende mit Band 674 gar nicht anders als vorzeitigen Zyklusabbruch interpretieren.

Ob das (vorgezogene) Zyklus-Ende noch sonderlich an Tiefe gewinnt, weiß ich nicht, aber ich bin auch so sehr zufrieden mit dem Zyklus. Es kam immer wieder etwas neues Interessantes, angefangen mit Band 500, und obwohl man immer wusste, dass Atlan und die SOL es immer irgendwie schaffen werden, irgendwelchen Gefahren zu entkommen, gab es doch ein paar Überraschungen und spannende Momente, und die überwiegend phantasievollen Romane sind auch heute noch lesenswert.
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Lumpazie
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Im Jahr 1984 erschien der Band 662 der Atlan-Serie:

Die Schlafenden Mächte

von Arndt Ellmer

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Handlung:

Am 19. Juni 3808 empfängt die MJAILAM, die auf der Basis des Ersten Zählers steht, Koordinaten von Chybrain. Der Kreuzer fliegt die Position an und gerät in das Innere einer Schockfront, die die Buhrlos nicht erkannt haben. Bei dem System im Inneren handelt es sich um Ellerswiege. Eine kleine Sonne wird von zahlreichen Planetoiden umkreist. Die Schockfront ist anders als die Bekannten, denn sie lässt die Solaner nicht passieren.

In Ellerswiege lebt ein unsterbliches Wesen namens Tomagog, das neues Leben erschaffen kann. Jedoch werden die erschaffenen Wesen von Mal zu Mal immer bösartiger. Tomagog hört trotzdem nicht auf, die Wesen zu erschaffen, weil er einem unwiderstehlichen Schöpfungsdrang unterliegt. Das einzige Wesen, das auf ihn hört, ist der Erstgeschaffene namens Bleichfinger, der die Verhüttungsanlage steuert.

Bleichfinger fängt die MJAILAM als Überraschung für seinen Schöpfer ein. Die Solaner können die Roboter der Anlage jedoch überzeugen, sie gehen zu lassen, da sie Ellerswiege sowieso nicht verlassen können. Kurz darauf nimmt die MJAILAM Tomagog an Bord, der vor seinen eigenen Schöpfungen auf der Flucht ist. Er kann sich nicht an sein Leben vor Ellerswiege erinnern. Die Erzählungen über das Universum außerhalb der Schockfront lassen jedoch allmählich seine Erinnerung zurückkehren.

Seine Kreaturen werden mittlerweile immer aktiver. Bei einem Angriff töten sie Bleichfinger. Zahlreiche Kreaturen versammeln sich an der Schockfront, die allmählich durchlässig wird. Schließlich entkommen einige von ihnen.

Wajsto Kolsch durchquert mit den beiden Kreuzern EMRADDIN und DRONIA, die für diese Mission umgetauft worden sind, den Junk-Nabel, der unmittelbar hinter den beiden Schiffen verschwindet. Kolsch lässt die Basis des Ersten Zählers anfliegen, wo ihnen die Koordinaten übermittelt werden, die die MJAILAM angeflogen hat. Dort finden sie vorerst nichts. Erst als einige Kreaturen aus Ellerswiege entkommen, erfährt Kolsch, dass sich vor ihm ein System verbirgt.

Auf Ellerswiege sterben viele Kreaturen im Schutzschirm der MJAILAM, worauf ein Asteroid, der das Synthetikon enthält, den Kreuzer angreift. Die MJAILAM ist unterlegen, bis Wajsto Kolsch mit seinen beiden Kreuzern zur Rettung eintrifft.

Tomagog zieht sich inzwischen auf einen Felsen zurück, wo er sich an sein altes Leben erinnert. Er ist einer der letzten positiven Ur-Zyrtonier und ein begnadeter Biogenetiker. Wegen seiner Schöpfungsgabe haben ihn seine negativen Artgenossen verbannt. Ellerswiege ist für sie ein Arsenal aus negativen Kreaturen, die sie bei ihren Feldzügen einsetzen wollen.

Atlan, Joscan Hellmut und Tyari finden Tomagog, nachdem er sich in seine ursprüngliche Gestalt zurückverwandelt hat. Mit der alten Gestalt ist er auch wieder verwundbar. Er fordert die Solaner auf, das Synthetikon nicht zu zerstören, da sich dadurch die Schockfront auflösen würde und die Kreaturen frei wären. Jedoch wird das Synthetikon in dem Moment schon zerstört.

Tomagog stellt sich seinen Kreaturen und wird von ihnen getötet. Durch seinen Tod verwandeln sich die Wesen in Ballungen aus positiver Energie, die die Planetoiden von Ellerswiege beseelen. Als die Solaner abfliegen, orten sie ein 150 Meter großes Zeckenschiff, das sich aus den Trümmern des Synthetikons absetzt.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Yman
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Lumpazie hat geschrieben:Im Jahr 1984 erschien der Band 662 der Atlan-Serie:

Die Schlafenden Mächte

von Arndt Ellmer


Schönes Titelbild. Auch der Roman hat mir gut gefallen, nur das Ende war mir zu konstruiert: Durch den Tod des Schöpfers verwandeln sich die negativen Geschöpfe in positive. Tomagog war eine tragische Figur, da er missbraucht wurde, eine seiner ersten Schöpfungen, Bleichfinger, konnte einem noch mehr leid tun, besonders Bleichfingers schrecklicher Tod. Obwohl diese beiden Figuren wie auch das ganze System Ellerswiege sehr interessant waren, blieben die Figuren oft sehr blass und charakterlich einfältig, mehr aus Trieb als aus Überlegung handelnd.

Der Plan der Zyrtonier scheint zu sein, die Namenlose Zone als Brutstätte des Bösen zu gestalten, und das Böse eines Tages in geballter Form auf das Universum loszulassen. So langsam läuft es auf eine direkte Konfrontation mit den Zyrtoniern hinaus, denn viel anderes bleibt kaum noch übrig.

Die MJAILAM hat nun Unterstützung durch zwei weitere Kreuzer erhalten. Theoretisch könnte man das angeschlagene Schiff aufgeben. Für eine direkte Konfrontation mit den Zyrtoniern werden die Kreuzer aber nicht ausreichen, und der Rückweg in den Normalraum, um weitere Verstärkung von der SOL zu holen, ist versperrt.

Eine Besonderheit des Romans ist, dass Tyari als Ich-Erzählerin in Erscheinung tritt, allerdings leider nur als Beobachterin, so dass dies sowohl dem Roman als auch der Figur wenig zugute kommt. Atlan selbst bleibt auch ein wenig blass, trifft aber die richtigen Entscheidungen. Der Verzicht auf den vollen Einsatz der Transformkanonen ist eine moralische Entscheidung.

Die Namenlose Zone selbst verliert nichts von ihrer Faszination. Der Weltraum ist voller Gefahren, und Raumschiffe wie die MJAILAM bieten nur eine trügerische Sicherheit für den jeweiligen Moment. Der Besatzung bleibt aber auch nichts anderes. Ohne das Schiff sind sie erst recht verloren. Da nützen auch solche Rückzugsorte wie die Basis des Ersten Zählers wenig, deren Tage auch gezählt sein dürften.
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Grauer Lord
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„Die Schlafenden Mächte“ hat mir sehr gut gefallen; bisher gab es ja immer nur Andeutungen und Geraune, was sich hinter diesem Begriff wirklich verbirgt. Jetzt ist es klar: die Zyrtonier haben in das Trümmersystem Ellerswiege einen der ihren, den früheren 297-Pagen, als Schöpfer grausamer und bösartigen Wesen verbannt. Bei diesem Pagen alias Tomagog handelt es sich um einen positiven Ur-Zyrtonier, der nicht mit dem „großen Plan“ seines Volkes einverstanden war. Als Opfer einer Bewusstseinsmanipulation erzeugt er seit ewigen Zeiten immer bösartiger und gefährlicher werdende Wesen; wobei: ob diese Geschöpfe am Ende wirklich eine Bedrohung waren? Mit Klauen und Zähnen gegen Raumschiffe? Ein Schuh wird für mich nur dann daraus, wenn Tomagogs Geschöpfe irgendwann auch überragende Psi-Kräfte oder dergleichen entwicklen würden.

Wie im Extrasinn am Ende des Heftes vertieft und zusammengefasst, planen die Zyrtonier, das von ihnen längst technisch beherrschte, ursprünglich auf natürlichem Wege entstandene Sammelbecken des Bösen für eine Invasion des Normalraumes zu nutzen. Setzt man eine Zahl von einigen zehntausend abgekapselten Systemen in der Namenlosen Zone voraus (von denen viele inzwischen entvölkert oder in die Steinzeit zurückgefallen sind) dürfte das evtl gerade mal für die Destabilisierung einer oder zweier Galaxien reichen, aber immerhin. Größenwahn und eiskaltes Machtstreben gehören offenbar zu den Charakterzügen der Weltraumzecken im Hier und Heute. Dass das früher mal anders war, beweist die Figur des Tomagog.

Da ich Arndt Ellmer immer spitze fand (schade, dass aktuell so gar nichts mehr von ihm zu hören ist) hat mir der Roman sehr gut gefallen; das gilt genauso für die Erzählperspektive Tyari wie die eigenwilligen Namen am Anfang (der wurzelige Warff, der eilende Simrock, Hellerbatzen, Vestibyll Zwei...).

So langsam bekommt des Zyklus die Kurve, noch 12 Romane bis zum Finale!
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Lumpazie
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Im Jahr 1984 erschien der Band 663 der Atlan-Serie:

Kerker der Ewigkeit

von Peter Terrid

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Handlung:

Im Rat der Pagen diskutieren 271-Page, 133-Page und 88-Page über die durchgeführten Maßnahmen. Das Schicksal der SOL und der Gruppe um Atlan ist zufriedenstellend. Aufgrund der bereits erfolgten Verschiebungen des Gleichgewichts in der Namenlosen Zone beschließen die Pagen die Erweckung des Alternativ-Toten. Das Vordringen in das normale Universum soll bis zur endgültigen Schließung des Nabels verzögert werden.

77 Tage nach der Öffnung des Junk-Nabels beginnen die drei Kreuzer von der SOL, systematisch das Raumgebiet zu durchsuchen, in dem der Junk-Nabel zu finden sein sollte. Am achten Tag der Suche erscheint Parzelle in Atlans Kabine, antwortet auf Fragen aber nur mit Gegenfragen. Vier Stunden später erhält Atlan die Nachricht, dass die DRONIA während einer Linearetappe spurlos verschwunden ist. Die MJAILAM und die EMRADDIN starten eine Suchaktion.

Die DRONIA fliegt bei ihrer Linearetappe in eine Schockfront, die das Verst-System verbirgt. Die Schockfront ist von innen undurchdringlich, wie ein Test mit einem Torpedo beweist. Vom dritten Planeten startet eine Flotte von Kegelschiffen, die den hier beheimateten Verstyrern gehört. Schließlich wird die DRONIA über dem dritten Planeten abgeschossen. Ungefähr fünfzig Besatzungsmitglieder, darunter die Kommandantin Tina St. Felix und Insider, fallen den Verstyrern in die Hände und werden als exotische Sklaven verkauft.

Die Solaner haben in abgeschwächter Form die Aura eines Emulators. Dadurch wird auf einem Schrottplatz der Roboter Kleckel aktiviert. Kleckel hat einst dem Emulator der Verstyrer gedient. Ein Teil des Geistes des Emulators hat sich in den Roboter geflüchtet. Nach seiner Reaktivierung repariert Kleckel sich mit Schrottteilen. In einem Haus entdeckt er zwei solanische Sklaven und nimmt Kontakt mit ihnen auf.

Im Nachbarhaus lebt der Verstyrer Shamryk, der Insider gekauft hat. Letzterer schmeichelt sich ein, indem er Shamryk in eine gefährliche Situation bringt und daraus rettet. Nachdem Insider Shamryks Vertrauen genießt, weiht dieser ihn in einige Geheimnisse ein: Die Verstyrer leben seit undenklichen Zeiten hinter der Schockfront. Eine Gruppe von Wesen, die sich Pagen nennen, hat sie vor kurzer Zeit kontaktiert und ihnen die Befreiung in Aussicht gestellt, wenn sie bis zum 20. Juli 3808 verhindern, dass Raumschiffe einen bestimmten Sektor durchqueren. Der Sektor ist mit der Position des Nabels identisch. Außerdem erhofft sich Shamryk einen Machtzuwachs, wenn er den legendären Roboter Kleckel außer Gefecht setzt, der als Leibrobot des letzten Emulators als gefährlich gilt. Zur Not will Shamryk einen anderen Roboter als Kleckel ausgeben und zerstören. Insider kann ihn überzeugen, weitere Solaner zur Durchführung seiner Pläne zu kaufen.

Shamryk kauft seinem Nachbarn die Solaner Irna London und Polnor Harrd ab, die von Kleckel besucht worden sind. Als die Insider davon erzählen, machen sie den einzigen in Frage kommenden Schrottplatz aus, wo Kleckel sein könnte, und suchen nach ihm. Kleckel betäubt die drei Solaner und entfernt Peilsender, die Shamryk ihnen implantiert hat. Der Roboter weiß noch, wo das Raumschiff seines Emulators versteckt ist. Die drei Solaner helfen ihm, das Schiff wieder flugtüchtig zu machen. Kurz vor dem Start greifen auf Befehl Shamryks Sklaven an, da dieser über seine Sender noch erfahren hat, dass die Solaner Kleckel gefunden haben.

Der Angriff läuft zu langsam ab, so dass Kleckel mit dem Schiff starten kann. Der Roboter kann die Schockfront durchdringen, wo er von den Solanern außerhalb des Systems gefunden wird.

Nachdem Kleckel vom Schicksal der DRONIA-Besatzung erzählt hat, wird sein Schiff von den Solanern überholt. Fünfzig Miniaturroboter werden an Bord gebracht, die ein Mittel zu den gefangenen Solanern bringen sollen, das einen Scheintod herbeiführt. Während Kleckel wieder in das Verst-System zurückkehrt, wird die MJAILAM für einen Flug in das System vorbereitet. Als Atlan Hilfe von der Lichtquelle erbittet, stellt diese ihm etwas Jenseitsmaterie zur Verfügung.

Derweil hat Shamryk alle Solaner aufgekauft. Nachdem er ihre Mentalität durchschaut hat, kann er sie so zur Mitarbeit erpressen. Die Miniaturroboter bringen wie geplant das Mittel zu den Solanern, die nun scheinbar reihenweise einer Seuche zum Opfer fallen. Insider macht Shamryk klar, dass er die Toten besser unauffällig beseitigt, um nicht einer Aktion zur Eindämmung der Seuche zum Opfer zu fallen. Der Verstyrer bringt die Solaner in eine Höhle, als die MJAILAM in das System eindringt. Atlan, Tyari und Ticker gelangen mit einer getarnten Space-Jet zu der Höhle, während die MJAILAM in der Sonnenkorona Schutz sucht. Die Höhle wird von Truppen umstellt, weil Shamryk wieder einen Sender benutzt hat. Allerdings verrät er auch, dass die Kontrollstation der Schockfront auf dem äußersten Planeten des Systems versteckt ist.

Nachdem Atlan diese Information an die MJAILAM weitergegeben hat, kann diese einen Torpedo mit einer Arkonbombe auf den Planeten feuern. Als die Verstyrer erkennen, dass der Planet verloren ist, wollen sie die Solaner töten. Die Jenseitsmaterie wird verbraucht, um einen undurchdringlichen Schutzschirm zu erzeugen, bis die MJAILAM eintrifft und die Solaner aus der Höhle retten kann. Kleckel zerstört sich selbst, wodurch der Emulatorgeist in ihm eine Lücke in der Schockfront erzeugt, durch die die MJAILAM entkommt. Shamryk wird als Verantwortlicher hingerichtet.

Der Nabel ist wieder sichtbar. Am 17. Juli 3808 kehren die MJAILAM und die EMRADDIN in das normale Universum zurück. 81 Stunden sind bis zum endgültigen Ende des Junk-Nabels verblieben. Jedoch entdecken die Besatzungen der beiden Kreuzer im ganzen System keine Spur der SOL.


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Grauer Lord
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Frohe Ostern zusammen :st:

Kerker der Ewigkeit“ von Peter Terrid ist ein Roman, der mich wunderbar unterhalten hat. Das liegt vor allem an dem skurrilen Roboter Kleckel, der nach Jahrhunderten auf einer Müllhalde und angereichert mit positronischen Elementen eines Metzger-Robots (und evtl. „beseelt“ durch Fragmente eines verstorbenen Emulators), zu neuem Leben erwacht. Und zwar genau dann, als die DRONIA während eines reinen Beschäftigungs-Manövers am verschlossenen Junk-Nabel ins System der Verstyrer verschlagen wird. Das unter einer Schockfront eingeschlossene Volk zeigt das übliche Verhaltensmuster der Namenlosen Zone, der SOL-Raumer wird erbarmungslos zusammengeschossen, die Besatzung in die Sklaverei überführt.

Unter der Führung eines überzeugend gezeichneten Insider wird die Krise am Ende (natürlich) bewältigt, auch eine Prise Jenseitsmaterie ist hilfreich, der Auftritt Parzelles wiederum weniger. Die Solaner entdecken, dass im äußerten Planeten des Systems der Junk-Nabel geschaltet wird. Die Verstyrer wurden erst vor kurzem von den Pagen kontaktiert und mit Versprechungen dazu gebracht, Schiffe wie es die DRONIA ist, einzufangen. Was mich nur wundert: Hat eigentlich jedes größere Beiboot der SOL Arkonbomben an Bord? Mit einer solchen wurde ja nun der Schaltplanet des letzten Nabels vernichtet; die Solaner entwischten in letzter Sekunde ins Normaluniversum, bevor dort der so wichtige Durchgang in der Sonne Junk verging. Nur von der SOL keine Spur ....

Aufschlussreich dazu ist am Anfang des Romans das Gespräch mehrerer Pagen: Die Vulnurer wurden demnach „wirkungslos“ gemacht, eine zusätzliche Kraft, die Alternativ-Toten, würden nun aktiviert. Die Folgen sollten „weitreichend sein“.
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Yman
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Frohe Ostern!

Lumpazie hat geschrieben:Im Jahr 1984 erschien der Band 663 der Atlan-Serie:

Kerker der Ewigkeit

von Peter Terrid


Grauer Lord hat geschrieben:Frohe Ostern zusammen :st:

Kerker der Ewigkeit“ von Peter Terrid ist ein Roman, der mich wunderbar unterhalten hat. Das liegt vor allem an dem skurrilen Roboter Kleckel, der nach Jahrhunderten auf einer Müllhalde und angereichert mit positronischen Elementen eines Metzger-Robots (und evtl. „beseelt“ durch Fragmente eines verstorbenen Emulators), zu neuem Leben erwacht.


Auch mir hat der Roman sehr gut gefallen, besonders auch dieser Roboter Kleckel, und natürlich auch der tatkräftige Insider. Aber auch Atlan, wenn gleich sein Anteil am Roman geringer ist, macht keine schlechte Figur. Etwas schade war, dass die Hauptperson Tina St. Felix nur wenig zu tun hatte.

Etwas überraschend war ihre Strategie, den Kreuzer DRONIA, von einer überlegenen feindlichen Raumflotte bedroht, über einer Stadt des Planeten in Stellung zu bringen und so eine Art Patt zu erzwingen. Normalerweise bedrohen die Solaner keine Städte. Alternativ hätte sie auch mit Transformkanonen aus sicherer Entfernung auf einzelne Schiffe schießen können, um eins nach dem anderen auszuschalten.

Für die Geschichte war es wohl interessanter, dass die DRONIA über der Stadt abgeschossen und die Besatzung auf dem Sklavenmarkt verkauft wurde.

Hilfe kommt dann wieder von außen, nach Kleckels Flucht aus dem System. Dieser Teil war ziemlich gelungen. Die Solaner zeigen Kampfgeist und führen einige gute Ideen aus, um ihren Gegnern beizukommen, z.B. auch den Einsatz der winzigen Diskusroboter siganesischer Fertigung (der letzte Kontakt mit Siga dürfte allerdings lange zurück liegen).

Bei den eingesetzten Kreuzern habe ich mich auch gefragt, wie groß die Munitionsvorräte eigentlich sind. Dauerfeuer aus Transformkanonen sollte an Grenzen stoßen, da hier nicht einfach gespeicherte Energie verpulvert wird, sondern Geschosse verwendet werden, die gelagert werden müssen und Platz benötigen.

Das Thema Emulatoren (inmitten eines üblen, hinter einer Schockfront eingeschlossenes Volkes) hatten wir schon einige Mal, hier in einer neuen Variation. Die Weltraumzecken geraten mit ihren Plänen allmählich in die Defensive, und der Einsatz der Alternativ-Toten wird angekündigt. Das klingt schon einmal sehr interessant.

Nach Atlans Rückkehr aus der Namenlosen Zone in den Normalraum ist die SOL verschwunden. Es wird nicht langweilig, es gibt immer ein paar neue Ideen, Völker und Wendungen in der Handlung.
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Lumpazie
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Gestrandet auf Zerberus

von Horst Hoffmann

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Handlung:

Am 23. Juli 3808 werden auf dem einzigen Planeten einer grünen Sonne in Bars durch einen Weckimpuls der Zyrtonier dreizehn Unterpagen geweckt. Der Anführer ist Borallu, der 40.000 Jahre zuvor sechs Raumstationen, genannt Borallus Augen, konstruiert hat, die seit zehn Tagen die Schiffe der Vulnurer und seit etwas kürzerer Zeit die SOL im Wespennest-System festhalten. Die dreizehn Unterpagen brechen mit einem Kleinraumschiff zu Borallus Augen auf.

Im Junk-System explodieren durch einen Angriff die drei Planeten des Systems. Damit sind die Nabel-Stationen zerstört und die letzte Möglichkeit, eventuell einen neuen Nabel zu erschaffen, ausgeschlossen. Atlans Expedition hält sich ratlos in dem System auf, als das Raumschiff der Unterpagen geortet wird, das hyperenergetisch ungewöhnlich stark strahlt. Die beiden Kreuzer lassen eine Raumboje mit Informationen zurück und starten in den Randbereich von Bars.

Auf der Hauptstation von Borallus Augen leben die Zyrvulner. Ursprünglich haben sie die Besatzung gestellt, inzwischen ist das technische Wissen durch den Generationenwechsel verloren gegangen. Als sie den Wunsch äußern, einen Ausflug auf den Planeten zu unternehmen, nutzt die Hauptpositronik die willkommene Gelegenheit, die als Störfaktor eingestuften Zyrvulner loszuwerden. Bei dem Flug realisiert der Zyrvulner Cirfoniac, dass der Treibstoff der Flotte nur für die Landung reicht.

Die Solaner haben Zeltlager um die havarierte SOL eingerichtet. Im Gegensatz zu den Schiffen der Vulnurer, die in einem nahen Orbit um Zerberus schweben, ist die SOL abgestürzt, als sie in den Wirkungsbereich um Borallus Augen geraten ist, in dem die moderne Technik versagt. Eine Gruppe um den Extra Ool-Teybrrksch-Zwata-Kzz-Mrrbsch, der nur »Ole« genannt wird, will eine Rakete bauen, um einen Sender aus dem Wirkungsbereich der Augen zu bekommen. Diese Pläne werden auf Eis gelegt, als der Absturz der Zyrvulner beobachtet wird.

Die MJAILAM und die EMRADDIN folgen Borallus Schiff in das Wespennest-System, wo sich das Schiff auflöst, um mit der frei gewordenen Energie Borallu und seine Unterpagen auf die Stationen zu transportieren. Auf Seite der Solaner werden die hilflosen Schiffe der Vulnurer geortet. Die SOL wird erst allmählich entdeckt, da Borallus Augen auch die Fähigkeiten von Telepathen dämpfen. Nach einer Stunde wagt Wajsto Kolsch mit der EMRADDIN einen Vorstoß. Der Kreuzer gerät in das Wirkungsfeld der Augen und wird von einem Feld der Augen Richtung Sonne geschoben, kann aber von der MJAILAM per Traktorstrahl wieder aus dem Wirkungsbereich gezogen werden.

Die Solaner auf Zerberus starten eine Expedition zu einem der abgestürzten Zyrvulner-Schiffe. Teilnehmer sind Sternfeuer, Lyta Kunduran, Walter von Bruchstein, Denise Tyllong, Henry Bolten, Miami McDougall, Yoster Obryn und Kuno Krawynkel. Als Lastentiere dienen vier Minkas, gezähmte Tiere des Planeten. In einiger Entfernung vom Lager stoßen Ole und die Wildes zur Expedition. Auf dem Weg kann die Expedition weitere Minkas einfangen, um den Weg reitend fortsetzen zu können. Am Ziel angekommen, werden sie von vor Hunger halb wahnsinnigen Zyrvulnern überfallen. Drei Minkas werden verzehrt, Jeremy Wilde durch einen Biss schwer verletzt. Cirfoniac besinnt sich und zeigt der Expedition einen sicheren Ort, um dort eine Verständigung zu beginnen. Dabei werden sie von einem Unterpagen namens Tronungu überfallen, der die Zyrvulner beseitigen soll. Als die Solaner den Unterpagen mit einer Felslawine töten, ist das Eis zwischen ihnen und den Zyrvulnern gebrochen. Ole hofft, aus dem Schiff der Zyrvulner ein Fluggerät bauen zu können. Er selbst, Kym Wilde und Denyse Tyllong bleiben zurück, während der Rest der Expedition zur SOL zurückkehrt.

Borallu hat den Auftrag, die positiven Solaner zu eliminieren und die negativen in die Namenlose Zone zu bringen. Dazu begibt er sich mit sechs Unterpagen in die SOL und stellt den Solanern ein Ultimatum: In einem Tag dürfen nur noch einhundert Solaner am Leben sein, andernfalls werden alle Solaner getötet. Die Solaner sollen sich gegenseitig umbringen. Ein Unterpage schießt als Machtdemonstration wahllos in die Menge. Spontan brechen erste Kämpfe im Lager der Solaner aus.

Bjo Breiskoll, Federspiel und drei andere Solaner kommen der Expedition entgegen. Als sie das Lager um die SOL erreichen, müssen sie feststellen, dass überall gekämpft wird.


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Grauer Lord
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„Gestrandet auf Zerberus“, Band 664

Die SOL am Abgrund: Gegen Ende des Zyklus gerät das Generationenschiff in eine schier ausweglose Lage, liegt ohne einen Funken Energie in horizontaler Lage auf dem Planeten Zerberus. Kurz aber eindringlich wird skizziert, wie klaustrophobisch die Lage der SOL-Besatzung gewesen sein muss, in einem vollkommen dunklen Schiff ohne funktionierende Technik, der Boden unter den Füßen plötzlich zur Wand geworden. Kaum zu glauben, dass da alle 100 000 Leute aus den gigantischen Kugeln mit dem labyrinthischen Innern herausgefunden haben sollen. Der letzte Satz des Romans fasst dann in einem Wort zusammen, wie Atlan die Lage des Schiffes und seiner eigenen Mission sieht: „Aus.“

Die Solaner sind im ersten Teil dieses spannenden Doppelbandes von Horst Hoffmann in eine Falle getappt, die die Zyrtonier vor 40 000 Jahren im Normalraum zurückgelassen haben: Borallus Augen. Während die sechs Gigantstationen die drei Bekehrerschiffe der Vulnurer im Orbit um Zerberus kreisen lassen (ebenfalls ohne Energie) geht die SOL eben dem Boden nieder.

Der Überlebenskampf auf der unwirtlichen Welt wird recht spannend geschildert, da stört auch Walter von Bruchstein nicht sonderlich. Das eigentlich interessante des Romans besteht aber in den sich auftuenden Querverbindungen zwischen Zyrtoniern und Vulnurern; so besteht die angestammte, aber offenbar degenerierte Stammbesatzungen der Augen Borallus aus dem Völkchen der Zyrvulner. Das ist sprachlich zwar ein recht plumper Hinweis, aber immerhin deutet sich an, dass es eine Art „missing Link“ zwischen den beiden insektoiden Völkern gibt. Auch die Person Borallus selber hat ein Geheimnis: Neben einer robotischen Erscheinungsform kann er auch die Gestalt eines Zyrtoniers annehmen - die dritte ihm mögliche Gestalt kennt er aber selber nicht ...

Am Ende bleibt ein apokalyptisches Szenario, in dem Borallu die Solaner auffordert, sich bis auf die stärksten 100 selber abzuschlachten. Für Atlan und die Seinen gibt’s zunächst kein Herankommen an den Planeten, sie sind zu ohnmächtigem Zuschauen aus der Ferne verurteilt. Zu stark ist das Energie neutralisierende Feld der Augen Borallus. Interessanter Technik-Aspekt: die „Alternativ-Toten“ können sich mit Transport-Energie aufladen und in einer Mischung aus Fiktiv-Transmitter und Teleportation an jedem Ort versetzen. Die Technologie der Zyrtonier, zumindest vor vier Jarzehntausenden, ist nicht ohne.

Bleibt noch festzuhalten, dass die vor Hunger außer Kontrolle geratenen Zyrvulner sowie der brutal in die Solaner-Menge schießende Unterpage die Ausweglosigkeit der Lage weiter unterstreichen; dazu kommt natürlich noch das Titelbild.

Fortsetzung folgt.
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Yman
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Grauer Lord hat geschrieben:„Gestrandet auf Zerberus“, Band 664

Die SOL am Abgrund: Gegen Ende des Zyklus gerät das Generationenschiff in eine schier ausweglose Lage, liegt ohne einen Funken Energie in horizontaler Lage auf dem Planeten Zerberus.


Es sieht tatsächlich ziemlich aussichtslos aus. Horst Hoffmann hat hier einen sehr guten Roman geschrieben, in dem die Figuren wirklich lebendig werden. Dieser Walter von Bruchstein hat mich dabei gar nicht gestört. Ich fand, er passte gut in die Geschichte, aber auch die Fremden, die Zyrvulner, sind gut dargestellt worden. Von dem Steuergehirn des Auges, das den Treibstofftank nur zur Hälfte befüllte, betrogen, sollen sie nun auf dem Planeten ihr Ende finden.

Etwas schade fand ich, dass die Risszeichnung eines dieser Augen sehr, sehr detailarm ist. Eigentlich handelt es sich nur um ein Datenblatt mit Skizze. Dafür ist die Innenillustration, die auch eines dieser Augen, von einem Solaner vom Planeten unten gesehen, zeigt, sehr stimmungsvoll.

Der Hoffnungsschimmer am Ende des ersten Teils des Doppelromans kommt daher, dass Solaner und Zyrvulner zusammengefunden haben, um eines dieser sogenannten Internschiffe mit Treibstoff von der SOL wieder flott zu bekommen. Die Telepathen spielten auch wieder eine herausragende Rolle. Auf sie wird es ganz besonders ankommen. (Vielleicht wird es auch einem der Solaner gelingen, an Bord eines der Augen zu gelangen und sich mit dieser Transportenergie aufzuladen, um teleportieren zu können.)

Immerhin gelang es auch einen der Roboter auszuschalten, aber die Solaner kämpfen untereinander, das ist das Eigentliche, was die Lage so aussichtslos erscheinen lässt.

Atlan muss zusehen. Immerhin hat er seine Schiffe noch außerhalb des Wirkungsfeldes der sechs Augen, aber das Feld soll ja eigentlich das ganze Sonnensystem umspannen. Die Zyrvulner haben es nur nicht hinbekommen, da sie ihr technisches Wissen großteils verloren haben.

Borallu selbst, als der wichtigste der Alternativ-Toten, wieder zum Leben erweckt, bleibt als Figur ein wenig blaß, erfüllt aber die Rolle des bösen Gegenspielers recht effektiv. Seine Fähigkeit zum Gestaltwandeln ist etwas rätselhaft, insbesondere, da er noch eine dritte Form annehmen kann, diese dann aber nur endgültig, was immer dies dann bedeuten wird.

Das Titelbild mit der SOL hinter den Bergen ist sehr stimmungsvoll, wie der ganze Roman. Die Landung der Internschiffe erinnerte mich an die Landung der Marsianer in H.G. Wells Roman "Krieg der Welten". Das war von der Atmosphäre sehr ähnlich. Ich bin sehr gespannt auf den zweiten Teil.
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Grauer Lord
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Die enttäuschende Risszeichnung war gar keine, sondern bloß die schemazeichnung, die zur Legende dazugestellt werden sollte. Das hat damals einigen Wirbel auf der LKS gegeben, einen Shitstorm im Forum konnte es ja noch nicht geben. Die richtige RZ wurde dann in Band 704 nachgeholt, obwohl sie da natürlich gar nicht mehr zur Handlung passte.
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Lumpazie
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Im Jahr 1984 erschien der Band 665 der Atlan-Serie:

Borallus Augen

von Horst Hoffmann

Bild

Handlung:

Bjo Breiskoll, Sternfeuer, Federspiel, Lyta Kunduran, Walter von Bruchstein und Kuno Krawynkel befinden sich auf dem Weg in die Talmulde, in der die Solaner gegeneinander kämpfen, als sie von den Solanern Karen Wall und Pyker Mayland überfallen werden. Von ihnen erfahren sie, dass Breckcrown Hayes Scheinkämpfe inszenieren lässt, um Borallu zu täuschen. Wall und Mayland glauben jedoch, dass er nur seine eigene Haut retten will, und erhoffen sich einen Vorteil, wenn sie die Telepathen in ihre Dienste zwingen. Diese überwältigen das Paar und bringen sie zur Vernunft.

Borallu und seine Unterpagen durchschauen das Täuschungsmanöver. Der Anführer sieht darin einen Beweis für die Heimtücke und damit für die Negativität der Solaner. Sein neuer Plan sieht vor, die Vulnurer auf die Solaner zu hetzen. Dazu begeben sich die Unterpagen in die Generationenschiffe und machen Stimmung gegen die Solaner. Die solanischen Telepathen erfahren von dem Plan mit und versuchen, Hayes zu finden, um ihn zu warnen.

Am 25. Juli 3808 empfängt Tyari mit Tickers Hilfe die Sendungen von Breiskoll, Sternfeuer und Federspiel, so dass auch die Besatzungen der beiden Kreuzer informiert sind. Blödel schlägt vor, ihn als primitive Rakete mit einem Kleintransmitter zu Borallus Augen zu schicken, wo der Neutralisierungseffekt aufgehoben sein müsste, so dass Blödel über den Transmitter Gravitationsbomben empfangen kann, um eine Station zu sprengen. Der Roboter wird auf den Weg geschickt, jedoch wird mit einer Flugzeit von über 23 Stunden gerechnet.

Auf Zerberus greifen die Vulnurer die Solaner an. Bjo Breiskoll nimmt Kontakt mit den Insektoiden auf und gerät an den Erstwertigen Zaztyn, der berichtet, dass Jacta vor dem Transfer die Anweisung hat ausgeben lassen, dass die Solaner mit dem natürlichen Gift der Vulnurer nur zu lähmen sind, um gegenüber Borallu den Schein zu wahren. Vulnurer und Solaner simulieren weiter Kämpfe, um ein paar Stunden Zeit zu gewinnen. Borallu lässt sich davon jedoch nicht täuschen.

Krejulla will Blödel gleich bei seinem Eintritt in die Wirkungszone der Augen vernichten. Durch Sabotage wird Blödel jedoch nicht vernichtet, sondern auf die Station versetzt. Fünf Zyrvulner namens Uyulschu, Chaquor, Meychorc, Gdacc und Treytc sind durch Mutationen unsterblich geworden. Für die Deportation der normalen Zyrvulner nach Zerberus wollen sie Rache und haben daher die Augen sabotiert. Sie treffen Blödel und versprechen ihm Hilfe bei der Zerstörung des Auges. Zunächst verraten sie ihm, wie er die Station abschalten kann. Durch die Abschaltung einer der sechs Stationen läuft eine Welle, in der normale Technik funktioniert, durch die lahmgelegte Zone. Diese Welle wird den Schiffen der Vulnurer einige Sekunden Aktivität ermöglichen.

Krejulla greift persönlich ein und tötet die fünf mutierten Zyrvulner. Blödel kann ihn besiegen, indem er die Bomben, die er per Transmitter erhält, als Geschosse benutzt. Danach begibt er sich zum Hangar. Kurz vor der Zündung der Bomben wird die Station wieder aktiviert. Dies ermöglicht Blödel die Flucht mit einem Beiboot.

Zeitgleich mit der Explosion der Hauptstation schießen die Vulnurer eine weitere Station ab.

Durch die Zerstörung zweier Stationen sind Borallus Augen stark gestört, können das Wirkungsfeld aber noch aufrechterhalten. Die beiden Kreuzer wagen sich in den Wirkungsbereich, der große Lücken aufweist. Auf Zerberus stürmen die Solaner in die SOL. Unter Hayes' Kommando startet die SZ-1 und kommt den beiden Kreuzern zu Hilfe, die eine dritte Station unter Beschuss nehmen. Mit vereinten Kräften wird auch diese vernichtet, wodurch das Neutralisierungsfeld endgültig zusammenbricht. Die Vulnurer zerstören daraufhin die übrigen Augen von Borallu. SENECA kann im Mittelteil der SOL Borallu und vier Unterpagen in Energiekäfige sperren, die Unterpagen zerstören sich jedoch selbst.

Sechs Tage später fliegen die SOL und die Schiffe der Vulnurer in das Junk-System. Insgesamt 248 Solaner sind auf Zerberus gestorben. Ole, Denise Tyllong und Kym Wilde sind auf Zerberus geblieben, um den Zyrvulnern beim Aufbau einer Zivilisation zu helfen. Borallu ist nun bereit, mit den Solanern zu sprechen. Er hat sich entschlossen, seine dritte Gestalt anzunehmen, die er selbst nicht kennt. Vor den Augen der Solaner verwandelt er sich in einen Vulnurer

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Yman
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Lumpazie hat geschrieben:Im Jahr 1984 erschien der Band 665 der Atlan-Serie:

Borallus Augen

von Horst Hoffmann


Der Roman hat mir sehr gut gefallen, aber ich fand den zweiten Teil etwas schwächer als den ersten Teil. Borallu tritt im Roman kaum noch auf, gewinnt auch nicht mehr an Format und Konturen, sondern bleibt als Gegner sehr schwach und blass. Stellvertretend ist Krejulla als Blödels Gegner auch nicht sehr beeindruckend.

Beeindruckender war schon etwa der Kampf der aufgehetzten Vulnurer gegen die Solaner, zumindest als Idee. Der frühe SF-Horror-Film Formicula lässt grüßen! Horst Hoffmann belässt es aber dabei, dass eine Horde Riesenameisen sich an Gräsern und Sträuchern und nicht an Solanern sattfressen, so dass am Ende nur 248 tote Solaner zu beklagen sind, was im Verhältnis zu dem ganzen Drama erstaunlich wenige sind.

Entscheidend ist, dass auf der Gegenseite bereits der Ausfall eines der sechs Augen ein Problem darstellt. Offenbar haben die Zyrtonier damals beim Bau der Augen keine Reserven mehr gehabt, um das System redundant gegenüber dem Ausfall eines Auges zu machen. Außerdem haben fünf mutierte Zyrtonier, unsterblich geworden, überlebt. Schade ist nur, dass man deren Geschichte nicht mehr so richtig erfährt. Es gibt nur vage Andeutungen darüber, was damals geschah, und auch keine richtige Erklärung, warum die fünf mutierten Zyrtonier nicht mehr am Leben hingen.

Ein paar Dinge sind mir beim Lesen noch aufgefallen. Z.B. als Blödel in einem blauen Leuchten verschwindet, wie weit sichtbar war dieses Leuchten? Atlans Schiffe waren wohl einige Lichtstunden entfernt. Und was bedeutet dieses blaue Leuchten, wenn es als Waffe einen Gegenstand aus dem Universum entfernt? Woher kommen die seltsamen Teilchen, die die entstehende "Lücke" wieder füllen?

Wieso brauchte Blödel Waffen (Gravitationsbomben) von der SOL, um das Auge zu zerstören? Warum konnten das mutierten Zyrtonier nicht auf andere Weise erreichen?

Und was ist eigentlich mit SENECA beim totalen Energieausfall auf der SOL passiert? 100.000 Solaner waren vom Hungertod bedroht - wie viel Nahrung brauchen 125.000 Kubikmeter Zellplasma? Es gibt auf der SOL mehr Kubikmeter Zellplasma als Solaner. SENECA sollte eigentlich mindestens soviel Energie/Nahrung zum Leben brauchen wie alle Solaner zusammen.

Was mir jetzt erst so richtig auffiel: Die Vulnurer besitzen die drei Schiffe (GESTERN, HEUTE, MORGEN) analog zu den drei Teilen der SOL. Außerdem halten sie ähnlich wie die Solaner nicht viel vom planetengebundenen Leben, und ihre Anzahl ist mit ca. 65000 etwa ähnlich wie die der Solaner relativ begrenzt. Der technische Entwicklungsstand ist vergleichbar.

Am Ende fehlt eine Erklärung, warum die Vulnurer es so eilig hatten, die verbleibenden drei Augen zu zerstören, so dass Atlan ihre Technik nicht mehr erforschen konnte.

Es bleibt interessant, was die Vulnurer mit den Zyrtoniern zu tun haben.
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Grauer Lord
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„Borallus Augen“ finde ich auch nicht ganz so spannend wie den Vorgängerroman, trotzdem bietet er dramatische Szenen um die SOL und ihre Bewohner, die wohl noch nie so knapp vor dem Untergang standen. Unvergesslich die Momente, in denen die völlig erschöpften Solaner fast schon zu schwach sind, um überhaupt noch weiterleben zu wollen. Die Frage nach SENECA finde ich übrigens auch berechtigt, denn so ganz ohne Energie bzw. Nährstoffversorgung sollte die riesige Zellmasse nicht über längere Zeit auskommen können.

Was mir wie ein Logik-Bug vorkommt: Instinkt-Adler Ticker „erklärte“ Allan eingangs gegenüber, er spüre was auf Zerberus vorgeht. Und lenkte damit die Aufmerksamkeit Tyaris auf die beiden Mutanten auf dem Planeten. Ich dachte eigentlich, Ticker sei lediglich mit einer Art Instinkt-Intelligenz ausgerüstet und könne gar nicht sprechen bzw. sich wie ein Intelligenzwesen anderen mitteilen?

Gut gefallen hat mir diesmal der Risiko-Einsatz Blödels, der unter Einsatz seiner ganzen Existenz an Bord eines Auges gelangt und zu seiner Vernichtung beiträgt. Dass ihm eine Bande mutierten Insektoider, die beim Bau der Augen vor 40 000 Jahren zu viel Strahlung abbekommen haben, zur Hilfe kommt, ist natürlich praktisch. Der Vorfall gibt aber immerhin nochmal Aufschluss über die genetische Vielfältigkeit, die bei Vulnurern, Zyrtoniern und Zyrvulnern im Spiel ist. Der Gedanke, es bei den Insektoiden mit Produkten eines Gen-Experiments zu tun zu haben, drängt sich mir auf. Nur welche Form stand am Anfang?

Die Super-Technik der sechs Augen Borallus wird schließlich vernichtet, die Rätsel um die vermeintlichen Fiktivtransmitter und die Bewegunsenergie gehen (erwartbar) verloren. Auffällig, wie verbissen die sonst so friedlichen Vulnurer die Stationen der Zyrtonier vernichteten.

Höhepunkt und Schluss: der gefangen gesetzte Borallu nimmt seine ihm unbekannte, dritte Gestalt an. Und wird (äußerlich) zu einem Vulnurer. Es wäre sehr interessant zu wissen, ob Peter Griese diesen Bogen bereits beim ersten Auftauchen der Ameisenähnlichen in der Handlung so konzipiert hatte. Dann hätte er weit vorausgedacht; wobei sich viele andere Elemente ja auch schon in der HIDDEN-X-Zeit angedeutet haben, wie etwa die Quelle der Jenseitsmaterie.
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Lumpazie
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Im Jahr 1984 erschien der Band 666 der Atlan-Serie:

Duell der Unerbittlichen

von Peter Griese

Bild

Handlung:

Die Zyrtonier sind auf Chybrain aufmerksam geworden. 209-Page Corder beauftragt den auf Persijigg lebenden 666-Page Katzulla, den fremden Störfaktor auszuschalten. Katzulla ist jedoch für seinen Auftrag nicht motiviert und verschiebt ihn um zehn Tage, mit der Begründung, er habe eine Forschungsreise nach Gautan geplant. In Wirklichkeit bricht er mit seiner Gefährtin Milorah nach Zyrton auf.

Chybrain sucht nach dem Heimatsystem der Zyrtonier. Allerdings kann auch er die Schockfronten nicht erkennen, obwohl er sich bemüht, die Sinnesorgane von Buhrlos zu imitieren. Er hofft, Anerkennung durch die Kosmokraten zu finden, wenn er die Bedrohung durch die Zyrtonier ausschaltet.

Bei seinem Flug durch die Zone stößt er auf eine Schockfront um das Gumb-System. Chybrain fliegt den Planeten Jukk an, wo früher das negative Volk der Jukkas gelebt hat. Heute existieren nur noch einige tausend Jukkas, die sich positiven Werten zugewandt haben. In einer von drei Siedlungen lebt der Emulator Parfran, der die Jukkas um sich mit Hilfe des Regenten Tyman bekehrt hat. Heute nennt Parfran einen steinernen Sessel auf einem Hügel Tyman sein Eigen, den er zum Nachdenken aufsucht und der zu ihm spricht.

Der Emulator hat die Fähigkeit, Informationen von anderen Emulatoren aufzufangen, und weiß so von den Verhältnissen in der Namenlosen Zone. Für die nahe Zukunft ist eine Vernichtungsaktion durch die Zyrtonier zu befürchten, da diese das Gleichgewicht in der Zone wieder zum Negativen hin kippen wollen und dazu positive Völker wie die Jukkas auslöschen müssen. Chybrain nimmt in Gestalt von Cara Doz Kontakt mit Parfran auf.

Katzulla sucht auf Zyrton die Stätten der Vergangenheit auf. An dem Ort Ressawchoh lässt er sich von einem alten Roboter namens Goseman in Ruinen führen, wo er Bilder von Vulnurern entdeckt. Als er diese Goseman zeigt, teilt man ihm über Funk mit, dass Milorah tödlich verunglückt sei. Einen Moment später stürzen die Ruinen ein.

Nach seinem ersten Kontakt zu Parfran erkundet Chybrain das Gumb-System. Dabei stellt er fest, dass die Schockfront ihm Widerstand entgegensetzt. Als er den Emulator wieder besucht, ist dieser zu dem Schluss gekommen, dass die Jukkas ihn nicht mehr brauchen. Im Kampf gegen die Zyrtonier könne er ihnen sowieso nicht helfen, und so beendet er seine Existenz. Daraufhin nimmt Chybrain die Gestalt Parfrans an und ruft den Ältesten Kennery zu sich. Mit Hilfe von Kennery bereitet Chybrain die Jukkas auf den Angriff der Zyrtonier vor, indem er ihnen von den Zyrtoniern erzählt und Jenseitsmaterie an die Jukkas verteilen lässt.

Sieben Tage später greifen die Zyrtonier an. Die anderen beiden Siedlungen mit Neu-Jukkas werden zerstört. Durch die Jenseitsmaterie werden die Zyrtonier zunächst vertrieben, dann setzen sie jedoch ihr größtes Schiff DORS-ORS ein, das von außen nicht mit Jenseitsmaterie angegriffen werden kann. Chybrain dringt in das Schiff ein und verbraucht große Teile seiner Substanz, um es von innen zu zerstören. Danach treibt er erschöpft im All.

Katzulla ist aus den eingestürzten Ruinen gerettet worden. Als ihm 209-Page Corder berichtet, dass Milorah tot ist, konzentriert sich Katzulla voll auf seinen Auftrag. Mit seinem Schiff KRAFTEI, das von Kemmenau befehligt wird, fliegt er zum Gumb-System.

Chybrain stößt bei seiner Rückkehr ins Gumb-System auf Roboter der KRAFTEI, die sich mit Miniaturausgaben der Schockfronten tarnen. Als er wieder Parfrans Rolle einnimmt, wird er von zyrtonischen Robotern erkannt, die sich als Jukkas tarnen. Nachdem die Roboter Katzulla verständigt haben, werden sie von Chybrain zerstört. Danach informiert Wöbbekings Ableger Kennery, wer er wirklich ist, und bittet ihn, die Siedlung für einige Tage zu verlassen. Danach nimmt Chybrain die Form Kennerys an.

Die KRAFTEI schwebt kurz darauf über den Jukkas. Chybrain ergibt sich Katzulla, der dafür bei seiner Liebe zu Milorah schwören muss, dass er die Jukkas verschont. Mit Chybrain als Gefangenen verlässt die KRAFTEI das Gumb-System. Mit einer Bombe täuscht Katzulla die Vernichtung des Planeten vor.

Auf Zyrton experimentiert Katzulla mit Chybrain, während der lernt, Teile seines Bewusstseins auf Erkundung zu schicken. So lernt er viel über die Zyrtonier und den Rat der Pagen. Er erfährt, dass 209-Page Corder Milorah hat töten lassen, um Katzulla zur Arbeit zu bewegen. Als Chybrain dies Katzulla verrät, sinnt der auf Rache. Da Chybrain einen großen Teil der Jenseitsmaterie verbraucht hat, aus der sein Körper besteht, wird er zu einem unbeweglichen Brocken aus Nickel.

Anmerkung

Das Titelbild zeigt das Gebäude des brasilianischen Nationalkongresses (Congresso Nacional) in Brasília.
(Quelle: Perry Rhodan blogspot.br)

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Grauer Lord
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Band 666 ist ein wirklich herausragender Schlüsselroman von Peter Griese, der uns auf zwei Ebenen mit Infos über Hintergründe der aktuellen Handlung versorgt, bzw. zumindest andeutet.

Da ist einmal der irgendwie untypische Page 666 namens Katzulla, der durchaus positive Aspekte in sich vereint, wie etwa die Liebe zu seiner Gefährtin Milorah. Aus den Gedankengängen des Wissenschaftlers erfahren wir, dass der geheimnisvolle Rat der Pagen 1000 Mitglieder hat, die zuletzt vollzählig zusammen getreten sind, als Anti-ES in der Namenlosen Zone auftauchte. Damals entschied man sich, die Superintelligenz einfach machen zu lassen und selber im Verborgenen zu bleiben. Als Gerücht gibt es sogar noch einen geheimnisvollen „Null-Pagen“.
Wo die Zyrtonier herkommen, wissen sie selber nicht, das durch dreifache Schockfronten gesicherte Zyrton-System ist definitiv nicht ihre Heimat. In einer uralten Ruinenstadt und in alten, inzwischen verschwundenen Märchenbüchern gibt es noch Abbildungen der ameisenähnlichen Vulnurer. Katzulla ist das Absonderliche der Geschichte der Zyrtonier auch klar - sie unterlagen nie einer Evolution, verändern sich nicht, waren immer schon so wie heute. Was jeder wissenschaftlichen Erfahrung widerspricht. Eine alte Sage der Zyrtonier raunt davon, die Vorfahren hätten ein Erbe zurückgelassen, das die Macht der Weltraumzecken eines Tages brechen würde.

Solche und weitere Infos prasseln auf den Leser ein, derweil Chybrain parallel den Planeten der Jukkas erreicht, eine fast schon erloschene, menschenähnliche Kultur, die einen positiven Zweig gebildet hat, der sich von Bösartigkeit und Verkommenheit der Verbannten Völker abgewandt hat. Da gibt es einige fantasyhafte Schilderungen, wie etwa den „beseelten“ steinernen Stuhl Tymans, in dem sich Bewusstseinssplitter früherer Emulatoren befinden. Klar wird, dass die Zyrtonier die Unruhe, die zuletzt in der Namenlosen Zone entstanden ist und die zunehmende „Unwucht“ der beiden Waagschalen Gut/Böse mit einer großmaßstäblichen Vernichtungsaktion unter den Positiv gewordenen Völkern beheben wollen. Am Ende rettet Chybrain die kleine, hoffnungsvolle Zivilisation der Jukkas und begibt sich als Preis in die Hände Katzullas.

Dazu werden geheimnisvolle Andeutungen und Begriffe eingestreut, als Emulator Parfran in die Namenlose Zone hineinlauscht. Von DEM Emulator ist da die Rede, eine „Futurboje“ wird erwähnt, ein Name der mit „-tier“ endet hat damit zu tun. Es geht also ganz klar auf die Enthüllung zu, was es mit Parzelle und Termentier auf sich hat ....

P.S.: Hat sich sonst noch jemand beim Erlöschen des Emulators Parfran an Meister Yoda erinnert gefühlt? Der alte löchrige Fellumhang fiel zu Boden, ein Löffel kullerte daraus hervor .....
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Yman
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Atlan 666: Ein guter, spannender Roman von Peter Griese, mit einem vielversprechenden Ende. Die Hauptfigur, 666-Page Katzulla, schwört Rache für den Tod ihrer Gefährtin. 666-Page Katzulla und Roman Nr. 666, ein Zahlenspiel untergeordneter Bedeutung. Interessant ist, dass Griese sich hier intensiv mit seinen Figuren beschäftigt und diese nicht einfach nur durch die Handlung treibt. Katzullas psychologische "Schwachstelle" Milorah war ganz entscheidend für Chybrain als dieser sich freiwillig als Teil eines Deals in Gefangenschaft begibt. Chybrain rettet so die Jukka, obwohl er eigentlich keine Garantien hatte.

Chybrain hat auf der einen Seite Minderwertigkeitskomplexe, andererseits zehrt er von seiner Substanz (Jenseitsmaterie) und lässt sich auf erhebliche Risiken ein. So etwas wie das Filigran, seinen eigenen effektiven Ableger, bringt er nicht mehr zustande. Mir scheint es fast, als hätte Chybrain zu hoch gepokert, und das Spiel ist nun bald zu Ende.

Grauer Lord hat geschrieben:P.S.: Hat sich sonst noch jemand beim Erlöschen des Emulators Parfran an Meister Yoda erinnert gefühlt? Der alte löchrige Fellumhang fiel zu Boden, ein Löffel kullerte daraus hervor .....


Das passt schon, da der entsprechende Film zu diesem Zeitpunkt auch in Deutschland bekannt gewesen sein dürfte. Diese Szene ist mir im Film wie im Roman auch aufgefallen.

Grauer Lord hat geschrieben:Da ist einmal der irgendwie untypische Page 666 namens Katzulla, der durchaus positive Aspekte in sich vereint, wie etwa die Liebe zu seiner Gefährtin Milorah. Aus den Gedankengängen des Wissenschaftlers erfahren wir, dass der geheimnisvolle Rat der Pagen 1000 Mitglieder hat, die zuletzt vollzählig zusammen getreten sind, als Anti-ES in der Namenlosen Zone auftauchte. Damals entschied man sich, die Superintelligenz einfach machen zu lassen und selber im Verborgenen zu bleiben.


Bemerkenswert finde ich, dass man die Superintelligenz nicht allzu ernst nimmt und sich selbst als offenbar mindestens ebenbürtig oder überlegen betrachtet.

Dies ist der letzte Roman des Zyklus ohne Atlan, und es scheint auf ein Endspiel im System der Zyrtonier hinauszulaufen, die im Lauf des Unterzyklus immer mehr als die beherrschende Kraft in der Namenlose Zone herauskristallisiert wurden, und man weiß nun schon einiges mehr, aber längst nicht alles über dieses Volk. Z.B. die Herkunft und die Beziehungen zu den Vulnurern liegen noch im Dunkeln.

Unklar ist auch, wie weit der Einfluss der Kosmokraten in der Namenlosen Zone reicht. Hatten sie dort nur die Zähler als Beauftragte, und nur diese eine Basis, oder gab es noch weiteres Hilfspersonal und Einrichtungen? Es scheint bislang auch nicht so, als ob die Kosmokraten vom Treiben Chybrains viel mitbekommen würden.
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Im Jahr 1984 erschien der Band 667 der Atlan-Serie:

Heimweh nach der Namenlosen Zone

von Hubert Haensel

Bild

Handlung:

Die BRISBEE-Kinder leiden in der SOL unter zunehmenden Gesundheitsbeschwerden, die mit Heimweh nach der Namenlosen Zone anfangen. Desmon und Dyla finden in dem Schiff kleine Wesen als Freunde, die wie Äste aussehen und deren Herkunft nicht erklärt werden kann. Borallu, der durch seine Verwandlung in einen Vulnurer auch einen Gesinnungswandel zum Positiven erfahren hat, beschattet die Kinder, weil sie aus der Namenlosen Zone stammen. Desmons 18-jährige Adoptivschwester Xynthia Ammon sorgt sich um den drei Jahre jüngeren BRISBEE-Jungen.

Die beiden Solaner Alfons Grödelmeier und Thorsten Verkamp überwachen Borallu im Auftrag von Breckcrown Hayes mit alten Anlagen aus der Zeit der SOLAG. Aufgrund des Interesses Borallus an den BRISBEE-Kindern nehmen sie Kontakt mit Xynthia auf. Xynthia und Borallu folgen Desmon unabhängig voneinander in einen Hangar, wo er versucht, mit einer Lightning-Jet zu starten. Als Borallu ihm sein Astwesen wegnehmen will, wirft Desmon es durch einen Notschacht ins All. Bei der anschließenden Befragung Desmons in der Zentrale der SZ-2 durch Solania von Terra bleibt danach ein Astwesen in der Zentrale zurück.

Die Vulnurer schlagen derweil Alarm, weil frisch geschlüpfte Vulnurer verschwinden und an ihrer Stelle Astwesen in den Eierschalen erscheinen.

Nachdem Desmon und die BRISBEE-Mädchen Jauter und Monare in die Medostation eingeliefert werden müssen, nimmt Xynthia Kontakt mit Grödelmeier und Verkampf auf und erzählt von dem Ast, den Desmon über Bord geworfen hat. Verkamp bittet seine Buhrlofreundin Jessica Stenton, nach dem Ast zu suchen. In der Nähe des Hangars findet sie gleich zwei Äste, die an der Hülle kleben und sich nicht lösen lassen. Zugleich erhöhen die Vulnurer den Abstand zur SOL. Dadurch erfährt Solania von Terra, dass die Äste mit dem Verschwinden der Vulnurer zu tun haben. Inzwischen befinden sich drei Astwesen in der Zentrale der SZ-2, die sich mit elektrischen Schlägen gegen Berührung wehren. Als Blödel die Astwesen untersuchen will, brennen sie sich mit Säure in den Boden der Zentrale. Verkamp und Grödelmeier können Stenton nicht warnen, weil sie kein Funkgerät hat. Im letzten Moment wird sie von alarmierten Wartungsrobotern gerettet, als die Äste sich gegen ihre Versuche, sie von der Hülle zu lösen, zur Wehr setzen.

In der Medostation bricht angesichts des schlechten Zustands der Kinder Hysterie aus. Einige Solaner greifen den vermeintlich Schuldigen Borallu an. Joscan Hellmut und Bjo Breiskoll retten ihn und bringen ihn zu Atlan. Borallu spürt gefühlsmäßig, dass mit den Kindern etwas geschieht, was mit der Namenlosen Zone zu tun hat. Er möchte sich aber mangels rationaler Beweise nicht äußern.

Desmon und Monare verschwinden spurlos aus der Medostation. In einem Lager werden kurz darauf zwei Raumanzüge für Kinder entwendet. Wiederum wenig später wird Dyla beobachtet, wie sie das Lager aufsucht, einen Raumanzug anlegt und sich in Luft auflöst. Die Kinder finden sich in einem Planetarischen Nebel in der Namenlosen Zone wieder, wo zahlreiche Astwesen schweben. Bei ihrer Rückkehr landen sie im Labor von Hage Nockemann, der gerade die Astwesen untersuchen soll. Die BRISBEE-Kinder haben keine Schwierigkeiten, die Astwesen einzusammeln, und bewahren so die Zentrale der SZ-2 vor weiterem Schaden.

Die Solaner vermuten, dass die neugeborenen Vulnurer durch ihren Drang zur Lichtquelle in die Namenlose Zone versetzt werden. Den Vulnurern wird geraten, ihre Neugeborenen in Schutzkapseln zu setzen, damit sie nicht im Vakuum sterben. Atlan lässt gezielt die BRISBEE-Kinder Lara und Menizza in Schutzanzüge stecken, worauf sie prompt verschwinden. Auf den Schiffen der Vulnurer werden drei Neugeborene ebenfalls in die Namenlose Zone versetzt.

Die beiden BRISBEE-Kinder und die drei Vulnurer finden sich in der Namenlosen Zone wieder. Als die Mädchen wieder zur SOL zurückwollen, werden sie von einem Traktorstrahl zurückgehalten. Das Schiff des Vulnurers 451-Page Palterwahn hat das Yeith-System erkundet, dessen Schockfront zusammengebrochen ist, als Yeith explodiert ist. Die BRISBEE-Kinder und die Vulnurer werden von ihm an Bord geholt, jedoch kann Lara noch zur SOL entkommen.

Palterwahn schickt eine Beschreibung der Vulnurer nach Zyrton, worauf 1-Page ihm befiehlt, die Vulnurer sofort zu töten und das System zu verlassen. Die Zyrtonier schicken sich an, das ganze System von der Namenlosen Zone abzukapseln. Auf Palterwahns Schiff greifen jedoch die Astwesen an und stoppen das Schiff. Ein Astwesen wird mit einem Stück von Menizzas Bordkombination in das normale Universum geschickt. Die Botschaft gibt auf der SOL den Ausschlag für einen Vorschlag Borallus: Alle BRISBEE-Kinder gehen in die MJAILAM, um den ganzen Kreuzer in die Namenlose Zone zu versetzen. Als Palterwahn das Yeith-System nicht pünktlich verlässt, wird er auf Befehl des Null-Pagen aufgegeben. Die Abtrennung des Systems beginnt, womit automatisch die Selbstzerstörung von Palterwahns Schiff eingeleitet wird. Durch den Kontakt mit Vulnurern hat Palterwahn einen Gesinnungswandel erfahren und lässt die Gefangenen gehen, bevor sich sein Schiff zerstört.

Zusätzlich zu den Kindern hat die MJAILAM alle Astwesen an Bord, als sie in die Namenlose Zone wechselt. Beim Transfer hat Atlan eine Vision, in der er, Tyari und Ticker kämpfen und in der Ticker getötet wird.

In der Zone nimmt über Desmon ein Emulator von Solist Kontakt mit Atlan auf. Er berichtet, dass die Emulatoren auf Solist nicht gestorben sind, sondern in das Yeith-System gegangen sind, um es von seiner Schockfront zu befreien. Dabei haben sie eine Sicherung der Zyrtonier ausgelöst, die den Planeten und seine Sonne zerstört hat. Die Astwesen sind die aggressiven Nachkommen der Planetenbewohner, von denen aber viele von Emulatoren übernommen sind und daher eine Affinität zu den BRISBEE-Kindern haben. Allerdings werden die Emulatoren bald endgültig am Ende sein.

Kurz darauf befindet sich die MJAILAM im leeren Raum, in dem auch Menizza und die drei Vulnurer treiben. Der Kreuzer nimmt die vier Wesen an Bord, dann wird er durch den Willen der BRISBEE-Kinder problemlos zur SOL zurückversetzt.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
D’ Kometen müßten sonst verboten wer’n;
Ein Komet reist ohne Unterlaß
Um am Firmament und hat kein’ Paß;
Und jetzt richt’ a so a Vagabund
Und die Welt bei Butz und Stingel z’grund
(Johann Nestroy)
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Grauer Lord
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Im Grunde lässt sich der Roman von Hubert Haensel in nur einem Satz zusammenfassen: Die Kinder der BRISBEE, die auf Solist in der Namenlosen Zone aufgewachsen sind, können sich aus lauter „Heimweh“ in eben diesen Raum zurückversetzen - und sogar einen Kreuzer wie die MJAILAM mitnehmen. Das Dilemma, dass durch den Untergang des Junk-Nabels eingetreten ist, kann somit auf ungewöhnliche Weise umgangen werden; welche Psi-Kraft dahintersteht, bleibt offen und soll wohl auch gar nicht erklärt werden, wie ich vermute. Ich finde diese Lösung trotzdem irgendwie charmant, auch wenn der Zufall natürlich schon recht groß ist, der Atlan zur Hilfe kommt. Es sei denn, an der Versetzung der BRISBEE in die Namenlose Zone hätte jemand gedreht ...

Der Roman lässt sich ganz gut lesen, Blödel und Nockemann nerven nicht, weil sie eher sparsam eingesetzt werden. Das Rätsel um die BRISBEE-Kinder und die rätselhaften „Stöcke“, die sie aus der NZ mitgebracht haben, wird unaufgeregt ausgerollt und erklärt. Dass Borallu in seiner Gestalt als Vulnurer frei herumläuft, hat mich trotz aller Erklärungen gewundert. Der 209 Jahre alte Lagerist, der sein Zuhause so gut nie verlässt, war ein netter Gag am Rande.

Darüber hinaus schaltet sich der geheimnisvolle Null-Page (meine Kinder würden jetzt sagen: der Endboss) ein und lässt den Bereich der Namenlosen Zone, in dem die Vulnurer aufgetaucht sind, rigoros „abschnüren“. Vorher stellte der bedauernswerte 451-Page noch fest, dass Zyrtonier und die Ameisenähnlichen genetisch miteinander zusammenhängen. Allein das Zusammentreffen mit Vulnurern setzte offenbar einen Prozess in ihm in Gang, der den Zyrtonier zum Positiven bekehrte. Ist das der eigentliche Sinn dahinter, dass die Vulnurer sich auch „Bekehrer“ nennen?

Interessanter Lesestoff, in dem sich auch die erste von Atlans Visionen der näheren Zukunft befindet, in der er den Tod Tickers durch einen Pfeil mit erleben muss.
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