Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

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Grauer Lord
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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Grauer Lord » 1. September 2019, 15:02

„Bomben auf New Marion“ hat mir besser gefallen als der Vorgängerroman, ebenfalls von H.G.Ewers. Die Handlung um das Spielhöllenschiff ROULETTE wird geradliniger vorangetrieben und zerfasert nicht so sehr in einzelne, verworren wirkende Stränge.
Das wichtige Resultat des Doppelbandes: Die Celester-Heimat New Marion gilt nun sowohl im Reich von Gentile Kaz wie auch bei Zulgea von Mesanthor als durch einen Atombrand vernichtet. Atlan hat also einen idealen Stützpunkt in der von Gewalt und einem Kampf jeder gegen jeden erschütterten Galaxis; ein bisschen wie auf Kraumon in der Kristallprinz-Ära. Gut gefiel mir der kurze Absatz, in dem Atlan sich vor den Zuständen in Alkordoom ekelt und sich fragt, warum er überhaupt dafür kämpfen soll, die Macht des Juwels zu zerschlagen. Interessant auch der Hinweis, dass Kaz mit Spielsucht, Drogen und Kriminalität agiert, die „Hexe“ aber stark auf Psi-Kräfte zur Beherrschung ihres Bezirks setzt.
An wesentlichen Infos bleibt übrig, dass die frühere Facette von Kotagnat Cuzz hieß, von „der Hexe“ Zulgea abgesetzt und vernichtet wurde. Fragmente bzw. Anteile der früheren Facette, angeblich vergleichbar mit Symbionten, blieben aber übrig, Teile der Psi-Fähigkeiten und der Psyche von Cuzz gingen auf sie über. Das Minu-Cuzz spielt aktuell eine tragende Rolle, teilweise auch als Ich-Erzähler, und strebt danach, sich mit dem bereits bekannten Fract-Cuzz zu vereinen - ausgerechnet auf New Marion. Da wird also noch ein weiterer Band zum Thema kommen. Apropos New Marion: Die hier ansässigen Voorndaner fallen aus eigenem Verschulden der „Hungerseuche“ zum Opfer. Wie viele sich noch ins All retten und anderswo überleben konnten, ist unklar.
Die Celester spielen schon jetzt die klassische Red-Shirt-Rolle, gehen tapfer und todesmutig in Einsätze mit Atlan. Und „das Mädchen“ Sarah Briggs darf kräftig schmachten.

Interessant fand ich noch die Erwähnung der sog. Robot-Circen, die ihre Opfer mental so beeinflussen, dass sie quasi willenlos in vorbereitete, tödliche Minen-Fallen hineinlaufen. Angeblich wurde so etwas schonmal in der Konzils-Zeit eingesetzt, ich erinnere mich aber nicht dran. Möglicherweise eine von Ewersˋ oft gefürchteten Eigenkreationen, von denen es in diesem Doppelband aber wohltuend wenig zu lesen gibt.

ANIMA als Atombrand-Staubsauger - sollte man nicht zu oft machen, tut einem Roman aus dem guten Mittelfeld aber keinen Abbruch.

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Yman » 1. September 2019, 17:30

Lumpazie hat geschrieben:Im Jahr 1984 erschien der Band 682 der Atlan-Serie.

Bomben auf New Marion

von H.G. Ewers
Grauer Lord hat geschrieben:Interessant auch der Hinweis, dass Kaz mit Spielsucht, Drogen und Kriminalität agiert, die „Hexe“ aber stark auf Psi-Kräfte zur Beherrschung ihres Bezirks setzt.
Trotzdem hatte Kaz mit de Smyrter am Spieltisch den besseren Telekineten, Kaz erscheint mir sehr vielseitig zu sein.
Grauer Lord hat geschrieben:Das Minu-Cuzz spielt aktuell eine tragende Rolle, teilweise auch als Ich-Erzähler, und strebt danach, sich mit dem bereits bekannten Fract-Cuzz zu vereinen - ausgerechnet auf New Marion. Da wird also noch ein weiterer Band zum Thema kommen.
Ja, das Cuzz als Ich-Erzähler hatte einen großen Anteil am Roman, der mir insgesamt sehr gut gefallen hat. Zwei verschiedene Ich-Erzähler, die sich abwechseln, das finde ich noch okay. Zum Cuzz wird auch noch etwas sehr Spannendes kommen, vermute ich. Es sieht auch so aus, als ob Atlans Strategie darin bestehen wird bzw. muss, die Facetten gegeneinander auszuspielen, um sie zu schwächen.
Grauer Lord hat geschrieben:Apropos New Marion: Die hier ansässigen Voorndaner fallen aus eigenem Verschulden der „Hungerseuche“ zum Opfer. Wie viele sich noch ins All retten und anderswo überleben konnten, ist unklar.
Es ist natürlich "praktisch", dass New Marion nun nicht nur als vernichtet gilt, sondern auch von den Voorndanern verlassen wurde, so dass der Planet nun den Celestern gehört und Atlan als sichere Basis dienen kann. In Sarah Briggs hat er sich überraschend schnell verliebt. Im SOL-Zyklus schienen ihn Frauen lange Zeit kaum zu interessieren. Meinem Gefühl nach hat der Kosmokraten-Zyklus aber sehr viel mehr Ähnlichkeiten mit den Jugendabenteuern als der SOL-Zyklus.
Grauer Lord hat geschrieben:Interessant fand ich noch die Erwähnung der sog. Robot-Circen, die ihre Opfer mental so beeinflussen, dass sie quasi willenlos in vorbereitete, tödliche Minen-Fallen hineinlaufen. Angeblich wurde so etwas schonmal in der Konzils-Zeit eingesetzt, ich erinnere mich aber nicht dran. Möglicherweise eine von Ewersˋ oft gefürchteten Eigenkreationen, von denen es in diesem Doppelband aber wohltuend wenig zu lesen gibt.
Ich kann mich an diese Circen im Konzilzyklus auch nicht erinnern, aber auch genauso wenig an den im Roman beschriebenen Bräter, eine Schrotschusswaffe, die Material zerstört, aber lebendes Gewebe intakt lässt. So was gehörte sicher nicht zur Standardausrüstung der Solaren Flotte. Sehr seltsam fand ich auch, dass Atlan Spocks Nervengriff anwendet (Seite 24), um einen Smyrter auszuschalten.

Da Ewers nun aber zu den Hauptautoren gehört, wird man sich an solche Dinge gewöhnen müssen. Im SOL-Zyklus rangierte er unter ferner liefen. Zum Vergleich die Statistik, in Klammern die Anzahl Romane im SOL-Zyklus.

Hans Kneifel: 28 (21) + 7
H. G. Ewers: 23,5 (2) + 21,5
Arndt Ellmer: 21 (15) + 6
Peter Griese: 18,5 (30) - 11,5
Peter Terrid: 18 (17) - 1
Hubert Haensel: 18 (14) + 4
Harvey Patton: 14 (0) + 14
Falk-Ingo Klee: 14 (18) - 4
H. G. Francis: 13 (10) + 3
Marianne Sydow: 7 (2) + 5
Kurt Mahr: 1 (14) - 13
Horst Hoffmann: 0 (27) - 27
Detlev G. Winter: 0 (3) - 3
William Voltz: 0, (1) - 1
Wilfried Hary: 0, (1) - 1

Vereinfacht ausgedrückt: H.G. Ewers übernimmt für Horst Hoffmann, Harvey Patton übernimmt für Kurt Mahr. Der Grund dafür ist wohl, dass Hoffmann und Mahr für den 1984 verstorbenen William Voltz diverse Aufgaben übernahmen und als Atlan-Autoren ausfielen.
Zuletzt geändert von Yman am 1. September 2019, 17:35, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Yman » 1. September 2019, 17:33

Lumpazie hat geschrieben:
Yman hat geschrieben:
Grauer Lord hat geschrieben:Ein schönes TiBi, das endlich mal wieder von Jonny Bruck gestaltet wurde
Im Heft wird hinten Werbung für einen Bildband von Bruck gemacht. Da war es nur passend, ein Bruck-Titelbild zu bringen. Es zeigt wohl Atlan beim Einschleusen seines Gleiters in ANIMA, die diese Öffnung gebildet hat, aber im Gleiter sitzen zwei Personen. Atlan war aber alleine im Gleiter, da Colemayn zurückblieb. Oder die Szene ist doch eine andere, aber auch das macht keinen Sinn. Hatte Bruck beim Zeichnen der Titelbilder die fertigen Romane vorliegen, oder nur das Exposé?
Teils, teils.... Ich habe zusammen mit einem anderen Fan Johnny Bruck einmal in Herrsching besucht (das war in den 1990ern). Da hat er uns erzählt, das einige Autoren die Manuskripte schicken, mit anderen telefonierte er (was zu der Zeit noch sehr teuer war). Die Exposes bekam er immer - hat sich aber in allen drei Fällen selten an irgendwas aus diesen Vorlagen gehalten :lol: Ok, das war natürlich auch zu einer Zeit, wo er aufgrund des hohen Alters gar nicht mehr den Input hatte (ich erinnere mich mit grausen an die letzen Tibi´s im Bereich 1650-1797).

Zu dem Zeitpunkt, wo wir ihn besuchten, lagen einige Manuskripte von Horst Hoffmann vor. Der war einer der Einzigen, die regelmässig für seine Romane Titelbildvorschläge machte (weil er halt selber auch gerne zeichnete). Ich guck mal, ob ich das Foto heute abend finde, dann stelle ich es hier ein.
War auf jedenfalls ein unvergessliches Erlebnis - der Nachmittag mit Meister Johnny Bruck :st:

Da haben es die Tibi-Zeichner heute mit Email, Internet, Computergrafiken, günstigen Telefonanbietern usw schon viel einfacher. Das merkt man den Tibi´s auch an. Klingt jetzt sehr blöd (weil ich bekennter Bruck-Fan bin), aber nach Johnnys leider viel zu frühen Tod nahm die Qualität der Titelbilder unheimlich zu (auch was die Übereinstimmung mit den Romaninhalt betraf).
Das ist ein eigenes Thema, aber ich finde, dass Bruck immer wieder auch Romaninhalte sehr gut auf dem Titelbild dargestellt hat. Manches ist wohl auch Geschmackssache. Nicht alles von Bruck gefällt mir, aber es ist auf jeden Fall beeindruckend, welches Arbeitspensum er unter extremem Zeitdruck an den Tag legte.

Das Foto hast du leider nicht mehr gefunden?

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Lumpazie » 8. September 2019, 10:06

Im Jahr 1984 erschien der Band 683 der Atlan-Serie.

Das Fragmentwesen

von H.G. Francis

Bild

Innenillustration:

Bild




Handlung:

Das Minu-Cuzz kämpft auf Palmwiese mit einigen Schwierigkeiten; es möchte auf Hain überwechseln, findet aber keinen funktionstüchtigen Gleiter. Außerdem wird es von ein paar verzweifelten Voorndanern bekämpft, die es für den Ausbruch der Hungerseuche verantwortlich machen. Auf der Flucht merkt es, dass das Fract-Cuzz in seiner Nähe ist; beide ziehen sich in ein abgelegenes Gebiet zurück und vereinigen sich zum Cuzz – einem Teil der ehemaligen Facette von Kontagnat, die von der Hexe Zulgea in mehrere Fragmente zerschlagen wurde. Durch die Vereinigung gewinnt das Cuzz deutlich an Macht, es kann einen Gleiter sowie drei voorndanische Begleiter auftreiben und nach Hain überwechseln.

Benjamin Boz Briggs bewegt Arien Richardson dazu, sich vom »Medizinmann« Buster McMooshel untersuchen zu lassen. Briggs möchte den Grund erfahren, warum Arien vom Minz-Cuzz nicht hatte hypnotisch beeinflusst werden können. Der Arzt findet ein Enzym als Ursache, welches die chemischen Reaktionen unterdrückt, die eine hypnosuggestive Beeinflussung erst möglich machen – er nennt es Anti-Moosh. Briggs ordnet an, dieses Enzym in großen Mengen für den Fall zu erzeugen, dass das Minu-Cuzz noch zu einer Bedrohung werden könnte.

Sarah Briggs offenbart Atlan, dass sie ein Problem mit sich herumschleppt. Sie weiß so gut wie nichts über ihre Eltern; man hat ihr nur gesagt, dass beide gestorben wären. Sarah hat das Gefühl, ihr werde etwas Wichtiges verschwiegen, als hätte ihre Mutter große Schuld auf sich geladen. Durch Zufall erhält Atlan die Information, dass Sarahs Mutter noch eine Zwillingsschwester hatte, Flora Almuth. Seine Nachforschungen ergeben, dass sie in einem Heim für geistig Behinderte lebt, und er besucht sie gemeinsam mit Sarah. Sie lebt schon seit mindestens 20 Jahren in diesem Heim und gilt als unheilbar behindert. Als Atlan im Gespräch seine Hand auf ihre legt, klären sich ihre Blicke und sie kann wieder zusammenhängende Sätze von sich geben. Der Arkonide ist sich sicher, dass man ihre Behinderung relativ rasch heilen könnte und vermutet ein Komplott hinter dieser Angelegenheit. Er nimmt sich vor, das aufzudecken, und spricht mit B. B. Briggs, der über diesen Verdacht entsetzt ist und ebenfalls nachforschen lassen will.

Kurz nachdem sie vor einer Wachstation landen, stirbt auch der letzte Begleiter des Cuzz an der Seuche. Das Cuzz bringt die Wachmannschaft unter seine hypnotische Kontrolle, muss aber zwei Wachleute erschießen lassen. Dann überlegen sie, wo das Cuzz am besten einen Stützpunkt zum Machtaufbau beziehen könnte. Durch den am leichtesten zu beeinflussenden Celester Per Arens kommen sie auf ein Heim für geistig Behinderte, das unweit der Hauptstadt Celeste liegt.

Arien Richardson entdeckt, dass eine Wachstation an der Palmwiese zugewandten Seite von Hain nicht mehr auf Anfragen reagiert, und begibt sich vor Ort. Er entdeckt die beiden Toten und informiert B. B. Briggs, dass das Minu-Cuzz bereits auf Hain ist. Drei-B lässt sofort von McMooshel die gesamten Vorräte des Anti-Moosh holen, die wichtigsten Celester impfen, und ein paar von ihnen – Arien, Volkert und Spooner Richardson sowie Buster McMooshel – begeben sich zum Raumhafen. Denn aus dem Sanatorium sind bereits zahlreiche hypnotisierte Menschen in diese Richtung aufgebrochen, unter ihnen auch Sarah. Am Raumhafen steigen die hypnotisierten und immunen Celester in ANIMA, die ebenfalls unter Beeinflussung steht, und verlassen New Marion Richtung Crynn.

McMooshel kann Sarah das Gegenmittel verabreichen, den Rest injiziert der Arzt in ANIMA. Eine halbe Stunde später ist Sarah aus dem Bann des Cuzz' befreit, und auch ANIMA kann sich dem Cuzz teilweise entziehen. Zuerst befreien sie den in einem kleinen Hohlraum gefangenen und gefesselten Atlan, dann gelingt es ANIMA, auf dem Planeten Morrbatt zu landen, alle Passagiere hinauszubefördern und sich in einen Felsbrocken zu verwandeln.

Die Immunen mischen sich unter die Beeinflussten, aber das Cuzz erkennt seine Feinde rasch. Während eines Ablenkungsmanövers lässt es Sarah entfernen und auf eine circa 50 m hohe Felswand bringen. Über Per Arens droht das Cuzz, sie hinunter zu werfen, wenn die Immunen nicht ihre Waffen abgeben würden – was diese auch tun. Der vermeintliche Sieg des Cuzz verwandelt sich aber in ein Patt, da Atlan dem Cuzz droht, es könne den Planeten nur mit Hilfe ANIMAS verlassen, diese würde es aber im Weltall aus dem Schiff werfen, wodurch es sterben müsste. Außerdem taucht in diesem Moment ein celestisches Kampfschiff über dem Schauplatz auf. Das Cuzz gibt sich geschlagen, wird sichtbar und übergibt Atlan ein rotes Stirnband, das es Psi-Spalter nennt, welches Atlan im Kampf gegen die Hexe helfen würde. Anschließend begeht das Cuzz Selbstmord.

Flora Almuth nimmt den Psi-Spalter an sich und setzt es sich auf; sofort klärt sich ihre Verwirrtheit, sie wird wieder voll zurechnungsfähig. Offenbar hat sie unter einer Langzeithypnose gestanden. Gemeinsam mit Atlan, Sarah, McMooshel und den drei Richardsons begibt sie sich an Bord von ANIMA, alle anderen Menschen werden mit dem Kampfschiff nach New Marion zurückgebracht.

Auf einem nahe gelegenen Hügel sitzt Colemayn und beobachtet die Ereignisse, ohne von den anderen bemerkt zu werden.

Anmerkungen

In Atlan 680 kann das Fract-Cuzz in der Kälte und im Vakuum des Weltalls ohne Probleme überleben. Warum es nach der Vereinigung mit dem Minu-Cuzz diese Fähigkeit nicht mehr haben sollte, bleibt unklar. Ebenso rätselhaft ist, wie das Fract-Cuzz ohne Transportmöglichkeit nach New Marion kommen konnte. Möglicherweise kann es interstellare Entfernungen auf andere Weise überbrücken. Damit müsste das Cuzz aber auch in der Lage sein, Morrbatt zu verlassen. Warum das nicht mehr funktioniert und das Cuzz daraufhin resigniert aufgibt, bleibt ein Geheimnis.

Etwas seltsam mutet es an, dass Flora Almuth, die circa 25 Jahre in geistiger Verwirrung lebte, sich gemeinsam mit Atlan und dessen Gefährten an Bord von ANIMA begibt, um nach Crynn zur Hexe zu reisen. Die Umstände ihrer Langzeithypnose sind ebenso unklar wie die dahinter steckende Absicht – es muss also ein Risiko sein, sie mit in einen Einsatz zu nehmen.

ANIMA ist ursprünglich aus einer Vardi entstanden, die eine unumkehrbare Verschmelzung mit Vergalo eingegangen ist (und offenbar zusätzlich mit jeder Menge Kosmokratentechnik ausgestattet wurde). Ohne genauere Infos über ihren Metabolismus zu haben, sind sich alle Beteiligten sicher, dass es helfen wird, sie mit dem Anti-Moosh zu impfen (das Anti-Moosh ist auf den Stoffwechsel celestischer Gehirne abgestimmt). Und tatsächlich wirkt es, ANIMA nimmt es lediglich als »schlecht im Geschmack« wahr.

Warum das »nahezu unbesiegbare«, aber nur mit defensiven Systemen ausgestattete Raumschiff ANIMA durch Hypnose beeinflusst werden kann, ist nicht klar. Da ANIMA schon in Atlan 680 von einem Paralyseprojektor kampfunfähig gemacht werden konnte, entsteht eher der Eindruck eines anfälligen Raumschiffes anstelle eines unbesiegbaren.


Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Lumpazie » 9. September 2019, 13:10

Yman hat geschrieben: Das ist ein eigenes Thema, aber ich finde, dass Bruck immer wieder auch Romaninhalte sehr gut auf dem Titelbild dargestellt hat. Manches ist wohl auch Geschmackssache. Nicht alles von Bruck gefällt mir, aber es ist auf jeden Fall beeindruckend, welches Arbeitspensum er unter extremem Zeitdruck an den Tag legte. Das Foto hast du leider nicht mehr gefunden?
Das stimmt natürlich - das Arbeitspensum war enorm! War ja nicht nur die PR- und Atlan-Serie, die er mit Bildern versorgte.
Das Bild habe ich leider noch nicht gefunden, die Suche danach aber noch nicht aufgegeben ^_^ :st:
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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Grauer Lord » 14. September 2019, 15:27

Band 681 „Das Fragmentwesen“ von H.G.Francis schildert neben der Vereinigung von Fract- und Minu-Cuzz eine hoch interessante Geschichte auf New Marion. Denn Sarah Briggs ist sei langem sicher, dass es um den Tod ihrer Mutter Marie ein Geheimnis gibt, das der alte Drei-B vor ihr verbirgt. Klar, dass Atlan nach wenigen Nachforschungen herausfindet, dass Marie Briggs noch eine Zwillingsschwester hat, Flora Almuth. Sie lebt, scheinbar geisteskrank, seit 20 Jahren in einem Sanatorium. Am Ende stellt sich heraus, dass ihre „Krankheit“ nur ein starker Hypnoseblock war. Flora Almuth ist sicher, dass ihre Schwester noch lebt, eine Gefangene der Zulgea von Mesanthor ist. Drei-B weiß dann auch nur beizutragen, dass Sarahs Mutter damals wohl den Verstand verloren und Selbstmord begangen hat. Ihren Leichnam hat vor der Feuerbestattung aber niemand mehr gesehen ....
Eine schnell aus dem Hut gezauberter, flott in nur einem Roman weiter entwickelter Plot, der auf ein dunkles Familiengeheimnis unter den Celestern hindeutet und die Handlung nach Crynn bringen wird. Bis darauf, dass Atlan alles sofort lösen konnte, was Sarah sich schon seit Jahren gefragt hat, sehr interessant.

Der Rest der Geschichte schildert das endgültige Scheitern der Facette Cuzz, bzw. dessen, was von ihr übrig geblieben ist. Im Angesicht des Scheiterns tötet sich das Geschöpf selber, überlässt Atlan aber einen sogenannten Psi-Spalter, um gegen Zulgea bestehen zu können. Dazu wird ein neuer Arzt in die Handlung eingeführt, der in die Fußstapfen Hage Nockemanns treten könnte, so schnell hat Buster McMooshel ein Enzym isoliert, das den Hypnobann des Cuzz neutralisiert. ANIMA wird mehr und mehr als anfällig gegen äußere Gefahren geschildert und verliert dadurch, wie ich finde, an Glaubwürdigkeit als Instrument, das die Kosmokraten selber nach Alkordoom geschickt haben.

Zwei wieder mal tolle Innenillus von Robert Straumann runden das Bild ab. Und am Ende des Romans sitzt Sternenwanderer Colemayn am Rande des Schauplatzes auf dem Planeten Morrbat an einem Lagerfeuer. Nur er selber weiß wohl, wie er dahin gekommen ist. Es bleibt geheimnisvoll.

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Lumpazie » 15. September 2019, 08:59

Im Jahr 1984 erschien der Band 684 der Atlan-Serie.

Durchbruch nach Crynn

von H.G. Francis

Bild

Innenillustration:

Bild


Handlung:

Paul Namarro, der einzige celestische Agent auf Crynn, lebt derzeit in Cornos, arbeitet offiziell als Produktorganisator und versucht, den Standort des mysteriösen Pyramidons herauszufinden. Bedingt durch seine Tätigkeit, versucht er, einem Grayoner klarzumachen, dass innerhalb der nächsten Tage die Produktion einer bestimmten Schiffsklasse der Wespen zusammenbrechen wird, weil ein Engpass an Bauteilen herrscht. Der Grayoner wimmelt ihn ab, und als Namarro gehen möchte, kommt ein Integral herein. Diese Wesen, die untrüglich feststellen können, ob ein Lebewesen die Wahrheit spricht, sind direkte Untergebene der Facette und stehen damit noch deutlich über der Crynn-Brigade. Paul bleibt fast das Herz stehen, doch das Integral ist nicht seinetwegen hier, es verhaftet den Grayoner.

Nach diesem Schreck lässt sich Namarro die Haare schneiden und den Bart entfernen. Erst danach fällt ihm ein, dass er im totalen Überwachungsstaat damit nur Verdacht erregt. Er wendet sich an Macker um Rat. Der kann ihm zwar nicht helfen, erzählt ihm aber dass er einen Auftrag von Celeste bekommen hätte. Es werde ein Raumschiff namens ANIMA eintreffen, und er solle dafür sorgen, dass es unbeobachtet auf Crynn landen kann. Das ist nahezu unmöglich, aber der Roboter Macker hat einen Plan entwickelt; dabei muss eine in der Südpolgegend befindliche Überwachungsstation gesprengt werden. Es verbleiben nur 29 Stunden, um das zu erledigen.

Namarro wendet sich an Parc um Hilfe, der als Beobachter für die Integrale im Finanzministerium arbeitet. Mit diesem besuchen sie ihre Verbündeten Overfan, den wurmähnlichen Muraener, und Czloth, den Miratorner mit den perfekten Mimikry-Fähigkeiten. Overfan besitzt einen Gleiter, der keine Videoüberwachung hat; mit diesem und Macker an Bord fliegen sie zu einem Gebäude, in dem sie sich durchsichtige Sprengstofffolien besorgen. Dabei werden sie beinahe von Thatern entdeckt, und Paul bekommt erneut fast einen Herzinfarkt.

Nun fliegen die Gefährten Richtung Südpol. Knapp vor der Überwachungsstation entdecken sie ein Tankschiff, landen dort und entdecken fünf weibliche Muraener, die sich hier vor dem Überwachungsapparat der Facette verstecken. Das Tankschiff bringt sie bis knapp vor die Insel mit der Überwachungsstation und gibt ihnen damit fast perfekten Ortungsschutz.

Als sie die Insel anfliegen, werden sie von der Überwachungspositronik entdeckt und mit einer Rakete beschossen. Parc verliert dabei sein Leben, aber als die beiden dort stationierten Thater seine Leiche sehen, glauben sie, dass er ein Einzelgänger war. Sie werden unachtsam, und es gelingt den Eindringlingen, die Sprengstofffolien am Überwachungsturm anzubringen und zu zünden. Der Turm stürzt in sich zusammen, die Thater überleben, da sie sich außerhalb befunden haben.

Zunächst ziehen sich Namarro und seine Gefährten auf das Tankschiff zurück; dort verabschiedet sich Overfan, der bei den muraenischen Frauen bleiben will. Die anderen fliegen weiter Richtung Südpol. Das ist eine gute Idee, denn von einer benachbarten Station werden ein Dutzend Wespen in die Region der gesprengten Station geschickt. Einen Bogen schlagend, kommen sie zu der Nachbarstation, wo es keinen einzigen Gleiter mehr gibt, aber vier Integrale, die dort ein Forschungslabor unterhalten. Die Gefährten paralysieren drei davon und verabreichen dem vierten Integral ein Wahrheitsserum und zwingen es, den Standort des Pyramidons zu verraten. Dieses liegt auf dem Berg Mauntenn auf der Nordhalbkugel, und zwar auf der Halbinsel Talem des Melskontinents, circa 2000 km südöstlich der Stadt Gom. Die Gefährten wollen mit ihrem Gleiter dorthin reisen, aber ein Kampfgleiter der Crynn-Brigade ist wieder zurückgekehrt. Czloth verwandelt sich in ein Integral und „verhaftet“ Namarro; beide fliegen mit ihrem Gleiter davon. Zuerst nach Westen, außer Sichtweite des Kampfschiffes biegen sie nach Norden ab. Durch die Aufregungen hatte Namarro mehrmals weitere Herzattacken, die er mit Medikamenten aber rasch wieder in den Griff bekam.

Inzwischen kann ANIMA, ganz nah an einen Frachter fliegend, unbemerkt in die Atmosphäre eindringen und in der Südpolregion landen, wo sie sich äußerlich in eine Eisscholle verwandelt und damit perfekt tarnt. Macker konnte Arien Richardson die Position des Pyramidons mitteilen; er, Atlan und Flora Almuth machen sich mit der KORALLE auf den Weg dorthin, Namarro, Czloth und Macker unabhängig davon ebenfalls, aber auf einem anderen Kurs.

Auf der Talem-Halbinsel landen Namarro und seine Gefährten vor einem in der Wildnis gelegenen Haus unweit des Mauntenn. Dort lebt der Askprener Ronic. Dieser gewinnt zuerst ihr Vertrauen, entpuppt sich aber als Crynn-Brigadist. Er kann Czloth mit einem Biss töten, Namarro entkommt aber vorerst – und muss den Rest seiner Pillen schlucken, um keinen Herzinfarkt zu bekommen. Als er sich seinem Gleiter nähert, springt Ronic dahinter hervor und will ihn töten. Er kann aber durch einen von Macker erzeugten Traktorstrahl daran gehindert werden, die beiden entkommen, aber Ronic verfolgt sie. Am Fuße des Mauntenn warten sie auf Richardson, doch da holt sie Ronic ein. Ein Strahlschuss beschädigt Macker, doch Paul Namarro gelingt es in letzter Sekunde, den Askprener zu töten. Der Stress ist ihm zu viel, er zieht sich in die Wildnis zurück, wo er den Rest seines Lebens verbringen möchte.

Atlan, Arien und Flora treffen am Schauplatz des Geschehens ein und finden Macker. Sie werden aber von der Crynn-Brigade gestellt. Macker kann noch einen Funkspruch an ANIMA abgeben, dass sie sich freiwillig gefangen nehmen lassen, da das sie einzige Hoffnung ist, in das Pyramidon eindringen zu können.

Anmerkung

Es hat sich ein kleiner Autorenfehler eingeschlichen. Die haluterähnlichen, zweiarmigen Thater werden an mehreren Stellen als sechsarmig bezeichnet.


Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Yman » 21. September 2019, 19:55

Lumpazie hat geschrieben:Im Jahr 1984 erschien der Band 683 der Atlan-Serie.

Das Fragmentwesen

von H.G. Francis
Grauer Lord hat geschrieben:Band 681 „Das Fragmentwesen“ von H.G.Francis schildert neben der Vereinigung von Fract- und Minu-Cuzz eine hoch interessante Geschichte auf New Marion. Denn Sarah Briggs ist sei langem sicher, dass es um den Tod ihrer Mutter Marie ein Geheimnis gibt, das der alte Drei-B vor ihr verbirgt.
Diese Geschichte fand ich auch sehr interessant, ebenso New Marion als Schauplatz der Handlung. Die Kolonie ist schon sehr erdähnlich, aber nicht ganz so hochzivilisiert wie Terra.

Ein paar Dinge sind mir aufgefallen, die den Science-Fiction-Charakter des Romans im Detail unterstreichen. Z.B. haben Gleiter einen Diagnostikcomputer, was Autos in der Realität damals nicht hatten. Außerdem werden Leichen von Robotern beseitigt, was heute auch nicht der Fall ist, aber in Zukunft einmal sein könnte.

Dann gibt es im Roman Datenzentren und wohl auch so eine Art Internet. Wie das mit Datenzentren im Jahr 1984 war, weiß ich nicht. Aber die eine Szene, in der ein Passwort beim Eintippen wohl für kurze Zeit sichtbar ist, ist nicht realistisch. Atlan kann sich den Code durch sein fotografisches Gedächtnis merken.

Atlan hält nicht viel von Psychoanalyse, aber ist er nicht selbst Kosmopsychologe?

Interessant, dass Atlans Berührung mit der Hand bei Flora eine geistige Klarheit hervorruft.

Zur Sprache kommt auch der Sozialstaat, der das Sanatorium finanziert. Das alles spiegelt die deutschen Verhältnisse oder auch Wunschträume im Jahr 1984 wider.
Grauer Lord hat geschrieben:Der Rest der Geschichte schildert das endgültige Scheitern der Facette Cuzz, bzw. dessen, was von ihr übrig geblieben ist. Im Angesicht des Scheiterns tötet sich das Geschöpf selber, überlässt Atlan aber einen sogenannten Psi-Spalter, um gegen Zulgea bestehen zu können. Dazu wird ein neuer Arzt in die Handlung eingeführt, der in die Fußstapfen Hage Nockemanns treten könnte, so schnell hat Buster McMooshel ein Enzym isoliert, das den Hypnobann des Cuzz neutralisiert. ANIMA wird mehr und mehr als anfällig gegen äußere Gefahren geschildert und verliert dadurch, wie ich finde, an Glaubwürdigkeit als Instrument, das die Kosmokraten selber nach Alkordoom geschickt haben.
Die Beeinflussung ANIMAs hat mich auch etwas schockiert. Was taugt ANIMA eigentlich? Die Facette Cuzz tötet sich überraschend selbst, kurz zuvor hatte sie noch alle Trümpfe in der Hand und drohte mehrfach mit Sarahs Tod, wodurch sie sich wohl auch Sympathien verspielte.

Ich fand den Roman ziemlich spannend, weil nicht klar war, was diesem Cuzz letztlich gelingen würde, aber das Ende war mir doch etwas zu melodramatisch. Mir wäre es lieber gewesen, wenn Atlan einen anderen Weg gefunden hätte. Als Verbündeter wäre das Cuzz mit seinen überragenden Fähigkeiten zur Hypnose und sich unsichtbar zu machen, wohl zu stark gewesen. Andererseits war es körperlich, mangels Extremitäten, kaum dazu in der Lage einen Gleiter zu steuern. Ein seltsames Geschöpf.

Prinzipiell ändert sich an der Handlung aber wenig. Die Hexe/Facette Zulgea ist das nächste Ziel, und die Motivation dürfte sehr hoch sein, da Sarahs Mutter eine Gefangene der Hexe ist.

Zu McMooshel: Den Nockemann sehe ich noch nicht, aber auch mich hat es im Roman gestört, dass einerseits dieses Enzym, um die Hypnose des Cuzz auszuschalten, sehr schnell hergestellt werden konnte, dazu im krassen Gegensatz ein Impstoff gegen die Krankheit der Voordarner aber Jahre brauchen würde. Das passt nicht zusammen. Das ist dann doch zu durchsichtig, dass die Autoren sich das einfach alles passend zusammenschreiben.

Der nächste Roman, den ich heute abend noch anfangen will, ist auch von HGF. Ich bin mal gespannt, ob die Spannung erhalten bleibt.

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Lumpazie » 22. September 2019, 10:41

Im Jahr 1984 erschien der Band 685 der Atlan-Serie.

Die Facette von Mesanthor

von Peter Griese

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Handlung:

Parillyon, einer der letzten Yiker in Alkordoom, lässt sich gemeinsam mit zwei Gefährten an Bord eines Frachtraumschiffes unter Kapitän Hux nach Crynn schmuggeln. Er versucht, die Hexe zu erreichen, aber nicht etwa, um sie zu töten, sondern um um Hilfe gegen Gentile Kaz zu bitten. Über offizielle Wege kann er das nicht machen, da er zu den Rebellen von Ordardor gehört. Die fast lückenlose Überwachung auf Crynn zwingt ihn zu einem Trick; kurz vor Erreichen von Crynn paralysiert er erst seine Gefährten, dann sich selbst – und tatsächlich gelingt es ihnen, unbemerkt nach Crynn zu gelangen.

Zuerst suchen sie eine Kneipe auf, wo es rasch zu einer Rauferei zwischen Parillyon und einem anderen betrunkenen Lebewesen kommt. Der Kampf endet abrupt, als ein Integral namens Zrtoppr (genannt »Zopp« oder einfach »3339«) die Kneipe betritt. Dieses befragt auch gleich Parillyon, und da Integrale unzweifelhaft feststellen können, ob jemand die Wahrheit sagt, wird die Lage brenzlig. Das Integral zieht ab, als es Namen, Heimatplaneten und Zeitpunkt der Ankunft erfragt hat. Danach wird Parillyon von einem umstehenden Gast über die Verhältnisse auf Crynn genauer informiert, danach fliegt er mit seinen Begleitern Richtung Pyramidon, dessen Lage ihm aber nur sehr vage bekannt ist.

Integral 3339 stellt inzwischen Nachforschungen an und bemerkt, dass Parillyon an besagtem Tag nicht offiziell eingereist sein kann. Es schwebt in die Nacht hinaus und hört Hux Parillyons Namen nennen. Es verhört – und tötet dabei – den Kapitän und macht sich an die Verfolgung. Als die Gesuchten in die Nähe des Pyramidons kommen, kann Zopp den Gleiter mit Gewalt stoppen. Es tötet die Begleiter Parillyons, dieser selbst wird verhaftet und in das Pyramidon gebracht. Die Zelle ist auf fünf Seiten von massiven Wänden umgeben, die sechste Seite ist ein undurchdringbares Prallfeld.

Bald darauf erhält er Zellengenossen: Atlan, Arien Richardson und Flora Almuth. Letztere hat noch immer Gedächtnislücken, ist aber bei klarem Verstand und kann die Nähe ihrer Zwillingsschwester Marie spüren, die offenbar Gefangene Zulgea von Mesanthors ist. Als sich Flora einmal kurz den Psi-Spalter, den sie als Stirnband trägt, abnimmt, springt sie sofort Arien an die Gurgel. Erst als ihr Atlan das Stirnband wieder überstreift, wird sie normal. Sie schämt sich sehr für das, was sie offenbar unter Zulgeas Willen getan hat. Sie ist sich sicher: Wenn sie darauf vorbereitet ist, würde das nicht passieren. Und tatsächlich beweist sie das gleich darauf ihren Mitgefangenen.

Atlan entdeckt, dass sie durch eine nur schwer zu erkennende Kamera überwacht werden. Die Kamera ist aber permanent nur auf Flora gerichtet, und das macht den Arkoniden stutzig. Als ein Integral die Zelle betritt und wieder verlässt, bemerkt Atlan, dass dies mittels eines fast nicht erkennbaren kleinen Geräts das Prallfeld durchdringen kann. Er wirft sich auf es, kann gemeinsam mit dem Integral aus der Zelle heraus, entwendet ihm das Kästchen und schlägt es in die Flucht. Dann holt Atlan die Insassen aller Gefängniszellen damit heraus, um Verwirrung zu stiften. Zwei schließen sich ihnen an; Parillyon und der krötenähnliche Kjord, der sich im Pyramidon sehr gut auskennt.

Die Ausgebrochenen werden von bewaffneten Integralen gejagt. Plötzlich steht eine Frau vor Flora, die wie ihr Spiegelbild aussieht und ihren Namen ruft. Flora bewegt sich mit ausgebreiteten Armen auf diese Frau zu, aber Atlan ist schneller und wirft die Frau über ein Geländer in die Tiefe. Er hat erkannt, dass es nicht Marie sein konnte, weil sie auch die identische Kleidung wie Flora trug – inklusive Psi-Spalter. Sofort wird er parapsychisch von Flora angegriffen, die ihn töten will, als die vermeintliche Marie am Boden ankommend explodiert. Sie war also nur eine Falle, Flora erkennt ihren Irrtum und entschuldigt sich überschwänglich bei Atlan. Ein zweites, deutlich modifiziertes Abbild wird von Flora als solches erkannt und vernichtet.

Die Integrale nehmen sie immer öfter unter Feuer und es wird immer schwieriger, weiter vorzudringen. Kjord wird von ihnen getötet, Arien gefangen genommen. Er wird Zulgea vorgeführt, die ihn unter Hypnose zwingt, Informationen preiszugeben. Dem geballten psionischen Druck ist Arien nicht gewachsen, das Enzym Anti-Moosh, das gegen geistige Beeinflussung immun macht, wird nicht schnell genug von ihm produziert.

Zulgea lässt sofort ANIMA angreifen, die sich in der Südpolgegend versteckt hatte. Sie fliegt so rasch wie möglich zum Pyramidon, wird dort aber unter starken Beschuss genommen – das Pyramidon ist ein stark bewaffnetes Raumschiff. ANIMA setzt ihre Passagiere aus und lässt sich dann von der Crynn-Brigade abschießen. Sie zersplittert in zahlreiche Fragmente, eines davon wird von der Crynn-Brigade ins Pyramidon zu Zulgea geschafft. ANIMA ist aber nicht vernichtet; sie schickt alle Lebensenergie in das mitgenommene Fragment. Das wird dadurch zwar nicht intelligent, kann aber aktiv nach seinen Instinkten handeln. Vorerst ist es aber bewegungslos.

Floras Parakräfte werden immer stärker, und es gelingt ihr auch immer besser, sie willentlich zu kontrollieren. Ihre geistige Verwirrtheit ist längst verschwunden, und langsam füllen sich auch wieder ihre Gedächtnislücken. Nach einiger Zeit gelingt es Zulgea, sie in ein Fesselfeld zu hüllen und in ihren Aufenthaltsraum zu befördern. Die Hexe ist ein in Lumpen gehülltes Wesen, das einen aufgedunsenen Kopf, zahnlosen Mund, verquollene Augen und zahlreiche Wucherungen im Gesicht hat. Nur noch schwer ist zu erkennen, dass es sich bei ihr um Floras Schwester Marie handelt. Marie war schon immer recht böse gewesen, während Flora so etwas wie ihr Gegenstück war.

Es kommt zu einem psionischen Duell zwischen Flora und Zulgea; unbemerkt gelingt es dem ANIMA-Fragment, sich in ein wurmähnliches Ding zu verwandeln und Zulgeas Hals zu umschließen. Die Hexe wird davon erwürgt, ein Großteil ihres Wissens geht dabei auf Flora über. Nach dem Kampf formieren sich die Fragmente wieder zur ursprünglichen ANIMA; Flora nimmt die Stelle der Hexe von Mesanthor ein und bekundet, Kontagnat zu einem Hort des Friedens machen zu wollen. Atlan bleibt die schwere Aufgabe, Sarah Briggs die Identität und das Schicksal ihrer Mutter mitzuteilen. Parillyon begleitet sie dabei nach New Marion – er hat erkannt, dass die ursprüngliche Zulgea für seine Pläne ungeeignet war. Stattdessen will er versuchen, Atlan als Gefährten zu gewinnen.

Unweit des Pyramidons sitzt Colemayn an einem Lagerfeuer, lädt seinen Trommelrevolver und ist sich sicher, dass er mit einer der sechs Kugeln Atlan töten wird. Danach geht er zum Raumhafen.

Anmerkung

Der Romantitel »Die Facette von Mesanthor« wird hier irreführend verwendet, denn es gibt in Alkordoom keinen Sektor namens Mesanthor; Zulgea regierte den Sektor Kontagnat. Die Facette gab sich lediglich den Namen »Zulgea von Mesanthor« bzw. »die Hexe von Mesanthor« – wohl weil er furchteinflößender bzw. abschreckender klang als »Marie Almuth«. Wobei die Örtlichkeit »Mesanthor« nie genauer präzisiert wurde. Es kann sich dabei sowohl um einen Planeten, als auch bloß um einen kleinen Ort auf einem Planeten handeln. Richtigerweise müsste der Titel »Die Facette von Kontagnat« heißen, wenn man auf den Sektor Alkordooms, oder »Die Hexe von Mesanthor«, wenn man auf die Facette Bezug nehmen wollte.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Grauer Lord » 24. September 2019, 11:19

„Durchbruch nach Crynn“ ist ein typischer, allerdings nur mittelmäßig umgesetzter Agentenroman, der die Brücke zum ersten größeren Höhepunkt des Zyklus schlägt: der Konfrontation mit der Facette Zulgea von Mesanthor.
Die Hauptperson, der Celester Paul Namarro, wird dabei nur skizzenartig charakterisiert; ihn treibt der unbedingte Wunsch nach Rache in die gefährliche Mission auf Crynn. Seine Familie wurde von Schergen der Facette ermordet, mehr erfährt man enicht. Dazu kommen noch psychosomatisch ausgelöste oder tatsächliche Herzprobleme, die ihn häufig zu Tabletten greifen lassen. Namarro war es übrigens auch, der Atlans Befreiung vom Mond Crynns zu Beginn des Zyklus möglich gemacht hat. Am Ende des Romans, nachdem es eine Mission erfüllt hat, zieht sich der Agent in die einsamen Wälder des Planeten zurück. Klappe zu, das war’s mit Paul Namarro.

Als Handlungsfortschritt ist zu verzeichnen, dass Atlan mit ANIMA sowie einigen Celestern nun nach Crynn gelangt ist, der Hauptwelt des „Sumpfes“. Als „freiwillige Gefangene“ lassen sie sich ins Pyramidon, die geheimnisvolle Schaltzentrale der Leuchtenden bringen. Auf Crynn hat „die Hexe“ Zulgea einen totalen Überwachungsstaat aufgebaut, der u.a. mit den diksuförmigen Integralen funktioniert, die sofort erkennen können, wenn ein Wesen lügt.

Der Roman enthält gefühlt Dutzende exotische Fremdwesen, es fiel mir schwer, da den Überblick zu behalten. Ganz beeindruckend war der Psi-begabte Crynn-Brigadist am Schluss, der kurz vor Erreichen des Pyramidons noch eine echte Bedrohung darstellte.

Was ich mich frage: So problemlos, wie ANIMA „im Schatten“ eines Frachters in die Atmosphäre von Crynn eindringen konnte - warum musste da eigentlich noch extra die Raumüberwachungsstation gesprengt werden? Die Handlung krankt ein bisschen daran, das ANIMAS Fähigkeiten nicht klar definiert zu sein scheinen.

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Yman » 24. September 2019, 17:49

Lumpazie hat geschrieben:Im Jahr 1984 erschien der Band 684 der Atlan-Serie.

Durchbruch nach Crynn

von H.G. Francis
Grauer Lord hat geschrieben:„Durchbruch nach Crynn“ ist ein typischer, allerdings nur mittelmäßig umgesetzter Agentenroman, der die Brücke zum ersten größeren Höhepunkt des Zyklus schlägt: der Konfrontation mit der Facette Zulgea von Mesanthor.
Die Hauptperson, der Celester Paul Namarro, wird dabei nur skizzenartig charakterisiert; ihn treibt der unbedingte Wunsch nach Rache in die gefährliche Mission auf Crynn.
Der Roman ist eine typische Geschichte für H.G. Francis, nicht schlecht, aber doch irgendwie eher mittelmäßig, kein Vergleich mit dem Planetenroman, der Tekener bei seinem Einsatz auf Lashat zeigt. HGF liegen solche Romane, aber Paul Namarro bleibt tatsächlich eher schablonenhaft, bis auf seine psychosomatischen Herzbeschwerden. William Voltz hätte eine solche Figur sicher etwas tiefgründiger dargestellt.

Am Ende überlebt Namarro den Einsatz, indem er sich aus der überwachten Zivilisation verabschiedet und in die Wildnis zurückzieht, während viele einige andere aus seinem Team auf der Strecke geblieben sind. So weit hat mir der Roman gut gefallen. Das war einigermaßen realistisch.
Grauer Lord hat geschrieben:Als Handlungsfortschritt ist zu verzeichnen, dass Atlan mit ANIMA sowie einigen Celestern nun nach Crynn gelangt ist, der Hauptwelt des „Sumpfes“. Als „freiwillige Gefangene“ lassen sie sich ins Pyramidon, die geheimnisvolle Schaltzentrale der Leuchtenden bringen. Auf Crynn hat „die Hexe“ Zulgea einen totalen Überwachungsstaat aufgebaut, der u.a. mit den diksuförmigen Integralen funktioniert, die sofort erkennen können, wenn ein Wesen lügt.
Es ist natürlich klar, dass hier durch das Exposé ein Eckpunkt vorgegeben wurde. Atlan musste irgendwie nach Crynn gelangen und vom Pyramidon erfahren, ohne aber selbst groß aktiv zu werden, deswegen diese Nebenhandlung mit Paul Namarro. Ich frage mich aber auch, ob das nicht alles unnötig war, denn gefangen nehmen lassen kann man sich immer irgendwie. Dafür, um diese Gefangennahme vorzubereiten, musste nicht die Hälfte von Namarros Team draufgehen.

Die Risszeichnung des Pyramidons ist ganz nett. Bin mal gespannt, worum es sich dabei wirklich handelt und was es mit der Hexe und Sarahs Mutter auf sich hat. Besonders krass wäre es natürlich, wenn Sarahs Mutter eben diese Hexe ist.
Grauer Lord hat geschrieben:Der Roman enthält gefühlt Dutzende exotische Fremdwesen, es fiel mir schwer, da den Überblick zu behalten. Ganz beeindruckend war der Psi-begabte Crynn-Brigadist am Schluss, der kurz vor Erreichen des Pyramidons noch eine echte Bedrohung darstellte.
Die Fremdwesen fand ich interessant, witzig auch der Fernsehroboter Macker. Natürlich darf auch ein Wesen mit Mimikry-Fähigkeiten nicht fehlen. Interessant auch, dass eigens für den Roman wieder eine besondere Spezies mit eigenartigem Namen definiert wurde, diese Integrale. Das hat mir auch gut gefallen.

Ronin, den man mit seinem Kobrakopf auf dem Titelbild sieht, habe ich nicht als psibegabt wahrgenommen. Der hatte fiese Giftzähne. War natürlich klar, dass der ein Wächter war. Da war Namarro sehr naiv. Da hätte Francis am Ende noch etwas mehr draus machen können, einen etwas längeren und spannenderen Kampf auf Leben und Tod.
Grauer Lord hat geschrieben:Was ich mich frage: So problemlos, wie ANIMA „im Schatten“ eines Frachters in die Atmosphäre von Crynn eindringen konnte - warum musste da eigentlich noch extra die Raumüberwachungsstation gesprengt werden? Die Handlung krankt ein bisschen daran, das ANIMAS Fähigkeiten nicht klar definiert zu sein scheinen.
Wie schon gesagt, die Nebenhandlung mit Namarro war meiner Meinung eher eine Füllerstory, eigentlich unnötig. ANIMAs Fähigkeiten werden wahrscheinlich sehr variabel sein, typisch für die Atlan-Serie. ANIMA ist zumindest kein Kampfraumer, sondern eher nur etwas, um irgendwie von A nach B zu kommen und eine Fluchtmöglichkeit zu haben.

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Grauer Lord » 24. September 2019, 21:46

Das war er also, der zweite Band von Peter Griese im neuen Zyklus. Mir hat die sehr plastisch und atmosphärisch dicht dargestellte Story um den geheimnisvollen Parillyon und seine Ankunft mit einem altersschwachen Raumer auf Crynn gut gefallen. Die spannende Szene in der Kneipe könnte auch glatt im verrufenen Mos Isley in „Star Wars IV“ angesiedelt sein. Am Ende des Romans, in dem das Geschöpf von Kippelkart eigentlich die ganze Zeit nur im Strom der allgemeinen Handlung mitschwimmt, ist man über seine Herkunft und Ziele weiter im Unklaren. So richtig positiv für Atlan scheinen sie aber nicht zu sein, Sätze wie „Skrupel kannte ich nicht“ deuten das ja klar an. Und im Hintergrund ist da noch ein Wesen namens Tess und Parillyons mysteriöse Armbänder.

Dass Marie und Flora Schwestern sind und Sarah Briggs‘ Mutter die Facette von Kontagnat, das konnte man sich bei den vielen Andeutungen ja irgendwann denken. Nun ist auch klar, dass die von Terra entführten Menschen der MARY CELESTE auch in Alkordoom Psi-Kräfte entwickelt haben, der Erleuchtete in seinem Sinne also richtig gehandelt hat. Die Darstellung von Zulgeas Äusseren als eine Art Weltraum-Hexe gefiel mir, abgesehen von der guten Idee der beiden Mutanten-Geschwister an sich, nicht so sehr, kommt mir zu platt vor. Eine etwas tiefere Darstellung ihres Weges bis ins Pyramidon hätte ich auch gerne gelesen. Aber immerhin: Mit dem Sturz einer Leuchtenden und der Übernahme ihres Sektors durch Flora Almuth kommt Atlan den Geheimnissen des Juwels und EVOLOS deutlich näher. Denn die Gewinnung und Ablieferung von Psi-Potentialen muss ja weitergehen, zumindest zum Schein - da gibt es bestimmt noch einige Rätsel zu lösen. Erstaunlich, wie schnell die Handlung in so kurzer Zeit voranschreitet.

Rätselhaft auch der Auftritt Colemayns am Ende. Da vermute ich aber, dass Peter Griese uns auf eine falsche Fährte locken wollte....

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Lumpazie » 29. September 2019, 10:18

Im Jahr 1984 erschien der Band 686 der Atlan-Serie.

Die Rebellen von Ordardor

von Hubert Heansel

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Innenillustrationen:

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Handlung:

Der Chewka Crell ist ein Rebell gegen Gentile Kaz und derzeit auf Moroa tätig. Er verfolgt mit seinem Partner Serk Porrjan einen Agenten von Kaz. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um einen Thater handelt. Crell stellt ihn zum Kampf, muss aber feststellen dass ihm Lähmstrahlen nichts anhaben können. Erst als Serk Porrjan dem Thater ein Messer in den Leib rammt, ist der Kampf schlagartig vorbei. Eine Untersuchung des »Leichnams« ergibt, dass es sich um einen Biorobot handelt. Um an die benötigten Informationen heranzukommen trennen sie den Kopf ab und nehmen ihn mit an Bord der KARDOLLS ENDE. Kaum an Bord wird das Raumschiff von Wespen verfolgt – nur mit Mühe können sie in ein Linearmanöver flüchten.

Die Halbraumspürer lassen erkennen, dass die Wespen weiterhin auf Verfolgungskurs sind. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Wespen von einem Informanten an Bord mit den Kursdaten versorgt werden, und tatsächlich wird ein Peilsender im Kopf des Bioroboters gefunden. Mit einem gewagten Manöver nahe einer roten Riesensonne kann Kommandantin Jirriigs die Verfolger ein wenig abschütteln. Unerwartet tauchen auch Kampfschiffe von Gentile Kaz auf; die Wespen interpretieren das als Unterstützungsflotte und eröffnen das Feuer auf die neuen Gegner. Beschädigt kann die KARDOLLS ENDE knapp über der Korona der Sonne in den Linearraum gehen und zu dem zehn Lichtjahre entfernten Planeten Neu-Kardoll fliehen.

Inzwischen erreicht Atlan mit Parillyon und ANIMA Kippelkart; dort soll es eine technische Station geben, die nach Hondyrtkart, der »Pforte der Weisen«, führt. Den Weg zur Station beschreitet Atlan allein; er entdeckt dort einen Transmitter und vertraut sich ihm an. Offenbar kommt es aber zu einer Fehlfunktion, Atlan verlässt die Station nicht und kehrt enttäuscht zu ANIMA zurück. An Bord meint Parillyon, dass es wichtiger sei, Gentile Kaz zu beseitigen – Atlan hält diese Idee für verrückt und schlägt stattdessen vor, Gentile Kaz zu bekämpfen. Nur ANIMA fällt der abrupte Gesinnungswandel negativ auf.

Über Neu-Kardoll angekommen, wird ANIMA von den Rebellenraumschiffen zuerst unter Beschuss genommen. Atlan befiehlt seinem Raumschiff, die Gegner zu vernichten, ANIMA verweigert aber den Befehl, der Angriff stellt sich bald als Missverständnis heraus; die Gefährten landen auf dem Planeten. Dort ist Tess der Anführer der Rebellen, Atlan kann sich aber gleich Respekt verschaffen. Plötzlich greift ein 500-m-Kreuzer Gentile Kaz' an; Atlan überredet die Rebellen, mit einem gewagten Manöver das Schiff zu entern, was auch gelingt. Die Besatzung des eroberten Schiffes wird gefangen genommen.

Da tauchen neue Kampfschiffe von Gentile Kaz auf; Atlan lässt einen Fluchtversuch der gefangenen Besatzung mit dem neu erbeuteten Kreuzer vortäuschen. Durch ein Selbstzerstörungskommando einiger Roboter gelingt es, den Kreuzer so nahe an den anderen Schiffen zu sprengen, dass diese alle beschädigt werden. Nun erobern die Rebellen mehrere der Schiffe; eines, das zu fliehen droht, will Atlan vernichten lassen; Kommandantin Jirriigs verweigert den Befehl, da viele der Kämpfer Gentile Kaz' nicht freiwillig in dessen Dienst stehen. Atlan, Crell, Porrjan und andere erobern das Flaggschiff, wobei Porrjan das Leben verliert.

An Bord dieses Schiffes wird auch Colemayn gefunden und als Gast zu den Rebellen gebracht. Auf Neu-Kardoll kommt es zu einem Gespräch Colemayns mit Atlan, wobei der Sternentramp das kompromisslose Vorgehen der Rebellen anprangert. Atlan nimmt die Kritik nicht Ernst und verteidigt sein Verhalten. Nach dem Gespräch wenden sich Jirriigs und Crell an Colemayn, um ihn zu überreden, Partei gegen Atlan zu ergreifen; dessen Verhalten werde immer rücksichtsloser; schon bei einem Landeversuch von Kaz' Truppen tötete Atlan einen der gefangenen Thater ohne zwingenden Grund. Auch ANIMA ist von ihm so enttäuscht, dass sie sich in einen Felsblock verwandelt und nicht mehr reagiert. Schließlich kommt es zu einer Rebellion unter den Rebellen; dabei wird Parillyon getötet, und Tess wird von Crell erschossen. Atlan muss sich schließlich mit Colemayn duellieren und wird von ihm mit zwei Kugeln seines Trommelrevolvers getötet.

Während das passiert, greifen 40 Schiffe Neu-Kardoll an, die Rebellen müssen fliehen. Colemayn geht zu der erstarrten ANIMA und erzählt ihr, dass das nicht der richtige Atlan war, den er erschossen hat. ANIMA glaubt ihm und nimmt ihn an Bord, um auf die Suche nach dem echten Atlan zu gehen. Als Colemayn erfährt, dass sie zuvor auf Kippelkart waren, werden die Zusammenhänge klar, denn die auf diesem Planeten beheimateten Yiker besaßen Maschinen, mit denen man komplizierte Zellverbände herstellen und beeinflussen konnte. Dadurch muss es gelungen sein, eine Kopie Atlans mit der Gesinnung Parillyons herzustellen.

Anmerkungen

Bereits in Atlan 685 saß Colemayn am Fuße des Mauntenn und lud seinen Revolver. Er war überzeugt, damit Atlan zu töten. Um das zu wissen, muss er in die Zukunft blicken können, denn Atlan wurde erst mehrere Tage später auf Kippelkart dupliziert.
Wie es Colemayn immer wieder gelingt, an Orten aufzutauchen, an denen bedeutende Dinge passieren, ist nicht bekannt. Er war auf Thorrat, Morrbatt, Crynn und nun auf einem Kampfschiff Gentile Kaz', und das alles innerhalb weniger Wochen. Nachdem er auf Crynn seinen Revolver geladen hatte (siehe Absatz oben), ging er »zum nahe gelegenen Raumhafen«. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass er dort das Kampfschiff von Kaz betreten haben kann, sind doch die beiden Facetten Kaz und Zulgea von Mesanthor verfeindet.
Als Atlan auf Kippelkart dupliziert wurde, scheint auch seine Ausrüstung dupliziert worden zu sein – also seine graue Kombination, sein Allzweck-Taschenmesser und auch sein Zellaktivator. Andernfalls hätte zumindest ANIMA merken müssen, dass sie nicht den echten Atlan vor sich hatte. Ob der Zellaktivator dupliziert worden ist und was aus ihm wurde, wird im Roman nicht explizit erwähnt. Colemayn erklärte, dass die Yiker Maschinen besessen hatten, mit denen man komplizierte Zellverbände herstellen konnte. Das erklärt aber noch nicht die Duplizierung der Ausrüstung; dazu hätte es schon eines Multiduplikators bedurft.

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Yman » 29. September 2019, 21:37

Lumpazie hat geschrieben:Im Jahr 1984 erschien der Band 685 der Atlan-Serie.

Die Facette von Mesanthor

von Peter Griese
Grauer Lord hat geschrieben:Das war er also, der zweite Band von Peter Griese im neuen Zyklus. Mir hat die sehr plastisch und atmosphärisch dicht dargestellte Story um den geheimnisvollen Parillyon und seine Ankunft mit einem altersschwachen Raumer auf Crynn gut gefallen. Die spannende Szene in der Kneipe könnte auch glatt im verrufenen Mos Isley in „Star Wars IV“ angesiedelt sein.
Insgesamt hat mir der Roman auch gut gefallen, und mich hat da auch vieles an Star Wars erinnert. Die ersten drei Filme dürften damals auch bei den Atlan-Autoren sehr populär gewesen sein. Die Integrale erinnern an diese schwebenden Sonden/Suchdroiden, wie man sie zum ersten Mal in "Das Imperium schlägt zurück" auf dem Eisplaneten gesehen hat. Peter Griese als Elektroingenieur wusste natürlich, was Integrale mathematisch bedeuten, aber warum diese Kreaturen Integrale heißen, erklärt er nicht.

Etwas einfallslos fand ich den plötzlichen Tod der beiden Begleiter Parillyons, Tatzo und Pijk. Zwei Integrale tauchen auf, einmal links geballert, einmal rechts, und weg waren sie. Die Ausarbeitung der Figuren im Roman war allgemein etwas dürftig, und mich haben auch die Stellen, in denen die Ich-Perspektive zwischen Atlan und Parillyon wechselt, irritiert.
Grauer Lord hat geschrieben:Die Darstellung von Zulgeas Äusseren als eine Art Weltraum-Hexe gefiel mir, abgesehen von der guten Idee der beiden Mutanten-Geschwister an sich, nicht so sehr, kommt mir zu platt vor. Eine etwas tiefere Darstellung ihres Weges bis ins Pyramidon hätte ich auch gerne gelesen.
Das finde ich auch sehr schade, dass dies nicht weiter verfolgt wurde. Die Erklärung, dass Marie schon immer irgendwie böse war, ist doch sehr, sehr platt. Dann habe ich doch lieber eine ausführliche Lebensgeschichte, auch wenn solche Geschichten nicht viel zum Handlungsfortschritt beitragen.

Die Hexe sieht auch wirklich zu sehr wie eine Klischee-Hexe aus, ohne dass erklärt wird, woher das kommt: Sie ist alt und hässlich, und sie ist tatsächlich Sarahs Mutter Marie und hatte ihre Mutantenfähigkeiten sehr früh entwickelt. Das ist zwar nicht ganz die Geschichte von Darth Vader und Luke Skywalker, trifft aber den Märchencharakter bzw. deb Kern von Star Wars ziemlich gut und spiegelt natürlich auch die Vader/Skywalker-Geschichte.

Es gibt noch weitere Parallelen. Z.B. ist das Pyramidon ähnlich wie der Todesstern eine gut bewaffnete Festung. Und natürlich spaziert man in die Festung des Bösen, um genau dort zu siegen. In diesem Fall, damit die gute Schwester den Platz ihrer bösen Schwester einnehmen kann.

Zum Pyramidon gibt es zwar eine Risszeichnung, aber sonst auch keine Erklärungen. Im Kampf hat ANIMA keine Chance, aber ANIMA zeigt die Fähigkeit, dass sie unter Gefahr defragmentieren kann, so dass einzelne Teile handlungsfähig bleiben. Das ist eine erstaunliche und nützliche Fähigkeit.
Grauer Lord hat geschrieben:Aber immerhin: Mit dem Sturz einer Leuchtenden und der Übernahme ihres Sektors durch Flora Almuth kommt Atlan den Geheimnissen des Juwels und EVOLOS deutlich näher. Denn die Gewinnung und Ablieferung von Psi-Potentialen muss ja weitergehen, zumindest zum Schein - da gibt es bestimmt noch einige Rätsel zu lösen. Erstaunlich, wie schnell die Handlung in so kurzer Zeit voranschreitet.

Rätselhaft auch der Auftritt Colemayns am Ende. Da vermute ich aber, dass Peter Griese uns auf eine falsche Fährte locken wollte....
Ja, ich finde es auch erstaunlich, wie schnell es vorangeht. Atlan hat nun schon einen Planeten als Basis und wertvolle Verbündete. Man kann erahnen, wie es weiter geht. Mit dem Machtbereich der nächsten Facette, in dem aufgeräumt wird.

Undurchsichtig sind die zukünftigen Rollen von Parillyon und Colemayn. Besonders seltsam finde ich, dass dieser Colemayn plötzlich einen altmodischen Revolver besitzt, um Atlan zu töten, und überhaupt ein besonderes Interesse an Atlan hat. Spätestens der nächste Roman von Griese dürfte hier eine Fortsetzung bringen. Das Rätsel, wer sich hinter Colemayn verbirgt, ist aber nur eines von vielen des Zyklus. Auch, was es mit Gentile Kaz auf sich hatte, ist immer noch nicht geklärt, und wer die anderen Facetten sind, darüber weiß man noch wenig.

Man kann natürlich auch sagen, der Zyklus hat viele Facetten. :D

Die nächste Woche bin ich im Urlaub, hatte vorher viel Stress und bin deshalb mit dem aktuellen, heute eingestellten Romantitel noch im Rückstand, habe ihn aber als E-Book auf dem Smartphone dann mit dabei.

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Grauer Lord » 2. Oktober 2019, 14:35

„Die Rebellen von Ordardor“ ist ein sehr temporeicher Roman mit sage und schreibe drei Handlungsschauplätzen (Moroa, Kippelkart, Neu-Kardoll) und gefühlt zahllosen Fremdvölkern sowie dem witzigen Roboter Klapper, die uns den Eindruck vermitteln, dass in Alkordoom trotz seiner klaren Machtpyramide doch eine Art Anarchie bzw. Chaos herrscht, wie es der „Extrasin“ am Ende des Heftes aussagt. Quintessenz: Im Sektor Ordardor gibt es auf dem Planeten Neu-Kardoll eine Rebellengruppe. Diese „Kaz-Fresser“ kämpfen aus vielen persönlichen Motiven gegen die Facette Gentile Kaz, der geheimnisvolle Parillyon gehört dazu und wollte ursprünglich die Hexe Zulgea für den Kampf gegen das Kristallwesen gewinnen. Er spielt aber wohl auch ein eigenes Spiel, denn er schickt Atlan auf Kippelkart, dem von der Facette atomar verwüsteten Heimatplaneten seines Volkes, zu einem Transmitter, der ein charakterlich negatives Duplikat des Arkoniden erzeugt und das Original irgendwohin sendet.

Der Leser merkt die Veränderung Atlans sehr schnell, denn der Extrasinn meldet sich nicht mehr zu Wort, Atlan wird nicht mehr aus der Ich-Perspektive geschildert. Außerdem tötet er bedingungslos Gegner, statt den Strahler auf Paralyse zu schalten, stößt er ANIMA vor den (nicht vorhandenen) Kopf. Ob auch sein Extrasinn und der ZA mitkopiert wurden, bleibt offen; wie der gesamte Vorgang nicht näher erläutert wurde.

Colemayns Versprechen aus dem letzten Roman wird auch schon eingelöst, er tötet den falschen Atlan als „nicht natürliches Leben“ mit einem Revolver aus seinem Rucksack. Damit werden die Geheimnisse um den Sternenwanderer nur noch größer: wenn man es zunächst mal als gegeben akzeptiert, dass er mal hier, mal dort in Alkordoom auftaucht, wieso hat er dann gewusst, dass er demnächst eine Atlan-Kopie würde töten müssen? Da wäre schon eine exzellente Auffassungsgabe nötig, um aus Atlans Kontakt mit Parillyon die zukünftigen Ereignisse auf Kippelkart kombinieren zu können. Kann der Mann von Evron etwa in die Zukunft sehen? Listig hat ihn Hubert Haensel jedenfalls am Anfang in die Szenerie einer Bar auf Moroa eingebaut, wo ganz kurz das dunkelrote Gesicht und die Pudelmütze mit der roten Quaste aufblitzten.

Interessant fand ich noch das Volk der Chewkas, affenähnliche 2,40 Meter große, behaarte Wesen mit „ungestümer Kraft“. Wer da nicht an den guten alten Chewbakka denkt ....

Für mich überraschend der „nebenbei“ in wenigen Sätzen geschilderte Tod Parillyons durch ein von wem auch immer geworfenes Vibro-Messer.

In den nächsten Heften dürfte es dann mit der Suche Colemayns und ANIMAS nach Atlan weitergehen und die weiteren Abenteuer des Arkoniden dargestellt werden, der nach kurzer Zeit bei den Celestern nun wieder komplett allein unterwegs ist im Hexenkessel Alkordoom. Über dessen tatsächliche Hintergründe wir bisher nach wie vor so gut wie nichts wissen...

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Lumpazie » 6. Oktober 2019, 09:34

Im Jahr 1984 erschien der Band 687 der Atlan-Serie.

Das Zerstörungskommando

von Kurt Mahr

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Innenillustrationen:

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Handlung:

Als Atlan auf Kippelkart den Transmitter nach Hondyrtkart betritt, wird er dupliziert (siehe A 686). Sein Double bleibt auf Kippelkart und reist später mit Parillyon nach Neu-Kardoll, sein Original wird auf einen anderen Planeten abgestrahlt. Hier findet sich Atlan in einer technischen Station wieder, an der der Zahn der Zeit schon stark genagt hat. Sofort wird er von Robotern angegriffen, die ihn töten wollen. Den ersten Angriff kann er abwehren, dann versucht er, mit dem Transmitter wieder zurück nach Kippelkart zu kommen. Wegen des stark baufälligen Zustandes traut er sich das dann doch nicht und flieht in andere Sektionen der Station. Nachdem er mehrere Roboterangriffe mit einer primitiven Hiebwaffe abwehren kann, wird er von einem ameisenähnlichen Lebewesen gerettet.

Die Retterin stellt sich als Almergund aus dem Volk der Kjoker vor. Sie versuchen, die Station zu verlassen, aber als die Selbstzerstörung eingeleitet wird und ein Entkommen aussichtslos erscheint, teleportiert Almergund mit Atlan in einen Gleiter, in dem eine zweite Kjokerin wartet – Duun. Beide bezeichnen sich als Transversal-Teleporterinnen, sie können die jeweils andere „zu sich holen“, also nicht aktiv teleportieren.

Almergund und Duun gehören den Steppenforschern an, einem bunt zusammengewürfelten Haufen unterschiedlichster Lebewesen, die mit der Erforschung der Sonnensteppe beginnen wollen. Hier auf Brusquez warten sie auf ihr zweites Schiff, um mit der Expedition beginnen zu können.

Auf dem Weg zum Lager der Forscher hören sie einen Funkspruch ab, in dem ein Zerstörungskommando angekündigt wird, das die Forscher auslöschen soll. Dabei fallen die Namen „Erleuchteter“ und „EVOLO“, die Wesen selbst nennen sich Quaitti. Beim Weiterflug entdecken sie bei Ruinen einen gelandeten Gleiter der Quaitti. Als sie nachsehen, beobachten sie, dass die quallenähnlichen Quaitti zwei Steppenforscher aufgespürt haben und mit einem aus ihrem Körper kommenden Säurestrahl innerhalb weniger Sekunden auflösen. Atlan erschießt die Quaitti und fährt mit den Kjokerinnen zum Lager der Forscher.

Dort wird er dem Anführer Dhonat vorgestellt. Einige Zeit später greift ein Schiff der Quaitti an und legt dabei das Lager in Schutt und Asche, auch das Raumschiff der Forscher wird zerstört. Lediglich Atlan, Duun, Almergund, Dhonat und dessen Leibwächter Kolport können mit einem Gleiter entkommen. Sie verstecken sich, dummerweise nimmt aber Dhonat Kontakt mit Wasterjajn Kaz auf, dem Kommandanten des zweiten Forscherschiffes. Da ihr Gleiter sicher geortet wurde flüchten sie in eine Gegend mit hohem Vulkanismus, wo die Emissionen der technischen Geräte nicht angemessen werden können. Nachdem einige Zeit gewartet wurde und kein fremdes Raumschiff mehr geortet werden kann, landet Wasterjajn auf Brusquez und nimmt die Überlebenden an Bord. Doch da greift das Quaitti-Raumschiff an; es hatte im Ortungsschatten des Planeten gewartet. Nur mit Mühe können die Forscher entkommen und verstecken sich in der Korona der Sonne. Nach langem Warten fliegen sie zurück nach Brusquez, um nach Überlebenden zu suchen. Da greifen die Quaitti erneut an; sie hatten, gut getarnt und ohne energetische Emissionen auszusenden, auf der Oberfläche des Planeten gewartet. Dabei wird das Forscherschiff knapp über der Planetenoberfläche abgeschossen; nur Atlan, Almergund, Duun, Dhonat, Kolport und Wasterjajn können mit einem Gleiter entkommen, werden aber verfolgt.

Da taucht ANIMA auf und rammt die Quaitti, so dass deren Schiff abstürzt. Atlan befragt noch einen verwundeten Quaitti, erzielt aber keine nennenswerten neuen Erkenntnisse; die Quaitti sind nichts weiter als Befehlsempfänger, die ihren Auftrag ausführen, ohne darüber nachzudenken. Die letzten überlebenden Quallenwesen begehen Selbstmord, da sie ihren Auftrag nicht zu Ende bringen können. ANIMA nimmt die letzten überlebenden Forscher auf und fliegt mit ihnen Richtung Sonnensteppe. Colemayn, der sich davor an Bord ANIMAS befunden hatte, wurde auf dessen Wunsch irgendwo abgesetzt, bevor ANIMA Brusquez erreichen konnte.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Grauer Lord » 6. Oktober 2019, 09:40

Moin liebe Atlan-Mitstreiter, hier meine Early-Bird-Kritik am Sonntagmorgen:

„Das Zerstörungskommando“ ist ein von Kurt Mahr spannend und farbig geschriebener Roman, der Atlan endlich zumindest in greifbare Nähe der Geheimnisse um die sagenumwobene „Sonnensteppe“ bringt; jene Zone des Schreckens, in der der Erleuchtete angeblich an der Erschaffung EVOLOS arbeitet und wohin die Völker deportiert werden, denen das Psi-Potential geraubt wurde.

Wie schon so oft in diesem Zyklus landet Atlan nach seinem Transmittersprung von Kippelkart aus bei einer bunt zusammengewürfelten Truppe von Fremdwesen, von denen man als Leser nicht weiß, wie lange sie den Arkoniden nun wieder begleiten können/ dürfen. Etwas bizarr finde ich die Idee, dass der doppelköpfige Anführer der Steppenforscher, Wasterjajn Kaz, glaubt, mit der gleichnamigen Facette verwandt zu sein. Weitere Persönlichkeiten wie Dhonat und Kolport sind interessant und für die wenigen Seiten gut charakterisiert, von Robert Straumann ansprechend grafisch umgesetzt. Nicht zu vergessen die beiden sympathischen „Teleporter-Ameisen“.

Viel erfährt man auf dem Planeten Brusquez, dem Basislager der Steppenforscher, die aber bisher noch nie in der Sonnensteppe waren, nicht über das System des Erleuchteten. Unklar bleibt auch die Beziehung der alten Transmitter-Station zum Planten Kippelkart und Parillyons Volk. Fragwürdig finde ich die Spekulation des Extrasinns, dass sich Brusquez im Sektor Ordardor befinden muss, weil es keine Verbindungen über die Bezirksgrenzen der Facetten hinaus gebe. Wer sagt das denn?

Immerhin lernen wir die quallenartigen Quaitti kennen, die zum System sogenannter „Zerstörungskommandos“ gehören und (sicher noch gemeinsam mit andern Völkern) dafür sorgen, dass niemand in die Sonnensteppe vordringen kann. Sie sind entweder komplett konditionierte, den Befehlen des Juwels unterworfene Geschöpfe, oder eventuell sogar künstlich hergestellte, biologische Wachsoldaten, die allein dem Wohl EVOLOS dienen. Und nebenbei im Nahkampf auch noch eine hoch aggressive Säure verspritzen; als ihr Raumschiff vernichtet und ihre Mission endgültig gescheitert ist, stürzen sie sich wie die Lemminge in die Flammen ihres brennenden Raumers. Eine bedrückende Szene, die klar macht, wohin die Reise mit dem Erleuchteten geht.

Am Ende erscheint ANIMA als Retterin in der Not und nimmt Atlan sowie die wenigen Überlebenden der Steppenforscher auf. Sternentramp Colemayn ist unterwegs ausgestiegen, hat ANIMA aber den Weg nach Brusquez gewiesen. Damit vergrössern sich die Geheimnisse um den seltsamen alten Mann weiter, der den Schauplatz Alkordoom mit all seinen für Atlan wichtigen Stationen aus einer Art höheren Warte zu sehen und vieles vorauszusehen scheint.

Wie die Handlungsvorschau verrät, wird uns das Thema Sonnensteppe wohl noch in den nächsten Heften begleiten.

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Lumpazie » 13. Oktober 2019, 10:41

Im Jahr 1984 erschien der Band 688 der Atlan-Serie.

Am Rand der Sonnensteppe

von Hans Kneifel

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Innenillustration:

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Handlung:

Atlan und die Steppenforscher dringen mit ANIMA in die Sonnensteppe ein. Das Gebiet ist von seiner Umgebung her nicht zu unterscheiden, aber sie merken rasch, dass sie in es eingedrungen sind. Denn eine starke Mentalstrahlung beginnt, auf alle Lebewesen einzuwirken – auch auf ANIMA. Nicht einmal der mentalstabilisierte Atlan ist dagegen gefeit. Der Steppenwind, wie Atlan die Strahlung nennt, verbreitet unerklärliche Angstzustände und bringt die Betroffenen an den Rand ihrer psychischen Grenzen. ANIMA gibt zu, sich hoffnungslos verirrt zu haben; nur mit großer Mühe findet sie wieder einen Weg aus der Sonnensteppe hinaus.

Nach einer von allen dringend benötigten Erholungsphase beschließen sie, einen neuen Versuch zu unternehmen. Der Wissenschaftler Dhonat hat ein Medikament bei sich, das für mehrere Stunden eine künstliche Mentalstabilisierung schafft und damit eine Untersuchung erleichtern sollte. Notfalls blieben ihnen noch immer die Paralysatoren, falls sie dem mentalen Druck nicht gewachsen seien. Erneut in der Sonnensteppe angekommen, merken sie, dass die Mentalstrahlung in unregelmäßigen Abständen an- und wieder abschwillt. Während einer starken Phase wird ANIMA von einem Raumschiff mittels Fesselfeldern eingefangen und am gegnerischen Raumschiff arretiert. Als die Strahlung abklingt teilt ANIMA mit, dass keine Gefahr drohe, sie finde die Situation sogar ein bisschen lustig, da sie dem Gegner weit überlegen sei. Es nähern sich Enterkommandos, die die zu Stein verhärtete Oberfläche des Raumschiffes aufbrechen wollen, aber sie scheitern. Da Atlan an Informationen kommen möchte, die Piraten diese aber wohl nicht freiwillig herausrücken werden, beschließen sie, das Piratenschiff im Schlepp auf einem nahe gelegenen Planeten mit atembarer Atmosphäre zur Landung zu zwingen. Bei diesem Manöver verbraucht ANIMA aber sehr viel Energie; nach der Landung ist sie erst einmal für geraume Zeit aktionsunfähig.

Auf dem Piratenschiff MYGULL-144 kommt es zu internen Auseinandersetzungen; der Pilot Shourad wirft dem Kommandanten Kosnach vor, das Risiko unterschätzt zu haben, Kosnach lasse sich nur durch seine Gier leiten und gefährde sie alle. Kosnach meint, dass das Risiko dafür steht, denn so einen Gegner haben die Steppenpiraten noch nie gesehen, folglich müsse die Beute umso fantastischer sein. Die Mehrzahl der 1200köpfigen Besatzung steht hinter dem Piloten, und so wird nach der Landung Kosnach mitsamt einigen zu ihm stehenden Piraten aus dem Schiff geworfen. Während sich Roboter um die notwendigen Reparaturen bemühen, werden die ausgestoßenen Piraten – ihr Volk nennt sich Jupter – von katzenähnlichen Wesen angegriffen.

Der Steppenforscher Wasterjajn Kaz, ein doppelköpfiges Katzenwesen, der sich selbst als staatenlos bezeichnet weil er sein eigenes Volk nicht kennt, wird beim Anblick der katzenähnlichen Wesen unruhig. Er vermutet, auf Verwandte seines verschollenen Volkes gestoßen zu sein. Während die Katzenwesen die Jupter angreifen, werden sie wiederum selbst angegriffen – von doppelköpfigen Katzenwesen, die genauso aussehen wie Wasterjajn. Die Forscher beschließen, dem Geheimnis nachzugehen. Da der versteinerten ANIMA keine Aufmerksamkeit geschenkt wird, verlassen Atlan, Kolport und Almergund mit der KORALLE das lebende Raumschiff. Zuerst bringen sie mittels der Transversal-Teleporterfähigkeit der Kjokerin einen verletzten Jupter an Bord (es handelt sich um Kosnach), dann bringt Kolport ein verletztes doppelköpfiges Katzenwesen an Bord des Gleiters; beide Gefangenen werden in ANIMA eingeschifft. Das Piratenschiff kann wieder starten und entfernt sich vom Planeten.

Die beiden unterschiedlichen Gefangenen werden zuerst einmal medizinisch versorgt, Kosnach wird in eine Zelle eingesperrt. Er beantwortet alle von Atlans Fragen bereitwillig. Die Steppenpiraten handeln in direktem Auftrag des Erleuchteten und sollen alle Raumschiffe, die in die Sonnensteppe eindringen, unschädlich machen. Die Jupter zerlegen alle erbeuteten Raumschiffe und verkaufen bzw. töten die Besatzungsmitglieder. Es sei den Juptern absolut verboten, die Lage und die Namen ihrer bewohnten Planeten preiszugeben oder die Sonnensteppe zu verlassen. Gegen die mentale Strahlung sind sie immun.

Danach widmen sich die Steppenforscher dem zweiköpfigen Katzenwesen, das sich selbst Poltergeist und diesen Planeten Jarad nennt. Poltergeist ist am Rande der Intelligenz, er kann kaum sinnvolle Antworten auf Wasterjajns Fragen geben. Er erzählt nur von einem Twilter, den er bei "sechs Bäumen und einem Lagerfeuer" finden könne. Als sich die Gefährten zum Schlafen zurückziehen, greift erneut die Mentalstrahlung massiv an. Dabei tötet Kosnach den ihn angreifenden Poltergeist. Als die Strahlung wieder abklingt, macht sich Wasterjajn auf den Weg, und tatsächlich gelingt es ihm, den alten Twilter zu finden. Der beantwortet seine Fragen, so gut es geht, denn auch er hat die Erinnerung an seine Vergangenheit und die seines Volkes nahezu vergessen. Wasterjajn begreift, dass auf diesem Planeten die Opfer der Facetten leben, denen man ihr Psi-Potential geraubt hatte und die anschließend verdummten und in die Sonnensteppe gebracht wurden. Solche Gerüchte gibt es seit langem in ganz Alkordoom. Als Wasterjajn dies den Gefährten berichtet, nähern sich vier Piratenschiffe in Angriffsformation. ANIMA, die noch nicht über ihre vollen Kräfte verfügt, entlässt Kosnach aus dem Schiff und startet, um den Angreifern zu entkommen.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Yman » 13. Oktober 2019, 18:40

Lumpazie hat geschrieben:
29. September 2019, 10:18
Im Jahr 1984 erschien der Band 686 der Atlan-Serie.

Die Rebellen von Ordardor

von Hubert Heansel
Lumpazie hat geschrieben:
29. September 2019, 10:18
Da tauchen neue Kampfschiffe von Gentile Kaz auf; Atlan lässt einen Fluchtversuch der gefangenen Besatzung mit dem neu erbeuteten Kreuzer vortäuschen. Durch ein Selbstzerstörungskommando einiger Roboter gelingt es, den Kreuzer so nahe an den anderen Schiffen zu sprengen, dass diese alle beschädigt werden. Nun erobern die Rebellen mehrere der Schiffe; eines, das zu fliehen droht, will Atlan vernichten lassen; Kommandantin Jirriigs verweigert den Befehl, da viele der Kämpfer Gentile Kaz' nicht freiwillig in dessen Dienst stehen. Atlan, Crell, Porrjan und andere erobern das Flaggschiff, wobei Porrjan das Leben verliert.
Das was in der Perrypedia steht kann ich so nicht bestätigen. Porrjan kam schon bei der Eroberung der ORDARDOR ums Leben, und der Verband von acht neuen Schiffen wird durch Sprengung der ORDARDOR zur Flucht gezwungen. Eines der fliehenden Schiffe explodiert, die anderen entkommen. Dass die Rebellen weitere Schiffe erobert haben, kann ich nicht bestätigen.
Grauer Lord hat geschrieben:
2. Oktober 2019, 14:35
„Die Rebellen von Ordardor“ ist ein sehr temporeicher Roman mit sage und schreibe drei Handlungsschauplätzen (Moroa, Kippelkart, Neu-Kardoll) und gefühlt zahllosen Fremdvölkern sowie dem witzigen Roboter Klapper, die uns den Eindruck vermitteln, dass in Alkordoom trotz seiner klaren Machtpyramide doch eine Art Anarchie bzw. Chaos herrscht, wie es der „Extrasin“ am Ende des Heftes aussagt.
Ich fand den Roman auch sehr temporeich und actionreich, und ich hatte Mühe, den Überblick über die vielen Figuren bzw. Völker zu behalten. Es wimmelte nur so von verschiedenen Spezies und Schauplätzen. Atlan ist nun also bei den Rebellen gegen Gentile Kaz gelandet, mehr oder weniger. Mir hat der Roman insgesamt gut gefallen.
Grauer Lord hat geschrieben:
2. Oktober 2019, 14:35
Der Leser merkt die Veränderung Atlans sehr schnell, denn der Extrasinn meldet sich nicht mehr zu Wort, Atlan wird nicht mehr aus der Ich-Perspektive geschildert. Außerdem tötet er bedingungslos Gegner, statt den Strahler auf Paralyse zu schalten, stößt er ANIMA vor den (nicht vorhandenen) Kopf. Ob auch sein Extrasinn und der ZA mitkopiert wurden, bleibt offen; wie der gesamte Vorgang nicht näher erläutert wurde.
Atlan wurde aber auch in anderen Romanen nicht immer in der Ich-Perspektive geschildert, und in diesem Roman eigentlich gar nicht, d.h. auch vor dem Austausch nicht. Dass Atlan nicht er selbst ist, könnte natürlich auch andere Erklärungen haben. Dass der ZA mitkopiert wird, wäre schon sehr außergewöhnlich. Ich frage mich, ob man diese Geschichte mit dem ausgetauschten Atlan noch etwas länger hätte laufen lassen können. Das wäre vielleicht sehr interessant gewesen.
Grauer Lord hat geschrieben:
2. Oktober 2019, 14:35
Colemayns Versprechen aus dem letzten Roman wird auch schon eingelöst, er tötet den falschen Atlan als „nicht natürliches Leben“ mit einem Revolver aus seinem Rucksack. Damit werden die Geheimnisse um den Sternenwanderer nur noch größer: wenn man es zunächst mal als gegeben akzeptiert, dass er mal hier, mal dort in Alkordoom auftaucht, wieso hat er dann gewusst, dass er demnächst eine Atlan-Kopie würde töten müssen?
Das ist sehr rätselhaft, überhaupt, der Revolver. Soll das ein Hinweis auf ES sein? Ein alter Mann mit Revolver?
Grauer Lord hat geschrieben:
2. Oktober 2019, 14:35
Interessant fand ich noch das Volk der Chewkas, affenähnliche 2,40 Meter große, behaarte Wesen mit „ungestümer Kraft“. Wer da nicht an den guten alten Chewbakka denkt ....
Star Wars lässt in diesem Zyklus ja bereits sehr oft grüßen. Das scheint damals mächtig Eindruck hinterlassen zu haben. Es gab ja aber auch nicht viel Vergleichbares.
Grauer Lord hat geschrieben:
2. Oktober 2019, 14:35
Für mich überraschend der „nebenbei“ in wenigen Sätzen geschilderte Tod Parillyons durch ein von wem auch immer geworfenes Vibro-Messer.
Das war in der Tat sehr überraschend. Hubert Haensel hatte wohl klare Vorgaben des Exposés, wer den Roman nicht überleben sollte, aber die Umsetzung, die Schilderung der Umstände, war wohl seine eigene Entscheidung. Dramaturgisch ist das wohl das Gegenstück zu Willi Voltz.
Grauer Lord hat geschrieben:
2. Oktober 2019, 14:35
In den nächsten Heften dürfte es dann mit der Suche Colemayns und ANIMAS nach Atlan weitergehen und die weiteren Abenteuer des Arkoniden dargestellt werden, der nach kurzer Zeit bei den Celestern nun wieder komplett allein unterwegs ist im Hexenkessel Alkordoom. Über dessen tatsächliche Hintergründe wir bisher nach wie vor so gut wie nichts wissen...
Das Wort Chaos ist ja schon einmal gefallen. Hatte ich vor kurzem noch den Eindruck, einen roten Handlungsfaden zu erkennen, sehe ich den Zyklus nun wieder ins Chaos gestürzt. Atlan wird in der Handlung hin- und hergeworfen. Seine sichere Basis auf New Marion bei den Celestern nützt ihm jetzt vorläufig wieder gar nichts.

Interessant fand ich noch, dass ANIMA als sehr resistent gegen Waffenbeschuss geschildert wurde, aber auch als moralische Instanz und als in Atlan verliebt. In diesem Zyklus ist ja Atlan so etwas wie ein Ritter der Tiefe und ANIMA eine Orbiterin. Ich gehe mal davon aus, dass ANIMA Atlan noch sehr lange erhalten bleibt, denn handlungstechnisch kann Atlan ja immer wieder von ANIMA getrennt werden und ANIMA immer dann auftauchen, wenn es den Expokraten günstig erscheint.

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Grauer Lord » 15. Oktober 2019, 18:26

„Am Rand der Sonnensteppe“: Ein eher durchwachsener Roman, sowohl inhaltlich wie auch vom Schreibstil Hans Kneifels her, der mich nicht so sehr in die Handlung hineingezogen hat.

Dabei entdecken Atlan und seine kleine Truppe an Bord von ANIMA durchaus einige Geheimnisse der sagenumwobenen Sonnensteppe, von der schon so oft die Rede war. Da ist z.B. ein in Wellen auftretender Mentaleinfluss, der die Eindringlinge in diesem Raumsektor massiv psychisch beeinträchtigt; ohne eine Umkehr des lebenden Raumschiffes wäre das ganze für die Besatzung sehr übel ausgegangen. Der Begriff „Steppenwind“ wird für diesen geistigen Angriff geboren, von dem aber nach wie vor unklar bleibt, ob es sich dabei um eine grausame Abwehr-Waffe des Erleuchteten handelt oder vielleicht um ein Nebenprodukt beim Erschaffungsprozess EVOLOS. Oder um etwas ganz anderes. Auch ist die Rede davon, dass die Kugelschale um den Nukleus von Filamenten, Staubballungen und glühenden Materieströmen durchzogen ist, was da Navigieren schwerer macht.

In der Sonnensteppe selber patrouillieren Raumer der Steppenpiraten, die im Auftrag des Juwels einfliegende Schiffe kapern und bis zum letzten Einzelteil ausschlachten. Dazu gibt’s eine Super-Risszeichnung von André Höller, die auch nach 35 Jahren absolut sehenswert ist. Die Piraten aus dem eingeschlechtlichen Volk der Jupter kennen keine andere Lebensweise als die Existenz im All, ganz interessant finde ich noch die Schilderung ihrer „Begleitvögel“. Ansonsten sind die Intrigen und Geschichten rund um den MYGULL-Raumer für mich nicht so prickelnd, weil sie von Anfang an als Beiwerk angelegt und als solches erkennbar sind.

Der ganz große Pferdefuss des Romas ist aber wieder mal die Schilderung der sagenhaften Fähigkeiten ANIMAS. Im Fesselfeld des Piartenraumers gefangen schafft sie es trotzdem, das Schiff der Gegner und sich selbst in ein entferntesSonnensystem zu ziehen. Ohne ein allgemeingültiges Datenblatt zum technischen Hintergrund und offenbar zum freien Fabulieren der Autoren freigegeben ist ANIMA für mich mehr Ärgernis als sinnvolles Instrument des Arkoniden. Der Zufall wird weiter überstrapaziert, indem Wasterjajn Kaz - was für ein Zufall - ausgerechnet auf dem von ANIMA angesteuerten Planeten auf Überlebende seines lange gesuchten Volkes stößt. Es wird im Roman nichtmal mehr versucht, eine wie auch immer geartete Erklärung für dieses zufällige Zusammentreffen zu suchen. Es ist eben so.

Was die Atlan-Gruppe erfährt, ist aber starker Tobak: Völker wie die katzenähnlichen Jarader werden überall in Alkordoom von Schergen des Erleuchteten ihres Psi-Potentials beraubt und als verdummte, vertierte Geschöpfe ohne jede Ausrüstung auf Planeten der Sonnensteppe ausgesetzt. Dort fristen sie ein Leben fernab jeder Zivilisation, mehr Tier als Intelligenzwesen, nur noch Erinnerungssplitter an früher sind vorhanden. Düstere Einblicke in die monströse Diktatur des Erleuchteten.

Ein wichtiger Roman eigentlich, was den Erkenntnisgewinn für den Leser angeht. Zu viele Zufälle und immer hanebüchenere Schilderungen ANIMAS machten ihn für mich aber nur zu einem durchschnittlichen Roman.

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Yman » 18. Oktober 2019, 19:08

Lumpazie hat geschrieben:
6. Oktober 2019, 09:34
Im Jahr 1984 erschien der Band 687 der Atlan-Serie.

Das Zerstörungskommando

von Kurt Mahr
Grauer Lord hat geschrieben:
6. Oktober 2019, 09:40
„Das Zerstörungskommando“ ist ein von Kurt Mahr spannend und farbig geschriebener Roman, der Atlan endlich zumindest in greifbare Nähe der Geheimnisse um die sagenumwobene „Sonnensteppe“ bringt; jene Zone des Schreckens, in der der Erleuchtete angeblich an der Erschaffung EVOLOS arbeitet und wohin die Völker deportiert werden, denen das Psi-Potential geraubt wurde.
Ich fand den Roman auch recht farbig, turbulent und spannend, mit bunt gemischten Figuren verschiedener Spezies. Wir haben nun eine erste konkrete Spur EVOLO und stehen kurz vor der Sonnensteppe, in der die ihrer Psi-Kräfte Beraubten verbannt werden, so dass Atlan dort vermutlich weitere Verbündete findet.

Der Planet war jetzt allerdings nicht weiter ungewöhnlich, vielleicht bis auf die Vulkanzone am Äquator, da hätte Kurt Mahr vielleicht noch etwas mehr daraus machen können, aber das ist wohl auch mehr die Domäne von Hans Kneifel.
Grauer Lord hat geschrieben:
6. Oktober 2019, 09:40
Wie schon so oft in diesem Zyklus landet Atlan nach seinem Transmittersprung von Kippelkart aus bei einer bunt zusammengewürfelten Truppe von Fremdwesen, von denen man als Leser nicht weiß, wie lange sie den Arkoniden nun wieder begleiten können/ dürfen. Etwas bizarr finde ich die Idee, dass der doppelköpfige Anführer der Steppenforscher, Wasterjajn Kaz, glaubt, mit der gleichnamigen Facette verwandt zu sein.
In diesem Zyklus wird man mit fremden Namen nur so überschüttet, und Kurt Mahr, den ich am Anfang des Romans kaum als Autor wieder erkannte, liefert auch ein neues Fremdwort: Dikephalität für Doppelköpfigkeit, und ich muss sagen, dass doppelköpfige Wesen wirklich sehr interessant finde.
Grauer Lord hat geschrieben:
6. Oktober 2019, 09:40
Weitere Persönlichkeiten wie Dhonat und Kolport sind interessant und für die wenigen Seiten gut charakterisiert, von Robert Straumann ansprechend grafisch umgesetzt. Nicht zu vergessen die beiden sympathischen „Teleporter-Ameisen“.
Die Figuren in diesem Roman fand ich anders als in einigen Romanen zuvor besser ausgearbeitet und interessanter, und mir gefiel auch, dass Atlan wieder aus der Ich-Perspektive erzählte.

Und es gibt auch zwei neue Gruppen: Die bunt zusammengewürfelten Steppenforscher und das Zerstörungskommando, hier die Quaitti-Quallen, eine Art biologischer Roboter, die gerne Fallen stellen (und Säure verspritzen).

Zu Atlans neuer Truppe zählen nun auch die beiden Ameisen mit ihrer Transversal-Teleportation, zu der auch eine Art Telepathie gehört, so dass die eine es fühlt, wenn die andere in Gefahr ist und diese dann zu sich teleportieren kann. Das ist auf jeden Fall eine neue interessante Variante.
Grauer Lord hat geschrieben:
6. Oktober 2019, 09:40
Viel erfährt man auf dem Planeten Brusquez, dem Basislager der Steppenforscher, die aber bisher noch nie in der Sonnensteppe waren, nicht über das System des Erleuchteten. Unklar bleibt auch die Beziehung der alten Transmitter-Station zum Planten Kippelkart und Parillyons Volk. Fragwürdig finde ich die Spekulation des Extrasinns, dass sich Brusquez im Sektor Ordardor befinden muss, weil es keine Verbindungen über die Bezirksgrenzen der Facetten hinaus gebe. Wer sagt das denn?
Das ganze System wirkt auch mich noch sehr chaotisch und wenig vorhersagbar. Die Spielregeln in Alkordoom sind noch nicht klar. Ich denke aber, dass diese Sektorgrenzen der Facetten eher künstlich bzw. umkämpft und variabel sind.

Welche Bedeutung der Planet Brusquez hatte, ist mir nicht klar geworden. Ziemlich krass ist aber, dass die Expedition der Steppenforscher schon beendet ist, bevor sie wirklich begonnen hat. Zwei Raumschiffe zerstört, mehr als 90 Forscher tot.
Grauer Lord hat geschrieben:
6. Oktober 2019, 09:40
Immerhin lernen wir die quallenartigen Quaitti kennen, die zum System sogenannter „Zerstörungskommandos“ gehören und (sicher noch gemeinsam mit andern Völkern) dafür sorgen, dass niemand in die Sonnensteppe vordringen kann. Sie sind entweder komplett konditionierte, den Befehlen des Juwels unterworfene Geschöpfe, oder eventuell sogar künstlich hergestellte, biologische Wachsoldaten, die allein dem Wohl EVOLOS dienen. Und nebenbei im Nahkampf auch noch eine hoch aggressive Säure verspritzen; als ihr Raumschiff vernichtet und ihre Mission endgültig gescheitert ist, stürzen sie sich wie die Lemminge in die Flammen ihres brennenden Raumers. Eine bedrückende Szene, die klar macht, wohin die Reise mit dem Erleuchteten geht.
Rein handlungstechnisch liefert der Roman nicht so viel, es ist mehr ein Zwischenroman, bevor es wirklich in die Sonnensteppe geht, aber was die Qualität der Auseinandersetzungen angeht, zeigt der Roman in der Tat, wohin die Reise geht. Der Zyklus hat erst angefangen, aber es sind schon etliche Wesen auf der Strecke geblieben.
Grauer Lord hat geschrieben:
6. Oktober 2019, 09:40
Am Ende erscheint ANIMA als Retterin in der Not und nimmt Atlan sowie die wenigen Überlebenden der Steppenforscher auf. Sternentramp Colemayn ist unterwegs ausgestiegen, hat ANIMA aber den Weg nach Brusquez gewiesen. Damit vergrössern sich die Geheimnisse um den seltsamen alten Mann weiter, der den Schauplatz Alkordoom mit all seinen für Atlan wichtigen Stationen aus einer Art höheren Warte zu sehen und vieles vorauszusehen scheint.
Der Sternentramp ist eines der größten Rätsel von Alkordoom. Woher er all seine Informationen hat, ist ein Rätsel, auf dessen Auflösung man sehr gespannt sein darf.

Atlan ist nun wieder mit ANIMA und einer kleiner Truppe unterwegs, und es geht nun in die Sonnensteppe. Bisher bin ich mit dem Erzähltempo und den schnellen Ortswechseln sehr zu frieden und sehr gespannt, wie es weiter geht.

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Lumpazie » 20. Oktober 2019, 09:07

Im Jahr 1984 erschien der Band 689 der Atlan-Serie.

Das Geheimnis der Llodals

von Arndt Ellmer

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Innenillustrationen:

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Handlung:

Atlan und die Steppenforscher reisen weiterhin an Bord von ANIMA durch die Sonnensteppe, bis ANIMA im Weltraum circa 30 Kugelwesen unterschiedlicher Größe ortet, die sich auf das Raumschiff zubewegen. Nicht nur dass sie sich im Weltraum aufhalten und frei bewegen können, sie sind auch noch mit allerlei Parafähigkeiten ausgestattet. Duun, Almergund, Dhonat und Kolport werden durch Lähmstrahlen außer Gefecht gesetzt, Atlan und Wasterjajn Kaz sind dagegen immun. Mehrere Kugeln materialisieren innerhalb ANIMAS und greifen die Anwesenden sowie die Einrichtung telekinetisch an; dann verschwinden sie wieder. Eine der Kugeln materialisiert, greift aber nicht an und informiert Atlan, dass sie ein Lebewesen mit zwei Bewusstseinen sei (wie fast alle ihrer Art); momentan habe das friedfertige Bewusstsein die Oberhand, aber in Kürze werde es unterliegen, und dann würde die Kugel in einer gewaltigen Explosion untergehen. Gerade noch rechtzeitig kann Atlan die Kugel von Bord befördern, wo sie inmitten der anderen Kugelwesen explodiert und einige mit in den Tod reißt. Es nützt aber nichts, ANIMA wird von den verbleibenden Wesen zu einem nahe gelegenen Planeten abgeschleppt.

Die Kugelwesen nennen sich Llodals und sind mit unterschiedlicher Intelligenz ausgestattet, besitzen aber keine Erinnerung an die Vergangenheit. Manche Llodals sind durchschnittlich intelligent, andere sind kaum höher entwickelt als Tiere. Ihr Anführer ist Kulumhart, der sich und andere Llodals durch den Weltraum befördern kann und über hypnotische Fähigkeiten verfügt. Er will Rache am Erleuchteten nehmen, ohne zu wissen warum.

Nach der Zwangslandung auf dem Planeten, der den Namen Boden trägt (und von Atlan später Horror B genannt wird), können die Steppenforscher mit der KORALLE fliehen; ANIMA verwandelt sich in einen Felsklumpen und reagiert nicht mehr, obwohl sich die Llodals intensiv um sie kümmern.

Bei dieser Flucht löst der Anblick von Wasterjajn Kaz beim Llodal Fultrak-Tenosa einen Schock aus. Dieser Llodal kann sich erinnern, früher ein anderes Lebewesen gewesen zu sein, hat aber keine konkrete Erinnerung daran. Wasterjajns Anblick hat die Erinnerung wiedererweckt; er muss einst ein Jarader gewesen sein. Nun beginnt der Llodal mit der Suche nach Wasterjajn, der sich mit seinen Gefährten in einer Schlucht versteckt hält.

Einige Tage, bevor ANIMA nach Boden verschleppt worden war, haben die Llodals die MYGULL-981 entführt und zur Bruchlandung gezwungen. Nur 30 Jupter unter dem Kommando von Pleffzar überlebten – sie konnten sich in einem Wald unweit der Schlucht verstecken. Sie beobachteten sowohl die Ankunft ANIMAS als auch die Flucht der KORALLE und wollen diese Schiffe jetzt in ihre Gewalt bekommen. Bei der Schlucht angekommen, fallen sie über die Steppenforscher her. Aber da hat Fultrak-Tenosa auch schon diese Gruppe erreicht und lähmt mit seinen Fähigkeiten die Steppenpiraten. Nach einem Gespräch mit Wasterjajn erinnert sich der Jarader – der sonst keinerlei Erinnerung an seine Herkunft hat – plötzlich daran, sowohl einen Tenosa als auch einen Fultrak gekannt zu haben.

Inzwischen haben sich die Llodals zu einem Großangriff auf die in der Schlucht befindlichen Lebewesen entschlossen. Atlan und die Steppenpiraten haben ihrerseits einen Beistandspakt geschlossen. Während Fultrak-Tenosa einen Großteil der Angreifer lähmt, können die Steppenforscher mit der KORALLE ANIMA erreichen, nach Jarad fliegen, Fultrak und Tenosa ausfindig machen und nach Boden bringen. Hier versucht Fultrak-Tenosa in seine Ursprungskörper zurückzumetamorphieren, aber die beiden Jarader lösen sich dabei auf, der Llodal verliert danach den Verstand. Loark, der Späher, der Fultrak-Tenosa begleitet hat, gibt den Forschern den Hinweis, dass der weise Modart ein Wissen hüte, das er nur an Fremde weiterzugeben bereit sei. Sie finden Modart, und der erklärt, dass die Llodals ein Nebenprodukt sind, das bei der Erschaffung von EVOLO entsteht. Dafür braucht der Erleuchtete große Mengen an Psi-Potentialen, die meisten davon taugen aber nichts. Sie werden in Plasmakörper gesteckt und auf Boden ausgesetzt.

Nun erreichen die angreifenden Llodals ANIMA, in die sich die Steppenforscher und die Steppenpiraten zurückgezogen hatten. Einer der Telekineten kann die Lebensfähigkeit von Modart zerstören. Kurz vor seinem rasch eintretenden Tod gibt Modart den Hinweis, dass alle offenen Fragen geklärt würden, wenn Atlan nach dem MEMORIUM sucht, das sich an der Grenze zwischen Sonnensteppe und Nukleus befindet.

Auf Wunsch der Jupter werden diese auf einem unbekannten und unbewohnten Planeten abgesetzt. ANIMA reist mit unbestimmtem Ziel weiter in die Sonnensteppe.

Anmerkungen

Die Llodals griffen die Steppenforscher in der Schlucht an, Fultrak-Tenosa konnte aber einen Großteil von ihnen lähmen. Da man ihm helfen wollte, reiste die KORALLE zu ANIMA, es gelang ein Start, man flog nach Jarad (wo Wasterjajn erst einmal zuvor war), suchte und fand Fultrak und Tenosa und brachte beide Jarader zurück nach Boden. Das alles müsste sich binnen weniger Stunden ereignet haben, da es sonst mit der restliche Handlung nicht übereinstimmt. Es sei denn, alle Jarader wären für mehrere Tage lang gelähmt gewesen. Zumindest was den überaus mächtigen Kulumhart betrifft, scheint das nur schwer vorstellbar zu sein.
Obwohl sich Boden in der Sonnensteppe befindet und die Ereignisse dieses Romans mehrere Tage gedauert haben müssen, wurde kein einziges Mal der Steppenwind bemerkt – oder zumindest nicht erwähnt.


Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
D’ Kometen müßten sonst verboten wer’n;
Ein Komet reist ohne Unterlaß
Um am Firmament und hat kein’ Paß;
Und jetzt richt’ a so a Vagabund
Und die Welt bei Butz und Stingel z’grund
(Johann Nestroy)

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Yman » 20. Oktober 2019, 17:19

Lumpazie hat geschrieben:
13. Oktober 2019, 10:41
Im Jahr 1984 erschien der Band 688 der Atlan-Serie.

Am Rand der Sonnensteppe

von Hans Kneifel
Grauer Lord hat geschrieben:
15. Oktober 2019, 18:26
„Am Rand der Sonnensteppe“: Ein eher durchwachsener Roman, sowohl inhaltlich wie auch vom Schreibstil Hans Kneifels her, der mich nicht so sehr in die Handlung hineingezogen hat.
An den Stil von Kneifel habe ich mich im Lauf der Jahre gewöhnt. Es ist mehr das Inhaltliche, was mir in diesem Roman fehlte, etwas mehr Spannung.

Wir lernen wieder neue Völker kennen, Jupter und Jarader. Von den Jaradern war ja bisher nur ein Einzelwesen bekannt, das Katzenwesen Wasterjajn Kaz. Katzenwesen namens Kaz - nicht gerade subtil, aber so kann man natürlich leichter den Überblick behalten. Es gibt einiges Neues, auch diesen Steppenwind und durch den Steppenwind hier und da auch ein paar kleinere Konflikte innerhalb Atlans Gruppe. Das hat mir eigentlich ganz gut gefallen, nur die Spannung hat etwas gefehlt.
Grauer Lord hat geschrieben:
15. Oktober 2019, 18:26
Dabei entdecken Atlan und seine kleine Truppe an Bord von ANIMA durchaus einige Geheimnisse der sagenumwobenen Sonnensteppe, von der schon so oft die Rede war. Da ist z.B. ein in Wellen auftretender Mentaleinfluss, der die Eindringlinge in diesem Raumsektor massiv psychisch beeinträchtigt; ohne eine Umkehr des lebenden Raumschiffes wäre das ganze für die Besatzung sehr übel ausgegangen.
Man muss nun abwarten, woher dieser Einfluss, der "Steppenwind" kommt, ob er z.B. von gigantischen Raumstationen erzeugt wird. So etwas Ähnliches gab es dann ja im SOL-Zyklus schon mal. Irgendwie muss aber natürlich auch so etwas her, um die Sonnensteppe zu erklären bzw. vom Rest der Galaxis abzugrenzen. Verbotsschilder im Weltraum machen ja keinen Sinn. Roboter dürften aber unbeeinflusst bleiben.
Grauer Lord hat geschrieben:
15. Oktober 2019, 18:26
In der Sonnensteppe selber patrouillieren Raumer der Steppenpiraten, die im Auftrag des Juwels einfliegende Schiffe kapern und bis zum letzten Einzelteil ausschlachten. Dazu gibt’s eine Super-Risszeichnung von André Höller, die auch nach 35 Jahren absolut sehenswert ist. Die Piraten aus dem eingeschlechtlichen Volk der Jupter kennen keine andere Lebensweise als die Existenz im All, ganz interessant finde ich noch die Schilderung ihrer „Begleitvögel“. Ansonsten sind die Intrigen und Geschichten rund um den MYGULL-Raumer für mich nicht so prickelnd, weil sie von Anfang an als Beiwerk angelegt und als solches erkennbar sind.
Diesen Eindruck hatte ich leider auch, dass Kneifel hier nur Seiten füllt und nicht wirklich an diesen Intrigen interessiert war, da diese am Ende auch nicht wirklich zu etwas führen.

Interessant sind die Jupter aber schon, wieder ein sehr spezifisches Hilfsvolk, mit sehr interessanten, speziellen in Serie gefertigten Raumschiffen. Auf mich macht das den Eindruck, als ob der Erleuchtete eine Superintelligenz mit zahlreichen Hilfsvölkern und überlegenen Technologien oder ein Wesen auf dem Weg zur Superintelligenz sein könnte. Vermutlich noch unterhalb der Stufe, denn die Macht über die Galaxis erscheint nicht vollkommen.
Grauer Lord hat geschrieben:
15. Oktober 2019, 18:26
Der ganz große Pferdefuss des Romas ist aber wieder mal die Schilderung der sagenhaften Fähigkeiten ANIMAS. Im Fesselfeld des Piartenraumers gefangen schafft sie es trotzdem, das Schiff der Gegner und sich selbst in ein entferntesSonnensystem zu ziehen. Ohne ein allgemeingültiges Datenblatt zum technischen Hintergrund und offenbar zum freien Fabulieren der Autoren freigegeben ist ANIMA für mich mehr Ärgernis als sinnvolles Instrument des Arkoniden.
Meine Begeisterung über ANIMA flaut auch recht schnell ab. Das ist mir etwas zu märchenhaft, was ANIMA alles kann, zuwenig Science-Fiction, zu viel Kinder- und Jugendliteratur. Ein sinnvolles Datenblatt kann ich mir kaum noch vorstellen. ANIMA ist definitiv kein Raumschiff im klassischen Sinn, sondern mehr eine Romanfigur und Plotvehikel. Wenn es sein muss störrisch, launisch und ansonsten voller Überraschungen.
Grauer Lord hat geschrieben:
15. Oktober 2019, 18:26
Der Zufall wird weiter überstrapaziert, indem Wasterjajn Kaz - was für ein Zufall - ausgerechnet auf dem von ANIMA angesteuerten Planeten auf Überlebende seines lange gesuchten Volkes stößt. Es wird im Roman nichtmal mehr versucht, eine wie auch immer geartete Erklärung für dieses zufällige Zusammentreffen zu suchen. Es ist eben so.
Ich habe manchmal das Gefühl, dass in diesem Zyklus vieles nicht auf die lange Bank geschoben, sondern eher mal übers Knie abgebrochen wird, um nach wenigen Romanen einen Abschluss zu bekommen. Auf diese Weise wirkt der Zyklus manchmal etwas fragmentiert, aber es hat auch den Vorteil, dass man nicht ewig warten muss, bis sich aus der Begegnung mit einem Volk oder einer Situation vielleicht mal etwas ergibt. Es geht schnell voran.
Grauer Lord hat geschrieben:
15. Oktober 2019, 18:26
Was die Atlan-Gruppe erfährt, ist aber starker Tobak: Völker wie die katzenähnlichen Jarader werden überall in Alkordoom von Schergen des Erleuchteten ihres Psi-Potentials beraubt und als verdummte, vertierte Geschöpfe ohne jede Ausrüstung auf Planeten der Sonnensteppe ausgesetzt. Dort fristen sie ein Leben fernab jeder Zivilisation, mehr Tier als Intelligenzwesen, nur noch Erinnerungssplitter an früher sind vorhanden. Düstere Einblicke in die monströse Diktatur des Erleuchteten.
Das Setting ist tatsächlich ziemlich düster, und ich bin mal gespannt, wie viele Völker wir noch kennen lernen und wann wir tiefere Einblicke in die Geschichte Alkordooms bekommen werden.

Der Zyklus hat ja seltsamerweise mit Band 675 begonnen, nicht gerade die rundeste Zahl, und ich bin mal gespannt, welche Bedeutung der Jubiläumsband 700 haben wird, der mit großen Schritten näher kommt.

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