Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Lumpazie » 27. Oktober 2019, 08:48

Im Jahr 1984 erschien der Band 690 der Atlan-Serie.

Der Strahlende

von H.G. Francis

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Handlung:

Der »Unbekannte«, ein Beauftragter des Erleuchteten, der sich an einem unbekannten Ort in Alkordoom aufhält, lässt die letzten neun Noos-Unoser aus dem Tiefschlaf wecken und in den Turm bringen, der tausend Meter hoch aus einem Ozean ragt. Hier instruiert er die kakteenförmigen Wesen, dass sie Jagd auf Atlan und ANIMA machen und die Störenfriede entfernen sollen. Dabei seien alle Mittel erlaubt, und andere, die ihnen in die Quere kommen, rigoros zu vernichten; dazu stellt er ihnen drei gut ausgerüstete Raumschiffe zur Verfügung. Danach steckt er neun Wandelkristalle in Robotkörper, diese erwachen aus ihrer Starre und erhalten den gleichen Befehl.

Atlan beschließt ganz spontan, dass er dringend ein paar Tage Entspannung brauche, und lässt ANIMA auf einem unbekannten Planeten landen. Uruch, so der Name des Planeten, ist aber kurz zuvor einer Katastrophe zum Opfer gefallen; allen Uruchern scheint das Psi-Potential geraubt worden zu sein, sie sind in die Primitivität zurückgefallen. Bis auf Uruc, der sich zu dieser Zeit auf einem Raumschiff aufgehalten hatte. Kolport will wieder mal auf die Jagd gehen, und Atlan erkundet den Planeten auf eigene Faust. Dabei begegnet Atlan den ersten Wandlerrobotern, die ihn attackieren. Zwei davon kann er vernichten und dann mit knapper Not entkommen. Auch Kolport begegnet so einem Robotwesen, das gerade Uruc und ein paar verdummte Urucher attackiert; er kann es nicht zerstören und schließt mit seinem Leben ab. Da kommt Rettung durch Erlfret, eine Kobranerin, die seit Jahren auf Uruch lebt. Sie kann den Roboter mittels eines mysteriösen Steins, den sie mit sich trägt, vernichten. Sie weckt den besinnungslosen Kolport mit mehreren Ohrfeigen, was ihr die uneingeschränkte Zuneigung Kolports einbringt. Erlfret bringt Kolport und die Urucher in Sicherheit. Dabei treffen sie auf Almergund, Duun, Wasterjajn und Dhonat, die sich anschließen.

Inzwischen wird ANIMA von den verbliebenen Wandlern angegriffen und flieht mit Atlan an Bord. Sie tarnt sich als See auf dem Planeten und wartet, bis die Wandler ihre Spur verloren haben. Aber Wandler-7, der sich „der Strahlende“ nennt, kommt dahinter und nimmt mit Atlan Kontakt auf. Der Strahlende gibt sich als Rebell gegen seinen Auftraggeber zu erkennen, denn der habe nicht nur die Wandler, sondern auch noch die Noos-Unoser ausgeschickt und würde alle Zurückkehrenden töten, egal ob sie seinen Auftrag ausgeführt hätten oder nicht. Atlan beschließt, zuerst gegen die neuen Gegner anzukämpfen. In einem Flussdelta kann er eines dieser Lebewesen paralysieren und seiner Ausrüstung berauben. Es ist Unpjok, und Atlan befragt ihn über seinen Auftrag – nicht ahnend, dass alle Noos-Unoser telepathisch miteinander in Kontakt stehen. Atlan lässt sich in der Nähe des Landeplatzes der Noos-Unoserschiffe absetzen.

Erlfret, Kolport und die Urucher durchstreifen die Gegend auf der Suche nach ANIMA; sie werden von Wandlern angegriffen, aber der magische Stein Erlfrets kann die Robotwesen vernichten. Als Erlfret aber versucht, zwei Urucherkinder zu retten, wird sie von einem Wandler getötet. Kolport schwört Rache; er macht fälschlicherweise die Noos-Unoser dafür verantwortlich.

Wandler-7 nimmt später Kontakt mit Unpjok auf und versucht, ihn zu überzeugen, dass der Unbekannte sie gegeneinander ausspielen möchte, aber Unpjok glaubt ihm nicht. Allerdings lenkt er den Noos-Unoser ab und ermöglicht damit, dass Atlan ein paar Sprengladungen in deren Raumschiff anbringt. Bevor er es verlassen kann, wird er von zwei der Kaktuswesen angegriffen. Da eilt ihm Kolport zu Hilfe, sie fliehen vom Raumschiff, das wenige Sekunden später in die Luft fliegt. Dabei wird Kolport von einem herabstürzenden Metallteil getötet.

Wandler-7 trifft auf Uruc und findet eine neue Bestimmung darin, für die Urucher zu sorgen. Währenddessen erwacht Colemayn an einem Lagerfeuer und befürchtet, dass es Atlan diesmal vielleicht nicht schaffen wird. ANIMA enttarnt sich, sammelt Atlan und die Steppenforscher auf und will den Planeten verlassen, aber die verbleibenden beiden Raumschiffe greifen mit Hyperfeldern an. Durch diese wird ANIMA durch den Hyperraum geschleudert, und zwar aus der Sonnensteppe hinaus.

Die überlebenden Noos-Unoser kehren zum »Unbekannten« zurück und erkennen, dass Wandler-7 recht hatte; sie werden nach Auftragserfüllung vernichtet.

Anmerkungen

Es wird nicht erklärt, warum Atlan so spontan der Meinung ist, ein paar Tage Erholungsurlaub zu brauchen, und auch nicht, warum dieser Erholungsurlaub gerade innerhalb der Sonnensteppe stattfinden muss. Es wird auch nicht erwähnt, wer genau den Uruchern ihr Psi-Potential geraubt hat – es scheinen aber nur die Noos-Unoser in Frage zu kommen, was aber durch die Tatsache, dass zur Handlungszeit nur noch neun Noos-Unoser leben, fragwürdig erscheint.
»Der Unbekannte« macht seinem Namen alle Ehre – es gibt keinen Hinweis, wer das sein könnte. Er scheint aber dem Erleuchteten direkt zu unterstehen.
Interessanterweise tritt während der geschilderten Ereignisse kein einziges Mal der die Steppenforscher so stark belastende Steppenwind auf.


Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Grauer Lord » 27. Oktober 2019, 12:41

„Der Strahlende“ ist ein Roman, den ich am Ende nur noch überflogen habe. Absurderweise plant Atlan, einfach mal ein paar Tage auszuspannen - auf einem grünen Planeten mitten in der Sonnensteppe. Klar, wo auch sonst? Der Steppenwind wurde von Autor oder Exposé ja sowieso vergessen. Ärgerlich auch der Anschlussfehler auf Seite 13, wo Wasterjajn Kaz hofft, in der Steppe Hinweise auf sein Volk zu finden. „Niemals“ sei er einem Vertreter seines Volkes begegnet, oder habe Wesen getroffen, die schonmal Vertretern seines Volkes begegnet seien Dabei ist er doch gerade mal zwei Hefte vorher auf Horror-A auf die ihres Psi-Potentials berauben Jarader getroffen, und hat dort erfahren, was seinem Volk (oder Teilen davon) widerfahren ist.
So etwas darf eigentlich nicht passieren!

Wenn man die paar ausschmückenden Details, die wir nun über Kolport erfahren haben, mal weglässt, sind eigentlich nur die schlichten Infos über die Machtpyramide des Erleuchteten interessant. Er lässt ein Wesen, das nur „der Unbekannte“ heißt, zwei Killergruppen auf Atlan ansetzen. Das Juwel ist also auf die Aktionen des Arkoniden aufmerksam geworden. Ob es viele Beauftragte wie den Unbekannten gibt und eine wie bei Kakfka geradezu endlos erscheinende Hierarchie mit immer neuen Ebenen, bleibt offen. Skrupellos und mörderisch ist der Handlanger der Macht in jedem Fall, jeder der Killer, der nach seinem Auftrag in den Turm zurückkehrt, wird getötet. das Juwel nimmt den Bericht seines Statthalters kommentarlos entgegen, die Schwatzhaftigkeit früherer Bösewichte wie Anti-Homunk ist also wohl wirklich überwunden.

Colemayn ist auch auf der Welt der Urucher zugegen, kaut Kautabak und sieht Atlan diesmal in größter Gefahr. Am Ende wird ANIMA durch den Angriff der Schergen des Erleuchteten durch den Hyperraum weggeschleudert, wohl in den Bereich der nächsten Facette, wie in der Vorschau zu lesen ist.

Aufschlussreich ist der Extrasinn am Ende des Romans, in dem Atlans Mission zum jetzigen Stand ehrlich und offen als „sinnlos“ eingestuft wird. Sollte der Erleuchtete ein Diener die Mächte des Chaos sein (über die man damals noch nicht viel wusste), der mit seinem Werkzeug EVOLO sogar die Kosmokraten bedroht - wie soll der Arkonide mit seinen immer noch winzigen Hilfsmitteln gegen eine ganze, straff auf Linie gebrachte Galaxis ankommen?

Diese und viele andere Fragen lassen mich heute wir damals am Konzept des Zyklus zweifeln. Soll Atlan mit uns Lesern nun von Facette zu Facette hopsen, und über die Peripherie ins Zentrum vorstoßen, wie weiland mit den Neffen und dem Dunklen Oheim? Wie kann das gigantische Machtgefüge des Juwels literarisch glaubhaft erschüttert werden? Rasantes Tempo und bunte Settings schön und gut: Irgendwo in der Handlung muss die zukünftige Auflösung des Zyklus gut versteckt eingearbeitet sein, oder sollte sie zumindest. Colemayn ist dafür wohl ein bisschen zu aufdringlich positioniert.

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Lumpazie » 3. November 2019, 18:57

Im Jahr 1984 erschien der Band 691 der Atlan-Serie.

Die Bio-Brüter

von Peter Terrid

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Handlung:

Auf Zuynam, dem Planeten der Gentechniker, die auch »Bio-Brüter« genannt werden, herrscht große Plasmaknappheit; frisches Plasma, das möglichst viel Psi-Potential enthält, ist der Hauptbestandteil ihres Forschungsmaterials. Seit geraumer Zeit gibt es kaum noch geeignetes Plasma, und für das steigt der Preis permanent. Darum schmieden die führenden Wissenschaftler ihre eigenen Pläne, um an das kostbare Material heranzukommen. Schließlich wollen die Forscher ein Geschöpf (»Handlanger«), ein Virus oder ein Mittel entwickeln, um damit bei der Facette von Janzonborr, Yog‑Mann‑Yog, zu punkten.

Hunkle-Bha, der wichtigste Lieferant von Plasma, hat große Probleme, die Lieferung aufrecht zu erhalten, weil Purtupf, der größte Verkäufer, die Preise dauernd erhöht und die Liefermengen reduziert. Es wurden schon 17 Expeditionen nach Tauwerk, dem Heimatplaneten von Purtupf, ausgeschickt, aber keine einzige ist jemals wiedergekehrt. Als die beiden verbliebenen Noos-Unoser-Raumschiffe ANIMA angriffen, wurde diese durch den Hyperraum aus der Sonnensteppe heraus katapultiert und kam am Rande des Systems von Doomhirn, dessen zweiter Planet Zuynam ist, heraus. Die völlig geschwächte ANIMA muss sich regenerieren; Atlan, Duun, Almergund und Wasterjajn Kaz machen sich mit der KORALLE auf den Weg, um Zuynam zu erkunden; Dhonat bleibt an Bord von ANIMA zurück.

Die KORALLE landet unweit einer großen Stadt, und Atlan wird kurz darauf von einem Zuynamer namens Sitortode angesprochen. Dieser hält Atlan für Purtupf, oder zumindest einen Gesandten von Purtupf, und seine Begleiter als dessen Handlanger. Besonders beeindruckt ist er von Wasterjajn; es ist den Bio-Brütern schon gelungen, Wesen mit zwei Köpfen zu erschaffen, aber noch nie hatten sie als vollständiges Lebewesen agieren können. Sitortode nimmt sie mit in sein Heim. Atlan kann den von seiner Idee völlig fixierten Sitortode nicht überzeugen; dieser vermutet weiterhin einen Gesandten Purtupfs in dem Arkoniden, der bloß den Preis für Plasma in die Höhe treiben will.

Unterdessen nimmt Olavv Kontakt zu Detomee auf, um über den Plasmaengpass zu sprechen. Olavv hat von Hunkle‑Bha ein Angebot erhalten, das er sich nicht erträumt hätte; bestes Plasma in großer Menge. Hunkle-Bha hat ANIMA entdeckt und auf den dritten Planeten, Gaukler, gebracht. Da Olavv den geforderten Preis unmöglich bezahlen kann und auch Detomee nicht über genug Finanzmittel verfügt, wenden sie sich widerstrebend an Sitortode. Dabei glauben sie Sitortodes Vermutung, dass Atlan ein Gesandter von Purtupf ist, und beschließen, den Arkoniden zu entführen. Das gelingt ihnen dank einiger ihrer Präparate, ebenso wie Sitortode für die nächsten paar Stunden daran zu hindern, etwas dagegen unternehmen zu können. Sie versuchen, die Spur zu verwischen, aber Sitortode lässt sich nicht täuschen und kommt ihnen auf die Schliche. Zusammen mit ein paar Dutzend seiner selbsterschaffenen Handlanger belagert er Detomees Haus. Dem Arkoniden ist es inzwischen gelungen, Olavv und Detomee von seiner Harmlosigkeit zu überzeugen, aber da er jetzt selbst bedroht ist, schließt er ein Zweckbündnis mit ihnen. Detomee setzt ein Gas frei, das bei allen, die es einatmen, sofort energischen Widerstand gegen jede Art von Anweisungen auslöst. So weigern sich sowohl Sitortodes Handlanger, als auch die herbeigerufenen Ordnungskräfte, Befehle auszuführen. Bevor das Gas richtig wirken kann, wird aber noch Olavv verhaftet.

Bei dem dadurch entstehenden Tohuwabohu (das später in eine Auflehnung aller Handlanger gegen ihre Herren und Ordnungskräfte ausartet) kann Atlan Sitortode stellen. Der versucht noch, ihn sowie Olavv und Detomee mit einer heimtückischen Krankheit zu infizieren, steckt sich aber selbst damit an. Für ein Gegenmittel braucht er hochwertiges Plasma, und das hat auf Zuynam derzeit niemand mehr. Er hat aber ein startbereites Kleinraumschiff, das die 4,5 Lichtjahre Distanz zu Tauwerk rasch schafft. Atlan, inzwischen neugierig durch die Verhältnisse geworden, beschließt, Sitortode zu begleiten (Sitortode ist überzeugt, dass sich Atlan ebenfalls angesteckt hat und ihm gar keine andere Möglichkeit bleibt; von der heilenden Kraft dessen Zellaktivators weiß er nichts). Duun, Almergund, Wasterjajn Kaz und Detomee begleiten ihn.

Kjaer, einer der am meisten gedemütigten Handlanger der Gentechniker, arbeitet insgeheim für die Facette Yog-Mann-Yog. Er hat die Ereignisse um die Belagerung von Detomees Haus genau beobachtet und befindet Atlan als sehr interessant; er könnte im Dienste der Facette viel zu deren Vorteil bewirken. Daher nimmt Kjaer Kontakt mit dem Diamanten des Zwillings (wie Yog-Mann-Yog auch genannt wird) auf. Der Diamant schickt drei Raumaufklärer der Stählernen Horde nach Zuynam, um Kjaer aufzunehmen und dem Raumschiff Sitortodes zu folgen und anschließend die Ereignisse – unbemerkt – zu beobachten. Denn Purtupf ist der Facette bereits negativ aufgefallen. Schließlich sorgt sein Quasi-Plasmamonopol dafür, dass die Bio-Brüter nur mehr unzureichend ihrer Arbeit nachgehen können.

Anmerkung

Auf der LKS gibt der Leser Klaus N. Frick in einem Leserbrief Feedback über die bisherigen Zyklen der Atlan-Serie. Jahre später übernahm Frick die Redaktionsleitung der Perry-Rhodan-Serie (die klassische Atlan-Heftserie war zu der Zeit bereits eingestellt).

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Grauer Lord » 3. November 2019, 20:28

Die „Bio-Brüter“ kommen mit einem zugekauften Titelbild daher, das eine beunruhigende Wirkung auf mich hat. Auch wenn es nicht wirklich eine Szene der Handlung wiedergibt, kommt das Grauen, das sich mit Gen-Experimenten assoziieren lässt, gut rüber. Auf der LKS übrigens ein langer Brief des Lesers Klaus N. Frick, der Teile des Schwarze-Galaxis-Zyklus lobte und hart mit der Gigantomie etwa im Anti-Es-Zyklus ins Gericht ging. Davon könnte ich fast jedes Wort unterschreiben.

Der erste Teil des Doppelbandes von Peter Terrid spielt im Sektor Janzonborr der Facette Yog-Mann-Yog, die man auch „den Zwiling“ nennt. Über die Facette mit dem exotischen Namen erfährt man derweil noch nichts, ihr Bezirk (wo er liegt, wird nicht ausgesagt) ist aber offenbar von Gen-Technik geprägt, auf Planeten wie Zuynam wird an Bio-Waffen wie auch gefährlichen und exotischen Lebewesen geforscht. Jeder Strahlende scheint also wirklich auf jeweils eine Methode der Unterdrückung bzw. des Machterhalts zu setzen. Mit flotter Schreibe und fast ganz ohne die oft bei ihm üblichen platten Witze über das Zusammenleben der Geschlechter zeichnet Terrid ein spannendes Bild des Konkurrenzkampfes unter den Bio-Brütern, denen gerade der wichtigste Rohstoff ausgeht: mit Spuren von Psi-Potentialen angereichertes Plasma. Der Gag am Anfang mit dem gestohlenen Plasma und der Reinfall Sitortodes war interessant geschildert. Der Autor schildert die Welt der Gen-Experimente übrigens nicht mit Schock- und Horror-Elementen, wie das sicher auch möglich gewesen wäre.

Die ANIMA-Crew landet nach ihrer Versetzung aus der Sonnensteppe unter zahlreichen Verwicklungen an Bord des Raumers GENSTRUKTUR, der mit dem verbrecherischen Sitortode in Richtung der geheimnisvollen Welt Tauwerk fliegt, wo angeblich ungeheure Mengen von dem Psi-Plasma lagern, das die Bio-Brüter so dringend brauchen. Weiterhin wird erwähnt, dass die Facette in einer künstlichen Welt namens Adlerhorst residiert, seine Schergen firmieren unter dem klangvollen Begriff der „Stählernen Horde; ein Kommandeur auf höherer Ebene ist der „Diamant“.

Ein Auftakt zu einem Doppelband, der nach einigem Ungemach in der Sonnensteppe wieder Spaß gemacht hat.

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Klaus N. Frick » 7. November 2019, 09:32

Grauer Lord hat geschrieben:
3. November 2019, 20:28
Auf der LKS übrigens ein langer Brief des Lesers Klaus N. Frick, der Teile des Schwarze-Galaxis-Zyklus lobte und hart mit der Gigantomie etwa im Anti-Es-Zyklus ins Gericht ging. Davon könnte ich fast jedes Wort unterschreiben.
Daran erinnerte ich mich tatsächlich nicht mehr; vielen Dank für den Hinweis. Den Roman werde ich wohl aus dem Regal ziehen müssen ...

(Ich war ein großer ATLAN-Fan, und ich verstand einfach nicht, warum die Autoren manche Teile des Zyklus nicht so gestalteten, dass es mir gefiel ...)

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Lumpazie » 7. November 2019, 13:12

Klaus N. Frick hat geschrieben:
7. November 2019, 09:32
(Ich war ein großer ATLAN-Fan, und ich verstand einfach nicht, warum die Autoren manche Teile des Zyklus nicht so gestalteten, dass es mir gefiel ...)
:D ......und heute stehst Du auf der anderen Seite und so mancher Leser versteht nicht, warum Du die Perry Rhodan Zyklen nicht so gestaltest, das sie Ihnen gefallen ..... :fg:
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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Klaus N. Frick » 7. November 2019, 13:38

Lumpazie hat geschrieben:
7. November 2019, 13:12
Klaus N. Frick hat geschrieben:
7. November 2019, 09:32
(Ich war ein großer ATLAN-Fan, und ich verstand einfach nicht, warum die Autoren manche Teile des Zyklus nicht so gestalteten, dass es mir gefiel ...)
:D ......und heute stehst Du auf der anderen Seite und so mancher Leser versteht nicht, warum Du die Perry Rhodan Zyklen nicht so gestaltest, das sie Ihnen gefallen ..... :fg:
Genau das meinte ich ja mit genau diesem Satz. (Ich verstehe ja Leser, die meinen, man müsste die Serie nach ihren Wünschen ausrichten, viel besser als sich die meisten vorstellen können.)
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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Lumpazie » 10. November 2019, 13:50

Im Jahr 1985 erschien der Band 692 der Atlan-Serie.

Die stählerne Horde

von Peter Terrid

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Handlung:

Atlan befindet sich gemeinsam mit Duun, Almergund, Wasterjajn Kaz und der Zuynamerin Detomee an Bord von Sitortodes Raumschiff, um von Tauwerk hochwertiges Plasma zu besorgen. Sitortode hat sich mit einer von ihm selbst entworfenen tödlichen Krankheit infiziert, für dessen Gegenmittel er das Plasma braucht. Er ist überzeugt, dass auch Atlan infiziert ist; von den heilenden Kräften von dessen Zellaktivator weiß er nichts. Atlan ist also freiwillig sein "Gefangener"; um seine Rolle glaubhaft zu spielen, erzeugt er mittels Selbsthypnose erste sichtbare Anzeichen der Krankheit auf seiner Haut.

Als Tauwerk erreicht wird, erkennen die Reisenden, dass dieser Planet keine Sonne hat; er ist lediglich von Hunderten Kunstsonnen umgeben. Es geht das Gerücht um, dass der Planet von einem "Ring der Hölle" umgeben sei. Atlan erkennt rasch, was dieser Ring ist: der Planet ist von einer Wolke aus Antimaterie-Molekülen umgeben, die alle eindringenden Körper sofort vernichtet. Daher fliegt er den Planeten nicht an, sondern wartet in einem  Wikipedia-logo.png Orbit. Schon bald nimmt ein Untergebener Purtupfs Kontakt zu ihnen auf. Atlan blufft, indem er sich als Gesandter des Erleuchteten ausgibt und umgehend mit Purtupf zu sprechen wünscht. Nach kurzer Bedenkzeit wird Atlan eingeladen, auf das Raumschiff des Untergebenen zu wechseln und auf Tauwerk zu landen. Als Begleitung wählt er Detomee (wegen ihrer umfassenden Fachkenntnisse) sowie Duun (wegen ihrer Fähigkeit der Transversal-Teleportation).

Sie werden Purtupf vorgeführt, der zunächst den Bluff nicht durchschaut und sich zehn Stunden Bedenkzeit erbittet, um die Forderungen Atlans (gutes Plasma in ausreichender Menge zu vernünftigen Preisen anzubieten) zu überdenken. Während dieser Zeit begegnen sie Vindar, dem letzten noch lebenden Ruyder, der Purtupf wegen dessen Mord an seinen Eltern töten will. Zusammen mit Vindar erforschen sie die völlig vom Dschungel überwucherte Ruinenstadt, in der Purtupf residiert, und gelangen in das Labor, in dem das Plasma erzeugt wird. Dort finden sie auch eine Tür zu einem Geheimtrakt, die nur von Vindar geöffnet werden kann. Hier erfährt Vindar, dass sein Volk vom Erleuchteten nahezu vernichtet worden ist. Da das Ende vorhersehbar war, hatten die Ruyder eine Genfabrik angelegt, mit deren Hilfe aus Plasma die ursprünglichen Körper der Ruyder wieder erzeugt werden können. Die Bewusstseinsinhalte der letzten Ruyder wurden in gut getarnten Silos abgelegt.

Purtupf durchschaut allmählich den Schwindel; er setzt die von ihm erschaffenen Plasmageschöpfe ein, um Atlan und dessen Gefährten zu fangen. Da der Angriff unkoordiniert erfolgt, können die Gefährten entkommen. Sie laufen zum Raumlandeplatz, wo Purtupf schon auf sie wartet, um sie töten zu können. Purtupf besitzt nämlich die Fähigkeit der Antimaterieprojektion. Aber Detomee gelingt es, diese Fähigkeit zu unterbinden. Denn Purtupf war eines ihrer künstlich erschaffenen Lebewesen (das später geflüchtet ist), und sie hatte in es Sicherheitsschaltungen eingebaut, die sie nun mittels eines Signalgebers aktiviert. Purtupf flieht, und da er seine Fähigkeit verliert, kann er auch den Antimaterie-Gürtel rund um Tauwerk nicht mehr aufrecht erhalten, der in sich zusammenfällt.

Kjaer, der an Bord von drei Raumaufklärern der Stählernen Horde abgewartet hatte, greift nun ein. Er lässt (unter Ausführung der Befehle des Diamanten des Zwillings (wie die Facette Yog-Mann-Yog auch genannt wird) Purtupf töten und Atlan sowie dessen Gefährten gefangen nehmen. Sitortode, der im Orbit gewartet hatte und immer unruhiger wurde, ist mit den Nerven längst am Ende und dem Wahnsinn nahe. Er nimmt beim Auftauchen der Horde Reißaus, wird aber gestellt und mitsamt seinem Raumschiff vernichtet. Kurz zuvor konnten noch Almergund und Wasterjajn zu Atlan teleportieren.

Als die Stählerne Horde wieder abgezogen ist, ist Vindar damit beschäftigt, den Robotern der Genfabrik Anweisungen zu geben, um die Stadt wieder aufzubauen und bald mit der Wiedererschaffung seines Volkes zu beginnen. Um das zu ermöglichen, will er Plasma in ausreichender Menge an die Forscher von Zuynam liefern und mit deren Hilfe dieses Unterfangen beenden. Dies teilt er dem überraschend aufgetauchten Colemayn mit.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Yman » 10. November 2019, 15:24

Lumpazie hat geschrieben:
27. Oktober 2019, 08:48
Im Jahr 1984 erschien der Band 690 der Atlan-Serie.

Der Strahlende

von H.G. Francis
Die überlebenden Noos-Unoser kehren zum »Unbekannten« zurück und erkennen, dass Wandler-7 recht hatte; sie werden nach Auftragserfüllung vernichtet.
Korrekt ist: Die Wandler kehren zurück und erkennen, dass Wandler-7 recht hatte. Perrypedia verwechselt dies mit den Noos-Unosern, die zwar auch zurückkehren und vernichtet werden, aber ohne Bezug auf Wandler-7 nach einer kurzen Diskussion mit dem Unbekannten.
Grauer Lord hat geschrieben:
27. Oktober 2019, 12:41
„Der Strahlende“ ist ein Roman, den ich am Ende nur noch überflogen habe. Absurderweise plant Atlan, einfach mal ein paar Tage auszuspannen - auf einem grünen Planeten mitten in der Sonnensteppe. Klar, wo auch sonst? Der Steppenwind wurde von Autor oder Exposé ja sowieso vergessen. Ärgerlich auch der Anschlussfehler auf Seite 13, wo Wasterjajn Kaz hofft, in der Steppe Hinweise auf sein Volk zu finden. „Niemals“ sei er einem Vertreter seines Volkes begegnet, oder habe Wesen getroffen, die schonmal Vertretern seines Volkes begegnet seien Dabei ist er doch gerade mal zwei Hefte vorher auf Horror-A auf die ihres Psi-Potentials berauben Jarader getroffen, und hat dort erfahren, was seinem Volk (oder Teilen davon) widerfahren ist.
So etwas darf eigentlich nicht passieren!
Es wird halt immer wieder gepfuscht und geschludert. Damals hatten die Autoren wenigstens noch die Ausrede, dass es nur das Telefon gab und telefonieren teuer war. Dass Atlan mal Urlaub machen wollte, fand ich ja noch okay, und das wäre eine schöne Gelegenheit für einen "Planetenroman" gewesen.

Absurd fand ich vor allem, Urlaub in der Sonnensteppe zu machen, und dass es den auf ihn angesetzten Killern so problemlos gelang, Atlan bzw. ANIMA aufzuspüren. Sowie überhaupt das ganze Arrangement mit zwei verschiedenen Gruppen von Killern, deren Ende von Anfang an eine beschlossene Sache war.

Rätselhaft fand ich auch, dass Atlan die Anzeichen für Zivilisation nicht erkannte, aber vielleicht taugen die Geräte der KORALLE tatsächlich nicht viel, und ANIMA kann ja auch nichts orten, außer natürlich, wenn Atlan in Gefahr ist und die Autoren nicht mehr weiter wissen. Dann kann ANIMA natürlich alles.

Das Fehlen einer Erklärung, wie die Wandler und Noos-Unoser Atlan gefunden haben, war schlimmer. Sie konnten aus einer Entfernung von vielen Lichtjahren den Planeten ausmachen, aber auf dem Planeten selbst konnten sie Atlan nicht finden und kamen auf die Idee, Siedlungen zu zestören, um Atlan aus der Reserve zu locken.

Eine Sache, die mir auch nicht gefallen hat: Dass Atlan eines der Wesen Gucky nennt. Was soll das denn?

Ansonsten war der Roman relativ gut zu lesen, wenn auch etwas langweilig durch typische sich wiederholende Actionszenen.

Und wir wissen nun, dank dieser Kameraaufzeichnung, dass die Beraubung der Intelligenz fast momentan geschieht. Leute laufen durch die Gegend, filmen mit ihrer Kamera und sind einen Moment später ihrer Intelligenz beraubt.

Aus dieser Idee hätte man auch noch viel mehr machen können. Der Roman hatte großes Potential, die Geschichte eines Volkes zu erzählen, aber HGF macht einen relativ platten Action-Roman daraus. Daran ändern auch eine tragische Momente, besonders am Ende, wenig.
Grauer Lord hat geschrieben:
27. Oktober 2019, 12:41
Wenn man die paar ausschmückenden Details, die wir nun über Kolport erfahren haben, mal weglässt, sind eigentlich nur die schlichten Infos über die Machtpyramide des Erleuchteten interessant. Er lässt ein Wesen, das nur „der Unbekannte“ heißt, zwei Killergruppen auf Atlan ansetzen. Das Juwel ist also auf die Aktionen des Arkoniden aufmerksam geworden. Ob es viele Beauftragte wie den Unbekannten gibt und eine wie bei Kakfka geradezu endlos erscheinende Hierarchie mit immer neuen Ebenen, bleibt offen. Skrupellos und mörderisch ist der Handlanger der Macht in jedem Fall, jeder der Killer, der nach seinem Auftrag in den Turm zurückkehrt, wird getötet.
Diese Hierarchie ist noch sehr nebelhaft, aber immerhin: Der Erleuchtete selbst ist bereits auf Atlan aufmerksam geworden. Das macht alles noch viel absurder.

Kolport ist nun weg, vorher traf er noch Erlfret mit ihrem magischen Stein. Trotz Robotern war der Roman fast reine Fantasy. Nebenbei bemerkt: Es gibt keine grünen Sonnen. Das ist auch reine Fantasy.
Grauer Lord hat geschrieben:
27. Oktober 2019, 12:41
das Juwel nimmt den Bericht seines Statthalters kommentarlos entgegen, die Schwatzhaftigkeit früherer Bösewichte wie Anti-Homunk ist also wohl wirklich überwunden.
Das kann man getrost als großen Fortschritt ansehen.

Grauer Lord hat geschrieben:
27. Oktober 2019, 12:41
Colemayn ist auch auf der Welt der Urucher zugegen, kaut Kautabak und sieht Atlan diesmal in größter Gefahr. Am Ende wird ANIMA durch den Angriff der Schergen des Erleuchteten durch den Hyperraum weggeschleudert, wohl in den Bereich der nächsten Facette, wie in der Vorschau zu lesen ist.
Schon wieder Colemayn. Wie der überall auftaucht, wird nicht erklärt, und das Wegschleudern im Hyperraum zum nächsten Schauplatz wirkt ziemlich plump.
Grauer Lord hat geschrieben:
27. Oktober 2019, 12:41
Aufschlussreich ist der Extrasinn am Ende des Romans, in dem Atlans Mission zum jetzigen Stand ehrlich und offen als „sinnlos“ eingestuft wird. Sollte der Erleuchtete ein Diener die Mächte des Chaos sein (über die man damals noch nicht viel wusste), der mit seinem Werkzeug EVOLO sogar die Kosmokraten bedroht - wie soll der Arkonide mit seinen immer noch winzigen Hilfsmitteln gegen eine ganze, straff auf Linie gebrachte Galaxis ankommen?

Diese und viele andere Fragen lassen mich heute wir damals am Konzept des Zyklus zweifeln. Soll Atlan mit uns Lesern nun von Facette zu Facette hopsen, und über die Peripherie ins Zentrum vorstoßen, wie weiland mit den Neffen und dem Dunklen Oheim? Wie kann das gigantische Machtgefüge des Juwels literarisch glaubhaft erschüttert werden? Rasantes Tempo und bunte Settings schön und gut: Irgendwo in der Handlung muss die zukünftige Auflösung des Zyklus gut versteckt eingearbeitet sein, oder sollte sie zumindest. Colemayn ist dafür wohl ein bisschen zu aufdringlich positioniert.
Den Atlantis-Zyklus habe ich leider nicht gelesen. Parallelen dazu werde ich also nicht erkennen. Aber so langsam kommen mir auch ein paar Zweifel am Zyklus-Konzept. Wie es scheint, hat Atlan es in kurzer Zeit geschafft, in der Hierarchie ganz oben bekannt zu werden. Das wird der Glaubwürdigkeit des Zyklus sicher nicht gut tun. Im SOL-Zyklus war es ja irgendwann auch lächerlich, wenn nacheinander zwei Superintelligenzen mit Dutzenden von genialen Plänen, Atlan auszuschalten, keinen Erfolg haben.
Klaus N. Frick hat geschrieben:
7. November 2019, 09:32
(Ich war ein großer ATLAN-Fan, und ich verstand einfach nicht, warum die Autoren manche Teile des Zyklus nicht so gestalteten, dass es mir gefiel ...)
Welche Teile denn?

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Yman » 10. November 2019, 19:52

Lumpazie hat geschrieben:
3. November 2019, 18:57
Im Jahr 1984 erschien der Band 691 der Atlan-Serie.

Die Bio-Brüter

von Peter Terrid
Grauer Lord hat geschrieben:
3. November 2019, 20:28
Mit flotter Schreibe und fast ganz ohne die oft bei ihm üblichen platten Witze über das Zusammenleben der Geschlechter zeichnet Terrid ein spannendes Bild des Konkurrenzkampfes unter den Bio-Brütern, denen gerade der wichtigste Rohstoff ausgeht: mit Spuren von Psi-Potentialen angereichertes Plasma. Der Gag am Anfang mit dem gestohlenen Plasma und der Reinfall Sitortodes war interessant geschildert. Der Autor schildert die Welt der Gen-Experimente übrigens nicht mit Schock- und Horror-Elementen, wie das sicher auch möglich gewesen wäre.
Mir hat dieser erste Teil eines Doppelromans auch sehr gut gefallen, gerade eben auch, weil Terrid auf bei ihm übliche Stilmittel sowie Schock- und Horrorelemente verzichtet und stattdessen eher mit Krimielementen arbeitet. So kommt ein spannender Roman heraus.

Einige Albernheiten wie goldfarbener hypnotisierender Blütenstaub, und phantastische Schnellwuchsmittel seien ihm verziehen. Schnellwachsende Pflanzen und eisenfressende Insekten setzen fünf Kampfroboter außer Gefecht - so etwas hat allerdings auch eine gewisse Tradition in der Atlan-Serie.

Und vermutlich bedarf es schon einer sehr fortschrittenen Gentechnik, um eine Nahrungskette zu erzeugen, in der auf jeder Stufe in den entsprechenden Lebewesen metallische Elemente immer weiter angereichert werden, bis nach 17 Stufen ein Reptil kommt, das metallene Eier legt. Anders als ein Falk-Ingo Klee bleibt Terrid hier einige wissenschaftliche Schilderungen schuldig.

Ebenso schuldig bleibt Terrid eine Erklärung, wie Atlan Detomee und Olavv überzeugt, dass er nicht der Plasmhändler Majbel ist. Sitortode wollte Atlan nicht glauben, dass dieser kein Plasma beschaffen kann, warum aber glauben Detomee und Olavv Atlan? Wie hat Atlan die beiden überzeugt? Das fehlt im Roman.

Seltsame Planetennamen wie Tauwerk und Adlerhost stehen wohl im Exposé.

Terrids Phantasie bringt auch eine Fähigkeit zutage, die man bei Atlan noch nicht gesehen hat: Atlan zaubert sich selbst psychosomatische Hautrötungen ins Gesicht, um eine Krankheit zu simulieren.

Titelbild und Illustrationen zeichnen ein etwas düsteres Bild des Romans, in dem allerdings auch die Möglichkeit angedeutet wird, bei einer planetaren Seuche auf Mittel zurückzugreifen, um mit einem Schlag sämtliche sogenannten Handlanger-Lebewesen auszulöschen.

Die Gesellschaft des Planeten besteht im Grunde aus nur drei Schichten: Forscher, Handlanger und Ordungsdienst. Das ist für sich genommen auch schon interessant.

Das Interessante an dem Roman sind aber vor allem auch die Figuren und deren Beziehungen zueinander. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil des Doppelromans, den ich im Lauf der Woche lesen werde. Heute werde ich das nicht mehr schaffen.

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Grauer Lord » 13. November 2019, 14:05

Im Roman „Die stählerne Horde“ erfahren wir erstmals von einer Zivilisation, die schon lange vor der Herrschaft des Erleuchteten existiert hat: die Ruyder von Tauwerk waren schon vor 7000 Jahren aktiv, der Erleuchtete ist das bekanntlich erst seit rund 5000 Jahren. Die Hinterlassenschaften im Planeteninnern lassen vermuten, dass die Ruyder damals schon Meister der Gentechnik waren. Möglich, dass ihre zurückgebliebenen Anlagen Auslöser der aktuellen Gen-Technik-Obsession verschiedener Völker im Bereich Janzonborr ist.
Dazu lässt Peter Terrid in den Erinnerungen Vindars Schlagworte wie „Hohe Flotte“ einfließen; das deutet eine große, unbekannte Vergangenheit dieses Volkes an und ist ein erstes Schlaglicht auf die bisher komplett unbekannte Vorgeschichte Alkordooms vor dem Juwel. Werden wir von dieser Story noch einmal etwas hören?

Und sonst? Mit einem klassischen Bluff wie aus den Anfangsjahren der PR-Serie verschafft sich Atlan Zutritt auf Tauwerk. Hier hat der Abtrünnige Purtupf (ein entflohenes Produkt Detomees) eine wahre Schreckensherrschaft aus abnormen, unvollkommenen Gen-Kreaturen errichtet und sorgt mit seiner Psi-Begabung für den Antimaterie-Schirm um den sonnenlosen Planeten. Atlans raffiniertes Vorgehen wird von Purtupf nicht von Beginn an durchschaut, von dem die Szenerie genau beobachtenden „Diamanten“ der Facette aber schon. Der so gerissen und zielstrebig agierende Fremde Atlan soll deshalb zum „biologischen Diamanten“ Yog-Mann-Yogs ernannt werden - wenn sich die Facette da mal nicht vertut; eine originelle Idee, Atlan näher an das Zentrum der regionalen Macht heranzuführen, ist das ganze aber schon.

Purtupf als riesiger Kopf mit Füßen finde ich nicht überzeugend, die Idee hinter den austauschbaren Köpfen verdeutlicht aber zumindest noch einmal die moralische Verwerflichkeit der Bio-Brüter und ihres Handelns. Unfreiwillig komisch die Szene mit dem Reset einer Positronik durch Drücken eines Knopfes auf der Rückseite. Da fließen die 80er Jahre pur in die Zeilen. Es ist wirklich auffällig, wie wenig Kreativität die Autoren damals entwickelt haben, wenn es um das Ausfabuliefen der Alltags-Technik in ferner Zukunft ging. Meist war es doch einfach bloß eine 1:1-Übersetzung der Gegenwartstechnik mit anderen Namen.

Am Ende des Romans sind Atlan und seine Gefährten als Gefangene auf dem Weg zum Adlerhorst. Purtupf und sein Regime wurde von der Stählernen Horde ausgelöscht, derweil der letzte Ruyder daran geht, sein Volk aus dem mit Bewusstseinen der Vorväter getränkten Plasma zu neuem Leben zu erwecken. Fast schon obligatorisch der Auftritt Colemayns am Ende, dessen Sorge um das weitere Schicksal Atlans zuzunehmen scheint. Sein rätselhaftes Kommen und Gehen - reine Fantasy, oder doch ein magisch erscheinender, technischer Hintergrund, auf den der Leser jetzt noch nicht kommen kann?

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Yman » 15. November 2019, 20:04

Lumpazie hat geschrieben:
10. November 2019, 13:50
Im Jahr 1985 erschien der Band 692 der Atlan-Serie.

Die stählerne Horde

von Peter Terrid
Grauer Lord hat geschrieben:
13. November 2019, 14:05
Mit einem klassischen Bluff wie aus den Anfangsjahren der PR-Serie verschafft sich Atlan Zutritt auf Tauwerk. Hier hat der Abtrünnige Purtupf (ein entflohenes Produkt Detomees) eine wahre Schreckensherrschaft aus abnormen, unvollkommenen Gen-Kreaturen errichtet und sorgt mit seiner Psi-Begabung für den Antimaterie-Schirm um den sonnenlosen Planeten. Atlans raffiniertes Vorgehen wird von Purtupf nicht von Beginn an durchschaut, von dem die Szenerie genau beobachtenden „Diamanten“ der Facette aber schon. Der so gerissen und zielstrebig agierende Fremde Atlan soll deshalb zum „biologischen Diamanten“ Yog-Mann-Yogs ernannt werden - wenn sich die Facette da mal nicht vertut; eine originelle Idee, Atlan näher an das Zentrum der regionalen Macht heranzuführen, ist das ganze aber schon.
Für einen kurzen Moment sah Atlan Purtupf auch als einen möglichen Verbündeten gegen die Facette Yog-Mann-Yog. Ich fand das eine interessante und gelungene Wendung, dass nicht Atlans Psi-Potential abgezapft werden sollte, sondern Atlan als Helfer einer Facette rekrutiert wird.

Ich fand den Roman auch sehr flüssig zu lesen und sehr unterhaltsam, nur manches etwas schräg. Tauwerk als eine Art Hundertsonnenwelt mit Tageszeitenwechsel war ein interessanter Schauplatz, aber ein den Planeten umspannendes Antimateriefeld sollte sich mittels eines eingeschalteten Prallschirms ganz einfach durchfliegen lassen. Dass ein einzelner elefantengroßer Riesenkopf, also ein Wesen, das nur aus einem Riesenkopf besteht, diesen Antimaterieschirm erzeugen konnte, war ähnlich schräg wie die ganze Antimaterieschirm-Idee.
Grauer Lord hat geschrieben:
13. November 2019, 14:05
Purtupf als riesiger Kopf mit Füßen finde ich nicht überzeugend, die Idee hinter den austauschbaren Köpfen verdeutlicht aber zumindest noch einmal die moralische Verwerflichkeit der Bio-Brüter und ihres Handelns.
Austauschbare Köpfe, was für eine Idee! Die Monsterfabrik auf dem Planeten war schon sehr schaurig.

Was Terrid hier aber versäumte, war die Schilderung einer Innenansicht eines dieser Monster. Atlans Verbündeter auf dem Planeten, der sich nur als Monster maskierte, war als Figur wenig interessant, trotz der potentiell interessanten Vorgeschichte (bis hin zu dieser "Hohen Flotte").

Aber wir haben hier einen ersten substanziellen Hinweis auf die Zeit vor dem Erleuchteten.
Grauer Lord hat geschrieben:
13. November 2019, 14:05
Unfreiwillig komisch die Szene mit dem Reset einer Positronik durch Drücken eines Knopfes auf der Rückseite. Da fließen die 80er Jahre pur in die Zeilen. Es ist wirklich auffällig, wie wenig Kreativität die Autoren damals entwickelt haben, wenn es um das Ausfabuliefen der Alltags-Technik in ferner Zukunft ging. Meist war es doch einfach bloß eine 1:1-Übersetzung der Gegenwartstechnik mit anderen Namen.
Mich erschüttert das auch manchmal, wenn wieder einmal ein Datenstreifen von einer Positronik ausgeworfen wird, Stimmen von einem Tonband kommen, Hebel bedient werden usw. Wobei das alles zur Zeit, als der Roman geschrieben wurde, auch schon keine neue Technik mehr war. Die Positronik in der Fabrik hatte einige Milliarden Bytes, immerhin hat Terrid hier zumindest ein wenig extrapoliert und uns nicht einfach einen C64 als Positronik verkauft.

Interessant fand ich noch, dass Terrid den im Vergleich zu anderen Strahlern höheren Energieverbrauch von Desintegratoren thematisiert, und bemerkt, dass im alten Arkonimperium nur höhere Offiziere diese besaßen und sie auch noch privat anschaffen mussten. Ich glaube nicht, dass diese eine Aussage ist, die von Rainer Castor in den PR-Kanon übernommen wurde.
Grauer Lord hat geschrieben:
13. November 2019, 14:05
Fast schon obligatorisch der Auftritt Colemayns am Ende, dessen Sorge um das weitere Schicksal Atlans zuzunehmen scheint. Sein rätselhaftes Kommen und Gehen - reine Fantasy, oder doch ein magisch erscheinender, technischer Hintergrund, auf den der Leser jetzt noch nicht kommen kann?
Fantasy oder magisch erscheinende Technik, ich bin auch mal gespannt, wie das erklärt wird und was die Rolle dieses Colemayns letztlich sein wird. Klar ist nur, ANIMA alleine als Helferin ist zu wenig für Atlan, um in Alkordoom das Ruder herum zu reißen.

Der Kampf in Alkordoom kann noch sehr spannend werden, aber ich gehe sowieso davon aus, dass EVOLO entstehen wird und die damit verbundene Gefahr der Aufhänger für den zweiten Teil des Zyklus sein wird. Damit kann ich auch gut leben. Interessant ist für mich vor allem, ob es Atlan gelingen wird, die von Facetten geknechteten Völker Alkordooms zu befreien und wie viel seiner Helfer dabei auf der Strecke bleiben werden.

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Lumpazie » 17. November 2019, 09:47

Im Jahr 1985 erschien der Band 693 der Atlan-Serie.

Das Rätsel der Psi-Container

von Hans Kneifel

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Innenillustrationen:

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Handlung:

Mycara lebt auf dem Planeten Birzt im Sektor Ordardor. Hier haben die Schergen von Gentile Kaz eine grauenhafte Fabrik aufgebaut. Die Birzer sind parapsychisch begabt und werden wegen ihres Psi-Potentials gejagt, gefangen und anschließend in dieser Frabrik ihres Potentials beraubt. Die Birzer, die diese Prozedur überleben, fallen in puncto Intelligenz auf die Stufe eines Tieres oder Primaten zurück. Die Schergen wissen nicht, dass die Birzer intelligent sind, aber das hätte ohnehin keinen Einfluss. Mycara schildert Colemayn diese Situation, und der Sternentramp weckt in ihr die Hoffnung, dass sich die Lage bald zum Besseren wenden wird.

Flora Almuth ist seit mehr als zwei Monaten die neue Hexe von Mesanthor (Sektor Kontagnat). Sie konnte schon einiges zum Besseren wenden. Dennoch muss auch sie ihren monatlichen Tribut an Psi-Potentialen, die in Psi-Containern gelagert werden, an den Erleuchteten abliefern. Als wieder eine Tributzahlung fällig wird, tauchen zwölf riesige, diskusförmige Raumschiffe im  Wikipedia-logo.png Orbit über Crynn auf. Kurz darauf sind alle Psi-Container verschwunden. Flora wendet sich über die schon vor längerer Zeit eingerichtete ständige Hyperfunkverbindung nach New Marion um Hilfe; Arien Richardson, seine beiden Söhne sowie der Medizinmann Buster McMooshel erscheinen wenige Minuten später über eine Transmitterverbindung im Pyramidon. Dort ertönen soeben die Stimmen Unsichtbarer, die der Facette ein Ultimatum von acht Tagen einräumen, um die fehlenden 50 Container zu beschaffen. Sie unterstreichen die Drohung, indem sie anmerken, ihnen sei egal, wer die Facette eines Sektors sei; allein Floras Psi-Potential reiche aus, um die fehlenden Container zu füllen. Die vier zur Hilfe gerufenen Celester beginnen, auf die Unsichtbaren zu schießen, und erkennen, dass es sich um circa 2 m große, vierarmige Roboter handelt. Sie können sie aber nicht vernichten, sondern müssen sich selbst zurückziehen. Danach verschwinden die unsichtbaren Roboter spurlos.

Der Thater Bolletz, lang gedientes Mitglied der Crynn-Brigade, wendet sich an Zulgea mit einem Vorschlag. Bolletz hat einst unter Gentile Kaz gedient, und dieser hätte einen ganzen Planeten, der überdurchschnittlich viel Psi-Potential abwerfe: Birzt. Es müsse möglich sein, innerhalb der verbleibenden acht Tage die geforderten Container von dort zu stehlen. Es wird ein Kommando zusammengestellt; Bolletz, Arien und Volkert Richardson sollen mit gefälschten Papieren auf Birzt eingeschleust werden und den Raub ermöglichen. Spooner Richardson wartet mit einer Eingreifflotte von Wespen in der Nähe des Sonnensystems von Birzt. Die Papiere werden sehr gekonnt von Buster McMooshel gefälscht, und das Kommando begibt sich nach Birzt.

Dort herrscht ohnehin Personalknappheit, und es werden dringend ein paar Vorarbeiter gesucht. Es ist für Bolletz, Arien und Volkert ein Leichtes, diese Stellen zu bekommen und durch ihr kompetentes Verhalten bald das Vertrauen des Kommandanten Puhlers zu gewinnen. Sie bringen die ganze Anlage binnen weniger Tage auf Vordermann und kundschaften dabei aus, welche Möglichkeiten sie haben, um den Containerdiebstahl durchzuführen. Bei den abendlichen Spaziergängen am Rande des Fabrikgeländes treffen sie auf Mycara und deren Partner; die Birzer versprechen zu helfen, wenn es zum Diebstahl kommen sollte. Sie versprechen sich dadurch eine Verbesserung ihrer Situation.

Schließlich kommt der Tag, an dem der Raub stattfinden soll; Bolletz befestigt eine Sprengladung in ihrer Unterkunft, und die drei Gefährten begeben sich auf neuralgische Posten. Kommandant Puhlers ist indes in den letzten Tagen misstrauisch geworden und lässt die Ausweispapiere überprüfen und erhält von Kardoll, der Hauptwelt von Ordardor, die Auskunft, dass zwei von ihnen gefälscht sind. Aber da hat die Sprengladung schon gezündet (kurz nachdem ein Hyperfunkspruch an die Eingreifflotte geschickt wurde), und ein Kampf beginnt. Bolletz kann die Anlage so manipulieren, dass eine erkleckliche Menge an Containern gestohlen werden kann. Davor aber kommt es zu teils heftigen Schusswechseln (die Gefährten waren anfangs unbewaffnet, konnten aber rasch bewaffnete Angestellte überwältigen), bei denen Arien nur deshalb gerettet wird, weil ihn Mycara vor einem tödlichen Schuss warnt. Stattdessen wird ihr Partner getötet, sie selbst erblindet dabei. Arien nimmt sie mit sich und eilt seinem Sohn und Bolletz zu Hilfe, bei letzterem kommt sie leider zu spät. Bolletz opfert sich, indem er Puhlers und mehrere Gegner so lange mit Schüssen eindeckt, bis in deren Nähe ein Gebäude durch Selbstzerstörung explodiert. Endlich erscheint die Eingreifflotte unter Spooner, die Container können rasch verladen werden, und die Wespen brechen nach kurzen Scharmützeln nach Crynn auf.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
D’ Kometen müßten sonst verboten wer’n;
Ein Komet reist ohne Unterlaß
Um am Firmament und hat kein’ Paß;
Und jetzt richt’ a so a Vagabund
Und die Welt bei Butz und Stingel z’grund
(Johann Nestroy)

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Re: Klassiker-Zyklus: Alkordoom (675-699)

Beitrag von Yman » 17. November 2019, 15:54

Lumpazie hat geschrieben:
17. November 2019, 09:47
Im Jahr 1985 erschien der Band 693 der Atlan-Serie.

Das Rätsel der Psi-Container

von Hans Kneifel
Typisch für Kneifel ist die Betrachtung der weiblichen Figuren. Hier gibt es nur eine, Flora, die neue "Hexe". Sie gibt sich den Schönheitsmaschinen hin, trägt ein weißes Kleid, hohe weiße Stiefel mit hohen Absätzen, usw. In der Handlung spielt sie praktisch keine Rolle. Das übernehmen die männlichen Celester und ein Thater, die als Figuren aber kaum irgendwelche interessanten Züge aufweisen.

Sie tun, was getan werden muss: Mehr als 50 Container mit Psi-Potentialen von einer Jagd/Fabrik-Welt der konkurrierenden Facette Gentile Kaz beschaffen. Dieser Teil der Handlung war ganz annehmbar, wenn auch mangels interessanter Figuren nicht übermäßig spannend. Dass Atlan in diesem Roman nicht vorkommt, hat auch nicht gerade geholfen.

Etwas interessant waren die unsichtbaren, lachenden Roboter, die die Container im Auftrag des Juwels abholen, und wie diese mit Datenträgerelementen versehene Arbeitszeugnis-Folie manipuliert wurde, mit Lasergriffeln usw. Roboter lassen sich ja beliebig programmieren, wenn es sein muss auch als Gespenster, und bezüglich der Datenträgerfolie hat sich jemand mal ein paar Gedanken gemacht, dass man einige Tausend Jahre in der Zukunft wichtige Dokumente nicht einfach nur mit Tinte auf Papier ausdruckt.

Irgendwelchen Nonsens gab es in diesem Roman von Kneifel nicht. Die Handlung war sehr geradlinig geschrieben. Der Widerstand gegen das Juwel formiert sich, auch ohne Atlan, ohne den es auch im nächsten Roman weitergeht. An Stelle Atlans bzw. an der Seite Arien Richardsons wird aber wieder einmal der Weltraumtramp Colemayn vor Ort sein.

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