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Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon dandelion » 17. Januar 2014, 21:02

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dandelion
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Der Grausamkeiten zweiter Teil. Es gilt das über den vorherigen Roman Gesagte.

Der Blinde Sofgart, der Beschreibung nach ein äußerst durchtriebener Bösewicht, lässt sich vertrauensselig in die Falle locken. Er kommt allein, damit niemand seine geplante Untat (Kurzweil mit Farnathia) mitbekommt. Klingt schon etwas komisch, wenn man an seine sonstigen Taten denkt.

Atlan ist der Edelmut in Person. Er hat die Chance einen erbitterten Gegner, der den Tod tausendfach verdient hat, aus dem Verkehr zu ziehen. Damit meine ich nicht Auge um Auge usw., aber er hätte ihn ja mitnehmen können. So bleibt er unbehelligt zurück, auf das er weiter Ungelegenheiten bereiten kann.

Der Kristallprinz hat jetzt auch anderes zu tun: „Jetzt gab es nur noch Farnathia für mich...“.
Wie es weitergeht, ist nicht ersichtlich. Die Vorschau bezieht sich nicht auf den nächsten Exklusivroman sondern auf Heft 121 und das ist ein Abenteuer „Im Auftrag der Menschheit“.
Das stört mich sogar jetzt noch, obwohl ich die nächsten Hefte parat habe.

Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon Heiko Langhans » 18. Januar 2014, 00:21

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Heiko Langhans
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Das war die Zeit, in der jede anständige Serie die Vergangenheit ihrer Helden ausleuchtete. Atlan ist bekannt, der Dämonenkiller bekam immer wieder mal Erinerungshäppchen aus seinen früheren Leben seriviert, und im Wüstenstaub von Arizona wurde ein zerfleddertes Tagebuch gefunden, das die Flegeljahre von Ronco dem Geächteten beschrieb. Diese Rcückblenden kamen oft besser an als die eigentliche Hauptserie, und in Atlans Fall führte das nach drei Dutzend Kristallabventeuern zur vollständigen Übernahme.

Jedenfalls eine Zeitlang. Die Dosierung macht das Gift, und gerade bei Atlan habe ich immer wieder das Gefühl, es ist entweder zuviel oder zuwenig. Schon seltsam.

Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon dandelion » 18. Januar 2014, 00:44

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dandelion
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Die Idee mit den Jugendabenteuern ist ja in Ordnung. Man will doch möglichst viel über die Helden erfahren. Aber nach anständigem Beginn sumpft es momentan vor sich hin. Mir fehlt, wie schon gesagt, der Einblick in die politische Großwetterlage.

Gerade habe ich eine Überraschung erlebt, als ich sehen wollte, wie es weitergeht. Der nächste Exklusivband ist die 122 und nicht wie erwartet erst 124. Die Umstellung kam anscheinend mehr oder weniger unangekündigt, angeblich als Ergebnis einer Leserumfrage.

Die Umstellung auf den wöchentliche Wechsel zwischen den beiden Zeitebenen, war nach einer Erprobungsphase für Atlan-Exklusiv wohl überfällig. Vier Wochen Warten auf die Fortsetzung ist bei einer Heftromanserie einfach zu lange.

Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon Heiko Langhans » 24. Januar 2014, 07:42

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Mit Eurer Erlaubnis möchte ich die Kristallprinz-Hefte künftig freitags einstellen (der Donnerstag ist bei mir fast komplett dicht). In diesem Sinne ...

Am 4. Februar 1974 erschien der 122. Roman (exclusiv 10) der ATLAN-Serie:

H.G. Francis: Piraten der Sterne

Bild

Handlung
Atlan flieht mit dem vom Blinden Sofgart erpressten Raumschiff, dem er den Namen FARNATHIA gibt, von Ganberaan. Bei den vier ehemaligen Gefangenen des Kralasenenführers, die als Besatzung fungieren, handelt es sich um Bronton Deflar, Tonven Debaaner, Lord Correson und Probis Tobanoschol. Auch Farnathia ist selbstverständlich an Bord. Der Kristallprinz unternimmt blinde Transitionssprünge, um die Verfolger abzuschütteln.

An Bord der FARNATHIA kommt es zu einer Revolte. Die Arkoniden glauben, von Atlan und Sofgart getäuscht worden zu sein, da das Schiff in einem unbekannten Raumsektor materialisiert ist. Sie überwältigen den Kristallprinzen. Lediglich Lord Correson bleibt vernünftig und hindert die anderen daran, Atlan zu erschießen. Doch Bronton Deflar lässt sich nicht beruhigen und greift den Kristallprinzen erneut an. Atlan setzt ihn mit einem geübten Griff außer Gefecht.

Nun endlich kann er sich dem Abschnitt des Weltraums widmen, in dem die FARNATHIA angekommen ist. Lord Correson äußert die Vermutung, dass es sich nur um die berüchtigte Sogmanton-Barriere handeln kann. Die Triebwerke fallen aus und können nicht wieder zum Laufen gebracht werden. Panik beginnt sich an Bord auszubreiten. Ein verzweifelter Plan wird geboren. Atlan legt einen Raumanzug an und schnallt sich von den übrigen an Bord befindlichen Anzügen die Rückstoßaggregate um. Er verlässt die FARNATHIA und versucht, mit der Schubwirkung der Aggregate das Schiff so zu drehen, dass die Triebwerke Richtung Zentrum der Sogmanton-Barriere zeigen. Atlan wird von den Einflüssen der Barriere stark behindert. Es kommt zu Sinnestäuschungen, und schließlich weiß er nicht mehr, wo die FARNATHIA eigentlich geblieben ist. In diesem Chaos verliert er das Bewusstsein und wird abgetrieben.

Endlich erblickt er ein riesiges Ei. Hinter der transparenten Hälfte des Fahrzeugs ist ein Mann zu erkennen. Verzweifelt fordert Atlan den unbekannten Piloten auf, ihn an Bord zu nehmen. Das Ei ist ein kleiner Raumgleiter von sechs Metern Länge und vier Metern Durchmesser, der auch in den besonderen Bedingungen der Barriere manövrieren kann. Jepson Tropp, der Pilot des Staubeis weigert sich, der FARNATHIA zu Hilfe zu kommen. Es kommt zu einer Schlägerei in der engen Pilotenkanzel, aus der Tropp als Sieger hervorgeht. Elf weitere Staubeier tauchen in nächster Umgebung auf und fliegen im Verband zu Richmonds Schloß. Das Staubei legt bald darauf an einer Schleuse des Asteroiden an. Dieser ist in mehrere Nester aufgeteilt, die von den insgesamt 10.000 Piraten bewohnt werden und Ausgangspunkt für die Plünderungen von in der Sogmanton-Barriere gestrandeten Raumschiffen ist, die die Piraten mit Hilfe der Staubeier durchführen.

Einer der ersten Piraten, die Atlan begegnen, ist Axym. Der seltsame Junge scheint ein Mutant zu sein und sagt Atlan einiges über seine Zukunft voraus. So werde Atlan viele Jahrtausende schlafen, um dann eine der berühmtesten Persönlichkeiten der Milchstraße zu werden. Jepson Tropp holt Atlan ab, der Axyms Weissagungen als Unsinn abtut.

Auf dem Weg ins Innere von Richmonds Schloß sucht Atlan nach einer Möglichkeit, Tropp zu entwischen. Als er ein verstecktes Schott bemerkt, gelingt es ihm, Jepson Tropp ins Land der Träume zu schicken. Hinter dem Schott befindet sich eine schiefe Ebene, die Atlan hinabgleitet. Unten erwarten ihn die farbenprächtig gekleideten Männer Trockman Quits. Von diesen wird Atlan durch ein weiteres Schott gestoßen, und eine neue Rutschpartie beginnt. In einer runden Senke wird er von einem verwahrlost aussehenden Arkoniden erwartet, der sofort angreift. Die Auseinandersetzung wird von Hunderten von Piraten gespannt verfolgt. Nach hartem Kampf, in den Trockman Quit durch Absenkung und spätere Erhöhung der Schwerkraft eingreift, gibt der Arkonide, der über einen Androidenkörper verfügt, auf.

Quit bringt Atlan in einen Raum, in dem auf einem Bildschirm die Sogmanton-Barriere abgebildet ist. Ein leuchtender Punkt stellt die FARNATHIA dar, die derzeit in relativ gefahrlosen Zonen treibt. Trockman Quit bietet Atlan an, in seine Dienste treten zu können. Außerdem informiert er ihn darüber, dass Atlan von Hanwigurt Sheeron und Jepson Tropp gesucht wird. Nun gerät Atlan in das Intrigenspiel von Trockman Quit und Schrika. Sie beabsichtigen, Hanwigurt Sheeron, den Anführer der Piraten, zu töten, wobei sie den Kristallprinzen für ihre Zwecke missbrauchen wollen. Wie Atlan feststellen muss, sind beide Anhänger Orbanaschols III. Nur ein Fremder kommt nahe genug an den Führer der Piraten heran. Wenn es soweit ist, soll Atlan das Steuergerät für die Robotgarde des Piratenführers zerstören.

Plötzlich platzen zwei Männer in die Unterredung. Die Schwerkraft wird aufgehoben und Atlan und Quit mit Elektropeitschen attackiert. Atlan kann beide Angreifer, die Unterstützung erhalten, ausschalten. Trockman Quit treibt bewusstlos durch den Raum. Die Angreifer, die zu den Truppen Sheerons gehören, beginnen mit Sprengkörpern das Wohnschiff von Quits Piraten zu verwüsten. Atlan zieht den Bewusstlosen mit sich und versucht, Sheerons Häschern zu entkommen. Durch einen Antigravschacht gelangen sie in den Bereich von Richmonds Schloß, der von Schrika und ihrer Mädchentruppe kontrolliert wird.

Die Piratin versucht, Atlan den Plan schmackhaft zu machen. Als Belohnung winkt die Rettung Farnathias. Doch als aus den Lautsprechern Orbanaschols Ehre unter den Sternen ertönt, gerät Schrika in Panik. Sheerons Truppen dringen auf der Suche nach Atlan ins Nest ein.

Schrikas Mädchen verstecken Atlan in der von Leitungen, technischen Geräten, Lautsprechern, Stangen und Nischen vollgestopften Decke ihres Wohnbereiches. Die Mädchen sind bald Herr der Lage und schlagen Sheerons Männer zurück. In Schrikas und Quits Gesicht sind deutliche Kampfspuren zu erkennen.

Der Umsturzversuch geht in die nächste Phase. Atlans und Quits Gesicht wird mit Bioplasma verändert. Um zu Sheerons Nest zu kommen, müssen sie das Gebiet der Phalanen durchqueren. Unterstützt von Schrikas Mädchen, können sie bis zum Phalaym vordringen.

Als die Kampfgefährten das Phalaym erblicken, liegt Schrika gefesselt vor der Säule. Sie bietet einen merkwürdigen Anblick. Ihr Körper ist transparent und bläulich gefärbt. Die Organe sind deutlich zu erkennen. Der Kopf strahlt in intensivem Rot, das Gehirn ist grün.

Mit Antigravprojektoren versuchen Atlan und Quit, das Phalaym aus der Verankerung zu reißen. Der Versuch gelingt, und die Säule schießt durch die Öffnung in der Decke und prallt auf ein Hindernis. Entgegen den Erwartungen zersplittert das Phalaym in Staubpartikel, die bald den gesamten Raum ausfüllen. Trockman Quit atmet die Partikel ein. Sein Kopf beginnt sich rot zu verfärben und wird transparent.

In der allgemeinen Verwirrung gelingt es, Schrika zu befreien. Quit nimmt einen schweren Paralysator und feuert auf näherkommende Phalanen. Doch die Phalanen wollen nicht kämpfen. Sie sind ob des Verlustes ihres Heiligtums völlig demoralisiert und verstehen nicht, warum Atlan und Quit das getan haben.

Trockman Quit führt Atlan in einen Hangar des Maahk-Schiffes, das den Phalanen als Nest dienst, in dem drei Staubeier stehen. Der Kristallprinz schlägt den Piraten K.O., paralysiert ihn und schleppt ihn an Bord eines der Fahrzeuge. Dort muss er jedoch erkennen, dass er nicht imstande ist, das Staubei zu steuern. So ist er gezwungen, zu warten, bis Quit wieder bei vollem Bewusstsein ist. Doch der Pirat kann das Staubei ebenfalls nicht fliegen. Er versichert Atlan jedoch, sich nach Sheerons Entmachtung an die getroffene Vereinbarung zu halten und ihm geeignete Piloten zur Verfügung zu stellen, um die FARNATHIA zu bergen.

In Schrikas Nest zurückgekehrt, wird der Plan zu Sheerons Sturz wieder in Angriff genommen. Atlan erhält ein aufputschendes Getränk, das mit einer Droge versetzt ist, die seinen eigenen Willen auszuschalten beginnt. Immer wieder versucht der Logiksektor, den Arkoniden vor seiner wachsenden Aggressivität und einer bevorstehenden Falle zu warnen.

Im Nest der Schlangen treffen Atlan, Quit und Schrika auf Hanwigurt Sheeron. Der Piratenführer zieht sich mit zwei Kampfrobotern in einen kleineren Raum zurück und versucht, Atlan telepathisch zu sondieren. Atlan bringt auch ihm seine Bitte zur Kenntnis, die FARNATHIA zu bergen. Dabei nähert er sich immer mehr dem Piraten, der blitzschnell einen Strahler in Anschlag bringt. Quit wirft Atlan eine Waffe zu. Doch dieser erkennt blitzschnell die wahre Absicht Trockman Quits, duckt sich und fängt den Energiestrahler nicht auf. Sheeron feuert, verfehlt Atlan und trifft stattdessen Trockman Quit in die Brust. Schrika wird auf Sheerons Befehl hin abgeführt.

Im folgenden Gespräch zwischen Hanwigurt Sheeron, Jepson Tropp und Atlan wird der tatsächliche Plan Trockman Quits erkennbar. Der Gürtel Sheerons, mit dem er die Kampfroboter befehligt, ist nie das Ziel des Anschlags gewesen. Die unter den Piraten bekannte Angewohnheit Sheerons, bei Verhören mit einer Strahlwaffe zu spielen, ist zentrales Element des Umsturzversuchs gewesen. Atlan hätte mit der ihm zugeworfenen Waffe auf Sheeron feuern und ihn töten sollen. Im Gegenzug sollte der Piratenführer Atlan mit seinem letzten Atemzug beseitigen. Damit wäre der Weg frei gewesen, um Quit an die Spitze der Piraten von Richmonds Schloß zu hieven.

Atlan erneuert seine Forderung und verursacht damit einen wütenden Angriff Jepson Tropps. Doch noch bevor ihn der Pirat erreicht, nimmt Atlan den unbeachtet herumliegenden Strahler auf und bedroht damit die beiden Piraten. Atlan zwingt Tropp, ihn zu einem Staubei zu begleiten.

In einer Schleuse gelingt es den Piraten, Atlan zu überlisten. Durch einströmendes Gas verlieren Atlan und Tropp das Bewusstsein. Das Letzte, das Atlan wahrnimmt, ist Tropps leises Lachen.

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Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon dandelion » 24. Januar 2014, 20:22

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Erstaunlich, dass der Sogmanton-Barriere immer noch Raumschiffe zum Opfer fallen und das in anscheinend nicht geringer Anzahl. Diese Gefahrenstelle dürfte doch seit langer Zeit bekannt sein. Was also suchen Raumfahrer in diesem Gebiet?

Noch erstaunlicher ist allerdings die Tatsache, dass das mächtige Arkonidenreich dort ein Piratennest duldet, dass sich an den Wracks der verunglückten Schiffe und den darin sicher reichlich vorhandenen Werten gütlich tut.

Atlan kommt auf jeden Fall vom Regen in die Traufe. Farnathia ist schon wieder verschwunden und so muss er sich alleine mit den verschiedenen Piratengruppen herumschlagen. Diese wollen ihm aber im Unterschied zu Sofgarts Häschern nicht gleich an den Kragen.

Die Prophezeiungen des Kindermutanten würden zu einer Menge Spekulationen Anlass geben, wenn wir als Leser nicht schon (fast) alles über Atlans Zukunft wissen würden. Atlan ist da noch im Ungewissen, insofern ist der Einschub nicht ohne Reiz und vielleicht gibt es noch mehr Ausblicke dieser Art.

Der Roman an sich ist nicht von der Sorte, die man unbedingt gelesen haben muß. Damit schließt er nahtlos an die beiden Vorgänger an. Eigentlich kann es nur besser werden.

Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon Heiko Langhans » 31. Januar 2014, 07:12

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Am 18. Februar 1974 erschien der 124. Roman (exclusiv 11) der ATLAN-Serie:

H.G. Ewers: Irrfahrt im Sternenstaub

Bild

Handlung
Kristallprinz Atlan ist in einem Verlies in Richmonds Schloß inhaftiert. Als sich die Tür öffnet, blickt sich Atlan selbst in die Augen. Der Besucher ist Morgus, ein Metabolischer, der kurz darauf Atlans Gestalt aufgibt und sein Aussehen total verändert.

Hinter Morgus taucht Hanwigurt Sheeron auf, mit einem diebischen Grinsen im Gesicht. Auf Anraten seines Logiksektors öffnet Atlan die Blockade seines Bewusstseins und Sheeron, ein Telepath, kann plötzlich seine Gedanken lesen. So erfährt der Piratenführer, dass der von Orbanaschol III. gesuchte Kristallprinz des Großen Imperiums vor ihm steht.

Sheeron, ein Sympathisant Gonozals VII., schlägt sich sofort auf die Seite des rechtmäßigen Thronfolgers und bietet seine Hilfe an. Sheeron bringt Atlan in seine Privatgemächer, um die Rettungsaktion für die in der Sogmanton-Barriere treibende FARNATHIA zu besprechen. Morgus, der ständig sein Aussehen ändert, begleitet die beiden Männer.

Sheeron erteilt den Befehl, 60 Staubeier für den bevorstehenden Einsatz fertig zu machen. Jepson Tropp soll das Staubei pilotieren, das Sheeron und Atlan an Bord nehmen wird. Auch Tropp erfährt die wahre Herkunft Atlans. Umstehende Piraten bekommen die Äußerungen mit, die sich in Windeseile verbreiten. Sheeron stellt klar, dass auf das ausgesetzte Kopfgeld verzichtet und der Kristallprinz unterstützt wird. Die Staubeier verlassen Richmonds Schloß und die Suche nach der FARNATHIA beginnt.

Die Piraten stoßen auf ein 300 Meter durchmessendes Kugelschiff mit stark abgeplatteten Polen. Das Schiff muss seit Jahrtausenden durch die Sogmanton-Barriere treiben, denn auf der Außenhülle haben sich große Mengen Staub abgesetzt. Kernfusionsprozesse sind nicht feststellbar. Als eine Masseverlagerung von 1473 Kilogramm angemessen wird, beschließen Atlan und Hanwigurt Sheeron, dem Wrack einen Besuch abzustatten.

Die Beiboothangars des unbekannten Schiffes sind voll belegt. Die Inneneinrichtung des Hangars weist starke Beschädigungen auf, die wie Säurespuren aussehen. Die Giftgasatmosphäre, die im Schiffsinnern vorhanden ist, hat im gesamten Schiff deutliche Spuren hinterlassen. Der Grundaufbau des Wracks ähnelt stark dem arkonidischer Schiffe, bis auf die abgeplatteten Pole.

Hanwigurt Sheeron beginnt, sich seltsam zu benehmen und schaltet sein Antigravaggregat ein, obwohl an Bord des Wracks keine Schwerkraft herrscht. Er öffnet das Panzerschott zur Kommandozentrale, ohne sich darüber zu wundern, dass der Mechanismus ohne Energieerzeugung noch nach Jahrtausenden reibungslos funktioniert. Sheeron betritt die Zentrale. Atlan wird von massenhaft auftauchenden spinnenähnlichen metallischen Gebilden eingehüllt und in die Kommandozentrale geschoben. Die Spinnen geben ihn frei und ziehen sich zurück. Das Eingangsschott schließt sich. Sheeron und Atlan sind gefangen.

Atlan nimmt mit der sich aktivierenden Positronik in der Zentrale Verbindung auf. Das Positronengehirn antwortet in einer Sprache, die starke Ähnlichkeit mit dem Arkonidisch aufweist. Die Positronik erteilt Atlans Bitte eine Absage, das Schiff wieder verlassen zu dürfen, da die CHEMS eine große Bedrohung für das Leben der beiden Männer darstellen. Atlan, von der Positronik mit »Erhabener« tituliert, sieht sich gezwungen, sich auf ein Psychoduell mit der Maschine einzulassen. Die Positronik schaltet sich im Laufe der verbalen Auseinandersetzung selbst ab, als sie vor einem unlösbaren Konflikt kapitulieren muss.

Die Männer verlassen die Kommandozentrale und erblicken in den Gängen zahllose CHEMS. Unterschiedlich geformte Typen der Metallgebilde liefern sich Kämpfe mit Atlan und Sheeron. Die CHEMS konzentrieren ihre Angriffe auf den Piraten, da sie dessen parapsychische Impulse auffangen. Die Männer müssen in die Kommandozentrale zurückweichen.

Atlan fordert Sheeron lauf, tief Luft zu holen, den Helm des Schutzanzugs zu öffnen, damit er ihn mit einem Kinnhaken bewusstlos schlagen kann. Sofort danach schließt Atlan den Helm wieder. In dieser Vorgangsweise sieht er die einzige Möglichkeit, die Emission parapsychischer Impulse abzustellen. Nur so können die beiden Männer hoffen, das Wrack ohne Behinderungen durch die aggressiven CHEMS verlassen zu können, die auf die Anwesenheit Atlans nur geringe Reaktion zeigen, da der Arkonide sein Bewusstsein abschotten kann. Atlan fängt einen einzelnen spinnenartigen CHEM ein und verstaut ihn in einem Behälter.

Der Plan gelingt und die beiden Männer kehren an Bord des Staubeis zurück. Jepson Tropp markiert das Wrack mit einer Hypersignalboje, um es später wiederfinden zu können.

Der Pirat Hemata hat ein Kleinraumschiff geortet, das die FARNATHIA sein könnte. Jepson Tropp fliegt zum Standort von Hematas Staubei. Beim vorletzten Transitionspunkt versammelt sich eine Vielzahl von so genannten Gantries, Lichterscheinungen, die wahrscheinlich eine Verbindung zu anderen Dimensionen darstellen. Tropp leitet eine Nottransition ein, um mit den Leuchterscheinungen nicht zu kollidieren. Das Staubei materialisiert nahe eines gigantischen Nebelstrudels und droht in den Schlund hineingezogen zu werden. Das Staubei des Piraten Zychneus ist bereits zu nahe an die Gantries herangekommen und muss abgeschrieben werden. Shechtars Staubei konnte noch rechtzeitig gewarnt werden und ist über einen anderen Transitionspunkt zum vermutlichen Standort der FARNATHIA gesprungen. Auch Jepson Tropp gelingt es, das Ziel zu erreichen.

Ein großes blaugraues Kegelschiff mit kugelförmigen Spitze wird geortet. Wenn die Infrarotmessungen stimmen, dann hat das Kegelschiff vor nicht allzu langer Zeit ein Schott geöffnet und ein kleineres Raumschiff eingeschleust. Atlan schickt einen Funkspruch an das fremde Schiff. Als sich das Staubei bis auf geringe Distanz der Kugel nähert, öffnet sich eine Schleuse, in die Jepson Tropp sein Fahrzeug einfliegen lässt. Im Hangar liegt ein kleines Raumschiff unbekannter Konstruktion. Es ist 40 Meter lang, hat acht Meter Durchmesser und wird von einem Energieschirm umhüllt. Atlan und Sheeron wollen das Kegelschiff untersuchen. Sie stoßen auf eine große Halle, in der zahlreiche irisierende Vorhänge von der Decke herabhängen. Atlan und Sheeron werden von parapsychischen Impulsen überschwemmt, die ihnen eine Umgebung vorgaukeln, in der alle Wünsche erfüllt werden. Dabei sollen sie ein Schott durchschreiten, hinter dem das Paradies wartet. Atlan gelingt es mit Hilfe seines Logiksektors, sich dem Einfluss noch rechtzeitig zu entziehen. Er kann Hanwigurt Sheeron daran hindern, durch das Schott zu gehen, hinter dem eine hellblaue Masse erkennbar ist, die sich in ständiger Bewegung befindet. Das Schott schließt sich.

Hinter Atlan taucht ein Humanoider auf, der eine Schulterbreite von 120 Zentimetern besitzt. Er ist in einen Raumanzug gehüllt, dessen Technologie anscheinend höher entwickelt ist als die arkonidische. Das Gesicht wird von einer goldfarbenen Maske bedeckt, so dass nur der kahle Schädel zu sehen ist, der von brauner ölig wirkender Haut geschützt ist. Der Fremde erzählt, dass er kurz vor Atlan und Sheeron an Bord des Kegelschiffs gekommen ist, das von seiner Besatzung schon vor langer Zeit verlassen wurde, da die Antriebsaggregate nicht mehr funktionierten. Er bittet darum, das Schiff unversehrt zu lassen und die neuen Bewohner dieses Schiffes in Ruhe zu lassen. Es handelt sich um intelligente, jedoch sehr fremdartige Wesen, die angeblich nur auf diesem Raumschiff existieren können. Die blaue Masse ist ein Kollektivwesen, das die beiden Eindringlinge als neue Mitglieder in die Gemeinschaft aufnehmen wollte. Der Unbekannte überreicht Atlan eine Folie mit den Positionsdaten der FARNATHIA. Dann verschwindet er in einem Antigravschacht, mit dem merkwürdigen Ausspruch, dass sein Weg nicht durch den Raum führen wird.

Hanwigurt Sheeron stellt das Kegelschiff unter Quarantäne. Atlan lässt an Bord eine Kapsel aus Katoquantynum zurück, in der sich ein einzelnes Exemplar der CHEMS befindet. Zu irgendeinem Zeitpunkt will er die Kapsel wieder abholen und den CHEM untersuchen lassen.

Nachdem die Staubeier der Piraten eine neuerliche Transition zum Standort der FARNATHIA ausführen, orten sie ein riesiges Speichenrad mit einer spindelförmigen Nabe im Zentrum. Das Gebilde wird sofort als Weltraumstation der Maahks erkannt. In den Speichen hängt die FARNATHIA fest. Sheeron verständigt mit einem Funkspruch alle Suchgruppen in der Sogmanton-Barriere und gibt ihnen die Position der Maahk-Station bekannt. Die 58 Staubeier sollen sich dort versammeln und die Station vernichten.

Als 53 Staubeier auftauchen, ist Sheeron bereit, Jepson Tropp und Atlan mit zwei leeren Staubeiern im Schlepptau zur Maahk-Station fliegen zu lassen. Er selbst wechselt auf ein anderes Staubei über. Die Station ist schwer beschädigt und manövrierunfähig. Tropp verankert die Staubeier an der Speiche, an der die FARNATHIA hängt. Die beiden Männer steigen aus und bleiben vor der durch eine energetische Entladung mit der Außenhülle fest verschweißten Schleuse der FARNATHIA stehen. Sie schießen das Außenschott mit einem Desintegrator auf. Das Innenschott der Schleuse ist geöffnet. Tonven Debaaner, Probis Tobanoschol und Bronton Deflar sind tot. Deflar hat beim Anblick der Maahk-Station Selbstmord begangen.

Atlan und Tropp machen sich mit Farnathia und Lord Correson auf den Rückweg zu ihren Staubeiern. Drei Maahks versuchen, ihnen den Weg abzuschneiden. Tropp und Atlan schalten die Maahks mit konzentriertem Strahlfeuer aus. Als sie sich mit den Staubeiern weit genug von der Station entfernt haben, fliegen die übrigen Schiffchen der Piraten unaufhörlich Angriffe, bis die Station sich in Trümmer und Gaswolken aufgelöst hat.

Auf dem Rückweg zu Richmonds Schloß macht die kleine Flotte der Staubeier beim Kugelraumschiff der CHEMS Station. Die Funkbotschaft eines Raumschiffes mit dem Namen DRORAH wird aufgefangen. Die Informationen, die mit dem Spruch übermittelt werden, besagen, dass Kundschafterschiffe einer fremden Rasse im Taponar-Sektor aufgetaucht sind. Laut den Atlan bekannten historischen Ereignissen hat im Taponar-Sektor der Methankrieg gegen die Maahks begonnen. Doch dieses Ereignis liegt bereits lange Zeit zurück, so dass auch der Funkspruch uralt sein muss. Er geistert seit dieser Zeit in der Sogmanton-Barriere herum und hat sein Ziel wahrscheinlich nie erreicht.

Die Staubeier feuern sechzehn Raketen mit Fusionssprengköpfen auf das Wrack ab. Die an Bord des Kugelschiffes verbliebenen Deuteriumvorräte detonieren, vernichten das Schiff und mit ihm sämtliche CHEMS.

Auf dem Rückflug zu Richmonds Schloß wird die kleine Flotte von Gantries angegriffen. Einige Staubeier verschwinden bei Kontakt mit einem Gantrie. Von den insgesamt 60 gestarteten Schiffchen kehren 46 zum Asteroiden zurück. Atlan und Farnathia befinden sich nun in Richmonds Schloß in trügerischer Sicherheit.

Anmerkungen
H. G. Ewers lässt keinen Zweifel darüber, dass es sich bei dem Kugelraumer um ein akonisches Schiff und bei dem Fremden mit der goldenen Maske um einen zeitreisenden Oxtorner handelt.

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Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon Heiko Langhans » 31. Januar 2014, 07:17

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... wobei wir vermuten dürfen, dass es sich um Omar Hawk selbst handeln könnte - welcher andere Oxtorner hat sonst Zugriff auf Zeitreisetechnologie?

Leider wird dieser Subplot auch im Blauband 19 nicht weiter verfolgt - eine der vielen unerzählten Geschichten des Perryversums.

Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon dandelion » 31. Januar 2014, 11:25

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Ach... und ich dachte, da kommt noch etwas nach. Wenn dem nicht so ist, kann ich den Sinn des Einschubs nicht ganz verstehen. Es sei denn, Omar Hawk hat in seiner Relativgegenwart von Atlan erfahren, daß der damals in der Barriere ziemlich in Schwierigkeiten war, bis unversehens ein Maskenträger auftauchte. Da dachte Omar:" Huch, das hätte ich ja fast vergessen"...und ab ging es in die Vergangenheit.

Verwirrenderweise sagt Atlan auch noch: "Er kam mir vor wie ein guter Freund, den ich einmal kannte - oder einmal kennen werde."

Wieder einmal muß ich vor den unwägbaren Geheimnissen der Zeit kapitulieren. Vielleicht war Omar Hawk aber auch nur wegen des Kollektivwesens dort, das anderweitig noch eine Rolle spielen könnte.

Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon Heiko Langhans » 31. Januar 2014, 13:04

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Ein ähnliches Kollektivwesen, das mit dem hier aber vermutlich nichts zu tun hat, wird von Ewers in PRTB 277 (Das Parallaxum) beschrieben.

Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon dandelion » 31. Januar 2014, 15:35

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Also gibt es keine Fortsetzung oder Erklärung dieser Episode. Das enttäuscht mich doch.

Was ist mit dem Kugelraumer mit abgeplatteten Polen? Eines dieser Schiffe hat Atlan schon auf Trumschvaar gesehen, auch wenn es hier nicht erwähnt wird. Erinnert er sich sehr viel später bei der Entdeckung des Blauen Systems an diese Begebenheiten? Da ist ja auch noch dieser verirrte Funkspruch eines Raumschiffes namens DRORAH.

Momentan ist er aufgrund der Sprachähnlichkeiten der Meinung, daß es eine gemeinsame "Urrasse" gegeben haben muss und er glaubt, die Geschichte der arkonidischen Raumfahrt bis zu den Anfängen zu kennen. Da wird er später noch eines Besseren belehrt, aber zu diesem Zeitpunkt stellen diese eingestreuten Halbwahrheiten eben seinen Wissensstand dar. Diese Einschübe sind H.G. Ewers gelungen.

Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon Nevis » 5. Februar 2014, 00:29

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dandelion hat geschrieben:Der Roman an sich ist nicht von der Sorte, die man unbedingt gelesen haben muß. Damit schließt er nahtlos an die beiden Vorgänger an. Eigentlich kann es nur besser werden.


Tja, so unterschiedlich können Geschmäcker sein ;)

Atlans Abenteuer bei den Piraten waren für mich einfach nur purer Lesegenuß. Tolles Abenteuerfeeling mit genau der richtigen Dosis Sense of Wonder- perfekt! Ich lese aber die Jugendabenteuer in der Blaubandfassung und weiß nicht, wie stark R. Castor einzelne Romane überarbeitet hat. Generell sind die Jugendabenteuer in den Blaubänden für mich eines der Highlights der gesamten PR-Serie.

Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon Heiko Langhans » 5. Februar 2014, 07:06

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Zur Bearbeitung der Kristallprinz-Bände durch Rainer Castor noch einmal der folgende Hinweis:

viewtopic.php?f=6&t=811#p127286

Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon dandelion » 5. Februar 2014, 20:46

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Nevis hat geschrieben:
Atlans Abenteuer bei den Piraten waren für mich einfach nur purer Lesegenuß. Tolles Abenteuerfeeling mit genau der richtigen Dosis Sense of Wonder- perfekt! Ich lese aber die Jugendabenteuer in der Blaubandfassung und weiß nicht, wie stark R. Castor einzelne Romane überarbeitet hat. Generell sind die Jugendabenteuer in den Blaubänden für mich eines der Highlights der gesamten PR-Serie.


Meine Kritik bezog sich hauptsächlich auf die beiden Romane um den Blinden Sofgart. Auf der Piratenwelt schien es ähnlich weiterzugehen. Das dies anscheinend nicht so ist, zeigt die Nr. 124/11. Endlich wieder ein Weltraumabenteuer und noch dazu in einer Ecke der Milchstrasse, die für allerhand Überraschungen gut ist. Von dem Mann mit der Maske und dem Akonenraumer war ja schon die Rede. Daneben gibt es aber noch eine Menge ungeklärter Fragen. Die Gantries, dazu ein kegelförmiges Raumschiff unbekannter Herkunft. Ein weiteres fremdes Raumfahrzeug aus zylindrisch geformten Körpern, das mutierte Bioplasma und eine Raumstation der Maakhs.

Da ich die Hefte zum erstenmal lese, weiß ich nicht, was davon später noch eine Rolle spielen wird, aber auf jeden Fall ging es mit diesem Roman auf der Qualitätsskala ein gutes Stück nach oben. Deinen Worten entnehme ich, dass da noch Gutes nachkommt. Wäre schön.

Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon Heiko Langhans » 7. Februar 2014, 10:12

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Am 4. März 1974 erschien der 126. Roman (exclusiv 12) der ATLAN-Serie:

Dirk Hess: Der Bio-Parasit

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Kurzzusammenfassung
Sofgart hat Farnathia mit einem Bioparasiten infiziert, der die Kontrolle über sie übernimmt und sie allmählich in ein Monster verwandelt. So kommt es in Richmonds Schloß zu einer Mordserie, die Kämpfe zwischen Hanwigurt Sheerons Leuten und der Bande des Piraten Manifold auslöst. Erst danach entdeckt man Farnathia als Monster, worauf Manifold vorschlägt, einen Androiden-Körper für Farnathia zu beschaffen, wie man sie im Nest des Piraten Tarugga findet.

Als Atlan und Manifold dort eintreffen, müssen sie jedoch feststellen, dass die Androiden durch die Strahlung der Sogmanton-Barriere Amok laufen, so dass sie von den Piraten niedergekämpft werden müssen. Durch diese Ablenkung kann der Bioparasit Lord Correson töten, um erst im Hauptquartier Sheerons wieder aufzutauchen, wo er Farnathia endgültig töten will. Der Veränderliche Morgus nimmt jedoch Farnathias Gestalt an, so dass der Parasit in ihn eindringen will und auf dem Weg zerstrahlt werden kann. Farnathia selbst ist nach dem Ende des Parasiten relativ unversehrt.

Sheeron hat inzwischen Kraumon kontaktiert, so dass bald Fartuloon, Eiskralle und Morvoner Sprangk zu Atlans Verstärkung eintreffen.

Handlung
In Richmonds Schloß wird Atlan vom Veränderlichen Morgus besucht. Der Kristallprinz überwindet seinen Widerwillen und berührt das seltsame Wesen. Auf diese Weise kann er telepathisch mit Morgus kommunizieren. Der Veränderliche teilt Atlan mit, dass er bei Farnathia gewesen ist, die sich verändert hat. Morgus zeigt dem Arkoniden eine Farnathia, die nur mehr ein körperliches Wrack ist. Schockiert löst Atlan die Verbindung, und Morgus macht sich aus dem Staub. Atlan will seine Kabine verlassen, wird aber von einem Zarltoner zurückgewiesen. Da taucht Lord Correson auf und raubt dem Zarltoner mit einem Handkantenschlag das Bewusstsein. Dann machen sich die beiden Männer zu Farnathias Quartier auf. Dabei entgeht ihnen, dass der bewusstlose Zarltoner von einem Ungeheuer angegriffen wird, das ihm das Genick bricht und den Toten verschleppt.

Atlan und Lord Correson erreichen Farnathias Quartier. In der Unterkunft hält sich auch Morgus auf. Die Arkonidin ist total verstört und weint. Die Beleuchtung ist zerstört, und im Halbdunkel ist Farnathia nicht genau zu erkennen. Atlan zerrt seine große Liebe in den Korridor und erschaudert. Farnathia hat sich, wie von Morgus vorhergesagt, stark verändert. Blaue Adern sind im Gesicht deutlich zu erkennen. Ihre Gelenke sind stark geschwollen. Die Haut ist unter dem Druck der Muskeln aufgeplatzt. Die Augen sind dunkelblau, die Lippen geschwollen, so dass ihr das Sprechen Mühe bereitet.

Atlan setzt Klingors ein, um mit Farnathia Empfindungen auszutauschen. Er spürt einen fremden Organismus in Farnathia, der einen wahren Heißhunger auf alles Organische entwickelt. Atlan und Lord Correson machen sich auf die Suche nach einem Mediziner. Mit Ferkon Stannton kommen sie zurück. Doch Farnathia hat ihr Quartier verlassen. Vor einem Antigravschacht liegen zwei Zarltoner. Ihre Körper sind blutleer und trotzdem ganz heiß.

Atlan und Lord Correson werden von Hanwigurt Sheeron mit Waffen und Ausrüstungsgegenständen versorgt. Der Zarltoner Costa soll die beiden Männer auf der Suche nach Farnathia ins Innere von Richmonds Schloß begleiten.

Farnathias Veränderungen werden immer stärker. Der vom Blinden Sofgart eingepflanzte Bioparasit hat sich lange Zeit ruhig verhalten. Doch jetzt ist er planmäßig aktiv geworden und beginnt, sein Opfer langsam zu absorbieren. Der Parasit hat seiner Gier nach Nahrung nachgegeben. Die Folge seines ungestümen Angriffes ist die körperliche Veränderung des Wirts gewesen. Nun ändert der Parasit seine Taktik. Um seinen Hunger zu stillen, greift er andere Personen an. Dazu schlägt er diese zu Boden, fährt Tentakel aus Farnathias Körper aus und saugt den Opfern das Blut aus. Um das Abzapfen zu beschleunigen, pumpt der Parasit eine Chemikalie in den Blutkreislauf des Opfers. Das führt zu einer starken Erhöhung der Körpertemperatur.

Zwischen den verschiedenen Piratennestern kommt es zu kleineren und größeren Geplänkeln, da immer wieder blutleere Tote gefunden werden und sich die Piraten untereinander beschuldigen, für die Geschehnisse verantwortlich zu sein.

Auch in Manifolds Nest ist es zu unerklärlichen Todesfällen gekommen. Manifold führt Atlan, Lord Correson und Costa in einen mit kostbaren Delikatessen aus allen Ecken des Großen Imperiums gefüllten Kühlraum, in dem auch die Leichen der getöteten Piraten untergebracht sind. Doch die Körper sind verschwunden.

Auf dem obersten Regal findet Atlan das Ungeheuer, eine gallertartige Masse, deren Körpersubstanz teilweise in Form kleiner Tropfen zu Boden fällt. Eine dunkle Trennwand, die leicht schimmert, schiebt sich zwischen Atlan und das Ungeheuer. Es ist Morgus, der Veränderliche. Der Metabolische nimmt über einen kleinen Tentakel telepathischen Kontakt mit Atlan auf. Der Kristallprinz erkennt in dem Gallertwesen Farnathia.

Atlan ist geschockt und beginnt zu schreien. Unterstützt vom Extrasinn, gelingt es ihm, den tiefsitzenden Schock zu überwinden. Er klettert auf den Boden des Kühlraums zurück, wo ihn Lord Correson und Manifold erwarten. Um zumindest Farnathias Bewusstsein zu retten, entsinnt Manifold einen Plan. Hopka Tarugga befindet sich im Besitz von Androiden. Eines dieser Kunstwesen könnte Farnathias Geist als neue Heimat dienen. Da Tarugga über die herkömmlichen Kommunikationsmittel nicht erreichbar ist, wollen sich Atlan und Manifold direkt zu Hopka Tarugga begeben. Lord Correson bleibt bei Farnathia und Morgus zurück.

Der Eingang zu Taruggas Nest ist fest verschlossen. Da niemand auf ihre Rufe reagiert, schweißen Atlan und Manifold das aus Arkonstahl bestehende Tor auf. Schwere Kampfspuren sind in der Halle hinter dem Tor zu erkennen. Es scheint niemand mehr am Leben zu sein.

Die beiden Männer werden von schrecklich anzusehenden Androiden umzingelt. Eine große Anzahl der Geschöpfe wird durch Energiefeuer vernichtet, dann sind die Magazine leer. Im letzten Moment kommt Hopka Tarugga mit seinen letzten fünf Männern Atlan und Manifold zu Hilfe. Sie ziehen sich in ein Raumschiffswrack zurück. Doch die amoklaufenden Androiden lassen nicht locker. Es gelingt ihnen, die Schleuse zu öffnen. Manifold wirft sich ihnen entgegen und kann die erste Angriffswelle zurückdrängen. Die Kampfgefährten verschweißen eine Stahlplatte mit dem Schleusenschott. Durch eine Nebenschleuse versuchen sie, den Androiden zu entkommen. Sie gelangen in einen Gleiterhangar, doch auch hier sehen sie sich einer großen Zahl der Kunstwesen gegenüber. Atlan steckt einem angreifenden Androiden eine auf thermisch-chemischer Basis beruhende Bombe in den weit aufgerissenen Mund und stößt ihn zu seinen Genossen zurück. Nach der Explosion ist der Weg zu den Gleitern frei. Mit einem relativ funktionsfähig aussehenden Fahrzeug verlassen sie das Frachtschiff. Beim Eingangstor zu Taruggas Nest kommt es zu einem erneuten Zusammentreffen mit den Androiden. Atlan zündet zwei weitere Bomben und reißt riesige Lücken in die angreifende Androidenarmee.

In Manifolds Nest angekommen, sehen sie sich plötzlich Hanwigurt Sheerons Leibwache gegenüber. Die Zarltoner stellen eine Verbindung zu Sheeron her. Atlan erstattet Bericht über die Kämpfe mit den Androiden. Mit schweren Waffen dringen die Zarltoner in Taruggas Machtbereich ein, um die von den Kunstwesen ausgehende Gefahr zu bannen.

Atlan sucht Farnathias Kabine auf. Dort findet er den toten Lord Correson. Farnathia ist total entstellt. Der Parasit ahnt sein baldiges Ende. In einer großen Anstrengung bildet er zahlreiche Tentakel aus, um dem vor ihm stehenden Atlan das Blut auszusaugen. Atlan kann ausweichen, und das Ungeheuer, zu dem sich Farnathia entwickelt hat, flieht. Morgus, der auch nach Corresons Tod in der Nähe der Arkonidin geblieben ist, sucht erneut Kontakt mit Atlan. Er übermittelt dem Kristallprinzen Farnathias Erinnerungen. So erfährt er, dass der Blinde Sofgart einen Bioparasiten in das Mädchen eingepflanzt hat. Eine spezielle Programmierung hat das Wesen daran gehindert, aktiv zu werden. Dies ist erst für den Zeitpunkt vorgesehen gewesen, wenn sich der Wirt in Sicherheit gefühlt hat. Auch der Zeitpunkt des Todes von Wirt und Parasit ist vorherbestimmt worden.

Erschüttert und von Grauen gepackt, verzweifelt Atlan beinahe. Und wieder ist es sein aktivierter Extrasinn, der ihn vor geistigem Schaden bewahrt. Atlan organisiert mit Hanwigurt Sheerons Hilfe eine Suchaktion nach dem Ungeheuer. Das Gallertwesen versucht, in Sheerons Kommandozentrale einzudringen. Morgus bildet Farnathias Körper nach. Das Ungeheuer betritt trotz heftiger Gegenwehr der Zarltoner die Zentrale. Atlan versucht, seine große Liebe zu schützen. Für einen kurzen Moment erscheint es ihm, als würde Farnathia ihn erkennen. Als der Parasit wieder die Kontrolle über den entstellten Körper gewinnt, ist Atlan bereit, mit Farnathia zu sterben. Doch er hat nicht mit Morgus gerechnet. Der Metabolische schiebt sich zwischen Atlan und das Gallertungeheuer, das regungslos vor Farnathias Ebenbild steht. Atlan, Sheeron und die Zarltoner beobachten fasziniert das Geschehen. Das Gallertwesen sondert eine faustgroße Kugel ab, die sich auf Morgus-Farnathia zubewegt. Der Bioparasit hält den Veränderlichen für eine neue Farnathia, die er gemäß seiner Programmierung umformen muss. Atlan entreißt Hanwigurt Sheeron einen Desintegrator und feuert solange, bis von der Kugel nichts mehr übrig ist.

Der unförmige Schleimhaufen, der einmal ein wunderschönes Mädchen gewesen ist, beginnt sich zu regen. Eine dicke Schleimschicht tropft von Farnathias Körper ab, bis nur noch ein hauchdünner Film ihre Haut wie ein Kokon bedeckt. Atlan zerreißt diese Hülle und die bewusstlose Farnathia in ihrer ursprünglichen Gestalt kommt zum Vorschein. Ferkon Stannton kümmert sich um die Arkonidin.

Sheeron meldet Atlan die Ankunft eines Raumschiffes von Kraumon. Fartuloon, Eiskralle, Morvoner Sprangk und Corpkor sind von Hanwigurt Sheeron alarmiert worden und endlich in Richmonds Schloß eingetroffen. Damit hat sich der Pirat eindeutig auf Atlans Seite gestellt. Die Piraten werden den Kristallprinzen in seinem Kampf gegen Orbanaschol III. unterstützen.

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Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon dandelion » 9. Februar 2014, 00:25

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Das Titelbild läßt mich Schlimmes für Farnathia befürchten. Ich nehme an, daß sie hier abgebildet ist. Morgen lese ich Roman und Zusammenfassung, dann weiß ich mehr. :)

Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon dandelion » 9. Februar 2014, 19:32

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Von den Geheimnissen der Sogmanton-Barriere ist zumindest vorerst nicht mehr die Rede. Stattdessen geht es auf dem Asteroiden der Piraten so weiter, wie es auf Sofgarts Folterwelt aufgehört hat, nämlich schwülstig-eklig.

Auch dieser Roman bietet kaum mehr als eine ermüdende Aneinanderreihung von Kitsch- und Würgeffekten. Dazu noch ein unmotivierter Zweikampf unter zukünftigen Freunden und oh Schreck, die schon tot geglaubte Farnathia übersteht das Abenteuer unbeschadet, auf dass sie uns auch in zukünftigen Heften durch ihre Hilflosigkeit und Atlans peinliches Liebesgesäusel quälen kann.

Bewertung: grausig, ab in die Hefteunterwelt.

Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon Heiko Langhans » 10. Februar 2014, 07:42

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Zu dieser Zeit war Ernst Vlcek schwer mit dem Dämonenkiller beschäftigt. Allerdings hatte er immer schon einen Hang zum Morbiden.

In Sachen Farnathia gebe ich Dir Recht. Und die Nachfolgerin ist keinen Deut besser - der Zickenfaktor ist jedoch wesentlich höher. B-)

Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon dandelion » 10. Februar 2014, 12:02

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Zumindest dieser letzte Roman ist von Dirk Hess und nicht von Vlcek. Ich will die angesprochenen, aus meiner Sicht schwachen Romane, aber nicht alleine den jeweiligen Autoren anlasten. Wenn das Expose, das immerhin von Willi Voltz stammt, nicht viel hergibt, muß sich der Autor eben eine gewundene, nicht immer gehaltvolle Füllhandlung aus den Fingern saugen.

Vielleicht war auch die ganze Konzeption dieser Serie in der Serie nicht sehr glücklich. Ziel war offensichtlich, neben den SF-Krimis mit den USO-Spezialisten auch auf den laufenden Fantasyzug aufzuspringen. Dazu hatte man aber nicht die richtigen Autoren.

Was mich auch oft stört, ist die salbungsvolle, unglaubwürdige Sprechweise der Protagonisten. Soll dem Leser dadurch mit Gewalt beigebracht werden, daß die Handlung weit in der Vergangenheit angesiedelt ist und die Leute sich damals bei der Konstruktion von Allerweltsaussagen die Zunge verdrehen mussten. Das ist billiges Fantasy-Klischee und auch Dirk Hess beteiligt leider sich daran.

Er stellt sich im Übrigen auf der LKS dieses Romans selbst vor und gibt dabei Einblicke in seine damalige Interessenswelt. Auf dem Foto, das ihn vor dem obligatorischen Bücherregal zeigt, sind neben einigen PR-Taschenbüchern auch Bücher wie z.B. Welt der Null-A, Zeit ohne Grenzen und Hotel Cosmos zu erkennen.

Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon Heiko Langhans » 10. Februar 2014, 12:15

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Mit Dirk Hess hast Du natürlich recht. Aber auch er hat als Horror-Autor gearbeitet, und in seinen ATLAN-Romanen kommen immer wieder "Monster" vor.

Vlceks Hang zum Horror zieht sich unabhängig von Dämonenkiller oder Hexenhammer durch sein gesammtes Schaffen.

Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon Copperblade » 13. Februar 2014, 12:32

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Heiko Langhans hat geschrieben:Mit Dirk Hess hast Du natürlich recht. Aber auch er hat als Horror-Autor gearbeitet, und in seinen ATLAN-Romanen kommen immer wieder "Monster" vor.

Vlceks Hang zum Horror zieht sich unabhängig von Dämonenkiller oder Hexenhammer durch sein gesammtes Schaffen.


Was ich als viel störender empfinde, ist viel mehr dass man überhaupt nicht das Gefühl hat das die Handlung
a) 10 000 Jahre in der Vergangenheit abläuft und
b) in einem außerirdischen Sternenreich spielt und alle Protagonisten Außerirdische sind
Lese die PR-Serie in chronologischer Reihenfolge von Anfang an nochmals neu.
Aktueller Stand: Planetenroman Nr. 87: "Asyl auf Planet Vier" von H. J. Frey

Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon Heiko Langhans » 13. Februar 2014, 14:27

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Hat Dich das bei Star Wars auch gestört? :rolleyes:

Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon dandelion » 13. Februar 2014, 21:10

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dandelion
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Copperblade hat geschrieben:
Was ich als viel störender empfinde, ist viel mehr dass man überhaupt nicht das Gefühl hat das die Handlung
a) 10 000 Jahre in der Vergangenheit abläuft und
b) in einem außerirdischen Sternenreich spielt und alle Protagonisten Außerirdische sind


a) Dieses Gefühl zu vermitteln, ist alles andere als leicht. Eine pseudoantiquierte Sprechweise zu benutzen, ist bestimmt nicht der richtige Weg. Vor allem auch deshalb nicht, weil es doch immer auf irdische Gepflogenheiten hinausläuft. Besser waren da schon die Hinweise auf die Relikte einer untergegangenen Zivilisation, die der Leser unschwer als lemurisch einordnen kann, Atlan aber nicht. Das Gleiche gilt für die Kugelraumer mit abgeplatteten Polen. Natürlich handelt es sich um Schiffe der Akonen. Das Atlan dies nicht weiß, ist ein deutlicher Hinweis auf die Handlungszeit der Romane.

Wie könnte man das noch deutlicher werden lassen? Hast Du Ideen?

b) Dieses Manko weisen viele Romane aus dem Perryversum auf. Außerirdische Lebewesen auch außerirdisch denken und handeln zu lassen, ist vor allem in der frühen Serienzeit selten gelungen. Auch gesellschaftliche Strukturen wurden wohl meist an irdische Vorlagen angepasst. Aber da bin ich nicht sattelfest. Vielleicht gibt es auch Gegenbeispiele.

Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon Heiko Langhans » 14. Februar 2014, 08:32

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Am 18. März 1974 erschien der 128. Roman (exclusiv 13) der ATLAN-Serie:

Ernst Vlcek: Planet der Intrigen

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Kurzzusammenfassung
In der Sogmanton-Barriere kommt es zu seltsamen Vorfällen bei den Grauzayna, deren Schiff sich seit Jahren in der Barriere aufhält. Der bisher einzige Versuch, das Schiff zu betreten, ist für die Piraten in einem Fiasko geendet. Als sich das Schiff der Grauzayna scheinbar aufzulösen beginnt, wird es von vier Staubeiern angeflogen. Atlan kann mit einem Grauzayna Kontakt aufnehmen und erfährt von der anstehenden Metamorphose. Der Grauzayna lässt als Abschiedsgeschenk 33 Talama zurück, bevor das Schiff der Grauzayna im Hyperraum verschwindet.

Für die Piraten steht der Flug zur Freihandelswelt Jacinther IV an, um ihre angesammelte Beute zu verkaufen. Atlan, Fartuloon, Morvoner Sprangk und Eiskralle wollen an dem Flug teilnehmen und die Talamas anbieten. Unter dem Kommando von Jepson Tropp fliegen die Piraten den Kontinent Broschaan an. Da Atlan die Talamas nicht geteilt hat und die Piraten Ärger befürchten, distanzieren sich die Gruppen schnell voneinander.

Durch die Aktivitäten Atlans wird seine Gruppe bald vom Gouverneur Prillgram Galbass gefangen genommen, der sie für Spione der anderen Gouverneure hält. Atlan und seine Freunde können dem Tod mit Hilfe einer Mätresse Galbass' entgehen, die ihren Einsatz mit dem Leben bezahlt. Durch Galbass' Befragung hat Atlan erfahren, dass der Ökonom Freemush Jacinther bald besuchen wird, und beschließt, diesen zu entführen.

Zunächst bietet er Galbass als freier Mann an, für ihn dem Bevollmächtigten Fertomash Agmon nachzuspionieren, dem alle Gouverneure gerne nachfolgen würden. Galbass geht auf das Angebot ein und schickt die vier mit einem Schiff nach Sebentool. Das Schiff wird jedoch von Agenten Mavillan Ruuvers zu dessen Insel Kortasch-Auromt umgeleitet, da sich Ruuver für die Spionagetätigkeit Galbass' interessiert.

Handlung
Im Jahre 10.497 von Arkon treibt ein toter Grauzayna auf Richmonds Schloß zu. Die Piraten bergen den leblosen Körper. Sie wollen das Raumschiff nun plündern, da die Grauzayna anscheinend nicht mehr am Leben sind. Die Piraten haben es vor allem auf die Talama abgesehen.

Atlan macht sich mit insgesamt vier Staubeiern zum Schiff der Grauzayna auf. Mit von der Partie sind Fartuloon, Jepson Tropp, Eiskralle und weitere vier Piraten. Im »Fingerschiff« stößt Atlan tatsächlich auf einen lebenden Grauzayna, der aus seiner Büchse einen Gantrie entlässt. Der Grauzayna hat das Energiewiesen völlig unter Kontrolle.

Atlan gelingt es Kontakt aufzunehmen. Der Grauzayna ist erfreut, dass die Piraten dem vom ausgesandten Kundschafter übermittelten Ruf gefolgt waren und mit ihnen den Weg in eine neue Daseinsform gehen wollen. Es gelingt Atlan, den Grauzayna davon zu überzeugen, dass er und seine Artgenossen noch lange nicht so weit in der Evolution fortgeschritten sind, um ihre Körperlichkeit aufzugeben und im Hyperraum ein neues Leben zu beginnen. Der Grauzayna akzeptiert die Einwände und fordert Atlan auf, so schnell wie möglich das Fingerschiff zu verlassen, das in den Hyperraum mitgenommen werden wird. Um es den Piraten zu erleichtern, eines Tages den Grauzayna zu folgen, macht er Atlan einen Berg von Talama zum Geschenk. Der Kristallprinz und seine Gefährten raffen 43 der Grauzayna-Büchsen an sich und ziehen sich dann an Bord der Staubeier zurück. Die Fahrzeuge entfernen sich rasch vom Fingerschiff, das durch einen Strukturriss im Hyperraum verschwindet.

Atlan kann Hanwigurt Sheeron überreden, ihn und seine Gefährten mit der GROVEMOOS nach Jacinther IV fliegen zu lassen. Farnathia wird in Richmonds Schloß zurückbleiben, um sich von den Strapazen zu erholen. Als Gegenleistung verspricht Atlan dem Piratenführer den Erlös aus dem Verkauf der Grauzayna-Büchsen.

Die GROVEMOOS landet auf dem Kontinent Broschaan. Jepson Tropp verhält sich schon während des ganzen Fluges gegenüber Atlan ziemlich abweisend. Bevor die Ladung nicht vollständig gelöscht ist, erlaubt er niemandem aus Atlans Gruppe von Bord zu gehen. Tropp will nicht riskieren, dass Prillgram Galbass auf sie aufmerksam wird.

Die Piraten beginnen mit dem Verkauf ihrer Waren. Atlan, Fartuloon, Sprangk und Eiskralle werden sich selbst überlassen. Atlan macht sich an Tharniel Ortoba heran, den er mit Hypnogas gefügig macht. Er befragt den jungen Adligen über Galbass, erhält aber keine wirklich neuen Informationen, bis auf jene, dass in den nächsten Tagen eine einflussreiche Persönlichkeit nach Jacinther IV kommen wird. Um wen es sich handelt, weiß Tharniel Ortoba jedoch nicht.

Atlan und Sprangk hören sich unter den Besuchern der Freihandelszone um. Gerüchte über den schlechten Gesundheitszustand Fertomash Agmons und die immer größer werdenden Anstrengungen der vier Gouverneure, seinen Platz einzunehmen, machen die Runde. Die beiden Gefährten werden von Pruug angesprochen. Um den Preis einer Talama bringt Pruug sie zu Fartuloon und Eiskralle, die einen neuen Standort, weitab von den Piraten aus Richmonds Schloß, gefunden haben.

Auf dem Marktplatz braut sich Ungemach über den Gefährten zusammen. Sie werden von Soldaten des Prillgram Galbass verhaftet und in den Regierungspalast gebracht. Dort werden sie dem Gouverneur vorgeführt.

Prillgram Galbass beschuldigt die vier Gefährten, Spione Fertomash Agmons zu sein, den schon seit Jahren niemand mehr zu Gesicht bekommen hat. Durch geschickt gestellte Fragen erfährt Fartuloon, dass die unbekannte wichtige Persönlichkeit, die bald auf Jacinther IV landen wird, der Ökonom Freemush ist. Galbass schlägt Atlan vor, von nun an für ihn zu arbeiten. Um seiner Bitte Nachdruck zu verleihen, führt er die drei Männer und Eiskralle in einen Innenhof des Palasts, den Hof der Verdammten, in dem eine Anzahl großer Blöcke aus durchsichtigem grünlich scimmernden Kunstharz stehen. In diese Quader wurden Feinde des Gouverneurs bei lebendigem Leibe eingegossen.

Morvoner Sprangk wird zum Verhör mitgenommen. Die drei restlichen Gefährten kehren in ihr Verlies zurück. Dort kommt Atlan auf die Idee, den Ökonomen Freemush zu entführen. Nacheinander werden die Männer zum Verhör abgeholt. Als die Reihe an Atlan ist, kommt Tharniel Ortoba, bringt ihn zum Vernehmungsraum und schnallt den Kristallprinzen auf einen Stuhl. Er beginnt Atlan mit starken Elektroschocks zu foltern. Er will verhindern, dass der Kristallprinz Galbass darüber informiert, dass Ortoba ein Verräter ist. Soldaten des Gouverneurs können Atlan befreien. Das Gespräch zwischen Tharniel Ortoba und Atlan ist abgehört worden. Der Verräter ist durchschaut.

Im Hof der Verdammten inszeniert Galbass eine Hinrichtung. Es gelingt Fartuloon, den Gouverneur in eine Diskussion über den Verwendungszweck der Talama zu verwickeln. So kann sich Atlan unbeachtet dem Kunstharzblock nähern, in den Gelwansither eingegossen ist. Eine Steinplatte an einer der Ecken des Blocks ist gelockert worden. Der darunter liegende Hohlraum dient als Aufbewahrungsort für die Waffen der vier Gefährten. Auch auf das Skarg hat Orfina, eine Mätresse des Gouverneurs, deren Liebe zu Atlan entflammt ist, nicht vergessen.

Doch noch bevor Atlan die Waffen herausholen kann, wird Tharniel Ortoba auf Galbass Befehl hin von Fesselfeldern zur Regungslosigkeit verdammt. Ein Flugkörper schwebt über seinem Kopf und entleert eine zähflüssige Masse.

Fartuloon öffnet ein Talama, aus dem ein Gantrie entweicht, mitten zwischen den Soldaten des Gouverneurs herumkurvt und die Männer durch eine Strukturlücke in den Hyperraum schleudert. Atlan bewaffnet in dieser heillosen Verwirrung seine Kampfgenossen. Als Roboter im Hof der Verdammten auftauchen, flüchten die Kameraden in ein Gebäude, wo sie bereits von Orfina erwartet werden. Sie schleichen durch den Park, der den Palast umgibt und einem wahren Dschungel gleicht, auf das Westtor der den Palast umgebenden Feuerwand zu. Das Portal wird von Kampfrobotern und Soldaten bewacht. Atlan schleudert eine Grauzayna-Büchse unter die Männer, die in alle Richtungen davonrennen. Die altersschwachen Roboter vergehen in den Gluten der Energiestrahler. Orfina öffnet die Energieschleuse und Atlan verlässt mit seinen Freunden das Palastgebiet. Orfina bleibt zurück.

Mit einem gekaperten Schweber fliegen sie zum Markt von Broschaan. Trotz eines schweren Gewitters herrscht hier reges Treiben. Die Zone wird von einem Energieschirm umspannt, der Regen und Wind abhält. Die Gefährten versuchen an Bord der GROVEMOOS zu gelangen, doch die Piraten reagieren abweisend. So bleibt ihnen nicht viel anderes übrig, als sich Emotio-Masken zuzulegen und unterzutauchen. An Bord des Händlerschiffes ARGINTAR finden sie zwei Kabinen, die ihnen als vorübergehender Unterschlupf dienen.

Atlan sucht im Schutz einer Emotio-Maske den Händler Plantor auf. Dieser soll den Vorschlag zur Zusammenarbeit an Prillgram Galbass weiterleiten. Atlans Männer wollen ihm Informationen über Fertomash Agmon beschaffen. Als Gegenleistung verlangt Atlan freies Geleit. Der erwartete Unterhändler des Gouverneurs soll als Erkennungszeichen das an Plantor übergebene Talama tragen.

Als Bote von Galbass taucht Pruug in der ARGINTAR auf. Der Gouverneur ist mit dem Angebot einverstanden. Pruug bringt sie an Bord der LAAK-INTA. Dort macht der Extrasinn Atlan aufmerksam, Pruug genau zu beobachten. Langsam dämmert Atlan, wer sich unter der Emotio-Maske tatsächlich verbirgt: Prillgram Galbass. Der Gouverneur in der Maske von Pruug verlässt die LAAK-INTA noch vor deren Auslaufen. Während der Fahrt nach Sebentool wird das Schiff von Gefolgsleuten Mavillan Ruuvers gekapert. Ruuver ist an Atlan und seinen Kameraden interessiert. Die LAAK-INTA setzt Kurs auf Kortasch-Auromt.

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Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon dandelion » 15. Februar 2014, 23:52

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Atlan gerät wieder einmal in große Gefahr. Natürlich wird er gerettet und zwar durch eine Frau, was bei Atlans (späterem) Ruf nicht ungewöhnlich erscheint. Erstaunlich ist in diesem Fall aber die Wandlung der Retterin in Atlans (und des Lesers) Wahrnehmung vom abstoßenden Monster zur warmherzigen Liebenden, die für den Arkoniden ihr Leben gibt.

Ist das nun Kitsch oder eine Belehrung des Lesers, dass Aussehen und charakterliche Entwicklung durchaus getrennte Wege gehen können?

Leider geht es auch in diesem Roman nicht ohne sadistischen Foltermeister, was anscheinend zu Zeiten des alten Arkonidenreiches fester Bestandteil des gesellschaftlichen Systems war. Zur Abwechslung ist diesmal die favorisierte Methode zum um-die-Ecke-bringen von missliebigen Zeitgenossen erstaunlich kreativ. Eingießen in Kunstharz, das gab es nicht einmal auf Sofgarts Folterwelt.

Auf der Plusseite stehen eine einfallsreich erzählte Entführung, deren Ablauf einem James-Bond-Film alle Ehre gemacht hätte und die differenzierte Schilderung der Piraten und ihrer wechselnden Loyalitäten. Etwas abwegig ist dagegen der Romanbeginn. Atlan wird aus nicht nachvollziehbaren Gründen von den Grauzayna als Erbe eingesetzt und erhält mit den Talama Gegenstände, deren Bedeutung und Wirkung zwar oft angesprochen, aber nie eindeutig geklärt wird.

Eindeutig einer der besseren Romane des bisherigen Zyklus, aber von der Spitze (88, 100, 108, 124) doch ein gutes Stück entfernt.

Re: Klassiker - Der Kristallprinz

Beitragvon Werner Fleischer » 15. Februar 2014, 23:55

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Kein schlechtes Titelbild, allerdings stört der Roborter
Spinal Tap und die Rutles sind die "Krone der musikalischen Entwicklung"

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Grüne Bände mit Goldschrift und aufgeklebten Deckelbild - Seit 1892 ein Zeichen für Qualität - ideal geeignet für den Atlantiszyklus
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