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Re: Requien für ES

Beitragvon sonnenwind » 23. Januar 2019, 20:17

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sonnenwind
Superintelligenz
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@ Homer
Deine Zusammenfassung der Uralt PR-Historie ist sehr verständlich geschrieben. Interessant! Danke! :st:
Es geht weiter...
... auch wenn es manchmal nicht so scheint.
Das Leben findet immer einen Weg und blüht plötzlich da wieder auf, wo man es am wenigsten erwartet.

Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 23. Januar 2019, 20:39

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Homer G Adams
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Wow da ist gerade viel Treadpostverkehr. So muss es sein!

sonnenwind hat geschrieben:@ Homer
Deine Zusammenfassung der Uralt PR-Historie ist sehr verständlich geschrieben. Interessant! Danke! :st:


Kein Problem. ^_^

An weiterer mit Neo vergleichender Kosmologie im momentanen Paraleluniversum wird gerade gearbeitet. Am Freitag in einer Woche geht es wohl ohne Druck mit einer Storysequenz weiter.

Die Schreiblust kehrt zurück.
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

Atlan, PR 470

"Wenn der letzte Ritter der Tiefe gegangen ist, werden alle Sterne erlöschen." Alte kosmische Weisheit über die RdT

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 23. Januar 2019, 21:12

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Homer G Adams
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Bekanntlich komme ich aus dem Fandom, dem ich Jahrzehnte angehörte.

Deshalb unterstütze ich auch Fanprojekte.

Eines davon ist die Fan-Datei: CREST-DATEI, die bis 2009 glaube ich, ein vorzügliches Online-Nachschlagewerk von Fans für Fans ist.

Dr. Robert Hector schrieb dort unter dem Reiter „Projekte“, einunddreißig inzwischen in Fankreisen nahezu legendäre Zusammenfassungen der 31 Zyklen, von der Nr. 1 Die Dritte Macht bis Nr. 31 die Solare Residenz. Dies sind umfangreiche, aber nicht zulange Zusammenfassungen, die nahezu auch Alles zur Kosmologie enthalten.

Die interessantesten Zusammenfassungen aus kosmologischer Sicht, ala Voltz sind die Zyklen Nummer 14 – Panthaura bis zur Nr. 18 – Chronofossilien.

In diesem Zusammenfassungen ist nicht nur der jeweilige Zyklen – Inhalt gut zusammengefasst, sondern eben auch die Kosmologie, die Dr. Robert Hector immer wichtig war und ist!

Die Crest-Datei enthält auch Links zu anderen empfehlenswerten Fanprojekten. Ruhig mal nachschauen.
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

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Re: Requien für ES

Beitragvon Tiberius » 23. Januar 2019, 21:18

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Tiberius
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Leser sind in der Überzahl und machen sich demzufolge mehr Gedanken über einen Roman, als es ein Autor je könnte.

Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 23. Januar 2019, 23:28

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Homer G Adams
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Tiberius hat geschrieben:Hier zu finden: http://www.crest-datei.de/


Danke für den Link Tiberius. Ich nutze oft das Nachschlagewert. Eine gute Ergänzung zur Perrypedia. Vor allem Hectors Zusammenfassungen finde ich einfach super. Auch immer die Extra-Kosmologische Zusammenfassung. :st:
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

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Re: Requien für ES

Beitragvon Elena » 23. Januar 2019, 23:32

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Elena
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Menno, das kommt davon, wenn man nicht mehr so richtig zu Allem kommt, was man lesen möchte. Hier gehts ja richtig rund. Aber Du, Homer, hast ja auch wieder jede Menge interessante Dinge geschrieben. Da ist es immer wieder eine Freude, in diesem Thread zu lesen. :st: :st: :st:
Ein bisschen gesunder Menschenverstand, Toleranz und Humor - wie behaglich es sich dann auf unserem Planeten leben ließe.
- William Somerset Maugham


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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 23. Januar 2019, 23:46

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Homer G Adams
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Elena hat geschrieben:Menno, das kommt davon, wenn man nicht mehr so richtig zu Allem kommt, was man lesen möchte. Hier gehts ja richtig rund. Aber Du, Homer, hast ja auch wieder jede Menge interessante Dinge geschrieben. Da ist es immer wieder eine Freude, in diesem Thread zu lesen. :st: :st: :st:


Hallo Elena.

Es freut mich, wenn du hier immer wieder gerne liest. :)

Im Ernst, wenn man jetzt 53 Jahre PR kennt, gelesen hat und jetzt selbst das schreibt, was ich selbst gerne lesen möchte, kommt da schon einiges an Wissen und 'Erkenntnisse' zusammen. Du hast sicher auch welche über alte PR-Zeiten und Neue. Nur raus damit. :D

In jedem Falle bin ich gespannt auf Band 3000 und ff.

Wenn es an besagter Kosmologie mangelt, dann halt die Old School lesen oder hier im Thread die Storys verfolgen. :-=

In diesem Sinne

Noch ein Guats Nächtle...
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Re: Requien für ES

Beitragvon Elena » 23. Januar 2019, 23:50

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Elena
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Ich liebe am meisten Atlan, Tekener, Gucky, Perry samt Familienmitglieder, Bully samt Familienmitglieder, Tolotos und - über allem schwebend -

ES !!!
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 23. Januar 2019, 23:52

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Homer G Adams
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Elena hat geschrieben:Ich liebe am meisten Atlan, Tekener, Gucky, Perry samt Familienmitglieder, Bully samt Familienmitglieder, Tolotos und - über allem schwebend -

ES !!!



Dem stimme ich Tausend Prozentig zu. Apropos Tek. Wenn meine Energie noch solange reicht, gibt es noch viel über den parallelen Tek hier zu lesen. :)
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Re: Requien für ES

Beitragvon Elena » 23. Januar 2019, 23:55

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Elena
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Das freut mich zu hören, Homer, aber nicht übernehmen, das ist es nicht wert. Gesundheit ist immer wichtiger als die schönste Story!
Ein bisschen gesunder Menschenverstand, Toleranz und Humor - wie behaglich es sich dann auf unserem Planeten leben ließe.
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 24. Januar 2019, 09:53

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Homer G Adams
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Elena hat geschrieben:Das freut mich zu hören, Homer, aber nicht übernehmen, das ist es nicht wert. Gesundheit ist immer wichtiger als die schönste Story!


Moin,

Ich versuche daran zu denken und rechtzeitig wieder eine Pause einlegen.
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 24. Januar 2019, 10:38

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Homer G Adams
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Moin,

Um nicht noch einmal über den Text zu müssen jetzt gleich die Fortsetzung. B-)

8. Teil


Spoiler:
Am anderen Morgen begab ich mich zum Gerichtsgebäude, das im Zentrum der Stadt am Zòcalo, des zentralen Hauptplatzes von Bonanza City, stand. Darum gruppierten sich die wichtigsten offiziellen Gebäude der Stadtrepublik. Neuerdings auch immer mehr Banken und verschiedene Geschäftshäuser der momentan wichtigsten Firmen welche in der riesigen Region der Wilderness tätig waren. Bei der Wilderness handelte es sich um ein wildes Marsgebiet, welches keinen irdischen Megakonzernen, Großstaaten oder der TFU gehörten bzw. vom ‚Mars-Rat’ in Bradbury beansprucht wurde.

Um das Gerichtsgebäude zu erreichen, musste ich eine breite Treppe hinaufsteigen. Das Gebäude selbst strahlte ganz in weiß. Mächtige Säulen stützten es und gaben ihm ein antikes Aussehen.
Durch die große Torschleuse betrat ich das Gebäude. Ein Druck auf ein Segment an dem Hals meines Schutzanzugs und der Kunststoffhelm zog sich in die Krause zurück. Ein prüfender Blick der Gardewachen traf mich, doch sie ließen mich ungehindert passieren. Anschließend fragte ich mich bei den Beamten durch und landete schließlich bei einem Marskolonisten mittleren Alters, der sehr wichtig tat.
Als ich den Namen nannte, musterte er mich aufmerksam, aber auch überheblich.

Wahrscheinlich kannte er vom Namen her meinen Gönner, diesen Alexandro de Cimmeria, der sich einen Grafentitel gekauft hatte. Seit die Erdenmenschen von der Adelsgesellschaft im großen Arkonimperium erfuhren, fühlten sich die globalen ‚Alten Familien’ im Aufwind und verbanden sich oft mit milliardenschweren neureichen Magnatenfamilien. Adelstitel wurden einfach gekauft, wie eh und je.

Im Solaren System existierten vier irdische Großreiche und neuerdings der ‚Marsrat’, der für einen unabhängigen republikanischen Mars kämpfte. Er hatte den Rückhalt der TFU, da der Rat oder Senat versprach zu überlegen, ob er als unabhängiger Staat der TFU beitreten könnte.

Die Mars-Refugien der Amerikaner, Russen und Chinesen blieben natürlich außen vor. Niemand, nicht einmal die Separatisten des Mars-Rates wollten einen verheerenden Bürgerkrieg auf dem Mars, der alle Versuche den ehemals Roten Planeten erdähnlich zu machen, konterkarieren könnte. Alle diese Infos hatte ich mir noch in Gesprächen mit den Stammesmitgliedern der Mescaleros besorgt. Man konnte sagen, dass der Mars, ein Frontiergebiet der Menschheit darstellte, das im Vielen dem ‚Wilden Westen’ des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten von Amerika entsprach. Die indigenen Stämme von Nordamerika bildeten dabei lediglich eine der früheren Gruppen, die als Marskolonisten, auf einem von der Erde freien und unabhängigen Planeten leben wollten.

„Wie soll das nur Gutgehen“, meldete sich mein Logiksektor. „Auf der einen Seite träumt die TFU von einer ‚Liga der Freien Planeten’ und die irdischen Großstaaten, zu dem bald der unabhängige Mars dazu stoßen wird, von unabhängigen Staaten, die individuell zu den Sternen greifen möchten.“
„Ich befürchte Para, dass wir das nicht verhindern können. Die Vereinigte Menschheit, zu der nicht nur die terranischen Staaten gehören, sondern auch alle Liduuri- Nachkommen in der Lokalen Wolke, also in dem dreihundert Lichtjahre Gebiet , der das Solare System als Mittelpunkt umgibt, wird wohl noch lange ein Traum bleiben. Niemand ist der größte Feind des Menschen, als der Mensch selbst. Diese alte irdische Weisheit trifft wohl auch auf die neuen Liduuri- Nationen zu, die in der Lokalen Wolke entstanden sind. Seit die TFU und die Konzernflotten mit ihren lichtschnellen Raumschiffen zum Centaurus Sektor vorstießen, trafen sie dort auf Liduuri Nachkommen, die den Terranern diese Informationen gaben.“

„Wenn wir die politischen Verhältnisse in diesem parallelen Solarsystem zum Maßstab nehmen, ist es ein Wunder, dass es ‚deinen’ Terranern ab 1972 gelang, die Menschheit bis 1984 zu vereinen“, erinnerte mich mein Logiksektor. Dem konnte ich nur zustimmen. Diesen revolutionären Vorgang, verschlief ich in meiner Kuppel auf dem Meeresgrund bei der Azoreninsel San Miguel. Bis heute war mir noch rätselhaft, wie ‚vernünftig’ die damalige irdische Menschheit handelte. Etwas, das ich noch 1971 einfach für unmöglich gehalten hatte, bevor ich mich aus Furcht vor einem Atomkrieg in eine Schlafzelle meiner submarinen Kuppel zurückzog. Wie verblüfft war ich als ich 2040 wieder an die Oberfläche zurückkehrte und eine geeinte Menschheit, ja ein ‚Solares Imperium’ antraf.
(Für alle EA-Neulinge: PR-Band 50 :unschuldig:)

„Capitan Vega hat mir keine Zeit genannt“, verteidigte ich mich laut gegenüber dem unhöflichen bürokratischen Menschen. „Er sagte mir nur, dass ich heute Morgen vorbeikommen soll.“
Der Staatsdiener verzog kurz seine Miene und studierte weiterhin wichtig seine Unterlagen. Anschließend winkte er einen der umstehenden Angestellten heran. „Führe den Herrn Artalan de Gonocebola zu Capitan Vega, aber spute dich.“

Der Uniformierte salutierte und blickte mich auffordernd an. Durch das riesige Gebäude voller kühler und halbdunkler Gänge, Treppen, Rampen und Türen folgte ich ihm. Als wir in einem Raum Miguel Vega antrafen, zog sich der Angestellte sofort zurück.
„Da sind Sie ja, Senior de Gonocebola“, begrüßte mich der Offizier tadelnd. „Wir haben schon auf Sie gewartet.“
„Tut mir leid, aber Sie haben mir keine Stunde genannt und ich bin unabhängiger Unternehmer, der seine Zeit einteilen muss. Sie benötigen meine Aussage?“
„Mister McCall ist unser Hauptankläger und kann ohne ihre Aussage die Angreifer nicht anklagen“, erklärte mir Miguel und zeigte auf einen alten Marskolonisten in weißer Robe.
„Haben sie schon eine Aussage gemacht?“, erkundigte ich mich neugierig. „Ich möchte wissen, ob diese Ganoven jemand beauftragt hat, mich umzubringen oder ob sie mich als zufälliges Opfer ausgewählt haben.“
„Sie haben ausgesagt, dass die Schläger Sie zufällig angriffen. Sie gaben an, Gardisten der Vorgängerregierung’ gewesen zu sein, die den Ratsvorsitzenden de Cortoba entlassen hat. Sie wären auf das Geld angewiesen gewesen.“
„Sie lügen“, erklärte ich wütend. „Mir erklärte der Anführer, dass ihr Patron mich sehen wünsche. Sie wollten mich nicht ausrauben, sondern entführen.“
„Dann hatten sie es auf Lösegeld abgesehen. Sie wollten wohl von Ihrem Gönner, dem Grafen von Cimmeria Geld erpressen.“
„Gönner?“
„Nun ja, eine Einladung, einen Pass und einen hm, Schutzbrief des mächtigsten Mann in der Wilderness erhält nicht jeder.“
„Sie wissen davon?“
„Natürlich, der Graf mag politisch im Kampf um BC und den Mars der Mega-Magnaten untereinander neutral sein, aber seine Beziehungen reichen bis zu Juarez und in die Garde hinein. Ich bekam ein Hinweis von Juarez II.“
„Wenn Sie gegen die Ganoven eine Aussage machen, können wir die Übeltäter bestrafen“, mischte sich McCall in unser Gespräch ein. „Und Sie, Herr de Gonocebola können gehen.“
„Gut!“ meinte ich bestimmt und machte anschließend meine offizielle Aussage, unterschrieb diese und bekam die Erlaubnis zu gehen.
„Darf ich fragen, wohin Sie sich jetzt wenden?“, erkundigte sich Miguel Vega, als er mich persönlich ins Freie begleitete.
„Zu den ’Gladiatoren’“, erklärte ich lapidar.
„Verstehe“, sagte er. „So nennen sich die ehemaligen Leibgardisten des im letzten Jahr
gestürzten Magnatenrates, um Eustafio de Cortoba. Sie hoffen wieder auf eine Rückkehr des
Exilanten. Es wäre nicht das erste Mal, dass der ehemalige Ratspräsident zurückkehrt
und wieder gestürzt wird. Diese ‚Gladiatoren’ würden dann wieder ihren alten Job
bekommen.“
„Sie vermuten, dass die Angreifer zu den „Gladiatoren“ gehören?“, fragte Vega, meine
Meinung anzweifelnd und mit jenem Lächeln, das ich nur zu gut an einer gewissen Person in meinem Universum kannte.
„Ja, das denke ich“, erklärte ich mit vollster Überzeugung. Vega blickte mich zuerst
stirnrunzelnd an, dann nickte er allerdings immer noch zweifelnd.

„Da ich Ihre Meinung nicht ändern kann ‚El Jaguar’, darf ich Sie wenigstens begleiten?“
Vega sinnend anblickend, meinte ich schließlich: „In Ordnung, ich nehme ihre Begleitung gerne an.“
Wir schlossen unsere Helme, gingen durch das Schleusentor und draußen übernahm Miguel die Führung durch das Gedränge im Freien. Die so genannte ‚Arena’ und damit gleichzeitig die Ausbildungsstätte der ‚Gladiatoren’, lag etwas abseits, doch ich hatte den Eindruck, dass Miguel oder wie immer er auch in Wirklichkeit heißen mochte, schon öfters hier gewesen war, denn zielsicher führte er mich zu einer kleinen Seiteneingangschleuse.

Drinnen klappten wir unsere Helme wieder mit einem kleinen Druck auf eine Stelle an unserer Halskrause zurück und genossen die frische, wenn auch oft umgewälzte Luft unter der Kunststoffkuppel, unter welcher die Arena lag. Miguel grüßte einige Männer und blieb schließlich vor einem großen Mann stehen.
„Radagais“, begrüßte er den Großgewachsenen. „Darf ich dir einen Freund vorstellen? Er ist neu in BC und auf der Suche...“
„Ist das der Kerl, der von meinen sechs Leuten überfallen wurde?“, fragte Radagais.
„Du hast davon gehört?“, fragte Miguel wenig erstaunt, allerdings mit wütender Miene.
„Das hat sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen“, erklärte Radagais. „Und falls du deswegen kommst, ich weiß nicht, warum meine Männer das getan haben. Sie sind ehrliche Anhänger unserer Sache, überzeugte Anhänger von de Cortoba. Wir sind eine offizielle Organisation mit mächtigen Freunden.“ Er blickte Miguel Vega dabei mit gefährlich flammenden Augen an. Die ‚Gladiatoren’ gaben sich alle antik römisch klingende Namen.
„Ehrliche Männer? Warum haben sie mich dann entführen wollen?“, mischte ich mich erbost ein, auch weil er mich ‚Kerl’ nannte.
Radagais blickte mich, das heißt meine Nano- Maske, jetzt abschätzend und eigentlich ziemlich kühl an, wobei er besonders meine länglichen braunen Haare, die ich wie üblich hinten zu einem Zopf gebunden hatte und meine grauen Augen, besonders skeptisch musterte. „Wenn meine Männer getötet werden, ist das Ihre Schuld, El Jaguar. Was haben Sie getan, um sie gegen Sie aufzubringen? Sind Sie ein verdammter Freak der Mescaleros, wie Ihre Feinde behaupten?“
„Keine Ahnung, ob ich ein Freak bin. Ich hatte mich in den Straßen verirrt und ihre Männer haben mich ohne jeden Grund angegriffen. Jemand hat sie dafür bezahlt“, sagte ich nur, seine Beleidigung bewusst ignorierend, obwohl ich ihm am liebsten eine verpasst hätte.

„Radagais, wir sind miteinander bekannt und respektieren uns, trotz unserer gegenteiligen politischen Meinung. Und um unserer, hm, Freundschaft willen - wenn du etwas weißt, sag es uns und wenn du meinen Freund das nächste Mal persönlich beleidigst, werde ich es zulassen, dass dich El Jaguar zum Revolverduell bittet“, giftete Miguel ihn wütend, gleichzeitig spöttisch an.
Radagais blickte Vega mit durchdringenden Blicken an, während er mir nun doch einen ängstlichen Blick zuwarf. „Ich weiß von nichts.“

Diesmal genoss ich die Furcht des Mannes, ja ich konnte sie regelrecht riechen.

„Deine Aggressionen werden langsam beängstigend, bringe dich unter emotionale Kontrolle!“, meldete sich mein Extrasinn in mir.

Vega musterte Radagais ebenfalls durchdringend und wusste nicht genau, ob er ihm glauben schenken sollte oder nicht. Als wir uns umdrehten, sahen wir uns von einer Gruppe grimmig dreinblickender ‚Gladiatoren’ umringt.

„Wenn unsere Freunde Probleme bekommen, seid ihr Schuld“, knurrte einer, während ich mich von einer Sekunde zur anderen, in einen gefährlichen Dagorkämpfer verwandelte, der seine Kampfinstinkte nicht verbergen wollte. Die Bande reagierte sofort darauf. Ein Funke konnte genügen, um die Situation zur Explosion zu bringen, während ich mit der linken Hand meine Jacke weg schob, so dass jeder meinen Colt im Schulterhalfter sehen konnte.

Schnell hob Miguel die Hand. „Geht zur Seite, Leute! Eure Freunde sind selbst Schuld. Niemand, auch kein Gladiator, darf ungestraft einen Bürger von BC angreifen.“
„Besonders dann nicht, wenn dieser ‚Bürger’ ein Freak ist, der von einigen Mächtigen geschützt wird, nicht wahr?“, rief ein Zweiter und der Kreis um uns zog sich enger zusammen.
Als einer der Männer nach mir griff, packte ich dessen Hand, ein Dagorgriff und der Mann flog über meine Schulter und blieb benommen am Boden liegen. Ich wollte niemanden verletzen, doch wenn ich dazu gezwungen wurde, würde ich mich verteidigen. Ohne, dass ich es wollte, hatte ich plötzlich meinen kleinen Revolver in der rechten Hand.

„Geht sofort zur Seite, Männer!“ rief eine Stimme aus dem Hintergrund und die Gladiatoren gehorchten sofort, wenn auch zögernd und murrend. Neben Radagais erkannte ich einen zweiten Mann.
Miguel ergriff umgehend meinen Arm und zog mich mit sich. „Komm schnell! Es ist besser wir gehen.“
„Aber Radagais verbirgt etwas. Er kennt den Auftraggeber“, meinte ich und steckte den Colt wieder zurück in den Schulterholster, was Miguel mit einem raschen zustimmenden Blick quittierte.
„Vielleicht, doch jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt zum Kämpfen. Wir werden es auf andere Art herausbekommen“, versprach Miguel.
Während wir uns zurückzogen, folgte uns Radagais hasserfüllter Blick.
Später erfuhr ich von dem Gespräch. Der Mann neben Radagais sagte: „Es ist schief gegangen. Unser Patron ist sehr wütend.“
„Daran ist nur Miguel Schuld. Er ist gefährlich geworden.“
„Vielleicht sollten wir uns um ihn kümmern“, schlug der Mann vor.
„Nein, auf keinen Fall. Vega ist zu wertvoll. Er vertraut mir und durch ihn erfahren wir manches aus dem feindlichen Lager. Außerdem wird er vom Mars-Rat und der Security, der MarSec unter Niko Quinto geschützt. Wahrscheinlich ist er ein Geheimagent der MarSec. Vega ist Tabu!“
„Der Patron wünscht den Fremden immer noch in seine Gewalt zu bekommen. Wir müssen es erneut versuchen, doch jetzt ist er gewarnt. Dieser El Jaguar ist gefährlich wie eine irdische Klapperschlange. Außerdem ist er ein Freak mit Fähigkeiten, die uns unbekannt sind. Es wird nicht mehr so einfach sein, an ihn heranzukommen. Doch der Patron hat einen neuen Plan. Wir sollen diesem Artalan eine Nachricht zukommen lassen, die ihn in den neuen Sektentempel am Rande der Stadt lockt. Dort werden wir ihn ohne Gefahr in unsere Gewalt bekommen. Der Patron hat dort eine Spezialgruppe zur Hand.“
„Warum will unser Patron ihn überhaupt lebend haben?“, fragte Radagais. „Eine Kugel ist für diesen adoptierten Mescalero das Beste. Nicht auszudenken, wenn ihm noch das Wohlwollen von Alexandros de Cimmeria zufällt!“
„Das geht uns nichts an. Wir haben zu gehorchen. Der Patron ist ein guter Mann und sorgt für uns sehr gut. Alles, was wir zu tun haben ist, seine Befehle auszuführen“, erklärte der andere mit großer Bestimmtheit.

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Inzwischen begleitete Miguel Vega mich zurück zu meinem Hotel. „Sobald meine Leute etwas erfahren, informieren wir Sie Artalan“, sagte Miguel zum Abschied.

Sinnend blickte ich Miguel hinterher und dachte darüber nach, was er mir eben gesagt hatte, wieso er sich mit den Schlägertrupps des Mega-Magnaten de Cortoba abgab. Miguel sollte sich auf ‚höheren Befehl’ mit ihnen einlassen, um mehr von den Plänen ihrer mir feindselig eingestellten Mächtigen zu erfahren.

Die nächsten Tage ereignete sich nichts weiter, außer, dass wir in unsere neue Villa umzogen und ich meine Minengeschäfte vorantrieb. Miguel besuchte uns hier und er erzählte auch, dass die vorherige Besitzerin von Unbekannten umgebracht worden sei. Es wäre ein schreckliches Ereignis gewesen, denn man fand sie mit abgeschlagenem Kopf im Haus vor.

Theresa de Silva und ich sahen uns bezeichnend an, ein Blick den Miguel nicht übersah.
„Ihr kanntet die Ermordete?“
„Nein, aber so zu sterben ist immer schrecklich. Im Zusammenhang mit unserer Jagd auf ‚Damian’ stoßen wir immer wieder auf so Getötete. Was ist mit dir, Miguel? Kanntest du die Ermordete?“ Wir hatten beschlossen uns zu Duzen, nachdem wir beide festgestellt hatten, dass wir einen gemeinsamen Gönner, den ‘Grafen’ Alexandro de Cimmeria besaßen.
„Nein!“
Dieses Nein kam so schnell aus seinem Mund, dass ich glaubte, dass Miguel Vega in dieser Hinsicht log. Dies erstaunte mich zwar, doch ich sagte nichts. Den Grund würde ich schon noch herausbekommen.

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Die ganze Zeit über beobachteten Theresas Spitzel die Hexe Liliana, so dass sie über jeden ihrer Schritte informiert war. Noch konnte Theresa ihr Vorhaben nicht verwirklichen, denn Artalan würde sofort vermuten, dass sie dahinter steckte.
Lady Liliana schien zwar wirklich mit diesem Sancho zusammen zu sein und kein Interesse an El Jaguar zu haben, doch das konnte auch eine Täuschung sein. Solange sie lebte, würde sie eine Gefahr für Theresas Beziehung zu Artalan darstellen.

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Wir trafen uns nach Feierabend öfters mit Liliana, denn ich wollte ihre Hilfe im Kampf gegen Damian, doch Liliana hatte zurzeit kein Interesse daran. Sie wollte sich heraushalten und die Zeit, die sie mit Sancho verbrachte, nicht in sinnlosen Kämpfen oder Suchen vergeuden. Dafür hatte ich durchaus Verständnis. Diese Treffen benutzte Theresa dazu, die Schwächen ihrer eingebildeten Rivalin herauszufinden.

Eine Woche nach dem misslungenen Entführungsversuch überbrachte mir einer meiner Informanten die Nachricht, dass mich jemand im neuen Tempel einer Sekte vor der Stadt treffen wollte.
Da Theresa das Haus bereits verlassen hatte, das kam in der letzten Zeit immer öfters vor, hinterließ ich ihr durch die Haus- KI eine Nachricht, bevor ich zum Tempel aufbrach. Zuvor hatte ich mich im Büro bei Merrimer für einen Tag abgemeldet. Er sollte meine Termine übernehmen. Die Handwerker in unserem neuen Haus rückten eben an, sie bauten die Villa um. Theresa hatte darauf bestanden. Die Besprechung mit dem Chefhandwerker dauerte nicht mehr als eine Stunde.
Sie versprachen mit dem Umbau in drei Wochen fertig zu sein. Eine ausgehandelte Prämie sollte diese Vereinbarung unterstreichen. Danach ließ ich mich von einem automatischen von einer KI gesteuerten Taxi- Rover zu meinem heutigen Ziel chauffieren.

Der ‚Aztekentempel’ entsprach den alten irdisch mexikanischen Vorgaben. Die Stufenpyramide stand an einem großen Platz und machte auf den ersten Blick einen düsteren Eindruck. Zögernd betrat ich auf der höchsten Stufe das Tempelinnere durch eine Schleuse. Nachdem mein Anzugssensor am Armpaneel grün aufleuchtete, öffnete ich meinen Helm und dieser zog sich in die Halskrause des Schutzanzugs zurück.
Die Tempelluft empfand ich als abgestanden. Aber die Fremdluft schonte die Sauerstoffreserven des Anzugs. Übrigens gehörte nach dem Anziehen eines Marsanzugs, immer ein Kurzcheck dazu. Notfalls wurden die Luft- und Energiereserven noch auf einhundert Prozent gebracht, bevor wir den Helm zuklappten und die Hausschleuse durchschritten. Auch bei Hausbesuchen durfte jeder Marsbewohner, die Hausanlagen kostenlos benutzen, um die Energiepacks und die Sauerstoffpatronen zu ergänzen. Kein Marsbewohner sollte mit leeren Energiespeicher oder Luftvorrat auf den Mars. Noch war dieser nicht terrageformt.

Geflügelte Riesenschlangen mit Reptilien- und Menschenköpfe umrankten die Reliefs. Über dem Haupttor starrten mich Medusenköpfe an. Zudem Gestalten, die durchaus der menschlichen Mythologie, den Märchen und Legenden entsprungen sein könnte.

Beispielsweise entschlüsselte ich Zentauren, Werwölfe, Vogelhumanoiden und weitere, die ich in ihrer Bestienartigkeit nicht entziffern konnte. Die meisten besaßen allerdings humanoide Torsos. Ein Symbol wiederholte sich immer wieder: Die Schlange, die sich in den Schwanz beißt, das Sinnbild, des sich selbst neu erschaffenden Lebens. Alle diese Reliefs und steinerne Werke symbolisierten das mystische Bild der Meso-Amerikaner, das in mir von jeher einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Auf ‚meiner’ Erde hatte ich als Wächter der Erde diese Kultur mehrmals besucht und sie zivilisatorisch unterstützt.

Die bedrohliche Szenerie ließ ich einen Moment auf mich einwirken, bis es mich wieder einmal fröstelte. Es war, als könnte man die blutrünstigen Rituale dieser Leute regelrecht empfinden. Nun zu diesen hatte ich damals auf der Erde gewiss keinen Vorschub geleistet.

Dann ging ich weiter durch die große Halle zum anderen Ende. Dort erblickte ich den großen Hauptgang, von dem ein halbes Dutzend kleinerer Tunnel abzweigten, die ins Innere des Sekten Heiligtums führten. Noch betrat ich jedoch keinen von ihnen, sondern blieb in der großen Haupthalle stehen und wartete. Eigentlich hatte ich keine Ahnung, wo ich den Absender der Nachricht treffen sollte, deshalb beschloss ich einfach stehen zu bleiben. Nach einigen Minuten näherte sich mir eine tief verschleierte Gestalt, die wohl eine Priesterin der Sekte war.

„Du bist El Jaguar?“, fragte mich eine harte Frauenstimme.

Als ich nickte, bedeutete mir die Verhüllte, ihr zu folgen. Sie führte mich durch den großen Gang, bis wir in einen der vielen Seitengänge abbogen und eine kleine Halle betraten. Schließlich erreichten wir einen runden schmucklosen Raum. Es gab nur den Eingang und weiter hinten einen weiteren Ausgang.

„Warte hier“, sagte die Geheimnisvolle und schwebte aus dem Raum. Anders konnte man ihren Abgang nicht bezeichnen. Hinter ihr herblickend wartete ich. Als die Minuten vergingen begann ich mich unbehaglich und beobachtet zu fühlen und sah mich verstohlen um. Doch ich konnte niemand sehen. Trotzdem beschlich mich das Gefühl, in eine Falle getappt zu sein.
„Damian!“ flüsterte ich leise vor mich hin und beschloss, sofort den Tempel zu verlassen. Doch ich kam nicht weit. Vier verhüllte Gestalten versperrten mir den Ausgang. Rasch drehte ich mich um, doch auch am anderen Ende traten mir vier Gestalten entgegen.

Dass es sich um Frauen handelte änderte nichts an ihrem gefährlichen Aussehen, denn als sie ihre Mäntel abwarfen sah ich, dass sie sich in leichte Rüstungen kleideten und so ähnlich aussahen, wie die alten Amazonen aus den alten griechischen Sagen und Geschichten, welche ich auf einer parallelen Erde im antiken Skythien einst traf. Eine dieser Amazonen Aieta Demeter hatte ich damals geliebt und mit ihr einen Sohn gezeugt. Aber das war eine andere Geschichte (siehe Blauband 5)

Die Anführerin trat auf mich zu. Am Klang ihrer Stimme glaubte ich die Verhüllte von vorhin zu erkennen.
Sie schüttelte betrübt den Kopf, als ich in Abwehrstellung ging: „Du willst doch in diesen heiligen Hallen nicht kämpfen? Wir wollen dich nicht töten, sondern dich nur zu unserem Meister bringen. Es ist besser, wenn du uns freiwillig folgst. Es könnten sonst Unschuldige zu Schaden kommen und das willst du doch sicher nicht, oder? In der großen Halle beginnt im Moment ein Gottesdienst für die alten mesoamerikanischen Götter. Es sind viele Menschen da, die immer noch oder wieder der alten Religion anhängen. Dies ist auch eine Reaktion vieler Menschen auf die modernen Zeiten.“

Ein Kampf wäre möglich und vielleicht würde mir sogar die Flucht gelingen, wenn ich rasch nach meinem kleinen Colt im Schulterhalfter griff. Doch wollte ich das wirklich? Noch schien mein Leben nicht in unmittelbarer Gefahr zu schweben. Wenn ich scheinbar freiwillig mitging, erfuhr ich endlich, wer hinter diesen Überfällen steckte. Wochenlang hatte ich umsonst nach einem Hinweis gesucht und nun fiel dieser mir scheinbar in den Schoß.
„Nun gut“, ich tat so, als müsse ich mir das noch reiflich überlegen. „Du hast Recht, meine geheimnisvolle Schöne. Natürlich möchte ich nicht, dass Unschuldige verletzt werden. Ich ergebe mich und komme freiwillig mit.“

„Gib mir deinen Colt! El Jaguar geht nie ohne ihn irgendwo hin.“ Die Frau streckte verlangend ihre Hand aus. „Und mach keine verdächtigen Bewegungen.“

Im gleichen Moment spürte ich eine tödliche feine Klinge aus Titanium an meinem Nacken. Eine der Frauen hinter mir bedrohte mich tödlich mit einem Dolch. Der Gedanke kam mir, dass es vielleicht doch keine gute Idee gewesen war, nicht mein Heil in der Flucht zu suchen, doch diese Erkenntnis kam zu spät.
„Und wer bist du?“, fragte ich die Frau.
„Ich bin Jimena!“
„Er bedeutet, die Gerechte. Stimmt der Name für dich?“
Die Frau antwortete nicht, sondern verlangte zum zweiten Mal meinen Colt. Der Druck der Klinge, diesmal an meiner Kehle verstärkte sich. Die zweite Gegnerin hatte sich blitzschnell umpositioniert. Ich spürte einen Blutrinnsal am Klingendruck fließen. Gleichzeitig würden meine Medo- Naniten in mir aktiv werden.

Schließlich holte ich den Colt hervor und legte ihn etwas widerstrebend in die Hand der
Amazone. Die Klinge an meiner Kehle verschwand.
„Pass gut auf ihn auf. Es ist ein Teil von mir und ich möchte ihn wiederhaben. Es ist eine wunderbar gearbeitete Waffe, extra bei einem Waffenschmied in New Charlton für meine Hände gearbeitet.“
„Nur wenn mein Meister entscheidet, dass du ihn zurückbekommst.“
„Und wenn nicht?“, fragte ich gefährlich leise.

„Dann stirbst du durch deinen eigenen Revolver - durch meine Hände“, meinte sie spöttisch.

Der Schlag kam so schnell und ansatzlos, dass ich keine Abwehrmöglichkeit besaß. Ein stechender Schmerz, dann wurde mir schwarz vor den Augen.
„Bringt ihn weg, bevor noch jemand kommt“, befahl die Frau.

„Und so was, soll ein Ritter der Tiefe sein“, hörte ich noch in meinen Gedanken, kurz vor es dunkel in mir wurde.
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 25. Januar 2019, 10:22

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Homer G Adams
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Moin,Moin

Ein weiteres

INTERMEZZO.

Die New Ökonomie -
basierend auf der Blockchains-Technologie

von Homer G.Adams

Spoiler:
Eigentlich gelte ich als Prototyp der ‚Old Ökonomie’ basierend auf Konzernstrukturen, Großbanken und Investoren-Systeme.

Aber so oberflächlich kann man mein ökonomisches Denken nicht klassifizieren. Ich war und bin dem Neuen immer offen.

Eine ‚New Ökonomie’ hat man anfangs des 21. Jahrhundert immer wieder versucht. Als die erste Große Finanzkrise 2008 die global gewordene Welt heimsuchte, wurden rasch die Schuldigen gefunden: Banken, Zentralbank- und Währungssystem und ein ‚Manchesterkapitalismus’.

Findige Köpfe, zu denen auch ich mich zählte, versuchten alternative Währungssysteme zu entwickeln. Bald geisterten sogenannte ‚Kryptowährungen’ wie Bitcoin durch die digitalen Netze. Das Abrechnungssystem wurde ‚Blockchains-Technologie genannt.

Man kann die Blockchains auch auf die komplette Ökonomie anwenden.

Die Blockchain ist laut Wikipedia: „eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen, Blöcke genannt, die mittels kryptographischer Verfahren miteinander verkettet sind.
Jeder Block enthält dabei typischerweise einen kryptographisch sicheren Hash des vorhergehenden Blocks, einen Zeitstempel und Transaktionsdaten.“

Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich bei einer Blockchains um eine spezielle Datenbank, die folgende Inhalte sicher festlegt:

- Transaktionsdaten ohne eine zentrale Kontrollinstanz
- Keine Notwendigkeit von gegenseitigen Vertrauen
- vollkommene Transparenz.

Bald erklärten die sogenannten Experten, dass der Bitcoin die alten von Zentralbanken kontrollierten Währungen ersetzen würden.

Schon anfangs 2019 war erkennbar, dass der Bitcoin und andere Kryptowährungen nur NEBEN den alten Währungssystemen existieren würden.

Ich verfolgte die damaligen Talk- und Expertenrunden, die dann, als die Blockchains-Technologie anfangs der 2020er Jahren weite ökonomische Kreise erfassten, mit einem Grinsen. Dort wurde doch glatt kolportiert, dass ‚bald’ die Bankensysteme und Konzernstrukturen, ja sogar der Kapitalismus überflüssig werden würde.

Aber was geschah? Genau! Konzerne, Banken und Zentralbankgesteuerte Währungen existierten weiter, parallel zu den Kryptowährungen und der auf Blockchains basierende ‚New Ökonomie’. Damals machte ich mit den stark abfallenden Kursen der ‚alten Konzerne’
Milliarden. Die Gesellschaften erholten sich natürlich, erreichten allerdings nie wieder die alten Höhen.

Mit dem Einsetzen der galaxienweiten Hyperstürme und der Übernahme der lichtschnellen ferronischen Raumfahrt und ferronischen Technologie ab 2037, besiedelten und erschlossen wir wirtschaftlich das Solsystem, das Centaurus System und einige andere Sonnensysteme, die nicht weiter als zehn Lichtjahre entfernt lagen.

Auch dabei existierte die auf Blockchains basierende Ökonomie mit der ‚Old Ökonomie’ munter parallel weiter miteinander.

Am Beispiel der wirtschaftlichen Erschließung des Mars scheint die Old Ökonomie oberflächlich betrachtet, klar die Nase vorn zu haben.
Aber wer tiefer blickt erkennt, dass der Privatmann und hier vor allem die Siedler in den Pionierkolonien mehr auf die Blockchains-Technologie setzen. Der Grund ist klar. Man kann die Kryptowährungen selbst generieren und eine unabhängige Ökonomie darauf aufbauen.

Im Minengeschäft setzen auch hier die ‚Kleinen’, wie die unabhängigen Prospektoren und Kleinminenbetreiber auf die Blockchains-Ökonomie, während die großen Firmen naturgemäß auf die alten Strukturen setzen. Clevere Unternehmen setzen allerdings auf b e i d e Ökonomien.

Die dreißig Jahre lang, nur durch eine lichtschnelle Raumfahrt erreichbaren fernen Kolonien im Centaurus-System oder im Umkreis der ominösen zehn Lichtjahre sind zumeist auf sich allein gestellt und setzen fast ausschließlich auf die Blockchains-Ökonomie.

Ebenso zumeist die ‚Interstellar Adentures Compagnies’, die hauptsächlich auf ihren Fabrikschiffen und Planetoiden allein auf sich gestellt sind. Sie horten dort ihre Erzeugnisse und abgebauten Ressourcen, bis ein nur lichtschnelles Handelsschiff vorbeikommt.

Seit Ende 2066 steht die von NATHAN überlassene Subraumtechnologie mit ihren ‚Raumkrümmungs-Antrieben’ zur Verfügung. Und die bisherigen Kolonien oder Interstellar Gesellschaften auf ihren Raumschiffen und Planetoiden sind jetzt in Tagen und Wochen erreichbar Wir werden erleben, dass sich die Old- und die New Ökonomie zu EINER Zukunfts-Ökonomie zusammenschließen.

Wie immer werden wir erkennen, dass das Alte und Neue zusammen existieren kann und muss!

Ad Astra

(Homer G.Adams in einem Artikel in der ‚Martian News’, am 25.1.2067)
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Re: Requien für ES

Beitragvon sonnenwind » 25. Januar 2019, 11:10

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sonnenwind
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@ Homer
Teil 8 wieder interessant! :st:
Am coolsten finde ich Jimena und Ihre Amazonen. Klasse! :st:
Es geht weiter...
... auch wenn es manchmal nicht so scheint.
Das Leben findet immer einen Weg und blüht plötzlich da wieder auf, wo man es am wenigsten erwartet.

Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 25. Januar 2019, 16:15

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Homer G Adams
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sonnenwind hat geschrieben:@ Homer
Teil 8 wieder interessant! :st:
Am coolsten finde ich Jimena und Ihre Amazonen. Klasse! :st:


@ Sonnenwind

Es freut mich, dass dir die Story wieder gefällt. Ab jetzt, nachdem der Hintergrund der Serie klar ist, kommen wieder mehr 'persönliche Geschichten'. Auch ich finde Amazonen cool. :rolleyes:
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 28. Januar 2019, 10:39

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Homer G Adams
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Moin, moin,

Gleich der nächste Teil, damit die Story voran kommt, und mir nicht zuviel Zeit kostet für das Überarbeiten :devil:


9. Teil

Spoiler:
Niemand von ihnen bemerkte die Gestalt, die verborgen hinter einer der Säulen alles beobachtet hatte, ohne eingreifen zu können.
„Verflucht“, meinte Ramirez Morales zu sich selbst. „Das hat mir gerade noch gefehlt. Jetzt muss ich ihm auch noch das Leben retten. Aber gleichzeitig ist das die beste Gelegenheit, Artalan zu beweisen, dass ich auf seiner Seite stehe!“

Er klappte seinen Helm herunter und ging nach draußen, wo Costa Vernandez ihn schon erwartete. Ramirez hatte seinem Freund befohlen, draußen zu warten, da er sich alleine mit Artalan hatte unterhalten wollen, doch die Amazonen kamen ihm zuvor. Zusammen beobachteten sie, wie die Frauen den Schutzbefohlenen des geheimnisvollen ‘Grafen’ mitnahmen.
„Amazonen!“, bemerkte Morales zu Costa. „Griechische Legenden und Mythen werden lebendig! Wer ist dieser Damian?“
Sein Freund und Stellvertreter schwieg und starrte düster vor sich hin. Er ahnte schlimme und unglaubliche Zusammenhänge.

In sicherem Abstand folgten sie den Entführern, die in einem Anwesen verschwanden, das sich direkt an die Stufenpyramide anschloss. Ramirez Morales und Costa Vernandez beschlossen Hilfe zu holen, denn alleine konnten sie sich nicht in das hervorragend bewachte Anwesen wagen. Costa fiel dieser Capitan der Mars Garde ein, Miguel Vega, mit dem Artalan inzwischen befreundet war. Und natürlich entging ihnen auch die Anwesenheit Lilianas nicht. Doch der ehemaligen Doppelagentin wollte Ramirez Morales nicht begegnen. Sie hatten einst auf verschiedenen Seiten gearbeitet.

Morales wandte sich an Vernandez: „Weißt du, wer in dem Anwesen wohnt?“
Seit er in Bonanza City lebte, hatte Ramirez jeden Besitzer einer Mars-Villa überprüfen lassen. Er wusste deshalb, dass in dem Haus bis vor wenigen Wochen niemand gelebt hatte. Das bedeutete, es gab jemanden in der Stadt, der sich genauso geheimnisvoll verhielt, wie er selbst. Und das ließ nur den Schluß zu, dass dieser etwas zu verbergen hatte – dieser Damian vielleicht, den El Jaguar und wohl auch Juarez II suchen ließ, jener Mega-Magnat, der sich nach dem mexikanischen Revolutionär des 19. Jahrhundert nannte?

„Meine Spitzel haben mir zugetragen, dass es eine mächtige Person wäre. Das Anwesen wird von einer Schar seltsamer Frauen bewacht, die niemanden auf das Grundstück lassen, der nicht eingeladen wurde.“
Ramirez sah seinen Freund wenig erstaunt an: „Frauen? Wie diese da?“
„Ja, Kriegerinnen“, erklärte Costa Vernandez stirnrunzelnd und finster.
„Und meine Spitzel erzählten auch, dass diese Frauen um dein Haus schleichen. Sie beobachten es.“
Ramirez Morales wurde aschfahl im Gesicht. „Du meinst sie haben es auch auf mich abgesehen? “ Costa nickte schweigend.
„Du gehst unverzüglich zu der Garde“, bat Ramirez seinen Mitarbeiter. „Ich bleibe hier und beobachte weiter.“
Costa Vernandez verschwand und Morales zog sich noch etwas weiter zurück. Er hielt einen jungen Marskolonisten an, welcher eine gelbe Schärpe über seinem leichten Schutzanzug trug. Er kennzeichnete ihn als privaten Boten: „Kennst du das neue Haus des Artalan de Gonocebola?“
Der junge Mann blickte ihn erstaunt an: „Natürlich, dass kennt doch jeder der mit Informationen handelt oder als Guide tätig ist. Er hat das verfluchte Haus der Witwe Sola gekauft.“
Ramirez Morales drückte ihm eine Fünfsolarmünze in die Hand. „Dann kennst du auch die neue Herrin des Hauses?“
„Ja“, erklärte der junge Mann.
„Hole sie bitte her. Sage ihr, dass ihr Gefährte in Gefahr sei. Wenn du das schaffst, gebe ich dir einen weiteren Goldpeso im Wert von zehn Solar.“ Um zu beweisen, dass er die Münze besaß, zeigte er sie dem jungen Mann.
Der junge Marskolonist zögerte nicht lange, sondern eilte davon. Bares Geld war in der Wilderness immer noch rar, da viele Geschäfte in der Wildnis mittels Blockchains digital abgewickelt wurden.
Bares Geld konnte trotzdem immer gebraucht werden. Ramirez Morales sah dem Boten und Informationshändler noch einen Augenblick hinterher und hoffte, dass er es wirklich schaffte, Theresa de Silva herzubringen. Denn nur gemeinsam hatten sie eine Chance, Artalan aus einer sehr gefährlichen Gefangenschaft zu befreien.

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„Was willst du?“, fragte Capitan Vega mit seiner dunklen leicht vibrierenden Stimme.

Costa Vernandez ließ sich nicht einschüchtern und erzählte, was sich ereignet hatte. Miguel wurde sofort freundlicher. Auf sein Gesicht stahl sich ein Grinsen, das Costa schier sein Herz einfrieren ließ. „Wenn mein neuer Freund sich in Gefahr befindet, muss ich ihm helfen“, das sagte Vega mit diesem seltsamen Gesichtsausdruck, der seine Gefährlichkeit zum Ausdruck brachte.
Schnell sammelte Miguel ein Dutzend Gardisten zusammen. Die Soldaten, die ihn begleiteten, taten das freiwillig, als er ihnen den Zweck erklärte. Sie kannten Artalan und hatten dem Schutzbefohlenen des Grafen Cimmeria schätzen gelernt, da er sich in den letzten Wochen auf der Suche nach Damian viel in der Garnison aufgehalten hatte. Ständig fand er für jeden ein freundliches Wort und kam nie mit leeren Händen. Die einfachen Soldaten vergaßen das nicht. Zum Beispiel stiftete er in der Mannschaftskantine einen neuen Kaffeeautomaten, der vorzüglichen Kaffee lieferte. Selbst Vega bediente sich dort.

Kurze Zeit später stießen sie auf Ramirez Morales, der ihnen erklärte, dass in der Zwischenzeit niemand das Anwesen verlassen hatte. Vor der Anlage, die direkt an einen Häuserkomplex anschloss, stieß eine zu allem entschlossene Theresa de Silva zu ihnen.

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Als ich das Bewusstsein wieder erlangte, lag ich ohne meinen Schutzanzug, allerdings in einem saloppen Hausanzug gekleidet in einem prunkvoll eingerichteten Zimmer auf einer eigentlich bequemen Liege. Im ganzen Raum verteilten sich Teppiche auf dem Boden, sogar die Wände wurden damit geschmückt. Auf dem Tisch vor mir standen kalte Speisen und Obst in Schalen und Körben. In wertvollen kristallenen Karaffen befanden sich erlesene Weine. Allerdings verspürte ich im Moment weder Hunger noch Durst. Dies alles kam mir wie eine Henkersmahlzeit vor, denn den Raum empfand ich trotz allem Luxus als ein Gefängnis, denn ich sah nur eine Öffnung und keine Fenster. Die Tür fand ich wie erwartet verschlossen vor.
„Nun gut“, sagte ich laut zu mir selbst. „Warten wir ab.“
Noch etwas benommen, setzte ich mich auf die Liege und schloss die Augen, um Dagor- Meditationsübungen zu machen.
Als ich ein Geräusch an der Tür hörte, wurde ich sofort hellwach. Wie viel Zeit vergangen sein mochte, konnte ich nicht beurteilen, doch meinem Gefühl nach, mussten es eine halbe Tonta sein. Die Dagor- Übungen machten meinen Verstand scharf und klar.

Jimena betrat den Raum. Diesmal nicht mehr in das Gewand einer Priesterin sondern, in einer silbergrauen fein gearbeiteten Kettenrüstung gekleidet. Dies gab ihr endgültig das Aussehen einer waschechten Amazone. Ihr folgten vier ähnlich gekleidete grimmig drein blickende hoch gewachsene und muskulös-athletische Frauen. Sie wirkten fast männlich.

„Wie ich sehe, umgibt sich euer Patron nur mit Frauen? Hat er etwa Angst, dass ich mich wehren werde, wenn er Männer schickt?“, versuchte ich die Kriegerinnen zu provozieren.
„Unser Meister wünscht dich zu sehen“, sagte Jimena, ohne auf meine Provokationen einzugehen.
„So? Will er das? Und wenn ich ihn nicht zu sehen wünsche?“, entgegnete ich grimmig.
Sofort versteiften sich die Frauen und nahmen Kampfstellungen ein. „Das solltest du lieber nicht versuchen, El Jaguar. Meine Amazonen sind gut geschult und besiegen jeden.“

Diese Aussage überzeugte mich nicht. Irgendwie hoffte ich darauf sie besiegen zu können, denn sie rechneten bestimmt nicht mit einem Kämpfer, welcher bei den Mescalero-Apachen, den Meistern des Nahkampfes und des Tarnens jüngst in die Schule ging und eine jahrtausendelange Dagorschulung und Kampferfahrungen hinter sich hatte.. Doch mit meiner Weigerung begann ich das Spiel. Natürlich wollte ich endlich meinen unsichtbaren, geheimnisvollen Gegner kennen lernen.
So ging ich an den Amazonen vorbei, die jede meiner Bewegungen aufmerksam beobachteten. Sie behandelten mich, wie einen gefährlicher Tiger. Wie sie damit Recht hatten!
Jimena schritt voran und ich folgte ihr in eine Halle. Säulen stützten die hohe gewölbte Decke. Ein langer blauer Teppich lag mitten im Raum und endete vor einem Podest, auf dem ein großer thronartiger Stuhl stand.
Aber nicht dieser thronartige Sessel beherrschte den Raum, sondern der Mann auf dem Stuhl. Allein, dass er auf einem solchen Sitz saß, sagte mir, wessen Geistes Kind, dieser Typ sein musste.
Sofort spürte ich, dass es sich um den mysteriösen Gegner handelte. Er trug eine dunkle hervorragend angepasste und modulierte Maske. Langsam ging ich auf den Mann zu, der mir erwartungsvoll entgegensah. Vor dem Podest blieb ich stehen. Durch seine Maske wurde sein Gesicht zwar verdeckt, aber ich konnte seine Augen und Gestalt erkennen, obwohl er sich in einen dunklen Kapuzenmantel hüllte. Er mochte mein Alter haben und er strahlte irgendetwas Vertrautes, gleichzeitig Dunkles und Drohendes aus.

„Ein vom Dunkel verführter OdL-Agent?“, fragte sich der Logiksektor in mir.
„Wer weiß, es wäre nicht das erste Mal, dass ein hochrangiges Ordensmitglied zu der Dunklen Bruderschaft oder einem hiesigen Äquivalent überläuft, schließlich haben wir alle die Entscheidungsfreiheit“, entgegnete ich mental meinem von OdL- Spezialisten verbesserten Logiksektor, der sich jetzt selbst das ‚Para’ nannte. Ich vermutete längst, dass sich in meinem Zweitbewusstsein, immer noch der bewusste Funke eines ES- Splitters aufhielt mit bislang noch unbekannten Fähigkeiten und Möglichkeiten. Immerhin war ‚unser ES’ ein führendes Ratsmitglied des Konzilium des Ordens des Lichts, einer multiversal und interuniversal tätigen Organisation der Ordnungsmächte. Sie ersetzte die Organisation der Ritter der Tiefe.

„Selbst wenn es so wäre, könntest du über diese Möglichkeit dankbar sein, denn immerhin solltest du deine Bestimmung eines ‚Ritters der Tiefe’ annehmen. Innerhalb des OdL könntest du dann endlich viel höher qualifiziertere Aufgaben, die einem RdT entsprechen, übernehmen. “
Nein, das würde ich nicht…

„Keine neuerlichen Diskussionen darüber, denn das könnte in Kürze sowieso obsolet werden“, gab ich mental zurück und erntete telepathisches Schweigen meines Para, was es jetzt auch immer in Wirklichkeit sein mochte.

Der Fremde besaß eine schulterlange weiße löwenartige Mähne. Seine eigentümlich bernsteingelben Augen mit den grünen Punkten aus der Maske musterten mich so durchdringend, dass ich unwillkürlich erschauderte.
„Verflucht, woher kenne ich diese Augen“, dachte ich total irritiert. Mein Gedächtnis litt immer noch unter den Nachwirkungen des Strangeness- Schocks oder hatte es andere Gründe?

Sofort erkannte ich, dass mein Gegenüber wenigstens meine Gefährlichkeit und wohl auch mein Potential wenn auch auf der negativen Seite besaß. Und ich beschloss auf der Hut zu sein. Seine Ausstrahlung war stärker als meine und besaß eine Jugendlichkeit, die allerdings die Weisheit eines uralten Volkes zum Ausdruck brachte. Woher nur kannte ich dieses Volk?

„Verfluchte Strangeness!“ giftete ich in Gedanken und mein Para schwieg noch immer. Konzentrierte es sich auf etwas oder beeinflusste es mich, dass ich unter Gedächtnislücken litt? Alles schien möglich zu sein. Auch in den Zeiten als Wächter der Menschheit die Jahrtausende hindurch, wurde ich permanent von dem Übervater der terranischen Menschheit gedächtnistechnisch manipuliert. Nicht schon wieder?

Der andere musterte mich ebenfalls von oben bis unten, solange bis es mir unbehaglich wurde.
„So, da schickt der Orden also seine Geheimwaffe, um mich auszuschalten. Er lachte mit einer tiefen eigentlich eindrucksvollen Stimme, die ich kannte und doch nicht zuordnen konnte.
„Vielleicht verhindert ein mentales Imprint in mir, dass wir ihn zuordnen können“, mutmaßte ich in Gedanken. Mein Para schwieg noch immer. Vielleicht beleidigt, wegen meiner aufmüpfigen Gedanken hinsichtlich der Kosmokraten?

Der mir Fremde, sagte diese Worte in der Sprache der Mächtigen, welche gleichzeitig als multiversale Sprache von der Dunklen Bruderschaft UND dem Orden des Lichts gesprochen wurde.
„Wer weiß“, entgegnete ich in der gleichen Sprache, welche die Hilfskräfte der Kosmokraten seit hunderten von Jahrmillionen benutzten.
Wieder musterte er mich eindringlich.
„Du könntest zu uns übertreten, Paladin, um dein Leben zu retten! Eigentlich mag ich dich Atlan da Gonozal. Du wurdest bislang von den ‚Hohen Mächten’ permanent manipuliert. Wie lange lässt du dir das noch gefallen?“
„Wer zum Henker bist du? Ein Mitglied der Dunklen Bruderschaft?“
„Aber, aber. Du weißt es immer noch nicht? Seit vielen Monaten bist du auf der Suche nach mir und ich setzte dich Prüfungen aus. Du gehörst zu uns, das ist deine Bestimmung. Nicht umsonst locken wir immer weitere hochrangige OdL- Mitglieder in diese Universenfalle. Die Anschläge dienten nur dazu deine Fähigkeiten zu testen und dich letztlich anzulocken. Deine kämpferischen Fähigkeiten sind eindrucksvoll, El Jaguar. Mein Meister und ich muss sie mir sichern. Zusammen könnten wir viel erreichen. Draußen wartet das Multiversum auf uns.“

Wut, Empörung und Hass auf dieses Subjekt überrollte mich mit der Wucht einer Tsunamiwelle. Wurden diese negativen Emotionen von dem veränderten mentalen Ding in mir, das sich Para nannte, gesteuert?

„Du bist Damian?“, sagte ich in der entsprechenden Gemütslage, weil ich Einiges was Damian ansprach ebenfalls empfand. Hasste ich ihn von mir aus?

Der Geheimnisvolle nickte und weidete sich an meinem Hass, den er natürlich aus meinen Worten heraushörte. „Das ist einer meiner Tarnnamen. Aber ich besitze unzählige Identitäten und ja ich besitze auch die Fähigkeiten deinen Hass in mir aufzunehmen, ein bisschen, wie ein Psychovampir.“
Ich dachte in diesem Zusammenhang an den Cyno Nahith Nonfarmale, den ich Jahrhundertelang in meiner Zeit als Wächter der Menschheit bekämpfte und anfangs des 20. Jahrhundert endlich besiegte (siehe Atlan Zeitabenteuer in den Blaubänden oder in Perrypedia)

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Da wir uns in der für sie fremden Sprache unterhielten, verstand Jimena und ihre Kriegerinnen kein Wort von dem, was wir sprachen. Damian befahl ihren Amazonen, den Fremden zu fesseln und wegzubringen. Diese Worte untermauerte der Meister, indem er einen Strahler aus der Kutte zog und El Jaguar damit bedrohte, deshalb wehrte sich dieser nicht. Jimena bemerkte dass der Gefangene durch die Gegenwart des Meisters psychisch gelähmt schien. Beide glichen sich in ihrer mentalen Ausstrahlung und Jimena fragte sich was wirklich dahinter stecken mochte. Beide hassten sich klar ersichtlich und spürbar. Sie wirkten wie Feuer und Wasser. Trotz ihrer Gegensätzlichkeit schienen sie zwei Seiten einer Medaille darzustellen. Wer mochten die beiden wirklich sein?

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Damian sah überlegen grinsend zu, wie die Amazonen diesen arkonidischen Paladin unsanft behandelten und in den Nebenraum schafften. Anschließend bestieg er wieder seinen Thron, setzte sich einen Lorbeerkranz aufs Haupt und dachte nach. Endlich schien er am Ziel seiner Wünsche angelangt. Der potentiell gefährlichste Nebenbuhler in diesem Paralleluniversum befand sich in ihrer Gewalt und er würde ihn auf die Sache des Meisters konditionieren. Ein kleiner Splitter des Meisters würde dazu genügen. Ihre Sache stand nicht schlecht, da der OdL meinte ihr Feind gehöre der Dunklen Bruderschaft an. Eine gute Tarnung. Aber die Sache seines Meisters ging einen unabhängigen Weg, einen jenseits der Kosmokraten, Chaotarchen, des OdL oder der Dunklen Bruderschaft. Es ging schlicht und ergreifend darum, in diesem Paralleluniversum, eine eigenständige Machtbasis aufzubauen. Das ging am Besten, wenn man OdL-Agenten anlockte und sie konditionierte. Die Splitter des Meisters ANDROS reichten selbst dazu aus, Mentoren des OdL damit zu lenken.
Atlan, sein potentieller Nebenbuhler, würde an seiner Seite stehen, nachdem auch er ein Splitterträger sein würde. Dieser würde Atlans Bewusstseinssplitter von ES, was er in seinem Logiksektor in sich trug, überdecken. Dieses kleine bewusste paramentale Potential in Atlan, das er sofort erkannte, hätte keine Chance gegen die Konditionierung im Sinne von ANDROS.

Wie lange er so da saß und sich in seiner zukünftigen Macht, die ihm der Meister schenkte. schwelgte, wusste er nicht. Er schrak auf, als Jimena und eine ihrer Schwestern zu ihm kamen und sich unterwürfig verbeugten.

„Mächtiger Meister! Draußen sind Soldaten und begehren Einlass“, sagte Jimena.
„Handelt nach Plan Omega“, befahl er. „Wir dürfen unsere Karten noch nicht offen legen. Wie viele sind es?“
„Ein Offizier mit zehn Begleitern“, erklärte die Amazone.
„Dann geht und führt sie herein. Und alarmiert eure Schwestern. Wir werden heute Abend noch mehr Opfer haben, denen wir Splitter des Großen Meisters einfügen und damit in unserem Sinne konditionieren können. Versucht möglichst viele der Angreifer am Leben zu lassen.“
Die Amazonen nickten und wandten sich zum Gehen. Am Eingang drehte sich Jimena nochmals um und glaubte ihren Augen nicht trauen zu können. Erschrocken blieb sie stehen, als ein Fremder hinter dem Thron aus dem Nichts auftauchte. Sie befahl ihrer Schwester Damians Befehl alleine auszuführen und blieb stehen, um das weitere Geschehen zu beobachten.
Eine wohl tönende Stimme sagte hinter ihrem Meister: „Hallo Damian!“

Überrascht drehte sich der Angesprochene um. Hinter ihm stand lächelnd ein Mann, den er hier nicht erwartet hätte und welchen er noch mehr hasste als den unbeeinflussten Atlan.

„Lord Darian!“

Jimena lauschte gebannt und erstarrte innerlich, als sie begriff, wer da auftauchte. Es handelte sich um den Exekutor und höchsten Agenten der feindlichen Organisation auf diesem und wohl vielen anderen Planeten: Ihr Gebieter hatte ihr einige Informationen über den mächtigen Todfeind zukommen lassen. Beschützte dieser Mächtige El Jaguar? Wer mochte dieser dann in Wirklichkeit sein?

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Darian tauchte mit Hilfe seiner technischen Möglichkeiten in Damians Villa unsichtbar auf. Durch ein Dämpfungsfeld, welche einen Großteil der 5D-hemmenden Strahlung der Hyperstürme beseitigte, erlaubte ihm den Einsatz einer hoch stehenden Technik, welche die höchsten Frequenzen des hyperenergetischen Spektrums nutzten und daher weiter funktionierten.

Der ‚Lordagent’ des hiesigen ES hatte Damians Aufenthaltsort herausbekommen. Die Möglichkeiten des Wächterordens schienen immens, allerdings verfügte Damian teilweise über hier funktionierende OdL- Technologie und diese erschwerte seine Mission erheblich. Leider hatte er die Gefangennahme von ‚El Jaguar’ aus diesem Grunde nicht verhindern können, weil sie zu spät davon erfahren hatten. Zudem lenkte ihn zurzeit Einiges ab, da er in Kürze in der Wächter-Hierarchie aufsteigen sollte.

Eine weitere Einweihung und Schulung stand in der unmittelbaren Zukunft auf dem Wanderer an. Allerdings musste er diese Mission erfolgreich im Sinne von ES abschließen. Was schwierig genug sein würde, da sich dieses Universum, als eine Falle von den negativen Schergen der gegnerischen Superintelligenz ANDROS herausgestellt hatte, in die immer mehr OdL-Agenten aus parallelen Universen hineintappten.

Oh, das hiesige ES wusste über die Existenz des multidimensional tätigen ‚Orden des Lichts’ (OdL) Bescheid. Aber der hiesige ES besaß andere Aufgaben und wollte sich der multiversalen tätigen Kosmokratenorganisation nicht anschließen. Der Chefagent von ES Wächterorden in dieser Realität wusste auch darüber Bescheid, dass mindestens ein ‚paralleles’ ES, Mitglied des Konzilium des Lichtordens war. Aber ihre Aufgaben in dieser universalen Seinssequenz waren andere. Ihre Hauptaufgabe bestand darin gegen ANDROS und seine Allianz anzutreten und sich nicht in multiversale Kämpfe von gegensätzlichen Multiorganisationen wie dem OdL oder der Dunklen Bruderschaft einzumischen. Seine Aufgabe würde auch sein Atlan zu überzeugen oder notfalls zu konditionieren. Wie ANDROS besaß auch ES die Möglichkeit Splitter von sich selbst in entsprechende Bewusstseine zu verpflanzen und dessen Gedächtnis so zu manipulieren, dass der Proband eine völlig neue Realität erlebte.

Lord Darian wusste natürlich, dass aus einer unabhängigen Perspektive betrachtet sein Handeln durchaus kontrovers betrachtet werden könnte, weil er und die Seinen die gleichen Mittel wie ihre gehassten Feinde einsetzten, um Bewusstseine zu manipulieren. Aber sie taten es nur, wenn sie keine andere Möglichkeit besaßen, während der Feind grundsätzlich nicht an individueller Freiheit des Denkens interessiert war.

Etliche hier gestrandete OdL- Mitglieder waren zu ‚Splitterträger’ von ANDROS geworden. Wie Damian, ein ehemaliger Paladin des Lichts, der zusammen mit dem OdL- Mentor Marduk Nathos und einigen Agenten des OdL bereits vor einhundert Jahren in dieses für sie parallele Solsystem verschlagen wurden. Danach waren andere Agenten in diese Universenfalle getappt. Der Letzte, dieser Unglücklichen war Atlan da Gonozal gewesen, der jetzt in die Falle des höchsten Würdenträgers in diesem Raumsektor der negativen Superintelligenz ANDROS steckte.

Darian konzentrierte sich auf den kleinen Strahler in seinen Fingern. Zwar hasste er diese plumpe und trotzdem handliche und hier funktionierende effektive Waffe. Der nun schon Jahrzehnte anhaltende Hyperorkan, welches das Sonnensystem Sol mit einschloss, mochte herkömmliche 5D-Technik im Moment verunmöglichen, aber eben nicht diesen angepassten kleinen Strahler. Er feuerte sofort damit auf Damian.

Dieser ließ sich gewohnt schlangengleich fallen und die Strahlungsimpulse verfehlten ihr Ziel knapp.
Auf dem Boden rollte er sich blitzschnell um die eigene Achse und zog seinerseits einen kleinen ähnlichen Strahler und aktivierte parallel ein psionisches Schutzfeld, dessen Hardware- Komponenten in seinem breiten Gürtel integriert wurden. Psionische Energie, ob natürliche oder technisch erzeugte funktionierte im Solsystem. Die Hyperstürme verunmöglichte lediglich Hypertechnik, welche auf niederstufigen Hyperfrequenzen basierte. Psionik nutzte hochfrequente Hyperenergie. Ebenso OdL und ES-Technologie, welche identisch mit der der Memeter war. Diese stellte in diesem Bereich des Universums, das technisch-wissenschaftlich Nonplusultra dar. Die Maschinenstadt auf Wanderer basierte völlig auf Memetertechnik.

Darian schoss, noch während er vom eigenen Schwung getragen wieder auf die Füße kam. Damian feuerte allerdings zu hastig zurück und die meisten Strahlen verfehlten ihr Ziel, weil sich Damian noch schneller als sonst bewegte. Darian hatte seinerseits seinen eigenen, höherwertigen psionischen Schutzschirm aktiviert. Die Nanokomponenten waren in seinem Wanderer- Einsatzanzug integriert.
Trotzdem traf Darian eine Strahlenfolge so schwer, dass dessen kinetische Energie ihn zurückschleuderte. Der Chefwächter strauchelte und fiel zu Boden. Seine Strahlenwaffe entfiel seiner rechten Hand. Darian mochte zwar nicht verletzt sein, doch er blieb einen Augenblick benommen liegen.

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Damian nützte seine Chance und floh zusammen mit Jimena, als sie draußen Schüsse und Geschrei hörten. Er wusste, dass er gegenüber einem frei gebliebenen Topeinsatzagenten der Wächterorganisation des hiesigen ES nicht wirklich eine Chance besaß und gab Fersengeld. Dieser dumme Capitan und Undercoveragent der Mars Security (MarSec) würde in jedem Augenblick mit seinen Männern hier zusätzlich auftauchen. Im Moment schien es sinnvoller zu fliehen. Leider besaß er in der Wilderness des Mars bereits viele Feinde. Diese Theresa de Silva und vor allem den ‚Grafen’ Alexandro mit seinen Hilfstruppen betrachtete er zumindest als so hartnäckige Gegner wie Lord Darian. Atlan und der Wächter konnten noch warten. Sie würden ihm nicht davon laufen. Sie verdienten eine ‚besondere Behandlung’. Vorerst musste er die Wilderness verlassen. Die Erde oder notfalls die Galaxis boten unzählige Möglichkeiten, um sich in der nächsten Zeit dem Zorn der ES Wächterorganisation zu entziehen. Seine Gruppe besaß eine geheime technologische Basis, wo sie einige OdL-Waffen und gar ein Raumschiff so anpassen konnten, dass sie hier in diesem parallelen Solsystem, trotz der Hyperstürme funktionierten.
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Der Wächter- und Chefagent von ES stand auf, um nachzusehen, wohin Damian und Jimena verschwanden. Draußen wurde der Lärm stärker. Harte Befehle erklangen.
Darian untersuchte eine Wand. Hier musste eine geheime Öffnung existieren. Seine geschickten mit Nanotechnik gespickten Finger entdeckten rasch den geheimen Öffnungsmechanismus und eine Tür zu einem Geheimgang öffnete sich. Darian verschwand darin, schloss zuvor seinen Helm und die Tür schloss sich hinter ihm, kurz bevor der Capitan mit fünf Soldaten und Theresa de Silva in den Raum stürzten.

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„Wo ist Artalan?“, fragte Theresa die Amazone, welche sie hereingelassen hatte und sie abschätzend musterte.
Die Amazone bemerkte sofort die Kämpferin in Theresa. „Ich weiß nicht, wen du meinst“, log die Frau sie an.
„Du lügst!“, schrie Theresa sie an. „Er ist in der Nähe“. Sie wandte sich an Miguel. „Ich fühle es.“
Die Kriegerin rief: „Schwestern! Her zu mir! Tötet die Marskolonisten und die Hexenfrau!“

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Inzwischen hatte sich Ramirez Morales mit den restlichen Soldaten durch einen Seiteneingang gewaltsam Zutritt zum Haus verschafft. Es gelang ihnen die Wachen zu überwältigen, bevor sie Alarm schlagen konnten. Sie durchsuchten eben Zimmer um Zimmer, als Ramirez Morales plötzlich eine Eingebung hatte.
Er hielt einen der Soldaten an: „ Artalan ist in der Nähe. Wir müssen durch die Tür gehen. Doch seid vorsichtig.“
Der Soldat sah ihn überrascht an: „Woher willst du das wissen, Senior? Kannst du durch die Wände sehen?“
„Nein, es ist nur ein Gefühl oder eine Intuition, das mir sagt, dass er dort sein könnte. Nenne sie ruhig, eine psionische Fähigkeit, die mir meine Arbeit erleichtern.“
Daran glaubte Morales, obwohl er immer mehr an sich zweifelte. Unterlag er einer ihm eigentlich fremden Realität? Woher zum Henker wusste er plötzlich, wo dieser Atlan da Gonozal steckte. Atlan da Gonozal nicht Artalan. Was war da los?
Der Soldat zögerte nicht länger, sondern handelte. Er gab seinen Kameraden ein Zeichen und gemeinsam drangen sie in das Zimmer ein. Ramirez Morales hatte Recht gehabt. Es war der Raum mit dem Altar.
„Welche dämonischen Bräuche werden denn hier praktiziert“, fragte der Soldat, als er den Altartisch mit dem darauf gefesselten halbnackten Gesuchten erblickte und die ihn umgebenden kriegerisch gekleideten Frauen. Eine von ihnen hielt dem Gefangenen einen Dolch an die Kehle.
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

Atlan, PR 470

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"Ohne ES ist PR NICHTS!" HGA

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 29. Januar 2019, 16:07

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Homer G Adams
Terraner
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Wohnort: Ares City, Mars
Hola,

Noch einmal ein Teil, um die Story voranzubringen. Den nächsten Teil, dann wieder in einer Woche am Freitag. Wir wollen doch nicht übertreiben. :(

10. Teil
Spoiler:
Als ein mir Fremder mit einer Pistole in der Hand und ein halbes Dutzend Soldaten hereinstürmten, glaubte ich zu träumen. Die Frau, die mich mit einem Dolch bedrohte, fiel getroffen von einem Kopfschuss des Unbekannten über mich.

Die noch lebenden Amazonen stürzten sich auf die Soldaten und ein heftiger Degenkampf entbrannte. Der fremde Gentleman kämpfte sich den Weg zu mir durch und tötete die Amazone, die noch am Altar stand, um mich zu bewachen. Er tötete mit großer Präzision und gnadenlos die Feinde. So agierten normalerweise nur Killer oder Elitekämpfer. Sie waren konditionierte Killer, egal für welche Seite sie auch tätig sein mochten.
Nicht unbedingt mein Ding…

Dann holte er ein Messer heraus und befreite mich von den Stricken, die mich fesselten. Mehr als überrascht blickte ich den mir noch Fremden an. Nachdem ich frei war, handelte ich, sprang auf und ergriff seufzend einen herumliegenden Degen, der neben dem Opfertisch lag. Die Marskolonisten benutzten, da ihnen nur primitive Waffen zur Verfügung standen Degen oder ähnliche Waffen, die mehr als Folklore für ‚Gentleman’ galten. Mit dieser Waffe konnte ich genau so gut umgehen, wie mit dem Bowie oder gar einem Colt. Eine Art von Poncho, der herum lag warf ich mir mit einer blitzschnellen Bewegung über. Ich war zuvor nur mit einem Short bekleidet gewesen. Verdammte Amazonen. Immerhin hatten sie mir einen Rest von Würde gelassen.

<<<

Ramirez Morales blickte dem dürftigen bekleideten El Jaguar verdutzt hinterher, als dieser davonlief. Kein Wort des Dankes für seine Rettung entwich Artalans Mund. Nur ein scharfer durchdringender dankbarer, gleichzeitig vorwurfsvoller Blick, den Ramirez Morales noch nicht deuten konnte, hatte ihn wie ein Stück Stahl getroffen. Nein, dieser Artalan alias Atlan war weit mehr, als die Leute zu wissen glaubten, die ihn kannten. Er strahlte irgendeine Aura der Macht aus, die vergangene Zeiten repräsentierten. Dieser Kämpfer könnte der verschollene Arkonide sein, der einst als unsterblicher Wächter der Erde fungierte? Er könnte eine Handlungsmaske tragen. Also durchaus eine Möglichkeit. Die Zukunft würde interessant werden! Wieso nur kam ihm der Gedanke, dass dieser Atlan nicht der hiesige darstellte? Morales wusste plötzlich, dass es unzählige parallele Universen und Möglichkeiten in sie zu reisen, gab. Wie dem auch sei. Ein bisschen Dankbarkeit würde Atlan oder wie er auch immer hieß, keinen Zacken aus seiner Krone brechen lassen. Immerhin hatte er Morales ihm das Leben gerettet!

„Wer immer du auch bist, mit dir wird es nicht leicht werden!“ sagte Ramirez und beeilte sich ihm nachzulaufen. Als er den Altarraum verließ, sah er El Jaguar, Artalan oder Atlan, gerade noch durch eine Tür verschwinden. Morales blieb überrascht stehen, als er ebenfalls diese Tür passierte und Theresa de Silva, Miguel Vega und die überlebenden Gardisten erblickte. Die beiden hatten ihre letzten Gegnerinnen in diesem Moment besiegt und sahen sich suchend um.
Artalan stürmte herein und sah seine Geliebte wütend an. „Wo ist er?“, herrschte er Theresa de Silva und Miguel Vega ziemlich brüsk an, die ihn wegen des knappen Ponchos und auch sonst verblüfft anstarrten.
Ramirez Morales blieb neben Theresa stehen. „Wenn du diesen verdammten Damian meinst: Ich habe keine Ahnung.“

<<<

Nur mühsam konnte ich meinen Ärger verbergen. „Dieser Damian darf uns auf keinen Fall entwischen.“
„Ihr kommt zu spät!“, rief eine Stimme hinter uns.
Als ich mich umdrehte, sah ich eine überlebende Amazone inmitten einer Gruppe neu hinzu gekommener Kriegerinnen stehen. Die Frauen machten jedoch nicht den Eindruck weiter kämpfen zu wollen, denn ihre Degen hatten sie gesenkt. „Der falsche Meister Ares ist geflohen. Meine Schwestern und ich werden ihm nicht länger dienen.“
Überrascht blickten wir sie an. Ihre psychische Konditionierung schien zu bröckeln.

„Wieso ist er geflohen?“, fragte ich gespannt aber auch erleichtert, dass es zu keinem weiteren Blutvergießen kommen würde.
„Jemand, der wie unser ehemaliger Meister ist, hat eingegriffen“, erklärte die kommandierende Kriegerin. „Darian, ein Lordagent eines ‚Wächterordens’ von wem auch immer, hat ihn angegriffen und ihn und Jimena zur Flucht gezwungen. Anschließend ist Darian ebenfalls im Geheimgang verschwunden und ihm nachgejagt. Noch nie haben wir erlebt, dass unser ehemaliger Meister geflohen ist. Aber der Orden hat ihm schon lange arg zugesetzt.“
„Wer ist dieser verdammte Orden und ihr Beauftragter, dieser Darian?“, fragte Ramirez Morales ziemlich überrascht.
„Unser Kampfbund weiß über beide wenig. Damian, der sich uns als Kriegsgott Ares vorstellte, unser früherer Meister, hat immer darüber geschwiegen. Wir wissen nur, dass ihr mächtige Verbündete besitzt, wenn der Orden mit seinen Schattenkriegern und Agenten auf eurer Seite ist.“
Ramirez sah der Amazone an, dass sie nicht mehr darüber wusste. Dafür wandte er sich an mich: „Und was ist nun mit uns? Sind wir Verbündete oder gar Freunde? Und verdammt noch mal Artalan oder wie immer du heißt, zieh etwas Vernünftiges an.“

Er reichte mir dabei doch glatt grinsend meinen Marsanzug. Ich warf den Poncho ab und zog den Anzug mit rotem Kopf in Rekordgeschwindigkeit an. Es spielte im Moment keine Rolle, dass ich keine Unterkleidung darunter trug. Nur eben das Short.
Einen Augenblick blickte ich ihn irritiert an und schien ihn erst in diesem Augenblick bewusst wahrzunehmen, während die Frauen kicherten, was mir endgültig die Schamröte ins Gesicht trieb, was das Kichern und Räuspern noch verstärkte.

„Freunde? Wer bist du denn überhaupt? Ich kenne dich überhaupt nicht!“, meinte ich perplex, wie kam ein Fremder dazu, meine Freundschaft zu wollen und mich einfach zu Duzen und gegen Feinde wie ein Killer vorzugehen? Trotzdem ging von dem Fremden eine vertraute Emotion, oder eine Strahlung aus. Sehr seltsam.

„Ramirez Morales, Sonderbeauftragter ihres neuen Patron, des Grafen Alexandro de Cimmeria, zu deiner Verfügung abkommandiert, El Jaguar!“ erklärte er mir mit einem breiten Grinsen auf seinem Gesicht.
Noch immer ziemlich benommen und begriffsstutzig blickte ich ihn an. „Wir reden später bei mir oder in deinem Haus bei einem Bier darüber. Außerdem ist de Cimmeria nicht mein Patron. Ich arbeite selbstständig.“
„Auch gut!“ sagte er nur sein Gesicht zu einer Grimasse verziehend.. Er hielt wohl nur wenig auf meine ‚Unabhängigkeit’.
Er gab mir seine Hand und ich ergriff sie nur zögernd. Irgendwie hatte ich das Gefühl mit Morales einen weiteren Freund, zumindest einen Verbündeten gefunden oder wieder entdeckt zu haben. Trug er eine Maske und verbarg seine wahre Identität darunter? Trotzdem seine Killervorgehensweise teilte ich nicht. Darüber musste noch diskutiert werden.

Anschließend wandte ich mich an Theresa, Miguel und die überlebenden Soldaten und dankte ihnen für meine Lebensrettung. Mein Blick fiel auf die letzte Anführerin der letzten Amazonen, die etwas abseits stand und uns und die Gefallenen im Raum beobachtete. Die Toten gingen auf Damians Konto. Er benutzte die Menschen und warf sie weg, wenn er sie nicht mehr benötigte. Dem würde ich irgendwann ein Ende bereiten.

Nachdem ich Damian persönlich begegnete, wollte ich ihn noch dringender ausschalten. Wer immer dieser Geheimnisvolle auch sein mochte, der mir auf seltsame Weise vertraut vorkam und in seiner Ausstrahlung glich, er besaß allerdings einen mir diametral entgegen gesetzten Charakter.
Daher würde ich Miguel und diesen seltsamen und gemeingefährlichen Morales bitten, mir bei der Suche nach ihm zu helfen. Damian konnte noch nicht weit weg sein.
„Was werdet ihr nun tun?“, fragte ich die Amazone.
„Wir gehören jetzt uns und sind frei ein eigenes Leben zu führen. Mag dieser öde Planet namens Mars auch noch so fremd für uns sein.
Unsere freien Schwestern unterhalten in einem abgelegen Tal in der Nähe des bisher einzigen Sees auf dem Mars, in einer Höhle ein besonderes Camp, das von Juarez II unterstützt wird. Dorthin werden wir nun gehen, und die Mission von Juarez unterstützen. Mein Name ist übrigens Diana.“

„Woher stammt ihr?“ fragte ich. „Von einem fremden Planeten. Die Condos Vasac, eine verbündete Organisation von Damian, brachte uns über ein geheimes Astrales Portal auf diesen Planeten und eure Stammwelt namens Erde.“
„Astrales Portal?“ dachte ich laut. „Noch nie gehört. Ist das ein psionisch generiertes Transmitterportal? Psionisch generiert, weil es anscheinend auch im Zeitalter der galaxienweiten Mega-Hyperstürmen funktioniert?“

„Wir wissen es nicht“, erklärte die Amazone. „Wir fragen nicht wer diese magische Portale baute. Ein regelrechtes Netzwerk, durchzieht jenen Weltenraum, den ihr die ‚Lokale Wolke’ nennt. Wir wissen nur, dass vor unzähligen Generationen ein humanoides Urvolk existierte, dem alle humanoiden Völker dieser Welteninsel ihre Existenz verdanken. Vielleicht bauten sie auch das Netzwerk dieser Astralen Porter.“
„Magie existiert nicht“, belehrte ich Diana. „Das was ihr so nennt ist lediglich eine hoch entwickelte Technologie, der hm, hiesigen Lemurer.“
„Die Vorfahren nannten sich allerdings Liduuri“, berichtigte mich die Amazone, nun schmunzelt, wohl als Konter auf meine überhebliche Art, die Amazone belehren zu wollen.

Sie hob die Hand. Diana und ihre Schwestern zogen sich zurück, nicht ohne ihre Toten und Verletzten mitzunehmen. Nachdenklich blickte ich ihnen nach und fragte mich, ob ich sie je wieder sehen würde.
An Ramirez Morales gewandt, meinte ich: „Gehen wir, du, Miguel, kannst deines Amtes walten!“
„Einverstanden“. Ich verließ mit Ramirez an einer und Theresa auf der anderen Seite, das ungastliche Haus, in welchem ich fast den Tod gefunden hatte oder in die geistige Versklavung verschwunden wäre. Miguel Vega sah uns einen Augenblick sinnend, aber auch wissend hinterher.
Seine Hand umschloss dabei ein bisher verborgenes Amulett, eine winzige Himmelsscheibe, die er um den Hals trug - als Zeichen seiner Zugehörigkeit zu einer Gruppe von Menschen, die um die Existenz des Wächterordens wussten und ihm zu arbeiteten. Später berichtete mir Vega davon. Auch dass der Urheber des Wächterordens der hiesige ES sei.

Als wir endlich in unserer Villa alleine und Morales gegangen war, nachdem er uns unterrichtet hatte, wer er wirklich sei und welche Aufgabe er hatte, meinte Theresa zu mir: „Du wirst Morales doch nicht wirklich vertrauen? Er agierte wie ein kalter fast maschinenhafter Killer!“
Nachdenklich blickte ich sie an. „Das wird sich weisen. Aber jetzt versprich mir, dass du
Ramirez in Ruhe lässt.“
„Solange er dich nicht bedroht oder dein Leben in Gefahr bringt, werde ich nichts gegen ihn unternehmen.“
Damit konnte ich vorerst leben. „Jetzt ist es Zeit sich um andere Dingen zu kümmern.“
Mit diesen Worten nahm ich sie in die Arme und küsste sie. Dass wir rasch im Bett landeten versteht sich von selbst. :lol:

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Am Abend des übernächsten Tages kam Miguel Vega in unser Haus und lud uns ein, sein Landgut in der Nähe von Bonanza City zu besuchen. Er sagte mir auch, dass er zusätzlich von Niko Quinto, dem nahezu ‚allmächtigen’ Chef des MarSec, zu einem Sonderermittler im Kampf gegen Attentäter oder Übeltäter wie Damian ernannt worden sei, was wir alle sehr begrüßten.
„Du bist jederzeit in meinem Hause willkommen“, sagte er bei einem seiner Besuche bei uns.
„Gibt es bereits eine Hausherrin?“, fragte ich neugierig, ihn musternd.
„Ja“, Miguel nickte und seine Augen fingen an zu leuchten. „Ich lernte sie vor einem halben Jahr bei einem Einsatz für das MarSec kennen. Auch sie stammt nicht von der Erde und kam wohl über einen dieser, hm ‚Astralen Porter’ zum Mars. Wie sie herkam im Zeitalter der nur lichtschnellen Raumschiffe war mir immer rätselhaft. Sie schwieg darüber. Aber sie muss mit einem solchen Ferntransmitter innerhalb dieses Netzwerks hergekommen sein. Sie stammt aus einem guten Hause von einem Planeten, der zur Lokalen Flocke gehört und von Überlebenden der Liduuri abstammt. Die Mars Security unter Niko Quinto und die TFU- oder ‚Interstellare Abwehr’ von Allan D. Mercant wissen über das Transmitternetzwerk inzwischen Bescheid. Diese anscheinend wie ein kleines Wurmloch funktionierenden Ferntransmitter sind aktiv, trotz der galaxisweiten Hyperstürme. Mir wurde inzwischen von einem Eierkopf erklärt, dass sie offensichtlich das Universale Psionische Netz zum Transport anzapfen. Schaue mich nicht so seltsam an Artalan. Mehr weiß ich auch nicht. Ja und Lyra liebt mich auch. Lyra würde sich übrigens freuen, euch kennen zu lernen. Sie bat mich, Theresa und dich einzuladen.“
„Wir kommen gerne.“ Alleine aus Neugier über die nichtirdische Humanoidin.

„Das freut mich sehr.“ Miguel zögerte einen Moment: „Was Damian anbetrifft. Bisher fanden meine Leute keine Spur von ihm. Er und dieser Darian scheinen wie vom Erdboden verschluckt worden zu sein.“
„Meine Informanten fanden ebenfalls nichts. Nun, ich danke dir auf jeden Fall für deine Mühe, Miguel.“
Die nächsten Tage verkehrte Vega einige Male bei uns, oder wir wurden von ihm eingeladen. Lyra stellte sich als eine schöne, wenn auch leicht exotische Frau heraus, die sich immer aufrichtig freute, uns beide zu sehen. Einige Male schien es, als hätten wir eine Spur von Damian gefunden und verließen BC, doch wir kehrten immer ohne Ergebnis zurück. Meist hatte sich der Hinweis als falsch herausgestellt oder verlief im Sande.

Mit Liliana traf ich ein paar Mal zusammen und Ramirez Morales besuchte uns gleichfalls einige Male in unserer neuen schönen Villa, deren Umbau in diesen Tagen endlich zu Ende ging. Ich hasste inzwischen den Baulärm und Staub im Haus. Da Liliana und Sancho außerhalb von BC lebten, besuchte ich sie meistens alleine. Liliana selbst ließ sich selten in Bonanza City sehen.

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Liliana hielt ihr Bike auf dem Hügel an und blickte in das Tal hinunter. Dort unten lag Sanchos Anwesen unter der Kuppel. Seit Monaten stellte die Kuppel ihre Heimat dar. Allerdings fühlte sie bereits ihre innere Unruhe wieder. Das bedeutete, dass sie weiterziehen würden, weil Sancho alles für sie tat und er aus finanziellen Gründen nicht arbeiten musste. Sein Vermögen erlaubte ihnen nur für ihre Zweisamkeit zu leben.

Sie hatten sich beide auch schon darüber unterhalten und Sancho vertrat die Meinung, das Anwesen einfach zu verkaufen und wegzuziehen. Er besaß eine gewinnträchtige größere Mine aus seltenen Metallen im Norden des Gebiets, das zum Stadtstaat ‚Bonanza City’ gehörte und deshalb noch von den städtischen Truppen geschützt wurde.
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Liliana hatte zugestimmt und so beschlossen sie in einem halben Monat wieder umzuziehen. Sie dachte daran, dass Atlan sie heute Abend besuchen wollte, und daran wie sie es ihm erklären konnte, dass für sie der zeitweilige Abschied nahte. Doch er würde es verstehen, so hoffte sie wenigstens.
Problematisch würde es allerdings mit Theresa werden. Liliana traute ihr nicht. Sie besaß eine negative Ausstrahlung, doch Atlan alias Artalan de Gonocebola sah das nicht oder wollte es nicht sehen. Er begehrte sie und Theresa liebte ihn ohne Zweifel. Doch Liliana sah in dieser Liebe schon eine Art von Besessenheit seitens des alten Arkoniden und Liliana hegte die Meinung, dass Theresa El Jaguars Gutmütigkeit nicht teilte, sondern sie nur vortäuschte. Doch sie sah es nicht als ihre Aufgabe an, dem OdL-Paladin und Ritter der Tiefe die Augen zu öffnen, dass würde die Zeit für sie tun.

Liliana warf einen Blick auf die Sonne, die hier nur etwa halb so groß wie auf der Erde am Himmel ihre Strahlen auf einen immer noch wüstenartigen Planeten aussandte. Die Mittagsstunde nahte und es wurde Zeit nach Hause zu fahren. Sie fuhr einen kleinen Pfad entlang, welcher in den kleinen Krater hinunterführte. Plötzlich fühlte sie die Anwesenheit einer anderen Frau. Als OdL-Paladina, konnte sie heftige Emotionen aus einiger Entfernung fühlen. Liliana sah das fremde Bike, leise summend wie aus dem Nichts auftauchen. Sie seufzte leise auf, als sie die Fahrerin erkannte.

„Theresa, du hier? Wo ist Artalan?“
„Er ist nicht hier. Nur wir beide - du und ich.“

Noch begriff Liliana nicht, was die andere bezweckte. Erst, als Theresa de Silva ihren Degen zog begriff sie, dass die andere sie zum Duell herausforderte. „Das ist nicht dein Ernst, meine Liebe.“
Große Teile des Mars lebten in frühkapitalistischen Zuständen und deren Elite fühlte sich wieder als ‚Gentlemen’ oder ‚Ladys’ wie im Regency- Zeitalter und kämpfte mit dem Degen, um die Ehre oder um Frauen.
„Warum nicht? Ich lasse mir von dir Artalan nicht wegnehmen.“
„Ich will ihn dir nicht wegschnappen und ich will nicht gegen dich kämpfen, denn ich würde es mir nie verzeihen, wenn ich dich töte.“
Theresa lachte verächtlich auf: „Mach dir deshalb keine Sorgen. Du wirst mich nicht töten, denn ich werde mir deinen Kopf holen.“
Liliana schüttelte nachsichtig den Kopf: „Meine Kleine, du kannst mich nicht besiegen, denn du hast keine Ahnung, wer oder was ich wirklich bin.“

„Ich bin nicht deine Kleine! Und von mir aus kannst du Satan persönlich sein. Wehr dich!“, rief die Staragentin von Juarez II Theresa de Silva hasserfüllt und fuhr langsam auf Liliana zu. Sie lebte immer mehr ihren Hass aus und wurde immer mehr deswegen in die Dunkelheit getrieben. Sie schien es allerdings nicht zu ahnen und wenn, schien es sie nicht zu interessieren.
Seufzend atmete Liliana aus und wich blitzschnell zur Seite. Mit einer geschmeidigen Bewegung sprang sie katzengewandt vom Bike, das automatisch gestützt durch eine Gyro- Automatik stehen blieb und zog ihren Degen. Theresa tat es ihr gleich.
Auge in Auge standen sich die beiden Frauen gegenüber. „Was wird Artalan sagen, wenn er es erfährt?“, fragte Liliana.
„Er wird es nie erfahren. Ich habe schon viele Feinde von Juarez II getötet, ohne dass Atlan dies mitbekommen hat. Er besitzt ein zu weiches Herz und würde mich nie verstehen. Im Grunde genommen habe ich ihn beschützt und ließ ihm im Glauben, er wäre mein Leibwächter.“
Sie lächelte auf eine Art, die Liliana innerlich gefrieren ließ, zumal sie Atlan sowohl als OdL-Paladin und als Auraträger eines Ritters der Tiefe kannte. Was wusste schon dieses hasserfüllte junge Biest über den uralten ehemaligen arkonidischen Imperator, der es in die Vergangenheit und jetzt gar in ein paralleles Universum verschlug? Aber Liliana würde kämpfen müssen, ob sie es wollte oder nicht. Theresa war brandgefährlich, auch für sie.

„Was würde er denn nicht verstehen?“ fragte Liliana, um ihre Todfeindin abzulenken.
„Die Macht, das Gefühl der Stärke. Spürst du das nicht, wenn du getötet hast? Du genießt diese Macht über Leben und Tod doch auch?“
„Du bist verrückt! Hast du nichts von El Jaguar gelernt?“, fragte Liliana entsetzt.
„Oh doch! Er hat mich gelehrt effektiver zu kämpfen, als je zuvor. Er ist ein großer Kämpfer, doch alles, was er mit seinen Fähigkeiten anfängt, ist meistens, die Schwächeren zu verteidigen. Ein richtiger altmodischer Ritter. Ich werde ihn mit der Zeit lehren, die Welt mit meinen Augen zu sehen.“

Liliana erkannte jetzt, dass Theresa de Silva unwiderruflich dem Bösen verfiel. Spontan änderte sie ihre Absicht, die andere zu verschonen. Sie musste vernichtet werden, bevor sie Atlan mit in den Abgrund zog, denn dieses weibliche Biest, hatte Atlan im sexuellen Griff. Er schien allein seiner Libido willen, einfach vor dem Unvermeidlichen die Augen zu verschließen.

Liliana aktivierte ihre besonderen Fähigkeiten, als OdL-Paladina, die sie zu schnelleren Bewegungen fähig machte, als Normalmenschen. Diese übersinnliche Gabe stammte von der Familie ihrer Mutter, die noch tief in arkonidische Zeiten hineinreichte und immer wieder übersinnliche Fähigkeiten hervorbrachte. Sie besaß eine lange Liste von Feuerfrauen als weibliche Vorfahren. Dazu kam noch die extreme Langlebigkeit ihrer väterlichen Gene, die dem Hathor- Genpool entsprang. Beide Elternteile hatten sich als OdL-Agenten auf der Tabora kennen gelernt. Als Paladina besaß sie sowohl einen OdL-Zellaktivator und jene implantierten Naniten, die ihre Heilung beschleunigten, allerdings auch einige Psionische Veränderungen an ihrer Gestalt vornehmen konnten. Zurzeit hatte sie sich von den Psionisch aktiven Naniten in sich, zu einer Terranerin mit aztekischen Wurzeln verändern lassen
„Du hast es so gewollt! Verteidige dich!“
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 31. Januar 2019, 11:04

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Homer G Adams
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Moin, moin,

So, hier der Letzte Teil der 'Mars-Chroniken'. Künftig nimmt der Mars einen Raum unter Vielen ein, denn wir berichten über die #Annalen der Menschheit".

Aber zuerst wieder eine längere Pause. Künftig werde ich es immer so machen und vier oder fünf Teile in aller Ruhe, ohne den mir persönlich auferlegten 'Druck' zum Posten zu haben. So kann ich in aller Ruhe, diese Teile vorbereiten.

Spoiler:
11. Teil

Mit einem Schrei sprang Liliana auf Theresa zu, die jedoch geschickt auswich. Theresa ergriff scheinbar die Flucht und versteckte sich hinter einem Felsen.

Liliana folgte ihr und ihre Degen schlugen aufeinander, bis die Funken sprühten. Ihre leichten Schutzanzüge behinderten sie nicht. Einmal gewann Liliana die Oberhand, dann wieder Theresa. Beide Kämpferinnen waren gleich stark und Sieger würde diejenige mit der größten Ausdauer sein oder mit dem größeren Glück. Erstaunlich wie gut Theresa mit dem Degen umging. Einmal ritzte sie Lilianas Schutzanzug, allerdings schlossen die Reparaturmechanismen des intelligenten sich selbst erneuernden Schutzgewebes, den Marsanzug umgehend wieder.

Mit jeder anderen Waffe würde Liliana die Marskolonistin zwar leicht schlagen, allerdings nicht mit dem Degen, deren Meisterin sie ausgerechnet nicht darstellte. Allerdings für Theresa würde es doch wohl noch reichen? Oder? Schon seltsam, dass auf dem Mars wieder das Degenfechten als Massensport und als Kampfart unter Mars-Gentleman und in diesen modernen Zeiten auch der Mars-Ladys aufkam.

Liliana verbannte jeden störenden Gedanken aus ihrem Kopf und konzentrierte alle Kraft und alles, war sie je gelernt hatte, auf ihre Gegnerin. Sie spürte, wie ihr die besonderen psionischen Fähigkeiten zuwuchsen. Es würde ein verdammt harter Kampf werden. Juarez II hatte für hervorragende Ausbilder seiner Agenten gesorgt. Theresa de Silva bewies eine Meisterschaft im Umgang mit der Waffe der Mars-Gentleman/Ladys schlechthin, dem Kurzdegen.

Liliana hatte keine Wahl und beschleunigte temporal ihre Bewegungen. Theresa blickte sie entsetzt an und machte einen Ausfallschritt rückwärts, um die ungeheuer schnell auf sie einprasselten Hiebe zu parieren und stolperte prompt. Ihre Todfeindin nützte die Schwäche der Gegnerin gnadenlos aus. Der Kampf dauerte schon zu lange. Es wurde Zeit ihn zu beenden.
Lilianas Degen sauste von unten nach oben, traf die Waffe ihrer Gegnerin und schleuderte sie im hohen Bogen davon. Der Degen flog in den nahen Abgrund - unerreichbar für Theresa.
Die Frau erstarrte einen Augenblick vor Überraschung, überwand den Moment jedoch blitzschnell. Als Lilianas Degen heruntersauste, warf sie sich zur Seite und die Waffe der anderen schlug nur wenige Zentimeter neben ihr auf den Boden. Theresa rollte sich um ihre Achse und kam blitzschnell mit den Beinen auf und ging sofort in Abwehrstellung. Liliana folgte ihr und als Theresa mit dem Fuß zuschlug, wich sie ihrerseits aus. Die andere bewegte sich zu langsam für ihren temporal schnelleren Bewegungsablauf. Der lange Kampf hatte sie ermüdet.
Auch Liliana fühlte diese Müdigkeit in allen Gliedern, doch noch hatte sie keine Zeit sich auszuruhen. Der Einsatz von psionischen Kräften, erforderte rasch seinen Preis.
Ihr Degen fuhr herum und traf Theresa in die Seite, diese stieß einen Schmerzenschrei aus und als Lilianas Waffe sie ein zweites Mal leicht verletzte, begriff Theresa, dass sie nicht siegen konnte. Sie konnte sehen, wie sich das Schutzgewebe des Anzugs blitzschnell schloss, das Blut wurde ebenfalls von der KI des Anzugs verarbeitet. Die Medomechanismen des hochmodernen Schutzanzugs versorgten ihre Wunden bereits mit arkonidischen Medikamenten und einem Heilplasma, welche die Wunden versorgten und verklebten.

Die körperliche Verwundung blieb und schwächte sie trotzdem. Dieses Mal begegnete sie ihrer Meisterin. Oder jemanden, der eine übermenschliche anormale Schnelligkeit an den Tag legen konnte. Theresa galt im Agentennetzwerk von ‚Juarez II’ als besonders kampfstark und schnell, aber gegen diese psionische Hexe konnte sie damit nicht ankämpfen. Wenn Artalan solche Freunde besaß, wer war er dann in Wirklichkeit? Erstmals fühlte Theresa, wie eine innere Kälte, sie zu überwältigen drohte.

Theresa rollte sich mehrmals um sich selbst und kam somit aus der Reichweite von Lilianas Degen. Nur noch wenige Meter trennten sie vom Abgrund Mit einem Schrei, der ihre ganze Wut und Frustration ausdrückte, stürzte sich Theresa de Silva über die Hangkante, die in etwa eine Höhe von fünfzehn Meter besaß und sich auf der anderen Seite stufenförmig hinab wand und ein einziges Felslabyrinth darstellte.

Mit wenigen Sätzen erreichte Liliana den Rand und blickte hinab. Theresa vermochte sie in dem Felsdickicht, das sich dort ausbreitete nicht sehen. Bis sie hinunter stieg würde die andere bestimmt verschwunden sein. Außerdem musste ihr hoch entwickelter und deshalb superteurer Schutzanzug über integrierte Stealth-Systeme verfügen. Eine neue Technologie, welche die findigen Terraner aus der Integration ihnen zuvor fremden überlegenen Technologien schufen.

(Anmerkung Autor: Lady Liliana konnte nicht wissen, dass den Wissenschaftlern der Interstellaren Abwehr und des MarSec, ein Condos Vasac Tarnanzug in die Hände gefallen war und sie diesen bereits erfolgreich adaptierten und ihren Topleuten zur Verfügung stellten)

„Diesmal hast du Glück gehabt Teufelsweib! Versuch das nie wieder!“, rief Liliana in den Abgrund hinab. „Wenn wir uns wieder über den Weg laufen, werde ich vollenden, was wir heute begannen.“
Wütend auf sich und die Umstände, die sie gezwungen hatten, Atlans Freundin beinahe zu töten, stieg Liliana in den Sattel ihres Bikes. Vielleicht hatte dieser Kampf doch noch einen Sinn. El Jaguar hatte sich bislang als kein Dummkopf erwiesen und würde bald herausfinden, was für eine negative Gesinnung seine momentan Geliebte, der er sexuell hörig zu sein schien, in Wirklichkeit hatte. Wahrscheinlich musste er sie dann selbst töten oder ein anderer würde es für ihn tun müssen. Liliana erreichte ihr Anwesen, ohne Theresa de Silva noch einmal zu Gesicht zu bekommen. Sie erzählte Sancho, was sich ereignet hatte.
„Solltest du Artalan nicht warnen?“, fragte der Marskolonist besorgt.
„Er würde mir nicht glauben und Theresa würde es leugnen“, vermutete Liliana immer noch wütend.
„Was willst du also tun?“
„Wir werden heute noch abreisen und auf dein Anwesen im Norden ziehen. Nach dieser umtriebigen Großstadt, habe ich Sehnsucht nach der Landruhe.“
„Ohne dich von deinen Freunden und besonders von Atlan zu verabschieden?“, fragte Sancho sie erstaunt.
„Wir sagen nie auf Wiedersehen. Eines Tages werden wir uns wieder begegnen“, meinte sie schicksalsschwer. Ihr momentan Geliebter hatte keine Ahnung, dass sie und Atlan potentiell Unsterbliche waren. Und immer noch war sie im Sinne des OdL tätig, was ihr Ordensspezifischer Zellaktivator weiterhin funktionieren ließ. Denn noch immer übernahm sie Aufträge ihres hiesigen OdL- Chefagenten. Die Nano-KI in ihrem ZA hatte keinen Grund ihren Zellaktivator außer Funktion zu setzen. Längere Pausen in ihren jeweiligen Tätigkeiten oder Missionen waren für potentiell Unsterbliche sowieso notwendig, um ein langes Leben mit ihren unzähligen Eindrücken überhaupt psychisch zu verarbeiten.

Sancho blickte sie einen Moment seltsam an, nickte dann und zögerte nicht länger. Die Beiden hatten wohl ihre eigenen Regeln und er wollte sich da nicht einmischen. Er gab seinen Angestellten den Befehl, alles zu packen, was sie auf die Reise mitnehmen wollten. Den Rest würden Freunde nachschicken und sein Anwalt den Besitz hier verkaufen.
Der Marskolonist bedauerte den Abschied nicht. Seit er Liliana lieben gelernt hatte, war er es gewohnt, mehrmals umzuziehen, denn sie hatte nomadisches Blut in ihren Adern und er lernte eine neue Eigenschaft an sich kennen. Und seine Freunde auch. Niemand machte sich deshalb Gedanken, als das Paar am anderen Tag aus Bonanza City spurlos verschwand.

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Theresa kletterte voller Wut den Hang hinauf, um zu ihrem Bike zu gelangen. Sie hatte sich etwas erholt vom dem anschließenden Sturz. Die Stealthfunktion ihres neuartigen Anzugs, der von der MarSec stammte, hatte sich bereits wiederholt bewährt. Sie würde darüber ihrem Boss, dem Megamagnaten ‚Juarez II’, Bericht erstatten.
Die Medobox ihres Schutzanzugs hatte ihre Wunden längst versorgt. Sie stellten sich als nicht gravierend heraus und die Heilung durch Naniten setzte bereits ein. Sie lebte noch, aber Liliana, diese psionische Hexe auch. Noch immer wirkte de Silva wie paralysiert. Ihre Todfeindin hatte Bewegungen drauf, die sich von einer Sekunde zur anderen beschleunigten. Diese hatten nichts Menschliches an sich. Sie musste in Wirklichkeit das reale Äquivalent einer ‚Dämonin’ sein.

Theresa hatte versagt und diese Hexe würde nun zu Artalan laufen und sie anklagen, um ihn für sich zu gewinnen. Wahrscheinlich konsultierte sie ihn bereits. Doch Theresa hoffte, dass Artalan ihr nicht glauben würde.
Sie bestieg ihr Bike und fuhr zurück. De Silva hatte es nicht eilig, denn sie konnte sich El Jaguars Ärger noch früh genug stellen. Doch zu ihrer Überraschung sah sie Liliana nirgends und Artalan machte ihr auch keine Vorwürfe. Er hatte keine Ahnung, was sich ereignete und sie würde ihn nicht aufklären. Sie erklärte lediglich, dass Banditen sie angegriffen hätte. Artalan schien ihr zu glauben.

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Die nächsten Wochen suchten wir weiter nach Spuren von Damian, ohne ihn zu finden. Ramirez Morales und ich wurden Freunde in dieser Zeit. Der Geheimdienstler tat alles um mich zu überzeugen, dass er es ehrlich meinte und ich war schließlich bereit Ramirez zu glauben und ihm seinen Killereinsatz zu verzeihen. Morales bereitete nur Lilianas Verschwinden Sorge. Einer ihrer Angestellten hatte ihm eine Nachricht gebracht, in der stand, dass Liliana und Sancho fortgezogen wären. Doch keiner ihrer zurückgebliebenen Angestellten oder Freunde wollte ihm verraten, wohin sie gingen.

Theresa und ich fragten nicht weiter. Ich hegte die Ansicht, dass irgendetwas geschehen sein musste, dass sie veranlasste, so schnell fort zugehen. Ich hatte Ramirez Morales zur Rede gestellt, doch der andere hatte mir geschworen, nichts damit zu tun zu haben und ich glaubte ihm. Sobald ich ihn traf ging von ihm etwas Vertrautes aus, das ich noch nicht einschätzen konnte.
„Eines Tages wirst du sie wieder sehen, El Jaguar“, tröstete mich Morales.
„Bist du unter die Hellseher gegangen?“, fragte ich zurück.
„Nein, aber hast du das nicht selbst einmal prophezeit?“
Theresa blickte uns beide perplex an, hielt ihre Gedanken allerdings zurück.

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Neu umgebaute Villa, einige Tage später

Miguel Vega blickte sich neugierig in meiner ausgebauten Wohnung um, die ich ihm gerade zeigte. Vom Unterstock gab es einen Zugang zu dem kleinen überkuppelten und mit irdischer Atmosphäre und Druck ausgestatteten Innenhofgarten, an dem noch gearbeitet wurde, obwohl er unter Druck und Atmosphäre stand.
Im zweiten Stock wohnte normalerweise die Familie des Hausherrn und in den oberen beiden Stockwerken die Angestellten.
Schließlich führte ich den neuen Freund in meinen bereits fertigen Arbeitsraum, direkt neben dem Hauptschlafzimmer. Beide Räume besaßen eine Türenverbindung und einen jeweiligen Zugang zu dem von einer drucksicheren durchsichtigen Folie geschützten Balkon, der in Richtung Straßenseite lag.

„Setz dich bitte, Miguel!“
Er kam meiner Bitte nach und belegte einen der freien Stühle, während ich mich auf den anderen niederließ.
„Ein nettes Plätzchen hier“, meinte er auf die Szenerie blickend.
Nickend holte ich zwei superteure importierte Havannas aus dem wertvollen Zigarrenkästchen, welches auf dem Tischchen stand. Eine davon bot ich Miguel an, der sie dankend annahm. Nachdem wir sie angezündet hatten, pafften wir schweigend und genossen den Augenblick, bei einem Bier.

Irgendwann sagte er: „Ein bunter Abend gestern, nicht? Es ist auf dem Zócalo Stadtgespräch. De Pulcha verbreitet dort diese Geschichte brühwarm“, meinte er etwas schadenfreudig.
„Dieses As“, sagte Lisa, die gerade ein Tablett mit Erfrischungsgetränken und einem leichten Frühstück brachte. Beide starrten wir sie mit großen Augen an. Sie trug ein sehr freizügiges Kleid. Obwohl Vega in einer glücklichen Beziehung lebte, blickte er sie, wie ich, entsprechend an, als sie das Tablett auf den Tisch stellte und sich wieder mit wiegenden Schritten ins Innere des Hauses verzog.

„Denke nicht mal daran, Miguel“, grinste ich. „Sie ist eine langfristig Angestellte des ‚Grafen von Cimmeria’ und falls Theresa und Liliana nicht wieder auftauchen, auch meine Leibwächterin. Eine meiner Leibwächter, die mir Alexandros aufdrängte, um genau zu sein. Im Übrigen geschieht so was nur mir. Zuerst verschwindet Liliana, dann schickt Juarez Theresa wieder in einen wahrscheinlich Monate währenden Sondereinsatz.“
Der Polizeihauptmann und Geheimdienstler im Auftrage des MarSec von Niko Quinto schien aus einem Traum zu erwachen.
„Du lebst selbst in deiner Stadtvilla wie ein Fürst.“

„Das muss das adelige Blut in mir sein“, erinnerte ich ihn mit einer ironischen Stimme. Er lachte sarkastisch. Natürlich hatte er noch keine Ahnung, dass es stimmte, wenn auch arkonidischer Adel. Aber er sah mich als Emporkömmling und Günstling des ‚Grafen’ an.

„Natürlich, du Frauenheld! Kaum ist Theresa wo auch immer hin unterwegs, hast du bereits einen noch erotischeren Ersatz.“
„Wie dem auch sei“, sagte ich. „Vorhin habe ich gesehen, wie dich Lisa angesehen hat. Deine Wirkung auf das weibliche Geschlecht scheint auch nicht von schlechten Eltern zu sein.
„Aber nun haue rein. Es sind einige Spezialitäten aus Europa, die du wahrscheinlich noch nie gekostet hast. Manchmal ist es von Vorteil ein Neureicher zu sein“, scherzte ich spöttisch.
„Da sage ich nicht nein.“
Seine Gesichtsfarbe hatte sich wieder normalisiert.

„Falls er eine Einsatzmaske trägt, muss diese biologisch lebendig und hoch entwickelt sein. Ich habe davon gehört, dass sowohl die TFU- Security, die sich inzwischen ‚Interstellare Abwehr’ (InAb) nennt und natürlich die Mars- Security (MarSec) unter Niko Quinto, diese neuartigen lebenden Biomasken für ihre Einsatzagenten einsetzen. Ergo, kann Miguel Vega durchaus ein Staragent von Niko Quinto sein. Vielleicht mit dem Auftrag, vom marsianischen Lepso aus, den Mars geheimdienstlich zu kontrollieren“, mutmaßte das Para in meinen Gedanken.

„Das kann durchaus sein, Para. Vielleicht ist Miguel sogar der hiesige Ronald Tekener. Wir wissen von ihm nur, dass er hinter Niko Quinto der zweite Mann im marsianischen Geheimdienst ist. Ja, Extrasinn, Miguel könnte dieser parallele Tekener sein“.

Während wir aßen, erklärte mir Miguel, dass er mein Haus überwachen lasse, weil Juarez II die Order gegeben habe, die wichtigen und potentiell nützlichen demokratisch Denkenden zu schützen. Die Zeiten wurden immer unsicherer. Überall bildeten sich neue Banden. Dafür stellte der kommende politische Mann in der Wilderness sogar neues Wachpersonal zur Verfügung. Die ‚Juarez’ treuen Polizisten hatten heute Nacht einen Boten abgefangen.
Nach diesen Worten zeigte mir Miguel ein längeres Lederband.
„Eine vorsintflutliche Skytalebotschaft!“ entfuhr es mir.
„Richtig! Hier schaue sie dir an, kennst du diese Zeichen?“
Sinnend ließ ich das Lederband durch meine Hände gleiten und erschrak. Die Zeichen waren aramäischen Ursprungs. Einer uralten vorantiken Sprache aus dem vorderasiatischen Raum, die heute nur noch selten gesprochen wurde. Im Westen kannte sie kaum jemand außer Wissenschaftler.
„Das ist aramäisch und der Bote brachte mir eine Nachricht von vermutlich diesem geheimnisvollen Darian, der Damian jagt. Was will er von mir? Diese Sprache wird oft von Geheimdienstlern benutzt.“
Miguel nickte. „Ich weiß. Merkwürdig, aber du solltest sie lesen.“ Er sagte es und setzte die Bierflasche die aus Deutschland importiert war, an den Mund und trank einen großen Schluck. Ich folgte seinem Beispiel.

„Gerne“, sagte ich und begab mich mit der Botschaft in meinen Arbeitsraum. Miguel folgte mir neugierig. Dort öffnete ich den Safe und entnahm ihm eine Kiste aus Titanium. Darin brachte ich meine wichtigsten Dokumente, Aktien, Edelsteine und unbefristeten Wertbriefe unter, die ich zu keiner Bank brachte. Das Spezialschloss stammte von einem Meister seines Fachs.
In dieser Kiste lag auch das Skytaleholz.
„Mit diesem Holz ist eine weitere Merkwürdigkeit verbunden“, sagte ich. „Ein Bote brachte mir vor einigen Tagen das Objekt von einem Unbekannten.“
Vega blickte mich seltsam an und nestelte unbewusst an seinem Amulett herum, das er als Talisman immer trug. Es handelte sich um eine kleine Himmelsscheibe, dessen Bedeutung Miguel mir bislang verschwieg.

„Wenn er tatsächlich der hiesige Ronald Tekener ist, dann schleppt er noch mehr Geheimnisse mit sich herum, als zu vermuten ist“, dachte der Extrasinn in meinem Bewusstsein.
Ich bestätigte mental die Vermutung meines Logiksektors.
„Stimmt. Dieses Paralleluniversum ist noch seltsamer als gedacht“, gab ich gedanklich zurück.
„Das ist mehr als seltsam“, meinte Miguel nachdenklich und sah mir dabei zu, wie ich den Stab in die Finger nahm und um den Lederstreifen wickelte.
„Erwartungsgemäß, stimmt es exakt überein.“
Nickend entzifferte ich gespannt die Botschaft.

Danach begab ich mich wieder zu Miguel. Er blickte mich neugierig an, unterdrückte allerdings den Drang mich auszufragen, um seine Neugier zu befriedigen.

„Es handelt sich tatsächlich um den Unbekannten. Er lädt mich morgen zu einem Treffen beim Gemüse- und Blumenmarkt ein.“
„Wieso gerade dort?“
„Nun, es gibt dort nicht nur die Gartenstände und den Markt, sondern auch eine Vielzahl von Häusern der armen Bevölkerung. In diesem Gewirr aus einfachen Regolithhäusern lässt sich leicht ein geheimes Versteck einrichten.“
„Soll ich dir einige Polizisten mitgeben?“
„Nein, seit kurzem besitze ich in den Städten einen Ninja-Leibwächter, den mir der ‚Graf de Cimmeria’ schickte.“
Miguel Vega blickte mich nur nachdenklich an, als ich ihm davon erzählte, sagte aber nichts mehr.
Unser gegenseitiges Outing darüber, wer wir wirklich waren, schoben wir noch auf.

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Bonanza City, 10.11.2066

Am nächsten Tag begaben wir uns zum festgelegten Zeitpunkt an unser Ziel.
Mit dem „Wir“ meinte ich noch meinen Schatten-Leibwächter Akira. Natürlich besaß dieser Ninja keine übernatürlichen Kräfte, aber seine Fähigkeit sich „unsichtbar“ zu machen, sah der Normalmensch als außergewöhnlich an. Sie schafften es trotz ihrer Sichtbarkeit nicht aufzufallen oder bewusst registriert zu werden. Als Leibwächter kleideten sie sich durchschnittlich, jeweils den Sitten des Landes ihrer Auftraggeber entsprechend.

Zudem nutzte Akira jede sich nur bietende Deckungsmöglichkeit, um ‚unsichtbar’ zu bleiben. All die Verhaltensmuster und Fähigkeiten der Ninjas verhalfen ihnen zu ihrem Mythos, sie wären Schattenkämpfer. Ich dachte daran, wie ich einst Ninjas auf ‚meiner’ Erde nutzte, um im 17.bis 20. Jahrhundert mit ihnen gegen den negativen Cyno Nahith Nonfarmale zu kämpfen. (Siehe Atlan Zeitabenteuer in den Atlan- Blaubänden)

Tatsächlich entzog sich Akira fast immer meiner Aufmerksamkeit und sicherte mich ab.
Endlich erreichten wir unser Ziel, ein Dorf, das sich voll auf den Tourismus konzentrierte.

Hinter den Chinampas, Richtung Stadt, begann eine wahre Landschaft aus primitiven hüttenähnlichen Gebäuden aus Regolith. Der Markplatz war von einer Kuppel gekrönt. Man könnte also auf seinen Helm verzichten. Aber nur Wenige öffneten ihren Helm, weil sie der Sicherheit der Kuppel hier nicht trauten. Eines der Armenviertel außerhalb der City. Hier wohnten die Ärmsten der Armen, die sich nicht mal eines der entsprechenden ärmeren Viertel der Metropole leisten konnten. Sozialstandards sah der Mars noch nicht vor. Aber ‚Juarez II’ kämpfte dafür. Hinter ihm stand auch die Mehrheit der TFU.

Misstrauische, fast feindliche Blicke trafen mich. Seltsam, wo befand sich Akira wieder? Nirgends konnte ich ihn entdecken. Natürlich würde er nicht weit sein und mich beschützen. Trotz der Feindseligkeit einem Fremden gegenüber griff mich niemand an. Dann tauchte ein schwarzberockter Padre auf und zog mich durch eine kleine Schleuse in eine Hütte hinein. Von außen schien sie ganz normal zu sein. Aber ein System von einigen submarsianisch miteinander verbundenen Hütten bildete einen Stützpunkt, von wem auch immer.
Der Fremde nahm seine Kapuze ab und stellte sich mir vor.

„Willkommen Atlan in einem der Stützpunkte des Wächterordens von ES. Im Moment kümmern sich einige meiner Spezialisten um Akira und stellen ihn kalt. Meine Leute lieben es nicht, wenn sich ein Schatten in ihrem Revier herumschleicht.“

Wie um diese Worte zu unterstreichen, hörte ich Im Hintergrund einige Kampfgeräusche und ich wollte zu meiner Waffe greifen.
„Lassen Sie Ihren Revolver stecken, El Jaguar. Sie sind unter Freunden und ihr Leibwächter wird nur schlafen gelegt. Außer einigen kurzfristigen Kopfschmerzen wird er keine weiteren Nachwirkungen verspüren. Hören Sie mir bitte zu, Atlan da Gonozal.“ Da der fremde ‚Padre’ meinen wahren Namen kannte, schenkte ich ihm meine komplette Aufmerksamkeit.

Jetzt sprach der Fremde in der Sprache der Mächtigen mit mir und was er mir erzählte, hörte sich für mich fast normal an.

Zwei Tage verbrachte ich in dem Stützpunkt des Wächterordens, der hiesigen Ausprägung von ES. Offenbar waren einige OdL-Agenten nicht nur seit einhundert Jahren in diese parallele Universenfalle getappt, sondern wurden durch Zeit-Anomalien bis zu dreitausend Jahre in die Vergangenheit der hiesigen Erde verschlagen. Diese OdL-Agenten sahen wohl keine Möglichkeit mehr in unser heimatliches Universum zurückzukehren und gründeten deshalb den Wächterorden im Auftrage des hiesigen ES neu. Wer den Orden gründete wurde mir nicht gesagt. Nur, dass er mit dem multiversal tätigen OdL nicht kooperierte.
Was ich sonst noch erfuhr, erschreckte mich. Auch über den Kampf von ES und ANDROS und dessen Hilfsvölker um den Universenriss in der Sonne und zwischen Andromeda und der Milchstraße erhielt ich Informationen.

Ferner gab mir der Ordensmann Daten über meinen hiesigen Gönner den ‘Grafen’ Alexandro de Cimmeria, der mich irgendwie zu kennen schien. Auch er war laut den Informationen des Ordenmitglieds ein verschollener OdL-Agent, was mich nicht wunderte, allerdings war er dem OdL noch treu ergeben, wie Liliana auch und deshalb dem hiesigen ES- Orden nicht absolut vertrauenswürdig…
Komplizierte Verhältnisse, wenn die ‚Guten’ sich untereinander misstrauten und gegeneinander arbeiteten. Ich stand mal wieder direkt in der Mitte dieser ganzen Chose.

Dann zwei Tage später kam ein Bote und brachte mir einen Brief, indem mich der ‚Graf’ dringend bat, ihn aufzusuchen. Er erwartete mich in seinem Stadtpalast.

Er hatte eines der in BC seltenen Lufttaxis geschickt, dass mich zum Stadtpalast brachte.

Das großartige Bauwerk des Grafen erhob sich westlich der Stadt auf einem terrassierten Hügel, welcher komplett von einer mächtigen Kuppel aus neuesten Kunststoff überdacht war. Sie sorgte dafür, dass innerhalb des überkuppelten Bereichs irdische Druckverhältnisse und Atmosphäre herrschten. Die Temperatur betrug genau zwanzig Grad Celsius.

Die neueste Technik wurde in das römisch antik wirkende Gebäude fast unsichtbar integriert. Dichte Laubbäume, Palmen und künstliche Wasserkanäle- und Bestäuber befeuchteten die Anlage.

Josua Lopez, der hiesige Mayordomus des ‘Grafen’, empfing mich.

„Der Graf erwartet Sie, Sir.“

Er ging voraus und ich folgte ihm neugierig. Wir durchschritten zahlreiche Innenhöfe, Galerien und kleine Gärten, die mit kostbaren Kunstwerken geschmückt wurden. Die Fußböden glitzerten in antik wirkenden Glasmosaiken und wertvollem Stein. In den Nischen unter Kolonnaden aus Marmor standen Kunstwerke aus verschiedenem edlem Gestein und Edelmetallen. Vor allem das Gold herrschte vor. Von Fenstern aus konnte man auf künstliche Wasserfälle, Bäche, die kleinen Gärten und im Hintergrund auf die Stadt blicken.
Dann standen wir im Peristyl der palastähnlichen Anlage.
Ich war sprachlos über diese in meinen Augen völlig überzogene Pracht und Luxus eines ehemaligen OdL-Granden.
„Überflüssiger Luxus!“, entfuhr es mir.
Lopez verdrehte die Augen, als der Graf auftauchte und murmelte leise vor sich hin.
„Ein Plebejer!“

„Wenn der wüsste! Wo sind wir nur gelandet“, seufzte der Extrasinn in mir. Hierin stimmte ich
ihm zu. Vor allem wenn ich an das ärmliche Regolithhäusermeer dachte, das ich vor kurzem verlassen hatte. Der Mars benötigte wirklich einen Sozialmindeststandard. Da hatte Juarez wirklich Recht.

Der ‚Graf’ wirkte trotz seines sichtbaren Alters immer noch rüstig. Sein langes weißes
Haar, sein Bart und der Dandyanzug, den er trug, ließen ihn wie ein Wesen
aus vergangenen Zeiten wirken. Noch immer war seine hoch gewachsene Gestalt, er hatte
in etwa meine Größe von 1,90 Metern, schlank, rank und muskulös. Seine bernsteingelben
Augen in denen winzige smaragdgrüne Punkte aufleuchteten, ließen in mir eine Ahnung
aufkommen, wer der Alte sein mochte. Natürlich waren das Alter und der derzeitige Aufzug
nur eine von psionisch aktiven Naniten erzeugte Maske, wie meine jetzige Erscheinung, mit
dunklen Haaren und braunen Augen.

„Es freut mich dich zu sehen, Ritter der Tiefe, Atlan da Gonozal!“ Bevor er dies sagte, hatte er eine nahezu unsichtbare nur leicht schimmerte kuppelförmige Sphäre um uns beide geschaffen, um wohl eine ungestörte Unterhaltung zu gewährleisten. Nach der Begrüßung verwirbelte das Feld, sodass von außen kein Blick ins Innere möglich war.

Vor meinen Augen veränderte sich seine Maske und er wurde zu einem Hathor mit einer smaragdgrünen Haut, die mit goldenen Mustern gesprenkelt war. Sein wallendes löwenmähniges silbernes Haupthaar schimmerte mir entgegen. Er sah verjüngt aus und strahlte eine Art von Zeitlosigkeit aus.

Wie es die Höflichkeit unter OdL-Agenten gebot, die sich demaskierten, veranlasste ich meine eigenen Psionischen Naniten, dazu, mir meine wahre Gestalt zu geben. So begrüßten wir uns untereinander.
„Es freut mich dich hier zu treffen, Marduk ter Nathos, Mentor des Orden des Lichts!“ Ich verneigte mich leicht, vor einem Mentor des OdL, der mir hierarchisch zwei Stufen übergeordnet war.

„Du Narr bist ein Ritter der Tiefe! Wenn du endlich deiner Bestimmung folgen würdest, gäbe es im OdL Wenige, die dir hierarchisch übergeordnet wären“, schimpfte mich mein Para gedanklich aus, so dass es in meinen Ohren vibrierte.

„Du hast mich also gefunden, Atlan. Seit du als ‚El Jaguar’ bei den Mescaleros auftauchtest habe ich von deiner Ankunft erfahren und deinen Weg zu mir heimlich verfolgt, Atlan. Erzähle mir bitte, wie du hier gelandet bist.“

Das tat ich, während wir mit der Sphäre an einen Tisch mit zwei Sesseln wanderten und diese Möbelstücke in die Sphäre mit einschlossen. Auf dem Tischchen standen Snacks, zwei Flaschen Wein und ein Krug mit Eiswasser. Wir bedienten uns, während wir über die ‚Universenfalle’ dieses parallelen Solsystems inklusive der hiesigen Erde und Mars redeten.

Offenbar kamen sich mehrere Paralleluniversen im Solsystem und wohl auch an anderen Stellen dieser Raumzeit gefährlich nahe. Ihre interdimensionalen ‚Membrane’ berührten sich gar an manchen Stellen. Dies galt übrigens für den kompletten Bereich der ‚Lokalen Wolke’.

Bei diesen ‚Fastberührungen’ mehrerer parallelen Raumzeiten kam es zu Effekten, die mit normalen Naturgesetzen nicht erklärbar sind. Unter anderem wurmlochähnliche Anomalien, welche in diverse Paralleluniversen führten. Also nicht nur den Riss in der Sonne und zwischen Andromeda und der Milchstraße zur Dimension ‚Crea’.
„Was wissen wir über ANDROS, für den Damian arbeitet?“
„So gut wie Nichts, Atlan.“ Ich nickte sinnend und wir diskutierten weiter darüber.
„Hm, was liegt für mich jetzt an, Mentor. Selbstverständlich stehe ich zu deiner Verfügung.“

„Bevor wir über deinen nächsten Einsatz reden, Ritter der Tiefe, einige Hinweise, die ich mühsam über den hiesigen ES herausgefunden habe. Er weiß von unserer Existenz, blockt sich allerdings gegenüber dem OdL komplett ab. Was können wir versprengten OdL-Agenten gegen den Willen und Macht einer Superintelligenz unternehmen? Er wird uns trotz unserer Technik immer überlegen bleiben. Trotzdem fanden wir heraus, dass ES vor 80.000 Jahre durch die Vergeistigung des hiesigen menschlichen Urvolkes, die sich Memeter nannten, hervorging.

Eine der Anomalien, welche sich in der Sonne Sol manifestiert und einen psionisch höchst aktiven Stoff namens ‚Halation’ absondert ist für die Vergeistigung eines Großteils der Memeter verantwortlich. Sie benutzten ihn, um daraus Physiotrone, Zellaktivatoren und Multiduplikatoren zu erzeugen. Wenn du so willst, ist die Existenz von ES und wohl auch seines Gegenpart ANDROS diesen Anomalien und damit dem Zufall zuzuschreiben. Wir wissen noch nicht, ob hier ein ‚Zwiebelschalenmodell’ und weitere Superintelligenzen existieren. Aber zwischen Andromeda und der Milchstraße scheint ein ‚dimensionaler Riss’ zu existieren, wie in der Sonne. Aus dem großen Riss kommt nichts Gutes, wie beispielsweise Kreaturen, das Suprahet und paramentale Entitäten samt Hilfsvölkern, die sich in diesem Universum breit machen. All diese Informationen stammen vom hiesigen Rico, der jetzt für mich arbeitet. Aber das parallele ES könnte dem augenblicklich ein Ende bereiten. Er hält wahrlich nichts von multiversal und interdimensional tätigen Mega-Organisationen, wie dem OdL. Trotzdem schätzt er uns nicht feindlich ein. Er negiert einfach jene von uns, die nicht für das Memeter- ES arbeiten möchten.

Dieser Dimensionsriss bildet sich allerdings nicht zwischen Paralleluniversen, sondern zweier Kontinua, einmal dem Einsteinraum und einer Dimension, die sich ‚Crea’ nennt. Wie es in diesem Kontinuum aussieht wissen wir noch nicht. Dass dort Zustände herrschen könnten, wie in einer Negasphäre unseres Heimatuniversums, könnte durchaus sein. Es kommt also Chaos daraus hervor.

Ein nicht unerheblicher Prozentsatz der Memeter, die sich NICHT der kollektiven Vergeistigung anschloss, formte sich zum humanoiden Urvolk der Liduuri, die bis 50.000 vor der Jetztzeit lebten und die Galaxis von der Erde aus kolonisierten. Dabei trafen sie auf eine Allianz von Nichthumanoiden, die von ANDROS, gegründet und beherrscht wird. Im Konflikt dieser beiden Parteien, verloren die Liduuri, wie bei uns die Lemurer gegen die Bestien und zuvor den Maakhs. Ein Großteil der Liduuri wanderte nach Andromeda aus. Aus den zurückgebliebenen Resten der humanoiden Völker bildeten sich viele Jahrtausende später u.a. die Calurier, Arkoniden, Ferronen, Terraner und diverse weitere uns noch unbekannte Völker, die jetzt hauptsächlich in der ‚Lokalen Wolke’, also dreihundert Lichtjahre mit dem Mittelpunkt der Erde oder Liduur. Die meisten der humanoiden Völker, außer den Arkoniden und ihren Völkern scheinen zu wissen, dass die Erde der alten Heimat Liduur entspricht.
Ein heimlicher Wächterorden und ein humanoides Hilfsvolk, die Calurier, beschützten seit 30.000 Jahren die wieder aufstrebenden humanoiden Völker vor der Allianz der Nichthumanoiden. Diesen alten Wächterorden konnten wir noch nicht definieren. Wir wissen nur, dass es sogenannte ‚Wächterfamilien’ gibt, welche zusammen mit den Calurier, die Wächterfunktion übernehmen. Sie identifizieren sich untereinander mit einem Amulett, dass eine Himmelsscheibe darstellt.“

Der Hathor lächelte mich an. „Na, dann! Lass uns über diese neu von der TFU entdeckte Anomalie am Rande des Solsystems reden. Dein nächster Einsatz, als Undercoveragent wartet. Es gibt neue Gefahren, Möglichkeiten und Phänomene, wie mir meine kybernetischen Agenten berichten. Eine kybernetische Rasse hat sich seit den letzten dreitausend Jahren heimlich in der Galaxis entwickelt. Die Ausgangsbasis bildeten einige synthetische Agenten des OdL, die es dreitausend Jahre in die Vergangenheit dieser Raumzeit verschlug und einige hiesige Posbis, die im Sinne von ES fungierten.

Die Luna-Entität NATHAN wird im Auftrage dieser Syno, der Flotte der TFU in wenigen Tagen Dutzende von sogenannten ‚Raumkrümmungsantrieben’ (RKA) zur Verfügung stellen und Aggregate, die ein Kompensationsfeld erzeugt, welches bis zu eintausend Gravo adsorbiert. Ferner neue Sublichtantriebe, die bis zu eintausend Gravo beschleunigen können. Das zur Verfügung gestellte Raumkrümmungstriebwerk kann einen Überlichtfaktor von Vierhundert erreichen. Alle diese Technologien funktionieren auch im Zeitalter der galaxisweiten Hyperstürme.

Die geheimen Werften von NATHAN im Untergrund der halben Mondrückseite, die unter Quarantäne steht, können permanent die Triebwerke und Aggregate für die TFU-Flotte und sofort weitere zweihundert Kugelschiffe mit dieser Ausstattung der TFU-Flotte zur Verfügung stellen. Diese Schiffe besitzen neben den Thermogeschützen noch sogenannte Drohnenwerferanlagen, sowie Schutzschirme, die jeglicher bekannten funktionierenden Technologie überlegen ist. Sie basieren auf Liduuri- Technik, welche auch im Zeitalter der Hyperstürme funktioniert.

Die Flotte der Syno, die vor allem für den hiesigen OdL arbeitet, stellen mir und dir notfalls überlichtschnelle Raumschiffe zur Verfügung, die einen Überlichtfaktor von Eintausend erreichen können. Trotzdem können wir den Synthetischen nicht vorbehaltlos trauen. Sie gehen immer mehr ihren eigenen Weg.

Auf meinen Befehl hin haben sie sich trotzdem inzwischen heimlich der TFU via NATHAN gestern offenbart.

Ich habe da so einige Möglichkeiten dich Untercover in den Einsatz zu schicken. Du benötigst einige Jahre, dich in deine neue Rolle einzufügen. Wir dürfen nicht lange weiter inaktiv sein, sondern müssen endlich in die Offensive gehen und notfalls sogar ES und dessen Wächterorganisationen herausfordern. Weiter nur auf Aktivitäten von wem auch immer zu warten, geht nicht mehr. Außerdem muss ich mich gegen das hiesige ES abschotten. Ich kann die lokale Superintelligenz noch nicht richtig beurteilen.“

Ich nickte nur und dachte an die Offensive der USO gegenüber der Condos Vasac, a.d. 2407. (Siehe Atlan- Serie Bd. 1-49)

Bevor ich mich allerdings in einen neuen Einsatz stürzte, wollte ich nochmals Vega treffen, weil ich wusste, dass er ebenfalls nicht der war, der er vorgegeben hatte zu sein.

Wir sprachen lange und dann zog er seine Biogesichtsmaske herunter und ich stand einem Mann mit Lashat-Pocken, dem hiesigen Ronald Tekener gegenüber. Auch ich erklärte ihm, wer ich wirklich bin und sprach auch an, eine Art von hiesige USO gründen zu wollen, die unabhängig vom marsianischen, terranischen und ferronischen Geheimdienst operieren sollte. Tek versprach darüber nachzudenken. Er würde mit Niko Quinto, Dorian de Wynther und Homer G.Adams darüber sprechen. Vielleicht könnten sie eine Stiftung für eine künftige USO einrichten.

Auch gab ich Sören Hansen und Merrimer klare Anweisungen, wie sie die GMC zu führen hätten, falls ich Monate oder gar Jahre in den Undercovereinsatz gehen musste. Der Graf von Cimmeria würde sie weiter mit ‚unsichtbarer Hand’ begleiten. Damit zukünftig von Seiten der Syno ein Überlichtschiff mit dem Faktor Eintausend der GONOVAR MINING COMPANY zur Verfügung stehen würde, dafür würde Alexandros sorgen. Zudem stellte ich Sören die Koordinaten von Hyperkristall-Minen in den Plejaden zur Verfügung. Zumindest galt das für mein Heimatuniversum. Da dieses Paralleluniversum, dem unseren sehr nahe stand, hoffte ich, dass dies auch für Minenkoordinaten galt. Über Alexandros würde Sören über dieses Prospektorenschiff verfügen können, das zu den Plejaden nur ein halbes Jahr Raumflug benötigen würde.
Ich erwartete unter diesen Voraussetzungen von Sören und Merrimer, dass sie die GMC schlicht und ergreifend zu einem Multimilliardenunternehmen machen würden. Falls ich die USO in dieser Universensequenz schaffen sollte, benötigte ich das Kapital der Firma und vieler anderen dazu.

Schauen wir mal…
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Re: Requien für ES

Beitragvon Elena » 31. Januar 2019, 23:35

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Versteh mich bitte nicht falsch, Homer. Du schreibst toll, aber solche Enden für meinen Helden wie in Nummer 8, die hasse ich wie die Pest. Ich mag einfach keine Cliffhanger. Die lassen mich immer unbefriedigt zurück. Sorry!
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Re: Requien für ES

Beitragvon Elena » 1. Februar 2019, 00:30

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Na Gott sei Dank bin ich jetzt so weit, dass ich weiß, dass es Atlan gut geht. Aber Theresa kann ich nicht ausstehen.
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 1. Februar 2019, 09:50

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Elena hat geschrieben:Versteh mich bitte nicht falsch, Homer. Du schreibst toll, aber solche Enden für meinen Helden wie in Nummer 8, die hasse ich wie die Pest. Ich mag einfach keine Cliffhanger. Die lassen mich immer unbefriedigt zurück. Sorry!



:lol: :devil:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 1. Februar 2019, 09:56

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Elena hat geschrieben:Na Gott sei Dank bin ich jetzt so weit, dass ich weiß, dass es Atlan gut geht. Aber Theresa kann ich nicht ausstehen.



Moin, moin, Elena

Nun, Theresa driftet in Richtung des Bösen ab. Wir werden sie nur noch auf der Seite der 'Bösen' sehen. :o

Also ANDROS nimmt hier in diesem Storyrahmen die Rolle von SETH APOPHIS in der EA ein. Er kann überall seine von Bewusstseinssplitter konditionierten schlafenden Agenten plaziert haben. :(
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Re: Requien für ES

Beitragvon Elena » 1. Februar 2019, 22:02

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Ja, das habe ich mir gedacht, so wie Du Theresa beschrieben hast. Sie will eine vermeintliche Rivalin töten, sie hält Atlan für schwach, weil er seine Kräfte zum Beschützen der Schwächeren verwendet anstatt seine Feinde zu vernichten.

Sie selbst gehört zur Condos Vasac und das war nunmal eine Vereinigung von Hochkriminellen.

Wenn Atlan irgendwann die Wahrheit über sie erfährt, wird es ein schwerer Schlag für ihn werden. Schade, dass Liliana ihm nichts gesagt hat, aber okay, dann wäre die Geschichte ja schon zu Ende. :D
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Re: Requien für ES

Beitragvon Elena » 2. Februar 2019, 01:27

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 2. Februar 2019, 10:33

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Elena hat geschrieben:Ja, das habe ich mir gedacht, so wie Du Theresa beschrieben hast. Sie will eine vermeintliche Rivalin töten, sie hält Atlan für schwach, weil er seine Kräfte zum Beschützen der Schwächeren verwendet anstatt seine Feinde zu vernichten.

Sie selbst gehört zur Condos Vasac und das war nunmal eine Vereinigung von Hochkriminellen.

Wenn Atlan irgendwann die Wahrheit über sie erfährt, wird es ein schwerer Schlag für ihn werden. Schade, dass Liliana ihm nichts gesagt hat, aber okay, dann wäre die Geschichte ja schon zu Ende. :D


Moin, Elena,

Ja die Geschichte mit Tek, Theresa und der CV fängt erst gerade an. :rolleyes:

Aber zuerst gibt es etwa zehn Folgen über das Flaggschiff der TFU-Explorerflotte, in einem phantastischen Umfeld. Mal schauen, ob ich eine Sequenz dazwischen produziere, die Tek Theresa entlarven lässt, bis sie imr übernächsten Storyblock zur großen CV-Gegenspielerin von Atlans und Teks USO wird...

Ob der olle Lordadmiral wirklich sehr traurig wird, wenn Theresa als 'Böse' entlarvt wird. Mal schaun. Er hat in jedem Fall eine Neue, die im nächsten Storyblock allerdings nur am Rande auftaucht. :rolleyes:
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

Atlan, PR 470

"Wenn der letzte Ritter der Tiefe gegangen ist, werden alle Sterne erlöschen." Alte kosmische Weisheit über die RdT

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