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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 8. April 2019, 15:35

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Homer G Adams
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So jetzt Neo-Band 195 fertig gelesen und mein Zorn ist etwas verraucht. Im Folgenden daraus die im Spoiler zusammengefasste Kosmologie.

Im Nachhinein ist die Rolle des Neo-ES wohl wirklich für Menschen ala Rhodan und Bull nicht nachzuvollziehen. ES möchte verhindern, dass die Milchstraße und Andromeda durch das Handeln von Andros + Konsorten NICHT zerstört werden. Das geht wohl ohne Opfer nicht ab. Nun keine Ahnung wie die Expokraten dies lösen. Bis Band 199 wissen wir es wohl.
Vielleicht verschmelzen ES und Andros zu einem positiven oder zumindest neutralem Neuen. Keine Ahnung.

Allerdings wird es wohl in Neo kein Zwiebelschalenmodell und deshalb KEINE weiteren Superintelligenzen geben.

Deshalb werden wohl ES und Andros wie in der EA in die Wüste geschickt.

Das wäre dann halt NICHT MEIN Perryversum mehr.

Auf der anderen Seite sind die Romane fast durchweg gut geschrieben. Das kann ich zumindest bis Band 100 und danach in den gelesenen ‚Kosmologischen Romanen’ so beurteilen.

Zumindest möchte ich die Romane jetzt weiterverfolgen, um die Neo-Kosmologie hier weiterführen zu können und Neo ab Band 200 nochmals eine Chance zu geben.

Es ist immerhin gutgeschriebene Science Fiktion und wer eine Kosmologie ala Zwiebelschalenmodell weiter verfolgen möchte, lese bitte weiter die Storysequenzen in diesem Thread. :devil: :lol:

Spoiler:
Kosmologie in Neo (bis Band 195)

Man fand heraus, dass ES vor 80.000 Jahre durch die Vergeistigung des hiesigen menschlichen Urvolkes, die sich Memeter nannten, hervorging. Eine der Anomalien, welche sich in der Sonne Sol manifestiert und einen psionisch höchst aktiven Stoff namens ‚Halation’ absondert ist für die Vergeistigung eines Großteils der Memeter verantwortlich. Sie benutzten ihn, um daraus Physiotrone, Zellaktivatoren und Multiduplikatoren zu erzeugen.

Die Existenzen von ES und dessen Gegenpart ANDROS ist diesen Anomalien und damit dem Zufall zuzuschreiben. Zwischen Andromeda und der Milchstraße existiert ein ‚dimensionaler Riss’ wie in der Sonne Sol. Aus dem großen Riss kommt nichts Gutes, wie beispielsweise Kreaturen, das Suprahet und paramentale Entitäten samt Hilfsvölkern, die sich in diesem Universum breit machen. Dieser Riss bildet sich allerdings nicht zwischen Paralleluniversen, sondern zweier Kontinua, einmal dem Einsteinraum und einer Dimension, die sich ‚Crea’ nennt.
Die parallele Dimension wird ‚Kataiitras’ genannt. Sie ist eine mikroskopisch winzige Raumzeit-Blase, die an einem ungleich gewaltigeren Raumzeitgebilde angedockt ist.
Offensichtlich zieht sie sich zusammen und wird in einigen Jahrmillionen zu einem lebensfeindlichen Ort.
Das Creaversum oder Kataiitras ist eine Art von kränklicher Zwilling des Memeter-Universums, das sich als hyperdimensionale Strukturverdichtung in das übergeordnete Raumzeitgefüge des Memeter-Universum einbettete.
Die Raumzeit im Creaversum läuft 17.000 mal langsamer als im Memeter-Universum ab.

Eine multidimensionale Trennschicht (Tiefe?) trennt beide Raumzeiten. In Kataiitras existieren zwei gegensätzliche Zivilisationen, die Crea und die Naiir.

Um dem Ende des heimatlichen Universums zuvor zu kommen, versuchen die Crea die Trennwand zu durchstoßen und in das Memeter- Universum zu gelangen. Sie versuchen es mit einem gigantischen Black Hole. Die Naiir wollen das verhindern.
In dem Augenblick als die Crea das Black Hole Tor in das Memeter-Universum öffneten und sich damit einen Weg hinaus aus ihrem sterbenden Universum bahnten, kam es zu einer Gegenoffensive der Naiir, welche die beiden Risse letztlich schufen.

ANDROS und ihre Hilfsvölker in der Allianz organisiert wollten die Risse reißen lassen, um einen Zwischenraum zu schaffen, welche ANDROS eine schmerzfreie Existenz hervorgerufen durch das Quantenflimmern, ermöglicht. Es ist ihnen egal, dass das Leben in den beiden Galaxien Milchstraße und Andromeda ausgelöscht würden. ES und seine Hilfstruppen möchten das verhindern.

Das Quantenflimmern wird durch die unterschiedlichen Zeitabläufe zwischen den Dimensionen hervorgerufen. Die beiden Raum-Zeiten haben die Tendenz sich anzugleichen. Die Raumzeit im Creaversum läuft 17.000 mal langsamer als im Memeter-Universum ab. Wenn sich beide Raumzeiten vermischen kommt es zum Quantenflimmern.

Die Existenz von ES und ANDROS ist definitiv der Verzahnung der beiden Raumzeiten zu verdanken. Nur diese Risse zwischen Andromeda und der Milchstraße und in der Sonne Sol und dem daraus hervortretenden Halatium sorgten für die Geburt von ES und Andros.
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

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Re: Requien für ES

Beitragvon sonnenwind » 8. April 2019, 16:01

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sonnenwind
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@ Homer
Reg' Dich doch nicht so auf! :unsure: Ich mag auch "Metaphysisches" und kann Deinen Ärger nachvollziehen. Der Zeitgeist kann vielleicht mit "Überwesen" wie ES nicht viel anfangen und deshalb geht man vielleicht andere Wege. Ich finde solche "Superintelligenzen" aber klasse, vielleicht weil ich eine Frau bin und Frauen mehr mit Esoterik u.ä. anfangen können als Männer, die mehr rein technisch / naturwissenschaftlich ausgerichtet sind. Da aber Perry mehr von Männern als von Frauen gelesen wir, ist man wohl der Ansicht, dass ES, Andros etc. nicht den überragenden Platz einnehmen sollten, den z.B. Du Dir wünschst. Könnte ich mir jedenfalls vorstellen.-
Was nicht vorhandene NEO-Spoiler angeht, kann ich Dir den Grund, außer fehlender Zeit / Lust nicht nennen. Ich persönlich habe mir nie viel aus Spoilern gemacht; wenn es sie gab, las ich sie nach der Lektüre als Zusammenfassung. So halte ich es jetzt auch bei der EA. :)
Es geht weiter...
... auch wenn es manchmal nicht so scheint.
Das Leben findet immer einen Weg und blüht plötzlich da wieder auf, wo man es am wenigsten erwartet.

Re: Requien für ES

Beitragvon Ce Rhioton » 8. April 2019, 17:12

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Ce Rhioton
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Wird NEO tatsächlich von mehr Männern als Frauen gelesen?
Wenn ich an meinen Bekanntenkreis denke, scheint mir der Leserinnenanteil doch vergleichsweise (anders als bei der Hauptserie) hoch (was auch dem Format Taschenheft geschuldet sein könnte)?

Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 8. April 2019, 19:40

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Homer G Adams
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sonnenwind hat geschrieben:@ Homer
Reg' Dich doch nicht so auf! :unsure: Ich mag auch "Metaphysisches" und kann Deinen Ärger nachvollziehen. Der Zeitgeist kann vielleicht mit "Überwesen" wie ES nicht viel anfangen und deshalb geht man vielleicht andere Wege. Ich finde solche "Superintelligenzen" aber klasse, vielleicht weil ich eine Frau bin und Frauen mehr mit Esoterik u.ä. anfangen können als Männer, die mehr rein technisch / naturwissenschaftlich ausgerichtet sind. Da aber Perry mehr von Männern als von Frauen gelesen wir, ist man wohl der Ansicht, dass ES, Andros etc. nicht den überragenden Platz einnehmen sollten, den z.B. Du Dir wünschst. Könnte ich mir jedenfalls vorstellen.-
Was nicht vorhandene NEO-Spoiler angeht, kann ich Dir den Grund, außer fehlender Zeit / Lust nicht nennen. Ich persönlich habe mir nie viel aus Spoilern gemacht; wenn es sie gab, las ich sie nach der Lektüre als Zusammenfassung. So halte ich es jetzt auch bei der EA. :)




Abend Sonnenwind.

Inzwischen auch Band 192 gelesen, als Thora den Zellaktivator von Avandrina di cardelah von Mirona Thetin erhielt.

Ein guter und spannender Roman. Auch ein bisschen Kosmologie. :lol:

Der Vorteil ein ‚Widder’ zu sein, ist das ein Zorn so rasch verraucht, wie er auftaucht. Und er generiert Energie wieder weiterzumachen. Noch vor einer Woche war ich ziemlich unlustig hier weiterzumachen und gegen Windmühlen anzurennen :lol:

Hast Recht, der Zeitgeist im heutigen PR ist gegen Superintelligenzen wie ES oder Andros eingestellt, weil in der EA das Thema überzogen wurde. Ein Gegensteuern kann ich ja noch akzeptieren, aber nicht ohne ein Positives ES!!!!!

Aber was jetzt abläuft ist für einen Altleser und Voltzisten schwer zu ertragen.

Da werden beispielsweise die Kosmokraten viele Jahre lang, als Wächter und ‚Gute’, als Ordnungswächter im Universum dargestellt. Auch die Hüter des Lichts und die Ritter der Tiefe sind im Auftrage der Kosmokraten unterwegs, um für das Gute im Universum zu kämpfen.

Dann werden die Kosmokraten als nicht besser wie ihre Gegner die Chaotarchen dargestellt und gar auch zu den Negativen.

Das Gleiche geschieht im Moment in Neo mit ES und in der EA ebenfalls mit ES, wenn auch nicht so respektlos. Aber auch hier ist das Ergebnis: Tschüss ES und Zwiebelschalenmodell.

Aber nicht wieder aufregen. :iD:

Also Esoterik ist nicht so mein Ding. Metaphysik wie ich es verstehe, hat damit wahrlich nichts zu tun. Wenn Metaphysik, dann eben das Zwiebelschalenmodell, Vergeistigung usw.

Über Esoterik kann ich deshalb nicht viel sagen.

Habe auch keine Ahnung, ob Männer oder Frauen mehr Neo lesen. Interessiert mich nicht wirklich. :devil: Was mich in Neo freut, dass wirklich starke Frauenpersönlichkeiten hier wirken. Früher in EA schwer vorstellbar, außer Mirona Thetin und Mory Rhodan-Abro, Perrys zweite Frau. Mory war doch Perry Zweite?

EA – Also ehrlich hier würden die Spoiler reichen, für mich die 3000er äußerst enttäuschend.

Einen schönen Abend noch Sonnenwind.

Ad Astra

Homer
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 8. April 2019, 19:51

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Homer G Adams
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Ce Rhioton hat geschrieben:Wird NEO tatsächlich von mehr Männern als Frauen gelesen?
Wenn ich an meinen Bekanntenkreis denke, scheint mir der Leserinnenanteil doch vergleichsweise (anders als bei der Hauptserie) hoch (was auch dem Format Taschenheft geschuldet sein könnte)?



Hallo Ce Rhioton,

Es freut mich, dass du dich hier meldest. :st:

Keine Ahnung, wer mehr Neo liest ob Frauen oder Männer. Vielleicht gibt es antworten im Forum.

In jedem Falle freue ich mich, dass in Neo vermehrt starke Frauenpersönlichkeiten mitwirken.

Noch einen schönen Abend
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 9. April 2019, 09:23

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Homer G Adams
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PR verlässt den Weg der ‚goldenen Mitte’
Spoiler:
Ehrlich der Verfasser dieser Zeilen fragt sich permanent was ihn an dem Weg den PR einschlägt so stört, dass sogar Zornesausbrüche folgen…

Wir wissen alle, dass das kollektive Denken drei philosophische HAUPTWEGE kennt:
1) die Realitätsebene des Glaubens, das auch die Esoterik einschließt
2) die Realitätsebene des dreidimensionalen Denkens, dessen Krönung
zweifellos die Wissenschaft darstellt
3) einen Versuch einen Weg der ‚Weisheit’ zu beschreiten, der beiden zuvor
genannten Wegen Raum gibt, sich zu entfalten. Diesen Weg nennt man auch die ‚Goldene Mitte’

Nun, als PR gegründet wurde gingen die Gründer eindeutig den Weg Nummer Zwei. Sie ließen allerdings durch die Einführung von ES einen Einstiegsgedanken für diejenigen die normalerweise den Weg Nummer Eins und Drei beschreiten, offen.

Der Weg zum Erfolg war dadurch vorprogrammiert!

Durch die Einführung des Zwiebelschalenmodells von Voltz und Mahr wurde eindeutig das Prinzip der Goldenen Mitte getroffen, welches nochmals einen Schub für viele Leser des Ersten Weges gab, in die PR-Serie einzusteigen und das Verlassen der Serie durch Leser des Zweiten Weges zu konterkarieren und nochmals neue Impulse zu geben.

Jahrzehntelang gelang es PR diesen Weg der ‚Goldenen Mitte’ zu gehen.

Dann übertrieben es die Expokraten mit der Flut durch die Superintelligenzen.
Und die Leser des Zweiten Weges rebellierten wohl zu recht dagegen.

In der Folge gelang es den Expokraten NICHT wieder die Goldene Mitte zu beschreiten. Die Gegner des Zwiebelschalenmodells randalierten weiter.

Da beschritten die Expokraten aus der Sicht des Verfassers dieser Zeilen, einen verhängnisvollen Weg:

Sie kamen auf die Idee das Zwiebelschalenmodell inklusive ES aus der Serie zu kippen.

Als Leser und Denker des Dritten Weges sperrt und wehrt sich in dem Verfasser dieser Zeilen Alles, PR ohne diese Dimension weiter zu lesen. PR ist halt NICHT nur reine Science Fiktion, die ausschließlich das wissenschaftliche vierdimensionale Denken bedient, sondern immer auch eine Serie gewesen, welche die Dimension des Multiversalen, früher nannte man es das Spirituelle, bediente.

Ein neues Denken innerhalb des Dritten Weges schafft sich eben Raum, die Idee des holografischen Universums, welche dem aufmerksamen Denker des Ersten und Zweiten Weges eine Möglichkeit gibt sich zu versöhnen.

Und ihr Expokraten überdenkt nochmals euer Tun, eine Hauptsäule der PR-Serie, eben ES und das Zwiebelschalenmodell zu eliminieren.


Homer G. Adams
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Re: Requien für ES

Beitragvon nanograinger » 9. April 2019, 10:24

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nanograinger
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Homer G Adams hat geschrieben:...
Wir wissen alle, dass das kollektive Denken drei philosophische HAUPTWEGE kennt:

Gut, dass ich dieses Posting gelesen habe, so gehöre ich jetzt auch zu den "allen". B-)
Homer G Adams hat geschrieben:...
Da beschritten die Expokraten aus der Sicht des Verfassers dieser Zeilen, einen verhängnisvollen Weg:

Sie kamen auf die Idee das Zwiebelschalenmodell inklusive ES aus der Serie zu kippen.

Das mag für dich so aussehen, aber bzgl. Zwiebelschalenmodell gibt es keine Hinweise, dass dem so ist. Im Gegenteil, die Expokraten haben in der EA das Zwiebelschalenmodell sogar erweitert und in weiteren Details beschrieben als je zuvor. Und bzgl. ES ist eine Pause verordnet, ja, aber es bleiben genügend Hintertüren offen, ES zurückzubringen. Allerdings wird die Beziehung eines künftigen ES und der Menschheit (im allgemeinen Sinne) nie mehr so sein wie zuvor. Das nennt man dann Entwicklung, oder "Erwachsen werden".

Re: Requien für ES

Beitragvon Ce Rhioton » 9. April 2019, 10:54

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Ce Rhioton
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nanograinger hat geschrieben:[...]Und bzgl. ES ist eine Pause verordnet, ja, aber es bleiben genügend Hintertüren offen, ES zurückzubringen. Allerdings wird die Beziehung eines künftigen ES und der Menschheit (im allgemeinen Sinne) nie mehr so sein wie zuvor. Das nennt man dann Entwicklung, oder "Erwachsen werden".

Du erkennst in der Abkehr des Gewachsenen also mitnichten einen Bruch mit der Serienhistorie und siehst das Alleinstellungsmerkmal, das die Serie von all den anderen Erzähluniversen unterscheidet, ergo gewahrt?

Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 9. April 2019, 14:13

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Homer G Adams
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nanograinger hat geschrieben:
Homer G Adams hat geschrieben:...
Wir wissen alle, dass das kollektive Denken drei philosophische HAUPTWEGE kennt:

Gut, dass ich dieses Posting gelesen habe, so gehöre ich jetzt auch zu den "allen". B-)
Homer G Adams hat geschrieben:...
Da beschritten die Expokraten aus der Sicht des Verfassers dieser Zeilen, einen verhängnisvollen Weg:

Sie kamen auf die Idee das Zwiebelschalenmodell inklusive ES aus der Serie zu kippen.

Das mag für dich so aussehen, aber bzgl. Zwiebelschalenmodell gibt es keine Hinweise, dass dem so ist. Im Gegenteil, die Expokraten haben in der EA das Zwiebelschalenmodell sogar erweitert und in weiteren Details beschrieben als je zuvor. Und bzgl. ES ist eine Pause verordnet, ja, aber es bleiben genügend Hintertüren offen, ES zurückzubringen. Allerdings wird die Beziehung eines künftigen ES und der Menschheit (im allgemeinen Sinne) nie mehr so sein wie zuvor. Das nennt man dann Entwicklung, oder "Erwachsen werden".


Hallo Nanograinger,

Ich nehme an mit ‚Allem’ meinst, du dass du alle drei Hauptwege mit in dein Denken einbeziehst? Dann gehöre ich ebenfalls zu dieser Gruppe. :D

Nun, ich habe in der EA mit Band 2699 aufgehört die EA regelmäßig zu lesen. Habe allerdings, so hoffe ich, die meisten der ‘Kosmologischen Romane’ gelesen. Falls ich da Einiges nicht mitbekommen habe, so bitte ich um Entschuldigung. Aber mir scheint es einen Bruch mit der ‚Goldenen Mitte’ gegeben zu haben.

Falls ES zurückkommt und dann in einem neuen Verhältnis zur Menschheit steht, dann wäre ich sofort bereit die EA wieder permanent zu lesen, um auch zu sehen, ob das Zwiebelschalenmodell wirklich ‚erweitert’ wurde.

Im Moment sehe ich allerdings einen klaren Bruch der Goldenen Mitte.

Korrekt, die Menschheit ist hoffentlich nach über viereinhalbtausendjährige kosmische Entwicklung reifer geworden und sieht die Verantwortung der Kosmischen Mächte, dazu zähle ich übrigens auch die Kosmokraten, in einem neuen reiferen Licht.

Trotzdem bleibe ich meinen PR-Jugendidealen, wie Hüter des Lichts, Ritter der Tiefe noch weiter treu und lasse sie zumindest in den Storys hier einfließen. Sorry. :devil:

Ich weiß nicht ob du Neo liest, aber in den ‚Kosmologischen Romanen’ wo Perry oder Bully der dort ‚Reg’ heißt, auf ein zugegeben weit unreiferes ES als in der EA trifft, benehmen sie sich wie unreife Teenager gegenüber einer weit geistig überlegenen reifen Persönlichkeit.

Im Kampf gegen eine Entität (Andros), die skrupellos das komplette Leben in der Milchstraße und in Andromeda zerstören würde, um eine Zwischenzone zu schaffen, die ihr wegen dem Quantenflimmern ein schmerzloses Leben garantieren würde, wird es sicherlich auf der Seite der Helfer von ES zu Opfern kommen müssen.

Ich schließe daraus, dass ein Grund gesucht wird, um eine skrupelloses ES zu generieren, um dieses dann irgendwie aus der Neoserie zu katapultieren. Nach dem Motto: Diese Entität verdient es nicht anders. In einigen Romanen werden wir mehr wissen.
Hier in diesem Thread, gibt es dann Kommentare dazu. :devil:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 9. April 2019, 14:18

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Homer G Adams
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Ce Rhioton hat geschrieben:
nanograinger hat geschrieben:[...]Und bzgl. ES ist eine Pause verordnet, ja, aber es bleiben genügend Hintertüren offen, ES zurückzubringen. Allerdings wird die Beziehung eines künftigen ES und der Menschheit (im allgemeinen Sinne) nie mehr so sein wie zuvor. Das nennt man dann Entwicklung, oder "Erwachsen werden".

Du erkennst in der Abkehr des Gewachsenen also mitnichten einen Bruch mit der Serienhistorie und siehst das Alleinstellungsmerkmal, das die Serie von all den anderen Erzähluniversen unterscheidet, ergo gewahrt?




Natürlich gibt es einen Bruch in der Serienhistorie.
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

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Re: Requien für ES

Beitragvon sonnenwind » 9. April 2019, 15:06

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sonnenwind
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Homer G Adams hat geschrieben:Wir wissen alle, dass das kollektive Denken drei philosophische HAUPTWEGE kennt:
1) die Realitätsebene des Glaubens, das auch die Esoterik einschließt
2) die Realitätsebene des dreidimensionalen Denkens, dessen Krönung
zweifellos die Wissenschaft darstellt
3) einen Versuch einen Weg der ‚Weisheit’ zu beschreiten, der beiden zuvor
genannten Wegen Raum gibt, sich zu entfalten. Diesen Weg nennt man auch die ‚Goldene Mitte’


Ich wußte gar nicht, dass das kollektive Denken 3 philosophische Hauptwege kennt... das alles so einfach ist, denn wenn ich so ans Fach Philosophie im Gymn. zurückdenke, hatte die Lehrkraft doch alles sehr verkompliziert. :D
Aber Deine Gedanken dazu finde ich sehr interessant.
Das Problem ist nur, dass Anhänger der Wege 1 und 2 ihre Überzeugungen für die alleinige Weisheit halten und Glauben und Wissenschaft größtenteils nicht miteinander harmonieren. Eine Wissenschaft, die so fortschrittlich ist, dass sie vieles, was heute noch als unumstößliche Wahrheit anerkannt ist, in Frage stellt, wird trotzdem immer wissenschaftlich begründet sein, weil sie ihre Aussagen beweisen kann und mit Glaubensdingen wohl eher auf dem "Kriegsfuß" stehen wird.
Es geht weiter...
... auch wenn es manchmal nicht so scheint.
Das Leben findet immer einen Weg und blüht plötzlich da wieder auf, wo man es am wenigsten erwartet.

Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 9. April 2019, 19:25

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Homer G Adams
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sonnenwind hat geschrieben:
Homer G Adams hat geschrieben:Wir wissen alle, dass das kollektive Denken drei philosophische HAUPTWEGE kennt:
1) die Realitätsebene des Glaubens, das auch die Esoterik einschließt
2) die Realitätsebene des dreidimensionalen Denkens, dessen Krönung
zweifellos die Wissenschaft darstellt
3) einen Versuch einen Weg der ‚Weisheit’ zu beschreiten, der beiden zuvor
genannten Wegen Raum gibt, sich zu entfalten. Diesen Weg nennt man auch die ‚Goldene Mitte’


Ich wußte gar nicht, dass das kollektive Denken 3 philosophische Hauptwege kennt... das alles so einfach ist, denn wenn ich so ans Fach Philosophie im Gymn. zurückdenke, hatte die Lehrkraft doch alles sehr verkompliziert. :D
Aber Deine Gedanken dazu finde ich sehr interessant.
Das Problem ist nur, dass Anhänger der Wege 1 und 2 ihre Überzeugungen für die alleinige Weisheit halten und Glauben und Wissenschaft größtenteils nicht miteinander harmonieren. Eine Wissenschaft, die so fortschrittlich ist, dass sie vieles, was heute noch als unumstößliche Wahrheit anerkannt ist, in Frage stellt, wird trotzdem immer wissenschaftlich begründet sein, weil sie ihre Aussagen beweisen kann und mit Glaubensdingen wohl eher auf dem "Kriegsfuß" stehen wird.



Hallo Sonnenwind,

Ich wollte mit diesen drei Hauptrichtungen auch nur pauschalisieren und grob die Richtungen zusammenfassen.

Was interessieren mich außerdem Lehrmeinungen.. :devil:

Bleiben wir deshalb mal bei den Ausführungen…

Natürlich hält jeder Anhänger von 1 + 2 seine Überzeugungen für alleinig richtig.

Darum geht es mir nicht, weil die Überzeugungen schwerlich kongruent werden können. Es ging mir um die ‚Goldene Mitte’ in der PR-Serie, die alle Wege in der Serie heimisch werden ließen.

Diese Mitte wird zerstört, wenn die Expokraten das Zwiebelschalenmodell mit ES aus der Serie hinauswerfen. Ob dies schlussendlich wirklich geschieht, werden wir ab Band 3000 in der EA und ab 200 in Neo sehen.
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Re: Requien für ES

Beitragvon sonnenwind » 9. April 2019, 19:35

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sonnenwind
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Homer G Adams hat geschrieben:

Diese Mitte wird zerstört, wenn die Expokraten das Zwiebelschalenmodell mit ES aus der Serie hinauswerfen. Ob dies schlussendlich wirklich geschieht, werden wir ab Band 3000 in der EA und ab 200 in Neo sehen.[/quote]

Na, dann hoffe ich mit Dir, dass das nicht passieren wird.
Es geht weiter...
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 9. April 2019, 19:54

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Homer G Adams
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Jetzt noch einige Bemerkungen zu Neo. Habe da inzwischen viele Romane hinsichtlich der Kosmologie und Nathan bis Band 196 grob nachgelesen von Band 181 an. Den gesamten Lesegenuss werde ich mir noch in aller Ruhe gönnen. 

Da es keine Spoiler gibt dann im Folgenden einige Nichtspoiler-Bemerkungen. Nathan wird noch das Thema einer speziellen Zusammenfassung sein. Die Notizen aus den Romanen liegen vor.

Thomas und Farouq Rhodan da Zoltral nehmen an illegalen Gleiterrennen teil. Nun ja.
Dann bringt sie ihr Vater auf dem Mond bei einer Geheimaktion der Laurins gegen Nathan in Gefahr. Die undurchsichtige Mondentität wird dabei auf die Pilotenpotentiale der beiden Rhodansprößlinge aufmerksam.

Bei einer weiteren Aktion gegen Nathan möchte Thora mehr über die Mondintelligenz herausbringen und setzt bewusst ihre beiden Söhne als Lockvögel ein. Die beiden werden prompt von Nathan eingesetzt und weiter getestet, um als Emotionauten ausgebildet zu werden. (Begriff siehe Perrypedia)

Bei einem Angriff der Maakhs lässt Nathan eine wirksame Waffe gegen die Aggressoren mit Hilfe der jungen Emotionauten Tom und Farough erfolgreich einsetzen.

Nathan rettet die Menschheit mehrere Male und wird doch von skrupellosen Politikern mehrmals mit der Vernichtung bedroht.

Auch die neunjährige Tochter von Perry und Thora Nathalie besitzt anscheinend seltsame Kräfte und wird im Lakeside-Institut psionisch getestet. Ob sie zu einer Art von Eireen wird? :devil:

Ach ja, die Meister der Inseln haben seit Atlan dort ‚Faktor Null’ ist sich von Andros losgesagt und unterstützen die Terraner im Kampf gegen Andros. Über Atlan erfahren wir nichts weiter, seit er ein MdI ist.

Ob er ab Band 200 auch aus der Serie gemoppt wird? Bin mal gespannt.

Rhodan versucht über die Sonnentransmitterstraße mit memetischer Technik den Großen Dimensionsriss zu schließen. Dabei verliert er sein Gedächtnis und wird schwer verletzt. Da hilft im Moment auch der Zellaktivator nicht.

Dies mal für Nicht-Neoleser an Infos über Neo in diesem Thread.

Wie gesagt eine spezielle Zusammenfassung über Nathan folgt noch.
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 9. April 2019, 19:55

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Homer G Adams hat geschrieben:

Diese Mitte wird zerstört, wenn die Expokraten das Zwiebelschalenmodell mit ES aus der Serie hinauswerfen. Ob dies schlussendlich wirklich geschieht, werden wir ab Band 3000 in der EA und ab 200 in Neo sehen.


Na, dann hoffe ich mit Dir, dass das nicht passieren wird.[/quote]


Ja ich auch, weil mir eigentlich Neo beim Lesen wieder gefällt. :unschuldig:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 10. April 2019, 09:24

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Moin,

Anbei der versprochene

Nathan in Neo
Spoiler:
Im Jahre 2044 stürzte ein Fragmentraumer der Posbis auf der Rückseite des Mondes ab und schuf den Asmodeus-Krater. Dieser ist 1500 km von Luna City entfernt und besitzt einen Durchmesser von 400 km bei einer Tiefe von etwa 200 Meter. Hier entstand die Lunar Reseach Area, welche einen Durchmesser von drei Kilometer besitzt.

Als Grund für den Absturz des Posbischiffes wird eine misslungene Transition angenommen, die dabei einen Dimensionsriss ins Creaversum im Innern des späteren Nathan-Areals schuf.
NATHAN selbst wächst als creaorganische-bionische-positronische-parabiologische Entität sowohl gehirnmäßig, als auch als Areal immer weiter. Neben dem wuchernden Gehirn ‚wachsen’ die halb bionische, halb metallische Anlagen und generieren Räume, Hallen, Hangars, bionische Forschungsabteilungen, Fabriken aller Art und natürlich Werften.

Bei der Entstehung der lunaren Entität scheint der Transfernexus ins Creaversum eine entscheidende Rolle gespielt zu haben. Dieser Nexus scheint auch zu dem Sonnenchasma und deren Generierung von Halatiumstrahlung eine Verbindung zu besitzen. Vielleicht hat sie dem immer noch wachsenden ‚Superhirn’ NATHAN eine paranormale Komponente mit gegeben. Diese Vermutung muss allerdings noch belegt werden.

Ferner entstanden durch den Transfernexus ins Creaversum sogenannte Redrifts, welche
einen schnelleren Zeitablauf generieren und daher für eine beschleunigte Evolution von NATHANS Gehirn und Anlagen sorgen.

Rund um den Transfernexus schuf die Mondentität eine gewaltige Anlage, welche den Dimensionsriss komplett auch vor jenen Menschen abschirmt, die ihm Nahe stehen.
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

Atlan, PR 470

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 11. April 2019, 08:47

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Homer G Adams
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Moin,

Heute ein weiterer Teil mit dem Hinweis, dass die folgenden Teile unregelmäßig erscheinen werden. Ich möchte mir den 'Druck' des wöchentlichen Erscheinenmüssen ersparen.


19. Teil
Spoiler:
Raumshuttle Atlantis

Laurel musste lächeln. Auf dem Hintersitz des Kopiloten lag Moku in einer speziellen Kiste. Sie bot ihm besseren Schutz, als den beiden Zweibeiner. Dieser Behälter war dreifach gesichert im Sitz angeschnallt. Nigels Hund winselte zwar etwas, aber als ihn Doktor Tanur streichelte, beruhigte er sich. Commondore Talbot und sein Zweibeiner waren eine Legende in der TFU-Flotte. Der genetisch veränderte und mit Intelligenz gesegnete Vierbeiner war harte Landungen längst gewohnt.

Seit die TOSOMA vor dreißig Jahren erstmals das Centauri-Triple- System angeflogen war, kurz vor dem Einsetzen der permanenten Hyperstürme auch in der Lokalen Flocke, und dorthin einige Tausend Erstsiedler verbrachte, waren sie dort auf ein gestrandetes Klinikschiff der Galaktischen Mediziner, der Aras gestoßen. Einige Hundert von ihnen waren mit der TOSOMA noch vor dem Einsetzen der Ersten Hyperstürme ins Solsystem mitgeflogen. In Terrania errichteten sie eine große Ara-Klinik und eine Ausbildungsstätte für terranische und ferronische Mediziner bzw. Genetikern.

In einem solchen neuen Ara-Institut wurden an Moku erfolgreiche Versuche gemacht, um seine Intelligenz zu steigern. Die TFU verbot ähnliche Versuche an Menschen.

Diese Flugmaschine hatte jenen Geruch an sich, der Moku assoziierte, dass er nur in diesem Monsterding zu seinem Herrn gelangen konnte.

Kinthara war klar, dass diese vertraute und gleichzeitig fremde Umgebung für Moku ein magnetischer Anziehungspunkt bei seiner Suche nach Nigel darstellte.

Wie er allerdings auf die Idee kam, unter einen die Sensoren hemmenden Spezialbehälter zu kriechen, würde wohl ein ewiges Geheimnis bleiben. Wahrscheinlich reiner Instinkt, der sich langsam an diese technische Umgebung anpasste. Der Raumpilot wusste allerdings nur zu gut, dass diese Hypothese auf tönernen Füssen stand, weil er von den Intelligenzsteigernden Versuchen der Aras an Moku wusste. Vielleicht hatte er bewusst UND intelligent gehandelt.

„Wir nähern uns den tieferen Schichten der Atmosphäre. Das Rumpeln beginnt erst! Was wir bisher erlebten, war nur ein kleiner Vorgeschmack.“

Der Daltone saß still in seinem Sitz und hielt die Augen geschlossen, während seine Hände durch die Öffnung des Behälters Moku streichelten. Trotzdem winselte das Tier. Es ahnte bewusst, dass der eigentliche Höllenritt erst begann. Es war wie eine Fahrt über eine Rumpelpiste in einem Gokart. Laurel erinnerte sich, dass er sich als Zehnjähriger auf einem Planetenabstecher nach Terra diesem Vergnügen hingeben durfte.

Die Steuersäule in seiner linken Hand vibrierte, während seine Rechte permanent die sechs virtuell erzeugten Schub- und Düsenregler des RKS-Antriebs ausbalancierte. Normalerweise hätten Sensorpunkte gereicht, aber er liebte die virtuellen Darstellungen dieser Instrumente. Es erinnerte ihn an das Cockpit eines Raumschiffs in einer Retro- Videoserie, die immer noch seit einhundert Jahren zuerst in einem Medium namens „Fernsehen“ lief, dann als Pay-Videostream aus den jeweiligen Media- Netzen herunter geladen werden konnte.

Generationen von Mädchen und Jungen wuchsen damit auf. Als das Zeitalter der holografisch generierten Bedienflächen begann, passten viele Raumpiloten ihre virtuellen „Instrumente“ diesen virtuellen Idealen aus der Jugend an.

Das stete Klicken und Ein- und Ausrasten der ‚Instrumente’ gingen in dem Landungsgeräusch unter. Der Hitzeschild hielt selbstverständlich. Ein Shuttle wurde schließlich für planetare Landungen und Starts gebaut. Durch den langen Raumflug war allerdings ihr spezieller Treibstoff für das Heißgastriebwerk stark reduziert. Sie würden nur eine Möglichkeit zur Landung haben. Ohne ihre zusätzliche Ausrüstung für den Rückflug würde der RKS-Treibstoff nicht ausreichen.

Die untere vertikale Düse setzte aus. Prompt fiel die Atlantis senkrecht nach unten. Laurel versuchte es durch ein gekonntes Ausbalancieren der übrigen RKS-Antriebselemente auszugleichen. Aber er schaffte es nur unzureichend.
Die Atlantis erhielt Schieflage und stürzte viel zu schnell nach unten. Moku jammerte und heulte wild los. Selbst das Streicheln des Doktors half nicht weiter. Dieser hatte kurzfristig die Augen erschreckt aufgerissen.

„Keine Sorge Mister Tanur. Ich bekomme die Fähre selbst nur mit fünf Schubvektoren hin. Es wird lediglich eine harte Landung.“
„Wenn Sie es sagen, Mr. Kinthara.“

Der Daltone, der bei einem Ara, einem Galaktischen Mediziner namens Fulkar gelernt hatte, schien von Kinthara’s Worten nicht überzeugt zu sein. Auch Mokus Heulen, Jammern und Bellen reduzierte sich um eine Stufe nach unten, bis er wieder rasch seine gewohnte Lautstärke erreichte.
„Moku, ruhig!“ brüllte Kinthara entnervt.
„Mr. Kinthara! Bitte konzentrieren Sie sich auf die Landung. Das arme Tier. Sie haben es richtig erschreckt. Ist schon gut, Moku. Der Onkel meinte es nicht so. Er hat wie du und ich Angst. Allerdings würde er es nie zugeben.“
„Doktor...“

Aber Tanur setzte nur sein daltonisches Lächeln auf, die mehr einer Grimasse glich. Auch zeigte er sein Gebiss, ein Relikt aus Raubtierzeiten. Prompt grollte Moku. Tanur zog rasch seine streichelnde Hand zurück. Archaische Gesten hatten immer noch erschreckende Konsequenzen.
Verdammt wo habe ich nur eine solche Fratze schon einmal gesehen?
„Laurel konzentriere dich. Die Landung steht bevor“
Dunstige Schwaden reduzierten die erhitzte Oberfläche des Shuttles.
„Noch zehn Kilometer! Wir fliegen jetzt mit einer Geschwindigkeit von achthundert Stundenkilometern. Ich bremse weiter ab.“
Noch immer funktionierte der nach unten gerichtete Schubvektor des RKS nicht und die Atlantis flog in leichter Schieflage mit nach unten gesenktem Bug abwärts. Laurel reduzierte ständig die Geschwindigkeit.
Plötzlich riss die Wolkendecke auf und gewährte ihnen einen fantastischen Blick aus etwa siebentausend Meter Höhe auf die Landschaft unter ihnen. Dort unten erstreckte sich das Italien einer parallelen Erde mit einer gigantischen Millionenstadt, inmitten eines dicht besiedelten Landes, das ansonsten nur weit kleinere Städte erkennen ließ. Italien besaß mit Abstand die höchst entwickelte Kultur auf dem Planeten, wie die Terraner dank ihrer Sensoren inzwischen wussten.
Soweit Kintharas Augen es sehen konnten, ähnelte diese riesige Metropole einer faszinierenden Mischung aus antiker und moderner Architektur. An der Peripherie der Stadt konnte er umfangreiche Zerstörungen erkennen.
„Dort sind Trümmer der KALDUR runter gegangen.“
„Ich sehe es!“ sagte Tanur leise.
„Ein Gefühl sagt mir, dass es nicht ratsam ist, in der Nähe der Stadt zu landen. Verdammt, wir steuern genau das Stadtzentrum an! Ich versuche dagegen zu steuern. Ah, es klappt.“
Laurel brachte die Fähre wieder unter Kontrolle und steuerte die städtische Peripherie an.
„Verflucht, das Steuerbordantriebselement des RKS setzt wieder aus. Wir verlieren weiteren Treibstoff. Es tut mir leid Doktor, wir haben keine Wahl. Ich muss notlanden...“
Die Fähre sackte endgültig ab. Moku heulte und bellte, als schlage seine letzte Sekunde. Vielleicht war dies auch so...
Dann tauchte unter ihnen plötzlich eine Sanddüne auf, die sich zwischen der landwirtschaftlich genutzten Fläche gebildet hatte. Die ersten Ausläufer der Stadt lagen etwa einen Kilometer entfernt. In unmittelbarer Nähe sahen sie noch einen großen Gebäudekomplex. Offenbar eine größere Fabrikanlage.
„Achtung, festhalten! Wir landen im Sand!“ (Anmerkung Autor: Gut, dass es hier eine Sandbank gibt. ^^^)

Roma, Neropalast

Der Palatinus war eine Luxusstadt für sich. Die großartigen Bauten erhoben sich auf drei unterschiedlichen Terrassenebenen.
Die Räume der Villen und Hallen wurden sowohl im Hochsommer wie im Winter gut temperiert. Eine verborgene Technik sorgte nicht nur für Licht, sondern auch für Wärme oder Kühle. Die adeligen calanischen Bewohner wollten sich mit solchen gewöhnlichen Unbilden, wie dem ‚Wetter‘ nicht herumschlagen müssen.
Selbst die Innenhöfe und Atrien konnten durch Kuppeldächer im Winter verschlossen und im Sommer geöffnet werden.
Das Getriebe der Megametropole schien Meilenweit entfernt, eine andere Welt zu sein. Auch jetzt in der Nacht machten Kristallleuchter und verborgene Strombetriebene Lichtquellen, die Dunkelheit zum Tage. Es existierte fast kein völlig dunkler Gang oder Tunnel, welche die einzelnen Villen miteinander verbanden. Die Hauptpassagen der einzelnen Terrassenstufen wurden allesamt durch von Arkaden umgebenen prächtig ausgeputzte Treppengebäuden verbunden.
Alles lag in einem milden Licht, während die Atrien von Licht überflutet wurden. Die zahlreichen Innenhöfe, Galerien und Gärten quollen von wunderbaren Bronzen, Reliefs und Bildnissen über und die Fußböden glitzerten in herrlichen Glasmosaiken. In den Nischen unter den marmornen Kolonnaden standen Kunstwerke aus Elfenbein, Gold und Edelsteinen.
Jedes einzelne Gemach war an die Wasser- und Stromleitung angeschlossen.
Aus dicken Purpurvorhängen blickte man auf die Lichter und den Verkehr der Stadt.

Eine Megametropole wie Magna-Roma ruhte nie. Das Brausen des Verkehrs hörte man nur wie ein fernes Rauschen, wenn man auf einer der Außenterrassen, die Aussicht genoss.

Nach einem längeren Marsch durch den atemberaubenden Luxus erreichte Longinus das Peristyl der kaiserlichen Villa.
Seinem Auftritt wurde vor allem von der Frauenwelt höchste Aufmerksamkeit gezollt. Als Junggeselle, galt er als einer der besten Partien Neo- Romas. Die Frauenwelt und die Familien-Lords welche ihre Töchter möglichst gut verheiraten wollten, wussten, dass Longinus Vater der Volkstribun und Herr des claudischen Wirtschaftsimperiums ihm immer noch nicht die richtige Frau besorgt hatte.
Umso mehr weil er als Mensch, zum beliebten Spielball der kleingeistigen und übersättigten sich langweilenden adeligen calanischen Frauenwelt avancierte.
Die Herren der Schöpfung dagegen sahen in ihm einen Konkurrenten und begegnetem ihm, dem störenden Außenseiter, entsprechend feindlich.

Er war nicht von ihrer Art und trotzdem ein Machtfaktor, den niemand in seinen skrupellosen Intrigenspiel außer Acht lassen durfte.

Der Sohn des Volkstribun, Mitglied des Legatrates, Liebling der menschlichen Legionärsmehrheit und Erbe des claudischen Wirtschaftsimperiums, stellte ein exotischer Auswurf einer vergnügungssichtigen und machtgierigen Adelsgesellschaft dar.
Longinus verachtete sie.
Am liebsten würde er seine Speziallegion antreten lassen und sie in den Hades schicken, einen nach dem anderen.
In einer Umgebung von Emphaten und schwachen Telepathen war es allerdings nicht ratsam diese Gedanken offen zulegen. Er verbarg sie deshalb hinter mächtigen Gedankenmauern, die wahrscheinlich nur Psimeister knacken konnten.
Mit der genetischen Aufwertung seines Gehirns wurden ihm auch neurale calanische und damit letztendlich memetische Paraaktive Gene eingesetzt, die es ihm letztendlich ermöglichten, solche mächtige Gedankenschilde aufzubauen.
Außer seinem Vater kannte er keine Menschen, die solche Aufwertungen besaßen.
Sie waren Claudier, die große menschliche Ausnahme, die Verbindungsebene zwischen ‚Halbgöttern‘ und Sterblichen.
Die wahnhafte Überheblichkeit der calanischen ‚Herrenrasse‘ wurde noch durch ihre Langlebigkeit verstärkt.
Inmitten von schmeichlerischen adeligen Höflingen lag Sarman cha Sarton auf dem Ruhelager. Die marmornen Fußböden wurden durch ein System von Heizröhren künstlich erwärmt, die Wände der Säulenumgänge wechselten geschmackvoll zwischen weißen, und violetten Tafeln aus poliertem Syenit und purpurfarbenen Onyx. Die Säulen bestanden aus Malachit und schimmerten in einem magischen Grün, der Farbe des calanischen Blutes.
Ein Wasserbecken aus Lapislazuli erglänzte in einem märchenhaft schimmernden Blau inmitten des gelben Marmors. Lotosblüten, schwammen reglos auf dem Wasserspiegel. Winzige Fische glitten hurtig durch die Wasserpflanzen hindurch.
Ein bewegliches Kuppeldach mit kunstvollem Glasmosaik überdeckte das Atrium. Gedämpftes Grüngefärbtes Licht wurde durch geschickt angebrachte Lichtquellen durch das Glasmosaik in diese Farbe gebrochen. Eine einfache aber raffinierte Anwendung von Minimaltechnik.
Longinus wurde immer wieder neu beeindruckt wenn er diesen märchenhaften Raum betrat.
Trotzdem zog er nüchterne, moderne Technik diesem antiken ‚Zauber‘ vor.
Der claudische Turm besass keine solchen Räume. Sie waren voll von Technik, die als zweckmäßig galt. Aber die Claudier waren schließlich allesamt Abkömmlinge der POSEIDON zumindest von einzelnen Frauen und Männer, und der Mehrheit die sich in den Clan eingeheiratet hatten. Die POSEIDON stammte von einer parallelen Erde, die dort 2025 im Bermudasektor, durch eine spontan entstandene Rauzeit-Anomalie auf diese parallele Erde in den Bodensee versetzt wurde. Die POSEIDON war gespickt mit Hightech des Jahres 2025. Übrigens war der heimische Bodensee größer. Er erstreckte sich weit in die Berge des Hinterrheins hinein. Das wusste Longinus aus den Aufzeichnungen aus der Heimat seiner Vorfahren.

Die Damen und Herren unterhielten sich über die Favoriten der Grünen, Blauen oder Roten im Circus Maximus, über die Gladiatoren in den Arenen, den neuen Tanzsklaven aus den neu eroberten Gebieten auf dem Balkan und in der Donauebene. Tratsch, Skandalchroniken, Spiele und Unterhaltung, das war ihre Welt.
Ein Modedichter gab gerade eine Kostprobe über sein ‚Können’.
„...für uns reicht es noch. Einen letzten Zug aus dem Ambrosiusbecher, einen Kuss von den Lippen des Geliebten oder der Geliebten, das ist unser Begehr. Möge die Welt um uns in Scherben fallen.“

Gelächter und Beifall antwortete ihm. Selbst der Imperator sparte nicht mit Lob.
Longinus hatte für dies alles nur Verachtung übrig. Er hörte bereits die brechenden Türen, wenn die Unterdrückten und Ausgebeuteten ihre ausgemergelten Körper durch all die Herrlichkeiten schoben und alles plünderten oder töteten was sie aufhalten wollte...

Etwas abseits stand eine Gruppe von Legaten. Sie gehörten alle jener Fraktion an, zu der sich der Claudier offiziell im Rat bekannte. Bald unterhielten sie sich angeregt über militärische oder politische Gesprächsthemen. Alle ekelten sich vor der übrigen Gesellschaft. Aber keiner konnte sich der Einladung des Kaisers entziehen.
Diener reichten den Gästen Wein, Kuchen und Feingebäck. Noch immer nahm Sarman cha Sartok keine Notiz von dem Sohn des Volkstribuns. Verschiedene Höflinge unterhielten sich ungeniert über den Affront des Caesars gegenüber dem ehemaligen Jugendfreund.
Das dumpfe Gefühl von aufkeimender Gefahr verstärkte sich in Longinus.
Dann endlich wurde er zu ihm gerufen.

„Ah, der Claudier. Willkommen, Sohn der Erde! Wie fühlt man sich in der Gegenwart von Halbgöttern? Möchtest du nicht in unseren Kreis aufgenommen werden? War es nicht schon immer dein Wunsch gewesen, wirklich zu uns zu gehören?“

Longinus meinte eine Stecknadel auf den Marmorboden aufschlagen zu hören, so ruhig wurde es plötzlich. Die meisten Gespräche endeten abrupt.
Alles gierte nach der Sensation. Was mochte der Erhabene mit einem Erdgeborenen, also einem Unwürdigen vorhaben, um ihn in ihre Gesellschaft aufzunehmen?

Es wurde getuschelt und gelacht. Sixtus fühlte sich gedemütigt. Es schien ihm, als ob er öffentlich nackt ausgepeitscht wurde. Unwillkürlich griff er an die Seite, aber dort hing heute keine claudische Automatikpistole, nur die Falte einer altmodischen antiken Toga.
Einige der Gäste schienen die kurze Bewegung richtig gedeutet zu haben. Er erkannte sie aus den Augenwinkeln heraus. Es handelte sich um ihm gegenüber feindlich gesinnte Legaten.
Sie lachten und tuschelten miteinander. Alle ahnten sie dass etwas Einzigartiges geschehen würde. Zumindest etwas von dem sie noch Wochen oder gar Monate in ihren kleinen Kreisen zu Hause zehren konnten.
„Eigentlich genügt mir meine Stellung, dem Imperium dienen zu dürfen, Eure Erhabenheit.“

Er verneigte sich leicht. Gerade soviel um die Etikette zu wahren, allerdings kein Jota mehr.
Sarman; Sohn des Sartok lächelte.
Aber es war nicht mehr die freundschaftliche Geste früherer Zeiten, als die Söhne des Imperators und des Volkstribuns zur Freude der menschlichen Reichsuntertanen ein Herz und eine Seele, ja gar Hy’la (Blutsbrüder) wurden.

Aber das schien Vergangenheit zu sein. Heute buhlten sie beide um die Macht.
Mit untrüglichem Instinkt ahnte der Imperator, dass ein Legat aus dem Hause der Claudier, der von den menschlichen Legionären verehrt wurde, als ein Todfeind um die Macht angesehen werden musste.
Wenn Longinus es wollte, konnte er den Kaiser und seine ihm treuen Militärs vernichten, zumal wenn er den unermesslichen Reichtum der Claudier noch dazu bekam.
Natürlich fürchteten sie ihn. Er musste aus dem Weg geschafft werden.
Es ging nur über eine Intrige. Sie mochte ganz einfach beginnen. Aber sie würde sich ausweiten.
Heute würde dieser Krieg, der Kampf um die Macht beginnen.
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 25. April 2019, 10:11

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Homer G Adams
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Hola,

Leider ist mir die Lust am Storyschreiben zur Zeit völlig abhanden gekommen. Ich hoffe, dass sich dies wieder ändert. :o(

Ebenso ergeht es mir bei den Romanen der EA und Neo. Irgendwie kommt mir das was die Autoren von sich geben irgendwie zu stromlinienförmig vor. Es fehlt mir der Esprit, die Neugier aufs Neue, die Space Opera.

Wahrscheinlich ein Zug der Zeit. Man sieht es auch am Fussball. Wirkliche Typen fehlen. Keine Ahnung…

In der PR-Serie liegt es vielleicht daran, dass darin die meisten SF-Themen schon verarbeitet wurden. Nichts ist mehr wirklich neu. Alles schon einmal dagewesen, in irgendeiner Form.

Nun, wenn ich nicht selbst schreibe so lese ich wenigstens. ^_^ Auch surfe ich oft einfach in der Ebook-Cloud von Amazon herum und entdecke immer wieder Neues. So wie jüngst einen der Altmeister oder Grandmaster der ‚Goldenen Zeit’ der SF: Clifford D.Simak.

Wer mehr über den preisgekrönten SF-Altmeister wissen möchte, google einfach nach dem Namen.

Mein erster Buch das ich von Simak herunterlud hieß: Ingenieure des Kosmos, was um 1950 erstmals in den USA erschien.

Vielleicht kannten die Gründer-Autoren von PR Scheer und Ernsting die amerikanischen Werke ihrer Altmeister, wie Simak und Smith (Lensmen-Zyklus).

Keine Ahnung. Aber wenn Simak bereits in den Fünfzigern über den Zusammenstoß von Parallel-Universen schrieb, kamen diese Themen natürlich auch in der PR-Serie vor. Wer mehr über den Inhalt der Cosmic Ingenieure lesen möchte, einfach googeln.

Mein zweites Buch von Simak war: Sternenerbe. Ein postapokaliptischer Roman voller beißender Kritik an der technischen Zivilisation, wie wir sie heute haben. Der Zusammenbruch erfolgte durch die freiwillige fanatische Zerstörung von Technik und Zivilisation, offenbar der Unterprivilegierten in einer zutiefst gespaltenen Gesellschaft.

Das erinnert wahrlich an heute und müsste zu denken geben.

Das was Simak schrieb ist oftmals schwere Kost, selbst für die Nachdenklichen unter der Sonne. Aber eine merkwürdige Faszination geht von den Inhalten aus, denen man sich kaum entziehen kann. Ich denke immer wieder darüber nach. Ganz anders als über die Werke der heutigen SF-Autoren. Wahrscheinlich nannte man die Hauptautoren des Golden Age der SF nicht umsonst die ‚Grandmaster’.

In Simaks Werken (bitte googeln, wen es interessiert) wird der Haupthandlungsträger oft in eine Situation gestellt, in der der Mensch das Wichtigste ist und nicht die Technik oder die Wissenschaft. Er benötigt das gesamte ganzheitliche Potential über das der Mensch verfügt. Technik allein reicht nicht aus.

Seine Werke sind handwerklich sowieso topp, spannend und oft visionär geschrieben.

Nicht umsonst wurde er oft mit seinen Werken preisgekrönt.

Das soll es erstmals gewesen sein.

Ad Astra
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 3. Mai 2019, 09:16

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Homer G Adams
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Kosmologie in Neo (bis Band 199)

Spoiler:
Man fand heraus, dass ES vor 80.000 Jahre durch die Vergeistigung des hiesigen menschlichen Urvolkes, die sich Memeter nannten, hervorging. Eine der Anomalien, welche sich in der Sonne Sol manifestiert und einen psionisch höchst aktiven Stoff namens ‚Halation’ absondert ist für die Vergeistigung eines Großteils der Memeter verantwortlich. Sie benutzten ihn, um daraus Physiotrone, Zellaktivatoren und Multiduplikatoren zu erzeugen.

Die Existenzen von ES und dessen Gegenpart ANDROS ist diesen Anomalien und damit dem Zufall zuzuschreiben. Zwischen Andromeda und der Milchstraße existiert ein ‚dimensionaler Riss’ – die Große Ruptur- wie in der Sonne Sol. Aus dem großen Riss kommt nichts Gutes, wie beispielsweise Kreaturen, das Suprahet und paramentale Entitäten samt Hilfsvölkern, die sich in diesem Universum breit machen. Dieser Riss bildet sich allerdings nicht zwischen Paralleluniversen, sondern zweier Kontinua, einmal dem Einsteinraum und einer Dimension, die sich ‚Crea’ nennt.
Die parallele Dimension wird ‚Kataiitras’ genannt. Sie ist eine mikroskopisch winzige Raumzeit-Blase, die an einem ungleich gewaltigeren Raumzeitgebilde angedockt ist.
Offensichtlich zieht sie sich zusammen und wird in einigen Jahrmillionen zu einem lebensfeindlichen Ort.
Das Creaversum oder Kataiitras ist eine Art von kränklicher Zwilling des Memeter-Universums, das sich als hyperdimensionale Strukturverdichtung in das übergeordnete Raumzeitgefüge des Memeter-Universum einbettete.
Die Raumzeit im Creaversum läuft 17.000 mal langsamer als im Memeter-Universum ab.

Eine multidimensionale Trennschicht (Tiefe?) trennt beide Raumzeiten. In Kataiitras existieren zwei gegensätzliche Zivilisationen, die Crea und die Naiir.

Um dem Ende des heimatlichen Universums zuvor zu kommen, versuchen die Crea die Trennwand zu durchstoßen und in das Memeter- Universum zu gelangen. Sie versuchen es mit einem gigantischen Black Hole. Die Naiir wollen das verhindern.
In dem Augenblick als die Crea das Black Hole Tor in das Memeter-Universum öffneten und sich damit einen Weg hinaus aus ihrem sterbenden Universum bahnten, kam es zu einer Gegenoffensive der Naiir, welche die beiden Risse letztlich schufen.

ANDROS und ihre Hilfsvölker in der Allianz organisiert wollten die Risse reißen lassen, um einen Zwischenraum zu schaffen, welche ANDROS eine schmerzfreie Existenz hervorgerufen durch das Quantenflimmern, ermöglicht. Es ist ihnen egal, dass das Leben in den beiden Galaxien Milchstraße und Andromeda ausgelöscht würden. ES und seine Hilfstruppen möchten das verhindern.

Das Quantenflimmern wird durch die unterschiedlichen Zeitabläufe zwischen den Dimensionen hervorgerufen. Die beiden Raum-Zeiten haben die Tendenz sich anzugleichen. Die Raumzeit im Creaversum läuft 17.000 mal langsamer als im Memeter-Universum ab. Wenn sich beide Raumzeiten vermischen kommt es zum Quantenflimmern.

Die Existenz von ES und ANDROS ist definitiv der Verzahnung der beiden Raumzeiten zu verdanken. Nur diese Risse zwischen Andromeda und der Milchstraße und in der Sonne Sol und dem daraus hervortretenden Halatium sorgten für die Geburt von ES und Andros.

Das ‚Große Ringen’ zwischen den Humanoiden (Memeter und deren Abkömmlinge) und den Nichthumanoiden (führende Völker die Goldenen und Sitaregh und deren Züchtungen wie Bestien und Maakhs) wurde von ANDROS in die Welt gesetzt, um sein Ziel ein Sonderuniversum für sich zu schaffen. Dazu sollte der Riss ins Creaversum dazu führen Suprahets zu schaffen, um über diese dieses besondere Androsversum zu schaffen. Bei diesem Vorgang würden durch die interdimensionalen chaotischen Kräfte beim Geburtsvorgang dieses Paralleluniversum die beiden Galaxien Milchstraße und Andromeda mit all seinem Leben zerstört werden.

ES und seine Hilfskräfte möchten dies natürlich verhindern und den Riss schließen. Dazu haben die Memeter die Sonnentransmitterstraße entlang der Großen Ruptur geschaffen. ES hat den Plan, durch einen injizierten Impuls, der sowohl im Einsteinraum und im Creaversum gezündet werden muss, den Dimensionsriss sowohl in der Sonne Sol und im Entstehungssonnensystem von ANDROS und entlang der Großen Ruptur schließen zu lassen.

Die Creas haben eine flugfähige titanische Art von ‚Scheibenwelt’ mit unzähligen planetaren Habitaten geschaffen, um damit viele Zivilisationen aus dem sterbenden Creaversum zu retten und ins Einsteinversum zu fliehen.

Nachdem Rhodan im Einsteinuniversum den Schließungsimpuls und im Creaversum der Aureole Sitaregh oder wie der heißt gezündet hat, kommt es noch zu einer Auseinandersetzung von ES und ANDROS; wobei der chinesische Wächter von ES getötet wird, weil er Andros ablenkt und ES dadurch überleben kann. ES verschwindet, vielleicht für immer oder viele Bände im Nirwana. Rhodan hat sich wieder mit ES gezankt wie ein Teenager und ihm ständig vorgeworfen, ihnen nicht genügend mitgeteilt und sie benutzt zu haben.

Letztendlich hat der Materieverlust des Creaversums durch das Übertreten der ‚Scheibenwelt’ in den Einsteinraum dafür gesorgt, dass ANDROS mit seiner anorganischen Masse ins sterbende Creaversum gezogen wurde. Durch das Schließen der Großen Ruptur und der beiden Sonnenchasmas in Sol und seinem andromedanischen Gegenpart, der Vorgang wurde mit der Metapher umschrieben, als schließe sich ein gigantischer Reißverschluss, wurde ANDROS bis zum Ende des Creaversums in vielen Millionen Jahren, dort eingeschlossen. Problem gelöst.

ES Plan ging letztendlich auf.


Einige abschließende Worte.

Wieder fiel mir negativ beim Lesen auf – ich ballte oft die Faust in der Tasche -, wie der unsägliche Neo-Rhodan wie ein unreifes Kind ES die alten Vorwürfe machte und die Opfer beklagte. Aber letztendlich ging ES Plan völlig auf. Einzelne persönliche Opfer in einem solch gigantischen Geschehen werden manchmal natürlich leider nicht zu verhindern sein, ob der Neo-Rhodan dies einsieht oder nicht.

Natürlich stehen hinter Rhodans Klagen die momentane Ansichten der Expokraten von Neo und EA, auf ES und die Hohen Mächte zu verzichten.

Sie sind die Macher der Serie und sie können es natürlich durchziehen. Aber alle Leser, die diese Linie nicht mitgehen wollen, sagen halt Tschüss, das ist ihre einzige Möglichkeit.

Zum Glück ist das Perryversum groß und wir zu Neo und EA Tschüss sagenden Leser können einen Zyklus zum Lesen raussuchen, wo all jene Komponenten vorkommen, die wir gerne lesen möchten.

Eine andere Möglichkeit ist es solange es diesen Storythread noch gibt, die Storys zu lesen. Dort kommen all jene Elemente vor, die der Verfasser dieser Zeilen, selbst gerne lesen möchte.
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 5. Mai 2019, 09:15

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Man fand heraus, dass ES vor 80.000 Jahre durch die Vergeistigung des hiesigen menschlichen Urvolkes, die sich Memeter nannten, hervorging. Eine der Anomalien, welche sich in der Sonne Sol manifestiert und einen psionisch höchst aktiven Stoff namens ‚Halation’ absondert ist für die Vergeistigung eines Großteils der Memeter verantwortlich. Sie benutzten ihn, um daraus Physiotrone, Zellaktivatoren und Multiduplikatoren zu erzeugen.

Die Existenzen von ES und dessen Gegenpart ANDROS ist diesen Anomalien und damit dem Zufall zuzuschreiben. Zwischen Andromeda und der Milchstraße existiert ein ‚dimensionaler Riss’ – die Große Ruptur- wie in der Sonne Sol. Aus dem großen Riss kommt nichts Gutes, wie beispielsweise Kreaturen, das Suprahet und paramentale Entitäten samt Hilfsvölkern, die sich in diesem Universum breit machen. Dieser Riss bildet sich allerdings nicht zwischen Paralleluniversen, sondern zweier Kontinua, einmal dem Einsteinraum und einer Dimension, die sich ‚Crea’ nennt.
Die parallele Dimension wird ‚Kataiitras’ genannt. Sie ist eine mikroskopisch winzige Raumzeit-Blase, die an einem ungleich gewaltigeren Raumzeitgebilde angedockt ist.
Offensichtlich zieht sie sich zusammen und wird in einigen Jahrmillionen zu einem lebensfeindlichen Ort.
Das Creaversum oder Kataiitras ist eine Art von kränklicher Zwilling des Memeter-Universums, das sich als hyperdimensionale Strukturverdichtung in das übergeordnete Raumzeitgefüge des Memeter-Universum einbettete.
Die Raumzeit im Creaversum läuft 17.000 mal langsamer als im Memeter-Universum ab.

Eine multidimensionale Trennschicht (Tiefe?) trennt beide Raumzeiten. In Kataiitras existieren zwei gegensätzliche Zivilisationen, die Crea und die Naiir.

Um dem Ende des heimatlichen Universums zuvor zu kommen, versuchen die Crea die Trennwand zu durchstoßen und in das Memeter- Universum zu gelangen. Sie versuchen es mit einem gigantischen Black Hole. Die Naiir wollen das verhindern.
In dem Augenblick als die Crea das Black Hole Tor in das Memeter-Universum öffneten und sich damit einen Weg hinaus aus ihrem sterbenden Universum bahnten, kam es zu einer Gegenoffensive der Naiir, welche die beiden Risse letztlich schufen.

ANDROS und ihre Hilfsvölker in der Allianz organisiert wollten die Risse reißen lassen, um einen Zwischenraum zu schaffen, welche ANDROS eine schmerzfreie Existenz hervorgerufen durch das Quantenflimmern, ermöglicht. Es ist ihnen egal, dass das Leben in den beiden Galaxien Milchstraße und Andromeda ausgelöscht würden. ES und seine Hilfstruppen möchten das verhindern.

Das Quantenflimmern wird durch die unterschiedlichen Zeitabläufe zwischen den Dimensionen hervorgerufen. Die beiden Raum-Zeiten haben die Tendenz sich anzugleichen. Die Raumzeit im Creaversum läuft 17.000 mal langsamer als im Memeter-Universum ab. Wenn sich beide Raumzeiten vermischen kommt es zum Quantenflimmern.

Die Existenz von ES und ANDROS ist definitiv der Verzahnung der beiden Raumzeiten zu verdanken. Nur diese Risse zwischen Andromeda und der Milchstraße und in der Sonne Sol und dem daraus hervortretenden Halatium sorgten für die Geburt von ES und Andros.

Das ‚Große Ringen’ zwischen den Humanoiden (Memeter und deren Abkömmlinge) und den Nichthumanoiden (führende Völker die Goldenen und Sitaregh und deren Züchtungen wie Bestien und Maakhs) wurde von ANDROS in die Welt gesetzt, um sein Ziel ein Sonderuniversum für sich zu schaffen. Dazu sollte der Riss ins Creaversum dazu führen Suprahets zu schaffen, um über diese dieses besondere Androsversum zu schaffen. Bei diesem Vorgang würden durch die interdimensionalen chaotischen Kräfte beim Geburtsvorgang dieses Paralleluniversum die beiden Galaxien Milchstraße und Andromeda mit all seinem Leben zerstört werden.

ES und seine Hilfskräfte möchten dies natürlich verhindern und den Riss schließen. Dazu haben die Memeter die Sonnentransmitterstraße entlang der Großen Ruptur geschaffen. ES hat den Plan, durch einen injizierten Impuls, der sowohl im Einsteinraum und im Creaversum gezündet werden muss, den Dimensionsriss sowohl in der Sonne Sol und im Entstehungssonnensystem von ANDROS und entlang der Großen Ruptur schließen zu lassen.

Die Creas haben eine flugfähige titanische Art von ‚Scheibenwelt’ mit unzähligen planetaren Habitaten geschaffen, um damit viele Zivilisationen aus dem sterbenden Creaversum zu retten und ins Einsteinversum zu fliehen.

Nachdem Rhodan im Einsteinuniversum den Schließungsimpuls und im Creaversum der Aureole Sitaregh oder wie der heißt gezündet hat, kommt es noch zu einer Auseinandersetzung von ES und ANDROS; wobei der chinesische Wächter von ES getötet wird, weil er Andros ablenkt und ES dadurch überleben kann. ES verschwindet, vielleicht für immer oder viele Bände im Nirwana. Rhodan hat sich wieder mit ES gezankt wie ein Teenager und ihm ständig vorgeworfen, ihnen nicht genügend mitgeteilt und sie benutzt zu haben.

Letztendlich hat der Materieverlust des Creaversums durch das Übertreten der ‚Scheibenwelt’ in den Einsteinraum dafür gesorgt, dass ANDROS mit seiner anorganischen Masse ins sterbende Creaversum gezogen wurde. Durch das Schließen der Großen Ruptur und der beiden Sonnenchasmas in Sol und seinem andromedanischen Gegenpart, der Vorgang wurde mit der Metapher umschrieben, als schließe sich ein gigantischer Reißverschluss, wurde ANDROS bis zum Ende des Creaversums in vielen Millionen Jahren, dort eingeschlossen. Problem gelöst.

ES Plan ging letztendlich auf.


Einige ergänzende Worte, ohne dass es ein Spoiler sein soll:

Atlan bezeichnet Mirona Thetin jetzt als seine Frau und Rhodan soll seine Finger von ihr lassen :-=

Atlan und Mirona haben mit einem Spezialschiff Rhodan aus dem Zentrum des Geschehens gerettet, wobei der Arkonide schwer verletzt wurde.

Er überlebt und sagt oben genannte Worte. :rolleyes:
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

Atlan, PR 470

"Wenn der letzte Ritter der Tiefe gegangen ist, werden alle Sterne erlöschen." Alte kosmische Weisheit über die RdT

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 5. Mai 2019, 09:47

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Homer G Adams
Terraner
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20. Teil
Spoiler:
Die erste Schlacht wurde jetzt geschlagen.
Es hatte mit seiner Erniedrigung im Bad begonnen. Wahrscheinlich machte diese Szene bereits die Runde. Urplötzlich erkannte Longinus aufgewertetes Gehirn das Spiel.
Aber er saß bereits in der Falle. Es kam nur darauf an, wer ihm der Kaiser präsentierte.
Die Wut in ihm wuchs explosiv. Nur das harte und lange Mentaltraining verhinderte, dass er aufbegehrte und endgültig sein Gesicht verlor. Sarman cha Sartok war nicht mehr sein Blutsbruder, sondern sein schlimmster Feind.
Wie lange schon?
Natürlich, es hatte damals begonnen, als ihn die Truppen immer mehr auf ihren Schild erhoben, er bei ihnen immer beliebter wurde.
Die Einladungen auf den Paladin wurden seit damals immer seltener. Warum hatte er die Krise nicht voraus gesehen?
Das Bemühen seines Vaters war zu sehr auf die Expansion des Konzerns ausgerichtet gewesen, um Arbeitsplätze zu schaffen. Damit wurde er beim Volk immer beliebter.
Den jungen Kaiser hatten sie beide nicht ernst genug genommen. Livius war immer der Meinung gewesen, Sarman wäre ein degenerierter Adelspross. Aber er hatte sich getäuscht.
Jetzt schien es zu spät zu sein.
Die beiden Claudier saßen in einer selbstverschuldeten Falle. Sixtus wusste bereits wie sie zuschnappen würde, ohne dass er es verhindern konnte.

„Es ist Zeit, dass du eine Gattin bekommst. Dein Vater scheint dir niemanden gemäßen bei deinem Volk zu finden. Was hältst du von einer Uruk-kar?“

Die versammelte Gesellschaft, sofern sie die Worte verstand, hielt abermals den Atem an. Selbst das Getuschel erlosch schlagartig. Der Imperator konnte dies durchaus veranlassen, wenn das Oberhaupt einer wichtigen Familie nicht in der Lage schien, eine Heirat zu arrangieren.

Einem Mitglied des Legat-Rats konnte nicht länger zugestanden werden, unverheiratet zu sein. Zwar unterlag er als Ur-uk, als Nichtcalaner, nicht dem Farr-or.
Trotzdem, in einer calanisch dominierten Gesellschaft hatte er sich unterzuordnen.

In Longinus Gedanken dehnte sich ein Nebel aus. Wurde er telepathisch angegriffen?
Zwar waren fast alle Adeligen lediglich Kontakttelepathen oder Emphaten. Aber aus dem Hintergrund konnte durchaus ein psionischer Block agieren, um ihn gefügig zu machen.
Automatisch baute er weitere mentale Schilde auf. Sicher war sicher.

„Dein Schweigen deute ich als Zustimmung. Darf ich dir deine neue Gefährtin vorstellen?“

Der Kaiser lächelte diabolisch und machte eine Handbewegung.
Unter traditioneller calanischer Musik des Verbindungsritus wurde eine aufgetakelte Frau hereingeführt. Sie trug einen leichten Schleier. Longinus wagte nicht zu atmen, als er die Frau trotz der Verschleierung sofort erkannte.

Das darf nicht wahr sein. Das Schicksal ist manchmal unerbittlich.

Sixtus Gedanken wurden destruktiv. Er hatte die dumpfe Empfindung, als öffne sich der Boden direkt unter ihm und eine riesige Hand risse ihn in den Hades hinab.
Die Frau, die bisher auf den Boden gestarrt hatte, blickte auf. Ihr schönes Gesicht verwandelte sich in eine hasserfüllte Fratze, als sie ihren künftigen Gatten erkannte.

Ihr Hass galt nicht nur dem Claudier, sondern auch dem Imperator, der dieses perfide Spiel eingeleitet hatte. Einen Fremden zu heiraten war schon schlimm genug, aber nicht den Mann, der sie noch vor wenigen Wochen gedemütigt hatte. Sixtus las ihre Gedanken an den Gesichtszügen ab.
„Darf ich dir, die Herrin Leila cha Iverdon vorstellen.“

„Sie ist zwar nur eine Landadelige, aber immerhin Angehörige unseres erlauchten Volkes. Gut genug für einen menschlichen Claudier!“

Die Stille wurde noch intensiver als zuvor. Wahrscheinlich könnte Longinus sogar eine Vogelfeder aufschlagen hören. Sixtus glaubte einen Augenblick, dass er fallen würde. Ein seltsamer Nebel legte sich wieder auf sein Denken.
Kämpfe dagegen an! Du bist einem paramentalen Angriff ausgesetzt!
War er doch ein Bewusstseins- oder Ka-Träger?
Unmöglich!
Er konnte sich an keine derartige Übertragung erinnern.

„Die Wirklichkeit ist nicht immer so, wie sie zu sein scheint. Spätestens seit dein Gehirn genetisch aufgewertet und dir psiaktives neurales Gewebe eingepflanzt wurde, das dein Gehirn völlig veränderte, ist vieles anders als zuvor. Du bist durchaus in der Lage mit einem fremden Ka umzugehen und es zu beherrschen.“

Wer oder was auch immer sich in Longinus Gedanken manifestierte, vielleicht handelten es sich auch nur um normale Gedanken, sie hatten Recht.
Er konzentrierte sich und baute weitere mentale Schilde auf. Das neblige Wabern verschwand vor seinem geistigen Auge.
„Ich wähle die Herausforderung und forderte -uf-kalifi!“
Leilas Worte lösten ein mittleres Erdbeben aus.

Zuerst hielt die unwirkliche Stille noch an. Dann folgte ein kollektives Aufstöhnen der Gesellschaft. Es war unerhört, dass eine kleine Landadelige dem Herrscher trotzte
Trotzdem konnte selbst der Imperator nicht gegen eine geheiligte Tradition verstoßen.
Gerade er nicht!
Man konnte Leila nicht den Mut absprechen. Sarman cha Sartok erholte sich von dem Unerwarteten, nicht Geplanten. Nichts hatte sich im Grunde für ihn verändert.
Den, welchen es anging, Sixtus Claudius Longinus, hatte immer noch die Sprache verloren. Für Longinus kam es so vor, als würde hier eben eine Schmierenkomödie abgehen, zu seinen Lasten.
„Wer ist der Herausforderer?“ fragte der Kaiser mit erregter und heiserer Stimme.
„Ich, Talon, Sohn des Tanos.“

Ein stattlicher Krieger, ein Tribun trat vor.
Longinus stöhnte innerlich auf. Er kannte ihn, hatte bereits ein oder das andere Mal, mit ihm nicht gerade freundschaftlich zu tun gehabt.

Selbst Leila schien überrascht. Offenbar hatte sie jemand anderes erwartet. Aber derjenige schwieg. Es wäre sowieso zu spät gewesen.
Longinus hatte immer noch die Empfindung, das Geschehen liefe auf einer Bühne ab und er wäre nur ein Zuschauer. Das Ganze ginge ihn nichts an.

Plötzlich lachte der Kaiser. Er begriff, dass hier etwas ablief, das er zwar nicht ganz verstand, aber alles lief im Grunde zu seiner Zufriedenheit ab. Falls Longinus den Zweikampf überlebte, wenn überhaupt, war sein größter Feind gesellschaftlich erledigt.

Nach den mutterrechtlich organisierten calanischen Traditionsgesetzen würde er zwar Mitglied des Adels werden, aber nur der Träger eines kleinen Titels.

Es würde selbst unter den menschlichen Legionären einen kleinen Aufstand geben, wenn der Gatte einer calanischen Kleinadeligen Ansprüche auf den Thron erheben würde. Als Claudier hätte er einen Militärputsch wagen können, aber nicht als Herr von Iverdon.

Die Menschen würden es als Schwäche auslegen, dass er nicht verhindert hatte, in eine solch erniedrigende Position zu geraten.
Longinus blieb, wenn er den Zweikampf gewann, nur übrig, diese Heirat irgendwie zu verhindern.
Der Imperator schlug einen weiteren wuchtigen Pflock zu Sixtus Ungunsten ein.
„Sixtus Claudius Longinus. Ich frage dich, nimmst du die Herausforderung an?“
Es blieb ihm keine andere Wahl.
„Ich nehme an, Eure Erhabenheit.“
Er verneigte sich leicht.
„Talon cha Tanos, deine Herausforderung wird von deinem Kontrahenten bis auf den Tod akzeptiert. Das uf-kalifi findet anlässlich der nächsten Spiele im Kolosseum statt. Wir wollen doch dem Volk etwas bieten. Ein Claudier als Gladiator. Das ist etwas Neues.“

Wieder wurde es still. Der Fall des Claudier, vom Hy’la dem Blutsbruder des Imperators, zum Ehrenkampfer in einem uf-kalifi, um eine Landadelige, war so ungewöhnlich, dass es zum Gegenstand der Spötteleien in den unzähligen kleinen Salonkreise auf dem Paladin und den Stadtpalästen für Jahre werden würde.
Die Vorstellung war einfach nur köstlich.
Longinus fühlte sich tief gedemütigt. Sein Ansehen bei den menschlichen Legionären würde rapide senken. Der Kaiser hatte auf der ganzen Linie gesiegt. Dieser genoss offensichtlich den Erfolg.
„Ich habe den Bastard total unterschätzt.“
„Nicht nur du...“
„Um diesem außergewöhnlichen Ereignis die nötige Würde zu geben, bitte ich um die Aufmerksamkeit. Ich schenke Euch die Aiya-wasu!““

Die Sternenschiffhymne!

Die psionische Inszenierung war sehr aufwändig und kostspielig. Ein kompletter psionischer Meisterkreis würde dazu notwendig sein, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Ein daher sehr seltenes Ereignis und großzügiges Geschenk für die imperiale Abendgesellschaft.
Deshalb hörte sich das Raunen und Flüstern sehr, ehrfürchtig an. Die Erwartungshaltung konnte als sehr hoch eingeschätzt werden.
Auch der psychologisch schwer angeschlagene Claudier merkte auf. Gleichzeitig begriff er, dass es nach der Vorführung für ihn noch schwieriger sein würde, sich von der Heirat zurückzuziehen. Nicht nach einer Aiya-wasu-Vorführung.
„Wie konnte ich dich nur so unterschätzen?“
Fast gleichzeitig blickten sie sich an. Auf Sarmons Gesicht lag ein fast schmerzlicher Ausdruck, nur kurz, dann siegte wieder seine innere Kälte.
Es schien ihm Leid zu tun, den ehemaligen Hy’la auf diese Weise zu demütigen und zu vernichten. Er sah wohl keine andere Wahl, um an der Macht zu bleiben.

„Noch bin ich nicht geschlagen, Sarmon! Du hast es mit einem Claudier zu tun. Mit einem Nachkommen von Menschen einer parallelen Erde, die innerhalb von fünfzig Jahren einen atemberaubenden Aufstieg im Magna Romanum antraten. Wir sind in der Lage hart zu kämpfen und notfalls skrupellos zurück zu schlagen!“

Ihre Blicke lösten sich voneinander. Es waren nur Sekundenbruchteile gewesen.
„Sarmon, ich töte dich!
Schade, dass es so enden muss!“

Dann begann die Aiya-wasu-Vorführung. Longinus vergaß alles was ihn bedrückte.
Er öffnete sogar einen Teil seiner mentalen Schilde, weil er wusste, dass die Psienergien, die bei dem Ereignis freiwurden, einen individuellen telepathischen Angriff unmöglich machten.
Das Kuppeldach fuhr langsam in die Arretierung zurück. Es öffnete einen Blick in den Sternenhimmel. Die Unendlichkeit des Alls schien direkt zu ihnen herunter zu springen. Der Eindruck wurde noch verstärkt, als die Lichter im Peristyl runter gedimmt wurden und schließlich erloschen.
Ein psionisch erzeugtes holografisches Geschehen rollte ab und er war mitten drin.
Aus der Sternenübersäten Ferne tauchte ein futuristisch wirkendes Sternenschiff am Himmel auf. Eine Art von Dimensionsloch spuckte es förmlich aus. Es stürzte regelrecht wie ein Meteor auf den Planeten herunter. Kurz vor dem Aufprall, bremste es ab und nahm Kurs auf den Saal. Alles war mit anschwellender Musik verbunden, die einen hypnotischen Einfluss auf die Gäste hatte. Ein einziges Ah, und Oh, zuerst kollektiv laut, dann immer leiser, ehrfürchtiger, weil jeder das Erlebnis verinnerlichen wollte.

Niemand, selbst Longinus nicht, konnte sich der psionischen, optischen und akustischen Wirkung entziehen. Das holografische Raumschiff landete und entließ Passagiere, die im Zeitraffertempo als Eliteklasse ein Imperium errichteten, das Magna-Romanum!

Begleitet wurde diese Geschichte der Calaner auf diesem Planeten, mit psychedelischen Takten der Musik. Sie schien sich wie Rosengeflechte um die Neuronen zu ranken und erzeugten ein Wohlgefühl, das durchaus den Wirkungen eines starken Rauschmittels entsprach.
Alle Anwesenden, auch Longinus, der sich vergeblich den Wirkungen zu entziehen versuchte, erlebten eine Art von Losgelöstheit, die einer Art von mentaler Entrückung entsprach. Schließlich stand auch der Nachkomme von Menschen aus einer parallelen Erde meditativ da und ließ sich von den Illusionen einlullen. Sie unterstanden dem parapsychologischen Einfluss eines mächtigen Psikreises.

Sämtliche mentale Mauern wurden soweit niedergerissen, dass jeder an der Gründungsgeschichte teilnehmen konnte. Wenn jetzt ein Außenstehender Mentalkreis versuchen würde, diese Situation auszunützen, um posthypnotische Manipulationen durchzusetzen, so käme er gegen die wechselseitig von den Initiatoren und den Teilnehmern des aiya-wasu-Ereignis erzeugten psionischen Energien einfach nicht an. Diese Energien potenzierten sich.
Dann löste sich die psychoholografische Simulation auf. Die Musik erstarb in einem atemberaubenden Finale. Gleichzeitig wurde es wieder hell. Das Kuppeldach schloss sich wieder.
Longinus löste sich aus der mental - virtuellen Illusion. Er fühlte sich noch benommen von der psychedelischen Überflutung seiner Sinne. Überall fühlte er Schweiß am Körper. Eine volle Stunde benötigen die Gäste, um das Ereignis innerlich zu verarbeiten. Dabei wurden die erlesesten Leckerbissen des ganzen Planeten auf silbernen und goldenen Platten durch Echsenhumanoide Sklaven serviert. Auch diese Wesen waren einst mit einem Raumschiff aus der Anomalie auf der Erde gestrandet und nach vielen Kämpfen von Magna Roma unterjocht worden. Die Calaner hassten aus irgendwelchen Gründen, alle Nichthumanoiden Völker. Selbst ihre eigene Art, wenn sie nicht ihrem Stamm entstammten, wie Sixtus nur zu gut wusste.
Seltene Fische von den Gestaden des doppelten Binnenmeeres, Bambussprossen in Honig und Pfeffer eingemacht aus dem östlichen Reich Cinn am Ostmeer. Schüsseln von exotischen Gemüse- und Salatplatten folgten. Zum Schluss wurden kandierte Früchte, süße Kuchen und seltenes Backwerk serviert.
Auf einem Vorplatz fochten zwei menschliche Gladiatoren mit scharfen Waffen. Der blank polierte Marmor war bald mit Blut befleckt. Besonders diese Vorführung erhitzte viele Gemüter. Schließlich starb einer von ihnen und der zweite Kämpfer wurde schwer verletzt. Echsenhumanoide Sklaven trugen sie hinaus.
„Was meinst du Longinus. Soll der Caesar dem Sieger das Leben schenken.“
Der Claudier blickte den Sprecher, einem Legaten, der ihm gegenüber saß, stumm und verächtlich an.
Er antwortete aber nicht. Leila, die neben ihm saß und bislang kein Wort mit ihm gewechselt hatte, tat dies für ihn.
„Er ist ein schwacher mit Skrupeln behafteter Mensch. Der Claudier hält uns für mordgierige Bestien.“ Sie lachte ihn verächtlich und hasserfüllt an.
„Genau, das seid Ihr, meine Liebe!“
„Die Herrin von Iverdon hat zumindest in dieser Hinsicht Recht!“

Einige Gäste verstummten und blickten den menschlichen Störenfried und Aufsteiger böse an. Menschliche Sklavinnen mit Handwaschbecken und parfümierten Tüchern boten ihre Dienste an.
Um seine ihm von Herrscher zugesprochene ‚Gattin‘ zu demütigen, schäkerte er mit einer der menschlichen Schönheiten.
Er erntete dafür nicht nur böse Blicke von Leila, sondern von vielen anderen Gästen.
Schließlich zog sich die Herrin von Iverdon mit ihrem Gefolge zurück. Talon führte sie hinaus.
Der Herausforderer warf dem Claudier wütende und hasserfüllte Blicke zu.

Etwa die Hälfte der Anwesenden folgte der schwer Gedemütigten. Die anderen blieben, um nicht den Caesar zu beleidigen. Sie erhofften sich weitere Vorteile dadurch. Diejenigen die gingen, erwarteten nichts mehr, sie handelten nur nach ihren Gefühlen..

„Da wirst du keinen leichten Kampf haben, Longinus. Ich darf doch den leeren Platz von Leila belegen?“
Longinus blickte den ehemaligen Freund mit gemischten Gefühlen an. Die suggestive Vorführung hatte in ihm ein Gefühl der Ausgeglichenheit und Ruhe hinterlassen. Selbst die Anwesenheit der Lady von Iverdon hatte dies nicht gemindert, zumal sie beide sich weder angeschaut noch ein Wort miteinander gewechselt hatten. Jetzt tauchte auch noch der Caesar auf.
Longinus Hass auf ihn wich einem neutralen Gefühl. Sarmon hatte nur die Schwäche der Claudier zu seinen Gunsten genutzt. Livius und Sixtus hatten verloren. Die Aiya-wasu Inszenierung machte ihm dies klar. Wie konnte er gegen eine Macht angehen, die von Sarmon repräsentiert wurde?
„Vorsicht!. Du unterliegst immer noch der Suggestion. Vielleicht wurde sie speziell gegen dich als Waffe gerichtet.
Seine innere Stimme oder das fremde Ka- Bewusstsein mochte recht haben. Aber im Moment begnügte er sich mit dem zweiten Platz.
„Natürlich Eure Erhabenheit!“ Der Claudier verbeugte sich mehr als er es sonst tat.
Sarmon blickte ihn undefiniert an. Im Blick lagen Arroganz, Schmerz aber auch Unglauben. Mit anderen Worten, er traute dem Braten nicht.
„Du übertreibst Alter Freund.“
„Durchaus nicht. Ich bin nicht mehr dein Freund. Wie könnte ich auch, nach diesen Beleidigungen und Demütigungen.“
Der Schmerz in Sarmons Zügen verstärkte sich, machte aber immer mehr Zorn Platz.
„Du könntest mein Erster Heerführer werden. Dir steht nur der Stolz der Claudier im Wege.“
„Eure Erhabenheit, haben Recht.“

Sixtus Aussprache der kaiserlichen Ehrenbezeugung hörte sich mehr als zynisch an. Die Wut in Sarmons Zügen verstärkte sich.
„Der claudische Erbe der zweiten Generation wird sich niemals mit dem zweiten Platz begnügen.“
„Dein Stolz wird zu deinem Untergang führen.“ Sarmon hatte Mühe sich zu beherrschen. Mochte er kurz zuvor, um die inzwischen verschwundene Freundschaft gebuhlt haben, so blieb jetzt davon nichts mehr übrig.
„Wir werden sehen, Caesar!“

Er sagte es, stand auf und verließ den Raum. Der Erdenabkömmling hinterließ einen wutschnaubenden Imperator. Als er im Korridor einen winzigen Augenblick stehen blieb, hörte er noch, wie Sarmon seinen Glasbecher mit edlen Wein gegen eine reich verzierte Stuckwand schleuderte und wie ein Irrer brüllte.

„Ich werde dich eigenhändig töten, Mensch, wenn die Zeit reif ist!“
Aber der Claudier lachte nur still in sich hinein.

„Wir werden sehen, Calaner!“ In ihm reifte ein Plan.
„Du gehst einen schmalen Grat.“
„Ich weiß, aber es bleibt mir keine andere Wahl.“

Longinus erreichte eben die Hauptstraße, als überall aufgeregte Stimmen erklangen und mit den Händen zum Himmel deuteten. Auch Sixtus blickte nach oben und erstarrte förmlich.
Ein Feuerball oder ein weiteres Sternenschiff aus der Anomalie, tauchte am Himmel auf. Es schoss wie ein Asteroid hinunter, direkt auf den Paladin zu. Der Neoromaner suchte nach einer Deckung. Überall aufgeregte, angstvolle Blicke.
„Die Aiya-wasu- Inszenierung hat die Götter in dem Sternenloch wütend auf uns gemacht. Sie schicken uns einen Todesboten.“

Überall herrschte Aufruhr. Auch als der ‚Todesbote‘ seine Richtung änderte und direkt in den Außenbezirken der Stadt niederging. Der Imperator erschien. Sein Gesicht zeigte aus Furcht eine aschfahle Hautfarbe. Er schluckte und beherrschte sich nur mühsam.

„Sixtus Claudius Longinus! Noch bist du für die allgemeine Sicherheit der Stadt zuständig. Hole deine Leute und sieh nach, welche Raumfahrer diesmal durch die Anomalie den Weg zu dieser Erde fanden. Und Claudier, berichte nur mir!“

Der Legat stand automatisch stramm. Im Moment musste ihr Machtkampf hinten anstehen.
Das Wohl und Wehe des Imperiums ging vor.
Überall brachen in der Stadt Brände aus. Die Bevölkerung reagierte auf das neue ‚Götterzeichen‘ auf ihre Art.
Diese Zeichen häuften sich.
Die Herrschenden standen nicht mehr in der Gunst von T’ aa. Der Aufruhr breitete sich wie ein Steppenfeuer aus.
Longinus sah die Furcht in des Caesars Augen. Auch in denen seiner unmittelbaren Höflinge.
Ihre Überheblichkeit gegenüber dem Claudier löste sich wie Butter in der Sonne auf. Nur der Sohn des Volkstribuns würde mit seinen Populus- Truppen mit der Situation fertig werden.
„Nutze die Situation aus. Töte deine Feinde. Säubere den Paladin. Lass dich von deinen Truppen zum Caesar küren!“

Überall tauchten jetzt seine Legionäre auf. Sie ahnten wohl, dass ihr Legat sie jetzt bräuchte.
Schon jetzt hatte er genügend Männer, um die Höflinge in der Palaststadt eliminieren zu können. Dem Kaiser standen höchstens dreihundert Prätorianer zur Seite. Und auch sie würden schwanken, wenn er putschte.
Der Imperator erkannte blitzartig die Gefahr. Seine Augen flehten ihn an.
„Großspuriger Schwächling. Wie konntest du jemals mein Hy’la sein?“
„Töte ihn, oder er tötet später dich!“
„Mag sein, aber ich bin kein Mörder. So will ich nicht auf den Thron kommen. Nicht mit tausendfachem Blut an meinen Fingern.“
„Du bist ein Narr, Claudier!“

Trotz seiner für Sarmon positiven Entscheidung, genoss Sixtus die Furcht in den Augen des Caesars. Dieser bemerkte trotz allem, den inneren Zwiespalt des Legaten.
Die Situation wurde urplötzlich für die calanischen Adeligen gefährlich. Inzwischen eintausend claudische Legionäre bildeten einen Kreis um die machtgierigen und korrupten Nachkommen eines memetischen Volkes. Die Memeter waren die humanoide Urrasse in unzähligen parallelen Milchstraßen.
In den Augen der menschlichen Legionäre loderte Hass auf ihre ehemaligen Herrscher auf.
Egal wie die Situation sich entwickelte. Die Tage ihrer Herrschaft schienen gezählt. Diese Ereignisse würden sich wie ein Lauffeuer in der Stadt herumsprechen. So etwas wie Götterdämmerung hing wie ein dunkler Nebel über dem Paladin.
„Legat. Sollen wir die Selaks in den Hades schicken? Wir haben inzwischen erfahren, wie übel Sartoks Bastard dir mitgespielt hat.“
Sarmons Augen sprühten vor Hass. Einen Sekundenbruchteil lang sah es so aus, als ob sich der Kaiser auf den Maximus Centurio stürzen wollte. Als er aber die Entschlossenheit der Legionäre sah, beherrschte er sich. Wenn auch nur mühsam.
„Das wirst du büssen, du menschlicher Hund.“
Der Maximo Centurio lachte nur kalt.
„Deine Tage sind gezählt, calanische Bestie. Stirb!“
Er zog sein Gladius, das Kurzschwert für den Einzelkampf.
„Halte ein, Gajus Sertius. So möchte ich ihn nicht getötet sehen.“
Der Centurio tat was ihm befohlen wurde.
„Du machst einen großen Fehler, Longinus. Hier und heute könnte alles entschieden werden. Wenn du nach dem Massaker den Lorbeerkranz aufsetzt, werden dir nicht nur die Legionen zujubeln, sondern auch das Volk. Deine Truppen und das Volk wissen, dass du ein gerechter Herrscher werden würdest.“
„Vielleicht. Aber es wäre nicht recht. Wir wären nicht besser als sie.“
„Legat du erschreckst uns. Bist du bereits von heliopolisischer Philosophie verseucht? Möchtest du ein demokratisches Imperium?“ Der Claudier lachte rau.
„Nein, Maximo Centurio. Aber wir würden auf Ströme von Blut aufbauen. Die psibegabten Überlebenden würden einen permanenten Heiligen Krieg ausrufen und uns ständig bekriegen. Wir würden nie inneren Frieden bekommen. Ein solches Imperium möchte ich nicht übernehmen.“
„Ich höre und gehorche, Legat. Aber es ist ein großer Fehler!“
Er schlug seine rechte Faust auf seine linke Brust.
„Mag sein, Maximo Centurio. Aber es ist nicht deine Entscheidung. Du weißt was du tun musst. Sichere den Paladin. Integriere die Prätorianer in deine Reihen. Die Maximus Kohorte möge mir folgen!“
„Das werde ich dir nie verzeihen, alter Freund.“
Die Erste Kohorte trat zur Marschformation an, während Gajus Sertius Befehle bellte.
„Du bist nicht mehr mein Freund. Wieso muss ich mich ständig wiederholen, Sarmon? Die Auseinandersetzung ist nur aufgeschoben.“
„Ich werde bereit sein, Claudier.“
„Gut, Calaner!“ Beide mieden den Augenkontakt.
Sixtus Claudius Longinus salutierte, schlug dabei seine Rechte gegen die Brust, blickte aber in die Nacht hinaus.
„Lang lebe das Imperium Magna-Romanum!“

Dann drehte er sich zackig um und marschierte an der Spitze seiner Spezialkohorte. Alles ausgesuchte Einzelkämpfer. Die menschliche Legionärselite. Der Marschtritt seiner Männer hallte in der Palaststadt wider. Die Adeligen duckten sich. Sie waren knapp einem Massaker entgangen. Sie verstanden den claudischen Legaten nicht. Er war ihnen unheimlich. Da sie ihn nicht verstanden, fürchteten sie sich noch mehr vor ihm. Vielleicht hatte der Caesar einen Fehler gemacht, ihn so zu demütigen.
Das Imperium stand am Abgrund. Selbst die Himmelszeichen deuteten daraufhin.

Zumindest gigantische Veränderungen standen bevor. Seit heute würde nichts mehr so sein wie zuvor. Longinus spürte ihre Gedanken ohne sie lesen zu müssen. Den brennenden hasserfüllten Blick des Caesars wusste er in seinem Rücken, bis er um die Palastecke verschwunden war.
„Das wird dir noch Leid tun“.
Ich weiß! Trotzdem konnte ich ihn nicht einfach wie einen Hund abschlachten. Wir waren Blutsbrüder. Ein winziger Teil der alten Freundschaft scheint noch übrig geblieben zu sein. Es hinderte mich daran, den Bastard einfach meucheln zu lassen.“
„Du bist und bleibst ein Rätsel, Sixtus Claudius Longinus.
Erkenne dich selbst.“
„ Wer bist du?“
Aber da war nur noch Schweigen in seinem Bewusstsein.
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 6. Mai 2019, 16:13

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Homer G Adams
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So heute ein weiterer Teil, damit die Handlung auf Terra II vorankommt.



21. Teil
Spoiler:
Heliopolis

Dr. Magnus Hellström hatte den ganzen Morgen in der sogenannten ‚Nebenzentrale‘ in den unteren Bunkeretagen von HELIOPOLIS gearbeitet, bevor er sich nach der Mittagspause zum Joggen entschloss. Seit dem Tode von Gwydion vor neun Jahren, dem Begründer von Heliopolis übernahm er die Tradition seines Vorgängers und toten Freundes und joggte jeden Tag die gleiche Strecke wie er.
Seine Gedanken beschäftigten schwere Dinge. Er wusste nicht, ob der Planet so wie er jetzt war, eine Chance zum Überleben hatte.
Eine Welt wie die veränderte Erde II mit den so genannten „Siegelsetzungen“ in der Vergangenheit und wohl auch in der Zukunft, stellte eine schwere Belastung für das multidimensionale planetare Gefüge dar. Der interdimensionale Austausch von kompletten Landmassen in Quadratkilometer Größe und einer Tiefe von zehn Kilometer tat der interdimensionalen Struktur des Planeten wahrlich nicht gut.
Sie störte das Gleichgewicht der Dimensionen und parallelen Universen. Nicht nur auf dieser Welt, sondern auch im Raumsektor jenes Universums von dem er stammte.
Hätte es das riesige kosmische PORTAL und die kleineren Portale auf den Erden nicht gegeben, so wäre die POSEIDON vor jetzt inzwischen fünfundvierzig Jahren und wohl auch weitere Schiffe und Flugzeuge nicht vom legendären ‚Bermuda-Dreieck’ auf die hiesige „Erde II“ versetzt worden.
Aber es ging noch weiter. Auch der Flug eines Raumschiffes der Calaner, die von Hellströms Heimatuniversum stammten und sich dort Cala nannten, durch jenes kosmische Portal und die anschließende Notlandung auf der hiesigen Erde, gehörte zu jenen Problemen, die ihm jetzt zu schaffen machten. Sie wussten inzwischen durch parabegabte Kundschafter dass die Führungsschicht des neorömischen Imperiums ihren Ursprung auf das Not gelandete calanische Raumschiff zurückführten. Wo sonst noch auf dieser chaotischen Erde mochten die Nachkommen dieses memetischen Volkes existieren und ihre Herrschaften aufgebaut haben? Dazu kam noch, dass sich die Nachkommen dieser gestrandeten Raumfahrer allesamt als psibegabt und negativ im Sinne ihrer westlichen Werte herausstellten.

Seufzend gab sich Hellström ganz den Empfindungen des Laufes hin. Er trabte im Moment auf der Konstanzer Seite der Zwei-Städte-Union, die sich „Heliopolis“ nannte.
Auf der linken Seite versperrten hinter dem Flussarm, die auf dem insularen Felsplateau gelegenen fünfzehn Meter hohen heliopolisischen Mauern den Blick auf den Großen See.
Vor ihm Richtung des Tempelberges erhoben sich die etwa zehn Meter hohen Konstanzer Stadtmauern.
Zwischen dem Rhein, sowie der Konstanzer Stadtbefestigung, lag ein leerer Platz.
Die Ruinen, das Gestrüpp und die überwachsenen Schutthalden waren längst geräumt und planiert worden. Hier sollte ein weiterer Teil von Heliopolis entstehen.
Die ersten Baracken entstanden. Der zu erwartende Angriff der neorömischen Auxilaris stand wieder einmal bevor, wie seine Scouts auf ihren Schwebern meldeten.
Es war nach seiner immer noch funktionierenden Schweizer Qualitätsuhr aus den Beständen der POSEIDON genau 8.00 Uhr, als die Sirenen losheulten. Ihr schauriger Ton hallte über die Doppelstadt hinweg.
Hellström wurde blass und handelte. Auf den heliopolisischen Mauern wurden die Maschinengewehre in den Himmel gerichtet. Ihre Art wurde im zweiten Weltkrieg eingesetzt. Hier handelte es sich um exakte Nachbauten in Heliopolis. Ein Harpyienschwadron griff wieder mal an. Auch auf den Mauern der Stadt Konstanz wurden nach gebaute Kalaschnikows nach oben gerichtet.

Er dachte an LAGER. Das Bunkersystem in Konstanz war versiegelt worden. Würden die Auxilaris siegen und sie alle niedermachen und dann zufälligerweise dort unten, auf die letzten Reste der technischen Schätze der POSEIDON stoßen, so jagten sie sich selbst in die Luft.
Das neorömische Imperium durfte unter keinen Umständen in den Besitz dieser Güter der verschiedenster Art, wie zum Beispiel der hier funktionierenden Maschinen kommen, die Heliopolis gebaut hatte.
Magnus eilte mit Riesenschritten zum Eingang in die subplanetare Welt.
Sein letzter Blick galt Heliopolis.
Die Inselfestung wurde kampfbereit gemacht. Alle die nichts mit dem Zivilschutz oder der Verteidigung zu tun hatten, wurden in die unterirdischen Bunkeretagen des Areals geschickt.
Der Verschlusszustand des nahezu komplett überdachten labyrinthähnlichen Geländes wurde nach neun Jahren abermals eingeleitet. Überall standen die Feuerwehren und der technische Zivilschutz bereit.

Viele Frauen waren darunter. Jeder der sich zur Verteidigung eignete stand mit seiner K 47 auf den geschützten Mauern oder Verteidigungstürmen innerhalb des Gigantgebäudes.
Die Söldner bedienten ausnahmslos ihre Maschinengewehre oder Schnellfeuergeschütze.
Eigentlich konnten sie einer zwanzigfachen Übermacht standhalten. Das Anti- Psifeld war gleichfalls aktiviert, falls die Magna-Romanische Herrscherklasse Psi- Agenten auf sie ansetzten.
Eigentlich...

Magnus überfiel ein Deja Vu. Vor neun Jahren existierte eine ähnliche Situation, damals stand zwar Gwydion hier und die Angreifer waren Hordisten, inzwischen stand ihnen das Imperium Magna Romanum selbst gegenüber. Große Teile der sich aufgelösten Hordenarmee standen inzwischen als Auxilaris in Diensten von Neo Rom, was noch als viel schlimmer angesehen werden musste, als nur die Horde als Feind zu haben. Sicher auch Heliopolis hatte technisch aufgerüstet. Sie besaßen inzwischen eine eigene Schweberflotte und einige Luftschiffe, Aber was besaß der Feind an militärischer Technik…?
Deshalb blieb das dumpfe Gefühl erhalten, daß sie nicht alles bedacht hatten.

Wo blieben beispielsweise die Truppen von General Bekker? Er sollte längst von den Manövern in Neo Pyreene zurück sein. Wurde die befreundete Stadt ebenfalls angegriffen? Wo blieb die Nachricht von Arthur aus der Para- Akademie? Dann, wie würde sich Commondore Nigel Talbot schlagen, der jetzt bereits den Oberbefehl der Streitkräfte übernahm, solange Bekker und Arthur mal wieder abwesend waren? Nun gut, er musste so schnell wie möglich zu dem intakten fliegenden Panzer aus seinem Heimatuniversum. Er stammte aus dem Frachtmodul der KALDUR; mit dem sich Talbot und Co vor einigen Wochen nach dem Absturz der KALDUR aus Neo Rom nach hier abgesetzt hatten. Sie hatten es damals doch tatsächlich geschafft, den Panzer den hiesigen Verhältnissen anzupassen.

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Stunden später…

Commondore Nigel Talbot betrat den obersten Festungsteil des Hochhauses. In weiten Teilen glich es bereits einer Ruine. Die Fundamente und der bunkerähnliche obere Teil hatten allerdings standgehalten.
Hier war auch der Kommandostand untergebracht.

Der neuerliche Alarm hatte ihn aus den Armen von Eleonora zurückgeholt.

Es blieb ihm nichts anderes übrig, als sich Oberst Laban zu stellen. Er konnte das Massaker seiner ‚Chiim-Wölfe‘ an den Resten der Auxilaris immer noch nicht vergessen. Diese Szene hatte ihm schlagartig bewusst gemacht, dass er es mit einer wilden und barbarischen Welt zu tun hatte.
Die kulturell und ethisch hoch entwickelte heliopolitanische Gesellschaft hatte darüber hinweggetäuscht.
Aber bereits bei seinem Militär begann das Barbarentum. Nigel war sich bewusst, dass die Kriegertruppen der Chiim über ihn gesprochen hatten. So hielt er auch der Musterung von Laban stand.
Dann musterte er Oberst Laban mit einem verächtlichen Blick. Ihre kurze Waffenbrüderschaft war beendet. Zuviel trennte sie. Vor allem ihre barbarische Kampfesweise konnte er nicht nachvollziehen.

Das gegenseitige Missverstehen, hing wie eine stumme Drohung im Raum. Solon räusperte sich und der Mensch aus dem Universum Ambator blickte auf die herannahende feindliche Flotte. Ein Zweitangriff, nachdem es ihnen gelang den ersten Angriff mit schweren eigenen Verlusten abzuwehren, würde ihnen wirklich Alles abverlangen. Sie hatten die entscheidende Hilfe des fliegenden Panzers, eines sogenannten ‚Shifts’ indem Dr. Magnus Hellström saß siegreich benutzen können.
Nach der Schlacht verschwand das High Tech Gefährt offenbar schwer angeschlagen in der geheimnisvollen Unterwelt unter Konstanz. Bis lang tauchte es nicht wieder auf und Magnus meldete sich auch nicht mehr.
Nigel Talbot hatte das dumpfe Gefühl, dass Laban die Situation auf irgendeine Art genoss.
Was für eine Welt!
Diese Erde offenbarte sich ihm als ein Anachronismus.
Nigel holte tief Luft. Sein Hauptproblem war nicht Oberst Laban und seine barbarische Horde. Ihn konnte er ignorieren.
Was ihn wirklich beschäftigte war, dass er seine Entscheidung immer noch nicht getroffen hatte.

„Commondore! Sehen Sie nur!“
Der Ausruf kam von Oberst Laban. Er folgte den Blicken der anderen, die nach Nordwesten gegen den Himmel gerichtet waren. Ein Schatten in der langsam untergehenden Sonne.
„Arthur de Wynther ist mit einem neuartigen Luftschiff und einer weiteren Schweberflotte aus dem Areal 66 da!“ stieß Laban atemlos hervor.
Die riesige ‚Zigarre‘ und mit ihr etwa einhundert Magnet - Schweber flogen jetzt auf der Höhe der magnaromanischen Flotte.
Vom Luftschiff und von den Schwebern fuhren Partikelstrahlen in die Feindflotte. Jeder Strahl hatte ein brennendes Schiff zur Folge.
Die Auxilaris- Dampfer richteten ihre Kanonen und die Krieger ihre Armbrust-Bolzenbomben in den Himmel. Aber sie erreichten das Luftschiff und die Schweberflotte nicht. Stattdessen nahmen sich die Energiestrahler die Dampfer weiter vor.
Nach fünfzehn Minuten brannten sie alle.
„Das Luftschiff und die Schweber setzen funktionierende Partikelstrahler ein!“
Irgendjemand hatte es atemlos, entsetzt und gleichzeitig unendlich erleichtert hinaus geschrieen. All die Anspannung lag in diesen Worten.

Langsam realisierte Nigel, wer es war – er selbst! Zu sehr stand er im Banne der Ereignisse.
Überall versuchten sich die Überlebenden Auxilaris an das Südufer zu retten. Unten brach ein Geheul los.
„Die mit Heliopolis verbündeten‚ barbarischen Hilfstruppen‘ sind nicht mehr zu halten“, rief Oberst Laban. Er zögerte kurz, als ihn der Blick von Nigel wie ein Speer traf.

„Sie verstehen das nicht, Fremder aus einer anderen Welt! Die Neorömer haben diese mit Heliopolis liierten Stämme fast ausgelöscht, als sie das ehemalige Ungarn bis zur Donau wieder zurück eroberten. Einst herrschten sie über weite Teile der Steppe. Jetzt sind wir durch sie auf ein mehrere Tausend Stammesmitgliedern reduziert worden. Ich gehe mit ihnen. Sie erwarten es!“
Angewidert wandte sich Nigel ab. Aber Oberst Laban kümmerte das wenig. Er verschwand abermals mit seinen ‚Wölfen‘. Wieder setzten sie auf das Festlandufer hinüber.
„Verurteilen Sie diese Barbaren nicht, Commondore eines Sternenschiffs. Sie sind Barbaren und handeln nach ihren ‚Gesetzen‘. Auch ihre TFUF aus dem Universum Ambator besitzt eine eigene Ethik oder der junge de Wynther, in seinem Luftschiff und seiner Schweberflotte...“ hörte er die Gedanken seines Gedankenkonstrukt in sich, das sich vermehrt meldete. Er hatte keine Ahnung, was das sein könnte…
Das Luftschiff schwebte eben in einer majestätischen Art und Weise auf das beschädigte Hochhaus zu.
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In einer Lichterflut ging die Sonne unter. Nigel blinzelte in die Strahlenflut hinein.
Die übrig gebliebenen heliospolitanischen Truppen, die sich nicht dem neuerlichen Massaker der Barbarenstämme angeschlossen hatten, was Nigel mit großer Genugtuung feststellte, jubelten.
Es war ein Jubel ohne Ende, das auch auf den Resten der Mauern von Konstanz erwidert wurde.
„Gute Leute“, stellte Nigel Talbot zufrieden fest. Oberst Laban bestätigte es mit einem Kopfnicken. Er hatte seine blutige ‚Arbeit’ erledigt und war wieder wie selbstverständlich zur Kommandozentrale zurückgekehrt. Mit Nigel hatte er darüber kein Wort gewechselt.

„Denken Sie immer daran, Sternen- Commondore: diese Erde, wie auch die Galaxis ist ein Dschungel, indem nur der Starke überlebt. Ihre parallele Terranische Flotte muss das noch lernen oder sie wird von den galaktischen Wölfen überwältigt. Sie können sich nicht vorstellen, wie viele es von ihnen gibt.“
Jetzt dachte Nigel an die dünne Schicht der Zivilisation, die auch auf seiner Erde vorherrschte. Jederzeit konnte das Archaische und Wilde wieder hervorbrechen. Er sah sich inzwischen als ein Wächter, der gegen das Chaos ankämpfte.

„Gut so!“ meinte das intelligente Mentalkonstrukt in ihm. „Du erwachst wieder langsam, alter Schwede!“
Commondore Nigel blickte ebenfalls nach oben und ignorierte das Gedankending in sich.

Das Luftschiff glitt majestätisch heran. Etwa ein Dutzend Taue wurden heruntergeworfen. Ein halbes Hundert hilfreiche Hände griffen danach, zogen den Zeppelin heran und verankerten ihn auf dem Dach des Kommandobunkers.
Eine Treppensteg aus Kunststoff, der an der Unterseite der Gondel befestigt war, klappte herunter und wurde ebenfalls festgemacht.
Zuerst stieg Arthur, der anscheinend seinem ‚Vater‘ Gwydion auf verblüffende Weise ähnelte, gewissermaßen, die jüngere Ausgabe darstellte, die Treppe unter dem Jubel der Armee und Bevölkerung herunter, die plötzlich in den Ruinen von Heliopolis zu Hunderten auftauchten.
. Dann kam die zweite Person - eine Frau.

Nigel stockte der Atem – es war Lady Aireen, von dem ihm Hellström ständig vorgeschwärmt hatte. Sie hatte Arthur de Wynther und seine Flotte geholt. Beide hatten sich auf der Area 66, jenem geheimnisvollen Stützpunkt der Heliopolitaner in einer künstlich von den Memetern vor Urzeiten geschaffenen Raumzeitfalte, getroffen. Dort wurden die Schweber und die Luftschiffe in aller Ruhe vor der Außenwelt gebaut. Dort verging die Zeit auch schneller, als im Standard-Universum. Weshalb rasch Flotten und dergleichen Heliopolis zur Verfügung stand. Über eine Dimensionsbrücke, die groß genug war, um Luftschiffe und Schweber durchzulassen, hatten sie gewissermaßen im letzten Augenblick noch die neuerliche Schlacht um Heliopolis erreicht.

„Wer sind Sie?“

„Das ist Commondore Nigel Talbot von der Terranischen Unionsflotte aus dem Paralleluniversum aus dem auch die POSEIDON stammte“, sagte Oberst Laban in die Stille hinein.
Die übrige Besatzung des Luftschiffs erschien ebenfalls am oberen Ende des Abstiegs und verharrte wie erstarrt. Von dort beobachten sie das Geschehen mit einiger Fassungslosigkeit. Mit weiteren Fremden von der Heimaterde der POSEIDON hatten sie nicht gerechnet.
„Commondore Talbot, es freut mich Sie kennen zulernen!“ sagte der junge de Wynther in einem neutralen aber höflichen Tonfall und gab Nigel die Hand.
Der TFUF- Offizier nahm sie, war aber mit seinen Gedanken längst bei Aireen, die wie verlassen zwei Schritte hinter Arthur stand und ihn neugierig musterte.
Andere Helfer eilten herbei, während die beiden Mitglieder der TERRA I-Crew, Nigel vorneweg, in Richtung des intakten Zimmers schritten.

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In der Nähe von Neo Roma, zwei Tage zuvor
„Wie sieht es aus?“
Allina blickte Lehmann fragend an.
Das achtzig Meter lange und fünfzehn Meter durchmessende Luftschiff flog in etwa zweitausendfünfhundert Metern Höhe eine durchschnittliche Stundengeschwindigkeit von 110 Kilometern.
Die Chefingenieurin von der Erde II erwachte soeben im Nebensitz aus einem Nickerchen. Im Cockpit saßen nur die beiden.
Die Geheimdienstler und drei der Techniker schliefen in der Kabine in bequemen Ledersesseln. Zwei Ingenieure kletterten in dem Stangengerüst rund um den zigarrenförmigen Rumpf herum. Kurz vor einer Landung war ein Check immer wichtig.
Das stete Brummen der Steuerbord/Backbord und Heckpropellermotoren erzeugten in ihm ein beruhigendes Gefühl. Lehmann hatte sich längst an diesen Geräuschpegel gewöhnt.
„Alles im grünen Bereich.“
Die LED-Leuchten an den Rändern der Gondeldecke verbreiteten ein silbernes Licht. Lehmann überprüfte ein paar Schalter und die Navigationsinstrumente.
Anschließend beschäftigte er sich mit dem Bordcomputer. Es handelte sich um einen funktionierenden elektronischen Rechner. So wie man ihn bis etwa im Jahre 2025 auf der Erde des Universum Ambator baute. Diese Technologie unterlag nicht dem Hemmungsfeld.
Auf der Armaturkonsole blinkten rote und grüne LED-Leuchten. Der grünliche Schein des Radardisplay beleuchtete zusätzlich das Cockpit.
Jacks Finger huschten über Knöpfe, Schalter und Regler. Direkt über ihnen begann der Silberrumpf des Zeppelins, wie er im irdischen Old Europa nördlich der Alpen genannt wurde.
Dann verschwanden die roten Warnblinken, alles war wieder im grünen Bereich.
Dem Chefingenieur der TERRA 1 machte alles Spaß was im Zusammenhang mit dem Luftschiff stand: die technischen Arbeiten und natürlich das Fliegen selbst.
Er hatte wirklich einen Heidenspaß daran.
Im Moment vergaß er sogar seine mehr als ungewisse Zukunft.
Allina lächelte. Sie kannte Jack zwischenzeitlich gut genug. Vor zwei Tagen beim Zwischenstopp in New Carthago hatten sie Gelegenheit in Buurmanns bestem Gastzimmer eine Nacht miteinander zu verbringen. Dieser zog in den letzten Jahren von New Haven nach New Carthago um. Diese Stadt lag an der Grenze zum Neorömischen Imperium.
„Was ist das?“
Die Ingenieurin deutete auf das altmodischen Radar. Die Amplituden zeigten eine eindeutige Sprache.
Fassungslos blickte Lehmann auf die Radardarstellung.
„Zwei feindliche Schiffe nähern sich. Sie nehmen uns in die Zange. Wir...“
Drei Schüsse peitschten plötzlich in der Großkabine auf. Allina und Lehmann griffen nach ihren Pistolen.
„Du bist der bessere Pilot, Jack. Ich sehe nach, was los ist.“
Weitere Schüsse donnerten durch die Großkabine. Dort schien eine regelrechte Schlacht entbrannt zu sein. Jack hörte ein charakteristisches Zischen, was bedeutete, dass der Luftdruck nicht mehr stimmen konnte. Bei etwa 2500 Meter Höhe war das zwar nicht tödlich, trotzdem ein schlechtes Zeichen.
Mehrere Todesschreie erklangen. Es hörte sich an, als ob Körper aus der Gondel geworfen wurden. Auch oben in dem Trägergerippe wurde gekämpft.
Lehmann fühlte sich hilflos. Er musste sich auf die Landung konzentrieren. Die beiden imperialen Schiffe glitten mit brummenden Motoren heran.
In diesem Augenblick veränderte sich das Motorengeräusch.
Einer der Motoren, die Backbordmaschine setzte aus. Lehmanns Finger huschten über die Konsole. Er musste durch blitzschnelles Synchronisieren der restlichen zwei Motoren den Ausfall des einen kompensieren.
Trotzdem verloren sie rasch an Höhe. Ihre beiden Begleiter konnten nicht so schnell folgen. Aber sie schossen auf sie! Die Schlacht in der Kabine ging weiter, aber sie war nicht mehr so heftig.
Zwei Kugeln pfiffen knapp an Lehmann vorbei und blieben zitternd im Plexiglas stecken. Dieses bildete einen immer größeren Riss aus.
Irgendeine Seite musste gewonnen haben. Was mochte aus Allina geschehen sein?
Wieder der Todesschrei mehrerer Personen. War darunter nicht die seiner Geliebten gewesen?
Die Furcht vor dieser Möglichkeit ließ ihn innerlich erzittern. Dann setzte auch der Steuerbordmotor aus, gleichzeitig zersplitterte das Fenster. Jack wurde von einigen Bruchstücken leicht verletzt.
Der Luftwiderstand in zwölfhundert Meter Höhe war heftig.
Zum Glück hatte er sich angeschnallt. So konnte er nicht so leicht nach außen gezerrt werden.
Das Gefecht in der Großkabine ging zu Ende. Wieder Todesschreie und ein Geräusch, das er bereits kannte. Die Sieger warfen die Verlierer einfach über Bord.
In Lehmann erwachte der Hass über diese Leute. Er ahnte wer der Sieger sein würde.
Die HELIOPOLIS verlor extrem an Höhe. Der Heckmotor vermochte das Schiff kaum noch zu halten, zumal immer mehr Helium entwich.
Höhe jetzt fünfhundert Meter.
Die beiden feindlichen Schiffe hatten längst die Verfolgung aufgegeben.
Hinter ihm wurde die Cockpittür aufgestoßen. Fast gleichzeitig richtete der grinsende Sartok seine Pistole direkt an Lehmanns Schläfe.
In der anderen Hand ließ er eine Tote achtlos direkt an der Tür liegen. Jack riskierte einen Blick.
Er würgte und wollte Sartok an den Kragen. Dieser verstärkte den Druck an seiner Schläfe.
„Nicht, Mensch einer fremden Erde. Eine einzige falsche Bewegung und ich blase dich weg!“
Lehmann drehte durch. Es spielte keine Rolle mehr, ob er einige Tage länger lebte oder nicht.
Er wollte nur noch Rache.
„Allina ist tot. Dieser Bastard muss ein Doppelagent sein, er und einige seiner Kumpane. Sartok hat meine Geliebte regelrecht hingerichtet. Das Böse muss notfalls durch das eigene Opfer bekämpft werden“, schoss es ihm durch den Kopf.
Jack schloss mit dem Leben ab, zumal sich die HELIOPOLIS jetzt regelrecht nach unten neigte. Es gab einen Schlag und sein Todfeind verlor das Gleichgewicht. Den nutzte der Terraner aus Ambator. Ein Tritt in den er allen Hass und Wut steckte. Sein Gegner der direkt vor der Außenfront stand flog mit einem grässlichen Schrei aus dem glaslosen Fenster in die Tiefe.
Wie in Zeitlupe kippte Sartok nach unten und entfaltete einen Fallschirm. In der ganzen Aufregung hatte Jack vergessen, nachzuschauen, ob der Verräter sich abgesichert hatte. .
Fünfhundert Meter Höhe.
Lehmann wusste, dass die einzige Rettung auch für ihn nur im Fallschirm lag. Weiter unten erkannte er jetzt mindestens drei weitere Fallschirmspringer. Weitere Männer, wahrscheinlich Sartoks Barbaren, mussten sich abgesetzt haben. Im Cockpit lagerte direkt unter dem Sitz, ein weiterer Schirm.
Es war nicht leicht, das Fach aufzureißen und gleichzeitig versuchen, das Schiff langsam absinken zu lassen. Aber der Hass auf den Mörder Allinas erweckte in ihm die letzten Kräfte.
Endlich hielt er das Pack in der Linken. In diesem Augenblick gab es irgendwo eine Explosion. Prompt verlor er jegliche Kontrolle über den Zeppelin. Dadurch bekam er beide Hände frei.
. Routiniert und schnell legte er den Fallschirmpack an, während das Schiff immer schneller nach unten stürzte. Die Kabine drehte sich um ihn. Jacks Hände tasteten wild um sich, um irgendwo Halt zu finden.
Ein weiterer Schlag ging durch das Schiff. Irgendeine Urgewalt riss ihn aus der Pilotenkabine durch das glaslose Fenster.
Der Boden raste mit gewaltiger Geschwindigkeit auf ihn zu. Er riss die Leine und betete zu allen Göttern, dass sie sich öffnete.
Schon glaubte er dass alles verloren wäre, da riss ihn ein gewaltiger Ruck nach oben.
Einige Augenblicke lang meinte er sein Genick wäre gebrochen, so hart war der Gegendruck.
Irgendetwas Großes, Dunkles stürzte auf ihn zu.
Commander Lehmann schrie auf, als die gigantische Hülle direkt neben ihm nach unten stürzte. Sie hatte einen Großteil seines Heliums verloren.
Genau dort wo die Hülle, die immerhin nicht brennen konnte, weil das Gas dies nicht zuließ, zu Boden schlug, landete er hart. Er rollte sich aus und kam endlich auf die Füße.
In der Dunkelheit klomm der fahle Schein des ersten Morgenrots am Himmel auf. Er befreite sich von der Schirmhülle und irgendwo weit ab explodierte irgendein Aggregat, offensichtlich ein Motor.
Mit der vollen Schwerkraft kam die Erschöpfung. Er ging kurz in die Knie und schleppte sich schließlich mühsam weiter, in Richtung des Lichtermeers der Stadt.
Stimmen kamen auf. Bewegliche Lichter. Hundegebell. Dann rhythmisches Getrampel.
Verdammt, es hörte sich an, als ob.
Neoromanische Legionäre im Sturmschritt!
Er geriet offensichtlich vom Regen in die Traufe und würde wohl bald in die Finger von Geheimdienstler geraten.
Siedendheiß durchfuhr ihn die Erkenntnis seiner fast aussichtslosen Situation. Sartok hatte sich als einer dieser Verräter entpuppt. Wahrscheinlich hatte er überlebt.
Lehmann wagte sich nicht vorzustellen, was geschehen mochte, wenn er in seine Hände geriet. Dann könnten seine letzten Tage zu schlimmen Höllenqualen werden.
Er verfluchte sein Schicksal. Das hatte er nicht verdient.
Aber es zeigte sich als unerbittlich.
Die ersten Suchtrupps stürmten heran. Harte Männerfäuste rissen ihn auf die Füße und beleuchteten sein Gesicht.
„Ein heliopolisischer Techno. Er trägt ihr Zeichen auf der Brust, seiner Einsatzkombination...“
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

Atlan, PR 470

"Wenn der letzte Ritter der Tiefe gegangen ist, werden alle Sterne erlöschen." Alte kosmische Weisheit über die RdT

"Ohne ES ist PR NICHTS!" HGA

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 8. Mai 2019, 09:50

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Homer G Adams
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22. Teil

Spoiler:
Kerker der Legion Maxima Populares

Ensign Laurel Kinthara blinzelte, als Licht in das dunkle Loch flutete.

Die Tür öffnete sich und harte Hände packten ihn unsanft.
Die beiden Soldaten, die verblüffend antik römischen Legionären glichen unterhielten sich in einer Sprache, die Laurel für eine Art von Latein hielt.
Er horchte weiter auf die Sprache.
Es war Latein und doch wieder nicht. Viele deutsche, englische und französische Brocken mischten sich darin. Wieso? Waren die hiesigen Neorömer ein Sammelsurium von Engländer, Franzosen, Deutschen und natürlich Italiener? Wie nur hatte sich die Geschichte dieser seltsamen parallelen Erde gestaltet?
Wo um Himmelswillen war er hineingeraten? Seine Erinnerung kehrte nur langsam zurück.
An die harte Landung der Fähre konnte er sich noch erinnern. Kinthara kauerte halb benommen in seinem Fährensitz, dann kamen plötzlich die Fremden.
Irgendjemand injizierte ihm eine Droge, die ihn sofort ins Reich der Träume schickte.
Sein bewusstes Denken setzte vor einigen Tagen wieder ein. Oder waren es bereits Wochen?
Der TFUF- Ensign hatte jede Orientierung verloren. Er wusste nicht ob es Tag oder Nacht war. Offenbar gehörte diese Unsicherheit zur Folter. Eines wurde ihm klar: die Welt dort draußen schien zutiefst negativ zu sein.
Es musste eine Art von Höllenebene sein. Einmal hatte sie ihn einem Verhör unterzogen. Aber er verstand nichts von diesem seltsamen Latein. Sie glaubten ihm nicht, dass er sie nicht verstände und meinten er sei lediglich verstockt.

Deshalb prügelten sie ihn immer wieder. Einmal kam ein Arzt herein und behandelte ihn. Jetzt ging es ihm wieder etwas besser. Er trug irgendwelche Gefängnisklamotten. Nicht besonders modisch ein sackähnliches Gewebe, das hart auf der Haut scheuerte.

Die beiden Wächter brachten ihn durch mehrere Gänge und Rampen schließlich in ein Bad.
Dort wurde ihm angedeutet, er solle die Lumpen ablegen. Drei Badediener kümmerten sich schließlich um ihn. Als er fertig war trug er eine Art von Tunika und nur ein Schamtuch. Er fühlte sich zwar sauber, aber weiterhin ziemlich unwohl in diesen antiken alteuropäischen Kleidungsstücken. Auch Badediener fand er reichlich antik anmutend.
Die Wächter tauchten wieder auf und brachten ihn durch weitere Gänge in ein Büro.
Nur ein Mann arbeitete darin. Offenbar ein hoher Offizier.

Zumindest deutete es Laurel anhand seiner Kleidung so, die verblüffend der von römischen Heerführern in den alten Video Hollywoodschinken glich, die er sich auf seinen langen Raumreisen im interplanetaren Handelsraumschiff seiner Eltern ansah. Der Fremde blickte aus dem Fenster.
Das Gebäude musste mehrere Stockwerke besitzen. Dann drehte er sich um.
Bislang hatte Laurel nur Grobiane und durchschnittliche Gesichter gesehen. Aber der Offizier besass ein aristokratisches Antlitz. Es war leicht gebräunt und er trug sein dunkelbraunes Haar kurz geschnitten.
„Woher kannte er nur dieses Gesicht“?
Er liebte diese uralten digitalen Römerfilme wie ‚Spartakus‘, der ‚Untergang des Römischen Imperiums‘ natürlich mit Sophia Loren in der Hauptrolle, Quo Vadis, Anno Domini.
Genau, Anno Domini.
Der Offizier glich diesem tapferen römischen Centurio, der die tollen Abenteuer als Prätorianer in Diensten mehrerer Caesaren erlebte, eine Sklavin heiratete und schließlich einer der ersten Christen wurde.

Ein nachdenklicher Blick und ein kurzes Lächeln traf ihn. Der Römer oder wer er auch immer sein mochte, sagte etwas in verschiedenen Sprachen. Als er es in Deutsch tat, von dem Laurel einige Brocken beherrschte, schließlich fluchte Lehmann oft in seiner Heimatsprache. verstand er ihn endlich.
„Sprechen Sie Englisch?“ radebrechte er in dieser uralten mitteleuropäischen Sprache. Der andere schlug sich gegen die Stirn.
„Sie kommen aus den Vereinigten Staaten?“ fragte er in Englisch.

Es hörte sich ein wenig holprig an, aber Laurel konnte es gut verstehen. Der Steuermann der TERRA I zeigte seine Verblüffung ziemlich offen. Sein Gefangenwärter sprach nicht nur Englisch sondern kannte seine Heimat!
„Ja, aber...?“
„Mr. Kinthara, so heißen sich doch?“
Laurel nickte noch immer, um Fassung bemüht.
„Hören Sie mir einfach zu. Im Gegenzug erwarte ich von Ihnen eine entsprechende Gegenleistung. Sie müssen mir berichten, was in den letzten fünfzig Jahren auf der Erde des parallelen Universum Ambator geschehen ist, und wie ein irdisches Sternenschiff durch die Sternenanomalie fliegen konnte. Solche Schiffe waren auf der Erde meines Vaters eigentlich undenkbar. Wieso konnte die technische Entwicklung dort so rasch voranschreiten?“
Laurel nickte wieder. Er hatte Mühe seinen Mund zu schließen, als Sixtus Claudius Longinus ihm erklärte, wo Kinthara gelandet war.
Schließlich gab er dem Romaner die Infos und beendete Laurel seinen Bericht. Anschließend berichtete der Römer. Bei dem Typen handelte es sich um einen Legaten. Dieser Dienstgrad entsprach in etwa einem modernen General. Er war somit ein hohes Tier.
„Bermuda-Dreieck“, murmelte Kinthara leise. „Ich fasse es nicht. Das memetische PORTAL hat im Bermuda-Dreieck unserer Heimaterde einen Gegenpol. Dann sind sicher viele Schiffe und Flugzeuge von unserer Erde hier gelandet.“
„Kann ich nicht beurteilen. Der hiesige Planet ist groß und durch seine Verhältnisse schwer zu bereisen. Unsere Technologie ist nicht sehr weit fortgeschritten. Es könnten sich noch Dutzende verborgene Zivilisationen irgendwo auf dieser Erde entfaltet haben, ohne das wir oder Heliopolis es wissen.“
Laurel hielt sich den Kopf.
„Heliopolis, Römisches Reich. Auf was treffe ich noch? Gibt es vielleicht einen Merlin oder König Arthur?“
Longinus kniff die Augen zusammen. „Die hiesigen Menschen und ihre Märchen und Legenden sind ein Thema für sich. Der gegenwärtige Regent von Heliopolis Doktor Magnus Hellström, wird weil er vom BRAINIUM seinerzeit mit psionischem Zellmaterial ausgestattet wurde und große psionische Fähigkeiten entwickelte, spöttisch als ‚Merlin‘ bezeichnet. Der eigentliche Anführer heißt allerdings wirklich Arthur.“
Laurel schüttelte immer wieder der Kopf.
„Was ist eigentlich mit Doktor Tanur und dem Hund Moku?“
„Der außerirdische Humanoide wurde verhört und arbeitet jetzt in einem claudischen Geheimstützpunkt, in dem Übriges auch Ihre Fähre im Moment wieder einsatzbereit gemacht wird. Die Lage der Station ist so geheim, dass nicht einmal ich sie kenne. Mein Vater ist ein Sicherheitsfanatiker. Aber wie es aussieht wird er mit seiner Skepsis und Vorsicht noch Recht behalten. Von einem Hund wissen wir nichts. Aber nun habe ich Dutzende Fragen an Sie. Kommen Sie nicht auf die Idee mich belügen zu wollen. Wir haben Mittel und Wege, um aus Ihnen auf dem einen oder anderen Wege, die Informationen herauszuholen.“

Kinthara traute auch dem ‚guten Römer‘ inzwischen alles zu, nur wenig Gutes. Deshalb beantwortete er seine ihm gestellten Fragen wahrheitsgemäß. Am Ende der Sitzung war er geschaffter, als in der Sitzung zuvor, wo er zumeist geprügelt wurde.
Was ihm Longinus schließlich offenbarte, ließ ihn zittern. Wie sollte er nur die nächsten Tage überstehen? Die neuen Romaner waren mehr als Barbaren, nämlich wahre Bestien....

Neo Roma, zwei Tage später
Commander Jack Lehmann kniff die Augen zusammen, als die Dampfwolken der Fahrzeuge auf der Neronischen Strasse ihn einhüllten. Er blieb an einer Säule stehen und fragte sich ob er träumte.

Für sie als kosmische oder interdimensionale Neulinge gestaltete es sich immer wieder faszinierend auf fremde Kulturen und technische Zivilisationen zu treffen. Aber was diese Welt mit dem seltsamen Namen Terra II anbetraf, so übertraf dieser Planet alles, was sie bislang an Exotik gesehen hatten.
Lehmann atmete mehrmals tief durch. Nicht um die ‚gute Luft’ der Strasse zu genießen, sondern um sich zum wiederholten Male zu vergewissern, dass diese Stadt, die so verblüffend dem alten irdischen Rom glich und doch wieder nicht, wirklich existierte.

Er sah sich als Pragmatiker. Und genau dies war sein Problem. Eine solche Welt mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Kulturen auf unterschiedlichen Zivilisationsstufen dürfte es einfach nicht geben. Nicht mal auf einer parallelen Erde. Seit seinem Aufenthalt in Heliopolis, wieder ein so mystischer antiker Name, wusste er auch wieso dies so war.

Während vor fünfundvierzig Jahren, der in dieser Welt gestrandete Multimilliardär Gwydion de Wynther mit seinen Getreuen Heliopolis aufbaute, zogen es andere Gestrandete des Schiffes POSEIDON vor, irgendwo auf diesem Planeten ihr Glück, wo anders zu suchen.
Ein Dutzend von ihnen verschlug es beispielsweise nach Magna-Roma. Einer von diesen Glücksrittern gründete das heute mächtige ‚Claudische Adelshaus‘.
Es gelang ihnen als einzige Nicht- Calaner in diesen illusteren Kreis aufzusteigen. Sixtus Claudius Longinus, ein Abkömmling der zweiten Generation seit dem Transfer der POSEIDON im Jahre 2025 via Raumzeit-Anomalie im berüchtigten Bermuda-Dreieck in den hiesigen parallelen Bodensee, konkurrierte seine Familie gar mit dem großmächtigen
Klan des calanischen Imperators.

Obwohl Jack seine Aufmerksamkeit auf die museumsreifen mit Dampf betriebenen Fahrzeuge auf der breiten Ringallee, um die antike Innenstadt richtete, entging ihm nicht die nervöse Spannung, die über der Stadt, wie eine dunkle Wolke hing.
Überall rotteten sich Menschen und humanoide Reptilienwesen zusammen. Diese waren offenbar bereits Sklaven der Calaner gewesen, als ihr Sternenschiff hier strandete.
Zuerst wurde heftig diskutiert, dann kam es immer öfters zu Reibereien. Offenbar existierten zwei Parteien die sich hart bekämpften.
Obwohl er nur Brocken des Lateins verstand, dass hier vom Volk gesprochen wurde, offenbarte sich ihm langsam die politische Situation. Die eine Gruppe kämpfte für eine freiheitlichere Republik, während die andere für eine uneingeschränkte Monarchie eintrat.

Diese Spannung konnte selbst er auf der Strasse spüren. Es kam mehrere Male zu Beinahe-Unfällen. Dann passierte es doch. Auf der anderen Seite knallten zwei Lastwägen, die verblüffend ‚Straßen-Lokomotiven‘ glichen, zusammen.
Eine der offenbar hoch entwickelten Dampfmaschinen, aber eben doch nicht unverwüstlichen Aggregate, explodierte. Im Nu, entstand ein unglaubliches Chaos. Dutzende von anderen Fahrzeug-Vehikeln der unterschiedlichsten Art, wurden darin verwickelt.
Löschfahrzeuge, Feuerwehren, Polizei- und Medizinische Fahrzeuge tauchten rasch auf. Von irgendwoher drang das Dröhnen und Getrampel von Legionärstiefeln, die offenbar für Ordnung sorgen wollten.
Commander Lehmann entschied sich dafür Fersengeld zu geben. Er konnte hier nicht viel ausrichten.
Stattdessen machte er sich auf den Weg in die Innenstadt. Jack durchschritt ein riesiges antikes Tor.

Er betrat eine andere Welt. Sofort nahm ihn dieses Ambiente gefangen. Hier in der Nähe des Circus Maximus lag das alte, nichttechnische Magna-Roma. Vorbei an der Riemenschneidergasse schlenderte er in einer bunt gekleideten Passantenmasse, vorbei an den schmalen Häusern, in denen die mittelalterlichen Berufe, der Sandalenmacher, Silberschmiede, Salbenreiber, um nur einige zu nennen, ihr Handwerk und ihr Geschäft betrieben.
Irgendwann wurden die Strassen und Gassen breiter. Foren und Tempel, umrahmt von ausgedehnten Säulenhallen und öffentlichen Gebäuden, tauchten auf. Das Menschengewühl wurde immer dichter. Alles strebte in Richtung Circus. Die Passanten waren aufgewühlt, übel gelaunt und rücksichtslos.
Als er eine breite Strasse überqueren musste, wurde er von Sänftenträgern, Reitern und von Pferdefuhrwerken mehrmals gerammt, einmal fast nieder geritten und von einem dieser seltsamen Dampf-Lastwagen fast überfahren.
Nur durch einen gewagten Sprung in eine Drecklache gelang es ihm heil drüben anzukommen. Seine Beinahe-Unfälle wurden knapp diskutiert. Dutzende Hände rissen ihn auf die Füße und klopften ihn ab. Andere drängten weiter.
Er ließ sich einfach mittreiben. Gegen den Strom zu kämpfen, wäre sinnlos gewesen. Wahrscheinlich wäre er bei seinem heutigen Glück niedergetrampelt worden. Irgendwo wurde gekämpft. Das durch Mark- und Bein gehende Geräusch von im Laufschritt herannahenden Legionären, wurde mit Pfiffen, Drohungen und hochgereckte Fäuste beantwortet.
Von irgendwoher flogen die ersten Steine.
„Sie sind fremd hier?“ Ein unscheinbarer Mann, drängte sich neben ihn.
„Ich habe vorhin, als sie in der Pfütze landeten, Ihre Flüche in deutscher Sprache gehört. Sie sollten vorsichtig sein. Es ist die Sprache von Heliopolis, des Feindes. Ich bin ein Nachkomme von POSEIDON Gestrandeten, die es ins Imperium verschlug. Ein Bürgerkrieg liegt in der Luft. Kommen Sie. Ich führe sie unbehelligt aus diesem Chaos heraus. Ihr Ziel ist doch der Circus?“
Jack nickte ohne etwas zu sagen.
Kampfgeräusche in unmittelbarer Nähe verwandelten die Menge in einen undisziplinierten Haufen. Mit aller Macht kämpfte Jack Lehmann gegen die Rücksichtslosen an.
„Kommen Sie endlich!“
Es gelang dem Magna- Romaner mit erstaunlichen Kräften, sich und Lehmann zu befreien. Auch Jack langte kräftig zu. Zusammen mit etwa einem weiteren Dutzend von kräftigen Gestalten, die offenbar zum Sprecher gehörten, bahnten sie sich rasch eine Gasse. Bald verlor sich das Getümmel und die Kampfgeräusche wurden spärlicher.
„Danke, Romaner!“
Jack sagte es im Weitergehen. „Gerne geschehen. Am besten Sie bleiben bei uns. Wir sind Republikaner!“
„Ihr Bürgerkrieg geht mich nichts an.“
„Da täuschen Sie sich gewaltig. Sie sind bereits mitten drin. Wir haben vorhin gesehen, wie sie kämpften. Glauben Sie mir. Noch heute wird die Stadt brennen. Falls der Caesar dem Legaten Populus eine Falle stellt, wird das Imperium in Flammen aufgehen. Ihnen als Heliopolitaner müsste dies doch recht sein. Übrigens mein Name ist Rico Sabato.“
„Ich bin kein Heliopolitaner. Nennen Sie mich Jack!“
„Natürlich nicht!“ Rico lachte und sagte etwas in Latein zu seinen Gefährten. Sie amüsierten sich köstlich. Einige schlugen ihm kameradschaftlich auf die Schultern.

„In einem habt Ihr allerdings Recht. Was zum Henker?... Moku. Da ist Moku!“
Als ein streunender kleiner Hund seinen Namen hörte, merkte er auf, schnüffelte und stürmte auf Lehmann zu.
Der Beagle benahm sich wie irrsinnig. Immer wieder sprang er Jack an, als könne er sein Glück nicht fassen. Er vermutete, dass dort wo der Commander wäre, auch sein Herrchen nicht weit sein konnte.
Die zwölf republikanischen Kämpen bildeten rasch einen Kreis um das Mensch-Tier-Pärchen. Sie freuten sich ebenfalls über das Wiedersehen. Endlich beruhigte sich der Hund und blickte Jack erwartungsvoll an.
„Tut mir leid, Moku. Im Moment habe ich nichts zum Fressen für dich!“

Einer von Rico Sabatos Männern gab ihm ein Stück altes Brot. Heißhungrig schlang der Beagle das Essen hinunter. Fortan blieb Moku in der Nähe des Wohltäters. Das halbintelligente Tier vergaß allerdings nicht Jack aus den Augen zu lassen. Endlich erreichten sie ihr Ziel.

In den Bogengängen des Circus Maximus waren prächtige und teure Läden untergebracht.
Da Lehmann kein Geld besass, konnte er weder für sich noch für den Beagle Essen kaufen. Auch Jacks Magen knurrte. Als er die vielen armselig gekleideten Kinder betteln sah, vergaß er sein eigenes Hungergefühl.
Nie gestillter Hunger sprach aus ihren tief liegenden, umschatteten Augen. Selbst Moku verhielt sich ruhig. Auch ihn schien das Leid der Bettelnden zu berühren.

„Auch für die Zukunft dieser Kinder gilt unser Kampf, Heliopolitaner. Sie können das wahrscheinlich nicht verstehen. Ich schätze, sie lernen hier zum ersten Male in Ihrem Leben das Hungergefühl kennen. Obwohl wir hart in unseren Berufen arbeiten, bleibt uns am Tage eine Mahlzeit. Unsere Familien hungern, während sich die Reichen auf dem Paladin in einem unvorstellbaren Luxus suhlen. Eine Gesellschaft mit solch Ungleichgewichten hat keine große Zukunft.“
Moku bellte wütend, als sich mehrere Kinder auf ihn stürzen wollten. Für sie bedeute er eine Fleischmahlzeit. Jack und der Mann, der dem Beagle das alte Brotstück gegeben hatte, wehrten sie ab. Er liebte offenbar Hunde. Die Kinderbande trollte davon.
„Danke!“ sagte er in holprigem Latein und gab ihm die Hand. Der groß gewachsene Romaner nickte lächelnd und sagte etwas, dass Jack mühselig übersetzte. Offenbar hielt er zu Hause mehrere Hunde, trotz seiner Armut. Lehmanns Hunger wurde noch größer, als ihm der Duft von frisch gebackenem Brot in die Nase strich. Eine Bäuerin verkaufte ein helles Brot. Es ging weg wie warme Semmeln.
Nico Sabato und seine Leute suchten ihre letzten Münzen zusammen. Es reichte für drei Brote. Jack bekam ein Stück, das er mit dem hungrig blickenden Moku teilte.
Das Brot schmeckte köstlich. Es wurde offensichtlich mit Oliven und hart gekochten Eiern gebacken. Bestrichen war es mit Garum und einem Kräutergemisch. Sie aßen es auf den Stufen, zum Hauptportal.
„Wie schmeckt es Jack?“ Rico blickte ihn freundlich an, während er selbst jeden Bissen kauend seinen Anteil aß.
„Was für eine Frage. Seit zwei Tagen bin ich in der Stadt unterwegs. Seit meiner Ankunft, wo mir einige freundliche Menschen halfen, ein Lager für eine Nacht und eine Mahlzeit gaben, treffe ich erstmals auf Romaner, die mir wieder helfen.“
„Du bist ein guter Kämpfer, Jack. Nur deshalb helfen wir dir und deinem Hund. Erwarte nicht zuviel. Gehen wir!“

>>>

Der Jubel der Hunderttausend im Rund kannte keine Grenzen, als Fanfarenbläser Aufstellung nahmen. Die Hauptattraktion konnte beginnen. Was Jack bislang sah, war nicht angetan, seine Meinung über die Magna- Romaner zu ändern. In der Arena floss viel Menschenblut und es gab bislang wohl ein Dutzend Tote zu beklagen. Selbst seine ‚Freunde‘ ergötzten sich am blutigen Schauspiel.

Moku hatte sich ein zweimal verdrückt. Offenbar befand er sich ständig auf der Suche nach Fressen. So gelang es ihm zweimal ‚Opfer‘ zu finden. Seine Bettelei grenzte bereits an Professionalität. Der Beagle hatte offenbar wegen seines augmentierten Gehirn einen sechsten Sinn erworben, der es ihm ermöglichte, genau die Leute herauszusuchen, die seinem ‚Beuteschema‘ entsprachen.

Trotzdem ließ Moku Jack nie aus den Augen. Mochte der Freund seines Herrn im Moment über keine Essensquellen gebieten, aber er würde ihn irgendwann zu Commondore Nigel Talbot führen. Der Beagle war aufgrund seiner künstlich aufgestockten Intelligenz eine Klasse für sich und für Jack der einzige Lichtblick in dieser dunklen Welt, in der er gelandet war.
Der Jubel schwang zu einem Orkan an, als der Quästor ein Zeichen gab und die Bläser ihre Instrumente an die Lippen hielten. Ihr schmetternder Ton trieb die Erregung der Zuschauer auf den Höhepunkt. Zwei in voller Legionärskampfmontur gekleidete stolze Romaner, einer davon offensichtlich ein Afroterraner, schritten ins Rund. Der eine trug das Wappen des claudischen Hauses.

Jacks Gefährten gebärdeten sich wie toll. Fahnen wurden geschwenkt, Pfiffe von anderen Zuschauern folgten.

Prompt kam es zu den ersten Prügeleien. Irgendwo krachte eine Holztribüne zusammen, in der sich nur die Monarchisten sammelten. Das schadenfrohe Gelächter und der Beifall der meisten Besucher, ergaben ein klares Stimmungsbild zugunsten der Republikaner und dem Hause des Volkstribuns.
Selbst der Hilferuf der Verletzten und Eingeklemmten, ging im rasenden Tosen der großen Masse unter, als der Legatus Maximus Populus, Sixtus Claudius Longinus, sein Schwert hob und eine herausfordernde Geste in Richtung der kaiserlichen Loge machte
Der Ausbruch der Begeisterung ließ die Mauern des Circus erbeben.

Abermals erklangen die Fanfaren. Ein weiteres Pärchen in ähnlicher Kampfmontur betrat die Arena. Nur spärlicher Applaus erklang.
Die Stille der Masse hörte sich beängstigend an.
Selbst Moku gab seine Essensuche wohl aus zwei Gründen auf. Einmal fühlte er sich offensichtlich satt und zum anderen spürte er die Gefahr, er roch sie regelrecht. Sein durch die gesteigerte Intelligenz noch immer vorhandene Instinkt rieten ihm, in der Nähe von Jack und seinen neuen Gefährten zu bleiben.
Es wurde still als die beiden Kampfpaare Aufstellung nahmen. Der Caesar hatte sich etwas Besonderes ausgedacht. Normalerweise kämpften im Gottesgericht nur der Herausforderer und der Herausgeforderte.
Aber zwei unbekannte Gladiatoren, würden parallel dazu ihre Kämpfe für die eine oder andere Partei durchführen. Erst wenn beide Kämpfer der einen Seite tot waren, würde dieses Kalifi zu Ende sein.
Der Caesar hatte die beiden anderen Kämpfer bestimmt. Die Masse grollte. Sie witterte Betrug. Dann begann der Kampf. Der Legat kämpfte gut, aber sein Herausforderer stellte sich fast als gleichwertig heraus. Im Parallelkampf kam der afroterranische Krieger auf der Seite des Claudiers rasch in Bedrängnis.

„Das ist Betrug. Der Imperator bestimmte einen totalen Neuling als Kampfpartner des Legaten Populus. Das Ganze läuft darauf hinaus, dass nach dem schnellen Tod, des Unerfahrenen, zwei Gegner Longinus gegenüberstehen. Das ist typisch für die Bewohner des Paladin.“
Jack stimmte Rico zu. Plötzlich ging ein Aufstöhnen durch den Circus, als der Krieger im Dienste der Claudier stürzte und dessen Schwert seinen Händen entglitt. Blitzschnell stieß sein Gegner nach, aber sein Schwertstoß ging ins Leere. Dem gefallenen Krieger entglitt der Helm, als er eine blitzschnelle Rolle machte und auf die Füße kam. Wieder war der zweite Stoss in die Leere gegangen. Jack glaubte seinen Augen nicht zu trauen, als er den Kämpfer erkannte: Ensign Laurel Kinthara. Wie kam er und Moku auf die parallele Erde?

Jacks Herz stockte als Laurel den Angreifer mit einer blitzschnellen Fußangel von den Beinen holte und dessen eigenes Schwert entwand. Er bedrohte ihn mit einer lässigen Bewegung an der Gurgel und blickte in Richtung der kaiserlichen Loge.

Der Caesar senkte seinen Daumen. Aber der Sieger ließ den Gegner frei. Dieser begriff nicht, was mit ihm geschah. Er zögerte, dann holte er sich blitzschnell das Schwert des Feindes. Aber bevor er eine weitere unfaire Aktion unternahm, wurde er von den Pfeilen der Schiedsrichter getroffen, offenbar Republikaner.
Die Masse der Zuschauer gebärdete sich wie toll. Sie standen auf den Bänken, um besseren Überblick zu haben. Fremde, die sich nie gesehen hatten, umarmten sich im Freudentaumel. Andere rauften sich verzweifelt die Haare oder warfen in zorniger Enttäuschung Sitzkissen und leere Tonkrüge in die Arena.

Derweil ging der Hauptkampf unvermindert weiter. Der Sieger hatte das Recht dem Herausforderer zu Hilfe zu eilen. Die Falle des Caesars ging nun nach hinten los. Zu seinen Ungunsten. Gegen zwei Kämpfer hatte der Herausforderer keine Chance. Er wurde durch das Auftauchen des neuen Gegners in seiner Aufmerksamkeit abgelenkt. So tat sich rasch eine Lücke in seiner Deckung auf, die der Claudier ausnutzte. Im Gegensatz zu seinem Partner gab er kein Pardon und tötete ihn.
Der Aufruhr im Circus war unbeschreiblich.

Menschen stürmten die Arena, wurden aber von den rasch aufgezogenen Legionären zurückgedrängt, die plötzlich aus den Katakomben quollen.
„Prätorianer! Es ist eine verdammte Falle für den Legatus Maximus Populares! Macht euch bereit!“
Jack hatte keine Ahnung woher die zwölf um ihn und Tausende im ganzen Rund Waffen herausholten. Wahrscheinlich wurden sie von republikanisch gesinnten Ordnern heimlich verteilt. Commander Jack Lehmann hatte plötzlich ebenfalls ein Kurzschwert in der Hand. Selbst mehrere Schilde tauchten auf. Unten spielte sich die erwartete Farce ab.
Der Caesar hatte seinen Auftritt und beschuldigte den Führer der Republikaner des Verrats. Gekaufte Zeugen traten auf.

Jack fluchte, als einer von ihnen, mit dem Geheimdienstler identisch war, der seine Freundin tötete und sich beim Absturz des Luftschiffs offenbar ebenfalls retten konnte. Die Prätorianer rückten vor, um den Claudier festzunehmen. Plötzlich explodierte eine Sprengbombe irgendwo in den republikanischen Zuschauerrängen. Dies war der letzte Funke im Pulverfass. Das Chaos brach aus. Überall wurde gekämpft. Eine knappe Tausendschaft von offenbar erfahrenen und gut ausgerüsteten Kämpfern formierte sich um Ricos Gefährten. Sie bildeten das Zentrum einer Kampfmaschine, die plötzlich in Bewegung geriet.

„Du hast dich täuschen lassen, Jack, alter Junge. Deine Freunde sind keine armen Handwerker sondern erfahrene Krieger. Vielleicht gehören sie zur Garde des Legaten! Sie wollen offensichtlicht ihren Anführer heraushauen. Dir bleibt nicht anderes übrig, als mitzumachen. Moku, wo bist du? Am besten du gehst dorthin, wo die Gefahr am geringsten ist!“
Neo Roma, Claudier- Turm

Livius Claudius Cicero war den Tränen nahe, als der Turm unter ihm endgültig in Flammen aufging. Der brennende claudische Turm wirkte in der Stadt wie ein Fanal. Überall brachen infolge von Kämpfen Brände aus. Die beiden sich unversöhnlich gegenüberstehenden Bürgerkriegsparteien lieferten sich heftige Kämpfe. Die Legion Maxima Populares stürmte im Moment den Circus, um ihren Legaten aus der Falle zu befreien, in den ihn der Caesar gelockt hatte. Er und auch Sixtus hatten den Imperator gewaltig unterschätzt. Trotzdem sorgte Livius Claudius Cicero vor. Auf seine Anweisung waren im ganzen Imperium Geheimverstecke angelegt worden, in die sich die Claudier und auch ihre Anhänger zurückziehen konnten. Seine komplette Familie war bereits vor Wochen, als die innenpolitische Lage eskalierte, evakuiert worden.

Cicero gab sich keinen Illusionen hin. Die republikanische Bewegung war noch nicht stark genug, um gewinnen zu können. Der Bürgerkrieg würde das Reich verwüsten. Der Caesar und die monarchistische Partei würden letztlich siegen. Danach würde das Ungleichgewicht zwischen Reich und Arm noch größer werden, als zuvor. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als mit Doktor Magnus Hellström zu paktieren. Ein Bündnis mit Heliopolis könnte den sicherlich mehrjährigen Krieg zu seinen Gunsten wenden.

Während seine Gedanken rasten legte das riesige Luftschiff ab. Es wurde von sechs kleineren wendigeren Kampfschiffen eskortiert. Neuartige Katapultrohre, die eine Art von griechischem Feuer als Flammenkugeln verschossen, waren der größte Schutz der Flotte. Der Gegner verfügte noch nicht über diese Waffe. Die ersten Prototypen wurden im Flaggschiff, der Claudius und von den sechs Kriegsschiffen benutzt.

Das Ziel der kleinen Flotte war der Circus Maximus. Als Livius unten die brennende Stadt sah, kamen ihm die Tränen. Wie konnte es nur soweit kommen? Aber es gab kein Zurück mehr. Überall kämpften die Bürger gegen die Legionen und untereinander. Aber bereits jetzt konnte er als taktisch geschulter ehemaliger Legat erkennen, dass die Imperialen gewinnen würden. Ihm und seinen Anhänger blieb nur die Flucht aus der Stadt. Die Weite des Reiches bot ihnen Schutz. Dort konnten sie sich neu formieren. Er würde die Koordination von seinem geheimen Hauptquartier aus übernehmen. Aber zuerst musste sein Sohn und die Fremden gerettet werden und als Sonderbotschafter nach Heliopolis geschickt werden. Den Preis, den er bezahlen musste schien es wert zu sein. Was sollte er auch mit der Fähre anfangen? Ihre Möglichkeiten waren aufgrund der Technik hemmenden Strahlung der „Siegelsetzungen“ begrenzt.

Das ‚Geschenk‘ an Magnus Hellström würde ihn für das ‚Bündnis‘ positiver stimmen. Livius Claudius Cicero kannte ihn gut.

Unter ihnen tauchte das massive Areal des Circus auf. Was seine Augen sahen, ließen ihn das Schlimmste befürchten. Es war der Legion Maxima Populares zwar gelungen zu ihren Anführer durchzudringen und ihn in die Mitte zu nehmen, aber von überall her drängten jetzt die imperialen Truppen. Wer von den Zuschauer noch nicht fliehen konnte, lag jetzt entweder tot oder verletzt, in den Massen der Kämpfenden.

In sicherer Höhe bezog die kleine Flotte Position und feuerte die Feuerkugeln in die Masse der imperialen Legionäre hinein, mit der Absicht einen Korridor nach draussen zu schaffen. Das griechische Feuer, das zu Wasser und zu Land funktionierte entpuppte sich als die erwartete furchtbare Waffe. Bei den feindlichen Truppen brach schnell das Chaos aus. Die hervorragend geführten und geschulten Elite- Tausendschaft der Maxima Populares nutzte die Chance und erstürmte die Gasse. Es gelang ihr den größten Teil ihrer Legionäre aus der Falle zu führen. Dort bildete sich blitzschnell ein riesiges Karree, das es der Claudius ermöglichte ihre Höhe soweit wie nötig zu senken, um mit Hilfe eines Korbes den Legaten, zwei der irdischen Raumfahrer und einen Hund! aufzunehmen. Als das Luftschiff die nötige Höhe erreicht hatte, löste sich die Legion auf. Die Kämpfer würden sich in kleinen Gruppen in bereits von Livius Claudius Cicero angelegte Verstecke zurückziehen, bis der Befehl zum Grossen Freiheitskrieg sie erreichte.

Vater und Sohn gaben sich stumm die Hand. Zu mehr Gefühlen war Livius nicht bereit. Er dachte an die Mannschaft, die jede Bewegung ihres Anführers genau registrierte.

Der Volkstribun maß die beiden Menschen einer parallelen Erde von der er und sein Vater stammten. Als die POSEIDON strandete war Cicero gerade zehn Jahre alt gewesen. Deshalb betrachtete er die Fremden und den Hund mit einem neugierigen Blick. Der Beagle beäugte ihn misstrauisch, als Livius den beiden TFUF- Offizieren die Hand reichte.

„Commander Lehmann, Sir!“ stellte sich der Offizier vor. Er besass ein Allerweltsgesicht, in dem allerdings im Moment das Grauen vorherrschte. Obwohl er als Raumflotten- Offizier eine Kriegerausbildung besitzen mochte, musste ihm der hinter ihm liegende Kampf mehr als barbarisch vorgekommen sein. Er blutete an verschiedenen kleinen Wunden. Seine Kleidung hing ihm in Fetzen herunter. Nicht besser sahen der zweite Fremde und sein Sohn aus. Beide waren schwerer verletzt, als Lehmann.

„Ensign Laurel Kinthara, Sir!“ brachte der verletzte Terraner mühsam hervor.

“Sanitäter! Bringt die drei Verletzten in den Medizinraum. Dort sollen sie versorgt werden!“

Der Hund begann zu bellen. Es klang so als wollte er sich auch vorstellen. Die anwesende Brückenbesatzung grinste, während die drei Verletzten trotz ihres lädierten Zustands auflachten. Auch Livius Claudius musste schmunzeln.

„Gestatten, Moku, Sir!“ lachte Lehmann. Das Grauen war zum Teil aus seinem Gesicht verschwunden.
„Wenn wir keine Haustiere hätten, dann würden wir uns wohl zu ernst nehmen!“ meinte er grinsend. „Sie sind unser Spiegel, Volkstribun!“ entgegnete der Commander zustimmend.
„So ist es wohl, Mr. Lehmann. Aber nun lassen Sie sich verarzten. Moku komm. Ich habe für dich ein feines Fressen.“ Der Beagle schien die Einschätzung des fremden Herrn beendet zu haben. Wer einem zu Fressen gab, konnte nicht böse sein. Schwanz wedelnd folgte er dem Claudier. „Sir, bitte geben Sie Moku keinen Käse. Er liebt ihn, aber er hat danach Verdauungsschwierigkeiten!“ Das Tier blieb wie angewurzelt stehen, drehte sich um und bedachte Jack mit einem bösen Blick, so als ob es den Rat des Menschen verstanden hätte. Diese Szene lockerte endgültig die Spannung. Jeder der sie mitbekam lachte vor sich hin.
Wie gut, dass es Spezies wie Moku gibt! Sie verstehen es angeschlagene Seelen aufzurichten!
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

Atlan, PR 470

"Wenn der letzte Ritter der Tiefe gegangen ist, werden alle Sterne erlöschen." Alte kosmische Weisheit über die RdT

"Ohne ES ist PR NICHTS!" HGA

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 9. Mai 2019, 09:30

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Homer G Adams
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23. Teil
Spoiler:
Heliopolis – zehn Tage später

„Es tut uns leid Ihnen bislang keine besseren Nachrichten geben zu können, Commondore!“
Nigel Talbot blickte die Sprecherin der Psiheilerinnen an. Sie trug heute eine der in Heliopolis üblichen hellgrauen Kombinationen, die ihre weiblichen Konturen unterstrich. Ansonsten trugen sie immer dunkle Kapuzenmäntel, um ihren mystischen Touch zu betonen.
Nach dieser für Nigel schrecklichen Nachricht verließ sie rasch das kleine Büro, dass ihm Arthur de Wynther in der Subetage zugewiesen hatte. Der Commondore war allein mit seinen Problemen. Er seufzte laut auf, lehnte sich in dem großen Ledersessel zurück und bedeckte sein Gesicht mit beiden Händen. Immerhin würde er das Geschenk von Arthur de Wynther, jenen memetischen Kristall, den terranischen Menschen noch zum Geschenk machen können. Das Para- Institut am Goshunsee in Terrania würde sich darüber freuen. Solange er noch lebte, würde er es allerdings per Gedankenkraft kontrollieren können.

Unvermittelt fühlte er Kälte seinen Rücken herauf kriechen. Er begann zu zittern, spürte die ganze Wucht der Erschöpfung. Er sah das Ende auf sich zukommen. Sie hatten mit ihren Missionen viel erreicht. Andere würden mit der TERRA I weitermachen. Es betraf nur ihn und Jack. Vor seinem geistigen Auge rollten Dutzende Szenen ihrer gemeinsamen Einsätze in all den vergangenen Jahren ab.

Etwas in ihm zerbarst rasend schnell – unmöglich, die verschiedenen Zeitabläufe noch zu trennen, unmöglich es weiter zu ertragen. AUFGEBEN; EINFACH AUFGEBEN!

„Es besteht noch Hoffnung, alter Junge. Der geniale Doktor Tanur arbeitet ebenfalls daran!“

Die Summe all seiner Qualen brachte ihm nach unendlich langer Zeit – so schien es ihm zumindest in seinen subjektiven Empfindungen den Lebens- und Siegeswillen zurück. Etwas Brausendes, hörbar selbst in diesem säuselten Wüten der Gedanken- und Gefühlsstürme in seinem Innern, ließ ihn in die Wirklichkeit zurückfinden
„Nigel!“ Jemand schüttelte ihn und etwas Feuchtes stieß gegen seinen linken Fuß.

Talbot blickte auf und in das Gesicht von Jack und Moku an seinen Füßen. Der Beagle war vor einigen Tagen mit Laurel und Dr. Tanur hier gelandet. Gestern kam ein Luftschiff mit den Claudiern an. Seither führte Arthur, nachdem sich Dr. Magnus Hellström, wohin auch immer, zurückgezogen hatte, Verhandlungen über ein Bündnis mit den neorömischen Revolutionären.

„Ist schon gut, Moku. Mir geht es wieder besser. Er streichelte noch immer gedankenverloren und rein automatisch seinen Hund. Dieser seufzte auf und rollte sich zufrieden zwischen seinen Füßen zusammen.
„Die Fähre ist einsatzbereit. Das Raketenpack müsste uns aus dem Schwerkraftfeld des Planeten hinausbringen, zurück zur TERRA I. Laurel und Tirana haben bereits Quartier in der ATLANTIS bezogen. Wir können jederzeit starten. Nachdem es den Psiheilerinnen nicht gelang ein Gegenmittel gegen das verdammte Gift der Condos Vasac zu finden, haben wir nur eine Alternative: Doktor Tanur. Da hörte ich viel Positives, aus dem Doc-Labor in der großen Fähre.“

Jack Lehmann blickte ihn ernst aber entschlossen an. Nachdem Jack von seinem ‚Ausflug‘ nach Magna-Roma zurückgekehrt war und Bericht erstattete, hatten sie sich ausgesprochen und wieder versöhnt.
Lehmann mied seinen Blick und schien in unendliche Weiten zu blicken. Moku murmelte irgendetwas im Halbschlaf. Automatisch kraulten Nigels Hände den Pelz des Tieres.

Der Commondore gab sich einen Ruck und stand auf. Dabei trat er versehentlich auf den Schwanz von Moku. Dieser zuckte, heulte, sprang auf und bellte seinen Herrn anschließend wütend an, über dessen Rücksichtslosigkeit. Anschließend trottete er beleidigt davon.

„Jack kümmere dich um den Beagle und bereite alles für den Start vor. In genau vier Stunden, um 13.00 Uhr starten wir. Ich habe noch etwas zu erledigen...“



>>>

Es war ein Höllenritt nach oben. Etwa drei bis vier Gravos kamen durch. Die Schwerkraftkompensatoren funktionierten trotz dem High-Tech-Produkt, dass die Wissenschaftler in der Area 66 entwickelt hatten, um das Antifeld, generiert von den „Siegelsetzungen“ zu kompensieren; nicht richtig. Für Menschen die solche Belastungen nicht mehr gewohnt waren, fühlte es sich krass an. Wie mochte es Moku ergehen? Zwar lag er in einem speziellen Behälter, aber auch er musste noch mit zwei Gravos leben. Da kein Laut nach draußen drang, konnte Nigel nur vermuten, wie es dem armen Beagle erging.

„Jetzt können wir wenigstens erahnen, was die Astronauten vor 2067 ertragen mussten, bevor es Schwerkraftkompensatoren gab!“

Jack Lehmann schien den wahnsinnigen Ritt allerdings noch zu genießen. Er spürte aber nicht nur den Blick von Tirana sondern auch das Amüsement von Lehmann. Laurel saß angestrengt im Pilotensitz. Er hatte mit dem Start genug zu tun.

Doktor Tanur konnte zufrieden mit seiner Arbeit sein. Er hatte mit seinen beschränkten Mitteln hier das nahezu Unmöglich scheinende geschafft und doch noch im letzten Augenblick das Gegenmittel entwickelt. Nigel fühlte sich glücklich noch einmal das Leben geschenkt bekommen zu haben. Jack ging es wohl ähnlich. Ganze Felsladungen fielen von ihnen ab.
Dann hatten sie es endlich abermals geschafft. Das neblige Wallen der Atmosphäre lag hinter ihnen, sie erreichten den freien Weltraum. Die nur schwach funktionierenden Schwerkraftkompensatoren lieferten nun permanent den Wert von einem Gravo. Hinter ihnen löste sich das Raketen-Antriebsmodul von der ATLANTIS.
„Laurel! Schalten Sie den Buster ein! Volle Leistung, Wir haben es eilig“

„Aye, Commondore!“ Ensign Kinthara drückte eine primitiv wirkende Taste und der Ritt ging weiter. Wieder kamen einige Gravos durch. Der zusätzlich angebrachte Reaktionsantrieb verbrannte rasch den Treibstoff. Die erhöhten Schwerkraftwerte, die sie in ihre Sessel drückte, verschwanden von einer Sekunde zur anderen. Laurel warf das nutzlose Busterpack ab. Mit der erreichten Geschwindigkeit würden sie in etwa vierzig Stunden ihr Ziel erreichen.
„Tirana, ist mit Ihnen alles in Ordnung?“ fragte Nigel ohne sich umzudrehen. Sein Blick war immer noch auf das Bugfenster gerichtet.
„Wieso fragen Sie Commondore?“
„Ich bin für die Mannschaft verantwortlich!“
„Keine Probleme Sir. Zumindest keine die ich nicht mit Meditation überwinden könnte. Die destruktiven Auswirkungen des morphischen Feldes auf der parallelen Erde werden schwächer. Entsprechend fällt es mir leichter, mit meinen, hm, Problemen fertig zu werden. Wie ist es mit ihnen? Haben Sie sich gut amüsiert?“ Nigel hatte Mühe seine Heiterkeit zu unterdrücken. Das Thema Leonora war für alle Zeiten abgeschlossen. Seine kurze destruktive Phase bei der heißblütigen heliospolitanischen Ärztin die Doktor Tanur bei der Herstellung des Gegengifts entscheidend behilflich war, schien vergessen.

Nigel spürte den amüsierten Blick Jacks abermals auf seinem Rücken ruhen. Laurel und Doktor Tanur taten so, als ob sie nichts mitbekommen hätten. Aber beide kämpften darum, nicht laut loszuprusten. Wenn die coole und atemberaubend aussehende allerdings meist emotional kontrollierte grünhäutige Belanerin so direkt fragte, dann schien sie gewaltig sauer auf ihn zu sein.
„Danke für die Nachfrage, Sub-Commander. Aber achten sie auf ihre Emotionen. Das Gröbste haben Sie erst in vierzig Stunden hinter sich.“

Das hatte gesessen! Der TFUF- Commondore hörte wie zwei Sitze hinter ihm Tirana tief durchatmete und offenbar Probleme hatte ihm nicht ebenfalls eine entsprechend emotionale
Antwort zu geben. In dem Shuttle war es plötzlich mucksmäuschenstill. Es war keine eigentliche Spannung nur unsägliche Neugier. Alle hatten mitgekommen, dass die beiden Führungsoffiziere wütend aufeinander waren. Sie kannten alle die Gründe.

„Ich werde mich bemühen, Commondore! Ensign Kinthara. Soll ich Sie ablösen?“

Laurel schien überrascht. Er blickte kurz Nigel an, der neben ihm im Co-Sitz saß. Unmerklich schüttelte der Commondore den Kopf.

„Nein, danke Commander. Wir sind erst kurze Zeit unterwegs. Commander Lehmann oder Commondore Talbot werden jeweils in Zehn Stunden-Schichten arbeiten.“

„Gut, Ensign. Wenn die Herrschaften nichts dagegen haben, ziehe ich mich in die kleine Schlafkoje zurück. Wie der Commondore vorhin richtig bemerkte, habe ich tatsächlich Probleme mit meiner Emotio- Kontrolle. Ich werde eine längere Tiefenmeditation durchführen. Mr. Kinthara, wenn Sie die Güte hätten, mich dann zu rufen? Normalerweise kann ich meine Meditationen zeitgenau terminieren. So eine Art von innerer Uhr. Aber innerhalb dem Wirkungsfeld dieses Morphischen Feldes ist alles anders. Ein wahrer Albtraum!“

Sie sagte es, löste die Gurte und begab sich in die Kojenecke, die zusätzlich für den langen Flug eingerichtet worden war. Undurchsichtige Kunststoffplanen schufen einen kleinen intimen Bereich. Tirana zog die Folien hinter sich zu.
Die vier Männer blickten sich an. Keiner sagte ein Wort. Laurel und Jack feixten. Doktor Tanur Antlitz hatte jene Züge angenommen, die Nigel nicht genau definieren konnte, ihn allerdings faszinierten. Bereits auf der Jungfernreise der TERRA I hatte Nigel diese ‚Gesichtszüge‘ des Daltoner bewundern dürfen. Er beschloss sich um Moku zu kümmern.


Vierzig Stunden später

„Sir, die TERRA I!“
„Ich sehe sie Laurel. Ein prächtiger Anblick.“
„...erra I an ATLANTIS. Können Sie mich hören. Hier spricht Ensign Aiko Anzu.“
„Commondore. Die meisten unserer technischen Geräte und Instrumente funktionieren wieder. Ich antworte!“ Nigel nickte, sagte aber nichts
„ATLANTIS an TERRA I. Es ist beruhigend Ihre Stimme zu hören, Aiko!“
„Haben Sie alle Mann an Bord, Laurel?“ klang es aus dem Lautsprecher.
„Positiv, Aiko. Ich....“
Ihre Kommunikation wurde unterbrochen, weil alle gebannt auf das Schiff starrten, das sich vor Ihren Augen, zwischen dem Flaggschiff der Explorerflotte der TFUF und der ATLANTIS enttarnte.
„Nomaden- Riders mit neuartigen Tarnschirmen!“

Tirana verließ ihre Koje. Sie sah besser aus. Offenbar hatte sie ihre Gefühle wieder unter Kontrolle und zu ihrer Logik zurückgefunden. Wortlos setzte sie sich auf ihren Sessel.

„Sir, wir werden auf einer Audio-Frequenz gerufen! Ausserdem haben uns die Rider in ein Feld gehüllt, dass eine Kommunikation mit der TERRA I unmöglich macht.“
„Verstehe. Öffnen Sie eine Audio-Frequenz, Fähnrich.
„ Aye Sir!“
„Hier spricht Commander Salak, vom Klan der Demaarks. Wir fordern Sie auf, sich zu ergeben, Commondore Talbot. Wir wissen, dass Sie ein Artefakt von großer Macht in den Besitz genommen haben. Es ist Eigentum des Demaarks- Klan. Sie haben zehn Minuten Zeit sich zu entscheiden. Wenn Sie es ablehnen, sind wir gezwungen Sie und das Flaggschiff Ihrer TFU- „Explorer Flotte“ zu vernichten. Versuchen Sie nicht zu verhandeln. Salak Ende.“

Einige Augenblicke war es an Bord der Fähre ruhig. Dann redeten von einer Sekunde zur anderen alle durcheinander. Es war Tirana, die in ihrer unnachahmlichen Art für Ordnung sorgte.
„Wir haben keine Zeit für unsachliche, unlogische Argumente. Nach einer raschen logischen Abwägung von dem was wir auf der Erde II namens Gaia erlebten, müssen wir davon ausgehen, dass Solon ein Spion der Rider ist.“
„Seit wann arbeiten belanische Kolonisten für die Klans!“ wollte Nigel wissen. Die übrigen Drei stimmten ihm wortlos zu. Aber die rassige Belanerin schwieg. Der Commondore seufzte. „Tirana! Ich habe Sie etwas gefragt!“ Nigel blieb hartnäckig.
„Das ist irrelevant, Sir. Offensichtlich ist es so. Er muss irgendwie herausgefunden haben, dass Sie im Besitze des memetischen Artefakts sind. Die Rider Klans wissen offensichtlich auch, dass die Impulse dieses Gerät nicht von dem manipulierten morphogenetischen Feld beeinflusst werden.“

Wieder wurde es in dem Shuttle mucksmäuschenstill. Jeder vermied den anderen anzuschauen. Laurel und Jack stierten auf ihre Instrumente und der Doktor suchte irgendetwas an der Decke, was ihn zu faszinieren schien. Tirana saß regungslos in ihrem Sessel und beschäftigte sich mit irgendwelchen Tasten und Geräte. Trotzdem hörten alle ihren schweren Atem, ihr Bemühen ihre coole Fassade aufrechtzuerhalten.

„Commondore. Es ist im Moment keine Zeit für gegenseitige Angriffe und Eifersuchtsszenen. Wir sollten schleunigst alles vergessen was dort geschah. Alle waren wir nicht wir selbst. Das morphogenetische Feld wirkte nicht nur auf Belaner. Vergessen Sie es nicht. Wir sollten das Problem, Sarak lösen!“
Aus den Augenwinkeln heraus beobachtete Talbot auf dem Schirm, das die TERRA I kampfbereit war und auf Angriffskurs ging. Aber Nigel war sich nicht sicher, ob sie gegen das weit größere Kampfschiff bestehen konnte. Hövel war zu einem exzellenten Könner herangereift. Auch die Rider machten sich feuerbereit. Die ersten die daran glauben mussten, würden Sie sein. Ob er jetzt schon das memetische Artefakt auslösen sollte. Seine rechte Hand krallte sich um den hell leuchtenden Kristall, den er mit einem Gedankenimpuls desintegrieren konnte. Das hatte ihm Arthur erklärt. Die memetischen Artefakte durften in keinem Fall in negative Hände geraten, deshalb diese mentale Sicherung durch Berechtigte..

„Laurel. Besteht das Feld noch?“

„Positiv, Commondore. Wir haben noch eine Minute. Was, was ist das?“ Kinthara blickte auf seine Instrumente. „Veränderungen in der Subraumstruktur des Universums..“ Er wollte noch etwas sagen, aber dann unterließ er es, weil in diesem Moment ein riesiges Raumschiff seine Wurmlochfahrt beendete und im Normalraum materialisierte.
„Ein Schiff unserer kybernetischen Freunde, der Tilmunklasse!“ sagte Nigel ehrfürchtig.
„Sir, wir werden gerufen!“
„Auf den Schirm.“
„Haben Sie Probleme, Commondore Talbot?“ Fassungslos blickten sie alle auf die verbündete Syno.
Bis auf Tirana. Lächelte sie nicht? Nein, Nigel musste sich täuschen. Es war mehr eine Zufriedenheit, die sich auf ihrem schönen grünhäutigen Gesicht abzeichnete. Eine Genugtuung darüber, dass sie sich nicht getäuscht hatte.

„Commondore Varla! Sie kommen zur richtigen Zeit. Wenn ich geahnt hätte, dass Tirana die ganze Zeit in ihrem Auftrag Untercover unterwegs war, so hätte ich mir weniger Sorgen gemacht.“
Die beiden Frauen, eine organische und eine kybernetische nickten sich wortlos über die Kommunikationsbrücke kurz zu. Mehr gab es offenbar nicht zu sagen. Die Rider reagierten. Von einer Sekunde zur anderen tarnten sie sich wieder. Offenbar gaben sie Fersengeld, weil die Anomalie kurz aufflackerte und wieder erlosch. Gegen das Flaggschiff der kybernetischen Flotte der Tilmunklasse hatten sie nicht den Hauch einer Chance. Bevor Varla Gelegenheit fand, mit Nigel über das weitere Vorgehen zu sprechen, gab Talbot Laurel einen Wink. Dieser unterbrach die Verbindung.
Das Antikom-Feld um die ATLANTIS bestand nicht mehr. Sofort meldete sich eine aufgeregte Aiko.
„Wir kommen an Bord, Ensign. Sichern Sie die Frequenz.“
„Erledigt Sir.“
„Martin!“
„Ja, Sir?“ Hövels fragendes Gesicht tauchte auf dem Schirm auf.
„Bereiten Sie alles für eine Fluchtfahrt vor. Benutzen sie ebenfalls die raumzeitliche Anomalie. Ziel Rückkehr unser Solsystem.“
Er unterbrach die Verbindung, ehe der momentane Kommandant der T-1 Gelegenheit fand weitere Fragen zu stellen oder den Befehl zu bestätigen. Nigel spürte Tiranas brennenden Blick im Rücken. Aber sie wagte nichts zu sagen. Offenbar ahnte sie, dass sich der geheimnisvolle Commondore sicher von seinem Entschluss nicht mehr abbringen lassen würde. Die ATLANTIS ließ sich einschleusen.
Noch immer gaben sie gegenüber dem Kybernoraumer vor, dass sie Kommunikationsprobleme besäßen. Lange ließ sich Varla sicher nicht mehr hinhalten. Kaum hatte sich die Schleusenklappe geschlossen, als ein Ruck durch den Hangar ging. Die TERRA I floh mit Höchstwerten von ihren Rettern. Sie überraschten offenbar die verbündeten Kyberno vom Volk der Syno. Ehe diese wirklich begriffen, was dieser verrückte Commondore Talbot wieder einmal vorhatte, verschwanden sie in der Anomalie. Während sie sich auf den Weg zur Brücke machten, Doktor Tanur in sein Revier und der immer noch angeschlagene Moku hinter Nigel hertrottend, fragte er sich ob seine Entscheidung die Richtige war.

Er hatte nämlich dem mächtigen memetischen Artefakt den Befehl gegeben sich aufzulösen. In seiner Hand verblieb daraufhin lediglich ein Rest von desintegrierter unbekannter Substanz. Ein solch mächtiges Artefakt in seinen Händen, darüber wollte er nicht entscheiden. Er war gespannt, wie es im Sol- oder Centauri- System jetzt aussah.
Sie würden in Kürze wieder das heimatliche Solsystem begrüßen können.

Als wäre die Auflösung des Artefakts ein Signal gewesen erkannte Nigel Talbot, wer er wirklich war: Atlan da Gonozal, Gänger des Netzes und durch eine Fehlfunktion seines Imprints, ein Dimensionsgestrandeter. Auch wusste er wieder, dass er einst durch eine Zeitmaschine der MdI vom Jahr 4877 nC ins Jahr 5772 vor Christus zurück geschleudert wurde. Seither hatte er wieder viele Jahrtausende in der Tiefschlafzelle seiner Station im Tafelberg in einer Wüste des Planeten Traversan verbracht und war jetzt offenbar wieder in einer Mission als Agent seines ES im Multiversum unterwegs. Durch den GdN- Imprint der Querionen vermochte er bis zum Jahr 447 NGZ (4034 nC) als Gänger des Netzes das Universale Psionische Netz des Multiversums zu nutzen. Er konnte sich noch daran erinnern, dass er auf dem Mars strandete und Adoptivkrieger der marsianischen Mescaleros wurde. Dann die Gründung seiner Gonovar Mining Company. Seine Abenteuer in Bonanza City auf dem Mars. Dann wurde er offenbar vom hiesigen ES beauftragt, einen mehrjährigen Untercovereinsatz als ‚Nigel Talbot’ in der Explorerflotte der TFU zu machen.

„Das stimmt doch Extrasinn?“

„Soweit ich weiß, Arkonide, ja.“ Wieso nur kamen ihm die Gedanken des Logiksektors in seinen Ohren so unsicher vor?

Wurde an seinem Gedächtnis von ‚seinem’ oder dem hiesigen ES eine weitere Manipulation vorgenommen? Traute das hiesige ES den Terranern nicht? Atlan fluchte gedanklich.

Ab hier übernimmt wieder Atlan den Bericht:

In dem Augenblick, als die TERRA I das Wurmloch der Memeter in einem bestimmten Winkel durchflog, kehrten wir wieder in das parallele Heimatsystem zurück. Wir konnten dieses Objekt am Rande des Solsystems in diversen Winkel anfliegen. Immer würde dann der Zielpunkt ein anderer sein. Sogar fremde Paralleluniversen.

Vielleicht bot diese Anomalie - welche von einer parallelen lemurischen Abart, die sich ‚Memeter’ nannte und vor zehntausenden Jahren gebaut wurde – eine Möglichkeit in mein Ursprungsuniversum zurückzukehren. Wenn ja, müssten wir allerdings den genauen Winkelgrad, also die Rückkehrkoordinaten ermitteln. Das würde wohl noch ein langer Weg bis dahin werden…

Da mein Gedächtnis wieder einmal nur eingeschränkt funktionierte, gab es noch viel zu klären, bis ich daran denken konnte in mein Heimatuniversum zurückzukehren und mich auf Traversan in meine Tiefschlafzelle zurückzuziehen.

„Nun ist es Zeit die USO, eine Schutzorganisation für alle Humanoide, die von den Memeter abstammen, zu gründen. Die Koordinaten eines Planetoiden, den du durchaus ‚Quinto Center’ nennen könntest, gebe ich jetzt in dein fotografisches Gedächtnis ein. Zusätzlich weitere Informationen über die humanoiden Völker in der Lokalen Wolke und Informationen über unsere Feinde die Allianz der Nichthumanoiden“, erklärte mir mein Extrasinn.

Wer hatte ihn erweitert?

„Enthältst du ein Splitter des hiesigen ES? Und bei Zeus, manipulierst du in Gutsherrenart mein Gedächtnis?“

Natürlich gab mein Extrasinn daraufhin keine Antwort. Aber aus eigener Überzeugung heraus, gründete ich dann doch die USO. Ein gigantischer Finanzfond, zu der auch meine GMC gehörte und riesige Zuwendungen von NATHAN, finanzierte das Ganze. Ich entdeckte den Planetoiden und nannte ihn Quinto Center. Der hiesige Niko Quinto kam vor einigen Wochen im Einsatz für einen vereinten Mars ums Leben. Auch zu seinen Ehren nannte ich den Planetoiden Quinto Center.
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

Atlan, PR 470

"Wenn der letzte Ritter der Tiefe gegangen ist, werden alle Sterne erlöschen." Alte kosmische Weisheit über die RdT

"Ohne ES ist PR NICHTS!" HGA

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 9. Mai 2019, 09:34

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Homer G Adams
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Homer G Adams hat geschrieben:23. Teil
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Heliopolis – zehn Tage später

„Es tut uns leid Ihnen bislang keine besseren Nachrichten geben zu können, Commondore!“
Nigel Talbot blickte die Sprecherin der Psiheilerinnen an. Sie trug heute eine der in Heliopolis üblichen hellgrauen Kombinationen, die ihre weiblichen Konturen unterstrich. Ansonsten trugen sie immer dunkle Kapuzenmäntel, um ihren mystischen Touch zu betonen.
Nach dieser für Nigel schrecklichen Nachricht verließ sie rasch das kleine Büro, dass ihm Arthur de Wynther in der Subetage zugewiesen hatte. Der Commondore war allein mit seinen Problemen. Er seufzte laut auf, lehnte sich in dem großen Ledersessel zurück und bedeckte sein Gesicht mit beiden Händen. Immerhin würde er das Geschenk von Arthur de Wynther, jenen memetischen Kristall, den terranischen Menschen noch zum Geschenk machen können. Das Para- Institut am Goshunsee in Terrania würde sich darüber freuen. Solange er noch lebte, würde er es allerdings per Gedankenkraft kontrollieren können.

Unvermittelt fühlte er Kälte seinen Rücken herauf kriechen. Er begann zu zittern, spürte die ganze Wucht der Erschöpfung. Er sah das Ende auf sich zukommen. Sie hatten mit ihren Missionen viel erreicht. Andere würden mit der TERRA I weitermachen. Es betraf nur ihn und Jack. Vor seinem geistigen Auge rollten Dutzende Szenen ihrer gemeinsamen Einsätze in all den vergangenen Jahren ab.

Etwas in ihm zerbarst rasend schnell – unmöglich, die verschiedenen Zeitabläufe noch zu trennen, unmöglich es weiter zu ertragen. AUFGEBEN; EINFACH AUFGEBEN!

„Es besteht noch Hoffnung, alter Junge. Der geniale Doktor Tanur arbeitet ebenfalls daran!“

Die Summe all seiner Qualen brachte ihm nach unendlich langer Zeit – so schien es ihm zumindest in seinen subjektiven Empfindungen den Lebens- und Siegeswillen zurück. Etwas Brausendes, hörbar selbst in diesem säuselten Wüten der Gedanken- und Gefühlsstürme in seinem Innern, ließ ihn in die Wirklichkeit zurückfinden
„Nigel!“ Jemand schüttelte ihn und etwas Feuchtes stieß gegen seinen linken Fuß.

Talbot blickte auf und in das Gesicht von Jack und Moku an seinen Füßen. Der Beagle war vor einigen Tagen mit Laurel und Dr. Tanur hier gelandet. Gestern kam ein Luftschiff mit den Claudiern an. Seither führte Arthur, nachdem sich Dr. Magnus Hellström, wohin auch immer, zurückgezogen hatte, Verhandlungen über ein Bündnis mit den neorömischen Revolutionären.

„Ist schon gut, Moku. Mir geht es wieder besser. Er streichelte noch immer gedankenverloren und rein automatisch seinen Hund. Dieser seufzte auf und rollte sich zufrieden zwischen seinen Füßen zusammen.
„Die Fähre ist einsatzbereit. Das Raketenpack müsste uns aus dem Schwerkraftfeld des Planeten hinausbringen, zurück zur TERRA I. Laurel und Tirana haben bereits Quartier in der ATLANTIS bezogen. Wir können jederzeit starten. Nachdem es den Psiheilerinnen nicht gelang ein Gegenmittel gegen das verdammte Gift der Condos Vasac zu finden, haben wir nur eine Alternative: Doktor Tanur. Da hörte ich viel Positives, aus dem Doc-Labor in der großen Fähre.“

Jack Lehmann blickte ihn ernst aber entschlossen an. Nachdem Jack von seinem ‚Ausflug‘ nach Magna-Roma zurückgekehrt war und Bericht erstattete, hatten sie sich ausgesprochen und wieder versöhnt.
Lehmann mied seinen Blick und schien in unendliche Weiten zu blicken. Moku murmelte irgendetwas im Halbschlaf. Automatisch kraulten Nigels Hände den Pelz des Tieres.

Der Commondore gab sich einen Ruck und stand auf. Dabei trat er versehentlich auf den Schwanz von Moku. Dieser zuckte, heulte, sprang auf und bellte seinen Herrn anschließend wütend an, über dessen Rücksichtslosigkeit. Anschließend trottete er beleidigt davon.

„Jack kümmere dich um den Beagle und bereite alles für den Start vor. In genau vier Stunden, um 13.00 Uhr starten wir. Ich habe noch etwas zu erledigen...“



>>>

Es war ein Höllenritt nach oben. Etwa drei bis vier Gravos kamen durch. Die Schwerkraftkompensatoren funktionierten trotz dem High-Tech-Produkt, dass die Wissenschaftler in der Area 66 entwickelt hatten, um das Antifeld, generiert von den „Siegelsetzungen“ zu kompensieren; nicht richtig. Für Menschen die solche Belastungen nicht mehr gewohnt waren, fühlte es sich krass an. Wie mochte es Moku ergehen? Zwar lag er in einem speziellen Behälter, aber auch er musste noch mit zwei Gravos leben. Da kein Laut nach draußen drang, konnte Nigel nur vermuten, wie es dem armen Beagle erging.

„Jetzt können wir wenigstens erahnen, was die Astronauten vor 2067 ertragen mussten, bevor es Schwerkraftkompensatoren gab!“

Jack Lehmann schien den wahnsinnigen Ritt allerdings noch zu genießen. Er spürte aber nicht nur den Blick von Tirana sondern auch das Amüsement von Lehmann. Laurel saß angestrengt im Pilotensitz. Er hatte mit dem Start genug zu tun.

Doktor Tanur konnte zufrieden mit seiner Arbeit sein. Er hatte mit seinen beschränkten Mitteln hier das nahezu Unmöglich scheinende geschafft und doch noch im letzten Augenblick das Gegenmittel entwickelt. Nigel fühlte sich glücklich noch einmal das Leben geschenkt bekommen zu haben. Jack ging es wohl ähnlich. Ganze Felsladungen fielen von ihnen ab.
Dann hatten sie es endlich abermals geschafft. Das neblige Wallen der Atmosphäre lag hinter ihnen, sie erreichten den freien Weltraum. Die nur schwach funktionierenden Schwerkraftkompensatoren lieferten nun permanent den Wert von einem Gravo. Hinter ihnen löste sich das Raketen-Antriebsmodul von der ATLANTIS.
„Laurel! Schalten Sie den Buster ein! Volle Leistung, Wir haben es eilig“

„Aye, Commondore!“ Ensign Kinthara drückte eine primitiv wirkende Taste und der Ritt ging weiter. Wieder kamen einige Gravos durch. Der zusätzlich angebrachte Reaktionsantrieb verbrannte rasch den Treibstoff. Die erhöhten Schwerkraftwerte, die sie in ihre Sessel drückte, verschwanden von einer Sekunde zur anderen. Laurel warf das nutzlose Busterpack ab. Mit der erreichten Geschwindigkeit würden sie in etwa vierzig Stunden ihr Ziel erreichen.
„Tirana, ist mit Ihnen alles in Ordnung?“ fragte Nigel ohne sich umzudrehen. Sein Blick war immer noch auf das Bugfenster gerichtet.
„Wieso fragen Sie Commondore?“
„Ich bin für die Mannschaft verantwortlich!“
„Keine Probleme Sir. Zumindest keine die ich nicht mit Meditation überwinden könnte. Die destruktiven Auswirkungen des morphischen Feldes auf der parallelen Erde werden schwächer. Entsprechend fällt es mir leichter, mit meinen, hm, Problemen fertig zu werden. Wie ist es mit ihnen? Haben Sie sich gut amüsiert?“ Nigel hatte Mühe seine Heiterkeit zu unterdrücken. Das Thema Leonora war für alle Zeiten abgeschlossen. Seine kurze destruktive Phase bei der heißblütigen heliospolitanischen Ärztin die Doktor Tanur bei der Herstellung des Gegengifts entscheidend behilflich war, schien vergessen.

Nigel spürte den amüsierten Blick Jacks abermals auf seinem Rücken ruhen. Laurel und Doktor Tanur taten so, als ob sie nichts mitbekommen hätten. Aber beide kämpften darum, nicht laut loszuprusten. Wenn die coole und atemberaubend aussehende allerdings meist emotional kontrollierte grünhäutige Belanerin so direkt fragte, dann schien sie gewaltig sauer auf ihn zu sein.
„Danke für die Nachfrage, Sub-Commander. Aber achten sie auf ihre Emotionen. Das Gröbste haben Sie erst in vierzig Stunden hinter sich.“

Das hatte gesessen! Der TFUF- Commondore hörte wie zwei Sitze hinter ihm Tirana tief durchatmete und offenbar Probleme hatte ihm nicht ebenfalls eine entsprechend emotionale
Antwort zu geben. In dem Shuttle war es plötzlich mucksmäuschenstill. Es war keine eigentliche Spannung nur unsägliche Neugier. Alle hatten mitgekommen, dass die beiden Führungsoffiziere wütend aufeinander waren. Sie kannten alle die Gründe.

„Ich werde mich bemühen, Commondore! Ensign Kinthara. Soll ich Sie ablösen?“

Laurel schien überrascht. Er blickte kurz Nigel an, der neben ihm im Co-Sitz saß. Unmerklich schüttelte der Commondore den Kopf.

„Nein, danke Commander. Wir sind erst kurze Zeit unterwegs. Commander Lehmann oder Commondore Talbot werden jeweils in Zehn Stunden-Schichten arbeiten.“

„Gut, Ensign. Wenn die Herrschaften nichts dagegen haben, ziehe ich mich in die kleine Schlafkoje zurück. Wie der Commondore vorhin richtig bemerkte, habe ich tatsächlich Probleme mit meiner Emotio- Kontrolle. Ich werde eine längere Tiefenmeditation durchführen. Mr. Kinthara, wenn Sie die Güte hätten, mich dann zu rufen? Normalerweise kann ich meine Meditationen zeitgenau terminieren. So eine Art von innerer Uhr. Aber innerhalb dem Wirkungsfeld dieses Morphischen Feldes ist alles anders. Ein wahrer Albtraum!“

Sie sagte es, löste die Gurte und begab sich in die Kojenecke, die zusätzlich für den langen Flug eingerichtet worden war. Undurchsichtige Kunststoffplanen schufen einen kleinen intimen Bereich. Tirana zog die Folien hinter sich zu.
Die vier Männer blickten sich an. Keiner sagte ein Wort. Laurel und Jack feixten. Doktor Tanur Antlitz hatte jene Züge angenommen, die Nigel nicht genau definieren konnte, ihn allerdings faszinierten. Bereits auf der Jungfernreise der TERRA I hatte Nigel diese ‚Gesichtszüge‘ des Daltoner bewundern dürfen. Er beschloss sich um Moku zu kümmern.


Vierzig Stunden später

„Sir, die TERRA I!“
„Ich sehe sie Laurel. Ein prächtiger Anblick.“
„...erra I an ATLANTIS. Können Sie mich hören. Hier spricht Ensign Aiko Anzu.“
„Commondore. Die meisten unserer technischen Geräte und Instrumente funktionieren wieder. Ich antworte!“ Nigel nickte, sagte aber nichts
„ATLANTIS an TERRA I. Es ist beruhigend Ihre Stimme zu hören, Aiko!“
„Haben Sie alle Mann an Bord, Laurel?“ klang es aus dem Lautsprecher.
„Positiv, Aiko. Ich....“
Ihre Kommunikation wurde unterbrochen, weil alle gebannt auf das Schiff starrten, das sich vor Ihren Augen, zwischen dem Flaggschiff der Explorerflotte der TFUF und der ATLANTIS enttarnte.
„Nomaden- Riders mit neuartigen Tarnschirmen!“

Tirana verließ ihre Koje. Sie sah besser aus. Offenbar hatte sie ihre Gefühle wieder unter Kontrolle und zu ihrer Logik zurückgefunden. Wortlos setzte sie sich auf ihren Sessel.

„Sir, wir werden auf einer Audio-Frequenz gerufen! Ausserdem haben uns die Rider in ein Feld gehüllt, dass eine Kommunikation mit der TERRA I unmöglich macht.“
„Verstehe. Öffnen Sie eine Audio-Frequenz, Fähnrich.
„ Aye Sir!“
„Hier spricht Commander Salak, vom Klan der Demaarks. Wir fordern Sie auf, sich zu ergeben, Commondore Talbot. Wir wissen, dass Sie ein Artefakt von großer Macht in den Besitz genommen haben. Es ist Eigentum des Demaarks- Klan. Sie haben zehn Minuten Zeit sich zu entscheiden. Wenn Sie es ablehnen, sind wir gezwungen Sie und das Flaggschiff Ihrer TFU- „Explorer Flotte“ zu vernichten. Versuchen Sie nicht zu verhandeln. Salak Ende.“

Einige Augenblicke war es an Bord der Fähre ruhig. Dann redeten von einer Sekunde zur anderen alle durcheinander. Es war Tirana, die in ihrer unnachahmlichen Art für Ordnung sorgte.
„Wir haben keine Zeit für unsachliche, unlogische Argumente. Nach einer raschen logischen Abwägung von dem was wir auf der Erde II namens Gaia erlebten, müssen wir davon ausgehen, dass Solon ein Spion der Rider ist.“
„Seit wann arbeiten belanische Kolonisten für die Klans!“ wollte Nigel wissen. Die übrigen Drei stimmten ihm wortlos zu. Aber die rassige Belanerin schwieg. Der Commondore seufzte. „Tirana! Ich habe Sie etwas gefragt!“ Nigel blieb hartnäckig.
„Das ist irrelevant, Sir. Offensichtlich ist es so. Er muss irgendwie herausgefunden haben, dass Sie im Besitze des memetischen Artefakts sind. Die Rider Klans wissen offensichtlich auch, dass die Impulse dieses Gerät nicht von dem manipulierten morphogenetischen Feld beeinflusst werden.“

Wieder wurde es in dem Shuttle mucksmäuschenstill. Jeder vermied den anderen anzuschauen. Laurel und Jack stierten auf ihre Instrumente und der Doktor suchte irgendetwas an der Decke, was ihn zu faszinieren schien. Tirana saß regungslos in ihrem Sessel und beschäftigte sich mit irgendwelchen Tasten und Geräte. Trotzdem hörten alle ihren schweren Atem, ihr Bemühen ihre coole Fassade aufrechtzuerhalten.

„Commondore. Es ist im Moment keine Zeit für gegenseitige Angriffe und Eifersuchtsszenen. Wir sollten schleunigst alles vergessen was dort geschah. Alle waren wir nicht wir selbst. Das morphogenetische Feld wirkte nicht nur auf Belaner. Vergessen Sie es nicht. Wir sollten das Problem, Sarak lösen!“
Aus den Augenwinkeln heraus beobachtete Talbot auf dem Schirm, das die TERRA I kampfbereit war und auf Angriffskurs ging. Aber Nigel war sich nicht sicher, ob sie gegen das weit größere Kampfschiff bestehen konnte. Hövel war zu einem exzellenten Könner herangereift. Auch die Rider machten sich feuerbereit. Die ersten die daran glauben mussten, würden Sie sein. Ob er jetzt schon das memetische Artefakt auslösen sollte. Seine rechte Hand krallte sich um den hell leuchtenden Kristall, den er mit einem Gedankenimpuls desintegrieren konnte. Das hatte ihm Arthur erklärt. Die memetischen Artefakte durften in keinem Fall in negative Hände geraten, deshalb diese mentale Sicherung durch Berechtigte..

„Laurel. Besteht das Feld noch?“

„Positiv, Commondore. Wir haben noch eine Minute. Was, was ist das?“ Kinthara blickte auf seine Instrumente. „Veränderungen in der Subraumstruktur des Universums..“ Er wollte noch etwas sagen, aber dann unterließ er es, weil in diesem Moment ein riesiges Raumschiff seine Wurmlochfahrt beendete und im Normalraum materialisierte.
„Ein Schiff unserer kybernetischen Freunde, der Tilmunklasse!“ sagte Nigel ehrfürchtig.
„Sir, wir werden gerufen!“
„Auf den Schirm.“
„Haben Sie Probleme, Commondore Talbot?“ Fassungslos blickten sie alle auf die verbündete Syno.
Bis auf Tirana. Lächelte sie nicht? Nein, Nigel musste sich täuschen. Es war mehr eine Zufriedenheit, die sich auf ihrem schönen grünhäutigen Gesicht abzeichnete. Eine Genugtuung darüber, dass sie sich nicht getäuscht hatte.

„Commondore Varla! Sie kommen zur richtigen Zeit. Wenn ich geahnt hätte, dass Tirana die ganze Zeit in ihrem Auftrag Untercover unterwegs war, so hätte ich mir weniger Sorgen gemacht.“
Die beiden Frauen, eine organische und eine kybernetische nickten sich wortlos über die Kommunikationsbrücke kurz zu. Mehr gab es offenbar nicht zu sagen. Die Rider reagierten. Von einer Sekunde zur anderen tarnten sie sich wieder. Offenbar gaben sie Fersengeld, weil die Anomalie kurz aufflackerte und wieder erlosch. Gegen das Flaggschiff der kybernetischen Flotte der Tilmunklasse hatten sie nicht den Hauch einer Chance. Bevor Varla Gelegenheit fand, mit Nigel über das weitere Vorgehen zu sprechen, gab Talbot Laurel einen Wink. Dieser unterbrach die Verbindung.
Das Antikom-Feld um die ATLANTIS bestand nicht mehr. Sofort meldete sich eine aufgeregte Aiko.
„Wir kommen an Bord, Ensign. Sichern Sie die Frequenz.“
„Erledigt Sir.“
„Martin!“
„Ja, Sir?“ Hövels fragendes Gesicht tauchte auf dem Schirm auf.
„Bereiten Sie alles für eine Fluchtfahrt vor. Benutzen sie ebenfalls die raumzeitliche Anomalie. Ziel Rückkehr unser Solsystem.“
Er unterbrach die Verbindung, ehe der momentane Kommandant der T-1 Gelegenheit fand weitere Fragen zu stellen oder den Befehl zu bestätigen. Nigel spürte Tiranas brennenden Blick im Rücken. Aber sie wagte nichts zu sagen. Offenbar ahnte sie, dass sich der geheimnisvolle Commondore sicher von seinem Entschluss nicht mehr abbringen lassen würde. Die ATLANTIS ließ sich einschleusen.
Noch immer gaben sie gegenüber dem Kybernoraumer vor, dass sie Kommunikationsprobleme besäßen. Lange ließ sich Varla sicher nicht mehr hinhalten. Kaum hatte sich die Schleusenklappe geschlossen, als ein Ruck durch den Hangar ging. Die TERRA I floh mit Höchstwerten von ihren Rettern. Sie überraschten offenbar die verbündeten Kyberno vom Volk der Syno. Ehe diese wirklich begriffen, was dieser verrückte Commondore Talbot wieder einmal vorhatte, verschwanden sie in der Anomalie. Während sie sich auf den Weg zur Brücke machten, Doktor Tanur in sein Revier und der immer noch angeschlagene Moku hinter Nigel hertrottend, fragte er sich ob seine Entscheidung die Richtige war.

Er hatte nämlich dem mächtigen memetischen Artefakt den Befehl gegeben sich aufzulösen. In seiner Hand verblieb daraufhin lediglich ein Rest von desintegrierter unbekannter Substanz. Ein solch mächtiges Artefakt in seinen Händen, darüber wollte er nicht entscheiden. Er war gespannt, wie es im Sol- oder Centauri- System jetzt aussah.
Sie würden in Kürze wieder das heimatliche Solsystem begrüßen können.

Als wäre die Auflösung des Artefakts ein Signal gewesen erkannte Nigel Talbot, wer er wirklich war: Atlan da Gonozal, Gänger des Netzes und durch eine Fehlfunktion seines Imprints, ein Dimensionsgestrandeter. Auch wusste er wieder, dass er einst durch eine Zeitmaschine der MdI vom Jahr 4877 nC ins Jahr 5772 vor Christus zurück geschleudert wurde. Seither hatte er wieder viele Jahrtausende in der Tiefschlafzelle seiner Station im Tafelberg in einer Wüste des Planeten Traversan verbracht und war jetzt offenbar wieder in einer Mission als Agent seines ES im Multiversum unterwegs. Durch den GdN- Imprint der Querionen vermochte er bis zum Jahr 447 NGZ (4034 nC) als Gänger des Netzes das Universale Psionische Netz des Multiversums zu nutzen. Er konnte sich noch daran erinnern, dass er auf dem Mars strandete und Adoptivkrieger der marsianischen Mescaleros wurde. Dann die Gründung seiner Gonovar Mining Company. Seine Abenteuer in Bonanza City auf dem Mars. Dann wurde er offenbar vom hiesigen ES beauftragt, einen mehrjährigen Untercovereinsatz als ‚Nigel Talbot’ in der Explorerflotte der TFU zu machen.

„Das stimmt doch Extrasinn?“

„Soweit ich weiß, Arkonide, ja.“ Wieso nur kamen ihm die Gedanken des Logiksektors in seinen Ohren so unsicher vor?

Wurde an seinem Gedächtnis von ‚seinem’ oder dem hiesigen ES eine weitere Manipulation vorgenommen? Traute das hiesige ES den Terranern nicht? Atlan fluchte gedanklich.

Ab hier übernimmt wieder Atlan den Bericht:

In dem Augenblick, als die TERRA I das Wurmloch der Memeter in einem bestimmten Winkel durchflog, kehrten wir wieder in das parallele Heimatsystem zurück. Wir konnten dieses Objekt am Rande des Solsystems in diversen Winkel anfliegen. Immer würde dann der Zielpunkt ein anderer sein. Sogar fremde Paralleluniversen.

Vielleicht bot diese Anomalie - welche von einer parallelen lemurischen Abart, die sich ‚Memeter’ nannte und vor zehntausenden Jahren gebaut wurde – eine Möglichkeit in mein Ursprungsuniversum zurückzukehren. Wenn ja, müssten wir allerdings den genauen Winkelgrad, also die Rückkehrkoordinaten ermitteln. Das würde wohl noch ein langer Weg bis dahin werden…

Da mein Gedächtnis wieder einmal nur eingeschränkt funktionierte, gab es noch viel zu klären, bis ich daran denken konnte in mein Heimatuniversum zurückzukehren und mich auf Traversan in meine Tiefschlafzelle zurückzuziehen.

„Nun ist es Zeit die USO, eine Schutzorganisation für alle Humanoide, die von den Memeter abstammen, zu gründen. Die Koordinaten eines Planetoiden, den du durchaus ‚Quinto Center’ nennen könntest, gebe ich jetzt in dein fotografisches Gedächtnis ein. Zusätzlich weitere Informationen über die humanoiden Völker in der Lokalen Wolke und Informationen über unsere Feinde die Allianz der Nichthumanoiden“, erklärte mir mein Extrasinn.

Wer hatte ihn erweitert?

„Enthältst du ein Splitter des hiesigen ES? Und bei Zeus, manipulierst du in Gutsherrenart mein Gedächtnis?“

Natürlich gab mein Extrasinn daraufhin keine Antwort. Aber aus eigener Überzeugung heraus, gründete ich dann doch die USO. Ein gigantischer Finanzfond, zu der auch meine GMC gehörte und riesige Zuwendungen von NATHAN, finanzierte das Ganze. Ich entdeckte den Planetoiden und nannte ihn Quinto Center. Der hiesige Niko Quinto kam vor einigen Wochen im Einsatz für einen vereinten Mars ums Leben. Auch zu seinen Ehren nannte ich den Planetoiden Quinto Center.



So das wars im Paralleluniversum von Neo Roma und Heliopolis. Jetzt folgen noch einige Intermezzos, um noch einmal auf die Gründung der USO zurück zu kommen.

Dann wird es nach einer Pause weitergehen mit den Abenteuern von Ronald Tekener im Auftrage der USO.

Mal schauen.
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

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