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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 27. Juni 2019, 08:59

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Homer G Adams
Terraner
Beiträge: 1257
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Wohnort: Ares City, Mars
Trans-Pluto hat geschrieben:Ich weiß zwar nicht, was mit Dir ist, Homer, dafür bin ich hier zu neu.
Aber ich wünsche Dir von ganzem Herzen gute Besserung!

Deine Geschichten gefallen mir sehr gut. :st:

Homer G Adams hat geschrieben:...
Die neuen PR Romane, ob Neo oder EA lese ich nicht mehr. Dafür gibt es ja immer noch PR Retro en masse. :unschuldig:
...


Was bevorzugst Du denn in diesem Bereich? Ich bin nämlich auch ein Retro-Fan. ;)


Hallo Trans-Pluto,

Gesundheitlich habe ich Probleme, weil ich infolge eines leichten Schlaganfalls nur noch eine Stunde pro PC-Sitzung am Tag schaffe. Alles Mehr schadet mir, das merke ich rasch.

Retro-PR
Bände ab 1966 Erste und zweite Auflage von Band 1- 499.

Dann natürlich die Multiversums-Ideen und der Möglichkeit der Vergeistigung von Individuen und Kollektive bzw. der Idee eines Wächterordens der Ordnung gegen das Chaos.

Der Thread ‚Requien für ES’ deutet ja daraufhin, dass ich wütend bin, dass die derzeitigen EA-Macher ES + Co. zum Teufel gejagt haben.

Auch würde ich es gern sehen, wenn Atlan endlich die Bestimmung zum Ritter der Tiefe annehmen würde. Das gefiel mir damals nicht.

Ergo kämpft in meinen Storys Atlan immer noch um die Akzeptierung seiner Bestimmung, was auch ein Spannungsmoment in den Storysequenzen darstellt.

Puh, es wird immer wärmer. Da ich in meinem Alter( auf die Siebzig zu) immer mehr Probleme habe solche Hitze zu ertragen, muss ich jetzt einige Tage Schreibpause machen.

Ich melde mich nächste Woche wieder mit dem nächsten Alternativ-USO-Story-Teil

Macht es gut und kühlt Euch ab.
:rolleyes:
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

Atlan, PR 470

"Wenn der letzte Ritter der Tiefe gegangen ist, werden alle Sterne erlöschen." Alte kosmische Weisheit über die RdT

"Ohne ES ist PR NICHTS!" HGA

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 1. Juli 2019, 07:31

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Homer G Adams
Terraner
Beiträge: 1257
Registriert: 27. Januar 2015, 19:55
Wohnort: Ares City, Mars
Moin Allerseits,

Anbei ein neuer Teil. Noch einige Bemerkungen zu den momentanen Storysequenzen.

Aufgrund der Hitze wird der Teil nur einmal überarbeitet, was lektortechnisch mangelhaft ist und den Stilfluss negativ tangiert. Sorry dafür.

Der militärische Stil ist bewusst gewählt, weil es sich beim USO-Teil um einen ‚PR-Retro-USO-Styl’ handelt. :devil:

Trotzdem viel Spaß beim Lesen von Retro-USO-PR. :lol:

27.Teil

Spoiler:
Ein paar Tage später

Eine Mission des ‚Historischen Korps der USO’ (HKU) in der aus kosmischer Sicht Nähe des gegenwärtigen Standorts von Quinto Center

Es hatte den Anschein, als ob die Ruinen auch diesmal nichts Nennenswertes verbargen. Vor Jahrhunderten mochten hier Menschen oder korrekter ausgedrückt Humanoide gelebt haben. Drei Tage lang hatten einige Gruppen aus Quinto Center unter der Leitung von Major Hazard und seinem Team die Ruinen durchstreift.

Hazard war schon nahe daran aufzugeben, als einer seiner Leute einen versteckten Durchgang in einem Haus entdeckte. Im Gegensatz zu allen anderen Gebäuden standen hier noch die Grundrisse. Und es gab eine Erklärung für die vielen herumliegenden Betonblöcke. Bei diesem konnte man noch deutlich die ungewöhnliche Bauweise der Häuser erkennen. Sie standen auf riesigen Betonpfeilern, auf dessen Spitze eine Plattform gebaut worden war. Auf dieser standen jeweils einige Gebäude. Auch in den Pfeiler schienen Wohnungen eingebaut gewesen zu sein. Der Major schätzte den Durchmesser des Rundbaus auf vierzig und die Höhe auf fünfzig Meter. Die Plattform war noch zu erkennen, auch wenn die Häuser eingefallen waren und die Trümmer sich dabei über die ganze Gegend verstreut hatten.
„Seid vorsichtig, wenn ihr das Gelände betretet“, ermahnte Hazard seine Leute. Er selbst stieg über einige von Pflanzen und Moosen überwucherte Betonblöcke und bemühte sich, nirgends einzubrechen. Einen gebrochenen Fuß wollte er nicht riskieren.

Auch den offensichtlichen Eingangsbereich hatten Pflanzen überwuchert. Geröll und einige auf Anhieb nicht erkennbare Gegenstände blockierten den Einstieg. Hazard und zwei seiner Männer bahnten sich vorsichtig einen Weg durch den nun offenen Raum. Die Decke des ersten und des zweiten Stockes war zuerst eingestürzt, was die vielen, im Raum herumliegenden und mit Moosen und Flechten überwachsende Betonblöcke erklärte. Der Major konnte noch Teile der Stockwerke des Turmes erkennen. Die Treppen waren allerdings regelmäßig eingebrochen, sodass ein Aufstieg auf die Plattform unmöglich war. Auch auf der Plattform selbst konnte man Löcher erkennen, durch die stückweise Häusertrümmer auf den Boden gestürzt waren.

Die drei Menschen sahen sich in dem Haus um, als einer der Männer plötzlich einen Schrei ausstieß. „Major! Kommen Sie schnell hierher! Ich habe einen Durchgang entdeckt.“

Das erregte natürlich die Neugierde des Majors und er ging zu Sergeant Engel hinüber. Die beiden Männer sahen in die Öffnung. Sie war gerade groß genug für einen ausgewachsenen Mann. Eine schmale gefährlich aussehende Treppe führte steil nach unten. Sie führte in Windungen um einen Betonpfeiler herum, sodass das Ende nicht abzusehen war. Anscheinend waren die Turmbauten auch in der Erde noch ausgebaut gewesen.

Hazard holte eine Taschenlampe heraus und schaltete sie ein. Das Licht beleuchtete nur die nächsten Meter. Seine erste Meinung bestätigte sich. Die Stufen waren mit Flechten und Moosen bewachsen und sahen rutschig aus. Es mussten viele Jahre vergangen sein, seit sie der Fuß eines Menschen oder Wesens benutzt hatte.

„Wir gehen erst hinunter, wenn wir Verstärkung haben“, sagte Hazard zu dem Deutschen. „Falls etwas Negatives geschieht, weiß niemand, wo wir uns aufhalten.“
Er aktivierte sein Funkgerät und rief nach Verstärkung.

Schnell eilten weitere Männer und Frauen herbei. Jetzt konnten sie es wagen. Der Major befahl einigen oben zu bleiben, während der Rest Hazard nach unten folgte. Er selbst ging voran. Die Taschenlampen durchbrachen die Dunkelheit nur unzureichend. Doch davon ließen sie sich nicht aufhalten. Vielleicht entdeckten sie endlich etwas Interessantes oder gar eine Liduuri-Anlage.

Zweimal rutschte einer der Spezialisten auf den glitschigen Stufen aus. Sie wurden aber jedes Mal von ihrem Hintermann gehalten. Erleichtert atmeten alle auf, als sie schließlich das Ende der Treppe erreichten und der Gang nun gerade weiterführte. Frische kalte Luft wehte ihnen entgegen. Moose und Flechten bedeckten die feuchten Wände. Irgendwo musste es also noch eine Öffnung ins Freie geben. Vielleicht ein Schacht oder etwas Ähnliches.

Hazard hielt Funkkontakt mit seinen Leuten oben. Die Verbindung wurde zwar schlechter, brach aber niemals ganz zusammen.
Schließlich endete der Gang in einer großen Höhle. Wie vom Donner gerührt blieb Hazard stehen und blickte sich ehrfurchtsvoll um. Die Höhle, eigentlich eine große Halle, war unverkennbar von den Liduuri eingerichtet worden. Überall standen Kybernetiken herum, die wie die in Quinto Center aussahen. Der bedeutendste Fund stand aber ohne jeden Zweifel in der Mitte der Höhle.
„Das ist einer dieser Stühle für die manuelle Drohnensteuerung in Liduuri- Schiffen oder Stationen, Sir“, sagte die blauhäutige Quint-Tech Synthia Kardolan neben ihm. Sie gehörte zum UFP Volk der Ferronen.
„Ja, aber ob die Station noch Drohnen besitzt, ist fraglich. Vielleicht hat er nicht einmal Energie.“
„Sie besitzen doch das L-Gen, Sir. Probieren Sie ihn einfach aus“, bemerkte USO-Spezialist Engel.
„Das ist mir zu gefährlich“, meinte Hazard und winkte ab. „Wer weiß, was ich damit anrichten würde. Laufen Sie zum Tor und informieren Sie Quinto Center, Engel. Am besten soll Kalup seinen Hintern hierher bewegen. Er kann feststellen, ob noch Energie vorhanden ist. Und General Tekener wäre auch nützlich. Von uns allen hat er die meiste Erfahrung mit den Stühlen. Und sucht Cartwright, er ist unser Experte in Liduurisprache.“

Cartwright war das vierte Mitglied von Hazards Team. Er war Archäologe und noch nicht lange in Quinto Center. Da Hazard gerade ein neues Mitglied suchte, hatte er den Archäologen genommen. Cartwright hatte wie er auch schon in einem USO-Team gedient und besaß deshalb auch Kampferfahrung.

So kam es, dass nur zwanzig Stunden später die unterirdische Anlage von Menschen und Angehörigen der UFP-Völker nur so wimmelte. Außer Cartwright und Kalup waren noch Tekener, Ronda und Don Redhorse mitgekommen. Nur Lyra verblieb in Quinto Center. Sie hatte sich krank gefühlt und so hatte Tek sie lieber zu Manoli geschickt. Außerdem war dies kein regulärer Einsatz, sondern nur die Besichtigung einer Anlage, wie Lyra sie sicher schon oft gesehen hatte.
Hazard hatte vorher die Treppe von den Pflanzen säubern lassen, damit man ohne Gefahr nach unten steigen konnte.
„Das ist fantastisch“, schwärmte Doktor Kalup, als er die Anlage sah. Sofort stürmte er zu den Kybernetiken hinüber und begann zu suchen.
Tekener gesellte sich zu ihm. „Was suchst du denn?“
„Den Einschaltknopf natürlich. Vielleicht ist noch Energie vorhanden und wir können hier alles anknipsen.“
„Einschaltknopf! Anknipsen! Das ist gut“, meinte Tek und lächelte ironisch.

Es existierte selbstverständlich kein Einschaltknopf, doch Arno besaß inzwischen genug Wissen und Erfahrung bei solchen Anlagen, dass es nicht allzu lange dauerte, bis die unterirdische Anlage zum Leben erwachte. Tekener setzte sich sofort in den Stuhl, doch noch tat sich nichts. Er besaß das stärkste L-Gen, von allen USO-Mitarbeitern. Auch der Lordadmiral, obwohl er nicht einmal aus diesem Universum stammte, besaß es. Wahrscheinlich lag es an seiner speziellen von ES manipulierten Aura? Immerhin stammte ES ebenfalls von den Memeter ab, bzw.bestand aus deren vergeistigte Substanz. Zumindest von dem größten Teil der Ersten Menschen.

„Keine Energie“, sagte Kalup bedauernd. „Aber das will nichts heißen. Wir haben einfach noch nicht den richtigen Knopf gefunden.“ Tekener verdrehte ergeben die Augen. An die blumige Ausdrucksweise von Professor Doktor Arno Kalup hatte er sich längst gewöhnt.
Zusammen mit weiteren Quint-Techs begann Kalup, die Anlage noch genauer unter die Lupe zu nehmen.
Einer der Wissenschafter fand die Datenbank der Anlage. „Das ist tatsächlich eine Liduurianlage.“
Kalup warf ihm einen befremdenden Blick zu. „Das ist wohl offensichtlich, Dr. Okula. Ich glaube nicht, dass außer den Liduuri noch jemand einen solchen Stuhl baut.“
„Es könnte ja auch sein, dass er woanders gefunden und hier abgestellt wurde“, verteidigte sich Okula, ein junger Wissenschaftler aus Südafrika.
Das konnte zwar stimmen, doch Kalup glaubte nicht daran, denn auch die übrigen Kybernetiken waren liduurische Bauart. Inzwischen nahm er an, dass die Suche hier unten noch etwas dauern würde.
Während Doktor Kalup sich die Kybernetik ansah, studierte Jack Cartwright die Datenbank. Jack freute sich sehr, dass er für die USO arbeiten durfte, nachdem man bei ihm zufällig das Liduuri-Gen gefunden hatte. Theoretisch stammten natürlich sämtliche Humanoiden der Milchstraße von den Memeter/Liduuri ab. Aber fast alle Nachkommen wiesen mehr oder weniger mutierte Gene aus. Nur die Liduuri-Abkömmlinge mit einem hohen Maß an ursprünglichen L-Genen, konnten die Originaltechnik der Liduuri einsetzen.

Jack hatte sich sofort als Quint-Wissenschaftler für die USO beworben. Schließlich gab es für einen Archäologen viel Arbeit in der Lokalen Wolke, wo es noch bewohnte Planeten von Nachkommen und Stützpunkten der Liduuri zuhauf gab. Major Hazard war ihm auf Anhieb sympathisch gewesen und so hatte er sich gerne seinem Team angeschlossen. Engel gehörte schon länger zum Team, während Joane genau wie er noch nicht lange dabei war. So war er diesmal wenigstens nicht alleine der Außenseiter.

Tekener wurde es schließlich langweilig. Er ging nach oben, wo Hazard die Absicherung des Geländes übernommen hatte.
„Alles in Ordnung hier, Major?“, fragte Tekener.
„Ja, alles klar, General.“
„Gut, bleiben Sie weiterhin wachsam. Ich habe ein ungutes Gefühl.“
„Ein ungutes Gefühl? Inwiefern?“
„Ich kann es nicht in Worte fassen. Es ist nur so eine Ahnung, die mich manchmal überkommt. Es hat mir schon oft das Leben gerettet, darauf zu hören. Ich glaube der Lordadmiral nennt es ‚Überlebenspotential’“.
„Dann sollten wir auch diesmal darauf hören, Sir. Ich werde die Wachen verstärken und sie zu noch größerer Wachsamkeit ermahnen“, versprach Hazard.

Hazard dachte nicht daran, über Tekeners Ahnungen zu lachen. Der zweite Mann der USO, der sich noch liebend gern in Missionen persönlich einbrachte, war ein Überlebenskünstler und er war anders als sie alle. Er und der Lordadmiral, deshalb führten sie auch die USO. Zwar trug Hazard selbst das L-Gen in sich, doch bei ihm war es lange nicht so ausgeprägt, wie bei Tekener. Doch das war nicht verwunderlich, denn schließlich hatte sich herausgestellt, dass der General in direkter Linie von den Liduuri auf der Erde abstammte. Hazard fand das fantastisch, auch dass er selbst in direkter Linie liduurische Vorfahren hatte. Ob man das nachforschen konnte? Vielleicht gab es irgendwo in Quinto Center eine Datenbank, doch dann fiel ihm ein, dass die Spur sich im Laufe der Jahrzehntausende verlieren würde. Er beschloss, in einer freien Stunde mit Tekeners Mutter Vanessa darüber zu sprechen.

Der Major vergaß diese Gedanken vorerst. Es galt Wichtigeres zu tun. Hazard gab Tekeners Befehle weiter und kontrollierte persönlich die Wachposten. Er wollte nichts dem Zufall überlassen. Oder durch Nachlässigkeit das Leben eines seiner Untergebenen riskieren.

Bald hatte er das Ende des Ruinenfeldes erreicht. Auch hier drehten einige Spezialisten ihre Runden. Es gab nichts Auffälliges zu berichten. So beschloss der Major umzukehren. Plötzlich fiel ihm ein Blinken am Boden auf. Hazard bückte sich und nahm den kleinen Gegenstand in die Finger. Zuerst wusste er nichts damit anzufangen. Die Sonne hatte darauf geschienen und die Strahlen hatten sich an dem Gegenstand reflektiert. Hazard drehte ihn um und sah einige Schriftzeichen darauf. Liduurische ohne Zweifel. Wahrscheinlich hatte das einer der früheren Bewohner verloren. Doch dann stutzte er. Das kleine Dreieck sah blitzblank aus. Es konnte noch nicht lange hier liegen. Doch es war Jahrhunderte her, als hier die letzten Bewohner gelebt hatten.

Da kam ihm die Erleuchtung. Er wusste nur von einem liduurischen Volk, das hier kurz vorher gewesen sein konnte: Calurier der Condos Vasac. Eventuell auch noch Lyras Volk. Doch wenn der Planet der Tengwar bekannt wäre, hätte das Lyra sicher erwähnt. Und wenn die Condos Vasac dahinter steckte, konnte dies durchaus eine Falle sein.
Hazard aktivierte sein Funkgerät und informierte den General über seinen Fund.
Tekener schien nicht groß überrascht zu sein. „Die ORION ist im Orbit des Planeten erschienen. Sie hat einen weiteren Testflug hinter sich. Ich werde sie informieren, damit sie den Planeten scannen. Sollte sich hier ein Stützpunkt der Condos Vasac verstecken, werden die Sensoren sie finden. Gute Arbeit, Hazard! Bleiben Sie weiterhin so wachsam Major, Tekener, Ende.“
Hazard schaltete zufrieden das Funkpad aus. Wenn die ORION im Orbit war, konnte ja nichts mehr passieren. Er ahnte nicht, wie sehr er sich da irren sollte.

An Bord der ORION

Als die Nachricht hereinkam, dass Major Hazard auf dem letzten Planeten doch etwas Lohnendes gefunden hatte, befand sich die ORION gerade auf einem Testflug. Allan Mercant hatte die Gelegenheit genutzt, sich das Schiff näher anzusehen. T’ Ronin und Lionel Thartin begleiteten ihn. McCall hatte erst auch mitkommen wollen, doch Tyll Leyden, der sich lieber in Quinto Center umsehen wollte, hatte etwas gefunden, bei dem er Sams Hilfe benötigte. So hatte McCall ihren Flug mit der ORION aufgeschoben.
„Wie wäre es, wenn wir mit dem Schiff zu dem Planeten fliegen?“, fragte Mercant.
„Das ist eine gute Idee“, meinte Commander Jeffrey Bond, den Tekener als Kommandanten eingesetzt hatte. Bond war Engländer und hatte sich wegen seinem Nachnamen schon manchen Scherz anhören müssen. Doch Bond war in England ein häufiger Name und zum Glück waren seine Eltern so schlau gewesen, ihm nicht auch noch den Vornamen „James“ zu geben.
Der Commander, ein mittelgroßer schlanker Mann, mit dunkelblonden kurzen Haaren, der gerade seinen vierzigsten Geburtstag gefeiert hatte, war erst seit kurzer Zeit in Quinto Center. Trotzdem hatte er schon Tekeners und Atlans Vertrauen gewonnen, sodass ihm der Lordadmiral die ORION anvertraute. Bond hatte bis vor kurzem noch dem europäischen Raumfahrtprogramm angehört. Dann war das Liduuri Gen bei ihm entdeckt worden, und er war zur UFP-Flotte abkommandiert worden. Zuerst hatte er einen der neuartigen MOSKITO JET an Bord der SOLAR SYSTEM geflogen. Dann ließ er sich auf eigenen Wunsch nach Quinto Center versetzen. Die ORION zu kommandieren war jedoch das Glanzstück in seiner bisherigen Laufbahn.
„Steuermann, nehmen Sie Kurs auf Olandra und zwar mit Höchstgeschwindigkeit“, befahl er.
„Aye, aye, Sir!“, bestätigte der Pilot und gab die entsprechenden Daten aus dem Navigationskybernetik ein.
„Wie lange brauchen wir?“, erkundigte sich Mercant, während er sich in einen der leeren Sessel setze.
„Ungefähr fünf Stunden, Sir“, erwiderte der Erste Pilot.
„Haben Sie Lordadmiral Atlan über unseren Ausflug informiert?“, wandte Mercant sich an Commander Bond.
„Selbstverständlich, Solarmarschall“, antwortete Bond. „Der ehemalige Imperator des Großen Imperiums aus einem parallelen Universum würde sich sonst große Sorgen um uns machen.“
Dem konnte Mercant nur zustimmen. Er hätte es auch nicht gerne, wenn sich seine Leute selbstständig machen würden, ohne ihn vorher darüber zu informieren.

Viel anders als mit der STARDUST II war ein Linearraumflug mit der ORION auch nicht.
Der neue Antrieb, der zur Zeit Dank Professor Arno Kalups Arbeit, zehntausendfache Lichtgeschwindigkeit erreichte, wurde jetzt allgemein als ‚Linearantrieb’ bezeichnet, weil jenes Transportmedium nun auf Anraten von Professor Kalup ‚Linearraum’ genannt wurde. Es lag zwischem dem Einstein- und dem Hyperraum. Wären nicht die nahezu galaxienweiten Hyperstürme gewesen, könnte der neue Antrieb einen ÜL-Faktor von fast einer Million erreichen!

Fünf Stunden später erreichten sie ihr Ziel. Vor ihnen im Raum kreiste ein unscheinbarer Planet. Die Welt besaß nicht sehr viel Wasser, weshalb die vorherrschende Farbe braun war.
„Das Ruinenfeld liegt auf der anderen Seite des Planeten“, informierte sie der Offizier am Navigationspult.
„Fliegen sie hin“, befahl Commander Bond.
Auch auf der anderen Seite war die vorherrschende Farbe Braun. Nur ein kleiner grüner Flecken, der einen riesigen Binnensee umschloss, stach aus der vorherrschenden Farbe hervor. Dort lag ihr Ziel.
„Keine sehr angenehme Umgebung“, meinte Bond. „Wie konnten die Liduuri ausgerechnet hier einen ihrer Stützpunkte bauen? Sie hatten doch reichlich Auswahl und hätten sich einen günstigeren Wohnort aussuchen können.“
„Bei der Besiedlung könnte es hier anders ausgesehen haben. Vielleicht liebten sie auch die Wüste, Commander. Wer kann das schon sagen.“
„Sicher haben Sie Recht, Solarmarschall. Rufen Sie unsere Leute, Funkoffizier“, befahl Bond.
„Sie antworten“, informierte sie der Mann. „General Tekener möchte wissen, warum wir hier sind.“
„Dann erklären Sie dem General, dass wir nur einen Ausflug machen“, meinte Bond grinsend.
Allan D. Mercant lächelte zustimmend. Der Commander gefiel ihm. Er besaß zur rechten Zeit die richtige Portion Humor.
„General Tekener wünscht uns viel Spaß“, sagte der Funkoffizier.
Mercant dachte bei sich, dass es ganz nett wäre, die Leute auf dem Planeten zu besuchen, um sich dabei etwas die Beine zu vertreten und richtige Luft zu atmen. Eine liduurische Fundstätte war immer interessant, auch wenn er das vor Tyll Leyden nie zugeben würde. Er entschied Lionel Thartin und T’ Ronin zu informieren, die ihn begleiten konnten.
Da meldete sich der Kommunikationsoffizier erneut. „General Tekener fragt an, ob wir den Planeten scannen könnten. Er vermutet die Condos Vasac auf dem Planeten.“
„Tun Sie es“, befahl Bond.
„Wie kommt der General darauf?“, wollte Mercant wissen.
„Tekener sagte, dass sie etwas von den Condos Vasac Leuten zwischen den Ruinen gefunden hätten.“ Der Kom-Spezialist zögerte einen Moment, bis er weitersprach. „Und er hätte ein komisches Gefühl.“
„Ein komisches Gefühl?“
Der Kom-Offizier zuckte mit den Schultern. „Ja, Sir, genau das sagte der General.“
„Hm, nun“, meinte Mercant schmunzelnd und rieb sich das Kinn. Er tat es immer wenn er sich amüsierte.
„Man sollte immer auf sein komisches Gefühl hören.“
Es dauerte einige Zeit, bis sie den Planeten gescannt hatten, doch es wurde nichts gefunden.
„Wiederholen Sie die Suche“, befahl Mercant. „Nun habe ich auch ein ungutes Gefühl.“
Commander Bond sagte darauf lieber nichts, doch er wusste, dass beide, der Solarmarschall und auch der General wie der Lordadmiral höchstselbst, Überlebenskünstler waren, auf deren Intuitionen man lieber hören sollte.
„Wiederholen Sie die Suche“, befahl er deshalb.
„Erweitern Sie die Suche auf den kleinen Mond“, sagte Mercant, als sie in Sichtweite des Felsbrockens kamen, der nur halb so groß wie der Erdmond war.
„Nichts zu finden“, meinte der Ortungsoffizier schließlich. „Doch etwas ist seltsam. Auf dem Mond gibt es eine kleine Stelle, die nichts anzeigt.“
„Wie meinen Sie das?“, fragte Bond und zog erstaunt seine linke Augenbraue hoch.
„Es ist, als sei dort überhaupt nichts vorhanden, Sir. Gewissermaßen ein leerer Fleck oder auch ein Loch.“
„Das ist es“, sagte Mercant.
„Wie kommen Sie darauf, Sir?“, wollte Bond neugierig und etwas konsterniert wissen. Das Hören auf Intuitionen ging ihm langsam auf den Keks.
„Ich vermute, dass sie eine Station dort unten haben, die sie mit einem Schirm oder einem Energiefeld schützen“, erklärte Mercant. „McCall könnte Ihnen das besser erklären. Fliegen Sie einfach näher ran, dass wollen wir uns genauer ansehen.“
Die ORION änderte ihren Kurs und flog auf den Mond zu. Nun richteten sich alle Scanner des Schiffes auf die Stelle. Gleich darauf geschahen mehrere Dinge gleichzeitig.
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

Atlan, PR 470

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 5. Juli 2019, 09:04

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Homer G Adams
Terraner
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Moin,

Und ein weiterer Teil.



28.Teil


Spoiler:
Mondbasis
Etwas vorher

In ihrem Versteck auf dem Mond blickte Theresa de Silva gebannt auf ihren Bildschirm. Die Kamera zeigte ihr exakt das, was sie sehen wollte. Die USO-Leute gingen prompt in ihre Falle. Die komplette unterirdische Anlage war von den Agenten und Techs der Condos Vasac aufgestellt worden. Es gab keine wirkliche Station auf dem Planeten. Wer die Ruinen gebaut hatte, wusste auch die Condos Vasac nicht.

Jetzt mussten diese Narren nur noch das Mental-Steuerungsmodul mit Strom versorgen und Tekener sich darauf setzen. Dann würde die Falle zuschnappen.
Doch dann erlebte sie eine Überraschung. Es war nicht Tekener, der sich dem Sessel näherte, sondern ein ihr unbekannter Mann. Bei ihm würde die Falle nicht zuschnappen. Es bestand die Gefahr, dass Tekener nicht auftauchte. Doch zu ihrem Glück schien der USO-Spezialist sich vor dem stuhlähnlichen Steuerungsmodul zu fürchten.

Alles Weitere lief wie geplant. Tekener wurde auf den Planeten geholt, weil er der versierteste aller USO-Spezialisten war, um das Original liduurische Steuermodul zu bedienen. Der Stuhl reagierte auch nur auf Tekeners L-DNA, bei keinem anderen würde sich die Falle aktivieren.

Leider schaffte es dieser Doktor Kalup nicht gleich, das Modul mit Energie zu versorgen. Vielleicht hatten ihre Techs zu gründlich gearbeitet, um es echt aussehen zu lassen. Aber was sie über Kalup gehört hatte, gab ihr die Hoffnung, dass der Wissenschaftler und Spezialist für liduurische und Subraum Technologien es schaffen würde, früher oder später die Energie einzuschalten.

Doch dann geschah etwas, mit dem Theresa nicht gerechnet hatte. Dieses neue liduurische 1500 Meter durchmessende Superschlachtschiff, welche die USO in einem geheimen Hangar auf dem Memeterplanetoiden fanden, tauchte im Sonnensystem auf und die USO-Leute schienen Verdacht zu schöpfen, denn das Raumschiff fing auf einmal an, den ganzen Planeten zu scannen. Natürlich fanden sie nichts, denn ihre Leute hielten sich ja auf dem winzigen Mond auf. Leider unterschätzte de Silva erneut den Einfallsreichtum der USO-Spezialisten, denn sie ließen den Mond nicht unbeachtet.
„Quantenschild für die Kurzentrückung einschalten“, rief sie wütend. „Damit diese leider fähigen USO-Leute uns nicht orten können.“
Nun waren sie erneut sicher vor einer Entdeckung. Es sei den die USO-Techs verfügten selbst über diese Technologie und die Möglichkeiten zur Ortung. Gespannt verfolgte Theresa das Geschehen.
„Sie sind über uns hinweg geflogen ohne uns zu entdecken“, informierte sie ihr Mann an den Ortungsgeräten triumphierend und hielt den Daumen nach oben.
Theresa wollte schon aufatmen, als der Orter-Spezialist rief. „Sie kommen zurück. Anscheinend haben sie doch etwas entdeckt, Kommandantin.“
„Wie ist das möglich? Sie können uns unmöglich geortet haben. Es sei denn die USO-Techs verfügen inzwischen ebenfalls über die Technologie dazu.“
„Das weiß ich auch nicht, Kommandantin.“
„Abwehrmaßnahmen einleiten!“ befahl Theresa. „Wenn sie in Reichweite der Liduuri Drohnen sind, feuert auf sie. Vernichtet das verdammte Schiff und diese verdammten USO-Leute!“
Auch Theresa hatte auf dem Mond zu ihrer Verteidigung einen Stuhl aufbauen lassen. Ihr Volk, die Calurier, besaß noch das technische Wissen, um solche sitzähnliche Steuermodule herzustellen. Zwar hatten sie keine liduurischen Subraumspeicher mehr, doch dafür andere Energiemodule, die ausreichend waren, um den Stuhl zu betreiben. Diese inzwischen sehr seltenen und auch nicht von den Calurier herstellbaren Energiespeicher, bezogen ein riesiges Quantum Energie aus dem energetisch Höherdimensionierten ‚Sub- oder Linearraum’ und speicherten es in dem memetischen Hightech-Aggregat in sogenannten ‚Subraumfeldern’.

Jeder Angehörige der Condos Vasac konnte das Steuermodul bedienen. Schließlich waren sie das, was die Menschen Liduuri nannten. Zumindest besaßen die Calurier noch die Unverfälschtesten Liduuri-Gene, auf das sie sehr stolz waren. Vielleicht zu arrogant, denn die Terraner wurden immer mächtiger. Vor allem seit dieser verdammte Lordadmiral aus einem parallelen Universum die USO gründete und den memetischen Planetoiden Nan Pardah entdeckte. Woher besaß dieser teuflische Fremde die Koordinaten für den verlorenen Planetoiden von der bei den Calurier nur Legenden kursierten? War dieser Atlan da Gonozal der neue Liebling von ES? Immerhin war es Theresa gelungen eine zeitlang seine Libido zu manipulieren, bis er ihr gegenüber immun wurde. Dafür hasste Theresa ihn noch mehr als diesen ungemein gefährlichen Tekener. Der Lordadmiral war für Theresa inzwischen eine Nummer zu groß. Er besaß eine unbegreiflich mächtige und fremdartige Aura, die selbst Liduuri nicht verstanden. Schließlich stammte er aus einem parallelen Universum. Unglaublich dieser Sachverhalt, selbst für Liduuri. Sie dachte inzwischen nur noch hasserfüllt an den regierenden Lordadmiral der USO, welche inzwischen zum Hauptfeind Nummer Eins für die Condos Vasac wurde.

„Sie sind in Reichweite“, sagte Caulee angespannt, der auf dem stuhlähnlichen Mental Steuermodul saß und sich auf das fremde Schiff konzentrierte.
„Dann schick sie zur Hölle!“, befahl Theresa voller Hass.
Caulee konzentrierte sich auf die Drohnen und darauf, das Schiff des Gegners zu treffen. Eine versteckte Luke öffnete sich und die Drohnen verließen den Schacht und steuerten auf die ORION zu.

An Bord der ORION

„L-Drohnen im Anflug auf uns.“
„Schilde hoch!“, rief Commander Bond.
Die ersten Quanten-Torpedos schlugen im Schild ein. Das Schiff wurde durchgeschüttelt, aber die Geschosse, welche bei der Explosion erhebliche hyperdimensionale Energien emittierten, richteten keine Schäden an. Der mächtige dreifach gesicherte Schutzschirm, welcher auch das hyperdimensionale Frequenzband mit einschloss, das Superschlachtschiff hielt. Noch!
„Das Ziel anvisieren und darauf feuern.“
Auch die ORION hatte viele L-Drohnen zur Verteidigung, und die suchten ihr Ziel auf der Mondoberfläche, wo die Basis vermutet wurde. Auf Quinto Center konnten diese Dinger sogar produziert werden. Doch auch beim Ziel wurde kein Schaden angerichtet, weil die Geschosse auf den plötzlich sichtbaren Schild prallten. Dafür gab es um die Basis herum einige Explosionen, die sich in einer Art Kettenreaktion weiter fortsetzten.
„Was ist das?“, fragte Bond irritiert, wegen dieses Phänomens. „Diese Explosionen können wir doch unmöglich mit den paar Drohnen angerichtet haben. Obwohl sie bei ihrer Explosion hyperdimensionale Energien emittieren.“
„Vielleicht haben wir doch die Basis erwischt“, hoffte Mercant.
Inzwischen stürmten T’ Ronin und Lionel Thartin in die Zentrale.
„Sollten wir nicht die Liduuri Kampfgleiter einsetzen?“, fragte Commander Lionel Thartin. Er hasste es, einfach herumstehen zu müssen und nicht helfen zu können.
„Ich glaube nicht, dass die mehr Schaden anrichten können, als die Drohnen“, meinte Mercant leicht verärgert, über die Ungeduld der Spezialisten.
Weitere Explosionen erschütterten die Mondbasis. Diesmal war es sicher, dass es nicht die Drohnen der ORION gewesen waren.
„Dort unten muss sich mehr befinden, als nur die Basis“, vermutete Mercant.
„Sir!“, rief der Ortungsoffizier entsetzt. „Der ganze Mond bricht gleich auseinander! Im ganzen Untergrund setzen sich die Explosionen fort. Ich messe Dutzende unterschiedliche hyperdimensionale Frequenzbänder, welche diese Explosionen freisetzen. Selbst große Tachyonenmengen kann ich registrieren. Sie reichen auch in den terminalen Frequenzbereich hinein. Sie reißen den Mond von innen her auf.“

„Rückzug!“, rief Commander Bond entsetzt über diesen Sachverhalt. „Sonst werden wir in den Untergang mit hineingerissen.“
Auf der Mondoberfläche konnte man nun die ersten Risse erkennen, die sich über den ganzen Felsbrocken mit extremer Geschwindigkeit ausbreiteten. Etwas schien den kleinen Mond von innen zu zerreißen.
„Linear-Antrieb aktivieren! Ein kurzer Warp genügt“, brüllte der Commander.
Der Erste Pilot reagierte automatisch. Die ORION tauchte kurz in den Linearraum ein. Nur ein paar Sekunden später verließ das Schiff den Subraum und materialisierte wieder im normalen Weltraum, aber weit genug von dem Inferno entfernt.

Voraus sah man den Mond, der gerade in einer mächtigen Explosion zerrissen wurde. Trümmerteile trafen auch den Planeten und einige waren groß genug, um die Atmosphäre zu durchdringen. Sie würden auf der Oberfläche großen Schaden anrichten. Eine riesige Schockwelle schoss durch den Weltraum und traf auch den Planeten. Die Welle erreichte sogar die ORION. Diesmal konnten sie nicht schnell genug ausweichen. Eine unsichtbare Hand schien das gewaltige Schiff zu packen und durch den Raum zu schleudern.
Schließlich beruhigte sich die Schlingerbewegung des Raumers wieder.

Einen Augenblick meinte Mercant, seine Sinne seien verwirrt.
„Jemand verletzt?“, rief er kurz danach, noch desorientiert.

Es war kaum zu glauben, aber niemand in der Hauptzentrale schien körperlich ernstlich verletzt worden zu sein. Zwar waren sie ordentlich durchgeschüttelt oder in ihre Gurte gepresst worden, doch das hatte sie auch vor ernsthaften Verletzungen bewahrt.
„Schadensmeldungen!“, bellte Commander Bond mit harter Stimme.
Nacheinander kamen die Meldungen aus allen Schiffsabteilungen herein. Es gab einige Schäden und auch einige Verletzte, doch zum Glück keine Todesfälle. Die Leute auf Deck 4 hatte es am schlimmsten erwischt. Dort gab die schwersten Verletzungen. Trotzdem, alles in allem, war es noch glimpflich ausgegangen.
Doch was war das?
Ein Blick auf den Planeten ließ sie glauben, dass sie träumten.

In der Mondbasis

„Sie feuern auf uns! Die Explosionen verpuffen zwar am Schild, doch einige treffen den Untergrund“, schrie der Tech entsetzt.
„Was ist daran schlimm?“, fragte Theresa de Silva zurück.
„Ich registriere massive Explosionen unter uns. Sie bewegen sich vor allem im hyperdimensionalen Bereich. Ja, auch große Tachyonenmengen kann ich anmessen.“

Theresa de Silva eilte zum Bildschirm, um sich alles anzusehen. Leider irrte sich der Techniker nicht. Etwas war ganz und gar nicht in Ordnung. Obwohl die feindlichen Drohnen keinen Schaden in der Station anrichteten, gab es Sub-Explosionen, die sich wellenartig fortsetzten und sogar größer wurden. Sie wusste außerdem, dass tachyonische Energien vor allem bei Zeitanomalien angemessen wurden. Über diese Thematik wussten selbst die Techs und Wissenschaftler der Condos Vasac noch zu wenig.

„Kommandantin! Im ganzen Untergrund bilden sich Risse. Der Mond wird auseinander gerissen. Das hält auch unser Schild nicht aus, obwohl er mehrdimensionale Energien abweisen kann“.
„Wie ist das denn möglich?“, Theresa überwand ihren Schrecken schnell und überlegte nicht lange. Jede Sekunde konnte Leben kosten. „Den ganzen Stützpunkt räumen. Wir lassen uns in die unterirdische Anlage auf dem Planeten teleportieren.“
„Was ist, wenn der Planet auch betroffen ist? Wenn der Mond explodiert, wird auch der Planet mit einbezogen.“
„Hier sterben wir auf jeden Fall! Also tun Sie, was ich sage!“, pfiff Theresa den Mann wütend an. Der Schwachkopf schien noch nicht das wahre Ausmaß der Gefahr begriffen zu haben. Nur wenig später fanden sich alle Besatzungsmitglieder im Transporterraum eines memetischen Fiktivtransmitters ein.
„Waffen bereithalten. Wenn wir dort so unvermutet auftauchen, wird es zum Kampf kommen.“
Der Techniker stellte den Transporter ein und nacheinander wurden die zwanzig Frauen und Männer hinunter teleportiert. Theresa war bei den Letzten, die gingen. Es wurde auch höchste Zeit. Kaum waren sie weg, brach der Mond auch schon auseinander. Gleich darauf schoss eine Schockwelle durch den Weltraum, was von Theresa und ihren Leuten nur durch einen Moment der Desorientierung registriert wurde. Die Leute der Condos Vasac kamen in der präparierten Kammer heraus. Doch außer vier USO-Leute fanden sie niemanden in der Kammer vor. Eine günstige Voraussetzung, um alles zu übernehmen. Die vier Männer schienen Wissenschaftler zu sein, denn sie waren relativ leicht zu überwältigen. In diesem Moment traf die Schockwelle den Planeten und riss auch die ORION mit sich.

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Auf der Oberfläche sah Tekener entsetzt zu, wie eine ungeheure Schockwelle auf den Planeten zuraste. Diese war sogar bei Tag deutlich zu sehen. Von seinem Standpunkt aus war der explodierende Mond nicht zu erkennen. Die Besatzung der ORION hatte sie aber vor Einschlägen gewarnt. Jetzt war jederzeit mit Meteoriten und Gesteinsbrockeneinschlag zu rechnen. Zum Glück befand sich der Mond auf der anderen Seite des Planeten, sodass sie nur mit den Auswirkungen zu rechnen hatten.
Als die Welle den Planeten erfasste, bebte die Erde und der gepeinigte Planet schüttelte sich, als wenn ein Riese sie in der Hand hin und her rollen würde. Die Erde brach an einigen Stellen auf, bildete Risse und brachte die Ruinen noch mehr zum Einsturz.

Flucht nützte hier nicht mehr viel. Tekener hielt sich einfach an einem Felsen fest und hoffte, die nächsten Minuten zu überleben. Doch der Planet beruhigte sich überraschend schnell wieder. Eine Welle von Übelkeit und Desorientierung erfasste ihn für einen Moment. Doch er war hervorragend geschult. Rasch überwand er dieses merkwürdige Gefühl, als ob sich die Zeit oder seine Realität verschoben hätte.
Tek schüttelte und fasste sich. Erleichtert ließ er den Felsen los und schaltete das Funkmodul seines Multiarmbandes ein. „Tekener an alle! Kann mich jemand hören?“
Nach und nach trafen die Meldungen ein. Es gab viele Verwundete. Von vier Männern und einer Frau fehlte noch eine Rückmeldung. Tekener organisierte sofort eine Suche nach ihnen.
Hazard tauchte mit blutender Stirn neben Tekener auf. „Sir! Sind Sie in Ordnung.“
Tekener probierte alle Muskeln durch. „Erstaunlicherweise ja. Und Sie?“
„Nur ein Kratzer. Ich wurde auf einen Stein geschleudert und verlor kurz die Besinnung. Was ist denn passiert?“
„Keine Ahnung. Aber die Welle kann nicht von Einschlägen verursacht worden sein. Sie kam direkt aus dem Weltraum auf uns zu. Außerdem bewirkte sie im Bewusstsein eine kurze Desorientierung. Alle empfanden das Gleiche. Sehr merkwürdig das Ganze.“
Der General versuchte nun die ORION zu erreichen, die sich zu seiner großen Erleichterung auch meldete.
„General, wie sieht es da unten bei Ihnen aus?“, fragte Commander Bond.
„Wir haben einige Verletzte und fünf Personen werden noch vermisst. Ich habe eine Suche nach ihnen organisiert. Und bei Ihnen?“
„Auf dem Schiff fehlt keiner, aber es gibt auch Verletzte.“
„Das war zu erwarten. Was ist denn genau geschehen? Von den Einschlägen kann das nicht herrühren“, sagte Tekener.
Einen Augenblick herrschte Funkstille, dann meldete sich Bond wieder. „Sie werden es nicht glauben, General, aber wir können keine Einschläge auf dem Planeten feststellen und der Mond ist auch noch da.“
„Wollen Sie mich auf den Arm nehmen, Commander?“, entrüstete sich Tekener.
„Nein, das wohl nicht, Sir. Ich melde mich wieder, sobald wir Näheres wissen. Und lassen Sie die Verwundeten auf unsere Krankenstation mit dem memetischen Fiktivtransmitter teleportieren. Dort kann man ihnen noch am besten helfen.“

Tekener beendete die Komverbindung. Dann gingen sie zurück zu der untergegangenen Station der Liduuri. Doch als diese in Sicht kam, blieben sie wie erstarrt stehen. Die Häuser waren keine Ruinen mehr. Überall ragten die Pilzhäuser, wie Tekener sie insgeheim nannte hoch in den Himmel. Von Verfall war kaum mehr etwas zu sehen.
„Jetzt glaube ich wirklich, dass ich spinne“, meinte Hazard entgeistert. „Was ist hier los?“
Schüsse und das Geschrei von Leuten entbanden Tek von einer Antwort. Tekener und Hazard liefen so schnell sie konnten zu dem höchsten Gebäude hinüber, wo sie im Untergrund die Liduurianlage vermuteten. Einige der Spezialisten folgten ihnen. Auch das Gebäude, mit dem Liduuristuhl war noch intakt.
In Tekener machte sich ein ungeheurer Verdacht breit. Eine Kugel schlug dich neben ihm ein. Blitzschnell warf er sich neben einem der USO- Leuten in Deckung. „Was ist los, Sergeant? Wer schießt hier mit veralteten irdischen Waffen?“
„Wenn ich das nur wüsste, Sir! Die Gebäude tauchten nach dem Erdbeben wie aus dem Nichts auf. Bevor wir uns richtig umsehen konnten, wurden wir vom Eingang aus beschossen.“
„Dann fragen wir einfach mal nach“, meinte Tekener. Laut rief er: „Ich bin USO-General Ronald Tekener! Wer schießt da auf uns?“
Ein Lachen antwortete ihm, dass er nur zu gut kannte. „Theresa de Silva!“
„Ganz richtig, Tekener! Ich schlage vor, du ergibst dich.“
Tek musste unwillkürlich lachen. „Ich glaube nicht, dass du in der Position bist, um das zu verlangen.“
„Ich habe vier Leute von dir in meiner Gewalt. Ich werde sie der Reihe nach umlegen, wenn du dich uns nicht auslieferst.“
„Du bluffst!“
„General, sie lügt nicht!“, hörte Tekener eine entsetzte und hohe Stimme rufen.
„Wer ist das?“, fragte Tekener.
„Das ist Doktor Amaro, einer der Wissenschaftler für die Liduuritechnologie“, sagte Hazard, der die Stimme des Mannes erkannt hatte.
„Wie viele Geiseln kann sie haben?“
„Das mit Vier kann stimmen. Es befanden sich immer Leute von uns unten. Ich wundere mich nur, dass in dem Raum nichts eingestürzt ist.“
„Das können wir leider nicht genau wissen, so lange diese de Silva mit ihren Leuten da unten ist“, meinte Tekener.
„Was wollen Sie nun machen, General?“, erkundigte sich Hazard.
„Ich kann nicht zulassen, dass sie einige meiner Leute umbringt. Ich werde mich für sie austauschen lassen.“
„Das kann nicht Ihr ernst sein, Sir!“, meinte Hazard entsetzt.
„Oh doch! Deshalb übergebe ich Ihnen das Kommando über unsere Leute, solange ich ausfalle. Informieren Sie den Solarmarschall in der ORION über die veränderte Situation. Es wird Ihnen gemeinsam schon etwas einfallen, um mich zu befreien. Wie man unschwer erkennen kann, stimmt etwas ganz und gar nicht. Und wenn meine Vermutung richtig ist, wird de Silva gezwungen sein, mit uns zusammenzuarbeiten.“
„Was vermuten Sie denn, Sir?“
„Dass wir einen Zeitwarp in die Vergangenheit gemacht haben.“
Hazard sah ihn an, als hätte er den Verstand verloren. Doch dann fiel sein Blick auf das Gebäude vor ihm und dem Zustand der anderen ehemaligen Ruinen.
„Sie könnten recht haben, Sir.“
„Was ist nun?“, hörten sie Theresa ärgerlich und wütend rufen. „Die Zeit ist um! In einer Minute erschieße ich diesen Mann hier!“
„General! Bitte!“, hörten sie Amaro voller Angst schreien.
„Schick alle Geiseln hinaus, dann komme ich zu dir!“, rief Tekener zurück.
„Einverstanden!“
Tekener stand langsam auf. Er legte alle Waffen ab. Im Eingang des Gebäudes tauchten drei Leute auf. Theresa de Silva schien die Wahrheit gesagt zu haben. Sie stand hinter der vierten Geisel und hielt dem Mann eine Waffe an den Kopf. Tekener wusste, dass Theresa nicht bluffte. Sie war extrem negativ gestrickt. Ein schlimmes Monstrum von Frau.
„Komm her, Tekener!“, fordert sie auch schon ungeduldig.
„Erst, wenn du die Männer gehen lässt. Wir treffen uns auf halber Höhe“, antwortete Tekener.
„Glaubst du, ich würde dich betrügen?“
„Ja!“
„Schön!“, ihr böses und aggressives Lachen war weithin zu hören. Sicher fühlte sie sich schon als Siegerin. Sie gab dem Mann einen Stoß und der rannte sofort taumelnd los, als wären Tausend Teufel hinter ihm her.
„Halt!“, schrie Theresa ihm hinterher,
Amaro stoppte mitten im Lauf und sah erst Tekener, dann Theresa ängstlich an.
„Sie und die andern, kommen Sie langsam auf mich zu!“, rief Tekener ihnen zu. „Und keine Angst.“
Auch die drei anderen Geiseln gingen nun langsam los. Tekener ebenfalls. Auf halber Höhe trafen sie sich.
„Danke, General“, sagte einer der Männer.
Tekener nickte nur und ging weiter. Im Gebäude wurde er sofort gepackt, an die Wand gedrückt, nach Waffen durchsucht und mit schmerzhaften Schlägen versehen. Schmerzerfült krümmte er sich zusammen, als die Schläger ihn endlich losließen.
Tekener sah die blonde schwarz gekleidete Frau wütend an. „Es wäre besser, wir würden zusammenarbeiten. Ich fürchte nämlich, wir haben ein Problem.“
„Das glaubst nur du. Mit dir als Geisel kommen wir hier raus.“ Sie näherte sich ihm und schlug ihn mit ihrer Rechten so hart in den Bauch, dass er wie ein Sack umfiel. Nur mühsam rappelte er sich mit schmerzenden Gliedern wieder auf und blickte Theresa nun ebenfalls hasserfüllt an. Diese lächelte ihn nur böse an. Tek antwortete Theresa auf ihre vorige Frage mit mühsamer Stimme.
„Und wohin wollt ihr euch dann wenden?“
„Von unserem Stützpunkt aus bekommen wir Verstärkung“, sagte sie mit triumphierender Stimme. „Wir sind zwanzig hier. Glaubt nur nicht, dass wir euch unterlegen sind.“
„Du vergisst wohl die Besatzung der ORION. Außerdem glaube ich kaum, dass du Verstärkung bekommst. Dein Stützpunkt existiert noch nicht“, erklärte Tek immer noch mit mühsamer Stimme.
„Willst du mich für dumm verkaufen, Tekener? Fesselt ihn.“
Während ihm grob Handschellen angelegt wurden, versuchte es Tekener nochmals. „Ist dir an dem Gebäude noch nichts aufgefallen?“
„Was soll mir an einem verfallenen Gebäude auffallen?“, sagte sie ihn vor allem seine Narben seltsam musternd.
„Die Betonung liegt auf Verfallen. Bisher war es eine Ruine und nun steht es noch, auch wenn es verlassen aussieht.“
Theresa wollte erst widersprechen, doch dann stockte sie. Tekener log nicht. Sie war bei der Installierung der Anlage mehrmals hier gewesen, aber da war das Gebäude eine Ruine gewesen. „Was ist das für ein Zauber?“ fragte sie nun doch entsetzt.
„Eine Liduuri, die an Zauberei glaubt?“, Tekener lächelte spöttisch. „Und ich habe keine Ahnung, was geschehen ist. Deshalb ja mein Vorschlag zur Zusammenarbeit.“
„Aber ich vermute, d u hast eine Erklärung?“ fragte sie ihn spöttisch musternd.
„Ja, aber sie wird dir nicht gefallen.“
„Heraus damit!“
„Wir sind in der Vergangenheit gelandet. Ich weiß nicht, wie viele Jahre, aber auf jeden Fall die Zeit, die ein Hochhaus braucht, um in sich zusammenzustürzen.“
Theresa biss sich auf die Lippen. Die abfällige Bemerkung über Tekeners Theorie blieb ihr im Hals stecken. Was, wenn er recht hatte. Sie überlegte. Alles begann damit, dass dieses feindliche Schiff auf sie gefeuert hatte. Zwar hatte es die Basis nicht beschädigt, aber etwas, was sich unbemerkt von ihnen darunter befunden hatte. Der Mond und dieses Etwas wurden vernichtet und …
„Was ist dir aufgefallen?“, fragte Theresa nun doch entsetzt über den neuen Sachverhalt.
Tekener hatte bemerkt, dass seine Worte nicht auf taube Ohren gefallen waren, sondern dass Theresa ernsthaft darüber nachdachte.

„Ich sah eine riesige Schockwelle aus dem Weltraum auf uns zurasen. Dann schüttelte sich die Erde, wir erlitten alle eine kurze Phase der Desorientierung und plötzlich standen die Ruinen wieder. Und nun bist du mit Erklärungen dran.“
„Zuerst einmal seid ihr auf unsere Falle hereingefallen. Wir hätten dich bekommen und wären unentdeckt geblieben, wäre nicht eurer Raumschiff aufgetaucht.“
„Und wie sah die Falle aus?“, fragte Tekener neugierig.
„Diese Anlage unter uns ist gestellt. Wir haben alles, einschließlich des Stuhles, installiert. Das sitzähnliche liduurische Mental-Steuerungsmodul ist auf deine DNA programmiert. Sobald du ihn eingeschaltet hättest, wärst du zu uns auf den Mond teleportiert worden. Leider brauchte euer Dr. Kalup für die Energiezufuhr länger, als erwartet. Aber was kann man von einem Terraner schon anders erwarten“, sagte sie mit spöttischer Stimme.
„Das werde ich ihm unter die Nase binden“, unterbrach Tek sie verspottend.
Theresa sah ihn ärgerlich an, fuhr aber fort. „Das interessiert mich nicht. Leider wurden wir von euch entdeckt und der Beschuss begann. Der Drohnenbeschuss konnte unsere Anlage nicht beschädigen, aber etwas, dass sich verborgen im Monduntergrund befand. Dieses Etwas wurde zerstört und mit ihm der Mond.“
„Vielleicht habt ihr euch geirrt und es gab doch eine liduurische Anlage hier, nur eben auf dem Mond. Eine Forschungseinrichtung oder etwas Ähnliches. Bei ihrer Vernichtung löste sie die Katastrophe aus und schleuderte uns in die Vergangenheit. Die Frage ist nun, wie kommen wir zurück.“
„Das alles ist nur blanke Theorie, Narbengesicht. Versuch ja nicht, uns hereinzulegen. Das würde deinen sofortigen und sehr schmerzhaften Tod bedeuten. Die Betonung liegt auf sehr schmerzhaft“, höhnte die CV-Kommandantin.

„Es nervt mich langsam, dass mir alle immer gleich mit dem Tod drohen.“
Theresa lachte spöttisch. „Dann solltest du vielleicht einmal versuchten, dich nicht immer in Dinge einzumischen, die dich nichts angehen.“
„Das kann ich nicht“, meinte Tekener ehrlich. „Wenn ich etwas sehe, dass mich stört, muss ich eingreifen. Außerdem ist alles, was im interstellaren Raum der Lokalen Wolke geschieht, meine Angelegenheit.“
„Natürlich, der Retter der Armen, der Verfolgten und Hilflosen.“
„Einer muss sich ja schließlich um diese Menschen kümmern. Ihr tut es ja nicht, obwohl ihr die Macht und die Mittel hättet.“
„Was gehen uns diese armseligen Wesen an. Wenn sie sich nicht selbst helfen können, verdienen sie es nicht zu leben und Ressourcen zu verschwenden.“
„Mit dieser Einstellung habt ihr euch aber weit von den Idealen der alten Liduuri entfernt und verdient es nicht ihre Erben zu sein“, meinte Tekener angewidert.

„Genug geredet!“ Theresa gab Tek einen Stoß, den diesen abermals zu Boden schickte. „Wir gehen nach unten und versuchen das stuhlähnliche Steuermodul zu aktivieren. Damit können wir dein Raumschiff vernichten“, sagte sie dem auf dem Boden liegenden mit bösartiger und triumphierender Stimme.
Tekener glaubte sich verhört zu haben. „Du musst komplett den Verstand verloren haben, Theresa und wahrlich ein Monster sein!“ Theresa antwortete nur mit höhnischer Stimme. „Dann fürchte um dein nutzloses Leben, Mensch!“
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Re: Requien für ES

Beitragvon Elena » 5. Juli 2019, 23:27

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Elena
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Oh Mann, eine Wahnsinnige als Gegnerin. Da hast Du Dir aber etwas wirklich Gefährliches ausgedacht, Homer. :o
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 6. Juli 2019, 09:24

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Homer G Adams
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Elena hat geschrieben:Oh Mann, eine Wahnsinnige als Gegnerin. Da hast Du Dir aber etwas wirklich Gefährliches ausgedacht, Homer. :o


Moin Elena,

Nun, dann wird es ja spannend. :D

Aber Theresa deutete ja bereits als ‚Begleiterin’ von Atlan an, dass sie eine Schraube locker hat. :unschuldig:

Mal sehen, wie sie später abserviert wird, das ist noch offen. Vielleicht ein Zweikampf per Dagorschwert mit Atlan. :devil:

Gut, das wenigstens du hier mitmachst. Ist ansonsten echt dröge hier im Thread geworden.

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 6. Juli 2019, 09:27

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Homer G Adams
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Nochmals moin,


Zurzeit schone ich auch meine alten geschundenen Augen. Diese sind in der Tageshelle im Hochsommer auch sehr empfindlich geworden. Was selbst eine Sonnenbrille oder der Spaziergang auf Schattenwegen im Wald nur teilweise korrigiert. :D

Ergo kehre ich jetzt mit voller Macht zu den Hörbüchern der Retro-EA-Silberbände zurück. Diese habe ich jetzt bis Band zehn neu gekauft und möchte sie mir bis einschließlich den EA-Bänden 1-499 besorgen. Mittels Amazon kann man diese auch im Gebrauchtmarkt verbilligt besorgen, um das Rentnerportemonnaie ein wenig zu schonen. :devil:

Habe wieder begonnen ab Hörbuch Nummer Eins zu lesen und siehe da bequem auf der Couch und neben dem leise arbeitenden Kühlaggregat (nein kein arkonidisches sondern ein ferronisches Produkt :devil: ) lässt es sich auch in der schlimmsten Hitze aushalten. Siehe da eine neue Art von Kopfkino über die alte Retro-EA kommt in einem auf.
Der Josef Tratnik ist einfach ein Supervorleser. Wie er Bully oder Tako und später Gucky im Kopf erscheinen lässt, ist einfach große Klasse.

Es ist wahrlich eine neue Sicht die Original-Serie zu erleben. Etwa fehlende Bände, kann man ja immer noch per Kindle nachlesen, weil man sie längst hat.

So werden auch die Augen geschont.

Bis bald.
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Re: Requien für ES

Beitragvon Elena » 6. Juli 2019, 20:58

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Elena
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Tja, so manchem geht es vielleicht auch nicht so gut, um sich hier zu melden.

Aber ich verstehe Dich. Mit Feedback ist es schöner zu schreiben. Und auf Theresas Abgang bin ich jetzt erst recht gespannt.

Gute Besserung Deinen Augen und viel Spaß mit den Hörbüchern! :st:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 7. Juli 2019, 09:10

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Homer G Adams
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Elena hat geschrieben:Tja, so manchem geht es vielleicht auch nicht so gut, um sich hier zu melden.

Aber ich verstehe Dich. Mit Feedback ist es schöner zu schreiben. Und auf Theresas Abgang bin ich jetzt erst recht gespannt.

Gute Besserung Deinen Augen und viel Spaß mit den Hörbüchern! :st:


Moin Elena,

Danke für dein Feedback :rolleyes:. Hoffe dir geht es auch bald wieder besser. Bei uns scheint die Hitze zumindest für eine Zeit wegzusein.

Es gewittert und treibt die Temperaturen in die Bereiche, in die auch etwas ältere Leute damit zurecht kommen.

Mir vorzustellen, dass ich im Hochsommer, wie früher in den geliebten mediterranen Süden in Urlaub zu fahren, treibt mir bereits Schweiß aus den Poren. :-=

Nein, unsere Heimat, die Dörfer, kleineren und mittleren Städte, Wälder, Berge, Hochebenen und Täler sind so herrlich, dass man auch in der Heimat in 'den Urlaub' fahren kann.

Theresia. Noch keine Ahnung, wie die mal abgeht.

Danke wegen den Hörbüchern. Augen schonen, ist auch einfach eine Art von Vorsorge.

Eine neue Sicht die EA-Retros neu zu sehen.

Noch schönen Sonntag.
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 11. Juli 2019, 09:33

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Homer G Adams
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Moin,

Und weiter:

29.Teil

Spoiler:
An Bord der ORION

SolAb Commander Lionel Thartin und SolAb-Agent T’Ronin, beide Mitglieder des SolAb-Kommandos 1 (S-1) wichen ihrem Chef Allan D. Mercant, der sich die ganze Zeit in der Hauptzentrale aufhielt, nicht von der Seite. Hier wurden die hereinkommenden Daten gesammelt und analysiert. Schließlich stand eines fest: Sie befanden sich nicht mehr in der normalen Zeit.
Irgendein Ereignis oder Umstand musste bei der Explosion des Mondes diese tachyonisch- terminale Schockwelle ausgelöst haben. Und die hatte sie einige Jahrhunderte in die Vergangenheit geschleudert. Die Station unter ihnen stand noch, auch wenn sie nicht mehr bewohnt zu sein schien.
„Und was schlagen Sie nun vor, Solarmarschall?“, USO-Commander Bond blickte Mercant gespannt und ein wenig hilflos an.

Es war wie immer. Jeder erwartete von Mercant dass er auf Anhieb eine Lösung fand. Doch er liebte das irgendwie. Wie hatte er es vermisst, wieder wirklich aktiv in das Geschehen eingreifen zu können. Natürlich würde ihm das sein ausgeprägter Selbsterhaltungstrieb und seine Leute nicht auf Dauer erlauben. Doch hin und wieder war es einfach notwendig. Auch dafür, weil er seine Agenten oft in Himmelfahrtskommandos schickte. Allerdings mussten sie jetzt einen Weg zurück nach Hause und in ihre Relativ-Gegenwart finden, da war durchaus ein wenig mehr ‚Action’ drin, als sonst in seinen Kommandostellen oder Spezial-Raumschiffen.

Bevor Mercant etwas sagen konnte, meldete sich der Kommunikationsoffizier: „Wir erhalten eine Nachricht von der Oberfläche des Planeten, Sir. Major Hazard meldet, dass sich General Tekener als Geisel dem hiesigen Condos Vasac Kommando zur Verfügung gestellt hat.“
„Er hat was?“, fragte Mercant entgeistert zurück und seine gute Laune war schlagartig verschwunden. „Tekener, was soll das!“ flüsterte er leise vor sich hin.

„Anscheinend hielten sich in der unterirdischen Anlage einige Leute der calurischen Condos Vasac, also CV-Kommandos, welche Philipp Tyler unterstehen, auf. Sie nahmen vier Wissenschaftler des Historischen USO-Korps problemlos gefangen und drohten damit sie zu töten, wenn General Tekener sich ihnen nicht ausliefert.“

„Also spielt dieser Dummkopf wieder den Helden“, sagte Mercant mehr zu sich selbst, aber Bond schaute ihn seltsam an. „Nun Commander, Helden und Idealisten handeln oft wider der Vernunft. Landen Sie bitte die ORION. Wir sehen, was wir machen können. Die Situation hat sich geändert. Die Leute der Condos Vasac sind genauso in der Zeit gestrandet wie wir. Eine zeitlich begrenzte Zusammenarbeit wird wohl unerlässlich sein“, schlug Mercant nun mit entschlossener Stimme vor. Denn eigentlich konnte er Bond keine Befehle geben, aber der USO- Commander überließ ihm gerne als Solarmarschall der IUFS (Interstellarunion of Free States –Anmerkung Autor: Manchmal vergesse ich die Bezeichnungen einfach. Am besten würden wir bei Solaren Imperium, wie zu Beginn der Serie bleiben. :devil: ) und der SolAb, die Initiative. Urplötzlich erscholl aus der Richtung der Ortungsgeräte ein nervenaufreibendes Ping, Ping, Ping. Alle Köpfe der Zentrale-Besatzung drehten sich genervt in Richtung der Geräte.
„Wir werden ortungstechnisch anvisiert“, meldete der Ortungsoffizier ernst und unwohl im Hauptinteresse der sonstigen Offiziere zu stehen. Die ORION glitt währenddessen weiter in die Atmosphäre ein.
„Was? Von wo aus?“, erkundigte sich Commander Bond ernst.
„Von der Station aus, Sir!“
„Energieschilde hoch, Dichte erhöhen. Schirme dreifach überlappen! Landeanflug fortsetzen. Und dann rufen Sie die verdammte CV!“, befahl Commander Bond wütend und mit Stentorstimme seinen Untergebenen zu.
„Ja, ja… wohl, Sir!“

Die ORION hatte die Atmosphäre inzwischen schon durchdrungen und näherte sich der Oberfläche. Da zischte die erste Drohne auf sie zu, verpuffte aber wirkungslos am Schildsystem. Die alten Liduuri hatten dafür gesorgt, dass sie durch ihre eigenen Waffen nicht auf Anhieb bedroht werden konnten, indem ihre Schilde eine extreme Energiedichte aufwiesen. Ihre Abwehrfrequenzen reichten weit in den Hyper- und Subraumbereich (Linearraumbereich) hinein. So verpufften die ersten Energietorpedos wirkungslos. Nach einigen weiteren vergeblichen Treffern hörte der Beschuss schließlich auf.

„Diese Idioten!“, entfuhr es dem Solarmarschall. „Die CV ändert sich nie.“
„Sie antworten endlich auf unsere Anrufe, nachdem sie erkennen, dass sie gegen die dreifach gestaffelten Energieschirme eines liduurischen Superschlachtschiffs nicht ankommen!“
„Auf den Hauptschirm!“ befahl Commander Bond extrem ungehalten.
„Das hätte ich mir ja denken können“, sagte Mercant seufzend, als er das Gesicht erkannte. „Warum schießen Sie auf uns, Miss de Silva. Haben Sie noch nicht bemerkt, dass wir uns nicht mehr in unserer Zeit befinden?“
„Solarmarschall, Sie?“ Man konnte sehen, dass sie gegenüber Mercant Respekt besaß.
„Tekener sagte so was, aber …“
„Kein aber! Es gibt nur eine Möglichkeit, wenn wir wieder zurück in unsere Relativgegenwart wollen: Zusammenarbeit. Ich schlage einen streng befristeten Waffenstillstand vor. Geben Sie General Tekener umgehend frei, sonst lernen sie mich kennen!“
„Erst, wenn ich mich davon überzeugt habe, dass Sie wirklich die Wahrheit sagen“, erklärte Theresa ungewohnt freundlich. Die Umstände zwangen sie wohl gegen ihre Natur zu handeln und zu kooperieren. Und dies auch noch mit den USO-Leuten oder der Solaren Abwehr, ihren erklärten und gefährlichsten Todfeinden.

„Verdammte Terraner, egal ob von der USO oder der SolAb!“ hörte Mercant Theresas wütende Stimme aus dem Äther, wohl an ihre Leute gerichtet. De Silvas Grimm erfüllte Mercant mit einer großen Genugtuung.

„Dann kommen Sie waffenlos, ich betone o h ne W a f f e n, an Bord. Wir zeigen Ihnen dann alle Daten über die tachyonische Schockwelle. Über den Äther möchte ich diese nicht an sie vermitteln. Wer weiß, wer alles mithört. Wir sind schließlich in einem für uns völlig fremden Terrain. Sie erhalten freies Geleit und meine persönliche Garantie für Ihre Freiheit. Aber wenn wir eine verborgene Waffe finden, dann lernen sie ihre ‚liebsten’ Todfeinde wirklich kennen, Miss de Silva!“, erklärte der Solarmarschall und Chef der SolAb mit einer harten und höhnenden Stimme.

„Ihnen vertraue ich, Solarmarschall“, kam es ein wenig und vor allem völlig unüblich kleinlaut von dem CV-Commander zurück. „Außerdem haben wir noch Tekener und ihn gebe ich erst frei, wenn ich mich davon überzeugt habe, dass Sie die Wahrheit sprechen, Terraner. Und denken Sie daran, ich könnte ihrem Tek immer noch schmerzhafte Verletzungen zufügen, auch eine Sekunde vor unserer Kooperation. Denken Sie daran, Solarmarschall. Keine Tricks!“

Einige Augenblicke herrschte Stille im Äther. Mercant kochte und stand kurz vor der emotionalen verbalen Explosion. Sehr ungewohnt für ihn. Er galt nicht von ungefähr, als harter und emotionsloser Typ. Normalerweise! Dann endlich hörte er:

„Also gut, ich komme an Bord des Schiffes. Übrigens ein netter Name für eine uralte Retro-Science Fikton Serie. Ihr Terraner hattet schon immer eine lebhafte Fantasie und ein Faible für interstellare Realitäten, selbst als die Masse eurer Mitbürger noch glaubten, allein im Universum zu sein“, höhnte Theresa. Allerdings schwang eine Portion von unwillkommenem Respekt gegenüber den terranischen Newcomern in der galaktischen Zivilisation mit.

„Das Monstrum kennt sogar alte terranische Retro-Videoserien!“ stöhnte Mercant in Gedanken. Auch er liebte diese deutsche Serie, die er als Sammler-Videoedition in englischer Sprache von seinem Vater, einem SciFi-Fan, geschenkt bekam. Was hätte er sich darüber gefreut, wenn er es noch mitbekommen hätte, dass sein Sohn einmal den interstellaren Raum real und nicht nur virtuell bereisen würde.

Quinto Center

Lyra lief in schneller Gangart in ihren hohen und weichen roten Lederstiefeln nachdenklich den langen Gang entlang, Sie verließ eben die Krankenstation, wo Chefmediziner Professor Doktor Eric Manoli sie untersucht hatte, weil sie sich schon seit Tagen unwohl fühlte. Tek, der Schuft hatte sie deswegen nicht auf die neue Mission mitgenommen. Doch nun ergaben sich für sie und Ronnie ganz neue Perspektiven. Zwar kam es nicht ganz unerwartet, aber trotzdem musste sie sich erst an den Gedanken gewöhnen.
Ohne es zu wollen, war sie unbewusst nach einem längeren Marsch, inklusive Laufbändern und durch Nutzung von diverser Lifte auf der Viertelebene über dem Habitats-Deck gelandet, den sie und Tek immer besuchten, um alleine zu sein. Die anderen wussten das zwar, doch sie respektierten stillschweigend, dass dies ihr Balkon war, der sich langgezogen über dem Habitatsdeck, als durchsichtiges Band aus einem transparenten Material hinzog.

Von hier aus hatte man einen fantastischen Blick nach unten und über die riesige Habitatszone mit dem Meer und der Landschaft. Unter ihr schlug das Wasser in sanften Wellen an den Strand der Landfläche.
Eine sanfte Brise wehte über das Meer, dessen Größe, von der holografischen Projektion der Anlage zusätzlich generiert, schier unendlich zu sein schien. Die Illusion war so perfekt, dass sie sogar die Düfte von Blumen roch und den salzigen Geschmack des ‚Meeres’ auf ihrer Zunge spürte, obwohl dasselbe nur eine kleine tatsächliche Fläche einnahm. Das Habitat besaß nämlich auch Landschaftsformen, wie leicht bewaldete Parkflächen, Berge, Flüsse und selbst an den Rändern Gebirge. Die Bewohner von Quinto Center vermissten so keine planetaren Gegenden, denn durch die holografischen Erweiterungen der Landschaften, nahmen diese für die getäuschten Sinne, fast planetare Dimensionen an.

Lyra wusste nicht, wie lange sie dort auf dem Promenadenvierteldeck über der Habitatszone auf einer gemütlichen Bank inmitten einer lauschigen Gebüschzone saß und durch das transparente Material direkt unter ihr das Strandleben beobachten konnte.
Eine leise Stimme schreckte sie auf. „Hier bist du also. Ich habe dich schon die ganze Zeit gesucht. Deine Freunde meinten, wenn du sonst nirgends zu finden bist, sollte ich es hier versuchen. Dich per Kom-Modul anzurufen, wollte ich nicht. Wer weiß wer alles mithört.“

Lyra blickte Vanessa nachdenklich an. In ihrem Verhalten entpuppte sie sich wirklich als Ronnies Mutter. Körperlich sah sie ihm so ähnlich, wie Mann und Frau es nur sein konnten. Zumindest bevor Tek, seine Pockennarben bekam. Noch immer war Vanessa eine wunderschöne und äußerst attraktive Frau mit gebildeter und hochkultuereller Ausstrahlung. Wenn Ronald neben ihr stand, hielt man sie eher für seine etwas ältere Schwester, als seine Mutter.

Vanessa war genau wie Lyra, als Terranerin eine Nachkommin der Uralten oder Liduuri und viel älter, als sie aussah. Die calurische (Lyra gehörte zu einem anderen Klan der Calurier mit traditionellen Werten eines anderen Planeten) und nun auch die terranische Biotechnik und Medizin mit ihren Bio-Updates sorgten dafür. So konnte auch eine Terranerin über zweihundert Jahre alt werden und verlangsamt altern. Calurier sogar dreihundert Jahre. Alle sieben Jahre mussten diese Bio-Updates in einer Spezialklinik bei Terraner wiederholt werden. Aber was tat man nicht alles, um verlangsamt zu altern und möglichst lange jung zu bleiben!
„Ja, ich komme immer hier her, wenn ich nachdenken will“, antwortete Lyra.
Vanessa nickte grüblerisch und blickte über das virtuell erweiterte Meer und den Badebetrieb am Strand durch den transparenten Kunststoff auf dem sie standen. „Es ist schön hier. Du musst nachdenken?“
„Ja, aber ich möchte noch nicht darüber reden.“
„Schon gut“, Vanessa warf ihr einen abwägenden Blick zu. „Es hängt mit Ronnie zusammen?“
„Ja, aber wie ich schon sagte …“
„ „… du willst nicht darüber sprechen.“

Ein kleiner Getränke- und Versorgungsautomat schwebte summend heran. Die Frauen tasteten sich ihren geliebten Cappuccino und jede einen süßen Snack der zum Kaffee passte. Die fliegende Maschine, ein Produkt des neuen technokratischen Zeitalters schwebte wieder davon. Für Lyra normal, für Vanessa, welche noch das frühe einundzwanzigste irdische Jahrhundert kannte, war dies noch immer eine besondere Erfahrung. Aber darüber zu sprechen lohnte sich nicht, die Szene hatte Alltagswert, wenn auch außerhalb von Quinto Center durch Nutzung ihrer Pay-Mikromoduls auf ihrem modischen Multiarmband.

Vanessa beschloss, während sie den Cappu schlürften und das süße Stück aßen, das Thema zu wechseln. „Und wie geht es dir sonst?“
Ein durchdringender Blick traf Vanessa. Ahnte sie etwas? Oder hatte Eric etwa geplaudert? Doch das konnte sie sich nicht vorstellen. Manoli war an seine ärztliche Schweigepflicht gebunden.
„Es geht mir gut, danke.“
„Lyra, es tut mir wirklich leid, dass du durch unsere Familie so viel durchmachen musstest. Man wollte dich schließlich umbringen.“
„Das ist doch nicht deine Schuld. Und was eure Familie angeht: meine Familie besteht auch nicht gerade aus Heiligen.“
„Aber niemand in deiner Familie wollte dich umbringen, so wie Philipp, seinen Sohn Tek umbringen lassen wollte, und mich wohl auch.“
„Das nicht, aber gäbe es eure Familie nicht, dann hätte ich auch Ronnie nie kennen gelernt. Aber ich verzeihe ihm nicht so schnell, dass er mich zurückgelassen hat. Sie haben sich schon lange nicht mehr gemeldet, und ich beginne, mir Sorgen zu machen.“
„Das brauchst du nicht. Ich habe mit Lordadmiral Atlan gesprochen. Es ist eine ganz gewöhnliche Routinemission.“
„Das sind sie am Anfang alle, und dann enden sie meist in einer Katastrophe. Oder noch Schlimmeren.“
Vanessa musste lächeln. „Noch Schlimmeres, als eine Katastrophe?“
„Nun ja, du weißt schon, was ich meine.“
„Ja, ich habe schließlich jetzt in meiner neuen Tätigkeit, als geheimdienstliche Beraterin des Lordadmirals, als Spezialistin für die Calurier, alle Missionsberichte gelesen. Doch warum hat Ronald dich nicht mitgenommen?“
„Das ist das, worüber ich nicht sprechen möchte. Noch nicht!“
„Aha! Aber wir könnten trotzdem etwas Nützliches unternehmen und den Spion suchen. Was hältst du davon?“
„Wir beide? Aber das könnte gefährlich werden.“
„Du vergisst wohl, dass ich viele Jahre meinen Mann bespitzelt habe, ohne dass er etwas davon bemerkt hat. Zudem habe ich eine geheimdienstliche Ausbildung. Warum wohl hat mich Atlan zu einer Spezialberaterin über die Calurier gemacht? Zudem war mein Vater ein hohes Tier, damals bei der CIA. Das waren noch Zeiten, die du dir nicht vorstellen kannst. Die terranische Menschheit bekämpfte sich selbst und hielt sich für die einzige Intelligenz im Universum.“ Sie lachte schallend, als Lyra ihr Gesicht verzog, wahrscheinlich über die Dummheit der früheren Terraner.

In diesem Moment aktivierte sich Lyras fingernagelgroßes Kom-Mikromodul auf ihrem Multi-Armband und man rief sie in die Zentrale. Vanessa schloss sich ihr an.

„Wir haben gerade eine Nachricht von der ORION erhalten“, teilte ihnen Atlan mit, als sie die Zentrale erreichten. „Sie besuchen den Planeten, wo das Team 1 des Historischen Korps ist. Und da wurden sie gleich von Tek um Hilfe gebeten.“
„Um Hilfe?“, fragten Vanessa und Lyra fast gleichzeitig. „Was ist denn passiert?“
„Nichts Gefährliches“, beruhigte Atlan die beiden Frauen schnell. „Sie sollen ihnen nur Unterstützung bei einer Suche geben. Hier!“
Vanessa nahm die kleine handliche nur wie ein Smartphone große Kybernetik in die Hand, die Atlan ihr mit einem langen undefinierbaren Blick auf sie reichte und las die Meldung. Anschließend reichte sie das Gerät an Lyra weiter, die die Daten ebenfalls studierte.
„Lyra und ich, wir haben uns übrigens auch nützlich gemacht.“

„So?“ Der biologisch unsterbliche und trotzdem körperlich nur Anfang Vierzig alte Arkonide sah die beiden Frauen neugierig an. Auf Vanessa ruhte der Blick abermals etwas länger. Vanessa und Lyra erstickten fast an seiner mentalen Aura. Wer mochte der Fremde wirklich sein? Vanessa konnte nicht anders, sie blickte immer wieder, wenn es der Lordadmiral nicht zu bemerken schien oder vorgab es nicht zu sehen, den mysteriösen Arkoniden kurz an. Seine Libidoausstrahlung war ebenfalls beachtlich. Nur wenige Frauen konnten ihm widerstehen. Ob sie dazu gehörte, konnte sie noch nicht definitiv für sich klären.

„Ja, wir haben nach dem Spion auf der STARDUST II gesucht und wissen auch schon, wer es ist“, sagte Vanessa mit einem verschmitzten Lächeln.
Überraschst blickte Lyra Vanessa kurz an, doch sie sagte nichts.

„Sie wissen, wer es ist?“ Wieder der wissende leicht spöttische Blick des Unsterblichen, der Vanessa durch und durch ging. Sie musste etwas Abstand von ihrem neuen Chef wahren. Er suchte, seit sie in Quinto Center weilte, sehr oft ihren Rat. Auch in Restaurants. Atlan war wie sie ein Feinschmecker und besaß eine hohe kulturelle Lebensart, ebenso wie seine neue Beraterin bezüglich des Volkes der Calurier, die einst heimlich unter den irdischen Menschen lebten und sie vor der Allianz der Nichthumanoiden beschützte. Bis eine kleine Minderheit der Calurier zum Feind, in Gestalt der Condos Vasac überlief. Die CV trat die Nachfolge der Goldenen, der Führer der offiziell aufgelösten Allianz an. In der CV organisierten sich jetzt alle Feinde der Liduuri-Nachkommen, die es nicht akzeptierten, dass plötzlich Frieden zwischen den ehemaligen feindlichen Lagern herrschen sollte.

Vanessa dachte weiter nach. Noch war ihr Verhältnis zu dem Lordadmiral nicht mehr, als höchstens gute Gespräche bei einem vorzüglichen Essen. Was würde Tek tun, wenn es mehr werden würde? Vanessa straffte sich innerlich. Nein, unmöglich! Sie stellte sich wieder der Realität. Ihre Überlegungen mochten nur ein paar Sekunden gedauert haben.

„Nun ja, sagen wir so, wir haben eine Ahnung und müssen es nur noch beweisen.“
„Wer?“
„Ich werde keine Verdächtigungen in den Raum werfen, ohne es beweisen zu können“, sagte Vanessa so laut, dass es alle in der Zentrale hören konnten.

Ein leichtes Lächeln überzog Lyras Gesicht. Sie ahnte, was Vanessa vorhatte. In kürzester Zeit würde das Gerücht die Runde machen, dass der Spion der mysteriösen und attraktiven Spezialberaterin des Lordadmirals bekannt wäre.
„Vanessa, was Sie und Lyra da machen, ist sehr gefährlich. Sie sollten es uns mitteilen“, sagte Atlan.
„Nein, Herr Lordadmiral, noch nicht. Erst müssen Lyra und ich noch etwas überprüfen, und dann werden wir es öffentlich machen“, Vanessa nahm Lyra am Arm. „Komm, mein Kind, wir haben noch viel Arbeit vor uns.“ Vanessa spürte es, wie ihr Atlan nachstarrte. Es war mehr als berufliche Neugier und sie spürte es in jeder Faser ihres sehr weiblichen Körpers.
„Verflucht!“ dachte sie. „Das fehlte mir noch.“
Im Flur flüsterte Lyra ihr augenzwinkernd zu. „Hast du bemerkt, dass dir der Lordadmiral nachschaute, und wie!“
„Kein Wort mehr, Lyra!“ Diese lächelte nur.
„Nun gut, das ist deine Sache. Du bist erwachsen.“ Vanessa blickte die Jüngere etwas verärgert an, während Lyra fortfuhr:
„Unser Vorgehen gegen den Spion wird aber sehr gefährlich. Der Spion wird uns verfolgen und versuchen uns daran zu hindern, ihn zu verraten. Er wird uns töten wollen.“
„Darauf hoffe ich, und dabei werden wir ihn entlarven.“
„Ich glaube jetzt zu wissen, woher Ronnie seine Waghalsigkeit hat“, meinte Lyra kopfschüttelnd. „Aber ich bin dabei. Doch wir sollten Han einweihen. Er war nicht an Bord der STARDUST II, also kann er nicht der Spion sein.“
„Hoffen wir es. Han verfolgt mich sowieso auf Schritt und Tritt, seit Tek ihm aufgetragen hat, auf mich aufzupassen.“
Lyra sah sich unauffällig um und sah Han in der Tat in einiger Entfernung stehen. Darauf hatte sie gar nicht geachtet. Sie winkte ihn heran, und die Drei entwickelten ihren gefährlichen Plan.

An Bord der ORION

CV-Commander Theresa de Silva hatte sich alle Daten sehr genau angesehen, und kam zu dem Schluss, dass sie nicht angelogen wurde. Sie waren tatsächlich in der Vergangenheit gestrandet. Und wenn sie wieder zurück in ihre Relativgegenwart wollte, musste sie wohl oder übel mit dem verhassten Todfeind eine gewisse Zeit zusammenarbeiten.

Solarmarschall Mercant hatte sein Wort gehalten, und sie wieder unbehelligt von Bord gehen lassen. Widerstrebend gab sie den Befehl, Tekener unbeschädigt frei zu lassen. Nun, für den Anfang wenigstens. Sobald sie wieder in ihrer Zeit weilten, wollte sie sich Tekener erneut vorknöpfen. Und dann half ihm nicht einmal mehr eine solche tachyonische Schockwelle wie vorhin.

Zusammen mit Tekener und drei ihrer Leute ließ sie sich auf den Planeten via Fiktivtransmitter, teleportieren. In den terranischen SciFi-Medien, war dieser Vorgang vorweggenommen worden. Sie nannten es im 20. irdischen Jahrhundert ‚Beamen’. Erstaunlich diese Fantasie von irdischen Schriftstellern.

Auf dem Planeten warteten schon der Solarmarschall, Lionel Thartin, T’ Ronin und einige USO-Spezialisten auf sie.
„Und wie soll es nun weiter gehen?“, fragte Theresa und blickte ihre Feinde an, mit denen sie jetzt notgedrungen vorerst zusammenarbeiten musste.
„Wir bilden zwei Gruppen“, antwortete Mercant.
„Lassen Sie mich raten, Sir! Eine erforscht die wiedererstandene Stadt und die andere sieht nach, ob es auf dem Mond schon diese geheime Forschungsstation gibt“, sagte Tekener, der Theresa nun wie er meinte, heimlich hasserfüllt musterte. Aber er hielt sich zurück. Noch!

Mercant blickte ihn spöttisch an. „Sehr scharfsinnig, General. Von der ORION aus, ist schon eine Gruppe zum Mond gestartet. Wir untersuchen die Stadt mit den pilzförmigen Hochhäusern. Sie sieht verlassen aus, aber vielleicht gibt es noch Bewohner im Untergrund. Es muss doch einen Grund gegeben haben, warum die Stadt aufgegeben wurde. Es sieht nicht so aus, als ob ein Angriff stattgefunden hätte. Die Gebäude sind alle unversehrt.“

Rasch wurden zwei Gruppen gebildet, die sich daran machten, die Gebäude zu untersuchen. SolAb-1 unter Commander Thartin (S-1) führte die erste und Tekener die zweite reine USO Gruppe an.

Mercant hatte sich Tekener angeschlossen. Tek hegte den Verdacht, dass der Solarmarschall ihn heimlich prüfen wollte. De Silva und ihre drei Leute folgten Teks Gruppe. Theresa dachte sicherlich nicht daran, ihre mutmaßliche Beute aus den Augen zu lassen.

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Als Teks Gruppe auf das erste Pilzhochhaus zuging, bemerkte niemand die Gestalt, die alles beobachtet hatte und nun das Versteck verließ. Fremde waren aufgetaucht, die eine Gefahr bedeuten konnten. Vielleicht auch der alte Feind, der nun versuchte zu beenden, was er vor Jahrzehnten nicht geschafft hatte. Das Wesen eilte zu einem im Boden verborgenen Eingang, um die Gemeinschaft zu warnen.

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Tekener blieb unter dem Pfeiler des Pilzes stehen und blickte hinauf. In schwindelnder Höhe verbreitete sich das Gebäude und bildete so die ungewöhnliche Pilzform. Aber auch der Pfeiler wies immer wieder Fenster auf, die bezeugten, dass auch in der Säule Wohnungen lagen. Einige Fensterscheiben waren zerbrochen, andere machten einen unbeschädigten Eindruck.
Es gab einige Eingänge, wovon die meisten noch fest verschlossen waren. Das Material konnte er nicht defininieren. Es schien sehr widerstandsfähig zu sein.
Einer von Theresas Männern hatte sich etwas von ihnen entfernt und kam nun auf sie zugelaufen. „General, auf der anderen Seite gibt es einen beschädigten Eingang. Dort könnten wir das Gebäude betreten.“
Tek blickte den Mann scharf an. „Cain, nicht wahr?“
Der CV-Mann nickte irritiert, weil der Befehlshaber der Todfeinde, seinen Namen kannte.
„Schön, führen Sie uns hin“, meinte Ronald Tekener freundlich.
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Mercant hatte mit Absicht Tek das Kommando überlassen. Vielleicht ahnte der General den Grund, denn er hatte sich ihm angeschlossen, um ihn zu prüfen. Bisher hatte er meist sehr gute Beurteilungen des ehemaligen Agenten von Homeland Security gelesen, auch wenn er manchmal die Tendenz hatte, Befehle zu ignorieren und eigenwillig zu handeln. Tek war eine Zeitlang der beste Mann des legendären und leider getöteten Niko Quinto, des Chefs der MarSec, des marsianischen Geheimdienstes, gewesen.

Nun bot sich Mercant die Möglichkeit, Tekener in Aktion zu erleben, und das wollte Allan sich nicht entgehen lassen. Er ahnte wieso der unsterbliche Arkonide und Gründer der USO, Atlan da Gonozal, den ehemaligen Star-Agenten von Homeland und MarSec zu seiner Nummer Zwei machte und ihm zu einem USO-General beförderte.

Atlan selbst war Mercant immer noch etwas suspekt, auch weil er angeblich aus einem parallelen Universum stammte. Allans Vater, der SF-Fan hätte es ihm geglaubt, Mercant selbst, der jetzt in einer ‚SF-Realität’ lebte hatte damit seine Probleme. Sie waren alle trotz ihrer Qualitäten einfach überfordert. Die galaktische Realität erlebten sie wie staunende Kinder, welche in einer Wunderwelt spielten. Selbst die führenden Terraner hatten Probleme damit, obwohl sie es sich nie ihrer Umwelt eingestehen würden. Ergo würde der misstrauische Geheimdienstler Mercant alle seine beiden Augen auf den Geheimnisvollen aus einem parallelen Universum ausrichten und ihm genau auf die Finger sehen. Da war er mit Adams, Bully und Perry Rhodan d’accord. ‚Ihr’ Atlan war ja im Endkampf mit Andros umgekommen. Jetzt mussten sie sich mit diesem Anderen Atlan herumplagen, der eine weit stärkere mentale Ausstrahlung besaß. Adams sagte ihm einmal, er wäre ein ‚Ritter der Tiefe’, was immer das sein mochte. Sein Vater, der SF-Fan und auch er Allan, kannten nur die virtuellen Jedi-Ritter. ( :devil: )

Der CV-Mann Cain führte sie um das Gebäude herum. Auf der anderen Seite lag der beschädigte Eingang. Die Tür war zur Hälfte zerstört worden. Und nun bemerkten sie zum ersten Mal die Spuren eines Kampfes. Eine große Hitze hatte die Torhälfte regelrecht verdampft. Die Brandspuren konnten sie an den Rändern noch deutlich erkennen.

Tekener befahl seiner Gruppe den Eingang zu sichern, und ging zusammen mit den ersten Leuten hinein. Hinter dem Tor befand sich eine große leere Halle. Was auch immer hier einmal gestanden hatte, schien komplett weggebracht worden zu sein.

Auch an den Wänden sah man noch die Spuren eines Kampfes. Am anderen Ende gab es einen Treppenaufgang, und daneben ein Loch in der Wand. Die Treppe war blockiert. Hier konnten sie nicht nach oben.
Tek warf einen Blick in das Loch. Dahinter befand sich ein leerer Schacht.
„Ein Aufzugschacht“, Mercant war neben Tek getreten und hatte ebenfalls einen Blick in das Loch geworfen.
„Ja, Sir! Wir können nun entweder nach oben oder nach unten klettern.“
„Was schlagen Sie vor?“
„Nach unten! Wenn es noch Bewohner gibt, haben sie sich garantiert nach unten zurückgezogen. Oben wären sie zu angreifbar. Und wer weiß, was sich alles im Untergrund befindet. Vielleicht gibt es komplette Bunkeranlagen. Ich denke da an das Volk der G’nome, die ebenfalls größtenteils unter der Erde leben.“

Mercant nickte zustimmend und dachte an deren steinernen Städte im Untergrund ihrer Heimatwelt. Ganz im Sinne der zwergischen Städte im Herrn der Ringe oder in dem Videogame World of Warcraft. Er hätte sich ebenfalls so entschieden. „Und wie kommen wir hinein?“
Tek beugte sich nochmals nach vorne. Der Schacht war vollkommen leer, sowohl nach oben als auch nach unten. Eine Leiter gab es auch nicht.
„Wir besorgen uns Seile und klettern hinunter.“
Als nächstes holte Tekener einen Konzentratriegel aus seiner Tasche und warf ihn hinein. „Kalup würde das als Verschwendung bezeichnen“, meinte er grinsend, als sie den Riegel mit einem hohen Schokoladegehalt nur Sekunden später aufschlagen hörten. Kalup liebte Schokolade, deshalb wohl auch seine etwas korpulente Figur.
„Das kann nicht tief sein“, meinte Ronda.
Die Seile waren schnell herbeigeschafft und sicher oben festgebunden. Außerdem wurde die S-1 über den Fund informiert.

„Ich gehe als erster hinunter“, sagte der junge USO-Spezialist Don Redhorse. Don Redhorse war Mescalero vom Mars und besaß als Häuptlingssohn einen Apachennamen: Sakende.

Er war ein persönlicher Freund Atlans aus der Zeit dessen Marsabenteuer und war zur USO übergewechselt. Erst vor kurzem hatte er seine Ausbildung in einer terminalen Zone auf dem Ausbildungsdeck von Quinto Center abgeschlossen. Dort verging die Zeit einhundertmal schneller, sodass die USO-Spezialisten dort ein mehrjähriges Training in nur einem knappen Monat Standardzeit abschlossen. Auf dem Ausbildungsdeck, das USTRAC genannt wurde, es verlief über die gesamte Fläche des Planetoiden stand auch ein Physitron. Jeder der es ausbildungsmäßig zum Ausbildungsdeck schaffte, erhielt zuerst einmal eine Zelldusche, um die etwa sieben Ausbildungsjahre auf USTRAC ohne Verlust von Standardzeit, zu absolvieren. Jeder voll ausgebildete USO-Spezialist erhielt deshalb noch ein Zeitverlängerungsgeschenk von 55 Jahren. Falls er sich in seiner tätigen Zeit als USO-Agent bewährte, erhielt er weitere Zellduschen. Dies war ein unglaubliches Argument, um als USO-Spezialist möglichst erfolgreich zu sein.

Niemand hatte etwas dagegen einzuwenden und so sicherten sie oben Don Redhorses Kletterpartie ab. Das Seil war lang genug. Niemand vertraute im Zeitalter der galaxienweiten Hyperstürme, einer abgespeckten Version eines manuellen Antigravantriebs als Rückenpack. Außerdem liebten viele Terraner immer noch das prähypertechnische Zeitalter, ohne Supertechnik. Vor allem die abenteuerlichen Typen, Frauen wie Männer, das spielte keine Rolle. Man konnte ihnen auch den Hang zum Survival nicht absprechen. Es gehörte auf USTRAC zu einem sehr wichtigen Ausbildungsinhalt. USO-Spezialisten mussten in fast jeder Umwelt überleben können.

„Ich bin unten“, rief Don Redhorse bald darauf hinauf. „Es müssen etwa dreißig Meter sein.“
Die ORION und auch die anderen Gruppen waren informiert worden, dass sie sich in den Untergrund begaben. Schließlich wusste man nicht, ob der Funkverkehr nicht zusammenbrach, wenn sie tiefer gingen.
Tekener kletterte als nächster hinunter. Nacheinander kamen die anderen herab. Zwei Soldaten blieben zu ihrer Sicherheit oben.
Don Redhorse und Ronda hatten sich inzwischen schon auf Erkundigung begeben. Was sie sahen, erstaunte sie immer mehr. Es gab nicht nur ein Tunnel sondern unzählige davon. Eine Abzweigung folgte der nächsten. Ein wahres subplanetares Labyrinth tat sich vor ihnen auf.
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 14. Juli 2019, 09:19

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Homer G Adams
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Moin,

Memory an reale Mondfahrt:

Am 16.7.1969 um 13.32 Weltzeit startete die Trägerrakete Saturn V von dem Startrampe 39 A des damaligen Cape Canaveral zur Apollo 11 Mission.
Werner von Braun hat die Saturn V entwickelt. Die erste Stufe beschleunigt 3 Minuten aud 9946 km/h

76 Stunden nach dem Start erreicht das Kommando und Servicemodul eine Mondumlaufbahn.

102 Stunden und 45 Minuten nach dem Start der Saturn V setzt die Landefähre auf dem Mond auf.

Armstrong und Aldrin bleiben 21 Stunden und 36 Minuten auf dem Mond. Dort entdecken sie allerdings keine AETRON.

Wir Jungen saßen damals stundenlang vor dem Schirm und fieberten mit.

Das PR-Universum spielt bekanntlich in einem Paralleluniversum. Rhodan trifft die Arkoniden auch erst zwei Jahre später. B-) :devil:

PS: Auf irgendeinem Kanal läuft in den nächsten Tagen eine Doku über die damalige Zeit vor 50 Jahren.
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Re: Requien für ES

Beitragvon Elena » 14. Juli 2019, 20:51

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Elena
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Tja, in unserem realen Leben hats leider keine Arkoniden gegeben. ;)
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 14. Juli 2019, 21:15

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Homer G Adams
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Elena hat geschrieben:Tja, in unserem realen Leben hats leider keine Arkoniden gegeben. ;)


Stimmt leider. Noch ein TV-Tipp: ' Aufbruch zum Mond'. So. 21.7. Sky Cinema um 20.15

oder ab heute in Eventkinos.

Macht es Gut.
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Re: Requien für ES

Beitragvon Elena » 14. Juli 2019, 21:33

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Danke, mach's besser! :st:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 16. Juli 2019, 11:36

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Homer G Adams
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Homer G Adams hat geschrieben:
Elena hat geschrieben:Tja, in unserem realen Leben hats leider keine Arkoniden gegeben. ;)


Stimmt leider. Noch ein TV-Tipp: ' Aufbruch zum Mond'. So. 21.7. Sky Cinema um 20.15

oder ab heute in Eventkinos.

Macht es Gut.


Ein weiterer TV-Tipp zur realen Mondlandung Heute Abend Arte 20.15
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 16. Juli 2019, 12:10

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Homer G Adams
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So, habe jetzt alle Hörbucher der Dritten Macht inklusive ‚Atlan’ akustisch genossen.

Dem Sprecher Tratnik gelingt es wirklich wunderbar, die Charaktere der Serie mit der Aussprache zu treffen.

Rhodan wird als kalter taktisch vorgehender Machtmensch geschildert, der trotz Allem versuchte die Gewalt einzudämmen und am liebsten verhandeln möchte.

Was mir schon als Teenager in den Sechsziger Jahren nicht gefiel, war dass alle Springervölker als erbarmungsvolle Feinde der Terraner geschildert wurden.

Das machte man in der Neo-Serie viel besser.

Na ja, die 60er Jahre PR-Serie waren halt ein ‚Kind des kalten Krieges’, der uns damals alle sehr belastete.

Als Atlan in Band 50 auftauchte, war das wie ein Paukenschlag. Die Leserzahlen schnellten weiter sprunghaft nach oben.

Sagenhaft waren die beiden Zweikämpfe von Rhodan und Atlan auf Hellgate und im Museum auf der Venus.
Von der Logik her völlig unnötig, denn Atlan war ja ein Freund der Menschheit und 10.000 Jahre ihr kosmischer Wächter. Ihn belastete sein verdammter arkonidischer Stolz, wie übrigens auch den Logiker Rhodan, seltsamerweise.

Allerdings schätze ich wusste KHS selbst damals nicht so genau, welche Karriere seine Figur noch machen würde. Er schilderte Atlan als ‚Admiral’. Wir Leser und ‚Atlanisten’ kennen ja inzwischen seine vielschichtigen Facetten. :lol:

Als Scheer und Darlton die Serie 1961 auf dem Irschenberg in Bayern aus der Taufe hoben, hatte Scheer bereits in der zweiten Hälfte der 50er Jahr einige seiner ZBV –Romane geschrieben und die beiden Gründerväter versuchten auch den Autor der Sun-Koh-Serie mit ins Rhodan-Boot zu holen, was nicht klappte.

Darlton/Ernsting hatte damals schon Ideen von einer ‚Ersten Menschheit’. Diese Ideen führten sicherlich zu den Lemurern.

Atlan wird wohl eine Mischung aus dem Atlanter Sun Koh, Winnetou und Old Shatterhand sein. :devil:

Sie konnten beide damals 1961/62, als die Atlanfigur in ihren Köpfen entstand, nicht vorhersehen, wie sich ‚Atlan’ in der Serie entwickelte.

Als ich 1966 mit der EA begann und die Serie in der Erst- und Zweitauflage parallel las, war Atlan natürlich längst ein fester Bestandteil der Serie. Da ich 1962 noch zu jung für Perry Rhodan war (damals las ich die ‚Heftle’ von Nick dem Weltraumfahrer),
konnte ich leider den ‚Knalleffekt mit der Atlan die Serie betrat nicht direkt miterleben. Schade!

Nun, denn wir werden weiter unseren Spaß mit unseren ‚Helden’ haben.

In diesem Sinne

Ad Astra

PS Kommentare von Alt-Lesern, welche die damalige Zeit erlebten sind erwünscht. :unschuldig:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Elena » 16. Juli 2019, 20:53

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Über die alte Zeit weiß ich gar nicht so viel, bin erst später dazu gestoßen. ;)
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 16. Juli 2019, 22:00

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Elena hat geschrieben:Über die alte Zeit weiß ich gar nicht so viel, bin erst später dazu gestoßen. ;)


Schade, gerade läuft eine Doku auf Arte. sehr, sehr interessant.

Ich erlebte dies ja auch nur als Kind mit. Die ganze Komplexität konnte mein Jahrgang damals noch nicht begreifen. Jetzt im Nachhinein ist mir klar, dass das Jahr 1961 entscheidend für das Mondprogramm von Kennedy war, als Gagarin als erster Mensch in den Suborbit flog. Er wollte den Vorsprung der Russen gegenüber den Amis spätestens 1968 einholen.

KHS vor allem war sicherlich ernsthaft beeindruckt von dem Wagnis der Raumfahrt. Das 1961 auch PR gestartet wurde war sicherlich kein Zufall. Der Fortschrittsglauben war damals einfach unvorstellbar und heute nicht mehr nachvollziehbar.
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Re: Requien für ES

Beitragvon Elena » 16. Juli 2019, 23:30

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Ich bin 1961 geboren, da konnte ich noch gar nichts von der Mondlandung mitbekommen. :lol:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 17. Juli 2019, 13:24

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Elena hat geschrieben:Ich bin 1961 geboren, da konnte ich noch gar nichts von der Mondlandung mitbekommen. :lol:


Ja, damals war ich bereits 8 Jahre alt und konnte bereits lesen. Comics ala Nick den Weltraumfahrer, Tibor, Sigurd und Falk. :lol:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 17. Juli 2019, 13:28

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Homer G Adams
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Ein kurzes Resümee über eine mythische 57 jährige Abenteurergeschichte :devil:

Heute möchte ich Euch in Kürze von einer fast unendlichen Geschichte erzählen.

Stellt Euch vor, dass vor etwa 10.000 Jahre ein sagenhafter Kleinkontinent mit einem Großteil seiner bereits höher entwickelten Bewohner unterging.

Nur noch Legenden und Mythen berichten heutzutage davon.

Aber Nein. Nicht alle Bewohner gingen unter. Der relativ unsterbliche ‚Prinz’ eines großen Sternenreiches und Beherrscher der Insel überlebte in einem submaritimen Kuppelstützpunkt. In der Folge wurde er der Beschützer einer noch jungen Menschheit und wollte sie zu den Sternen führen.

Man nannte ihn auch den ‚Einsamen der Zeit’.

Sicher förderte er die Menschheit nicht ganz selbstlos, denn er wollte ja zurück in seine Sternenheimat.

Und dann schlug das Schicksal wieder zu.

Just zu dem Zeitpunkt, als Perry Rhodan und Co zu den Sternen vordrangen, schlief er wieder in seiner Kuppel einen langen todesähnlichen Tiefschlaf.

Als er neunundsechzig Jahre später wieder erwachte, fand er keine atomar verseuchte Erde vor, wie er befürchtete, sondern ein kleines Sternenreich.

Fortan wurde er den Menschen bewusst ein großer Beschützer seiner geliebten Barbaren.

Ja, wenn das nicht ein Stoff für Legenden und Mythen ist, dann weiß ich nicht mehr weiter.

Ein Stoff für nahezu unendliche Abenteuer und Lese- oder Hörgenuss für unendliche Stunden.

:st: :st:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 17. Juli 2019, 14:31

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Homer G Adams
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Homer G Adams hat geschrieben:Ein kurzes Resümee über eine mythische 57 jährige Abenteurergeschichte :devil:
Spoiler:
[Spoiler]und 50 Jahre Atlan-Serie :rolleyes:
[/Spoiler]
Heute möchte ich Euch in Kürze von einer fast unendlichen Geschichte erzählen.

Stellt Euch vor, dass vor etwa 10.000 Jahre ein sagenhafter Kleinkontinent mit einem Großteil seiner bereits höher entwickelten Bewohner unterging.

Nur noch Legenden und Mythen berichten heutzutage davon.

Aber Nein. Nicht alle Bewohner gingen unter. Der relativ unsterbliche ‚Prinz’ eines großen Sternenreiches und Beherrscher der Insel überlebte in einem submaritimen Kuppelstützpunkt. In der Folge wurde er der Beschützer einer noch jungen Menschheit und wollte sie zu den Sternen führen.

Man nannte ihn auch den ‚Einsamen der Zeit’.

Sicher förderte er die Menschheit nicht ganz selbstlos, denn er wollte ja zurück in seine Sternenheimat.

Und dann schlug das Schicksal wieder zu.

Just zu dem Zeitpunkt, als Perry Rhodan und Co zu den Sternen vordrangen, schlief er wieder in seiner Kuppel einen langen todesähnlichen Tiefschlaf.

Als er neunundsechzig Jahre später wieder erwachte, fand er keine atomar verseuchte Erde vor, wie er befürchtete, sondern ein kleines Sternenreich.

Fortan wurde er den Menschen bewusst ein großer Beschützer seiner geliebten Barbaren.

Ja, wenn das nicht ein Stoff für Legenden und Mythen ist, dann weiß ich nicht mehr weiter.

Ein Stoff für nahezu unendliche Abenteuer und Lese- oder Hörgenuss für unendliche Stunden.

:st: :st:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Elena » 17. Juli 2019, 22:28

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Elena
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Homer G Adams hat geschrieben:Ein kurzes Resümee über eine mythische 57 jährige Abenteurergeschichte :devil:

Spoiler:
Heute möchte ich Euch in Kürze von einer fast unendlichen Geschichte erzählen.

Stellt Euch vor, dass vor etwa 10.000 Jahre ein sagenhafter Kleinkontinent mit einem Großteil seiner bereits höher entwickelten Bewohner unterging.

Nur noch Legenden und Mythen berichten heutzutage davon.

Aber Nein. Nicht alle Bewohner gingen unter. Der relativ unsterbliche ‚Prinz’ eines großen Sternenreiches und Beherrscher der Insel überlebte in einem submaritimen Kuppelstützpunkt. In der Folge wurde er der Beschützer einer noch jungen Menschheit und wollte sie zu den Sternen führen.

Man nannte ihn auch den ‚Einsamen der Zeit’.

Sicher förderte er die Menschheit nicht ganz selbstlos, denn er wollte ja zurück in seine Sternenheimat.

Und dann schlug das Schicksal wieder zu.

Just zu dem Zeitpunkt, als Perry Rhodan und Co zu den Sternen vordrangen, schlief er wieder in seiner Kuppel einen langen todesähnlichen Tiefschlaf.

Als er neunundsechzig Jahre später wieder erwachte, fand er keine atomar verseuchte Erde vor, wie er befürchtete, sondern ein kleines Sternenreich.

Fortan wurde er den Menschen bewusst ein großer Beschützer seiner geliebten Barbaren.

Ja, wenn das nicht ein Stoff für Legenden und Mythen ist, dann weiß ich nicht mehr weiter.

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Ich mag diesen Typen! :D
Ein bisschen gesunder Menschenverstand, Toleranz und Humor - wie behaglich es sich dann auf unserem Planeten leben ließe.
- William Somerset Maugham


Ich bin wie ich bin - Wise Guys

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 18. Juli 2019, 09:02

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Homer G Adams
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Elena hat geschrieben:
Homer G Adams hat geschrieben:Ein kurzes Resümee über eine mythische 57 jährige Abenteurergeschichte :devil:

Spoiler:
Heute möchte ich Euch in Kürze von einer fast unendlichen Geschichte erzählen.

Stellt Euch vor, dass vor etwa 10.000 Jahre ein sagenhafter Kleinkontinent mit einem Großteil seiner bereits höher entwickelten Bewohner unterging.

Nur noch Legenden und Mythen berichten heutzutage davon.

Aber Nein. Nicht alle Bewohner gingen unter. Der relativ unsterbliche ‚Prinz’ eines großen Sternenreiches und Beherrscher der Insel überlebte in einem submaritimen Kuppelstützpunkt. In der Folge wurde er der Beschützer einer noch jungen Menschheit und wollte sie zu den Sternen führen.

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Sicher förderte er die Menschheit nicht ganz selbstlos, denn er wollte ja zurück in seine Sternenheimat.

Und dann schlug das Schicksal wieder zu.

Just zu dem Zeitpunkt, als Perry Rhodan und Co zu den Sternen vordrangen, schlief er wieder in seiner Kuppel einen langen todesähnlichen Tiefschlaf.

Als er neunundsechzig Jahre später wieder erwachte, fand er keine atomar verseuchte Erde vor, wie er befürchtete, sondern ein kleines Sternenreich.

Fortan wurde er den Menschen bewusst ein großer Beschützer seiner geliebten Barbaren.

Ja, wenn das nicht ein Stoff für Legenden und Mythen ist, dann weiß ich nicht mehr weiter.

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Echt, das hätte ich nicht gedacht... B-) :devil:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 18. Juli 2019, 09:04

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Homer G Adams
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Moin,

Hier gleich der nächste Teil. Er ist nur einmal überarbeitet, deshalb Stilfehler etc. nachsehen.
Da sowieso so gut wie keine Kommentare kommen, sehe ich nicht mehr ein, Energie und Unwillen, weil ich Überarbeitungen hasse, weiter aufbringe, weil ich mich zu einem Selbstauferlegten ‚Storyzwang’ wöchentlich zwingen muss. Viel lieber schreibe ich auch mal kleine Artikel oder PR-Bezogene Kommentare. :devil:

Sorry für diese wieder einmal klaren Worte.


30.Teil
Spoiler:
Zwischenbericht Atlan - Relativgegenwart
Ich stand vom Bett auf indem ich allein geschlafen hatte und dachte an Vanessa. Noch schlief ich nicht mit ihr. Aber wie lange konnte ich noch meiner Libido widerstehen?
„Du solltest dir wieder einen Hund anschaffen, nachdem Moku an Altersschwäche gestorben ist“, ließ sich mein Extrasinn in meinen Gedanken spöttisch vernehmen.
„Moku gehörte zu meiner Identität als Nigel Talbot und nicht zu Atlan da Gonozal!“, ätzte ich verstimmt mental zurück.
„Was weißt du schon von organischen Gefühlen?“.
„Mehr als du denkst!“
„Na denn!“
Mein mobiles Wohnmodul hatte ich derzeit in einem der sogenannten ‚Wohntürme’ angedockt. Diese reichten bis zur ein Kilometer hohen Decke des Habitatsdecks hinauf. Auch die Supertechnik der Memeter musste ein achtzig Kilometer durchmessendes und ein Kilometer hohes Deck immer mal wieder stützen. Die Wohntürme, die Berge und Gebirge übernahmen diese stützende Funktion.
Der Blick aus dem Panoramafenster der Wohneinheit in der obersten Wohnebene des Turmes angedockt, ging auf das nahe halb virtuelle, halb wirkliche ‚Meer’ und den Strand hinab. Die Menschen wirkten wie Ameisen. Der Wohnturm stand genau auf einem Strandabschnitt. Der untere Turmbereich wurde von Bistros, Restaurants, Boutiquen und einer Hoteletage eingenommen. Die Strandbesucher hatten Zutritt zu diesen Bereichen.
Rasch zog ich die hier übliche USO-Bord- oder Stationskombination an.
An dieser Stelle ein Wort zu den hier üblichen standardmäßigen Stationskombis.

Diese sind eng anliegend, atmungsaktiv, hautfreundlich und werden direkt auf der Haut getragen. Durch Adhäsionsverstärkte Haftbahnen im Bereich Hüfte und Unterschenkel werden die Einzelteile zu einer durchgehenden Kombination verbunden. Sie ist zudem Wasser abweisend und durch einen Lotus-Effekt selbstreinigend.
Dazu kommen Taschen, Etuis und Halterungen für weitere Zusatzausrüstung. Die Kombi kann zudem durch einen leichten Halbschalenhelm ergänzt werden, der verschiedene Kommunikationsgeräte, sowie eine Mikrokyb(ernetik) und ein Liduuri-Mental- Interface beinhaltet, wenn der Träger konzentrierte L-Gene besitzt.

Memory- und Morphing- Effekte ermöglichen es Öffnungen in der Kleidung zu schaffen, die beispielsweise einer Not-Medobox Zugang oder bei einen Toilettengang zum Körper seines Trägers verschaffen.
Dadurch sind unterschiedliche Ver- und Entsorgungsvorgänge durchführbar und ein Schutzanzug kann über die Bordkombi direkt getragen werden. Die Oberfläche der Kombi ist standardmäßig Dunkelblau. Sie kann allerdings jede beliebige andere Farbe annehmen.

Als Regierender Lordadmiral musste ich die Kombi die Farbe Goldfarben mit scharlachroten Streifen annehmen lassen.

Im Notfall kann die Bordkombi durch Aufladung kurzzeitig vakuumfest gemacht werden.
Am Kragen und den Handgelenken angebrachte Manschetten projizieren Notprallfelder über den nicht vom Anzug selbst geschützten Körperteilen.
Eine kleine Hochdruck-Kartusche liefert Sauerstoff für fünf bis zehn Minuten.
So kleidungsmäßig ausgestattet schritt ich zu dem privaten Anschluss des Turbolift-Netzwerks. Dieses verband die wichtigsten bereits erschlossenen Orte von Quinto Center. Einer dieser Netzpunkte führte eben auch zu den Privaträumen des Regierenden Lordadmirals der USO.
Ich bestieg die Transportkapsel. „Admiralsbüro in der Hauptzentrale“, sagte ich. Die Kapsel schoss durch das Transportnetzwerk von QC. Nur fünfzehn Sekunden später verließ ich die Kabine und stand in meinem Privatbüro. Es lag vor der Operativen Zentrale, der Ops. Eine Fensterwand ließ mich das Geschehen in der Ops erkennen. Von der HZ aus konnte man keinen Blick auf mein Büro werfen. Die USO-Spezialisten in der Ops wussten natürlich dass sie der Lordadmiral jederzeit beobachten konnte. Durchschnittlich nur ein oder zweimal täglich wurde ich in die Ops gerufen. Den Rest des Tages verbrachte ich mit Quint. Durch eine Konsole war ich Audio und Visuell mit der zentralen KI und Psitronik von Quinto Center verbunden. Sekretärinnen oder Sekretäre gehörten längst der Vergangenheit an. :lol:
„Was liegt an Quint!“ sagte ich in den Raum hinein. „Wie üblich habe ich die Chef Vorgänge und Dokumente nach der Wichtigkeit geordnet und auf den Schirm gelegt. Auf deinen heutigen Terminplan kannst du wie immer mit einem Klick wechseln. Du verweigerst ja immer noch ein kleines Neuro-Implantat. Dann könnten wir direkt telepathisch kommunizieren.“
Ich lachte laut auf. „Was eine Bürotätigkeit angeht, da bin ich noch ganz Retro, allerdings dank meines photografischen Gedächtnis schneller als die meisten Mitarbeiter mit Neuro-Implantaten.“
„Ja leider und zu deinem Glück!“ schimpfte mich die KI aus, „Da entwickelt du langsam ‚Tai Zhy Mater’ Anhänger-Ideen, welche Hochtechnik ablehnen.“
Ohne zu antworten, weil Quint Quatsch redete, ließ ich die Konsole die 3D-Holos aufrufen und arbeitete sie rasch durch. Auch einen kurzen Blick auf meinen heutigen Terminplan reichte, um ihn mit meinem fotographischen Gedächtnis zu scannen und zu speichern. Schließlich stieß ich Themenmäßig abermals auf das Thema ‚Tai Zhy Mater’.
Dabei ging es um eine neue Religion, die es bereits in der irdischen Jungsteinzeit gegeben hatte, wenn auch in ihrer irdischen primitiven Ausprägung. Dann allerdings ging dieser Glauben in den neuen patriarchalen Religionen unter oder auf. Offenbar handelte es sich bei den Nachkommen der Memeter, um einen interstellaren spirituellen Glauben, der aus irgendeinem Grund wieder neu auflebte. Lag es am Verschwinden von ES, der auf eine Große Entwicklungs- Reise ging und Andros der in ein Miniaturuniversum verbannt worden war? Was bedeutete, dass wieder in der Lokalen Galaxiengruppe für geistige paramentale Entitäten ‚unterhalb’ der Ebene von Superintelligenzen die Möglichkeit bestand, zu expandieren, ohne in den Großen SI-Konflikt zwischen ES und Andros einbezogen zu werden?
Fakt war, dass die interstellaren Anhänger der Tai Zhy Mater (TZM) sich von den übrigen liduurischen Völkern absonderten, welche ihren Glauben nicht teilten. Sie gründeten eine eigene unabhängige Union und besiedelten eigene Planeten oder Siedlungen auf ansonsten spirituell offenen gemeinsam genutzten Planeten. Für die siedlungstechnischen Zusammenführungen von TZM-Anhängern benutzten sie sogenannte ‚Sternenarchen’. Sie flogen immer wieder die wichtigsten Planeten mit liduurischen Völkern, auch Terra und Ferrol an, und sammelten ihre Anhänger, um sie zu neuen Siedlungsgründen zu führen.
Diese Bewegung war außer der Nutzung der Sternenarchen, um ihre Anhänger zusammenzuführen, extrem Technikfeindlich und lehnte jedes Militär zum Schutz ab. Nur eine primitive Technologie, ala 19. irdisches Jahrhundert und natürlich Psitechnik, die manchmal magisch anmutete, wurde akzeptiert.
Ich sah in dieser Bewegung eine Gefahr für den technologischen Fortschritt und einer offenen Gesellschaft. Deshalb ließ ich sie von der USO überwachen. Da ging ich völlig d'accord mit Solarmarschall Mercants SolAb Bewertungen.
Dann gab es neue Forschungsergebnisse über das vor kurzem entdeckte ‚Portal-Deck’ auf Quinto Center. Darin befanden sich zwölf Anlagen, welche kleine Transport Wurmlöcher generierten. Diese waren ein Teil des memetischen interstellaren Wurmloch-Portalnetzwerks, welche auch im Zeitalter der Hyperstürme funktionierte, da sie Wurmlöcher zum Transport nutzten, welche ihrerseits auf die Energien des Universalen Psionischen Netz, Zugriff nahmen.
Wie bei einem Telefonnetzwerk konnten diverse Zielorte der ‚Astralen Porter’, wie sie in der memetischen Sprache genannt wurden, angewählt werden. Selbst Raumjäger oder ‚Portal-Transporter’ (Hüpfer) konnten diese etwa fünf Meter durchmessende Wurmlöcher benutzen. Manchmal konnten so Hunderte Lichtjahre und noch mehr in einem Transport überwunden werden. Die Portale konnten durch Schutzschirme abgeschirmt werden, damit nicht Gegner das Portaldeck von QC infiltrieren konnten, solange die Wurmlochverbindung bestand.
Schon seltsam, dass einige irdische Autoren, diese Möglichkeit in ‚Sci-Fi-Romanen’ oder Filmen des 20. Jahrhundert vorwegnahmen.
„Vielleicht existiert wirklich, wie einige Kosmologen vermuten, ein ‚Kosmisches Interdimensionales Archiv’, auf das viele irdische Autoren unbewusst zurückgriffen. Falls das Multiversum wirklich ‚holografisch’ funktioniert, würde ein solche ‚Kosmisches Archiv’ durchaus Sinn ergeben“, vermutete mein Extrasinn, der natürlich meinen Überlegungen folgte und sich wie meistens unvermittelt einmischte…
„Na und, du alter Narr!“, giftete mein Logiksektor zurück, der neuerdings eine paramentale Komponente von ES in sich trug, welches sich Para nannte, allerdings meistens schwieg.
„Das wüsste ich aber! Von einem Para weiß ich nichts.“
Egal, ich rief laut: „Versorgungseinheit!“ Diese verließ ihre Ecke und schwebte summend auf mich zu. Ich tastete mir einen großen Becher mit dampfenden ultraheißen und extrem bitteren C’amana. Dazu zwei Snacks. Diese mobilen Einheiten boten ein hervorragendes Schinkencroissant an, welches ich mit doppeltem Genuss verspeiste.
„Du musst aufpassen, dass du nicht zunimmst, Arkonidenhäuptling!“ schimpfte mein Extrasinn. Ein kurzes Kichern in meinen Ohren musste vom Para stammen.
Kaum hatte ich diese kleine Pause beendet wurde ich in die Ops gerufen. Den dummen Kommentar meines Extrasinns würdigte ich keiner mentalen Antwort. Ich lächelte nur vor mich hin
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Auf dem Mond - Vergangenheit

Unter der Führung von USO-Major Hazard erreichte inzwischen die zweite Gruppe den Mond.
Hazards Team bewunderte die Art, wie der Major die fantastische memetische Raummaschine durch reine Gedankenkontrolle flog.
„Das musste ein unglaubliches Gefühl sein“, sagte Joane, die neben ihm saß und noch nicht oft in einem M-Miniaturraumer, der auch ‚Hüpfer’ genannt wurde, weil er auch in Astrale Porter passte, gesessen hatte. Schließlich hatte sie die Ausbildung in USTRAC erst seit zwei Wochen Standardzeit abgeschlossen.
Hazard warf ihr einen kurzen leicht überheblichen Blick zu. „Die Mentalsteuerung und auch die anderen Instrumente reagieren auf jeden meiner Gedanken. Ich muss es nicht einmal laut aussprechen. Die KI des Fahrzeugs liest meine bewussten neuronalen Strukturen, welche wir salopp als Gedanken bezeichnen. Zumindest liest sie jene konzentrierten Gedanken, welche mit der Navigation und der Steuerung des Shuttles zusammenhängen.“

„Ich möchte das Fliegen auch gern lernen“, sagte Jack Cartwright ein Wissenschafter begeistert. Er saß hinten auf einem der Sitze. „Doch leider nimmt der Major sich viel zu wenig Zeit dafür, um es mir richtig beizubringen.“
Hazard warf seinem neuen Teammitglied einen nachdenklichen Blick zu. Der Major wusste, dass Jack ebenfalls das L-Gen in konzentrierter Form besaß, und dass es bei ihm fast so stark wie bei Tekener vorhanden war.
„Wenn es wirklich dein Wunsch ist, dann mache ich das.“
Jack nickte begeistert. „Seit ich weiß, dass ich das konzentrierte Liduuri Gen besitze und diese Fluggeräte gesehen habe, dachte ich daran, sie auch zu nutzen. Da Joane und Engel das konzentrierte L-Gen nicht besitzen, wäre es doch nützlich zwei richtige Piloten im Team zu haben.“

Dem konnte Hazard nur zustimmen. Inzwischen hatten sie die Umlaufbahn des Mondes erreicht und schwenkten in den Orbit ein. Auf Hazards gedanklichen Wunsch hin, erschien ein Holobild in dem Cockpit. Es zeigte ihnen die komplette Oberfläche des Mondes. Der Major wünschte sich eine Scannung des Mondes und zu ihrem Erstaunen entdeckten die mental gesteuerten Scanner etwas: ein riesiges Gebäude auf der sichtbaren Seite des Mondes.
„Das existiert in unserer Relativzukunft nicht“, stellte Hazard nüchtern fest.
„Oder es wurde in der Zwischenzeit vernichtet. Es könnte der oberlunare Eingang zu der Anlage sein. Das Gebäude wurde zerstört und der sichtbare Eingang verschüttet oder bewusst getarnt“, spekulierte Jack munter drauf los.
„Das würde bedeuten, dass der Feind, wer immer das auch ist, noch in der Nähe ist“, fügte Hazard unbehaglich hinzu. Schnell scannte er den unmittelbaren Raum um den Planeten und den Mond, doch zu ihrer Erleichterung fanden sie nichts, das ihnen gefährlich werden konnte.
„Ich lande vor dem Gebäude“, sagte Hazard.
Erschütterungsfrei setzte Hazard seinen Hüpfer vor dem Gebäude auf. Das hintere Schott öffnete er noch nicht, denn draußen existierte keine atembare Atmosphäre. Sie gingen nach hinten und zogen die Schutzanzüge an. Den Raum zum Pilotensitz schotteten sie durch eine Zwischenwand aus Formenergie luftdicht ab. Dann erst öffneten sie das hintere Schott und die USO-Kampftruppe verließ den zylindrischen Mannschafts Kleinraumer. Nur einer blieb als Bewachung zurück. Er stellte die Luftzufuhr wieder her, kaum, dass alle das Raumschiff verlassen hatten.

Jack, Joane, Engel und Hazard gingen auf das Gebäude zu, während die Spezialkämpfer ausschwärmten und das Gelände sicherten. Die Scanner hatten im Gebäude zwar keine biologischen Lebenszeichen festgestellt, doch man konnte nie vorsichtig genug sein.
Sie fanden eine kleine Schleuse, die sich ohne Probleme öffnete, als Hazard die Sensoren berührte und dadurch aktivierte.
„Es scheint auf das konzentrierte Liduuri-Gen zu reagieren“, vermutete Hazard. „Dann waren die Erbauer und die ehemaligen Bewohner Liduuri.“
„Das ist nicht gesagt“, vermutete Jack. „Sie können auch nur Verbündete der Bewohner gewesen sein. Das ganze Design und auch die Pilzgebäude auf dem Planeten entsprechen nicht der uns vertrauten Liduuri Bauweise.“

Hazard fand, dass der Wissenschaftler und Archäologe Recht haben konnte. Sie verteilten sich im Raum und untersuchten die Anlagen. Schließlich fanden sie die Maschinen, die es ihnen ermöglichte eine atembare Atmosphäre herzustellen. Nachdem der benötigte Sauerstoff eingeströmt, und die Lebenserhaltungssysteme gesichert waren, konnten sie die lästigen formstabilen Helme in sich zusammensacken lassen. Sie ordneten sich automatisch als Kragenring, um ihren Hals.
Doch zu ihrer Enttäuschung fanden sie nichts, das auch annährend so aussah, als könnte es diese enorme tachyonische Schockwelle, die sie in die Vergangenheit geschleudert hatte, auslösen. Das mochte noch nichts bedeuten, denn wahrscheinlich befand sich die Anlage unter der Oberfläche. Leider entdeckten sie keinen Eingang, der nach unten führte. Und die Scanner zeigten auch keine Hohlräume an. Es schien, als wären sie in einer Sackgasse gelandet.
Da entpuppte sich die Nachricht, dass General Tekeners Gruppe einen Eingang in eine unterirdische Anlage auf dem Planeten gefunden hatte, als eine Erleichterung. Vielleicht gab es dort unten etwas Nützliches für sie.


Auf dem Planeten

Die subplanetare Anlage hatte sich in Tunnel, Katakomben und riesige Hallen verzweigt.
Um sich nicht zu verirren markierten sie ihren Weg. Widererwarten brach die Funkverbindung zur Oberfläche nicht zusammen, obwohl sie inzwischen bestimmt schon auf zweihundert Meter Tiefe vorgedrungen waren.

Die Gruppe der Condos Vasac erforschte einen eigenen Abschnitt. Die Gruppe Mercant/Tekener war froh darüber.
Der Gang, durch den die Tekener Gruppe gerade gingen, endete und sie blieben wie erstarrt stehen. Es handelte sich um keinen weiteren Gang, sondern um eine große Kammer. Das andere Ende wurde durch ein Tor abgeschlossen.
Das große und prächtig gestaltete Tor verzierten feine goldene und silbrige Linien, die beide Flügel bedeckten. Sie traten näher und blieben davor stehen. Eine Klinke aus Bronze ließ sich nach unten drücken und Tekener öffnete vorsichtig den rechten Flügel des Tores.

Die dahinter liegende Halle erstaunte sie ein wenig, obwohl sie technische Wunderwerke ihrer Vorfahren der Memeter auf Quinto Center en masse gewohnt waren. Kostspielige Lampen erhellten reich geschmückte Wände. Das goldfarbene Licht erzeugte eine seltsame Stimmung. Mitten durch den Hallenboden verlief ein tiefer Spalt, etliche Meter breit. Nur eine schmale Brücke ohne Geländer führte über ihn.
Mit äußerster Vorsicht überquerte die Gruppe die Brücke. Hinter ihr gelangten sie durch einen schmalen Gang in eine weitere Halle. Drei kleingewachsene humanoide Wesen standen an der Tür und öffneten sie, als die Menschen auf sie zukamen. Die Schwerbewaffneten Wächter machten jedoch keinen feindseligen Eindruck. Die Wesen schienen nicht überrascht zu sein, sie zu sehen. Anscheinend wurden sie erwartet. Man hatte sie wohl schon lange beobachtet, ohne dass es einem von ihnen aufgefallen wäre.

Zögernd nahm die Gruppe die Einladung an. Doch wenn sie friedlich mit den Bewohnern verhandeln wollten, hatten sie keine Wahl. Die Halle dahinter war lang gestreckt und trotzdem breit genug, um große Festgesellschaften aufzunehmen. Ein goldgelbes Licht erhellte den Saal, dessen Luft durch geschickte Belüftung sie gut atmen konnten. Am Ende der Halle stand ein großer, reich mit Gold und Silber verzierter Thron. Auf ihm saß in prachtvoller bunter Bekleidung einer der Bewohner dieses subplanetaren Reiches.
Der Mann erhob sich jetzt. Tek sah, dass es kein Mensch sein konnte, wenn auch menschenähnlich oder humanoid.

Zwei ausdrucksstarke bernsteinfarbene schräg stehende Augen musterten ihn und die anderen neugierig. Der menschenähnliche Kopf wurde von einem kurzen Fell überzogen, das nur das Gesicht frei ließ. Anstelle von Haaren besaß der Fremde einen dunkelroten sichelartigen Fellkamm. Das Gesicht sah trotz der Fremdartigkeit sehr menschlich aus. Zwei kleine runde Ohren vervollständigten das ungewöhnliche Antlitz. Der Rest des Körpers könnte durchaus einen zwergenhaften Menschen gehörend

„Seid willkommen! Wir haben lange auf eure Rückkehr gewartet“, wurden sie überraschend begrüßt.

Nun, zumindest schienen sie freundlich zu sein. Tekener warf einen kurzen Blick auf den Solarmarschall und dieser nickte ihm unmerklich zu. Also wollte Mercant, dass Tek das Wort führte.
„Wir danken Ihnen für diese freundliche Begrüßung und versichern Ihnen, dass wir in Frieden kommen. Wir sind Forscher von einer fremden Welt, namens Terra und wir wurden durch ein Unglück in diese Zeit geschleudert.“
Jetzt blickte sein Gegenüber Tekener erstaunt an. „Ihr seid nicht vom Planeten Mem?“
„Doch, aber wir kommen aus dessen Zukunft. Dies sind Solarmarschall Allan D. Mercant, Ronda, Don Redhorse und mein Name ist Ronald Tekener.“
„Unsere Scanner zeigen aber an, dass du zu den Ersten Menschen gehörst. Auch dieser dort“, damit zeigte er auf Mercant.
„Das ist richtig. Solarmarschall Mercant und ich stammen direkt von den Memeter ab, die ihr die Alten bezeichnet. Doch sie sind ausgestorben oder aufgestiegen. Wir sind ihre Nachkommen.“
„Ich verstehe! Doch verzeiht meine Unhöflichkeit. Ich bin Umesh Mehra, der Prime meines Volkes.“
„Sehr erfreut, Prime“, sagte Tek höflich. „Wir sind froh, Sie gefunden zu haben. Vielleicht können wir uns gegenseitig helfen. Da Ihr nicht überrascht seid uns zu sehen, nehme ich an, dass ihr uns schon länger beobachtet?“
„Seit eurer Ankunft. Wir haben euch gescannt und festgestellt, dass ihr genetisch zu den Alten gehört. Ihr sagtet, dass diese nicht mehr da sind? Dann haben die feindlichen Nichthumanoiden den Krieg gewonnen?“
„Ja, leider. Sie terrorisieren bis vor kurzem die ganze Galaxis. Wir selbst sind durch Zufall auf den memetischen Planetoiden Nan Paradah gestoßen. Die automatischen und intelligenten Systeme akzeptierten uns, als Erben der Ersten. Wir nennen den Planetoiden jetzt Quinto Center und haben ihn in Besitz genommen. Unser Ziel ist, es die Feinde der Nachkommen der Memeter, die sich jetzt in einer Organisation, die sich Condos Vasac nennt zusammenfinden, zu besiegen.“
Umesh Mehra überlegte kurz. „Diese Nachricht ist mehr als beunruhigend. Wir dachten immer, dass die Ersten zurückkämen. Die meisten meines Volkes sind fortgezogen. Sie suchten eine neue Heimat in einer parallelen Raumzeit. Es gibt an einer bestimmten Koordinate einen Übergang in diese Raumzeit. Meine Leute jedoch wollten nicht gehen, weil sie dachten, die Alten, die ihr Memeter nennt, kämen zurück. Wenn das aber nicht der Fall ist …“
„Darf ich fragen, wie Euer Volk sich nennt?“, fragte Tekener. „Wir sind in unsererem Raumquadranten auf eine kleine Gruppe Eures Volkes gestoßen, das jedoch in die Primitivität zurückgefallen war.“
„Wir sind die Medocs.“
„Die Medocs?“, Mercant kam nun nach vorne. „Wie die kleinen Pelzdinger auf dem Waldmond?“
Tek sah den Solarmarschall erstaunt und leicht bestürzt, wegen seiner flapsigen Bezeichnung der Medocs an.
„Sorry Prime. Für mich hört sich der Name nun einmal klein und kuschelig an“, gab Mercant mit einem Schulterzucken zu. „In einigen unserer Legenden kommen solche Wesen vor. Auch unsere Filmemacher haben in einem Epos eine fremde humanoide Art erfunden, die Euch ähnlich sieht. Die Erinnerung an Euch muss in unserem Unterbewusstsein, das ja bis zu den Ursprüngen, als Affenmenschen, zurückreicht, enthalten sein. Ansonsten würden unsere Autoren, nicht eine solche Art in unsere Filme und Bücher einfließen lassen. Meine Güte, mein Vater der Fantasy- und Sci-Fi-Fan würde sich freuen, Euch zu begrüßen.“
Tekener konnte ein Grinsen gerade noch unterdrücken.

Der Prime lächelte nachsichtig über Mercants Worte, wie ein Vater über sein unwissendes Kind. Altersmäßig waren ja die Terraner auch Kinder, gegenüber den Medocs. „Wie mir scheint, ist euer witziger Anführer entschlossen, aus dem Schatten zu treten.“
Mercant sah den Prime überrascht an.
„Es war mir klar, dass Sie der Befehlshaber sind, Solarmarschall Mercant. Vergessen Sie nicht, dass wir Sie schon länger beobachten. Außerdem ist mir der kurze Blick, den Sie und der General sich zuwarfen, nicht entgangen.“
„Das ist sehr scharfsinnig, Prime“, sagte Mercant. „Ich hoffe, Sie nehmen mir die kleine Täuschung und meine flapsige Ausdrucksweise nicht übel?“
„Nein, warum sollte ich? Doch warum hat Sie der Name meines Volkes überrascht, außer dass er in eurem Unterbewusstsein enthalten ist? Wie ich dich einschätze terranischer Anführer, hat das noch einen anderen ernsteren Grund.“
„In der Tat, Prime. In der Vorzeit unserer Galaxis, so erzählten es mir die Calurier, gab es einst eine große Vereinigung von drei großen Völkern: den Memeter, den Norme und den Medocs. Wir sind Nachkommen der Memeter. Die Nichtvergeistigten Memeter die Liduuri sind verschwunden, und den Norme ist eine Explorereinheit unser Forschungsflotte zwar begegnet, doch sie halten sich zurück und möchten von uns nicht ‚belästigt’ werden. Nur Ihrem Volk sind wir noch nie begegnet.“

Der Prime blickte Mercant überrascht an. „Ihr wisst von der großen Vereinigung? Das verblüfft mich, denn das ist schon viele Jahrzehntausende her. Die Calurier, die wohl ebenfalls Nachkommen der Memeter sind, müssen alte Archive besitzen. Wie dem auch sei, Ihr Erben der Memeter seit jetzt die Vierte Art und ihr habt ein Recht auf eine Antwort. Als sich die Liduuri zurückzogen, die Norme den Kontakt mit uns abbrachen, zog sich auch mein Volk in eine parallele noch jüngere Raumzeit zurück. Wie vorhin erwähnt existiert ein natürlicher Übergang in dieses parallele jüngere Universum. Keine Völker-Allianz hält ewig.“

„Ja, das stimmt. Nur die Liduuri, die nicht vergeistigten Memeter beteiligen sich noch eine zeitlang aktiv am Geschehen in unserer Galaxis und unserer nächsten Großgalaxis, welche wir Andromeda nennen. Da sie als zusammenhängendes Volk in unserer Galaxis verschwunden sind, treten wir neue Menschen von Mem ihre Nachfolge an. Wir bewohnen wie die Memeter, den gleichen Planeten, den wir jetzt nicht Mem, oder Liduur, sondern eben Terra nennen. Wenn du so willst, sind wir die direktesten körperlichen Nachkommen der Uralten, der Memeter. Unsere Vorfahren haben die Angriffe der Bestien überlebt, weil sie sich in Höhlen zurückzogen. Dort fielen sie allerdings in der Folge wieder in steinzeitliche Verhältnisse zurück. Es wurde ein langer Wiederaufstieg bis heute.“

Umesh Mehra sah nachdenklich den Solarmarschall an. „Wir kannten jene, die Ihr Liduuri nennt gut. Sie waren die aktivste Gruppe der alten Allianz und große Forscher gewesen. Ihr tretet in große Fußstapfen.“
„Das wissen wir“, entgegnete Tekener. „Doch nun zu unserem aktuellen Problem. Können Sie uns erklären, ob auf dem Mond eine memetische Anlage existiert, die eine so gewaltige tachyonische Schockwelle auslösen könnte, um uns in die Vergangenheit zu schleudern?“, mischte sich Tekener abermals fragend ein.
Umesh Augen verengten sich. „Unsere Wissenschafter haben mit einigen Liduuri an einer Waffe gebaut. Wir experimentierten mit der Zeit, doch leider hat es nicht funktioniert.“
„Es hat funktioniert, sonst wären wir nicht hier“, widersprach Mercant dem Prime.

„Aber wir haben den Bau vor zweihundert Jahren unserer Zeitrechnung eingestellt. Das war beim letzten großen Angriff der feindlichen Nichthumanoiden der Allianz. Zuerst konnten wir sie aufhalten, doch sie kamen mit immer mehr Schiffen. Die Liduuri hatten nur eine Station auf dem Mond, doch mein Volk lebte in vielen Städten und auch im Untergrund. Nachdem es offensichtlich war, dass wir die Feinde nicht besiegen konnten, zogen die meisten Bewohner weg. Sie flogen wie bereits zweimal erwähnt in eine parallele Raumzeit, um sich dort eine neue Heimat zu schaffen. Nur ein paar Tausend von uns blieben unter der Führung meines Großvaters hier. Die Übriggebliebenen zogen sich in den Untergrund zurück. Dank unserer hohen Technik konnten wir unsere Anwesenheit verschleiern. Doch um die Täuschung aufrecht zu erhalten, mussten wir die Städte verkommen lassen. Noch immer hoffen wir, dass die Liduuri zurückkommen.“
„Sie kommen nicht zurück“, versicherte Mercant nochmals. „Nach dem Untergang des liduurischen Reiches, vor 50.000 Jahren, hervorgerufen durch die Bestien der Allianz, gab es nur noch primitive Menschenvölker in diesem Teil der Galaxis, die unter dem Terror der feindlichen Allianz leben mussten. Nachdem ES, das sind die vereinigten vergeistigten Memeter, die feindliche Superentität ANDROS, der Meister der Allianz, und einige Nachkommen der Liduuri, die feindliche SI in eine sterbende Raumzeit verschob, hat sich der Große Konflikt aufgelöst. Diejenigen unserer Feinde, welche vom alten Weg nicht ablassen können, vereinigten sich wie ebenfalls bereits erwähnt, in der Organisation der CONDOS VASAC. Diese CV bekämpft jetzt die Solare Abwehr im Auftrag der ‚Interstellaren Union der Freien Staaten’ und die Sternenorganisation der USO unter dem Ritter der Tiefe, Lordadmiral Atlan da Gonozal.“ Der Prime zuckte zusammen. „Dieser Ritter der Tiefe ist auch uns bekannt. Man spricht von ihm in vielen Paralleluniversen. Das ist gut für unsere Raumzeit“, meinte der Anführer des kleinen Volkes.

„Etwas stört mich, Prime“, überlegte Tekener laut. „Sie sagten vor zweihundert Jahren. Aber die letzten Liduuri verließen Quinto Center vor 50.000 Jahren. Wie erklären Sie dies?“
„Es waren nur zwei Liduuri, die aus dem Nichts auftauchten und mit meinem Volk an dieser Anlage bauten. Ihr sagt, dass diese Anlage auf dem Mond euch herbrachte?“, vergewisserte sich Umesh nochmals.
„Ja, es gab einen Kampf zwischen uns und einem anderen Schiff der CV. Unser Schiff bombardierte die geheime Anlage des Feindes auf dem Mond. Dabei müssen sie die im Boden versteckte Anlage erwischt haben. Bei ihrer Zerstörung wurde der Mond auseinander gerissen. Trümmer fielen auf diesen Planeten, doch dann raste diese mysteriöse tachyonische Schockwelle über uns hinweg, und wir befanden uns in dieser Zeit“, erklärte Tekener dem Prime.
„Die beiden Liduuri Wissenschaftler versicherten uns, dass das Gerät noch nicht so weit wäre.“
„Dann haben sie euch belogen oder es nicht richtig gewusst“, meinte Tekener. Es gibt nämlich viele Nachkommen der Liduuri in unserer Nachbargalaxis Andromeda. Die Anführer dieser Gruppe nannten sich ‚Meister der Inseln’. Und diese Führungsgruppe arbeitete insgeheim bis vor kurzem für Andros. Erst ihr Überwechseln auf die memetische Seite, sprich ES, ermöglichte den Sieg gegen Andros. Diese Liduuri könnten also durchaus auch für den Feind gearbeitet haben. Ihr habt ihnen als Liduuri blind vertraut.“

Den Medocs überlegte einige Zeit. Tek konnte sehen, wie er innerlich schwer kämpfte.
„Wir werden euch helfen, doch dazu müssen wir auf den Mond“, sagte der Prime. „Danach werde ich mein Volk unterrichten, dass auch wir von hier weg müssen. Uns bleibt nur der Weg in die Raumzeit unserer Schwestern und Brüder. Dies wird eine lange Reise bis zum Übergang. Wir hoffen, dass er noch offen ist.“
„Wenn wir euch helfen können, tun wir das gerne“, sagte Mercant.
Umesh Mehra nickte dankbar und wandte sich an einige seiner Leute. Er gab einige Befehle. Dann machten sie sich auf den Weg zurück zur Oberfläche.

Auf dem Mond

Jack saß an einem der vielen Kybernetiken und studierte die Eintragungen. Er konnte nicht glauben, dass es hier nichts geben sollte, dass die Schockwelle ausgelöst hatte. In der Zukunft war die Anlage auf dem Mond gewesen, also musste es sie auch in dieser Zeit geben. Es sei denn, sie wären zu weit in die Vergangenheit zurückgeschleudert worden. Nur gut, dass er die Sprache und Schrift der Liduuri dank Hypnoschulungen auf der USTRAC inzwischen sehr gut beherrschte. Auch zu Hause hatte er zuvor das Studium nie aufgegeben, denn er hatte niemals die Absicht gehabt, für immer auf der Erde zu bleiben. Er erfuhr schließlich von der Existenz von Quinto Center. Er bewarb sich dort. Und als man bei einem Test bei ihm das konzentrierte Liduuri Gen entdeckte, stand sein Entschluss fest, USO-Spezialist zu werden.

Jack durchforstete eine Datei nach der anderen so gut es ihm möglich war. Seine Teamkollegen ließen ihn in Ruhe arbeiten. Sie wussten, dass er der beste Mann war, um etwas zu finden. Plötzlich stieß er auf eine Datei, die ihn stutzig werden ließ. Jack sah sie sich näher an. Sie war verschlüsselt, doch mit einiger Mühe konnte er sie nach kurzer Zeit lesbar machen.
Was er da las, ließ ihn erstarren. Es war das Protokoll über den Bau einer Art Zeitmaschine. Einige Liduuri-Nachkommen aus Andromeda, waren die Erbauer dieser Anlage. Aber auf dem Planeten lebte eine Rasse, die sich Medocs nannte. Jack hatte über die Medocs gelesen. Es gab nicht viele Infos über sie. Eigentlich nur Legenden, die sich auch in Filmen und Büchern niederschlug.
Da kam Sergeant Martin Engel auf ihn zu. Der große Deutsche wirkte aufgeregt. „Gerade haben wir eine Nachricht bekommen. Unsere Leute auf dem Planeten sind auf Angehörige einer Rasse getroffen, die einst auf dem Planeten lebten. Sie nannten sich die …"
„… Medocs“, unterbrach Jack den USO-Spezialist.
Engel sah ihn erstaunt an. „Woher weißt du das?“
„Ich habe ebenfalls etwas gefunden, Matte. Eine Datei, in welcher der Bau einer Zeitmaschine protokolliert wurde. Sie muss sich irgendwo auf dem Mond befinden.“
„Gute Arbeit, Jack“, lobte Engel seinen Freund. „Der Solarmarschall und die anderen werden bald hier sein.“
„Sehr schön, dann werde ich noch weiter die Daten studieren, bis sie hier sind.“
Engel nickte und ging wieder in den Nebenraum, um Jack nicht zu stören.
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 18. Juli 2019, 11:44

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Homer G Adams
Terraner
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Da wir zurzeit viele Jubiläen im Bereich Raumfahrt und auch PR haben, ein weiterer Text dazu.

Spoiler:
Man sagt ja allgemein, dass man im Alter immer mit ‚Früher’ komme. Das hat mich früher gestört, aber heutzutage muss ich dieser Meinung zustimmen. :devil:

Ergo nochmals 1961

Dem Jahr als Gagarin seinen ersten ‚Weltraumflug’ unternahm, obwohl es nur der Suborbit war. Es handelte sich wie bereits in einem früheren Kommentar angesprochen, auch um das Jahr, als US-Präsident Kennedy (wir Kinder nannten ihn immer ‚Kenn i di’, im alemannischen bedeutete es: Kenne ich dich), sein legendäres und zukunftsweisendes ‚Mondprogramm’ ausrief. Auf die Frage, wieso er vierzig Milliarden Dollar (das wären heute Hunderte Milliarden) ausgeben wolle, meinte er, sinngemäß, weil wir die Größte und Fortschrittlichste Nation seien und es uns einfach zustände, auch im Weltraum die Nummer Eins zu sein.

Ja, so waren sie halt damals die Männer. In ihrem Konkurrenzdenken, dazu gehörten eben auch an führender Stelle, ihre ‚Helden’, die Astronauten, waren wohl neben ihrem jungen Präsidenten, die wichtigsten Vertreter dieser Gattung Mensch. Übrigens auch die Alten in der PR-Serie, wie Perry, Bully + Co hatten viele Züge davon. Sie wollten die Besten, die Ersten und die Größten sein. :devil:

Nun dieses Jahr 1961, brachte eben auch den Beginn der PR-Serie, die 1960 am Irschenberg in Bayern von den Gründer-Autoren Scheer und Darlton damals beschlossen und 1961 umgesetzt wurden.

Dann das für mich persönlich wichtige Jahr 1966. Es war das Jahr, als ich zur PR-Serie stieß. Wieso so spät, obwohl ich bereits seit 1961 lesen konnte, weiß ich nicht mehr so recht.

Ab 1961 las ich die Hethke-Comics, u.a. auch Nick dem Weltraumfahrer und die Bücher meines Onkels, der die komplette Karl May-Serie besaß.

Das Interesse gehörte allerdings spätestens 1962 sehr stark auch der Sci Fi.

Im nahen ‚Heftleladen’, eigentlich ein Tabakladen, gab es nicht nur die Hethke-Comics, sondern auch den Utopia Großband, den ich regelmäßig kaufte. Wieso der Ladenbesitzer erst 1965/66 Perry Rhodan ins Programm mit aufnahm, kann ich bis heute nicht nachvollziehen.
Mein Freund stieg dann ab Band 200 in die PR-Serie ein. Ich wollte nicht, weil ich ihm immer sagte, ich steige nicht mitten ins Geschehen ein. Weiter blieb ich bei Utopia und Nick dem Weltraumfahrer.
Dann im Mai 1966 gab es im Laden plötzlich zwei PR-Auflagen. Der Band zehn mit dem tollen Tibi von Bruck veranlasste mich in die Zweite Epoche der PR-Serie einzusteigen. Von der Erstauflage wollte ich immer noch nichts wissen.
Der Verlag bot an, die Hefte nachzukaufen. So bestellte ich die Bände 1-9 nach und hatte PR von Anfang an. Ebenso mein Freund, dem ich die Dinger natürlich zum Lesen gab. Unsere Taschengelder waren damals nicht üppig. Wir sollten sparen lernen, wie mir mein Vater später grinsend gestand. Im Übrigen wollte er von den ‚Groschenheften’ nichts wissen. So lasen wir halt heimlich und später lachte er nur darüber.

Als mir mein Freund Band 250 (die Sechste Epoche) von Scheer zeigte, stieg ich auch dort ein. Wir tauschten die Bände und waren mitten drin in PR.

Dort in der Erstausgabe tauchte auch ein Typ (Atlan) auf, der mich faszinierte. Dann wurden im Laden immer mehr PR gekauft und ein zugezogener SF-Fan war von Anfang dabei. Wir trafen uns am Tag als es im Laden die neuen wöchentlichen Perrys gab und diskutierten weiter über Perry. So erfuhren wir auch in welchen Bänden Atlan die PR Serie betrat. Dieser etwas ältere PR-Fan gab uns alle Atlanbände bis 149 zum Lesen und wir wurden alle Atlan- Fans. :devil:

Dann kam der Oktober 1969, das sind jetzt bald 50 Jahre und die Atlan- Serie trat in den Fokus. Die ‚Erstausgabe’ von PR veröffentlichte den Band 424 – Verschollen im Zeitstrom und war mitten im ‚Cappin-Zyklus’. Der Begründer der PR-Serie und der Figur Atlan KHS schrieb einen typischen Scheer-Roman, der uns allen zusagte. Vor allem die USO hatte es uns angetan.

Wir verehrten damals die Autoren, fast wie die realen Astronauten. Heute nicht mehr nachvollziehbar. Politisch erwachte ich erst ab 1970. Dann sahen wir auch PR sehr kritisch. Aber das ist ein anderes Jahrzehnt und Thema. Wir sind noch in den Sechziger. :devil:

Ehrlich konnte ich mir damals nicht vorstellen, selbst einmal viele, viele Storys über den ‚Einsamen der Zeit’ hobbymäßig zu schreiben. Auch das ist ein anderes Thema.
„Die Sechziger“, sagt mein Logiksektor. „Bleibe beim Thema!“

„Okay!“

Nun unsere Vorbilder waren neben Atlan, noch ES und der Hüter des Lichts Tengri Lethos.

Das war’s für heute von ‚Früher’.

Ad Astra

Homer
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