Gebrauchsanweisung für Band 11

Alles rund um die neue Miniserie

Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon Tostan » 3. September 2017, 15:15

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Tostan
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Liebe Leute.
Bei PR-Terminus haben wir einiges neues versucht. Wir haben zum ersten Mal die Handlung einer Miniserie in der tiefen Vergangenheit der Serie angesiedelt, wir haben regelmäßige Live-Chats mit den Autoren auf Facebook angeboten nun gibt es eine weitere Premiere - eine Gebrauchsanweisung für Band 11.
In diesem Heft trifft eine Figur eine Entscheidung, die moralisch durchaus unterschiedlich gesehen werden könnte.
Ich würde gern mit euch über diese Entscheidung nach dem Lesen des Romans diskutieren.
War die Entscheidung richtig? Hättet ihr euch anders entschieden und warum?
Darf man sich überhaupt so entscheiden? Gäbe es vielleicht nur eine einzige Handlungsoption, die man wählen dürfte?
Klingt kryptisch, ich weiß.
Aber keine Sorge, ihr werdet beim Lesen wissen, welche Stelle im Roman ich meine.
Und zusätzlich interessiert mich, wie ihr euch am Ende des Romans entschieden hättet.
Bin dann schon mal auf eure Meinungen gespannt ....

:aa:

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Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon dandelion » 3. September 2017, 19:44

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Schöner Appetitanreger. Wann gibts gleich nochmal den Roman? :D

Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon Tostan » 3. September 2017, 20:43

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dandelion hat geschrieben:Schöner Appetitanreger. Wann gibts gleich nochmal den Roman? :D


In Printform diesen Freitag - Abonnenten haben ihn meist schon Mittwoch.
Ebook Donnerstag Null Uhr

:-)

:aa.

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Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon Tiberius » 3. September 2017, 21:27

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Du bist ein ganz Schlimmer. ;)
Wirfst uns einen schönen Knochen hin, so daß man voller Vorfreude auf Mittwoch ist und hofft, daß die Post diesmal pünktlich ist. :D
Leser sind in der Überzahl und machen sich demzufolge mehr Gedanken über einen Roman, als es ein Autor je könnte.

Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon Tostan » 3. September 2017, 21:33

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Tiberius hat geschrieben:Du bist ein ganz Schlimmer. ;)
Wirfst uns einen schönen Knochen hin, so daß man voller Vorfreude auf Mittwoch ist und hofft, daß die Post diesmal pünktlich ist. :D


:devil:
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Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon Soulprayer » 8. September 2017, 21:43

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Hmmmm, ich bin mir nicht sicher, welche Person Sie jetzt meinen, Roman.
Die Person, welche überrascht worden ist, oder die, welche den Überraschten überrascht hat.
Oder mag es womöglich jemand ganz anders sein, und ich habe meine Aufmerksamkeit an die falsche Stelle fokussiert?
VG
Soulprayer

Neuer PR-Leser seit 2. Sept. 2015 - Durchgelesen: 520/2874 (<19 %) - seit Bd 2875 parallel am Lesen

Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon Günther Drach » 8. September 2017, 22:49

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Ich nehme an, diese furchtbare Gewissensentscheidung, vor der unser Perry gestellt wurde, ist gemeint:
Spoiler:
Zitarra liegt im Sterben, bricht Rhodan das ach so wichtige Unternehmen kurz vor Ziel ab und bringt den Dabrifaner zur nächsten Medostation?

Hmm. War mir irgendwie zu konstruiert.
Der vollständige Fanroman des NGF (2004 - 2008) -- tut euch was Gutes, lest ihn!

"Well, there's only one way to end a story, really."
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Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon Tostan » 9. September 2017, 09:58

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Soulprayer hat geschrieben:Hmmmm, ich bin mir nicht sicher, welche Person Sie jetzt meinen, Roman.
Die Person, welche überrascht worden ist, oder die, welche den Überraschten überrascht hat.
Oder mag es womöglich jemand ganz anders sein, und ich habe meine Aufmerksamkeit an die falsche Stelle fokussiert?


Spoiler:
Hätte Rhodan sich für Zitarra und gegen die Mission entscheiden sollen?

Zitat: Der Agent hatte ihm bei dem Wartungsroboter das Leben gerettet, und er hätte nun diese Schuld begleichen können. Andererseits stand das Schicksal des Solsystems und der ganzen Galaxis auf dem Spiel.
und
Je länger er nachdachte, desto geringer wurden Darren Zitarras Überlebenschancen. So oder so, er musste sich zwischen dem Agenten und den Völkern der Milchstraße entscheiden.
Einer gegen viele. Mein übliches Dilemma.

Ist es gerechtfertigt, einen zu opfern, um viele zu retten?


PS: Wir sind alle eine große Familie, sprich, du kannst mich ruhig duzen :-)

:aa:

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Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon Tostan » 9. September 2017, 09:59

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Günther Drach hat geschrieben:Ich nehme an, diese furchtbare Gewissensentscheidung, vor der unser Perry gestellt wurde, ist gemeint:
Spoiler:
Zitarra liegt im Sterben, bricht Rhodan das ach so wichtige Unternehmen kurz vor Ziel ab und bringt den Dabrifaner zur nächsten Medostation?

Hmm. War mir irgendwie zu konstruiert.


Äh ... ist ja keine Doku, ist ein Roman, sprich alles ist konstruiert :devil:

Wieso war es zu konstruiert? Hat sich ja aus dem Handlungsverlauf ergeben.
*grübel*

:aa:

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Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon Günther Drach » 9. September 2017, 12:35

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Tostan hat geschrieben:
Günther Drach hat geschrieben:Ich nehme an, diese furchtbare Gewissensentscheidung, vor der unser Perry gestellt wurde, ist gemeint:
Spoiler:
Zitarra liegt im Sterben, bricht Rhodan das ach so wichtige Unternehmen kurz vor Ziel ab und bringt den Dabrifaner zur nächsten Medostation?

Hmm. War mir irgendwie zu konstruiert.


Äh ... ist ja keine Doku, ist ein Roman, sprich alles ist konstruiert :devil:

Wieso war es zu konstruiert? Hat sich ja aus dem Handlungsverlauf ergeben.
*grübel*

:aa:

-O- Tostan -O-

Nun ja.
Vielleicht ist es das Problem der Dehnung dieser Szene, was du nebenan auch ansprichst. Beide, Perry und Zitarra, sind Profis. Perry sollte in der Lage sein, zu entscheiden, ob und wie er Zitarra helfen kann, ob die Mission im schlimmsten Fall wichtiger als dessen Leben ist. Und sich nicht minutenlang die Fingernägel vor Verzweiflung abkauen (omg, was soll ich nur tun), wie ein Forumskollege nebenan formulierte.
Der vollständige Fanroman des NGF (2004 - 2008) -- tut euch was Gutes, lest ihn!

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Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon Tostan » 9. September 2017, 12:48

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Günther Drach hat geschrieben:
Tostan hat geschrieben:
Günther Drach hat geschrieben:Ich nehme an, diese furchtbare Gewissensentscheidung, vor der unser Perry gestellt wurde, ist gemeint:
Spoiler:
Zitarra liegt im Sterben, bricht Rhodan das ach so wichtige Unternehmen kurz vor Ziel ab und bringt den Dabrifaner zur nächsten Medostation?

Hmm. War mir irgendwie zu konstruiert.


Äh ... ist ja keine Doku, ist ein Roman, sprich alles ist konstruiert :devil:

Wieso war es zu konstruiert? Hat sich ja aus dem Handlungsverlauf ergeben.
*grübel*

:aa:

-O- Tostan -O-

Nun ja.
Vielleicht ist es das Problem der Dehnung dieser Szene, was du nebenan auch ansprichst. Beide, Perry und Zitarra, sind Profis. Perry sollte in der Lage sein, zu entscheiden, ob und wie er Zitarra helfen kann, ob die Mission im schlimmsten Fall wichtiger als dessen Leben ist. Und sich nicht minutenlang die Fingernägel vor Verzweiflung abkauen (omg, was soll ich nur tun), wie ein Forumskollege nebenan formulierte.


Tja, wie man es macht, ist es falsch.
Zieht er die Dinge knallhart durch, heißt es, er ist ein kaltherziger, arroganter Unsterblicher, der den Bezug zum normalen Volk verloren hat und denkt er eine Minute lang nach, wiegt ein Leben gegen mehrere ab, heißt es, er zögert ... ;)

:aa:

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Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon nanograinger » 10. September 2017, 16:29

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Tostan hat geschrieben:
Günther Drach hat geschrieben:Ich nehme an, diese furchtbare Gewissensentscheidung, vor der unser Perry gestellt wurde, ist gemeint:
Spoiler:
Zitarra liegt im Sterben, bricht Rhodan das ach so wichtige Unternehmen kurz vor Ziel ab und bringt den Dabrifaner zur nächsten Medostation?

Hmm. War mir irgendwie zu konstruiert.


Äh ... ist ja keine Doku, ist ein Roman, sprich alles ist konstruiert :devil:

Wieso war es zu konstruiert? Hat sich ja aus dem Handlungsverlauf ergeben.

Vielleicht ist "inszeniert" das bessere Wort. Es geht darum, wie eine bestimmte Storyline "in Szene" gesetzt wird. Schauen wir uns das mal an. Im Ernst? Okay, wer das plausibel findet, bitte sehr.


Auf S. 17 Kapitel 5 schleichen sich Rhodan und Zitarra in ein System von Geheimgängen ein, das in den alten IMPERUMS-Schlachtschiffen eingebaut wurde, "um im Fall einer Übernahme hinter dem Rücken des Feinds zu den wichtigsten Räumen Zugang zu haben."
Clevere Idee, auch wenn das bisher meines Wissens nie erwähnt wurde, bisher hat man sich in solchen Situationen Wartungs- und Lüftungsgängen bedient.

Nur, wie Zitarra bemerkt: "Die Raumer wurden von den Fremden gebaut. Das Gangsystem muss aufgefallen sein." Auch wenn Rhodan das abwimmelt, hat Zitarra recht: Ein Zugang zu wichtigen Räumen muss auffallen, wenn er keine offensichtliche Funktion hat.
Aber gut, nehmen wir mal an, die Cyno-Aufsicht hat Tomaten auf den Augen, kann ja vorkommen, (auch wenn es mir bei solchen Geheimniskrämern unwahrscheinlich vorkommt).

Aber dann: In den Geheimgängen sind Fallensysteme verbaut. Jetzt wird es wirklich unglaubwürdig. Ein Gangsystem nicht zu bemerken, okay, aber wenn in das Gangsystem Fallen eingebaut werden? Ääh.... das geht mir dann schon zu weit.

Dann kommt endgültig der "Sprung über den Hai". Das Fallensystem kann ausgeschaltet werden, und das Passwort ist "Thora". Ja, das macht absolut Sinn, so würde ich das als Cyno auch nachbauen.

Schließlich kommt die Szene mit dem Energieleiter: Der ist sicher nicht gerade erst kaputt gegangen, und ich frage mich, wieso so eine Gefahrenquelle nicht längst repariert wurde, da sie sich sehr nahe des Positronikraums befindet. Aber lassen wir das, denn nun beginnt eine zwei Seiten lange Diskussion der Art "ich springe" "Nein, ich springe" "Nein, ich will aber", in der ganz zufällig Zitarra darüber sinniert, wie toll Rhodan doch ist, weil er sich selbst in Gefahr begibt, anstatt seine Untergebenen zu verheizen: "Bei jeder Entscheidung rang er mit sich, wog ab und trachtete danach, sogar das kleinste Übel zu vermeiden." usw. Dann noch der pathetische Appell, im Falle von Rhodans Tod die Terminus-Positionsdaten nach Terra zu bringen und nicht zu Dabrifa. Letzter Wunsch des Sterbenden, Händeschütteln, das ganze Programm.

Dann springt Zitarra doch als Erster und wird vom Blitz getroffen. Rhodan springt hinterher und belebt ihn wieder, vermutet aber innere Darmverletzungen. Jetzt ist das inszenierte "Einer gegen viele. Mein übliches Dilemma." erreicht.

Nur ist dieses Dilemma in den meisten Fällen gar keines, und so ist es auch hier. Denn Rhodan kann ja nicht einfach umkehren, Zitarra in seine Heimatbasis ausfliegen und dort medizinisch behandeln lassen, und nochmal von vorne beginnen. Sie befinden sich ja auf TERMINUS-ALPHA, ohne konkrete Möglichkeit zur Flucht. Würde er Zitarra nun direkt zu einer Medostation bringen, wäre die Kommandoaktion effektiv vorbei (was sie dann auch so ist, aber das weiß Rhodan noch nicht), und er müsste darauf hoffen, dass die CART RUDO irgendwann die Kavallerie ruft.
Das ist nicht wirklich eine vernünftige Option, und so lässt Roman Schleifer Rhodan dann auch die Tür zum Positronikraum öffnen.

Meine Meinung dazu: Wie auch an anderen Stellen des Romans erliegt Roman Schleifer hier seiner Tendenz, Aktionen pathetisch zu überhöhen.
(Anderes Beispiel: S. 54 zweite Spalte unten, in der Rhodan Bievre darauf verpflichtet, seine "Genialität ein(zu)setzen, um an vorderster Front dagegen (den Schwarm) zu kämpfen." Jawohl, Herr Schleifer ! )
Aber ab und zu mal den Ball flach zu halten und nicht mehmals in einem Roman von 60 Seiten auf den Totalabschuss zu setzen, wäre mir persönlich lieber.

Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon Tostan » 10. September 2017, 17:28

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Tostan
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nanograinger hat geschrieben:Nur, wie Zitarra bemerkt: "Die Raumer wurden von den Fremden gebaut. Das Gangsystem muss aufgefallen sein." Auch wenn Rhodan das abwimmelt, hat Zitarra recht: Ein Zugang zu wichtigen Räumen muss auffallen, wenn er keine offensichtliche Funktion hat.
Aber gut, nehmen wir mal an, die Cyno-Aufsicht hat Tomaten auf den Augen, kann ja vorkommen, (auch wenn es mir bei solchen Geheimniskrämern unwahrscheinlich vorkommt).


Ich darf Rhodan zitieren:
»Doppelwandige Struktur«, sagte Rhodan lapidar. »Wer sie zufällig aufmacht, sieht Quer- und Längsböden. Um das Gangsystem zu erkennen, muss man konkret danach suchen.
Abgesprochen mit zwei Risszeichnern.

nanograinger hat geschrieben:Aber dann: In den Geheimgängen sind Fallensysteme verbaut. Jetzt wird es wirklich unglaubwürdig. Ein Gangsystem nicht zu bemerken, okay, aber wenn in das Gangsystem Fallen eingebaut werden? Ääh.... das geht mir dann schon zu weit.


Äh ... wenn das Gangsystem nicht bemerkt wird, wie soll dann das Fallensystem daran bemerkt werden?
:gruebel:


nanograinger hat geschrieben:Dann kommt endgültig der "Sprung über den Hai". Das Fallensystem kann ausgeschaltet werden, und das Passwort ist "Thora". Ja, das macht absolut Sinn, so würde ich das als Cyno auch nachbauen.


Die Cynos bauen da ja nicht nach, weil die wissen nix davon.

nanograinger hat geschrieben:Schließlich kommt die Szene mit dem Energieleiter: Der ist sicher nicht gerade erst kaputt gegangen, und ich frage mich, wieso so eine Gefahrenquelle nicht längst repariert wurde, da sie sich sehr nahe des Positronikraums befindet.


Im Heft wird nicht ausgesagt, seit wann der Leiter defekt ist.

nanograinger hat geschrieben:Aber lassen wir das, denn nun beginnt eine zwei Seiten lange Diskussion der Art "ich springe" "Nein, ich springe" "Nein, ich will aber", in der ganz zufällig Zitarra darüber sinniert, wie toll Rhodan doch ist, weil er sich selbst in Gefahr begibt, anstatt seine Untergebenen zu verheizen: "Bei jeder Entscheidung rang er mit sich, wog ab und trachtete danach, sogar das kleinste Übel zu vermeiden." usw. Dann noch der pathetische Appell, im Falle von Rhodans Tod die Terminus-Positionsdaten nach Terra zu bringen und nicht zu Dabrifa. Letzter Wunsch des Sterbenden, Händeschütteln, das ganze Programm.


An anderer Stelle wurde moniert, dass Figurenentwicklung gefordert ist. Zitarra war die ganze Zeit gegen Rhodan und hat nun durch dieses Gespräch und die Bereitschaft von Rhodan, sich zu opfern, einen anderen Blick (man könnte auch sagen eine Entwicklung) auf Rhodan.
Und wie würde Rhodan wohl Zitarra davon abhalten, sich zu opfern?
Zitarra ist nicht sein Untergebener, also kann er doch nur auf die "Tränendrüse" drücken. Und gerade Rhodan mit seinem Talent Leute für sich einzunehmen und die richtigen Worte zu sagen, würde mMn genau so agieren, wie er agiert.
Klar kannst du ihn für dich anders sehen. Wäre mal interessant, eine Abstimmung zu machen, wie die Leute Rhodan sehen. Aber was dem einen zu viel Pathos ist, ist dem anderen zu wenig ...

nanograinger hat geschrieben:Dann springt Zitarra doch als Erster und wird vom Blitz getroffen. Rhodan springt hinterher und belebt ihn wieder, vermutet aber innere Darmverletzungen. Jetzt ist das inszenierte "Einer gegen viele. Mein übliches Dilemma." erreicht.

Nur ist dieses Dilemma in den meisten Fällen gar keines, und so ist es auch hier. Denn Rhodan kann ja nicht einfach umkehren, Zitarra in seine Heimatbasis ausfliegen und dort medizinisch behandeln lassen, und nochmal von vorne beginnen. Sie befinden sich ja auf TERMINUS-ALPHA, ohne konkrete Möglichkeit zur Flucht. Würde er Zitarra nun direkt zu einer Medostation bringen, wäre die Kommandoaktion effektiv vorbei (was sie dann auch so ist, aber das weiß Rhodan noch nicht), und er müsste darauf hoffen, dass die CART RUDO irgendwann die Kavallerie ruft.
Das ist nicht wirklich eine vernünftige Option, und so lässt Roman Schleifer Rhodan dann auch die Tür zum Positronikraum öffnen.


Doch, doch, könnte er.
Rhodan könnte wie von die beschrieben den Einsatz abbrechen und Zitarra retten. Er könnte sich sagen: Okay, ich rette Zitarra, werde entlarvt, aber ich finde schon einen Weg, die Daten anders zu erbeuten, denn ich entkomme aus der Gefangenschaft. Er hätte also auch einen über die anderen stellen.
Das ist ja die Frage nach dem "Schießen wir ein Flugzeug mit 300 Leuten ab, bevor es in ein Atomkraftwerk stürzt?"
Was ist wichtiger?
Der Einzelne oder viele?
Und Rhodan hat hier ja nur zwischen entlarvt werden und Daten erbeutet und einem Leben abgewogen. Die Frage ist nun: War das richtig?
Hätte er Zitarra nicht retten müssen?

nanograinger hat geschrieben:Meine Meinung dazu: Wie auch an anderen Stellen des Romans erliegt Roman Schleifer hier seiner Tendenz, Aktionen pathetisch zu überhöhen.
(Anderes Beispiel: S. 54 zweite Spalte unten, in der Rhodan Bievre darauf verpflichtet, seine "Genialität ein(zu)setzen, um an vorderster Front dagegen (den Schwarm) zu kämpfen." Jawohl, Herr Schleifer ! )
Aber ab und zu mal den Ball flach zu halten und nicht mehmals in einem Roman von 60 Seiten auf den Totalabschuss zu setzen, wäre mir persönlich lieber.


Gute Frage: Wie motiviert man Leute? Wie bringt man sie dazu, sich für eine Sache einzusetzen?
Wie bringt man Leute dazu, dass sie für eine Sache (oder eine Idee oder einen anderen Menschen) in den Tod gehen ... ?

:aa:

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Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon Günther Drach » 10. September 2017, 19:15

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nanograinger hat geschrieben:Aber dann: In den Geheimgängen sind Fallensysteme verbaut. Jetzt wird es wirklich unglaubwürdig. Ein Gangsystem nicht zu bemerken, okay, aber wenn in das Gangsystem Fallen eingebaut werden? Ääh.... das geht mir dann schon zu weit.


Äh ... wenn das Gangsystem nicht bemerkt wird, wie soll dann das Fallensystem daran bemerkt werden?
:gruebel:

Verbraucht es Energie?

Gab's dieses Geheimgängesystem eigentlich schon vorher, wurde es irgendwo mal erwähnt oder hast du's neu erfunden? Wie Nano bemerkt, normalerweise robbt man durch Wartungs/Lüftungs/Abwasserschächte (-- eigentlich ist das in solchen Situationen ein Muss).

Wer weiß eigentlich von diesen Schächten?

P.S. Inszeniert trifft es tatsächlich besser (statt konstruiert). Und du solltest Nanos Bemerkungen bzgl übertriebenem Pathos durchaus zu Herzen nehmen. Der hat mich schon in deiner #3 sehr gestört, ich denke immer noch mit Grausen an das Tekener-Gefunke ("ich gehe grinsend in den Tod" o.ä.).

Zu dieser Moraldiskussion: Hätte es in deinen Augen die Situation eigentlich geändert, wenn Zitarra zuvor Rhodan nicht gerettet hätte ? (also wenn dieser nicht in Gefahr geraten wäre bzw. sich hätte selbständig retten können)
Wildgewordene Reinigungsroboter mit Desintegratoren und lecke Energieleiter, diese Geheimgänge sind ja wirkliche Todesfallen.
Der vollständige Fanroman des NGF (2004 - 2008) -- tut euch was Gutes, lest ihn!

"Well, there's only one way to end a story, really."
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Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon Tostan » 10. September 2017, 19:41

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Günther Drach hat geschrieben:
Verbraucht es Energie?

Gab's dieses Geheimgängesystem eigentlich schon vorher, wurde es irgendwo mal erwähnt oder hast du's neu erfunden? Wie Nano bemerkt, normalerweise robbt man durch Wartungs/Lüftungs/Abwasserschächte (-- eigentlich ist das in solchen Situationen ein Muss).

Wer weiß eigentlich von diesen Schächten?


lt. T11: Es wurde im 21. Jahrhundert installiert, war aber nur einem kleinen Kreis an Leuten bekannt. Am Ende dann nur mehr einigen Unsterblichen.

Günther Drach hat geschrieben:P.S. Inszeniert trifft es tatsächlich besser (statt konstruiert). Und du solltest Nanos Bemerkungen bzgl übertriebenem Pathos durchaus zu Herzen nehmen. Der hat mich schon in deiner #3 sehr gestört, ich denke immer noch mit Grausen an das Tekener-Gefunke ("ich gehe grinsend in den Tod" o.ä.).


Naja, das ist ja subjektiv. Was für dich und Nano zu viel ist, ist für andere zu wenig.
Ich nehme jede Rückmeldung von Lesern ernst (drum bin ich auch hier so aktiv), weil ich natürlich kritisch prüfe, ob ich was verbessern kann.
Bei Tek fand ich das genau richtig. Das ist der Smiler und diese Aussage passt für mich zum Verständnis der Figur.

In T11 hätte Rhodan auch weniger Pathos haben können - ich wollte damit aber bewusst einen Kontrapunkt zu Zitarras gedanklichen Gemotze setzen. Letztendlich ging es darum, dass Rhodan Zitarra klar macht, wie er die Dinge sieht. Und da Rhodan gefühlt hat, dass Zitarra ihm ziemlich negativ gegenübersteht, hat er bewusst drastischer formuliert.

Günther Drach hat geschrieben:Zu dieser Moraldiskussion: Hätte es in deinen Augen die Situation eigentlich geändert, wenn Zitarra zuvor Rhodan nicht gerettet hätte ? (also wenn dieser nicht in Gefahr geraten wäre bzw. sich hätte selbständig retten können)
Wildgewordene Reinigungsroboter mit Desintegratoren und lecke Energieleiter, diese Geheimgänge sind ja wirkliche Todesfallen.



Da stellt sich für mich die Frage, ob Rhodan Zitarra gegenüber in der Schuld gestanden ist.
Darf sich der Großadministrator von so etwas beeinflussen lassen?
Darf er den Einzelnen über das Ganze stellen?
Das ist dann wieder die alte Frage ...
Vielleicht gibt es darauf auch keine allgemein gültige Antwort ...

:aa:

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Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon Ce Rhioton » 10. September 2017, 19:50

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Pathos ist ja nicht per se negativ besetzt.
Zu Zeiten des Solaren Imperiums halte ich solch ein Verhalten des damaligen Rhodan durchaus für nachvollziehbar.
Die Zeit bleibt Sieger

Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon nanograinger » 10. September 2017, 20:25

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Tostan hat geschrieben:
nanograinger hat geschrieben:Aber dann: In den Geheimgängen sind Fallensysteme verbaut. Jetzt wird es wirklich unglaubwürdig. Ein Gangsystem nicht zu bemerken, okay, aber wenn in das Gangsystem Fallen eingebaut werden? Ääh.... das geht mir dann schon zu weit.

Äh ... wenn das Gangsystem nicht bemerkt wird, wie soll dann das Fallensystem daran bemerkt werden?
:gruebel:

Das Raumschiff wird von den Cynos nachgebaut, vor vermutlich rund 1000 Jahren. Wie und wo wird nicht beschrieben, aber wir hatten ja zwei Romane auf Arcane 2, also gehe ich mal davon aus, dass dies hier ähnlich ablief. Soll heißen, ein unauffälliger Werftplanet (oder die SCHMIEDE), beeinflusste Belegschaft unter Aufsicht der Cynos.

Ich bin jetzt ein verantwortlicher Cyno und schaue mir an, was denn da so gebaut wird. Die Geheimgänge bemerke ich nicht, weil das alles nach
doppelwandigen Strukturen mit Quer- und Längsböden aussieht. Alles gut.

Aber dann soll in diesen Quer- und Längsböden Fallensysteme eingebaut werden. Sie sind unspezifiziert, aber ich gehe mal davon aus, dass sie nicht rein mechanische Fallen sind, wie wir sie von Indiana Jones-Filmen kennen, sondern Fallen, die eine Energieversorgung brauchen und die computergesteuert sind (sonst könnte man sie nicht via Passwort abschalten).

Jetzt frage ich mich als Cyno: Warum brauche ich eine Falle in einem doppelten Querboden? Und eine andere in einem doppelten Längsboden? Und schon entdecke ich ein System von diesem Böden, die ein durch Fallen gesichertes Gangsystem bilden.
Tostan hat geschrieben:
nanograinger hat geschrieben:Dann kommt endgültig der "Sprung über den Hai". Das Fallensystem kann ausgeschaltet werden, und das Passwort ist "Thora". Ja, das macht absolut Sinn, so würde ich das als Cyno auch nachbauen.

Die Cynos bauen da ja nicht nach, weil die wissen nix davon.

Das Gangsystem existiert (und die Fallen wohl auch), also wurde es nachgebaut (und das Passwort "Thora" wurde auch eingegeben).

Was meinst du also mit "Die Cynos bauen da ja nicht nach"?
Tostan hat geschrieben:
nanograinger hat geschrieben:Aber lassen wir das, denn nun beginnt eine zwei Seiten lange Diskussion der Art "ich springe" "Nein, ich springe" "Nein, ich will aber", in der ganz zufällig Zitarra darüber sinniert, wie toll Rhodan doch ist, weil er sich selbst in Gefahr begibt, anstatt seine Untergebenen zu verheizen: "Bei jeder Entscheidung rang er mit sich, wog ab und trachtete danach, sogar das kleinste Übel zu vermeiden." usw. Dann noch der pathetische Appell, im Falle von Rhodans Tod die Terminus-Positionsdaten nach Terra zu bringen und nicht zu Dabrifa. Letzter Wunsch des Sterbenden, Händeschütteln, das ganze Programm.

An anderer Stelle wurde moniert, dass Figurenentwicklung gefordert ist. Zitarra war die ganze Zeit gegen Rhodan und hat nun durch dieses Gespräch und die Bereitschaft von Rhodan, sich zu opfern, einen anderen Blick (man könnte auch sagen eine Entwicklung) auf Rhodan.
Und wie würde Rhodan wohl Zitarra davon abhalten, sich zu opfern?
Zitarra ist nicht sein Untergebener, also kann er doch nur auf die "Tränendrüse" drücken. Und gerade Rhodan mit seinem Talent Leute für sich einzunehmen und die richtigen Worte zu sagen, würde mMn genau so agieren, wie er agiert.
Klar kannst du ihn für dich anders sehen. Wäre mal interessant, eine Abstimmung zu machen, wie die Leute Rhodan sehen. Aber was dem einen zu viel Pathos ist, ist dem anderen zu wenig ...

Ich habe hier eigentlich nur die Inszenierung beschrieben, die ich hier bis auf den Pathos okay fand. Dass Zitarra als Erster springt, war für mich sowieso klar, das entspricht seiner Natur.
Tostan hat geschrieben:Doch, doch, könnte er.
Rhodan könnte wie von die beschrieben den Einsatz abbrechen und Zitarra retten. Er könnte sich sagen: Okay, ich rette Zitarra, werde entlarvt, aber ich finde schon einen Weg, die Daten anders zu erbeuten, denn ich entkomme aus der Gefangenschaft. Er hätte also auch einen über die anderen stellen.
Das ist ja die Frage nach dem "Schießen wir ein Flugzeug mit 300 Leuten ab, bevor es in ein Atomkraftwerk stürzt?"
Was ist wichtiger?
Der Einzelne oder viele?
Und Rhodan hat hier ja nur zwischen entlarvt werden und Daten erbeutet und einem Leben abgewogen. Die Frage ist nun: War das richtig?
Hätte er Zitarra nicht retten müssen?

Unpassende Vergleiche (Flugzeug abschießen) erhellen nichts.
Tatsächlich muss Rhodan davon ausgehen, dass sie in jedem Fall enttarnt werden, wenn er Zitarra in die Medostation bringt. Die Frage ist also, ob er vorher noch evtl. die Daten erbeutet oder gar nichts von dem Unternehmen vorzweisen hat.

Außerdem hat er Zitarra schon wiederbelebt hat, und es ist nicht so, dass er ihm eine Pulsader zuhalten muss, um seinen unmittelbaren Tod zu verhindern. Deshalb halte ich die Inszenierung des "der Einzelne oder viele?" hier pathetisch überhöht.
Tostan hat geschrieben:
nanograinger hat geschrieben:Meine Meinung dazu: Wie auch an anderen Stellen des Romans erliegt Roman Schleifer hier seiner Tendenz, Aktionen pathetisch zu überhöhen.
(Anderes Beispiel: S. 54 zweite Spalte unten, in der Rhodan Bievre darauf verpflichtet, seine "Genialität ein(zu)setzen, um an vorderster Front dagegen (den Schwarm) zu kämpfen." Jawohl, Herr Schleifer ! )
Aber ab und zu mal den Ball flach zu halten und nicht mehmals in einem Roman von 60 Seiten auf den Totalabschuss zu setzen, wäre mir persönlich lieber.

Gute Frage: Wie motiviert man Leute? Wie bringt man sie dazu, sich für eine Sache einzusetzen?
Wie bringt man Leute dazu, dass sie für eine Sache (oder eine Idee oder einen anderen Menschen) in den Tod gehen ... ?

Von "in den Tod gehen" ist hier nicht die Rede, du neigst wirklich zum Pathos. B-)
Wie motiviert man Leute? Indem man sie überzeugt, dass es für sie das Richtige ist, was sie tun sollen.

Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon nanograinger » 10. September 2017, 20:28

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Ce Rhioton hat geschrieben:Pathos ist ja nicht per se negativ besetzt.
Zu Zeiten des Solaren Imperiums halte ich solch ein Verhalten des damaligen Rhodan durchaus für nachvollziehbar.

Ich habe nichts gegen Pathos, wenn er da eingesetzt wird, wo es passt. In einer Situation wie auf Seite 54 beschrieben halte ich es aber für unpassend.

Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon Arthur Dent » 10. September 2017, 20:46

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Diese Geschichte mit dem Nachbau von Schiffen und den damit aufgeworfenen Fragen fußt m.E. auf der Annahme, dass Schiffe noch in guter alter Handarbeit, ähnlich von Schiffen unserer realen Welt, gebaut werden. Ich denke aber, dass in den Romanen, die auf Arcane spielen, klar wurde, dass die Cynos Baupläne gestohlen haben. Und das Schiffe weitgehend automatisiert hergestellt werden. Die "Arbeiter" und die Aufseher werden wohl kaum mit Wartungsschächten, Doppelwandungen etc. in Berührung gekommen sein. Irgendwie ist es beinahe ein lustiger Gedanke. In den Bauplänen für eine Kugel mit 1500 m (!) Durchmesser sind Geheimgänge enthalten. Und Maschinen bauen das schlicht und ergreifend, ohne darüber einen Gedanken zu verschwenden, nach. Selbst die Programmierung von Türsystemen oder eben von Fallensystemen wird kaum von Hand erfolgen. Die Software wird als Template vorhanden gewesen sein und einfach ausgerollt. Kein Cyno schaut da nochmal drauf!

Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon Tostan » 10. September 2017, 20:54

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nanograinger hat geschrieben:Das Raumschiff wird von den Cynos nachgebaut, vor vermutlich rund 1000 Jahren.

Das Schiff wurde nicht nachgebaut, sondern das ist ein ausgemustertes Schiff der terranischen Flotte. Sie haben die Schiffe für ihren Verwendungszweck umgerüstet und den Geheimgang nicht entdeckt.

nanograinger hat geschrieben:Unpassende Vergleiche (Flugzeug abschießen) erhellen nichts.
Tatsächlich muss Rhodan davon ausgehen, dass sie in jedem Fall enttarnt werden, wenn er Zitarra in die Medostation bringt. Die Frage ist also, ob er vorher noch evtl. die Daten erbeutet oder gar nichts von dem Unternehmen vorzweisen hat.

Außerdem hat er Zitarra schon wiederbelebt hat, und es ist nicht so, dass er ihm eine Pulsader zuhalten muss, um seinen unmittelbaren Tod zu verhindern. Deshalb halte ich die Inszenierung des "der Einzelne oder viele?" hier pathetisch überhöht.


Ist für mich okay, wenn du das überhöht empfindest.

Bleibt noch die Frage, ob Rhodan nicht auf den Erfolg der Mission verzichten hätte müssen ... bei Atlan wäre es klar gewesen. Der hätte Zitarra liegen lassen, ohne nachzudenken, weil das übergeordnete Ziel wichtiger war.
Aber Rhodan ... naja, er hat zumindest darüber nachgedacht. Vielleicht genügt das schon, um ihn moralisch abzuheben.

nanograinger hat geschrieben:Von "in den Tod gehen" ist hier nicht die Rede, du neigst wirklich zum Pathos. B-)
Wie motiviert man Leute? Indem man sie überzeugt, dass es für sie das Richtige ist, was sie tun sollen.


Und da hängt es jetzt von jedem Einzelnen an, ob er viel oder wenig Pathos verwendet ... :-)

:aa:

-O- Tostan -O-
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Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon Kritikaster » 10. September 2017, 21:13

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Nur mal so meine persönliche Einschätzung zum Thema.
Nanograingers Kritik an dem Vorhandensein von Geheimgängen, Fallensystemen und Passwort teile ich komplett. Es fiel mir an der Stelle schwer, den Roman noch ernst zu nehmen.
Zu viel Pathos? Schiebe ich auf die Retroanteile dieser Geschichte.

Ethisches Dilemma: Der Umgang damit war für mich falsch geschildert. Ich komme ja in meiner Betrachtung häufig eher vom Detail als vom großen Ganzen. Deshalb stolperte ich über das Wort "nachdenklich" in dem Zusammenhang. Wenn mich etwas nachdenklich macht, dann habe ich Zeit und Muße, mich damit zu beschäftigen. Das passte nicht zur beschriebenen Situation.
Zudem müsste ich, um als Leser das Dilemma und die Gedankengänge nachvollziehen zu können, wesentlich mehr Informationen über die Randbedingungen haben. Robotisch gesprochen: Wie schätze ich die Wahrscheinlichkeit des Überlebens von Zitarra im Verhältnis zu welcher Zeitspanne fehlender Behandlung ein. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, die fehlenden Informationen auch dann noch zu bekommen, wenn ich mich unmittelbar stelle. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Informationen durch jemand anderen erbeutet werden können. Etc., etc..
So wie ein Roboter alle relevanten Wahrscheinlichkeiten in Sekundenbruchteilen errechnen würde, um zu einer Entscheidung zu kommen, so würde ein Mensch in solch einer Situation in Sekunden intuitiv eine Entscheidung fällen, in die dann auch noch emotionale Komponenten mit eingehen. Gerade Rhodan, für den solche Entscheidungen nicht völlig neu und ungewohnt sind, wüsste, dass er durch langes Nachdenken keine bessere Entscheidungsfindung erzielen kann.
Nachdenken, ob er etwas hätte besser machen können, kann er dann nachher.
Insofern hat mich die Szene nicht überzeugt. 8-)

Die Diskussion hier hat mich an das Beispiel eines ethischen Dilemmas erinnert, das mich wirklich bewegt hat:
Ein außer Kontrolle geratener Zug rast auf einen entgegenkommenden vollbesetzten Intercity zu. Als Stellwerksverantwortlicher haben sie noch acht Sekunden Zeit, eine dazwischenliegende Weiche umzustellen, die den rasenden führerlosen Zug auf ein Nebengleis umlenken kann. Auf dem Nebengleis wartet ein Regionalzug mit normalerweise etwa sechs Reisenden, um den IC vorbeizulassen. Diesen Regionalzug benutzt in der Regel ihre sechzehnjährige Tochter auf dem Rückweg von der Schule. Stellen sie die Weiche um?

Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon Günther Drach » 10. September 2017, 21:24

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Günther Drach
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Tostan hat geschrieben:Da stellt sich für mich die Frage, ob Rhodan Zitarra gegenüber in der Schuld gestanden ist.
Darf sich der Großadministrator von so etwas beeinflussen lassen?
Darf er den Einzelnen über das Ganze stellen?
Das ist dann wieder die alte Frage ...
Vielleicht gibt es darauf auch keine allgemein gültige Antwort ...

:aa:

-O- Tostan -O-

Und ich denke, seine Entscheidung wird in jedem Fall die gleiche sein.

Wie alt ist denn dein Rhodan? Wie lange ist er im Job? Wie häufig, denkst du, wurde er mit solchen Situationen bereits konfrontiert?
Will sagen: er sollte keinen Koller kriegen, nicht aus Gewissensbisse erstarren. Er sollte wissen, was auf dem Spiel steht. Er sollte abschätzen können, inwieweit und wie er Zitarra helfen kann. Er sollte abschätzen können, ob das Risiko, jetzt abzubrechen und wahrscheinlich aufzufliegen, vertretbar ist. Ja doch, ich denke, dass ein Rhodan gelegentlich auch kalt kalkulieren kann.
Ein "wenn ich gefangen werde, komme ich eh wieder frei" -- Junge, das ist lächerlich, ist Rhodan in deinen Augen wirklich so von Größenwahn durchsetzt?
Und nein, er hat in 1500 Jahren seine Gegner nicht einfach pulverisiert, er hat genug Rückschläge hingenommen. Second Genesis. Panither. Glaubst du, er fühlte sich als der große Gewinner, als er im 399er im zerstörten Terrania herumirrte?
Er sollte sich fragen "wenn ich gefangen werde, können Sukurai und Juki den Job übernehmen / können sie mich eventuell heraushauen? Wenn nicht, was sind die Optionen?" "Ich Teufelskerl komm schon frei" ist keine Option.

Auch in dieser anderen, von euch hochstilisierten Sache: Glaubt ihr wirklich, dass Rhodan erst jetzt klar wird, wie viele Leben er durch den Fall Laurin zerstört hat? Dass ihm das bei der Planung nicht genug schlaflose Nächte gekostet hat? Er musste abwägen und er hat es getan: die Todesopfer, die der offene Krieg mit der Anti-Terra-Koalition zur Folge hätte, gegen die Folgen des Laurin-Projektes. Glaubt ihr, er hat sich das leicht gemacht?
(Natürlich, hätte er Dabrifa einfach den goldenen Schlüssel Terranias überreicht und gleich alle Zellaktivatoren mit, die Anzahl der Todesopfer wäre wohl nur zweistellig gewesen.)
Der vollständige Fanroman des NGF (2004 - 2008) -- tut euch was Gutes, lest ihn!

"Well, there's only one way to end a story, really."
"Don't tell me: Happily ever after?"
"That's the one"

-- Hob Gadling to Gwen (from Neil Gaiman's Sandman)

Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon nanograinger » 11. September 2017, 00:23

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nanograinger
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Tostan hat geschrieben:
nanograinger hat geschrieben:Das Raumschiff wird von den Cynos nachgebaut, vor vermutlich rund 1000 Jahren.

Das Schiff wurde nicht nachgebaut, sondern das ist ein ausgemustertes Schiff der terranischen Flotte. Sie haben die Schiffe für ihren Verwendungszweck umgerüstet und den Geheimgang nicht entdeckt.

Du hast recht, ich habe den einen Satz nicht richtig gelesen und oben auch nicht richtig zitiert. Auf Seite 18 sagt Zitarra:
"Die Raumer wurden von den Fremden umgebaut. Das Gangsystem muss aufgefallen sein."
Damit ist in der Tat denkbar, dass die Cynos die Geheimgänge nicht entdeckt haben, auch wenn ich es angesichts der Ausgänge zu wichtigen Räumen und den Fallensystemen immer noch für unplausibel halte.

Bezüglich Pathos haben wir offensichtlich unterschiedliche Meinungen. Ich meine, dass Pathos durchaus eingesetzt werden sollte, aber eben nur an den Stellen, die es auch verdienen. Ansonsten wirkt ein Roman wie eine hübsche, aber zu stark geschminkte Frau mit zu offensivem Parfüm. B-)

Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon Elena » 11. September 2017, 22:57

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Kritikaster hat geschrieben:...
Die Diskussion hier hat mich an das Beispiel eines ethischen Dilemmas erinnert, das mich wirklich bewegt hat:
Ein außer Kontrolle geratener Zug rast auf einen entgegenkommenden vollbesetzten Intercity zu. Als Stellwerksverantwortlicher haben sie noch acht Sekunden Zeit, eine dazwischenliegende Weiche umzustellen, die den rasenden führerlosen Zug auf ein Nebengleis umlenken kann. Auf dem Nebengleis wartet ein Regionalzug mit normalerweise etwa sechs Reisenden, um den IC vorbeizulassen. Diesen Regionalzug benutzt in der Regel ihre sechzehnjährige Tochter auf dem Rückweg von der Schule. Stellen sie die Weiche um?

Nein - nein - nein, nicht das eigene Kind. Das kann keiner. Wenige für viele opfern, okay, das mag noch gehen, aber wenn unter den wenigen das eigene Kind ist, dann sieht die Sache wieder anders aus. Ich möchte so eine Entscheidung nicht treffen. Ich könnte nicht gegen mein eigenes Kind entscheiden, auch wenn ich hinterher wahrscheinlich Alpträume von meiner Entscheidung bekommen würde, aber nicht gegen das eigene Kind - NIEMALS !!!
Ein bisschen gesunder Menschenverstand, Toleranz und Humor - wie behaglich es sich dann auf unserem Planeten leben ließe.
- William Somerset Maugham

Re: Gebrauchsanweisung für Band 11

Beitragvon wepe » 11. September 2017, 23:52

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Elena, das ist eben uraltes Drama, in das schon "die Götter" die Menschen zwingen - Denk an Abraham, der seinen Sohn opfern soll!
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