Erzählstile

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Erzählstile

Beitragvon Kapaun » 31. März 2018, 01:07

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Kapaun
Kosmokrat
Beiträge: 8894
Registriert: 2. Juli 2012, 22:34
Es gibt ja verschiedene Erzählstile. Man kann beispielsweise (wie in den modernen PR-Folgen) eine Geschichte breit ausfransend erzählen, mit vielen handelnden Personen, mit vielen Schauplätzen, die mehr oder weniger gleichzeitig bespielt werden. Das hat Vor- und Nachteile. Viele Leute mögen epische Schmöker, man kann bunte und abwechslungsreiche Szenarien erfinden, etc. Gerade bei Heft-Serien zeigen sich aber auch die Nachteile: Bis man wieder bei einem Schauplatz anlangt, sind manchmal Monate Realzeit vergangen, und die Leser erinnern sich kaum noch an Handlung und Personal. Man könnte natürlich Handlungsstränge in einem Rutsch zu Ende erzählen, aber dann müsste man beim Wechsel zum nächsten Schauplatz ein ganzes Stück in die Vergangenheit springen, und das gibt eine komplizierte Struktur, die nicht nur dem Leser, sondern auch den Autoren einiges abverlangt. Je komplizierter, desto fehleranfälliger.

Dann gibt es alternativ die "schlanke" Geschichte: Man verfolgt mehr oder weniger eine einzige Handlung mit wenigen Ausfransungen und vergleichsweise kleinem Kreis der Akteure. Neo arbeitet so. Die Vorteile liegen auf der Hand, aber Nachteile gibt es eben auch: Wenn manchen Lesern Story und/oder handelnde Personen nicht gefallen, haben sie kaum Gelegenheit, sich anderswo, bei anderen Handlungssträngen oder anderen Figuren, zu erholen und werden daher wesentlich rascher geneigt sein, der Serie den Rücken zu kehren.

Und dann gibt es noch die Art und Weise, wie die ganz frühen Zyklen funktioniert haben: Sie hatten schon eine mehr oder weniger zusammenhängende Hintergrund-Geschichte, oft mit wechselnden Schwerpunkten, aber diese Geschichten bestanden aus einzelnen Romanen, die viel mehr für sich standen, in einer recht abgeschlossenen Geschichte eine Facette des Gesamtproblems erzählten und eine Vielzahl von Figuren vorführten, die oft nur in einem einzigen Heft vorkamen. Zwei eng zusammenhängende Romane (meist von ein- und demselben Autor) waren da in der Regel schon das Maximum und wurden nur selten durch längere Sequenzen ergänzt. Meines Erachtens ist diese Erzählweise für Heftromane ideal. Die Autoren müssen längst nicht so eng zusammenarbeiten, um Fehler und Widersprüche zu vermeiden, die Leser verlieren den Faden bei weitem nicht so schnell und leicht, und das abwechslungsreiche Programm sorgt dafür, dass weniger begeisternde Hefte (egal ob wegen Handlung oder Personal) vom Leser viel leichter weggesteckt werden. Die Handlung fasert zwar auf, wird aber zeitnah (meist im selben Heft) zum Abschluss gebracht.

Vielleicht mal ein Thema für die Factory.

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