Serienkanon oder Nicht-Serienkanon, das ist hier die Frage

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HerbertSeufert
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@M13

Wir sind jetzt bei 59% des Zyklus und wissen absolut nichts Verlässliches, auf dessen Boden man irgendeine zielführende Spekulation anstellen könnte.
Alles kann Fake sein, bei Vielem wird sich das vermutlich auch so ergeben.

Der ganze Zyklus lebt vom Gedanken des Fakes.

Das Kneten geht in jede zeitliche Richtung.

Wir haben zur Zeit nicht mal Treibeisschollen verlässlicher Erkenntnis.
Jedes Geschichtenelement, über das man lohnenswerterweise nachdenken könnte, kann schon als Basis von Überlegungen falsch sein.

Mich persönlich stimmt dies eher etwas depressiv.
Ist die Auseinandersetzung zwischen Arkoniden und Halutern in geschilderter Form überhaupt wahr?
Erst, wenn wir das wüssten, könnte man anfangen, nachzudenken bzw. über ein Weshalb und Wozu Überlegungen anzustellen.

Dies gilt jetzt wohl auch im Übertrag auf die Vergangenheit.

Ein relativ stabiles und verlässliches Element der Serie wie bspw. die Haluter scheint es nicht mehr zu geben.
Jedenfalls ist dies nun höchst unsicher.

Vielleicht ist der Ruf nach dem verlässlichen Kanon eine Art Sehnsucht nach Zeiten, in denen es noch bestimmte Dinge gab, die als Anhalt dienten.
Ich sehe dies als verständliches und nicht zu veruteilendes Bedürfnis von Lesern.

Neues ist immer möglich, bestimmte Dinge aber sollten auch bleiben.
Damit meine ich nicht nur die bloße Weiterexistenz von Perry, Atlan, Bully und Gucky.
E=mc²
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Pucky
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HerbertSeufert hat geschrieben:Ist die Auseinandersetzung zwischen Arkoniden und Halutern in geschilderter Form überhaupt wahr?

m.M.n.: Mit großer Wahrscheinlichkeit ist es nicht wahr. Was wirklich geschah, aber auch, weshalb man, wie ich inzwischen annehme, die Erinnerungen der Arkonidin gefälscht hat, werden wir hoffentlich noch erfahren.
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Mr Frost
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Ich habe Wim so verstanden, dass die Expokraten und Autoren doch gerne selbst schreiben möchten, was Kanon ist und was nicht (und sich nicht sonderlich gerne von außen vorschreiben lassen wollen, was dieser Serienkanon genau ist).
Somit wäre das Motto ganz nach Kafka: "Wege enstehen dadurch, dass man sie geht"...(WENN ich Wim richtig interpretiert habe).

Ein bisschen kann ich dies auch verstehen. Denn die Konzeption der Serie und die Geschichtenentwicklung ist sicherlich keinesfalls einfach. Und die Zufriedenheit von Alt- und Neulesern dabei nicht immer in Übereinklang zu bringen. Auch wenn ich mir letzteres wünschen möchte.

Dennoch bin ich der Meinung, dass es eine größere Basis und Übereinkunft darüber geben wird, was Kanon ist und was nicht und dass nicht alles, was mal in der Serie gewesen ist, prinzipiell anders betrachtet oder hinterfragt werden muss. Ich hoffe, dass auch die aktuellen Expokraten dies in großen Teilen so sehen und dem zustimmen würden (auch wenn es manchmal anders scheint).
Aber wie sollte man diese Basis genau definieren? Es bleibt schwierig.

Ich bitte lediglich zu bedenken, dass auch George Lucas mit dem Abdrehen der neueren STAR WARS-Teile I-III für sich in Anspruch genommen hat, seine eigene Vision zu entwerfen und sich sicherlich auch immer eine positive Resonanz der Fans darauf erhoffte. In seinem Falle hat dies sicherlich nicht in jeder Hinsicht so funktioniert. [Ähnlich ist dies mit den J.J.Abrams-STAR TREK-Filmen, die mir so gar nicht (mehr) gefallen].

Damit will ich Wim nicht mit George Lucas vergleichen. Denn Wim kann brillant schreiben...Und ohne seine Beiträge als Autor wäre mir das Weiterlesen manchmal nicht so leicht gefallen.

Ich will nur darauf hinweisen, dass die Macher einer Serie natürlich immer machen können, was sie für richtig halten und auch das zum Kanon erklären dürfen, was sie selbst möchten.
Und dies kann (!!) gefallen.
ABER es MUSS nicht zwangsläufig jedem gefallen. Und es MUSS auch nicht allen ALLES gefallen.

Wenn das, was Serienmacher planen und schreiben (und die Auflage stabil bleibt oder steigt), kann man sich dann auch über den Erfolg und das Lob freuen.

Wenn aber allen nicht alles gefällt, z.B. Storylines, die (scheinbar?) verschwinden, oder Romane, die Elemente beinhalten, die keinen klaren kausalen Sinn machen (oder nur "Gimmicks" sind) oder Stories, die sehr viel Realitäts-Unsicherheit mit sich bringen (Parallelwelten, retrograde Zeitlinien, Enden der Zeit etc.), Entfernen oder Umdeuten/ Transformieren beliebter Figuren, dann muss man im Gegenzug auch mit Kritik leben können.

Wenn man MIT LOB UND mit KRITIK gleichermaßen leben kann, dann ist man vorbereitet.
Und wenn dann noch ein schlüssiger, befriedigender Zyklusabschluss und ein Auflösen der potentiellen Fakes hinzukäme, würde mich dies noch mehr freuen.
Die Kernaussage "Es gibt keinen festen Realitätsboden und es bleibt unklar, was real und nicht real ist" fasziniert mich bei Philipp K. Dick in höchstem Maße.
Für PR wünsche ich mir allerdings einen sehr viel festeren Realitätsboden. Ich hoffe, dass dies kein frommer Wunsch bleibt... -_- .
Zuletzt geändert von Mr Frost am 3. Mai 2018, 22:07, insgesamt 11-mal geändert.
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zephydia
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Pucky hat geschrieben:m.M.n.: Mit großer Wahrscheinlichkeit ist es nicht wahr. Was wirklich geschah, aber auch, weshalb man, wie ich inzwischen annehme, die Erinnerungen der Arkonidin gefälscht hat, werden wir hoffentlich noch erfahren.


Ich hatte ja schon im Spoilerthread mit dem Gedanken gespielt dass die Aufzeichnung Suunas eine Fälschung sein könnte. Aber wenn das wirklich der Fall wäre, hätte es dann keine deutlicheren Hinweise darauf gegeben?
Im Moment tendiere ich dazu erstmal davon auszugehen dass der Bericht in etwa der Wahrheit entspricht aber einige Details fehlen oder verändert wurden. Ich wäre zum Beispiel nicht überrascht wenn Homunk/Niemandssohn etwas mit dem Plan gegen die Haluter zu tun hätte.
Nebenbei frage ich mich auch ob Homunk/Niemandssohn und der Homunk den Perry früher auf Wanderer traf wirklich der selbe ist.
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HerbertSeufert
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@zephydia

Im WV-Roman Nr. 2919 »Die Enklaven von Wanderer« heißt es, dass Wanderer auf beiden Seiten der Scherung existiert, das bedeutet, die diesseitige ES-Bleibe ist nicht der Kunstplanet Wanderer, den PR und andere Protagonisten kennengelernt haben.

Auch Ellert, der laut Homunk zum Hüter Wanderers bestellt ist, ist nicht identisch mit der Urfigur.
Bei seinem Tod im Jahre 1972 wurde er von ES an zwei verschiedene Zeitorte geführt.
Die jetzt im Zyklus agierende Version Ellerts war wie Wanderer während der vergangenen Zeit an einem interuniversellen, ja außerzeitlichen Ort.

Also gut möglich, dass auch der fragmentierte Homunk ein Anderer ist als der, den wir zu kennen glauben.

Das ist meine persönliche Meinung zu dem, was Du vermutest.
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Pucky
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zephydia hat geschrieben:Ich hatte ja schon im Spoilerthread mit dem Gedanken gespielt dass die Aufzeichnung Suunas eine Fälschung sein könnte. Aber wenn das wirklich der Fall wäre, hätte es dann keine deutlicheren Hinweise darauf gegeben?


Vielleicht hielt Vim das Geschriebene in dieser Hinsicht für ausreichend und wollte nicht deutlicher werden.

Falls aber die jetzige Vermutung "gefälschte Erinnerung" zutrifft, hätte es mir gefallen, wenn sich die Leute, die im Heft den Bericht lesen, entsprechende Gedanken gemacht hätten,
Ich gebe zu: Das wäre dann ein relativ deutlicher Hinweis auf das gewesen, was ansonsten gut versteckt wurde. Ohne geschilderte Überlegungen der Art "WAS haben die Arkoniden? Haluterschiff abgeschossen? Womit denn?" erzeugte das alles bei mir nur den Gedanken "Denen kann man auch Alles erzählen. Wenn im Bericht gestanden hätte 'Wir haben laut BUMM geschrien und das hat den Haluterraumer umgehauen' hätten die's auch geglaubt".
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zephydia
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Mr Frost hat geschrieben:
...
Dennoch bin ich der Meinung, dass es eine größere Basis und Übereinkunft darüber geben wird, was Kanon ist und was nicht und dass nicht alles, was mal in der Serie gewesen ist, prinzipiell anders betrachtet oder hinterfragt werden muss. Ich hoffe, dass auch die aktuellen Expokraten dies in großen Teilen so sehen und dem zustimmen würden (auch wenn es manchmal anders scheint).
Aber wie sollte man diese Basis genau definieren? Es bleibt schwierig.

Ich bitte lediglich zu bedenken, dass auch George Lucas mit dem Abdrehen der neueren STAR WARS-Teile I-III für sich in Anspruch genommen hat, seine eigene Vision weiterzuentwickeln oder seinen eigenen Kanon auszubreiten und sicher immer eine positive Resonanz der Fans darauf erhoffte. In dessen Falle hat dies sicherlich nicht in jeder Hinsicht so funktioniert. [Ähnlich ist dies mit den J.J.Abrams-STAR TREK-Filmen, die mir so gar nicht (mehr) gefallen].

Damit will ich Wim nicht mit George Lucas vergleichen. Denn Wim kann brillant schreiben...Und ohne seine Beiträge als Autor wäre mir das Weiterlesen manchmal nicht so leicht gefallen.

Ich will nur darauf hinweisen, dass die Macher einer Serie natürlich immer machen können, was sie für richtig halten und auch das zum Kanon erklären dürfen, was sie selbst möchten.
Und dies kann (!!) gefallen.
ABER es MUSS nicht zwangsläufig jedem gefallen. Und es MUSS auch nicht allen ALLES gefallen.



An Star Wars ( insbesondere "Die letzten Jedi") aber auch an Star Trek Discovery muss ich in dem Zusammenhang auch denken. Wie sagte Kylo Ren "Let the past die. Kill it if you have to"...
Und dass scheint im Moment dass Motto überall in der Unterhaltungsindustrie zu sein. Nur will man von der Vergangenheit auch nicht lassen. Im Gegenteil, so viele Sequels, Prequels und Reboots wie zur Zeit gab es noch nie.
Passt dass zusammen? Wenn man von den alten Dingen so eingeschränkt wird, sollte man dann nicht vielleicht seine eigenen Universen erschaffen und sich nicht an Markennamen wie Star Wars oder Star Trek klammern?

Und ein bisschen befürchte ich dass auch Macher von PR sich dieses Motto zu eigen gemacht haben.

Oder wäre es möglich neue Geschichten zu erzählen und trotzdem zumindest einen Teil der früheren PR Serie zu erhalten?
Als ich mit 2950 wiedereinstieg und bis 2957 (auch wenn mir natürlich nicht alle Hefte gleich gut gefielen) hatte ich das Gefühl dass die Expokraten und Autoren eine gute Mischung aus dem klassischen und dem neuen PR gefunden hätten. Für mich tatsächlich das Beste beider Welten. :)
Und darum war 2958 dann für mich wie eine eiskalte Dusche. :nixweis:
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zephydia
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Pucky hat geschrieben:
zephydia hat geschrieben:Ich hatte ja schon im Spoilerthread mit dem Gedanken gespielt dass die Aufzeichnung Suunas eine Fälschung sein könnte. Aber wenn das wirklich der Fall wäre, hätte es dann keine deutlicheren Hinweise darauf gegeben?


Vielleicht hielt Vim das Geschriebene in dieser Hinsicht für ausreichend und wollte nicht deutlicher werden.

Falls aber die jetzige Vermutung "gefälschte Erinnerung" zutrifft, hätte es mir gefallen, wenn sich die Leute, die im Heft den Bericht lesen, entsprechende Gedanken gemacht hätten,
Ich gebe zu: Das wäre dann ein relativ deutlicher Hinweis auf das gewesen, was ansonsten gut versteckt wurde. Ohne geschilderte Überlegungen der Art "WAS haben die Arkoniden? Haluterschiff abgeschossen? Womit denn?" erzeugte das alles bei mir nur den Gedanken "Denen kann man auch Alles erzählen. Wenn im Bericht gestanden hätte 'Wir haben laut BUMM geschrien und das hat den Haluterraumer umgehauen' hätten die's auch geglaubt".


Wenn es denn ein absichtlicher Fehler war. Aber ich hätte auch erwartet dass dann jemand von Team Ellert darüber nachdenkt ob der Bericht glaubwürdig ist. Oder dass irgendwo im Bericht Holzkästchen erwähnt würden (falls die Erinnerung Suunas Manipuliert war).
Abgesehen davon... Ich wundere mich ob Homunks Geschichte warum ES ihn zerteilt hat stimmt. Ich meine Arme, Beine und Kopf abgehackt, auf verschiedene Enklaven verteilt. Vielleicht sah ES oder jemand anders diesen Homunk als Gefahr an und wollte verhindern dass er Wanderer verlässt. Nur so als Idee...

Re: Serienkanon oder Nicht-Serienkanon, das ist hier die Fra

Beitragvon Frank Chmorl Pamo » 4. Mai 2018, 07:59

Frank Chmorl Pamo
Pucky hat geschrieben:
HerbertSeufert hat geschrieben:Ist die Auseinandersetzung zwischen Arkoniden und Halutern in geschilderter Form überhaupt wahr?

m.M.n.: Mit großer Wahrscheinlichkeit ist es nicht wahr. Was wirklich geschah, aber auch, weshalb man, wie ich inzwischen annehme, die Erinnerungen der Arkonidin gefälscht hat, werden wir hoffentlich noch erfahren.


Ich kann nur sagen, dass mir diese Form der Zyklusgestaltung nicht gefällt. In den Heften machen sich die Protagonisten oft keinen Kopf, und wir Leser sollens offenbar.
Ich hoffe, dass man sich ab #3000 einer klareren Gestaltung besinnt. Nur weil derzeit ein blonder Präsident in den USA regiert und die Welt zwischen "Fake News" hin und her gerissen ist, brauchts das nicht auch in Perry Rhodan, das ich bisher immer als positiven Zukunftsentwurf sah.
Wenn Klaus das nun als offenen Hass sieht ... nunja ...

Re: Serienkanon oder Nicht-Serienkanon, das ist hier die Fra

Beitragvon Frank Chmorl Pamo » 4. Mai 2018, 08:14

Frank Chmorl Pamo
Mr Frost hat geschrieben:Die Kernaussage "Es gibt keinen festen Realitätsboden und es bleibt unklar, was real und nicht real ist" fasziniert mich bei Philipp K. Dick in höchstem Maße.
Für PR wünsche ich mir allerdings einen sehr viel festeren Realitätsboden. Ich hoffe, dass dies kein frommer Wunsch bleibt... -_- .


Es mag eine Schnittmenge von Dick- und Rhodanlesern geben, aber sie ist klein.
Ich habe selbst ein paar Dicks gelesen. U.A. "Der Alte vom Berg" und "Stigmata". Letzterer ist harter Stoff.
Ich denke, Rhodanleser sind eher realitätsverbunden, auch wenn deren Existenz, also die der Realität, angezweifelt wird.
Denen, also auch mir, ein dicksches Universum anzubieten, dürfte nicht die klügste Entscheidung sein.
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heppen shemir
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zephydia hat geschrieben:
Pucky hat geschrieben:Falls aber die jetzige Vermutung "gefälschte Erinnerung" zutrifft, hätte es mir gefallen, wenn sich die Leute, die im Heft den Bericht lesen, entsprechende Gedanken gemacht hätten,
Ich gebe zu: Das wäre dann ein relativ deutlicher Hinweis auf das gewesen, was ansonsten gut versteckt wurde.


Wenn es denn ein absichtlicher Fehler war. Aber ich hätte auch erwartet dass dann jemand von Team Ellert darüber nachdenkt ob der Bericht glaubwürdig ist.


wynter setzt ja immerhin dazu an, details der geschichte zu hinterfragen:

Wynter fragte: "Wer, glaubst du, hat die Speicher und Logbücher der Positronik gelöscht? Die Arkonidin selbst?"

aber dann erscheint ja schon homunk um das tagebuch zu vernichten.


ich denke ja, dass suuna selber keinen plausiblen grund zur löschung hatte, wie schon an anderer stelle mal erwähnt:

Spoiler:
heppen shemir hat geschrieben:welches motiv hat eigentlich homunk, als er das tagebuch vernichten will?

dass dessen inhalt nun bekannt ist, scheint ihn ja gar nicht mal zu stören.

wollte er verhindern, dass es zu weiteren untersuchungen kommt, die vielleicht zweifel an der echtheit bringen ?

immerhin ist dies das einzige dokument für den ablauf der geschehnisse. alle speicher der VRITRA MADIA wurden ja gelöscht ...

aber von wem eigentlich? suuna selber hatte dazu eigentlich keinen plausiblen grund. zudem wird betont dass "diese restlose Annulierung aller Daten eine beachtliche Leistung darstellte" - also scheinbar nichts ist, was man von einer arkonidenkommandantin erwarten können müsste.
naheliegend wären natürlich die galkiden, die ja auch vorher schon die speicher der arkonidischen raumer gelöscht hatten. wenn die aber auch hier noch die finger im spiel hatten, dann wirkt das ganze doch plötzlich ziemlich inszeniert: denn wenn die galkiden (oder die dahinterstehenden thoogondu) nicht wollten, dass jemand die geschichte erfährt, dann wäre eine rückstandfreie vernichtung der VRITRA zielführender gewesen als nur die löschung der speicher.


ist das tagebuch also wieder nur eine sammlung von "alternativen fakten", gezielt deponiert, als einzige quelle?


ich weiss noch nicht recht wie ich dann homunks rolle bewerten sollte, wenn das zutrifft. immerhin hat er die galaktiker überhaupt erst darauf gestossen.


homunk wendet sich schliesslich an ellert ("Was soll ich tun?") da er seine absicht offensichtlich nicht mit gewalt durchsetzen möchte. ellert beruhigt homunk mit dem vorschlag, man könne das relikt mit auf den dolan nehmen. kaum ist homunk weg, entscheidet ellert aber das tagebuch auf der VRITRA zu belassen.
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Harzzach
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Frank Chmorl Pamo hat geschrieben:Ich kann nur sagen, dass mir diese Form der Zyklusgestaltung nicht gefällt. In den Heften machen sich die Protagonisten oft keinen Kopf, und wir Leser sollens offenbar.

Wahrnehmung ist subjektiv. Wir Leser müssen uns nicht viel Gedanken machen, weil vieles explizit in den Romanen steht. Ich habe hier im Forum schon oft ratlose Fragen lesen dürfen, deren Antwort in EXAKT dem Roman steht, über den gerade diskutiert wird. Die großen offenen Fragen nach dem Sinn des Ganzen, die kommt, wie so üblich, in der Regel erst am Ende des Zyklus. Da musst Du Gelduld haben müssen. Zudem frage ich mich, wie Du es in den Jahren zuvor mit PR überhaupt ausgehalten hast, denn die Zyklusgestaltung heute unterscheidet sich von der damals nicht. Es wird ein Szenario aufgebaut, es werden Fragen aufgeworfen und nach und nach beantwortet. Das ist so, seit Scheer angefangen hat längere Handlungsbögen zu konzipieren und das hört mit den beiden aktuellen Expokraten nicht auf.

Was immer Dir an der aktuellen Handlung nicht gefällt ... es fällt mir schwer nachzuvollziehen, dass das der Grund sei, was Dir gerade an PR mißfällt. Aber vielleicht habe ich Dich auch mißverstanden, will ich nicht ausschliessen :)

Ich hoffe, dass man sich ab #3000 einer klareren Gestaltung besinnt. Nur weil derzeit ein blonder Präsident in den USA regiert und die Welt zwischen "Fake News" hin und her gerissen ist, brauchts das nicht auch in Perry Rhodan, das ich bisher immer als positiven Zukunftsentwurf sah.
Wenn Klaus das nun als offenen Hass sieht ... nunja ...

Nein, das sieht er nicht als "Hass", sondern die persönlichen (!) Angriffe auf Autoren und Expokraten. Gegen normal formulierte Kritik, OHNE persönliche Angriffe, hat er mit Sicherheit nichts einzuwenden. Dass man das immer noch extra erklären muss ...
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Tiberius
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Pucky hat geschrieben:
zephydia hat geschrieben:Ich hatte ja schon im Spoilerthread mit dem Gedanken gespielt dass die Aufzeichnung Suunas eine Fälschung sein könnte. Aber wenn das wirklich der Fall wäre, hätte es dann keine deutlicheren Hinweise darauf gegeben?


Vielleicht hielt Vim das Geschriebene in dieser Hinsicht für ausreichend und wollte nicht deutlicher werden.

Falls aber die jetzige Vermutung "gefälschte Erinnerung" zutrifft, hätte es mir gefallen, wenn sich die Leute, die im Heft den Bericht lesen, entsprechende Gedanken gemacht hätten,
Ich gebe zu: Das wäre dann ein relativ deutlicher Hinweis auf das gewesen, was ansonsten gut versteckt wurde. Ohne geschilderte Überlegungen der Art "WAS haben die Arkoniden? Haluterschiff abgeschossen? Womit denn?" erzeugte das alles bei mir nur den Gedanken "Denen kann man auch Alles erzählen. Wenn im Bericht gestanden hätte 'Wir haben laut BUMM geschrien und das hat den Haluterraumer umgehauen' hätten die's auch geglaubt".

Es stellt sich nur die Frage, was im Jahr 1552 NGZ an Allgemeinwissen über die technologischen Fähigkeiten der einzelnen Völker zu den verschiedenen Zeiten bekannt ist. Ein Bull, Rhodan oder Atlan würden sich vermutlich sofort wundern, wie es den Arkoniden zur damaligen Zeit gelungen sein sollte, ein Haluterschiff abzuschießen. Denn sie sollten aufgrund ihrer Erlebnisse wissen, dass die Haluter Paratronschirme und die Arkoniden als beste Waffe die Konverterkanone hatten.
Einem im 16. Jahrhundert NGZ Geborenen ist dies sicher nicht bekannt, außer er ist Militär-Historiker oder sonstiger Historiker, dessen Gebiet dieses Wissen einschließt.
Leser sind in der Überzahl und machen sich demzufolge mehr Gedanken über einen Roman, als es ein Autor je könnte.
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Pucky
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Tiberius hat geschrieben:Es stellt sich nur die Frage, was im Jahr 1552 NGZ an Allgemeinwissen über die technologischen Fähigkeiten der einzelnen Völker zu den verschiedenen Zeiten bekannt ist. Ein Bull, Rhodan oder Atlan würden sich vermutlich sofort wundern, wie es den Arkoniden zur damaligen Zeit gelungen sein sollte, ein Haluterschiff abzuschießen. Denn sie sollten aufgrund ihrer Erlebnisse wissen, dass die Haluter Paratronschirme und die Arkoniden als beste Waffe die Konverterkanone hatten.
Einem im 16. Jahrhundert NGZ Geborenen ist dies sicher nicht bekannt, außer er ist Militär-Historiker oder sonstiger Historiker, dessen Gebiet dieses Wissen einschließt.


Zwar stimme ich dir zu, wenn du Zweifel bzgl. eines derartigen Wissens der im Heft Handelnden hast, gebe aber zu bedenken:
Ziel ist (wäre) es, dem Leser etwas aufzuzeigen. Hier: "Falls du bemerkt hast, daß du etwas merkwürdig ist - das ist so gewollt".
Der Autor würde in diesem Fall zu dem "Trick" greifen, einen der Heft-Handelnden zu benutzen, um den Lesern etwas zu verdeutlichen / zu erklären.

Da ist doch kein Problem. Eine Person im Heft hat immer das (Vor)Wissen, das der Autor ihn haben läßt. Und ebenso denkt diese Person in genau dem Umfang mit, wie der Autor es will.

Stellen wir uns also vor, etwas in der Art wäre geschrieben worden. Aus den von mir aufgeführten Gründen.
Mich hätte es nicht gestört, daß Heftperson XY das beurteilen kann.

Das geschilderte Prinzip, dem Leser etwas zu vermitteln, wurde schon immer in der Serie verwendet. (Warum auch nicht?)
Bisweilen in einer Art und Weise, die mich "aufstöhnen ließ" ...

Ich denke da jetzt an das Heft, in dem Perry & Co das erste Mal auf Wanderer sind und die dortigen Maschinen sehen. U.a. stehen sie vor einem kleineren (Strom)Generator.
Es kommt in etwa zu folgendem Gespräch:

Perry zu Bully: "Wie viel Strom kann der wohl erzeugen, Bully?"
Bully: "Keine Ahnung. Woher soll ich das auch wissen?"
Perry: "Schätz einfach"
Bully (nach dem Motto "Wenn der unbedingt will, dann ..."): "40 KW"
Perry? "So viel? Wow!"

Fand ich, als das vor Jahrzehnten gelesen habe, viel "ätzender".
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Ce Rhioton
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Ich muss mich korrigieren, Wim Vandemaan schrieb:
Wim Vandemaan hat geschrieben:Lasst mich bitte auch noch etwas zu dem Begriff "Serienkanon" sagen: Das klingt ja manchmal so, als existierte ein geheimnisvolles Regelwerk, an das sich "die Serie" halten muss. Mit ist kein solches Regelwerk außerhalb der Serie bekannt, und das heißt: Die Serie selbst ist der Serienkanon; es gilt, was in den Romanen steht.

Es gilt also nicht, was in den Heften, sondern vielmehr, was in den Romanen steht.
Insofern ist der Eschbach-Roman demzufolge Kanon.
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Elena
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Ce Rhioton
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Ja sicher, aber der Begriff "Romane" erweitert die Spielräume (und beschränkt diese eben nicht ausschließlich auf die Heftform).
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Okay, aber wenn sich zwei Romane widersprechen, was dann? Gilt dann immer der letzte? Das passt aber dann unter Umständen nicht zu den früheren Geschichten.
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Elena hat geschrieben:Okay, aber wenn sich zwei Romane widersprechen, was dann? Gilt dann immer der letzte? Das passt aber dann unter Umständen nicht zu den früheren Geschichten.

Dann! Aber Dannn! Wird heftig und intensiv in der Amtsstube der Hohen Mächte um eine Lösung gerungen und gelöst und gesucht. Sogar in der Nacht! :lol: :P
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Wim Vandemaan
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Elena, du fragst:
"Okay, aber wenn sich zwei Romane widersprechen, was dann? Gilt dann immer der letzte? Das passt aber dann unter Umständen nicht zu den früheren Geschichten."

Für unsere geschätzten Kollegen der Gründungszeit war der Fall klar: Spannung geht vor Kontinuität. Ich zeige das mal an einem prominenten Beispiel:

Zitat Exposee 50:
"Er (Atlan) ahnt nicht, daß Rhodans telepathische Fähigkeiten mittlerweile sehr hoch entwickelt sind."

Zitat Roman 50 (Erstauflage):
"Da wußte ich (Atlan), daß mein Gegner (Rhodan) obendrein noch ein fähiger Telepath war." (Seite 43)

Zitat Roman 50 (Fünfte Auflage, 1982, in der der "frühe" Rhodan an den "aktuellen" Rhodan der damaligen Erstauflage (damals etwa 1100, Scheer war noch oder wieder als Autor aktiv) angeglichen wird):
"Da wußte ich (Atlan), daß mein Gegner (Rhodan) obendrein noch über eine gewisse telepathische Begabung verfügte." (Seite 47)

Rhodan als Telepath - das schätzte Scheer später offenbar als spannungshemmend ein. Und er hat, wenn eine zuvor getroffene Aussage der Spannung im Weg stand, im Zweifelsfall zwischen Kontinuität und Spannung immer die Spannung gewählt.
Er hat den zuvor "sehr hoch entwickelten" Telepathen Rhodan später zu einem eher schwachen Telepathen degradiert, der sich von Whisper helfen lassen musste, und danach als Telepathen mehr oder weniger stillschweigend ganz außer Dienst gestellt.
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Elena
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Okay, danke, Wim. Damit ist dann glasklar, dass die Foristen hier den Kanon zu hoch bewerten, da ein spannungskillender Kanon zugunsten der Spannung entsorgt wird. Kann ich verstehen, denn ohne Spannung wäre die Serie wohl nicht so alt geworden.
Ein bisschen gesunder Menschenverstand, Toleranz und Humor - wie behaglich es sich dann auf unserem Planeten leben ließe.
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