Perry Rhodan und Verantwortung

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Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Raktajino » 11. Oktober 2018, 10:47

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Raktajino
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Nun, wer die 200 Meilen - Zone derart expansiv auf den ganzen Kosmos ausdehnt, muss sich überall einmischen. Apropo einmischen. Da denkt man doch sogleich an die Oberste Direktive. Und da denkt man ganz verschämt :o( an die Arkoniden im Unternehmen Stardust! Die durften noch keinen Kontakt mit den Menschen aufnehmen, weil sie auf der Skala auf D oder E standen. Derart gschamig ging es im Laufe der weiteren Hefte nicht weiter. Es wurde erst der Fuß gesetzt und später eventuell Fragen gestellt. Andere Zeiten, andere Sitten, wenn auch nicht sittsam.
Ist die Oberste Direktive eigentlich noch State of the Art in der SF-Welt?! :D

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon zephydia » 11. Oktober 2018, 11:33

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zephydia
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nanograinger hat geschrieben:
Ein Unterschied zu früher ist übrigens, dass Perry eben keine klare "Führungsposition" mehr innehat oder einen "Auftrag" ausführt, sondern der obige Anspruch vollkommen aus ihm selbst kommt. Ich lese gerade PR 1965 "Mission des Boten", in der Perry versucht, u.a. das Galaktikum zu überzeugen, aktiv gegen MATERIA vorzugehen. Der Anspruch der Thoregon-Agenda ist sehr ähnlich zum obig formulierten, aber Perrry ist eben nicht mehr der Sechste Bote Thoregons, sondern nur noch "LFG-Kommissar für das Projekt von San", ein Projekt, das er selbst erfunden hat.


(Nachdem das Forum einen Teil meines Posts geschluckt hat, hier nun die zweite Hälfte.)

Ist nicht genau das sehr problematisch? Niemand hat ihn gewählt, niemand hat ihn beauftragt - Trotzdem macht Perry Rhodan Politik als wäre er immer noch Großadministrator.
Man stelle sich so etwas mal in unserer Welt vor: Wenn ein amerikanischer Ex-Präsident in seinem privaten Flugzeugträger über die Weltmeere schippern täte und "Politik" machen würde...


Und wenn ich an die Stelle in Band 2900 denke wo er Adams beauftragt im Falle eines Falles die Fäden zu ziehen klingt das auch nicht gerade demokratisch für mich.

Ja sicher, dass Perry Rhodan im Solaren Imperium immer wieder und wieder gewählt wurde war extrem unwahrscheinlich, aber zumindest versuchte man das was er tat damals als demokratisch legitimiert darzustellen. Und zur Zeit von Voltz, Vlcek und Feldhoff wurde er in die Rolle des Entscheidungsträgers von den Hohen Mächten und ES hineingezwungen.

Aber jetzt legitimiert er sich tatsächlich einfach selbst.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon zephydia » 11. Oktober 2018, 12:19

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zephydia
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Raktajino hat geschrieben:Ist die Oberste Direktive eigentlich noch State of the Art in der SF-Welt?! :D


Nö - zumindest nicht in Star Trek. Da ist jetzt das "Vulcan Hello" (siehe gleichnamige Discovery Pilotfolge) State of Art, das besagt das man als erster Angreifen muss um "Respekt" zu bekommen.
Neuerdings angeblich alte Vulkanische Regel. Damit lösste Burnham zwar den Krieg zwischen der Förderation und den Klingonen aus aber das ist schon okay den die sind ja sowiso nicht mehr die ehrenhafte Leute TNG/DS9/Voyager Zeit und auch nicht mehr die hinterlistigen aber schlauen Gegner der Classic-Ära sondern einfach nur noch dumme sabbernde Monster... :rolleyes: Roddenberry würde wahrscheinlich im Grabe rotieren.

Allerdings muss ich sagen dass ich auch kein Fan der Prime Directive um jeden Preis bin. Sie soll ja dazu dienen weniger entwickelte Wesen zu schützen wenn man aber nun die Directive so auslegt das man ein ganzes Volk der Vernichtung überantwortet da sie noch nicht die entsprechende Entwicklungsstufe erreicht haben damit man sie kontaktieren darf, ist das für mich eine totale Verdrehung des Gedankens der eigentlich hinter der Direktive steckt.

Darum und jetzt komme ich wieder zu PR zurück, war ich sehr froh dass Perry Rhodan in Band 2900 so viele Bewohner des von der Nova zerstörten Planeten gerettet hat wie möglich.
Ich kritisiere zwar einiges das Perry tut aber es gibt auch Momente wo ich denke das er sehr wohl verantwortungsvoll handelt. Nur eben nicht so oft wie ich es mir wünschen würde. Es ist für mich einfach ein Unterschied ob man Leute die auf einen brennenden Planeten hocken rettet oder auf eigene Faust Politik macht.

Und um noch mal zum Thema Legitimation zu kommen: Wäre es denn wirklich so schlimm Perry wieder ein etwas wichtigeres Amt zu geben damit er legitimiert agieren kann? Für mich war der Posten des Residenten jedenfalls ein guter Kompromiss, der ihm zwar ein wichtiges Amt gab, ohne aber ihn gleich zum Chef der Regierung zu machen.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Kardec » 11. Oktober 2018, 13:13

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Als Resident (seltsamer Titel übrigens. Da denk ich immer an den Zoll - "Residents only") ist er Chef der Regierung.
Der "Erste Terraner" ist ein repräsentatives Amt - verleichbar unserem Steinmeier.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Raktajino » 11. Oktober 2018, 13:26

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zephydia hat geschrieben:Allerdings muss ich sagen dass ich auch kein Fan der Prime Directive um jeden Preis bin. Sie soll ja dazu dienen weniger entwickelte Wesen zu schützen wenn man aber nun die Directive so auslegt das man ein ganzes Volk der Vernichtung überantwortet da sie noch nicht die entsprechende Entwicklungsstufe erreicht haben damit man sie kontaktieren darf, ist das für mich eine totale Verdrehung des Gedankens der eigentlich hinter der Direktive steckt.
Das ist die Frage. Und nicht unbedingt. In deinem Fall sollte die Prime Directive die Menschen schützen, die in der Star Trek-Welt nicht über scheinbar unbegrenzte Ressourcen und Möglichkeiten verfügen.
In der Realwelt gibt es ja auch durchaus vergleichbares. Zum Beispiel die Schlangengrube Syrien, wo X-Fraktionen ihr Süppchen kochen - und allesamt durchaus giftig. Da stehst du machtlos da, oder willst du für irgendeine Seite "intervenieren".
Was die "Intervention" in 2900 betrifft, nun ja, hier wurde die LFG mal flott geschildert, die in der Regel ansonsten immer Monate braucht, bis sie was gebacken kriegt - siehe die Reaktionen auf Tiu-Aggressionen im Raum der seligen LFT. Ob sich so was reproduzieren lässt und immer wieder geschieht, bleibt einem Expose überlassen.
Überhaupt - wo ist das feine Näschen Teller geblieben! :rolleyes:

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Raktajino » 11. Oktober 2018, 13:27

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Kardec hat geschrieben:Als Resident (seltsamer Titel übrigens. Da denk ich immer an den Zoll - "Residents only") ist er Chef der Regierung.
Der "Erste Terraner" ist ein repräsentatives Amt - verleichbar unserem Steinmeier.
Okay. Wenn er den Steinmeier macht, kann ich die Schmerzen ertragen. :devil:

Resident (lat. für Statthalter, Gesandter) bezeichnet:

einen im Ausland tätigen, leitenden Mitarbeiter eines Nachrichtendienstes, siehe Resident (Nachrichtendienst)
einen Disc-Jockey, der bei einer Diskothek oder einem Club unter Vertrag ist, siehe Resident DJ
Resident (Polen), Rechtsstatus
einen dauerhaft im Ausland lebenden deutschen Staatsbürger, siehe Auslandsdeutsche
einen weisungsbefugten Vertreter einer ausländischen Macht oder einer Kolonialverwaltung bei einem örtlichen Herrscher, siehe Residentur (Kolonialgeschichte) und Residency (Britisch-Indien), auch Satellitenstaat
einen Arzt in der Facharztausbildung nach anglo-amerikanischem System, siehe Assistenzarzt
ein Musikmagazin, siehe resident (Magazin)
einen dauerhaft in einem anderen Unternehmensbereich oder in einem anderen Unternehmen tätigen Mitarbeiter, auch Resident Engineer genannt, siehe Verbindungsingenieur


Ich kaufe den Disc-Jockey. :D

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon zephydia » 11. Oktober 2018, 14:03

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Kardec hat geschrieben:Als Resident (seltsamer Titel übrigens. Da denk ich immer an den Zoll - "Residents only") ist er Chef der Regierung.
Der "Erste Terraner" ist ein repräsentatives Amt - verleichbar unserem Steinmeier.


So hatte ich das eigentlich nicht verstanden. Mein Eindruck war das der Resident sehr wohl dem ersten Terraner unterstellt ist. Ich hatte dazu noch mal in der Perrypedia nachgeschaut und da steht:

Der Erste Terraner ernannte nach seiner Direktwahl den Terranischen Residenten (oder bestätigte den Amtsinhaber), der somit Teil der Regierung war. Der Terranische Resident als eine Art übergeordneter Superminister übernahm speziell in Krisenzeiten zahlreiche Sondervollmachten und besondere Befugnisse. Er konnte auch die Regierungsgeschäfte leiten, sofern er sie nicht dem Ersten Terraner überließ. Der jeweilige Resident hatte dadurch eine sehr starke und fast diktatorisch anmutende Stellung, er konnte jedoch genau dann zu Fall gebracht werden, wenn auch der Erste Terraner vom Residenzparlament des Amtes enthoben wurde.

Der Erste Terraner musste sich für seine Maßnahmen und die des Terranischen Residenten immer wieder die Bestätigung des Parlaments holen. Der Terranische Resident war dem Ersten Terraner, dem Kabinett, dem Residenzparlament und dem Senat gegenüber verantwortlich und rechenschaftspflichtig.


https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Terranischer_Resident

Für mich klingt das so das ein Resident zwar schon sehr viel Macht hatte aber eben nicht so uneingeschränkt wie ein Großadministrator. Er konnte sich nicht einfach komplett über den Rest der Regierung hinwegsetzen.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Haywood Floyd » 11. Oktober 2018, 15:05

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Bei Resident denke ich spontan an "Resident Evil"... :devil:
"We starve-look at one another short of breath, walking proudly in our winter coats
wearing smells from laboratories, facing a dying nation of moving paper fantasy.
Listening for the new told lies with supreme visions of lonely tunes."


'The Flesh Failiures' aka 'Let the Sunshine in' - G. MacDermot, G. Ragni, J. Rado (1967)

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon nanograinger » 11. Oktober 2018, 17:43

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zephydia hat geschrieben:
nanograinger hat geschrieben:...
Die aktuelle EA ist viel näher an Voltz' Bild von Perry als "Idealisten" mit moralischem Imperativ als am "Macher" der Scheer-Ära. Sicher nicht zufällig werden in PR 2897 von Michelle Stern die "Sgraffiti" aus PR 1000 aufgegriffen, nun als "Fragmente" überschrieben, und im letzten Fragment heißt es:
"...
Er will, dass kein Wesen zum Spielball höherer Mächte wird, die nur sich selbst kennen und vergessen haben, was es heißt, zu atmen.

Er kämpft dafür, dass jedes Geschöpf Teil eines wunderbaren Universums sein kann, in dem es voller Harmonie sein darf.
..."
Du hast aber vergessen zu erwähnen das Perry bereits nach einem Heft diese Überzeugung wieder aufgab und sich auf die Seite einer Macht schlug die den Wesen den Wesen das Recht zu Atmen, zu leben einfach absprach. Und diesem Wesen die Technologie lieferte ohne die es seinen Plan nicht erfolgreich hätte ausführen können.
Aber lassen wir dieses Thema mal außen vor.
....

Wenn du ein Thema "außen vor" lassen möchtest, dann solltest du es nicht vorher vielleicht nicht aufkochen?

Während ich oben Fakten zitiere, nämlich Zitate aus dem Roman PR 2897, bringst du als "Gegenargument" deine höchstpersönliche Interpretation, die aber von den Fakten (den Romantexten) widerlegt wird. Bspw. wird in PR 2897 explizit geschrieben, dass nichts mehr die Entstehung der Materiesenke aufhalten kann. Und deshalb handelt Perry Rhodan entlang den oben zitierten Maximen.

zephydia hat geschrieben:
nanograinger hat geschrieben:Ein Unterschied zu früher ist übrigens, dass Perry eben keine klare "Führungsposition" mehr innehat oder einen "Auftrag" ausführt, sondern der obige Anspruch vollkommen aus ihm selbst kommt. Ich lese gerade PR 1965 "Mission des Boten", in der Perry versucht, u.a. das Galaktikum zu überzeugen, aktiv gegen MATERIA vorzugehen. Der Anspruch der Thoregon-Agenda ist sehr ähnlich zum obig formulierten, aber Perrry ist eben nicht mehr der Sechste Bote Thoregons, sondern nur noch "LFG-Kommissar für das Projekt von San", ein Projekt, das er selbst erfunden hat.

Ist nicht genau das sehr problematisch? Niemand hat ihn gewählt, niemand hat ihn beauftragt - Trotzdem macht Perry Rhodan Politik als wäre er immer noch Großadministrator.
Man stelle sich so etwas mal in unserer Welt vor: Wenn ein amerikanischer Ex-Präsident in seinem privaten Flugzeugträger über die Weltmeere schippern täte und "Politik" machen würde...

Perry ist LFG-Kommissar, er ist also Teil der LFG-Regierung. In PR 2900 wird er vom LFG.-Residenten beauftragt, mit dem LFG-Raumschiff RAS TSCHUBAI nach Sevcooris zu fliegen, um dort LFG-Interessen zu wahren. Seit er in der MS zurück ist, hat er zunächst die RT instandgesetzt (bei QC) konnte dann aber wg. eingeschalteten TERRANOVA-Schirm nicht mehr ins Sol-System zu seinem Chef. In den Romanen am Hooris-Stern wird übrigens thematisiert, dass Perry eben nicht "Großadministrator" ist, er spricht sich mit der dortigen Befehlshaberin der LFG-Flotte ab. Zitat Perrypedia aus PR 2969:

"Ein Scharmützel zwischen gatasischen Schiffen und einigen neu eingetroffenen Trisphärenraumern wird von der RAS TSCHUBAI unterbrochen. Perry Rhodan wird hierfür von Dunjana zur Rechenschaft gezogen. Rhodan hat keine Befehlsgewalt und die Admiralin kann nicht zulassen, dass er ihre Autorität untergräbt. Sie akzeptiert den Zellaktivatorträger, der eine Kooperation mit den Thoogondu immer noch für möglich hält, jedoch als Berater."

Vergleiche diese Tatsachen mal mit deiner Darstellung oben und finde die Fehler. B-)

zephydia hat geschrieben:Und wenn ich an die Stelle in Band 2900 denke wo er Adams beauftragt im Falle eines Falles die Fäden zu ziehen klingt das auch nicht gerade demokratisch für mich.

Ja sicher, dass Perry Rhodan im Solaren Imperium immer wieder und wieder gewählt wurde war extrem unwahrscheinlich, aber zumindest versuchte man das was er tat damals als demokratisch legitimiert darzustellen. Und zur Zeit von Voltz, Vlcek und Feldhoff wurde er in die Rolle des Entscheidungsträgers von den Hohen Mächten und ES hineingezwungen.

Aber jetzt legitimiert er sich tatsächlich einfach selbst.

In PR 2900 bittet Perry Adams (Adams lässt sich nicht zu irgendetwas beauftragen, wenn er es nicht möchte) "aufzupassen". Er bittet Adams nicht, einen Putsch durchzuführen und die Macht an sich zu reißen, falls sich die LFG-Führung als der Situation nicht gewachsen erweist. Mit Demokratie oder nicht hat das meiner Meinung nach nichts zu tun.

Zur Legitimation Perrys siehe oben. Er ist Teil der LFG-Regierung und "Expeditionsleiter" auf der RT (bis er sie an Atlan übergeben hat). Davon abgesehen nehmen andere Personen nehmen gerne seinen Rat an. "Selbstlegitimation" geht anders.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Kardec » 11. Oktober 2018, 18:59

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zephydia hat geschrieben:.........Für mich klingt das so das ein Resident zwar schon sehr viel Macht hatte aber eben nicht so uneingeschränkt wie ein Großadministrator. Er konnte sich nicht einfach komplett über den Rest der Regierung hinwegsetzen.

Ich habe in meinem Post nicht die Ämter Resident u. Großadministrator verglichen, sondern auf deinen Post
Für mich war der Posten des Residenten jedenfalls ein guter Kompromiss, der ihm zwar ein wichtiges Amt gab, ohne aber ihn gleich zum Chef der Regierung zu machen.
geantwortet - und da war die Aussage schlicht falsch.

Wenn man die verfassungsmäßige Stellung von GA u. Resident vergleicht, dann entspricht
Großadministrator dem Präsidentenstatus etwa von Frankreich oder den USA.

Resident entspricht dem Amt des dt. Bundeskanzlers o. dem Premierminister im Vereinigten Königreich, die die politische Macht verkörpern.
Zusätzlich gibt es nominelle, aber politisch weitgehend machtlose Staatsoberhäupter (Bundespräsident bzw. Königin).

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon zephydia » 11. Oktober 2018, 20:59

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nanograinger hat geschrieben:
Während ich oben Fakten zitiere, nämlich Zitate aus dem Roman PR 2897, bringst du als "Gegenargument" deine höchstpersönliche Interpretation, die aber von den Fakten (den Romantexten) widerlegt wird. Bspw. wird in PR 2897 explizit geschrieben, dass nichts mehr die Entstehung der Materiesenke aufhalten kann. Und deshalb handelt Perry Rhodan entlang den oben zitierten Maximen.


Dann stellt sich aber die Frage warum die Pashukan unbedingt die Technik der RAS TSCHUBAI brauchten? Für Dich mag das anders sein aber ich empfand die ganzen Aussagen zur Entstehung der Senke in den letzten Romanen der Sternengruft-Zyklus als extrem wiedersprüchlich.

Meine Interpretation des ganzen (und ich gebe ganz ehrlich zu das ich interpretiere) ist das die Zerstörung Orpleyds zwar tatsächlich vermutlich nicht aufzuhalten gewesen wäre (zumindest behaupteten die Pashukan das) aber das ohne die technische Unterstützung der Terraner KOSH sehr wahrscheinlich den Sprung zur Materiesenke nicht geschafft hätte oder dabei zerstört worden wäre. Die Befürchtung Perrys schien zu sein dies zu einer größeren Gefahr für die Milchstraße geführt hätte als eine von KOSHs Bewusstsein kontrollierte Senke.
Und dann gab es noch CADDAB der die Senke, sobald sie entstanden war, in seinen Besitz bringen wollte, aber dessen Basis dann am Ende von den Terranern quasi nebenbei vernichtet wurde. Und die eine in Orpleyd noch übrig gebliebene Antenne von Perry im Alleingang.

Wenn man KOSHs Pläne zur " Erlösung" des Lebens in betracht zieht,
weiß ich wirklich nicht warum ein ziemlich passiver Chaotarch, dessen eine Antenne Team Perry zunächst sogar vor KOSHs Leuten schützte und dabei zerstört wurde, oder eine "tote" Senke, eine viel schlimmere Gefahr darstellen sollten als ein fanatischer "Erlöser".

Und dann gab es noch den Staubring, aber da wurde zunächst ausgesagt das der nicht erhalten blieb weil KOSH sich entschieden hatte ihn zu verschonen sondern weil KOSH, nachdem die Terraner einen der falschen Planeten zerstört hatten, keinen Zugriff auf ihn hatte.
Später wurde dann, das gebe ich zu, angedeutet das KOSH dessen Zerstörung deshalb zurückstellen würde weil Perry ihn unterstützte. Aber auch das wurde nicht deutlich gesagt.
Wie gesagt das Ende des Sternengruft-Zyklus war meiner Meinung nach voller wiedersprüchlicher Aussagen (wie z.B. auch den am Ende deutlich sichtbaren Strudel der jedem Chaotarchen den Weg zu KOSHs Versteck zeigt).

Mir ist klar das wir bei diesem Thema zu keiner Einigung kommen werden, das muss auch nicht sein. Ich möchte nur vermitteln das die Fakten in dem Zyklus eben alles andere als klar und eindeutig waren.




nanograinger hat geschrieben:

In PR 2900 bittet Perry Adams (Adams lässt sich nicht zu irgendetwas beauftragen, wenn er es nicht möchte) "aufzupassen". Er bittet Adams nicht, einen Putsch durchzuführen und die Macht an sich zu reißen, falls sich die LFG-Führung als der Situation nicht gewachsen erweist. Mit Demokratie oder nicht hat das meiner Meinung nach nichts zu tun.

Zur Legitimation Perrys siehe oben. Er ist Teil der LFG-Regierung und "Expeditionsleiter" auf der RT (bis er sie an Atlan übergeben hat). Davon abgesehen nehmen andere Personen nehmen gerne seinen Rat an. "Selbstlegitimation" geht anders.


Aber Du hast selbst geschrieben das
Perry eben keine klare "Führungsposition" mehr innehat oder einen "Auftrag" ausführt, sondern der obige Anspruch vollkommen aus ihm selbst kommt.


Ja er ist immer noch LFG-Kommisar für das SAN-Projekt ein Projekt das er, wie du schreibst "selbst erfunden hat", nur ist nach dem Zusammenbruch des Arkonidenreiches und jetzt noch Bostischs tot (der einzigste von dem bekannt war das er den Plan unterstütze) tot.

Und was sein Gespräch mit Adams anging ich zitiere mal.
PR 2900 hat geschrieben:"Du hast immer noch eine Menge Fäden in der Hand. Behalt die Vorgänge im Auge und zieh notfalls mal einen davon, selbst wenn es nicht unbedingt notwendig erscheint."


Was Perry genau mit Fäden ziehen meint bleibt im Unklaren. Nein ich denke nicht das er Adams einem Putsch vorschlägt (nicht einmal einen Punsch :D ) aber für mich bleibt ein seltsamer Nachgeschmack.
Vielleicht ist dass das Problem (für mich zumindest) der Serie zur Zeit: Es wird viel angedeutet aber wenig klar ausgesprochen.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon zephydia » 11. Oktober 2018, 21:39

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zephydia
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Kardec hat geschrieben:
zephydia hat geschrieben:.........Für mich klingt das so das ein Resident zwar schon sehr viel Macht hatte aber eben nicht so uneingeschränkt wie ein Großadministrator. Er konnte sich nicht einfach komplett über den Rest der Regierung hinwegsetzen.

Ich habe in meinem Post nicht die Ämter Resident u. Großadministrator verglichen, sondern auf deinen Post
Für mich war der Posten des Residenten jedenfalls ein guter Kompromiss, der ihm zwar ein wichtiges Amt gab, ohne aber ihn gleich zum Chef der Regierung zu machen.
geantwortet - und da war die Aussage schlicht falsch.

Wenn man die verfassungsmäßige Stellung von GA u. Resident vergleicht, dann entspricht
Großadministrator dem Präsidentenstatus etwa von Frankreich oder den USA.

Resident entspricht dem Amt des dt. Bundeskanzlers o. dem Premierminister im Vereinigten Königreich, die die politische Macht verkörpern.
Zusätzlich gibt es nominelle, aber politisch weitgehend machtlose Staatsoberhäupter (Bundespräsident bzw. Königin).


Ich bin jetzt völlig verwirrt. Ich habe noch mal in der Perrypedia nachgeschaut und da steht
Mit Gründung der LFT im Jahre 3586 gab es neben dem direkt gewählten Staatsoberhaupt mit dem Titel Erster Terraner – zuständig auch für alle außenpolitischen Beziehungen – den direkt gewählten Regierungschef mit dem Titel Oberster Terranischer Rat und elf direkt gewählte Fachminister mit dem Titel Terranischer Rat.
Für Krisenzeiten wurde Ende des 12. Jahrhunderts NGZ zur Entlastung des Ersten Terraners der Posten des LFT-Kommissars geschaffen, der über zahlreiche Sondervollmachten verfügte und als schnelle Krisenreaktionskraft gedacht war.


Bis zur Verfassungsreform 1291 NGZ führte der Oberste Terranische Rat die Regierungsgeschäfte.

Von 1291 NGZ bis 1503 NGZ war der Erste Terraner in Personalunion auch Regierungschef. Er ernannte nach seiner Direktwahl den Terranischen Residenten (oder bestätigte den Amtsinhaber), der somit Teil der Regierung war. Der Erste Terraner musste für seine Maßnahmen und die des Terranischen Residenten immer wieder die Bestätigung des Liga-Parlaments einholen. Der Terranische Resident war unter anderem dem Ersten Terraner rechenschaftspflichtig.

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Liga_Freier_Terraner#Staatsoberhaupt_und_Regierungschef

Da verstehe ich so dass der erste Terraner der Regierungschef war nicht der Resident. :nixweis:
Für mich liest sich das so das der erste der Terraner zu der Zeit als es einen Residenten gab quasi Präsident und Kanzler in einer Person war.
Und der Resident eine Art Minister ZBV der vom ersten Terraner mit der Lösung von Problemen beauftragt wurde und in diesem Rahmen dann unabhängige Entscheidungen treffen konnte. Die aber unter Umständen vom ersten Terraner oder dem Parlament wieder Rückgängig gemacht werden konnten. Also etwas ähnliches wie der LFT-Kommisar.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon nanograinger » 11. Oktober 2018, 23:42

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zephydia hat geschrieben:
nanograinger hat geschrieben:
Während ich oben Fakten zitiere, nämlich Zitate aus dem Roman PR 2897, bringst du als "Gegenargument" deine höchstpersönliche Interpretation, die aber von den Fakten (den Romantexten) widerlegt wird. Bspw. wird in PR 2897 explizit geschrieben, dass nichts mehr die Entstehung der Materiesenke aufhalten kann. Und deshalb handelt Perry Rhodan entlang den oben zitierten Maximen.


Dann stellt sich aber die Frage warum die Pashukan unbedingt die Technik der RAS TSCHUBAI brauchten? Für Dich mag das anders sein aber ich empfand die ganzen Aussagen zur Entstehung der Senke in den letzten Romanen der Sternengruft-Zyklus als extrem wiedersprüchlich.
....

Mir ist klar das wir bei diesem Thema zu keiner Einigung kommen werden, das muss auch nicht sein. Ich möchte nur vermitteln das die Fakten in dem Zyklus eben alles andere als klar und eindeutig waren.

Wir hatten uns doch eigentlich geeinigt, dass es keinen Sinn hat dieses Thema wieder aufzuwärmen? Für meinen Teil halte ich mich daran und werde hier nicht weiter kommentieren.
zephydia hat geschrieben:
nanograinger hat geschrieben:In PR 2900 bittet Perry Adams (Adams lässt sich nicht zu irgendetwas beauftragen, wenn er es nicht möchte) "aufzupassen". Er bittet Adams nicht, einen Putsch durchzuführen und die Macht an sich zu reißen, falls sich die LFG-Führung als der Situation nicht gewachsen erweist. Mit Demokratie oder nicht hat das meiner Meinung nach nichts zu tun.

Zur Legitimation Perrys siehe oben. Er ist Teil der LFG-Regierung und "Expeditionsleiter" auf der RT (bis er sie an Atlan übergeben hat). Davon abgesehen nehmen andere Personen nehmen gerne seinen Rat an. "Selbstlegitimation" geht anders.

Aber Du hast selbst geschrieben das
Perry eben keine klare "Führungsposition" mehr innehat oder einen "Auftrag" ausführt, sondern der obige Anspruch vollkommen aus ihm selbst kommt.


Ja er ist immer noch LFG-Kommisar für das SAN-Projekt ein Projekt das er, wie du schreibst "selbst erfunden hat", nur ist nach dem Zusammenbruch des Arkonidenreiches und jetzt noch Bostischs tot (der einzigste von dem bekannt war das er den Plan unterstütze) tot.

"Keine klare Führungsposition" und "selbst legitimiert" sind zwei völlig verschiedene Dinge. Perry ist als LFG-Kommissar dem LFG-Residenten Hekener Sharoun innerhalb der LFG untergeordnet. Sharoun kann ihn entlassen, aber eben auch beauftragen bspw. nach Sevcooris zu fliegen. Perry hat deshalb eine Führungsposition auf der RT, aber diese Autorität ist ihm von Sharoun übertragen. Er ist also nicht "selbst legitimiert", sondern von Sharoun legitimiert.

Was nun das San-Projekt angeht, so hat Perry es erfunden und offenbar Sharoun überzeugt, dass es eine lohneswertes Ziel ist, sodass dieser Perry zum LFG-Kommissar für dieses Projekt berufen hat. Die LFG unter Sharoun verfolgt also offiziell das San-Projekt. Das San-Projekt ist in seiner Zielsetzung unabhängig vom ehemaligen Kristallimperium und Bostich. Als Perry zum LFG-Kommisar für das San-Projekt berufen wurde, gab es das Kristallimperium schon nicht mehr und nicht einmal Bostichs Aufenthalt war bekannt (diese Berufung fällt in die Zeit des Zeitsprungs zwischen PR 2899 und 2900).
zephydia hat geschrieben:Und was sein Gespräch mit Adams anging ich zitiere mal.
PR 2900 hat geschrieben:"Du hast immer noch eine Menge Fäden in der Hand. Behalt die Vorgänge im Auge und zieh notfalls mal einen davon, selbst wenn es nicht unbedingt notwendig erscheint."


Was Perry genau mit Fäden ziehen meint bleibt im Unklaren. Nein ich denke nicht das er Adams einem Putsch vorschlägt (nicht einmal einen Punsch :D ) aber für mich bleibt ein seltsamer Nachgeschmack.

Danke für das Zitat. Ich lese mir das durch und frage mich, wo hier irgendetwas von Demokratie steht, bzw. was hier für dich nicht demokratisch scheint. Ganz abgesehen vom Inhalt dieser Szene ist doch klar, dass hier im Wesentlichen Homer G. Adams ins Spiel des Zyklus gebracht wurde (wobei es nach der kurzen Episode in PR 2909 bis PR 2959 dauert, bis Adams aktiv wird).
zephydia hat geschrieben:Vielleicht ist dass das Problem (für mich zumindest) der Serie zur Zeit: Es wird viel angedeutet aber wenig klar ausgesprochen.

Es wird jede Menge klar ausgesprochen. Aber neben der Tatsache, dass nicht allen Aussagen getraut werden kann (wg. Manipulatoren und "unzuverlässigen Erzählern") darf man sich eben auch nicht von eigenen Vorurteilen den Blick trüben lassen.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon nanograinger » 12. Oktober 2018, 00:04

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zephydia hat geschrieben:....
Für mich liest sich das so das der erste der Terraner zu der Zeit als es einen Residenten gab quasi Präsident und Kanzler in einer Person war.
Und der Resident eine Art Minister ZBV der vom ersten Terraner mit der Lösung von Problemen beauftragt wurde und in diesem Rahmen dann unabhängige Entscheidungen treffen konnte. Die aber unter Umständen vom ersten Terraner oder dem Parlament wieder Rückgängig gemacht werden konnten. Also etwas ähnliches wie der LFT-Kommisar.

Der Terranische Resident wurde in PR 2000 eingeführt. In der PP-Zusammfassung zum Roman steht:
"Der 87-jährige Maurenzi Curtiz, bislang Botschafter der LFT auf Gatas, kehrt ebenfalls nach Terra zurück, um Erster Terraner zu werden. Es kommt zur Begegnung mit Rhodan, und die beiden schließen ein Bündnis. So wird am 16. Dezember Curtiz mit Zweidrittelmehrheit zum Ersten Terraner gewählt. Er entlässt den von der Bevölkerung Terras inzwischen ungeliebten Khan und setzt Rhodan als Terranischen Residenten ein. Während Curtiz als Staatsoberhaupt tätig ist, wird der Resident die Tagespolitik gestalten, wozu er Residenzminister beruft. Reginald Bull wird als Residenzminister für Ligaverteidigung vereidigt."

Also: Rhodan als Resident beruft die Minister, er ist quasi "Ministerpräsident" und damit Chef der Exekutive.

Bei Perrypedia-Artikeln muss man immer beachten, dass diese oft von Menschen mit unterschiedlichen Meinungen und Sichtweisen geschrieben werden, was zeitweise zu inneren Widersprüchen führt. So steht im Artikel zum "Terranischen Residenten" der Satz mit der "fast diktatorischen anmutenden Stellung", aber kurz danach "Der Terranische Resident war dem Ersten Terraner, dem Kabinett, dem Residenzparlament und dem Senat gegenüber verantwortlich und rechenschaftspflichtig", was nun alles andere als "fast diktatorisch" klingt.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon zephydia » 12. Oktober 2018, 10:04

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zephydia
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nanograinger hat geschrieben:Danke für das Zitat. Ich lese mir das durch und frage mich, wo hier irgendetwas von Demokratie steht, bzw. was hier für dich nicht demokratisch scheint. Ganz abgesehen vom Inhalt dieser Szene ist doch klar, dass hier im Wesentlichen Homer G. Adams ins Spiel des Zyklus gebracht wurde (wobei es nach der kurzen Episode in PR 2909 bis PR 2959 dauert, bis Adams aktiv wird).
zephydia hat geschrieben:Vielleicht ist dass das Problem (für mich zumindest) der Serie zur Zeit: Es wird viel angedeutet aber wenig klar ausgesprochen.

Es wird jede Menge klar ausgesprochen. Aber neben der Tatsache, dass nicht allen Aussagen getraut werden kann (wg. Manipulatoren und "unzuverlässigen Erzählern") darf man sich eben auch nicht von eigenen Vorurteilen den Blick trüben lassen.


Da würde mich interessieren was Perry Rhodan Deiner Meinung nach mit "Fäden ziehen" meint?
Meiner Meinung nach ist gemeint das Geschäftsmann Adams sein Geld und Einfluss dazu benutzen soll um die LFG-Regierung in eine Richtung zu beeinflussen die im Sinne Rhodans ist. Wenn ich freundlich bin gehe ich mal davon aus dass Rhodan damit nur Lobbyismus gemeint hat und nicht Bestechung oder Ähnliches. Aber auch Lobbyismus ist in meinen Augen nicht gerade demokratisch.

Aber diese Diskussion können wir noch endlos weiter führen. Jeder kennt inzwischen die Argumente des Anderen.
Aber eines würde ich doch noch gerne wissen: Was sind das für Vorurteile die ich Deiner Meinung nach habe?

Trotzdem danke für Deine Antwort zum Thema Resident, Du hast recht die Aussagen der Perrypedia sind da sehr wiedersprüchlich.
Anscheinend war er doch Regierungschef. Auch wenn der erste Terraner ebenfalls als Regierungschef bezeichnet wird.

Nein als Regierungschef wünsche ich mir Perry nicht, aber trotzdem fände ich eine politische Rolle die ihm gerecht wird nicht schlecht. Eigentlich war das SAN-Projekt meiner Meinung nach eine gute Idee aber wie es jetzt aussieht war das nur ein schöner Traum aus dem nichts wird.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Raktajino » 12. Oktober 2018, 11:01

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nanograinger hat geschrieben:"Es gibt bei uns keine Regierung, wie Sie sie kennen. Sie würden zu unserer Form vielleicht eine Individual-Autarkie sagen. Das bedeutet letztlich, dass jeder der Hunderttausend einzig und allein bestimmen kann, was er tun und lassen will. Wir kennen keine Währung - jeder ist jederzeit für jeden da, auch sind sämtliche technischen Einrichtungen des Planeten für alle Haluter frei zugänglich."

Zum Rat der Alten: "Sie treffen zusammen, wenn es geboten erscheint - unser Ersuchen wird sicher eine solche Zusammenkunft erfordern! -und erteilen den anderen Halutern Empfehlungen, aber niemals Befehle oder Anordnungen. Demjenigen, der diese Empfehlungen nicht beachtet, erwachsen daraus keine Nachteile, aber wir richten uns gewöhnlich nach diesen Empfehlungen."

Als Icho Tolot von der EX-3333 aus Halut anfunkt, antwortet ein unbenannter Haluter, der einen "vorläufigen Mehrheitsbeschluss" einholt, ob die EX-3333 landen darf oder nicht. Es wird im Roman leider nicht explizit gesagt, aber aus den obigen Erläuterungen schließe ich, dass für den Mehrheitsbeschluss die Meinung von allen auf Halut anwesenden Halutern engeholt wird, nicht nur die Meinung des Rats der Alten (der in der kurzen Zeit vermutlich nicht physikalisch zusammenkommen kann).
Seufz seufz seufz.
Es gibt sie also noch die Science Fiction!
Danke nano!
Der Staats-Regierungsfraktion natürlich ein Gräuel!
Denn, wer regelt jetzt alles, wo ist oben, wo ist unten; wo ist die Ordnung!
Besser kann man es kaum beschreiben. :D
Selbst im hochgelobten Star-Trek-Universum haben Qs Staatsform und Regierung. (Siehe Krieg im Q-Raum).

Ach ja. Gnade für das Cross-over. :D

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Kardec » 12. Oktober 2018, 11:09

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zephydia hat geschrieben:........ Aber auch Lobbyismus ist in meinen Augen nicht gerade demokratisch........

Klingt idealistisch - ist aber komplett lebensfern.
Die heutige Lebenswelt ist so komplex, dass ein Bundestagsabgeordneter mit seinen 2 Leuten ohne externes Wissen taub und blind wäre.

Deine Aussage zeigt mir auf, dass der Bundestag seinen Alltag transparenter machen sollte.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon zephydia » 12. Oktober 2018, 11:32

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Kardec hat geschrieben:
zephydia hat geschrieben:........ Aber auch Lobbyismus ist in meinen Augen nicht gerade demokratisch........

Klingt idealistisch - ist aber komplett lebensfern.
Die heutige Lebenswelt ist so komplex, dass ein Bundestagsabgeordneter mit seinen 2 Leuten ohne externes Wissen taub und blind wäre.

Deine Aussage zeigt mir auf, dass der Bundestag seinen Alltag transparenter machen sollte.


Diese Art von offiziellen Lobbyismus bei dem eine Interessengruppe Politiker offen von ihren Ideen zu überzeugen versucht meinte ich nicht. Die ist auch nicht das Probleme. Und das kann man auch nicht mit "Fäden ziehen" bezeichnen. Bei dem was Rhodan meinte ging es wohl mehr um das Einfordern von Gefallen, oder schlicht und einfach doch um Bestechung. Fäden ziehen beschreibt meiner Meinung nach NICHT einfach den Versuch jemanden mit Argumenten zu überzeugen die die eigenen Interessen in einem besonders positiven Licht darstellen sondern Manipulation und Intrigen.

Da habe ich mich bei meinem Versuch zurückhaltend zu formulieren zu unklar ausgedrückt, sorry.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon nanograinger » 12. Oktober 2018, 11:45

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zephydia hat geschrieben:
nanograinger hat geschrieben:Danke für das Zitat. Ich lese mir das durch und frage mich, wo hier irgendetwas von Demokratie steht, bzw. was hier für dich nicht demokratisch scheint. Ganz abgesehen vom Inhalt dieser Szene ist doch klar, dass hier im Wesentlichen Homer G. Adams ins Spiel des Zyklus gebracht wurde (wobei es nach der kurzen Episode in PR 2909 bis PR 2959 dauert, bis Adams aktiv wird).
zephydia hat geschrieben:Vielleicht ist dass das Problem (für mich zumindest) der Serie zur Zeit: Es wird viel angedeutet aber wenig klar ausgesprochen.

Es wird jede Menge klar ausgesprochen. Aber neben der Tatsache, dass nicht allen Aussagen getraut werden kann (wg. Manipulatoren und "unzuverlässigen Erzählern") darf man sich eben auch nicht von eigenen Vorurteilen den Blick trüben lassen.


Da würde mich interessieren was Perry Rhodan Deiner Meinung nach mit "Fäden ziehen" meint?
Meiner Meinung nach ist gemeint das Geschäftsmann Adams sein Geld und Einfluss dazu benutzen soll um die LFG-Regierung in eine Richtung zu beeinflussen die im Sinne Rhodans ist. Wenn ich freundlich bin gehe ich mal davon aus dass Rhodan damit nur Lobbyismus gemeint hat und nicht Bestechung oder Ähnliches. Aber auch Lobbyismus ist in meinen Augen nicht gerade demokratisch.

Lobbyismus ist Interessenvertretung und damit natürlich demokratisch, solange für alle Interessensgruppen die gleichen Regeln gelten und Transparenz gewährt ist. Deshalb gibt es Melderegister für Lobbyisten und deren Termine mit den jeweiligen Abgeordneten sind auch erfragbar, werden teilweise sogar von den Lobbyisten öffentlich gemacht wie Werbung.

Aber ich meine nicht, dass Perry im Gespräch mit Adams gemeint hat, dass Adams für Perry Lobbyarbeit machen soll. Das zweite Teil des Zitats aus PR 2900
"Du hast immer noch eine Menge Fäden in der Hand. Behalt die Vorgänge im Auge und zieh notfalls mal einen davon, selbst wenn es nicht unbedingt notwendig erscheint."
weist meiner Meinung nach eher darauf hin, dass Perry Adams darum bittet, die Augen offen zu halten, seine offiziellen wie inoffiziellen Organisationen bereit zu halten, und Vorsichtsmaßnahmen einzuleiten, wenn Adams meint, dass die LFG-Führung ein Problem vielleicht nicht richtig einschätzt. Ob Adams solch einer Bitte bedurfte, wage ich zu bezweifeln, deshalb meine Bemerkung, dass es hier mehr um das Signal ging, dass Adams im Zyklus eine Rolle spielen wird.

Inzwischen wissen wir ja auch, dass Adams letztlich nichts gemacht hat, dass er nicht sowieso gemacht hätte, und dass er das Problem des Techno-Mahdi (fast) genauso unterschätzte, wie die offiziellen LFG-Behörden.

zephydia hat geschrieben:Aber diese Diskussion können wir noch endlos weiter führen. Jeder kennt inzwischen die Argumente des Anderen.

Das sehe ich bei diesem Thema eigentlich nicht so.
zephydia hat geschrieben:Aber eines würde ich doch noch gerne wissen: Was sind das für Vorurteile die ich Deiner Meinung nach habe?

Meine Bemerkung, dass "man" sich "von eigenen Vorurteilen den Blick trüben lassen" sollte, habe ich allgemein formuliert und nicht speziell auf dich bezogen, wie man bspw. am Wörtchen "man" erkennen kann. Jeder muss sich mit den eigenen Vorurteilen auseinandersetzen, ich genauso wie du. Aber ich werde den Teufel tun und mich öffentlich darüber auslassen, welche Vorurteile du meiner Meinung nach hast, ganz abgesehen davon, dass ich keine Lust habe, darüber genauer nachzudenken. Ich bin ja kein Psychotherapeut, ich bin Physiker.
.
zephydia hat geschrieben:...
Eigentlich war das SAN-Projekt meiner Meinung nach eine gute Idee aber wie es jetzt aussieht war das nur ein schöner Traum aus dem nichts wird.

Ob es ein "schöner Traum" wird, wage ich auch zu bezweifeln, eher harte Arbeit. Aber ich gehe aktuell stark davon aus, dass das Projekt von San im nächsten Zyklus mehr in den Vordergrund kommt. Der sich abzeichnende Kampf gegen den Weltenbrand ist ein perfekte Steilvorlage für die Sinnhaftigkeit dieses Projekts.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Klenzy » 12. Oktober 2018, 16:10

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zephydia hat geschrieben:Da verstehe ich so dass der erste Terraner der Regierungschef war nicht der Resident. :nixweis:
Für mich liest sich das so das der erste der Terraner zu der Zeit als es einen Residenten gab quasi Präsident und Kanzler in einer Person war.
Und der Resident eine Art Minister ZBV der vom ersten Terraner mit der Lösung von Problemen beauftragt wurde und in diesem Rahmen dann unabhängige Entscheidungen treffen konnte. Die aber unter Umständen vom ersten Terraner oder dem Parlament wieder Rückgängig gemacht werden konnten. Also etwas ähnliches wie der LFT-Kommisar.


nanograinger hat geschrieben:Der Terranische Resident wurde in PR 2000 eingeführt.
[...]
Also: Rhodan als Resident beruft die Minister, er ist quasi "Ministerpräsident" und damit Chef der Exekutive.

Bei Perrypedia-Artikeln muss man immer beachten, dass diese oft von Menschen mit unterschiedlichen Meinungen und Sichtweisen geschrieben werden, was zeitweise zu inneren Widersprüchen führt. So steht im Artikel zum "Terranischen Residenten" der Satz mit der "fast diktatorischen anmutenden Stellung", aber kurz danach "Der Terranische Resident war dem Ersten Terraner, dem Kabinett, dem Residenzparlament und dem Senat gegenüber verantwortlich und rechenschaftspflichtig", was nun alles andere als "fast diktatorisch" klingt.


zephydia hat geschrieben:Trotzdem danke für Deine Antwort zum Thema Resident, Du hast recht die Aussagen der Perrypedia sind da sehr wiedersprüchlich.
Anscheinend war er doch Regierungschef. Auch wenn der erste Terraner ebenfalls als Regierungschef bezeichnet wird.


Entschuldigt die Einmischung ... aber ich fühle mich angesprochen, da ich erst vor ein paar Tagen die Artikel Erster Terraner, Terranischer Resident etc. selbst angelegt habe. Dabei habe ich allerdings keine inhaltlichen Änderungen vorgenommen (... hoffentlich), sondern nur die Ämterbeschreibung und -tabellen aus dem Artikel "Liga Freier Terraner" herausgenommen und dabei in den neuen Artikeln zusammengefasst, was vorher teils ein wenig verstreut herumlag. Rein organisatorisch also. Jetzt fallen Widersprüche auf, die vorher so gar nicht wahrgenommen werden konnten.

Zunächst heißt es unter https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Liga_Freier_Terraner#Staatsoberhaupt_und_Regierungschef:
Mit der Verfassungsänderung vom 16. Dezember 1291 NGZ wurden die Ämter des Staats- und Regierungschefs in der Person des direkt vom Volk gewählten Ersten Terraners vereint.

und in https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Erster_Terraner (laut Einleitungssatz: das Staatsoberhaupt) passenderweise:
Von 1291 NGZ bis 1503 NGZ war der Erste Terraner in Personalunion auch Regierungschef.

Der https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Terranischer_Resident wurde vom Ersten Terraner ernannt und
Der Terranische Resident als eine Art übergeordneter Superminister übernahm speziell in Krisenzeiten zahlreiche Sondervollmachten und besondere Befugnisse.


Also ein gepimpter LFT-Kommissar, oder so.
Jetzt kommt nach meiner Meinung der Schlüsselsatz:
Er konnte auch die Regierungsgeschäfte leiten, sofern er sie nicht dem Ersten Terraner überließ.


Das lese ich wie folgt: Der Erste Terraner ist jedenfalls Staatsoberhaupt. Der Terranische Resident entscheidet nach Lust und Laune, ob der Erste Terraner auch zusätzlich die Regierung führen darf, dann würde der Terranische Resident lediglich die Residenzminister bestimmen. Andernfalls regiert er selbst.

Leider wie so oft ohne Quellen. Da ich den betreffenden Teil des Perryversums wenig kenne, kann ich nichts zur Zuverlässigkeit sagen. Ein gewisses Misstrauen kann manchmal nicht schaden, aber bis hierher erscheint mir alles recht plausibel. "Fast diktatorisch anmutende Stellung" würde ich es auch nicht nennen, stammt aber wortwörtlich aus Zaubermond 95/96 https://www.perrypedia.proc.org/wiki/S%C3%B6hne_der_Liga_/_Das_Westrak-Komplott ... es müsste mal bei Gelegenheit jemand prüfen, wer da von wem abgeschrieben hat? Möglicherweise hatte derjnige aber auch den römischen Diktator vor Augen, ein Bedarfsamt mit fast uneingeschränkten Vollmachten. Hatte aber seinerzeit nichts mit der heutigen Bedeutung des Begriffs "Diktator" zu tun, sondern schlicht wortwörtlich: der, der spricht - etwa in der Bedeutung "der das Sagen hat", "der sagt, wo's langgeht".

Eins ist aber ein echt krasser Fehler, den ihr aufgedeckt habt:
nanograinger hat geschrieben:Der Terranische Resident wurde in PR 2000 eingeführt. In der PP-Zusammfassung zum Roman steht:
"Der 87-jährige Maurenzi Curtiz, bislang Botschafter der LFT auf Gatas, kehrt ebenfalls nach Terra zurück, um Erster Terraner zu werden. Es kommt zur Begegnung mit Rhodan, und die beiden schließen ein Bündnis. So wird am 16. Dezember Curtiz mit Zweidrittelmehrheit zum Ersten Terraner gewählt. Er entlässt den von der Bevölkerung Terras inzwischen ungeliebten Khan und setzt Rhodan als Terranischen Residenten ein. Während Curtiz als Staatsoberhaupt tätig ist, wird der Resident die Tagespolitik gestalten, wozu er Residenzminister beruft. Reginald Bull wird als Residenzminister für Ligaverteidigung vereidigt."


Bei uns heißt es in "Liga Freier Terraner" (und dann folglich nach "Residenzminister" übernommen), dass der Erste Terraner die Minister ernannte. Das ist klar falsch und nehme ich folglich besser raus.
Mach langsam! Das Leben ist zu kurz, um sich zu beeilen.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Haywood Floyd » 12. Oktober 2018, 17:39

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Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon nanograinger » 12. Oktober 2018, 18:13

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Klenzy hat geschrieben:Eins ist aber ein echt krasser Fehler, den ihr aufgedeckt habt:
nanograinger hat geschrieben:Der Terranische Resident wurde in PR 2000 eingeführt. In der PP-Zusammfassung zum Roman steht:
"Der 87-jährige Maurenzi Curtiz, bislang Botschafter der LFT auf Gatas, kehrt ebenfalls nach Terra zurück, um Erster Terraner zu werden. Es kommt zur Begegnung mit Rhodan, und die beiden schließen ein Bündnis. So wird am 16. Dezember Curtiz mit Zweidrittelmehrheit zum Ersten Terraner gewählt. Er entlässt den von der Bevölkerung Terras inzwischen ungeliebten Khan und setzt Rhodan als Terranischen Residenten ein. Während Curtiz als Staatsoberhaupt tätig ist, wird der Resident die Tagespolitik gestalten, wozu er Residenzminister beruft. Reginald Bull wird als Residenzminister für Ligaverteidigung vereidigt."


Bei uns heißt es in "Liga Freier Terraner" (und dann folglich nach "Residenzminister" übernommen), dass der Erste Terraner die Minister ernannte. Das ist klar falsch und nehme ich folglich besser raus.

Ich werde das in den nächsten Tagen nochmals PR 2000 nachlesen. Wie im PP-Artikel schon erwähnt, gab es eine Absprache oder Bündnis der beiden, um sich nicht auf Kampf um das Amt des Ersten Terraners einzulassen. Wie genau das formuliert wurde, weiß ich aber nicht mehr. Es kann also durchaus sein, dass formal der Erste Terraner der Regierungschef ist und Minister ernennt, beides aber de facto dann dem Terranischen Residenten (also Rhodan) überließ. Der Erste Terraner wäre dann wie in einem Präsidialsystem gewählt, aber agiert nach Übertragung der faktischen Regierungsverantwortung eher wie ein bundesdeutscher Präsident.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon zephydia » 14. Oktober 2018, 10:50

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zephydia
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nanograinger hat geschrieben:
Aber ich meine nicht, dass Perry im Gespräch mit Adams gemeint hat, dass Adams für Perry Lobbyarbeit machen soll. Das zweite Teil des Zitats aus PR 2900
"Du hast immer noch eine Menge Fäden in der Hand. Behalt die Vorgänge im Auge und zieh notfalls mal einen davon, selbst wenn es nicht unbedingt notwendig erscheint."
weist meiner Meinung nach eher darauf hin, dass Perry Adams darum bittet, die Augen offen zu halten, seine offiziellen wie inoffiziellen Organisationen bereit zu halten, und Vorsichtsmaßnahmen einzuleiten, wenn Adams meint, dass die LFG-Führung ein Problem vielleicht nicht richtig einschätzt. Ob Adams solch einer Bitte bedurfte, wage ich zu bezweifeln, deshalb meine Bemerkung, dass es hier mehr um das Signal ging, dass Adams im Zyklus eine Rolle spielen wird.

Inzwischen wissen wir ja auch, dass Adams letztlich nichts gemacht hat, dass er nicht sowieso gemacht hätte, und dass er das Problem des Techno-Mahdi (fast) genauso unterschätzte, wie die offiziellen LFG-Behörden.

Da gebe ich Dir recht, wie ich oben schon schrieb habe ich mich da nicht klar genug ausgedrückt. Ich meinte jetzt auch keinen offiziellen Lobbyismus sondern mehr das Einfordern von Gefallen oder den Einfluss durch Mitglieder von Adams Society die möglicherweise in einflussreichen Positionen arbeiten. Das klingt für mich eher nach Fäden ziehen. Aber du hast Recht bisher scheint Adams nichts in dieser Richtung gemacht zu haben.
nanograinger hat geschrieben:
Ob es ein "schöner Traum" wird, wage ich auch zu bezweifeln, eher harte Arbeit. Aber ich gehe aktuell stark davon aus, dass das Projekt von San im nächsten Zyklus mehr in den Vordergrund kommt. Der sich abzeichnende Kampf gegen den Weltenbrand ist ein perfekte Steilvorlage für die Sinnhaftigkeit dieses Projekts.


Wir werden sehen. Ich würde mich freuen wenn Du recht hast aber im Moment erscheint es mir nicht wahrscheinlich. Bisher schien das Hauptthema der Serie die Aufflösung von Strukturen zu sein. Innerhalb der Handlung aber auch der bisherigen Erzählstruktur. Kann sein das dies ein Großreinemachen wahr und ab Band 3000 der Aufbau von etwas neuen beginnt aber ich glaube nicht so ganz daran...
Zuletzt geändert von zephydia am 14. Oktober 2018, 11:04, insgesamt 2-mal geändert.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon zephydia » 14. Oktober 2018, 11:00

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zephydia
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Klenzy hat geschrieben:@zephydia & nanograinger
...

Entschuldigt die Einmischung ... aber ich fühle mich angesprochen, da ich erst vor ein paar Tagen die Artikel Erster Terraner, Terranischer Resident etc. selbst angelegt habe. Dabei habe ich allerdings keine inhaltlichen Änderungen vorgenommen (... hoffentlich), sondern nur die Ämterbeschreibung und -tabellen aus dem Artikel "Liga Freier Terraner" herausgenommen und dabei in den neuen Artikeln zusammengefasst, was vorher teils ein wenig verstreut herumlag. Rein organisatorisch also. Jetzt fallen Widersprüche auf, die vorher so gar nicht wahrgenommen werden konnten.

Zunächst heißt es unter https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Liga_Freier_Terraner#Staatsoberhaupt_und_Regierungschef:
Mit der Verfassungsänderung vom 16. Dezember 1291 NGZ wurden die Ämter des Staats- und Regierungschefs in der Person des direkt vom Volk gewählten Ersten Terraners vereint.

und in https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Erster_Terraner (laut Einleitungssatz: das Staatsoberhaupt) passenderweise:
Von 1291 NGZ bis 1503 NGZ war der Erste Terraner in Personalunion auch Regierungschef.

Der https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Terranischer_Resident wurde vom Ersten Terraner ernannt und
Der Terranische Resident als eine Art übergeordneter Superminister übernahm speziell in Krisenzeiten zahlreiche Sondervollmachten und besondere Befugnisse.


Also ein gepimpter LFT-Kommissar, oder so.
Jetzt kommt nach meiner Meinung der Schlüsselsatz:
Er konnte auch die Regierungsgeschäfte leiten, sofern er sie nicht dem Ersten Terraner überließ.


Das lese ich wie folgt: Der Erste Terraner ist jedenfalls Staatsoberhaupt. Der Terranische Resident entscheidet nach Lust und Laune, ob der Erste Terraner auch zusätzlich die Regierung führen darf, dann würde der Terranische Resident lediglich die Residenzminister bestimmen. Andernfalls regiert er selbst.

Leider wie so oft ohne Quellen. Da ich den betreffenden Teil des Perryversums wenig kenne, kann ich nichts zur Zuverlässigkeit sagen. Ein gewisses Misstrauen kann manchmal nicht schaden, aber bis hierher erscheint mir alles recht plausibel. "Fast diktatorisch anmutende Stellung" würde ich es auch nicht nennen, stammt aber wortwörtlich aus Zaubermond 95/96 https://www.perrypedia.proc.org/wiki/S%C3%B6hne_der_Liga_/_Das_Westrak-Komplott ... es müsste mal bei Gelegenheit jemand prüfen, wer da von wem abgeschrieben hat? Möglicherweise hatte derjnige aber auch den römischen Diktator vor Augen, ein Bedarfsamt mit fast uneingeschränkten Vollmachten. Hatte aber seinerzeit nichts mit der heutigen Bedeutung des Begriffs "Diktator" zu tun, sondern schlicht wortwörtlich: der, der spricht - etwa in der Bedeutung "der das Sagen hat", "der sagt, wo's langgeht".

Eins ist aber ein echt krasser Fehler, den ihr aufgedeckt habt:
nanograinger hat geschrieben:Der Terranische Resident wurde in PR 2000 eingeführt. In der PP-Zusammfassung zum Roman steht:
"Der 87-jährige Maurenzi Curtiz, bislang Botschafter der LFT auf Gatas, kehrt ebenfalls nach Terra zurück, um Erster Terraner zu werden. Es kommt zur Begegnung mit Rhodan, und die beiden schließen ein Bündnis. So wird am 16. Dezember Curtiz mit Zweidrittelmehrheit zum Ersten Terraner gewählt. Er entlässt den von der Bevölkerung Terras inzwischen ungeliebten Khan und setzt Rhodan als Terranischen Residenten ein. Während Curtiz als Staatsoberhaupt tätig ist, wird der Resident die Tagespolitik gestalten, wozu er Residenzminister beruft. Reginald Bull wird als Residenzminister für Ligaverteidigung vereidigt."


Bei uns heißt es in "Liga Freier Terraner" (und dann folglich nach "Residenzminister" übernommen), dass der Erste Terraner die Minister ernannte. Das ist klar falsch und nehme ich folglich besser raus.


Danke dass Du da noch mal nachgeschaut hast. Das ganze Thema Resident scheint mir sehr verwirrend (insbesondere inwieweit er an Anweisungen des Ersten Terraners gebunden war) und ich könnte mir vorstellen das in verschiedenen Heften tatsächlich unterschiedliche Angaben gemacht wurden.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Klenzy » 14. Oktober 2018, 12:10

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zephydia hat geschrieben:Danke dass Du da noch mal nachgeschaut hast. Das ganze Thema Resident scheint mir sehr verwirrend (insbesondere inwieweit er an Anweisungen des Ersten Terraners gebunden war) und ich könnte mir vorstellen das in verschiedenen Heften tatsächlich unterschiedliche Angaben gemacht wurden.


Vor allem fehlen einige Details. "Der Terranische Resident war dem Ersten Terraner, dem Kabinett, dem Residenzparlament und dem Senat gegenüber verantwortlich und rechenschaftspflichtig", was heißt: verantwortlich und rechenschaftspflichtig? Wie muss ich mir als Leser das vorstellen: Mündliche oder schriftliche Berichte, wie häufig, wie detailliert? Anhörungen oder Ausschüsse? Was konnten die anderen unternehmen, wenn ihnen die Politik des Residenten nicht gefiel? "Der jeweilige Resident [...] konnte jedoch genau dann zu Fall gebracht werden, wenn auch der Erste Terraner vom Residenzparlament des Amtes enthoben wurde." - wie genau? Misstrauensvotum, Minister- oder Parlamentsbeschluss? etc.pp.

Der Sachverhalt ist mir nicht geläufig, so dass ich nicht sagen kann, ob die Lücken bei uns oder in den Romanen klaffen.

Andererseits muss ich mir immer wieder in Erinnerung rufen, dass das Genre Science Fiction heißt, nicht Social Fiction.

Sehr spannende Diskussion übrigens!
Mach langsam! Das Leben ist zu kurz, um sich zu beeilen.
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