Perry Rhodan und Verantwortung

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Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon nanograinger » 17. Oktober 2018, 18:15

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nanograinger
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nanograinger hat geschrieben:....
Ich werde das in den nächsten Tagen nochmals PR 2000 nachlesen. Wie im PP-Artikel schon erwähnt, gab es eine Absprache oder Bündnis der beiden, um sich nicht auf Kampf um das Amt des Ersten Terraners einzulassen. Wie genau das formuliert wurde, weiß ich aber nicht mehr. Es kann also durchaus sein, dass formal der Erste Terraner der Regierungschef ist und Minister ernennt, beides aber de facto dann dem Terranischen Residenten (also Rhodan) überließ. Der Erste Terraner wäre dann wie in einem Präsidialsystem gewählt, aber agiert nach Übertragung der faktischen Regierungsverantwortung eher wie ein bundesdeutscher Präsident.

Im PR-Kommentar zu PR 2023 steht folgendes (Zitat):
"...
Der Erste Terraner ernennt die Mitglieder des übrigen Kabinetts, an deren Spitze der Terranische Resident steht - für die Umsetzung der »Tagespolitik« zuständig im Sinnes eines »Machers vor Ort« im Gegensatz zur Funktion des Ersten Terraners, der die Staatsgeschäfte führt und vor allem die repräsentativen Aufgaben der LFT wie Staatsempfänge und dergleichen wahrnimmt.

Perry Rhodans Amt ist das des aufgewerteten und umbenannten LFT-Kommissars, der zwar mit weitreichenden Hochrang-Vollmachten ausgestattet, jedoch rechenschaftspflichtig ist - zunächst dem Ersten Terraner, aber ebenso den übrigen Mitgliedern der Regierung und im weiteren natürlich Parlament und Senat und letztlich auch der Öffentlichkeit gegenüber. ..."

Ich kann mich nicht erinnern, dass je in einem Roman thematisiert wurde, dass Perry vor dem LFT-Parlament oder -Senat Rechenschaft ablegen musste. Aber das ist nun mal PR: Die Legislative und Judikative spielen fast keine Rolle.

Die PR-Kommentare von Rainer Castor sind übrigens alle bei der PR-Materiequelle online nachzulesen (und auch der letzte PR-Kommentar von KNF in PR 2829).

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon jogo » 17. Oktober 2018, 21:05

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jogo
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Man stelle sich mal einen erweiterten Viererblock vor, bei dem Perry einem LFG Ausschuss gegenüber Rechenschaft ablegen müsste. Schon das Treffen mit dem Gondu und das Dinner , welches Perry erklären muss... Nein, ich habe mich nicht bestechen la...
Perry, das interessiert nicht. Hast du die Einladung zum Abendessen angenommen oder nicht? ...
Also, als Autor würde ich das selbst geneigten Lesern nicht antun.
Die beste Möglichkeit seine Träume zu verwirklichen, ist aufzuwachen.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Tennessee » 18. Oktober 2018, 08:43

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Tennessee
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jogo hat geschrieben:Man stelle sich mal [...] geneigten Lesern nicht antun.


Salut jogo,

du wirst sicherlich recht haben, mit deiner Anmerkung. Und deiner Sig folgend denke ich mir, dass die Position Rhodans innerhalb der terranischen bzw. galaktischen Politik vor allem erzählerisch praktisch gewählt wird. *grins*
Als "Mann im Brennpunkt des Geschehens", der mit Raumschiffen, die nicht ihm gehören, Besatzungen, die er nicht bezahlen kann und Missionen, die die Menschheit gefährden einen spannenden Zyklus nach dem anderen gestaltet muss, muss er zum einen mit solchen Machtmitteln ausgestattet sein, die ihn in der Ferne als (politischen) Akteur legitimisieren und ihn auch finanziell nicht ruinieren. Zum anderen sollte er aber nicht solch eine politische Funktion haben, die seinen Einsatz unglaubwürdig macht. Wie schon oft zuvor angemerkt: Auch Angela Merkel ist nicht bei jeden Bundeswehr- oder UN-Einsatz dabei.
Rhodan muss also eine Position haben, die ihm genau das bietet. Darum die neue und "aktiongestärkte" LFT-Kommissar-Position, Ligaminister für besondere Dinge oder was da sonst noch alles an möglichen oder unmöglichen Stellenbeschreibungen gab. Und er ist halt gerade das, was für den Zyklus praktisch ist. So einfach denke ich mir das manchmal. *zwinker*

Des weiteren wissen wir ja, dass die PR-Serie in der Beschreibung des politischen Systems der LFT/ des Solaren Imperiums/ der LFG im besten Fall bei Andeutungen bzw. groben Skizzierungen bleibt. Eine klare "politische und systemische Utopie" ist auch, wie du ja sagtest, erzählerisch eher langweilig. (Wobei es vielleicht dennoch mal ganz witzig wäre, wenn Rhodan auf seinen Abenteuern von einem Regierungsbeamten begleitet werden würde, der/die ihm jedes Mal ausrechnet und vorhält, was seine Kapriolen dem Staat kosten oder gegen welche Verwaltungsvorschriften er jetzt schon wieder verstoßen hat... *grins*) Es wird also maximal dabei bleiben, dass man als Leser eine Art Schaubild erstellen könnte, so wie man das aus der Schule kennt: "Beschreibe anhand des Schaubildes das politische System der BRD/USA/Niederlande etc..." Feinheiten kommen da nicht wirklich vor und Widersprüche bleiben erst mal bestehen.
Vieles werden wir Leser auch mit unseren Kenntnissen der Realität füllen. Wenn es z.B. heißt, dass die Gesetze von der Regierung erlassen werden, dann werden wir, denke ich, automatisch Analogien zu der Situation in der BRD ziehen.

lg
Ten.
„Ein Wort“, sagte Humpty Dumpty, „bedeutet genau das, was ich es bedeuten lasse, nichts anderes.“
„Die Frage ist“, sagte Alice, „ob du Worten so viele Bedeutungen geben kannst“.
„Die Frage ist“, sagte Humpty Dumpty, „wer die Macht hat – das ist alles.“

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Harzzach » 18. Oktober 2018, 10:17

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Harzzach
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Tennessee hat geschrieben:Vieles werden wir Leser auch mit unseren Kenntnissen der Realität füllen. Wenn es z.B. heißt, dass die Gesetze von der Regierung erlassen werden, dann werden wir, denke ich, automatisch Analogien zu der Situation in der BRD ziehen.

Haben wir Erfahrungen mit potentiell unsterblichen Machthabern, die seit der Bronzezeit immer wieder an der Spitze großer Machtblöcke stehen? Denn solange ist Perry bereits in der Menschheitsgeschichte unterwegs. Ein etruskisches Clan-Oberhaupt, welches von den Göttern nicht nur mit dem Geschenk der Unsterblichkeit bedacht wurde, sondern der auch von den Göttern einen klaren Auftrag bekam und dann seine vertrauten Kämpfer um sich scharte und diese ebenfalls unsterblich machte.

Das ist die Unsterblichenriege der Milchstrasse! Alte Etrusker, die immer noch im Mittelpunkt aller Geschehnisse stehen und seit über 3000 Jahren die Menschheitsgeschichte entscheidend geprägt haben. Wir können nicht einmal ansatzweise unsere Regierungssituation mit so einem Szenario vergleichen. Mich wundert ja, dass sich die Unsterblichen überhaupt in so ein rechtsstaatliches Korsett zwängen lassen. Zumindest Homer macht den Eindruck eh sein egenes Ding zu drehen und Monkey ist auch nur formal dem Neuen Galaktikum unterstellt. Wer will ihn ernsthaft zur Rechenschaft ziehen?

Von daher verzeihe ich der Serie alle realpolitischen Widersprüchlichkeiten und "unrealistisch" anmutenden Situationen, auch wenn sie mich manchmal stören. Wir haben keinen blassen Schimmer davon, was in einem real existierenden Perryversum politisch "realistisch" wäre. Unseres als Vorbild zu nehmen, führt nur in die Irre, weil wir hier niemals unsterbliche Großadministratoren und über tausende von Jahren hinweg unkontrolliert operierende Wirtschaftsmagnaten hatten. Ich weiß nicht, wie unser politisches System aussehen würde, wenn unsterbliche Etrusker das Sagen hätten, aber es würde mit Sicherheit anders aussehen als das, was wir heute kennen :)

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Raktajino » 18. Oktober 2018, 10:22

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Okay. 1000 Jahre Merkel. Wir stöhnen ja schon bei 12 Jahren.
Lasst uns freudenvollere Themen ansprechen. :st:

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Harzzach » 18. Oktober 2018, 10:40

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Raktajino hat geschrieben:Okay. 1000 Jahre Merkel. Wir stöhnen ja schon bei 12 Jahren.
Lasst uns freudenvollere Themen ansprechen. :st:

Na gut, 16 Jahre Helmut Kohl! :D

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Raktajino » 18. Oktober 2018, 11:19

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Freudenvollere Themen - please! Freudenvollere Themen! :D

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Truktan » 15. November 2018, 16:32

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Mich wundert ja, dass sich die Unsterblichen überhaupt in so ein rechtsstaatliches Korsett zwängen lassen.


Sie sind ja im Grunde alle von der Gesinnung "rechtschaffen gut" :D

Wenn mal wirklich einer aus der Reihe tanzen sollte, würde wahrscheinlich auch die Gesamtheit der anderen Unsterblichen eingreifen, um ihn von Unheil abzuhalten ....

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Haywood Floyd » 16. November 2018, 14:16

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Ja, aber ist das eine realistische Erwartungshaltung? :unschuldig:

Würdet ihr euch, wenn ihr tatsächlich unsterblich wärt, tatsächlich an den jeweils gerade aktuellen rechtsstaatlichen Mainstream anpassen...?
:gruebel:
"We starve-look at one another short of breath, walking proudly in our winter coats
wearing smells from laboratories, facing a dying nation of moving paper fantasy.
Listening for the new told lies with supreme visions of lonely tunes."


'The Flesh Failiures' aka 'Let the Sunshine in' - G. MacDermot, G. Ragni, J. Rado (1967)

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Dunkle Geburt » 16. November 2018, 14:24

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Ich kann nur spekulieren, vermute aber dass auch ein (relativ) Unsterblicher besseres mit seiner Zeit anzufangen weiss als sie in Gefängnissen abzusitzen. Weshalb er schon aus eigenem Interesse sich an rechtsstaatliche Gebote und Gesetze halten wird.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Tiberius » 16. November 2018, 14:45

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Haywood Floyd hat geschrieben:Ja, aber ist das eine realistische Erwartungshaltung? :unschuldig:

Würdet ihr euch, wenn ihr tatsächlich unsterblich wärt, tatsächlich an den jeweils gerade aktuellen rechtsstaatlichen Mainstream anpassen...?
:gruebel:

Wenn er mit meinen Überzeugungen zum größten Teil übereinstimmen würde, ja.
Ansonsten kann man versuchen, ihn zu ändern.
Wenn das nicht klappt, kann man auch auswandern.
Leser sind in der Überzahl und machen sich demzufolge mehr Gedanken über einen Roman, als es ein Autor je könnte.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Haywood Floyd » 16. November 2018, 18:27

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Tiberius hat geschrieben:
Haywood Floyd hat geschrieben:Ja, aber ist das eine realistische Erwartungshaltung? :unschuldig:

Würdet ihr euch, wenn ihr tatsächlich unsterblich wärt, tatsächlich an den jeweils gerade aktuellen rechtsstaatlichen Mainstream anpassen...?
:gruebel:

Wenn er mit meinen Überzeugungen zum größten Teil übereinstimmen würde, ja.
Ansonsten kann man versuchen, ihn zu ändern.
Wenn das nicht klappt, kann man auch auswandern.

Oder die Macht an sich reissen... B-) ;)
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wearing smells from laboratories, facing a dying nation of moving paper fantasy.
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Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon jogo » 16. November 2018, 18:45

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Womit wir nun einen Thread mit dem Titel eröffnen könnten: Perry Rhodan und das Gewissen
Die beste Möglichkeit seine Träume zu verwirklichen, ist aufzuwachen.

Re: Perry Rhodan und Verantwortung

Beitragvon Ce Rhioton » 3. April 2019, 14:42

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Grauleben hat geschrieben:
Kardec hat geschrieben:Falls ES tatsächlich absent bleibt, hat erst einmal die Familie Bull ein Problem, da bei Toio Zindhers Zelldusche ca. die Hälfte der Zeit abgelaufen ist.


Ah ja, sehr gut, das hatte ich schon fast vergessen. Erwartungsfroh sehe ich daher dem angekündigten Zeitsprung zu #3000 entgegen. Vielleicht werden wir wenigstens eine der Nervtröten los.


Oder beide. :nixweis:
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