Meinungen zum Zyklus "Genesis" Band 2900-2999

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Carrasco
Plophoser
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Mein Fazit: Überdurchschnittlich viele gute bis sehr gute Einzelromane. Viele gute Ideen, faszinierende Ideen.

Leider enttäuscht mich der Zyklus insgesamt aber doch. Von einem Spannungsbogen kann kaum die Rede sein. Wichtige Themen versickern einfach. Die ganze Thoogondu-Thematik mit all ihren Verzweigungen wie z.B. Quinto-Center wirkt auf mich im Nachhinein sinn- und belanglos. Da wird über viele viele Hefte eine mysteriöse Bedrohung aufgebaut, und am Ende löst sich alles per internem Machtwechsel in Friede Freude Eierkuchen auf. Hinzu kommt der nur recht lose Bezug zum eigentlichen Hauptthema des Zyklus: der Weltenbrand.
Ja, der Weltenbrand. Für mich die spannendste Frage der letzten Hundert Hefte: Was ist der Weltenbrand, und wie wird er ausgelöst. Die Antwort war leider nicht so spannend wie die Frage. Zwar ist die gewählte Art des Weltenbrandes ein schöner Einfall gewesen. Keine explodierenden Sonnen, eher explodierende Sinne ... aber sowohl die Auslösung als auch die Löschung der Ekpyrosis geriet m.E. arg beliebig. Leider war spätestens ab 2980 klar, wie der Zyklus enden würde, wenn nicht noch was Überraschendes, Geniales passieren würde. Leider geschah - wie befürchtet - nichts Überraschendes, nichts Geniales: die Proto-Eiris wird geborgen, in die Milchstraße gebracht, umprogrammiert und damit die Ekpyrosis gelöscht. Natürlich gab es da noch ein paar Hindernisse zu überwinden, aber der Weg war klar, und genauso kam es auch.
Sorry, aber so viel Fantasielosigkeit, so wenig Wow- und Aha-Effekte bei der Auflösung eines jahrelangen Themenkomplexes finde ich echt ärgerlich.

Trotz wie gesagt vieler guter Einzelleistungen finde ich diesen Zyklus insgesamt leider ziemlich misslungen: Mutlos, erwartbar, beliebig, unmotiviert, und dramaturgisch betrachtet ein ziemlicher Rohrkrepierer.

Wie schon in vielen vorangegangenen Zyklen bleibt das Hauptproblem der PR-Expokratie (und nicht nur der aktuellen): sie hat eine Menge faszinierender Ideen. Aber sie schafft es nicht, daraus einen Spannungsbogen zu basteln, der Hundert Hefte trägt. Drama, plötzliche Wendungen, Wow-Effekte a la "krass, damit hätte ich nie gerechnet, aber im Nachhinein macht nun alles Sinn": überwiegend Fehlanzeige. Schade.
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Grauer Lord
Marsianer
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Genauso sehe ich es auch. Eine Fülle literarisch ansprechender Einzelromane auf schriftstellerisch hohem Niveau (bespreche/ lese gerade aktiv den SOL-Zyklus bei Atlan, da wird der Unterschied in der Schreibe wirklich greifbar) - aber was sollte denn Bitteschön die ganze Sache mit den Thoogondu im Gesamtbild? Wenn ich richtig gezählt habe, gab es inklusive Band 2900 gut und gerne 25 Hefte innerhalb der ersten 50 (!), die sich mit dem Goldenen Reich, dem Erzählstrang Göonen und der weiteren Verästelung Quinto-Center befassten, effekthascherisch als „Q-Zündung“ maskiert.
Klar, die Thoogondu sind ein Beleg, das eine verwaiste Mächtigkeitsballung Interesse von außen weckt, in diesem Fall bei Wesen, die vor rund 30 000 Jahren von ES himself verbannt wurden und nur auf ihre Stunde der Rückkehr gewartet haben. Doch da, wo es ans Eingemachte geht, da bleiben die Aussagen unter dem ganzen aufgepusteten Wust der Bilder und Szenarien in Sevcooris seltsam knapp: Warum gab ES den verbannten Thoogondu denn nun das Pedgondit mit auf die Reise und ebenso die Unsterblichkeit für den jeweiligen Herrscher? Warum ließ ES zu, dass sein Bannspruch dazu führte, das die Thoogondu ein auf Manipulation und Lügen aufgebautes Regime in einer anderen Galaxis errichteten? Und warum blieb das wichtigste Element dieser Handlung, die Neue Gilde, in der Gegenwartshandlung so unscharf und nur flüchtig skizziert? Die haben immerhin für die Sonnenexplosionen in Band 2900 gesorgt. Dafür haben wir viele mäßige Romane wie die um das psionische Gewölle geboten bekommen - aber auch ein neues Menschenvolk, die Gäonen kennengelernt. Grandios, wie sie mit dem Roman aus der Schwarm-Zeit eingeführt wurden, die von mir erhoffte inhaltliche Verknüpfung mit den anderen Menschheiten im Kosmos, wie den Menes in Sashpanu oder den eigens erwähnten Celestern aus „Atlan“ fand aber nicht wirklich statt. Lose Enden zuhauf, jedes Ende eine enttäuschte Erwartung.
P.S.: wie übrigens auch der in 2900 breit erwähnte Botschafter der Laren, der Perry die Hand gibt. Was hat das bei mir für Erwartungen geweckt. Aber was soll’s, jetzt wird eben alles wieder auf Null gestellt.
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Martin
Siganese
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Kaum jemals gab es in einem Zyklus von allen Autoren so viele Bände auf hohem erzählerischen Niveau. Die Freude am Schreiben wurde so oft spürbar und war natürlich dafür mitverantwortlich, dass daraus eine Freude am Lesen wurde. Ich bin hochzufrieden, Glückwunsch!
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Ce Rhioton
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AushilfsMutant hat geschrieben:Bisher bin ich ganz zufrieden mit dem Zyklus. Ich hoffe mal, dass der Zyklus einen guten Abschluss bekommt. Ob nochmal Thez vorbeischaut? Hab da so meine eigene These zu.


Die da lautet(e)? :unsure:
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Stalker
Marsianer
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Martin hat geschrieben:Kaum jemals gab es in einem Zyklus von allen Autoren so viele Bände auf hohem erzählerischen Niveau. Die Freude am Schreiben wurde so oft spürbar und war natürlich dafür mitverantwortlich, dass daraus eine Freude am Lesen wurde. Ich bin hochzufrieden, Glückwunsch!


Ich geb Dir recht. Besonders der Teil mit den vielen Bänden von allen Autoren auf hohem Niveau. :st:
Das ist für mich auch eines der Dinge die den Zyklus lesenswert gemacht haben. Nicht alle Romane waren Top, aber die die mir nicht gefallen haben sind hier weit in der Unterzahl. Das war nicht immer so. :st:
Endlich wieder bei der EA aufgeholt
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Mr Frost
Superintelligenz
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Registriert: 29. Juni 2012, 14:15
Carrasco hat geschrieben:Mein Fazit: Überdurchschnittlich viele gute bis sehr gute Einzelromane. Viele gute Ideen, faszinierende Ideen.
(...)
Wie schon in vielen vorangegangenen Zyklen bleibt das Hauptproblem der PR-Expokratie (und nicht nur der aktuellen): sie hat eine Menge faszinierender Ideen. Aber sie schafft es nicht, daraus einen Spannungsbogen zu basteln, der Hundert Hefte trägt. Drama, plötzliche Wendungen, Wow-Effekte a la "krass, damit hätte ich nie gerechnet, aber im Nachhinein macht nun alles Sinn": überwiegend Fehlanzeige. Schade.

Lieber Carrasco, ich kann all Deinen Worten und Deinem Zyklusfazit leider nur vollumfänglich zustimmen (-als Zitat habe ich nur Teile gewählt-). Ganz, ganz genauso habe ich es auch empfunden. Treffende Zusammanfassung! :st:
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Mr Frost
Superintelligenz
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Grauer Lord hat geschrieben:(...) Doch da, wo es ans Eingemachte geht, da bleiben die Aussagen unter dem ganzen aufgepusteten Wust der Bilder und Szenarien in Sevcooris seltsam knapp: Warum gab ES den verbannten Thoogondu denn nun das Pedgondit mit auf die Reise und ebenso die Unsterblichkeit für den jeweiligen Herrscher? Warum ließ ES zu, dass sein Bannspruch dazu führte, das die Thoogondu ein auf Manipulation und Lügen aufgebautes Regime in einer anderen Galaxis errichteten? Und warum blieb das wichtigste Element dieser Handlung, die Neue Gilde, in der Gegenwartshandlung so unscharf und nur flüchtig skizziert?(...)

Ebenfalls volle Zustimmung. Bei der "neuen Gilde" dachte ich noch: Da wird sicher noch was Faszinierendes zu kommen. Aber dann: Fehlanzeige...War wohl nicht mehr so wichtig...
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Hegete_Hegha
Marsianer
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Registriert: 17. März 2013, 11:46
Mr Frost hat geschrieben:Ebenfalls volle Zustimmung. Bei der "neuen Gilde" dachte ich noch: Da wird sicher noch was Faszinierendes zu kommen. Aber dann: Fehlanzeige...War wohl nicht mehr so wichtig...

Da wäre Potential für weitere 20 Hefte drin gewesen ... das ist aber auch genau der Punkt. Das die Expokraten keine tollen Ideen hätten kann man ja nun wirklich nicht behaupten ... aber Bitte doch nicht immer alle auf einmal. Das ist zwar im ersten Moment für den Leser eine tolle Sache - wenn dann aber im Hauruck-Verfahren die Themen einfach so zugemacht werden - weil im geplanten Heftumfang des Gesamtzyklus für eine ausführliche Beendigung kein Platz mehr ist - ist das Unbefriedigend.
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Carrasco
Plophoser
Beiträge: 408
Registriert: 15. Juli 2012, 16:59
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Die Frage ist halt, ob die Autoren keinen Platz hatten, um ihre tollen Ideen zu einem ebenso tollen Abschluss zu bringen ... oder ob sie schlicht keine tollen Ideen hatten, um ihre tollen Ideen zu einem ebenso tollen Abschluss zu bringen. :D
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Julian
Oxtorner
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Registriert: 28. August 2012, 13:46
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Und zudem habe ich nun mittlerweile gelernt: Die Zyklen von WiVa und CM haben insgesamt ganz tolle Anlagen und vielfältige Ideen. Die Zyklusenden und die Vernetzung der Einzelebenen empfand ich allerdings als weniger zufriedenstellend (JZL) bzw. als "na ja,ok..." (Genesis).

Diesem TeilZitat von Mr. FROST ZUM Band 3000, das der Exposé Autor selbstkritisch?,

für mich dadurch erst wahrnehmbar gemacht hat in dem C. M. EIN Vollzitat benutzte

Zeigt genau die Schwächen.

Auch beim noch Allein Expo Autor Uwe Anton? War dies bereits für mich sehr merkwürdig, daß die einzelnen Handlungsfaeden zu weit auseinander gesponnen wurde.
Bei dem 12er als Mini Serie war dies nicht der Fall.

Vielleicht ist das Konzept von großen Rahmenbedingungen mit ueber 300 Bände einfach auf beiden Seiten nicht mehr handelbar

Und führt in die Handlungs un fähigkeit zwangsläufig des Gestalten sowie Erlesen

Bei Neo funktioniert der 6er oder 12er Rahmen

Warum nicht davon lernen und es als Praxis bei classic einsetzen

Die 4Romane als Erzaehlrahmen sind deshalb Grds besser, als ganz früher das hin und her springen in der Handlung

Wahrscheinlich könnte ich aber meine Gedanken nicht wirklich herüber bringen

Ich bewundere sozusagen das Problem, eine Lösung habe ich aber auch nicht

Doch, aber nur für mich,

Die Spoiler lesen und dadurch wieder, wenn auch vereinzelt hoffen auf den Geschmack zu kommen

At open und Thez, das war mutig und wichtig von der Expise

Genesis teilweise zuviel, am Anfang toll geschrieben, auch der Einstieg endlich mit dem Mythos vom Erben des Universum aufzubauen und dann alles zu demoliereen

In Frage zu stellen

Nur vergass man dabei das der Überbau durch ES wichtig ist diesen zu erhalten

Statt dessen gibt es einen unfähigen Statthalter der sich wie ein Zauberlehrling benimmt der mit der Magie nichts anfangen noch kontrollieren kann

So ist es teilweise auch bei den Exposé

Haette die Si zum Beispiel nicht ES geheißen sondern GESHOD wäre es nie so ein Burner geworden

Und die Magie würde bei mir durch die schonungslos Aufklärung verletzt

Ich habe bis heute keine Veranlassung gehabt die beiden Schlusssteine zu lesen also 2998 und 2999,trotz der Lobeshymnen

Die bestimmt angebracht sind

Auch die LESEPROBE hat mich bei Thez immer wieder angesprochen und mich gefühlt durchhalten lassen

Aber um die wichtigsten Romane doch zu lesen, dafür hatte ich keinen Atem mehr

Bei mir war die Luft raus

Gr J

Kein Ad ASTRA mehr mit Perry Classic

200er non Neo wäre ein Neustart für mich

Und Andreas Eschbach mit seiner Neuerzaehlung ueber Rhodan klassische Literatur
Neugier, Trailer, Spoiler - der Weg zur dunklen Seite sie sind.
"Es ist ein Gesetz, daß das Universum intelligentes Leben tragen soll". (Atlan 499)
»Nachor dachte darüber nach, aus welcher schier endlos großen Menge täglicher Erlebnisse sich die Persönlichkeit eines Lebewesens formte, wie vielen Veränderungen und Verfeinerungen ein Charakter ausgesetzt war, wie er wachsen konnte oder zerbrechen unter dem Eindruck immer neuer, nie versiegender Erfahrungen ...«
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123Kid
Marsianer
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Registriert: 8. Februar 2019, 13:18
Das Empfinden, daß das Finale "verbockt" wurde, ist in meinen Augen ein weiteres Phänomen bei PR.

Ich persönlich hatte solche Empfindungen vor ca. 1000 Heften auch und man hört es häufig, da ist der eigentliche Zyklus scheinbar ganz egal.
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Ich21
Siganese
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Registriert: 14. Februar 2019, 19:44
Ich hab noch nicht so viele Finals von zyklen gelesen, aber ich fand den Genesis-Zyklus insgesamt wirklich gut und ausführlich beendet. Der Cut mit dem Zeitsprung zu 3000 passt dazu auch gut
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Ce Rhioton
Postingquelle
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Registriert: 12. Februar 2017, 17:29
Klaus N. Frick hat geschrieben:
Hegete_Hegha hat geschrieben:Die Haluter-Pest - Eine Bedrohung für ein ganzes Volk - Atlan schiesst ein kleines Gerät ab und schon sind alle wieder heile.


Wo steht denn, dass »alle wieder heile« sind? Haben wir das irgendwo ausgesagt?


Oh ... soll heißen, da kommt noch was? :o
Bitte nicht spoilern!
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Wesley
Siganese
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Registriert: 13. März 2019, 14:47
Wohnort: Augsburg
Kurz und knapp: Der Genesis-Zyklus gehört zu den besten bisher. Mich haben vor allem die Sprosse und die ganze Story fasziniert.
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