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Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Trevor Casalle 839 » 7. Oktober 2016, 19:07

Trevor Casalle 839
Da der Prolog auf Dauer frei downloadbar ist (und nur darum), habe ich hinter dem Spoiler-Tag den kompletten Prolog im "Vollquote" versteckt.

Beachtet bitte, dass der Prolog mit einem Copyright belegt ist, der ist kein "Freiwild". Aufgrund des Copyrights dbefindet sich der Prolog hinter Spoiler-Tags. Bitte ahmt das bei kostenpflichtigen Angeboten oder zeitweise kostenfreien Angeboten nicht nach. Auch Ausschnitte aus dem Text unterliegen dem Copyright.

Viel Spaß beim Lesen!

Autoren: C. Montillon und O. Fröhlich
© Perry Rhodan Digital (kompletter Prolog)
Spoiler:
==Prolog==

»Sitzt du bequem?«
Der Mann mit der verschorften Wunde auf der Stirn zurrte die Gurte fester. Ein Ächzen drang durch den Knebel der gefesselten Frau, was dem Mann ein Lächeln entlockte.
Dummer Fehler! Sofort pochte ein stechender Schmerz in seiner Schläfe. Er glaubte, ein Knacken zu hören, wie von Eiswürfeln, die man mit Wasser übergoss. Wie immer, wenn er bestimmte Gesichtsmuskeln anspannte. Tränen schossen ihm in die Augen und verschleierten seinen Blick.
Rasch wandte er sich von der Frau ab. Keinesfalls wollte er ihr seine Schwäche zeigen.
Er wartete, bis der Schmerz nachließ, richtete sich auf, atmete tief durch und kontrollierte ein letztes Mal die Aufnahmeoptik. Die augengroße Kamera schwebte um die Gefesselte und übertrug ihr Bild auf ein Holo: die zerzausten Haare, der schweißnasse Nacken, das hektische Heben und Senken des Brustkorbs. Sehr schön. Der kurze Schwenk über den umgerüsteten ehemaligen Medoroboter, gerade lange genug, um bedrohlich zu wirken, der rotierende Bohraufsatz auf einem seiner Tentakel, schließlich ein Zoom zu den panisch aufgerissenen Augen. Perfekt.
Bis auf eine Kleinigkeit.
Der Mann trat zur Außenwand der verlassenen Lagerhalle, seiner Bühne für das kommende Spektakel. Während der Kamerafahrt war in dem Holo für einen winzigen Augenblick das Fenster zu sehen gewesen – samt der Bauten dahinter. Er aktivierte eine Steuerung und ließ eine Lamellenjalousie herabgleiten, die den Blick nach draußen vollständig versperrte.
Er kniete vor der Gefesselten nieder und stützte sich auf ihren Beinen ab. Diesmal lächelte er nicht. »Wir wollen es dem guten Perry Rhodan doch nicht zu einfach machen, nicht wahr?« Er tätschelte ihr den Oberschenkel. »Die Vorstellung kann beginnen. Ich glaube jedoch nicht, dass sie ihm gefallen wird. Vor allem dann nicht, wenn er dich schreien hört.«

Lian Taupin war unterwegs zum wohl bedeutendsten Mann der Menschheitsgeschichte – und hatte nicht die leiseste Ahnung, warum. Sie hauchte gegen die Seitenscheibe ihres Gleiters, zeichnete mit dem Finger ein Fragezeichen in den feinen Film aus Atemtröpfchen, betrachtete es ein paar Sekunden lang und wischte es weg.
Sie wandte den Blick nach vorn. Eine stilisierte Karte von Terrania lag als durchscheinende Projektion über der Frontscheibe. Darin blinkte ein grüner Punkt, neben dem der Autopilot die Zieladresse anzeigte. 746 Upper West Garnaru Road. Schicke Gegend, aber kreuzlangweilig. Keine Kultur, keine Bars. Wieso wohnte jemand wie Perry Rhodan ausgerechnet dort?
Falsche Frage, dachte sie. Weil unbedeutend. Die wichtigere lautet: Weshalb bestellt jemand wie Perry Rhodan ausgerechnet mich zu sich? Er kennt mich doch überhaupt nicht, um Himmels willen!
Der Gleiter schwebte über die Stadt, in der Geschwindigkeit und Höhe, die das Verkehrsleitsystem vorgab. Links und rechts, oben und unten huschten andere Transportmittel vorbei. Manche beförderten Lasten, in den meisten jedoch saßen Menschen – oder vergleichbare Lebewesen.
Wesen, die an dürre, tentakelumrankte Stangen erinnerten, umgeben von einer schlierigen, gelblichen Atmosphäre in einer fast völlig durchsichtigen Kapsel. Reptiloide hinter der Sichtscheibe eines pfeilförmigen Flitzers. Irgendwelche Energiewesen, die in dem grauen Nebel innerhalb einer transparenten Kugel nur zu erahnen waren, weil gelegentlich Blitze aufzuckten.
Touristen. Ganz Terrania wird noch zum Paradies für Alien-Touristen. Als gäbe es nicht schon genug Einwohner.
Das Häusermeer, das unter ihr dahinraste, bescherte ihr einen unangenehmen Schauer. Die Stadt erstreckte sich von Horizont zu Horizont, eine Mixtur schlichter Gebäude, hoch aufragender Türme, im Sonnenlicht funkelnder, gläsern wirkender Spindeln, imposanter Brücken und ausgedehnter Seen und Grünanlagen. Hundert Millionen Menschen und Angehörige anderer Sternenvölker wohnten im Großraum der wichtigsten Metropole auf der Erde.
Ein wahrer Moloch, der Lian das Gefühl gab, darin zu ersticken. Darum blieb sie am liebsten zu Hause. Ganz für sich allein, in der schier endlosen Freiheit fiktiver Szenarien.
Dennoch verdankte sie Terranias Einwohnern eine gewisse Popularität, zumindest in bestimmten Kreisen. Fast neunhunderttausend zahlende Kunden sahen ihr regelmäßig zu, wenn sie in die Hauptrollen interaktiver Trivid-Serien schlüpfte.
Als Abenteurerin erforschte sie auf fremden Planeten unterirdische Katakomben, als Pilotin rettete sie ein havariertes Raumschiff, als unerschrockene Ärztin bekämpfte sie die Ausbreitung einer Seuche oder als Sportlerin trat sie in den unterschiedlichsten Disziplinen gegen die besten Athleten an.
Lian, die Heldin. Zumindest für manche Kunden.
894.387 zahlende Kunden, um genau zu sein. Und viele davon dürften im Augenblick maßlos enttäuscht sein, weil sie vergeblich auf die siebte Folge von »Die Galaxis der Rebellen« warteten.
Lian war gerade dabei gewesen, die Aufzeichnung für die Veröffentlichung vorzubereiten, als sich der Servo ihrer Wohnung gemeldet hatte. »Ein Anruf für dich. Perry Rhodan will dich sprechen.«
»Ja, klar. Wer sonst?«
»Ich habe die Verbindung und das Authentifizierungszertifikat geprüft. Es handelt sich tatsächlich um Rhodan.«
Im ersten Augenblick hielt sie es trotz der Versicherung des Servos für einen nicht besonders gelungenen Streich. Vielleicht von einem Kunden, der sie damit beeindrucken wollte, dass er ihre Identität herausgefunden hatte, obwohl sie in den Trivid-Serien stets maskiert und unter anderem Namen auftrat. Doch ein Blick auf das besorgte Gesicht im Kom-Holo belehrte sie eines Besseren.
»Mein Anruf muss überraschend für dich kommen«, sagte der Mann, dessen Gesicht sie in zahllosen Trivid-Aufzeichnungen gesehen hatte.
Überraschend? Das trifft es genauso, als würdest du sagen, nach Andromeda wäre man zu Fuß verhältnismäßig lange unterwegs.
Ein bizarrer Gedanke formte sich: War er ein heimlicher Fan von ihr? Wer wusste, was ein Unsterblicher in der Freizeit trieb? Und wenn jemand über die Möglichkeiten verfügte, sie aufzuspüren, dann war es Perry Rhodan. Aber dazu passte seine Miene nicht. Da war nicht der Optimismus eines Mannes zu sehen, der die Menschheit zu den Sternen geführt hatte, sondern Sorge.
»Was willst du?« Sie merkte selbst, wie barsch sie in diesem Augenblick klang. Nicht gerade die freundlichste Art, mit einer lebenden Legende zu sprechen. Ob sie an ihren Umgangsformen arbeiten sollte? Ach, warum?
»Ich …« Er zögerte. »Ich brauche deine Hilfe. Und leider läuft mir die Zeit davon. Bitte komm zu mir nach Hause, dort erfährst du alles Weitere.«
»Wann?« Sie versuchte, so professionell wie möglich zu sein. Nicht von einem Mann abschrecken lassen, der so uralt ist!
»Sofort!«
Anschließend hatte Lian versucht, ihm wenigstens ein paar Details zu entlocken, aber es war ihr nicht gelungen. Und so flog sie nun zu ihm, mit einem Berg von Fragen, so groß, dass er den Gleiter zu sprengen drohte.
Sie schaute noch einmal auf das Holo-Dossier, das sie kurz vor ihrem Aufbruch zusammengestellt hatte. In rascher Folge wechselten sich dreidimensionale, zum Teil bewegte Bilder und schlichte Texte vor ihren Augen ab: Fetzen aus Nachrichtensendungen, Dokumentationen, Artikeln. Sie wollte nicht unvorbereitet vor Rhodan stehen.
Immerhin war er »der Terraner«, wie ihn manche Medien mit einer gewissen Ehrfurcht nannten, als wäre das ein besonderer Titel. Während sie die Schnipsel betrachtete, kam sie sich vor wie im Geschichtsunterricht: gut 3000 Jahre Menschheitsgeschichte im Schnelldurchlauf, geprägt eben von diesem einen Menschen Perry Rhodan. Sie merkte sich jede noch so winzige Einzelheit seiner verrückten Biografie.
In einem weiten Bogen senkte sich ihr Gleiter hinab.
Was für eine kitschige Gegend: vergleichsweise schmale Straßen, an denen sich überwiegend altmodische Gebäude aneinanderreihten, meist zwei bis drei Stockwerke hoch. Mächtige Bäume spendeten Schatten, auf Büschen prangten Blüten in Dunkelrot und Dunkelblau, als ob sich ein Trivid-Künstler mit der Farbpalette ausgetobt hätte. Ein Trivid-Künstler mit nicht annähernd so viel Talent wie Lian, verstand sich.
Hier also wohnte er. Ausgerechnet in einem ehemaligen Diplomatenviertel. Wie das Dossier verriet, waren seine Nachbarn vor allem Pensionäre der Raumflotte und ausgemusterte Diplomaten, dazu einige halb vergessene Schauspieler, deren beste Zeiten Jahrzehnte zurücklagen.
Kurz bevor sie aufsetzte, sendete ihr Gleiter einen Impuls an den Gebäudeservo. Sie stieg aus, und nur eine Sekunde später öffnete sich die Haustür. Perry Rhodan trat heraus; sie erkannte ihn sofort: ein wenig größer als sie, schlank und sportlich, gekleidet in eine Kombination aus Hose und grauem Oberteil, die ihn wie einen Raumfahrer vergangener Zeiten wirken ließ, dunkelblonde Haare, ein offenes Gesicht.
Irrte sie sich, oder sah er sich tatsächlich gehetzt um?
Er trat auf sie zu und gab ihr die Hand; kräftig, aber nicht übertrieben fest. »Schön, dass du es so kurzfristig möglich machen konntest. Es freut mich, dich kennenzulernen. Wenn nur die Umstände erfreulicher wären.« Er lächelte schwach.
Ihr Blick suchte die kleine Narbe auf seinem Nasenflügel, die in jeder Dokumentation erwähnt wurde; sie war kaum sichtbar.
»Welche Umstände?« Kaum war die Frage draußen, überlegte sie sich, ob sie ihn nicht auch erst einmal hätte begrüßen sollen. Egal.
»Komm mit ins Haus. Ich muss dir etwas zeigen.«
Sie folgte ihm durch den Garten ins Gebäudeinnere. Sehr gediegen. Sehr aufgeräumt. Zu aufgeräumt für ihren Geschmack. Er führte sie in ein großes Wohnzimmer …
… wo Lian wie angewurzelt stehen blieb.
»Was ist das?«, fragte sie mit Blick auf das Standbild, das die Trivid-Projektoren als Holo in den Raum warfen.
»Das ist der Grund, warum ich dich hergebeten habe. Ich weiß noch nicht, worum es dabei geht, aber du scheinst der Schlüssel dazu zu sein.«

Zuvor


Perry Rhodan saß mit geschlossenen Augen im gemütlichsten Sessel seines Hauses und erfreute sich der Ruhe. Im Trivid sendete ein Entspannungskanal rund um die Uhr sphärische Klänge; an manchen Tagen benötigte er ruhige Musik.
Von den begleitenden Licht- und Farbspielen nahm Rhodan durch die Lider lediglich helle und dunkle Schattierungen wahr. Ein Genuss, den er sich viel zu selten gönnte. Ständig sah er sich mit interstellaren Krisen konfrontiert, die ein unbeschwertes Privatleben nahezu unmöglich machten. Immerhin war es seit acht Jahren einigermaßen ruhig geblieben. Doch was bedeutete diese Zeitspanne in einem über dreitausendjährigen Leben, in dem man sich an all die Katastrophen erinnerte, aber den Großteil der bedeutungslosen und daher umso glücklicheren Momente vergaß?
Acht Jahre. Eine kleine Woge im Ozean der Zeit.
Die Sphärenklänge brachen ab. Stattdessen sagte eine Männerstimme: »Ich grüße dich.«
Rhodan riss die Augen auf und fuhr aus dem Sessel hoch. Statt der Farbspiele zeigte das Trivid eine auf einen einfachen Holzstuhl gefesselte Frau, die ihm den Rücken zuwandte.
»Was …?«, stieß er hervor. »Servo, schalte zurück auf Sphero-Tranquil.«
»Der Kanal läuft bereits«, antwortete die Hauspositronik.
Tut er nicht, wollte Rhodan widersprechen, verkniff es sich aber. »Umschalten auf Augenklar.« Nichts geschah. Weiterhin saß die Frau mitten im Holo, dreidimensional und gefesselt. »Ich sagte: Umschalten.«
»Das habe ich getan.«
»Warum sehe ich trotzdem keine Nachrichten?«
»Das weiß ich nicht. Ich kann keine Störung feststellen.«
Ehe er der Sache weiter auf den Grund gehen konnte, erklang erneut die Männerstimme: »Ah! Du versuchst umzuschalten. Das bedeutet, du bist zu Hause und empfängst meine Sondersendung nur für dich. Sehr schön. Es gibt zwei Möglichkeiten, Perry Rhodan. Entweder bemühst du dich herauszufinden, wie es mir gelang, mich in dein Trivid-Signal einzuschleusen, was eigentlich unmöglich sein sollte. Ich weiß, ich weiß.« Ein kurzes, nicht unfreundliches Lachen schloss sich an, gefolgt von einem Ächzen wie unter Schmerzen; der Sprecher kam die ganze Zeit über nicht ins Bild. »Oder du hörst mir ein paar Minuten zu und rettest damit vielleicht sogar ein Menschenleben. Das Leben – wie du dir zweifellos denken kannst – dieser armen Frau.«
Die Gefesselte zerrte an den Riemen, die sie auf den Stuhl schnürten, kam aber nicht frei. Sie stieß dumpfe, verzweifelt klingende Laute aus. Wahrscheinlich war sie geknebelt.
»Ich möchte dir eine Aufgabe stellen«, fuhr die Stimme im Plauderton fort.
Plötzlich verschwand die Frau aus dem Holo, stattdessen erschienen zwei deckenhohe, sich spiralförmig umkreisende Stränge, zwischen denen Verbindungen wie die Sprossen einer Leiter verliefen. Um das Bild schwebten zahlreiche Buchstabenkolonnen. TACCCTGACAAGGT. Immer wieder die gleichen vier Buchstaben in unterschiedlichsten Kombinationen. Sie tanzten durch Perry Rhodans Wohnzimmer, projiziert vom Trivid-System.
»Ein gebildeter Mensch wie du weiß gewiss, was er da betrachtet.« Die Stimme klang weiterhin locker. »Ich sage es dir trotzdem: Vor dir siehst du einen genetischen Kode. Ich habe ihn bewusst in die etwas vereinfachte Darstellung gebracht, wie ihr Terraner sie gerne benutzt, obwohl es weitaus bessere Modelle gibt. Deine Aufgabe ist, herauszufinden, was es damit auf sich hat.«
Die stilisierte Erbgutdarstellung erlosch und machte erneut der gefesselten Frau Platz. Von ihrer Umgebung war mit Ausnahme einer hellen Wand nichts zu erkennen.
»Dir bleiben vierundzwanzig Stunden, dieses kleine Rätsel zu lösen. Dann werde ich mich melden und dir weitere Anweisungen erteilen. Oh, ich weiß, du lässt dir nicht gerne Befehle geben. Erst recht nicht, wenn du ihren Sinn nicht begreifst. Aber ich halte dich für einen Mann mit hohen moralischen Werten. Deshalb will ich für die nötige Motivation sorgen: Solltest du die Aufgabe nicht bewältigen, wird die Gefangene sterben. Solltest du dich an die Polizei, sonstige Ordnungskräfte oder deine Freunde mit den … besonderen Kräften wenden, wird sie sterben. Sollte ich auch nur die Spur eines Verdachts bekommen, dass du nicht kooperierst, wird sie … nun, du weißt schon.«
»Was soll das?«, fragte Rhodan und trat näher an das Holo heran. Auch wenn er nichts tun konnte, wollte er nicht im Sitzen zuhören. »Was bezweckst du mit diesem kranken Spielchen?«
»Du kennst mich nicht«, fuhr der Mann fort, ohne auf die Frage einzugehen. Konnte er Rhodan überhaupt hören? »Also kannst du nicht einschätzen, wie ernst es mir ist. Lass dir sagen: Es ist mir todernst. Ich werde nicht davor zurückschrecken, meinem Gast etwas anzutun. Eine kleine Kostprobe?«
Die Kameraperspektive veränderte sich ruckartig. Die zerzausten Haare rückten näher. Die Aufnahmeoptik fing den schweißnassen Nacken der Frau ein, flog um sie herum, zeigte ihr schweres Atmen. Kurz kam ein Medoroboter ins Bild. Auf einem seiner Behandlungsarme saß ein Bohraufsatz, der just in diesem Augenblick zu rotieren begann.
»Nein!«, rief Rhodan. »Tu das nicht!«
Aber der andere hörte ihn nicht. Oder wollte ihn nicht hören.
Der Bohrer näherte sich der gefesselten Hand. Finger verkrampften sich in die Stuhllehne, ein Zeichen von Angst. Der Bildausschnitt glitt nach oben. Zoomte auf die Augen der Gefangenen, die sich in Schmerz und Panik weiteten. Ein Schrei ertönte, vom Knebel gedämpft; dennoch war die Qual überdeutlich.
Rhodan wich einen Schritt zurück, als könne er so dem Entsetzen und der Fassungslosigkeit entkommen.
Plötzlich brach Chaos aus.
Riesig kam der Robot ins Bild, als wäre es der Frau gelungen, ihn von sich zu treten, und er hätte nicht schnell genug gegengesteuert. Er stieß an die Kamera. Der Raum flog förmlich an Rhodan vorbei. Für den Bruchteil einer Sekunde sah er eine weitläufige Halle, dann eine Lamellenjalousie. Der Medoroboter fiel gegen die Lamellen, schwebte aber sofort wieder auf sein Opfer zu. Der Bildausschnitt raste nach unten zu einem glatten Fußboden. Erneut ertönte der gedämpfte Schrei der Frau.
Die Szenen aus der Lagerhalle und der Schrei brachen ab, und zum zweiten Mal erschienen der Kode und das Meer aus Buchstaben im Holo.
»Denk dran«, sagte die Stimme. »Dir bleiben vierundzwanzig Stunden.«
Es wurde still. Die Übertragung endete. Wie eine Mahnung stand das letzte Bild davon im Raum. Etwas abseits der Kombinationen aus C, G, A und T, direkt neben einer Windung der Doppelhelix, bemerkte Rhodan einen Begriff, der zusätzliche Buchstaben enthielt. TRIVID 0.
»Trivid null?«, las er laut.
Was mochte das bedeuten? Eine Textbotschaft? Ein Hinweis, dass es die erste Nachricht des Entführers an Perry Rhodan war? Aber warum dann nicht TRIVID 1?


Lian starrte den Schriftzug an.
Erst Sekunden, nachdem Rhodan die Aufzeichnung stoppte, löste sie sich aus der Erstarrung und sah den Unsterblichen an. »Das ist … entsetzlich. Wieso hast du die Sendung aufgezeichnet?«
»Das musste ich gar nicht. Der Absender hat es mit einem Signal an die Positronik so gesteuert. Was einleuchtet – schließlich soll ich herausfinden, was es mit diesem Kode auf sich hat. Das ist schwer möglich, wenn ich ihn nur einmal kurz sehe.«
»Ich verstehe trotzdem nicht, wie ich dir helfen könnte. Warum denkst du, ich sei der Schlüssel zu dem Rätsel?« In Wirklichkeit war ihr längst ein Verdacht gekommen; sie wollte, dass Rhodan es aussprach.
Was er auch tat. »Der Kode … es ist deiner.«
»Woher weißt du das? Sind solche Daten nicht vertraulich?«
Rhodan lächelte. »Selbstverständlich. Mit einem guten Namen, einer hohen Sicherheitseinstufung und reichlich Beziehungen habe ich es trotzdem herausgefunden. In den medizinischen Datenbanken tauchst du nicht auf, was ungewöhnlich genug ist. Aber vor drei Jahren warst du in eine Rauferei verwickelt, bei der …«
Lian hob die Arme. »Themenwechsel!«
Damals war sie nach dem Abschluss einer interaktiven Trivid-Serie in eine altmodische Bar gegangen, eine von denen, in denen menschliche Bedienungen die Getränke in echten Gläsern ausschenkten. Sie wollte ein wenig feiern, mit den wenigen Bekannten, die sie hatte.
Der Alkohol in den Getränken war auch echt gewesen, ebenso die arrogante Frau, mit der sie in Streit geraten war. Diese hatte ihrem Partner – einem von Lians Kunden, wie sie schnell heraushörte – aus Eifersucht eine Szene gemacht. Sie hatte behauptet, »dieses maskierte Flittchen« müsse betrügen, weil sie so traumwandlerisch sicher die einzelnen Herausforderungen meistere. »Außerdem stehst du nur auf ihren knackigen Arsch«, hatte sie weitergeschimpft.
Eine handfeste Auseinandersetzung war gefolgt, mit zu viel Alkohol im Blut und mit zu vielen Händen in fremden Gesichtern. Noch Tage danach hatte Lians Kopf gebrummt. Seitdem blieb sie lieber zu Hause, vertiefte sich lieber in ihre Trivid-Welten.
Eine Episode ihres Lebens, an die sie nicht erinnert werden wollte. Und von Perry Rhodan schon gar nicht.
»Wie dem auch sei«, sagte er. »Mir ist egal, was du damals getan hast. Ich bin selbst kein Heiliger, weißt du.«
»So?«
Er grinste. Irgendwie gefiel er ihr.
»Die Polizei hat damals deine Daten erfasst«, fuhr er fort, »und so bin ich nach einigem Suchen darauf gestoßen.«
»Ich verstehe es trotzdem nicht.« Oder? Wieder kam ihr der Gedanke, es könnte einer ihrer Zuschauer sein. Befand sich unter den 900.000 ein Geisteskranker, der sie ausfindig gemacht hatte und ihre Aufmerksamkeit erringen wollte, indem er Perry Rhodan vor seinen Karren spannte? Nein, diese Idee war zu weit hergeholt. »Ich kenne den Typen nicht. Zumindest habe ich seine Stimme nicht erkannt.«
»Aber vielleicht kennst du die Frau, die er entführt hat.«
Sie hatte das Bild ignoriert. Es war zu verstörend. »Findest du? Wieso sollte ich?«
»Ich zeig es dir noch mal.«
»Nein, lass das, ich …«
»Positronik, Bildelement 3486«, sagte er ungerührt.
Na klasse. »Du scheinst die Botschaft schon auswendig zu kennen.«
Er ging nicht darauf ein. Und das Trivid-Bild zeigte das Gesicht der Entführten in Großaufnahme, aus dem Moment, ehe der Bohraufsatz des Roboters auftauchte.
»Hier sind die Gesichtszüge deutlicher zu sehen als später, als sie …« Er brach kurz ab. »Als sie schreit.«
Der Knebel verbarg die Mundpartie, aber das Kinn, die Nase, die Augen, die Farbe der zerzausten Haare … es war überdeutlich.
Perry Rhodan schaute Lian auffordernd an. Der verdammt wichtigste Mann der Menschheitsgeschichte schaute sie an und wartete auf ihre Reaktion. Na gut, warum sollte sie ihm den Gefallen nicht tun? »Sie ähnelt mir. So könnte ich in zwanzig oder dreißig Jahren aussehen.«
»Deine Mutter?«
Lian schüttelte den Kopf. »Ist tot.«
»Die Ähnlichkeit ist überdeutlich. Das kann kein Zufall sein. Schon gar nicht, wenn in der Botschaft ausgerechnet dieser Kode auftaucht.«
»Mutter ist tot«, wiederholte sie.
»Sieht aus, als würde sie noch leben. Was weißt du über ihren …«
»Ich war ein kleines Kind. Und, Perry, sie ist tot. Das ist meine älteste Erinnerung. Ich habe sie gefunden, und … können wir das Thema wechseln?«
»Gern. Von den vierundzwanzig Stunden, die mir der Unbekannte zugestanden hat, bleiben vierzehn. Zeit, die wir nutzen sollten. Darf ich eine DNS-Probe von dir nehmen?«
»Warum?«
»Um den Eintrag in der polizeilichen Datenbank zu überprüfen. Etwas ist daran seltsam.«
»Was?«
»Zum Beispiel die Tatsache, dass dein Genom nicht nach deiner Geburt in den Medosystemen abgelegt worden ist.« Er winkte ab. »Es steht dir frei, ob du der Entnahme zustimmst.«
Sie musste nicht lange nachdenken. »Das Ganze hat mit mir zu tun, das ist für mich Grund genug. Ich bin einverstanden, aber nur, wenn ich dazu nicht zu einem Arzt muss.«
»Nicht nötig. Wir können das gleich hier erledigen.«
»Klar. Du bist Perry Rhodan und so.«
»Gut beobachtet.« Er lächelte.
»Und du hast bestimmt alles vorbereitet, weil du wusstest, dass ich zustimme.«
Er verschwand aus dem Zimmer und kehrte nach Sekunden zurück, mit einem roten Gerät, flach wie eine Scheibe und gerade so groß wie ein Handteller. Eine Stelle an der Unterseite schimmerte grün. »Darf ich?«
»Was brauchst du?«
»Deinen Arm, deinen Nacken – was dir lieber ist.«
»Wird’s wehtun?«
»Du spürst es kaum.«
Sie hielt ihm die rechte Hand hin. Er fuhr mit dem grünen Bereich des Geräts über ihren Daumen; es ziepte leicht. »Das war’s. Meine Servosysteme analysieren das schnell; dauert trotzdem ein wenig.«
Lian winkte ab. »Ich möchte die Aufzeichnung noch einmal sehen. Mir ist etwas aufgefallen.«

»Hier!«
Lian saß auf der Couch, die Beine im Schneidersitz auf der Sitzfläche abgelegt. Rhodan betrachtete sie nachdenklich: schwarze Haare, leicht asymmetrischer Schnitt, akzentuierte Augenbrauen, insgesamt ein sehr selbstbewusster Blick. Lian sah aus, als trainiere sie regelmäßig; ein trägerloses Hemd ohne auffallende Farbmuster, wie sie derzeit Mode waren, und eine schwarze Hose betonten die Figur.
Spätestens bei diesem Wort wusste Perry Rhodan, dass die junge Frau über eine erstaunliche Beobachtungsgabe verfügte. Sie stoppte das Bild der aufgezeichneten Trivid-Botschaft an einer Stelle, der er keine besondere Beachtung geschenkt hatte.
Ein Fehler!
Der Medoroboter war offenbar von der Gefangenen weggestoßen worden und fiel gegen die Jalousie. Der ausgestreckte Tentakelarm mit dem Bohraufsatz schlug durch die Lamellen, krachte an das Fenster. Es dauerte nur eine Zehntelsekunde, bis die Maschine den Arm zurückzog und sich der Sichtschutz wieder schloss.
Höchstens eine Zehntelsekunde lang zeigte ein kleiner Bildausschnitt, was hinter der Scheibe lag.
»Ist es dir nicht aufgefallen?«, fragte Lian.
»Nein«, gab Rhodan zu. »Du bist gut. Aber die Positronik hatte mich bereits darauf gestoßen. Die Vergleichsdaten müssten jeden Moment eintreffen.«
Lian trat in das Trivid-Bild und berührte den Ausschnitt des Fensters. »Positronik, zoome diesen Bereich größer.«
Die Darstellung änderte sich, der Medoroboter wuchs ins Riesenhafte, und Lian erschien mit einem Mal winzig. »Spektralanalyse und Bildvergleich!«, forderte sie. »Was sehen wir hier?«
Rhodan ging durch die Holo-Wiedergabe des Tentakelarms. »Du machst das nicht zum ersten Mal. Wer bist du? Die Gensequenz brachte mir deinen Namen und die Adresse, aber sonst nichts.«
»Ich bin Künstlerin«, sagte sie.
»Welches Gebiet? Malen? Schreiben?«
»Gedächtnis- und Trivid-Künstlerin.«
»Trivid-Künstlerin«, wiederholte er. »In einem Entführungsfall, in dem mir via Trivid eine Botschaft überbracht wird, die zu allem Überfluss mit ›TRIVID 0‹ signiert ist?«
»Ganz genau. Und das wird kaum Zufall sein. Wir können später über meinen Job plaudern, wenn wir das hier geklärt haben. Positronik, wo bleibt die Spektralanalyse des Lichts hinter dem …?«
»Die Landschaft liegt mit einer Wahrscheinlichkeit von 93,7 Prozent auf dem Mars«, unterbrach der Hausrechner. »Das Maß der Helligkeit und das Spektrallinienmuster eines Quarzes, der aus dem Boden ragt, sprechen dafür.«
Lian fluchte, sagte »Mars« und fluchte erneut.
»Was stört dich daran?«
»Ich bin erst seit vier Jahren auf der Erde. Meine Familie stammt …«
»… vom Mars?«
»Ich bin in der Siedlung Valerysion geboren.«
Rhodan deutete auf den Fensterausschnitt. »Dort?«
»Keine Ahnung. Man sieht viel zu wenig. Außerdem kann ich mich sowieso nicht mehr an die Umgebung erinnern. Ich war drei, als meine Mutter starb und ich wegging. Erst mal zum Jupitermond Europa.«
»Mit deinem Vater?«
»Den kannte ich nie. Ist eines Abends gegangen, um Zigaretten zu holen. Muss eine recht seltene Marke sein, denn er ist noch nicht zurückgekehrt.« Sie zuckte mit den Achseln. »Und nun bloß kein Mitleid! Ich habe mich durchgeschlagen, bis ich vor vier Jahren nach Terra kam und meine Karriere begann. Ich war eine Waise. Na und? Das waren viele, mein Gott!«
Rhodan suchte ihren Blick. »Du kannst gern Perry zu mir sagen.«
»Was?« Sie schaute ihn verwirrt an. Und lachte. »Du bist gut. Die meisten machen irgendwelche peinlichen Sprüche, wenn sie von meiner traurigen Kindheit erfahren. Positronik, stammt diese Aufnahme aus der Mars-Siedlung Valerysion? Zieh alles vergleichende Bildmaterial in die Analyse mit ein.«
Rhodan wandte sich an Lian. »Notfalls greife ich auf aktuelle Bilder zu. Wir werden es bald wissen.«
»Die Vermutung ist korrekt«, informierte der Hausrechner. »Der Blick geht aus einem Gebäude am nördlichen Rand von Valerysion in Richtung des großen Raumhafens Marsport VII. Die Siedlung liegt im Oudeman-Krater.«
Lian drehte sich um, ging einige Schritte und ließ sich auf Rhodans Couch fallen. Sie massierte sich die Schläfen. »Wie schnell können wir aufbrechen?«
»Gar nicht.«
»Wieso? Es gibt eine Spur, und jetzt gehen wir los und befreien diese Frau, die angeblich meine Mutter sein soll. Es bleiben … dreizehn Stunden und siebenunddreißig Minuten? Genug, um rasch zum Mars zu reisen oder uns von einem Transmitter dorthin versetzen zu lassen. Wir zeigen diesem Entführer, dass wir uns von ihm nicht …«
»Nicht wir, Lian«, fiel ihr Rhodan ins Wort. »Das ist gefährlich. Dir fehlt jegliche Erfahrung in solchen Dingen – nehme ich an. Ganz im Unterschied zu mir. Du magst eine großartige Trivid-Künstlerin sein, und wie du die Spur gefunden hast, das war phantastisch. Den Rest erledige ich.«
»Ach ja? Diese Frau kann nicht meine Mutter sein, aber es hat etwas mit mir zu tun, und ich will wissen was! Wie kommt der Kerl an meine Gensequenz?«
»Ich halte dich auf dem Laufenden. Und ich danke dir für deine Unterstützung.« Rhodan deutete zur Tür. »Jetzt dürfen wir keine Zeit mehr verschwenden.«
Lian erhob sich und folgte der Aufforderung. »Ich bin einverstanden. Ich verschwinde. Doch eins muss dir klar sein. Ich bin nicht nur eine großartige Trivid-Künstlerin, sondern auch eine erfolgreiche Trivid-Künstlerin. Ich habe Geld. Und wenn du mich nicht mitnimmst, kaufe ich mir eine Transmitterverbindung und gehe auf eigene Faust zum Mars.«
»Das darfst du nicht.«
»Halt mich davon ab.«
»Ich könnte dich …«
»Vergiss es.«
Rhodan zögerte keine Sekunde länger. »Komm mit. Wir benutzen meine private NEREIDE-Space-Jet. Der Mars liegt ja nur einen Katzensprung entfernt. Aber eine Frage hätte ich noch.«
»Ja?«
»Kannst du mit einem Kampfanzug umgehen?«

Lian ärgerte sich über sich selbst.
Es war ihre eigene Schuld. Sie hatte darauf gedrängt, mitzukommen. Sie musste wissen, was das alles sollte. Wer sie da in was auch immer hineinziehen wollte – und wieso. Warum das Opfer aussah, als wäre es ihre Mutter. Und ungefähr tausend andere Dinge.
Dennoch hasste sie es, Weltraumflüge zu unternehmen. Sie hatte die Erde nie mehr verlassen wollen, zumindest nicht außerhalb von Trivid-Szenarien. Die Menschheit hatte im All nichts verloren, ihrer Meinung nach – obwohl sie damit der allgemeinen Auffassung widersprach.
Garantiert hätten sich Millionen von Leuten darum gerissen, sich von Perry Rhodan höchstpersönlich in dessen Space-Jet zum Mars fliegen zu lassen … ihr gefiel es trotzdem nicht! Auch nicht ausgestattet mit einem SERUN, einem Schutz- und Kampfanzug mit neuester Technologie. Sie kannte sich damit einigermaßen aus, weil sie einmal die Rolle eines Raumlandespezialisten gespielt hatte – in ihrer Privatversion einer actionreichen Trivid-Serie. Dennoch fühlte es sich fremdartig an.
Du bist darin bestens geschützt, wenn wir den Raum stürmen, hatte Rhodan gesagt.
»Du siehst nachdenklich aus«, stellte er fest; er schaute sie vom Pilotensitz aus an. Rhodan steuerte selbst; natürlich tat er das. Er hatte schon ganz andere Raumschiffe bis in die entferntesten Winkel des Universums gesteuert.
»Du etwa nicht? Du hast eben doch etwas durchdacht.«
Er lachte. »Ich habe mich gefragt, wie der Entführer es geschafft hat, sich in mein Trivid-System einzuhacken. Das ist schlicht unmöglich! Die Sicherungen sind zu groß, und meine Servos sind so programmiert, dass sie auf jeden Manipulationsversuch sofort mit einer völligen Abschaltung des Trivids reagieren. Außerdem frage ich mich ungefähr tausend weitere Dinge.«
»Geht mir genauso«, sagte Lian.
»Offenbar sind wir ein perfektes Team. Wenngleich du mich erpresst hast, um ins Team zu kommen.«
»Eine gute Erpressung sieht anders aus.«
In der Sichtscheibe der Space-Jet näherte sich der Rote Planet. Ein imposanter Anblick, das musste Lian zugeben.
Ganz so rot wie in den historischen Aufzeichnungen war der Mars nicht mehr, dreitausend Jahre menschlicher Besiedelung und eine Reihe von komplizierten Veränderungen hatten dazu beigetragen. Lian hatte sich um diese Details nie gekümmert. Für sie war wichtig, dass der Mars eine atembare Sauerstoffatmosphäre und jede Menge Wasser aufwies.
»Warum hast du keinen deiner Freunde mit ihren … legendären Spezialfähigkeiten mitgenommen?«, fragte Lian.
»Mit jeder Person steigt die Gefahr, dass der Entführer aufmerksam wird. Was, wenn er meine Freunde überwachen lässt? Dass wir beide unterwegs sind, ist etwas anderes – wir gehören offenbar zum Spiel.«
Rhodan steuerte den Planeten an, ließ sich vom Leitsystem erfassen und steuerte dann seinen eigenen Kurs. Sie jagten durch eine Wolkendecke, inmitten von Weiß und Grau und prasselndem Regen, und blickten nur noch auf einen winzigen Ausschnitt dieser Welt: auf den Oudeman-Krater mit der Siedlung Valerysion, einer Kleinstadt mit gerade mal 30.000 Einwohnern. Vielleicht inzwischen auch 40.000 Leute. Ein Fliegenschiss im Vergleich zu den fast anderthalb Milliarden Marsbewohnern.
Valerysion war nicht mal schön, sondern bestand aus grässlichen fünf- oder sechsstöckigen Gebäuden, die sich allzu geplant um vier Parks reihten. Rhodans Hausrechner hatte das genaue Haus bestimmt, in dem die Entführte festgehalten wurde; die Halle einer stillgelegten Kleinfabrik.
Ein Piepsen ertönte; Rhodan schaute beiläufig auf sein Armbandkommunikationsgerät. Offenbar war gerade eine Nachricht eingegangen. Er las sie.
»Oh«, hörte Lian.
»Was ist?«, fragte sie.
»Nichts Wichtiges«, meinte er.
»Du lügst«, sagte sie ihm ins Gesicht.
»Stimmt«, gab er zu. »Ich sag es dir später. Ich muss landen.«
Als ob die Routinelandung auf einem ausreichend großen Landefeld am Rand eines der Parks die volle Konzentration des wohl besten Piloten der Menschheit gefordert hätte. Na gut, das war vielleicht etwas übertrieben. Außerdem reichte es mit der Verehrung allmählich.
Sie verließen die Space-Jet, und zum ersten Mal seit neunzehn Jahren atmete Lian wieder die Luft des Mars. Sie schmeckte genauso wie auf der Erde. Nur dass sie dort echt war, während man auf diesem Planeten irgendwann einen künstlichen Prozess angestoßen hatte, um eine Atmosphäre zu erschaffen.
Inmitten des Parks glitzerte ein See in der Sonne. Vögel kreisten darüber und krächzten ihre Rufe. Einige klangen wie das Jammern eines Kindes; die Erinnerung traf Lian fast schmerzhaft intensiv. Daran entsann sie sich nach den neunzehn Jahren genau, und mochte sie damals noch so klein gewesen sein.
Der Gelbschnabel-Sturmtaucher und sein Ruf … diese Vogelart war vor Generationen auf dem Mars angesiedelt worden und hatte sich dort massenhaft verbreitet, während sie auf Terra ausstarb. Verrückt, wie die Erinnerung wiederkam, als sie die Rufe hörte.
Ein paar Familien spazierten um den See, aber viel war nicht los, ebenso wenig in den Straßen, die zu dem Gebäude führten. Ihre SERUNS waren in den sogenannten Mimikry-Modus geschaltet; sie sahen beide aus, als würden sie normale Freizeitkleidung tragen. Rhodans Gesicht erschien darüber hinaus verwandelt; etwas älter, mit einem Zehn-Tage-Bart und schwarzem Haar samt buschigen Augenbrauen.
Niemand beachtete sie, als sie vor ihrem Ziel standen.
Das Haus war flacher als die Nachbargebäude; nur zwei Stockwerke, breit wie eine Halle. Auf dem silbrigen Dach spiegelten sich Lichtreflexe.
Rhodan schaute auf sein Multifunktionsarmband. Es diente unter anderem als Ortungs- und Tastgerät. »Es scheint keiner im Gebäude zu sein. Alles ist energetisch unauffällig.«
»Aber wir sind richtig?«
»Garantiert.«
»Und jetzt?«
»Ortungen können täuschen. Schauen wir nach.«
»Der hehre Mister Rhodan will einen Einbruch begehen.«
»Ich bin schon öfter irgendwo eingebrochen, als du zu Mittag gegessen hast.«
Sie gingen um das Haus, in einen schmalen Durchgang zwischen dem Nachbargebäude. Dort wuchs Moos auf den Wänden, und auf dem Boden lag allerlei Unrat. Sie gingen an einem Berg aus Flaschen vorbei, der Gestank nach vergorener Milch drehte Lian den Magen um. Dahinter lag eine Tür.
»Voilà!«, meinte Rhodan.
»Was soll das heißen?«
»Eine uralte terranische Sprache«, erklärte er. »Das bedeutet, dass das unser Weg nach drinnen ist.«
»Lass mich!«, forderte Lian. Es kostete nur zwei Sekunden und den Einsatz eines Energiestrahlers, das Schloss zu zerstören. Die Tür schwang leise quietschend auf.
Mit einem Mal überkam sie ein merkwürdiges Gefühl. Es ging zu einfach. Viel zu einfach. Sie dachte an all die Trivid-Szenarien, die sie durchgespielt hatte. Und daran, was ein so unkomplizierter Zugang meist bedeutete: eine Falle.
Im Haus war es dunkel.
Still.
Und leer.
Mithilfe des Nachtsichtmodus ihres SERUNS erkannte Lian, dass sich in diesem Raum tatsächlich niemand aufhielt. Die Halle füllte die gesamte Grundfläche des Gebäudes aus.
Rhodan schaltete seine Helmlampe an. Der Lichtstrahl schuf düsteres Zwielicht und riss die Silhouette eines Stuhls aus der Dunkelheit.
Des Stuhls aus der Trivid-Botschaft. Auch die Lamellenjalousie vor dem Fenster ganz in der Nähe sah Lian.
»Zu spät«, stellte er das Offensichtliche fest.
Lian ballte vor Enttäuschung die Hände zu Fäusten. Aber immerhin hatte sich ihre Befürchtung einer Falle nicht bestätigt. Besser als nichts. »Dann beantworte mir wenigstens eine der vielen offenen Fragen.«
»Gern, wenn ich kann.«
»Oh, du kannst. Welche Botschaft hast du erhalten, ehe wir gelandet sind? Hat sich der Entführer gemeldet?«
Rhodan zögerte kurz. »Nein. Mein Servosystem.«
»Was sagt es?«
Ein tiefes Durchatmen. »Deine Genanalyse ist beendet.«
»Und? Stimmt es etwa nicht mit der Gensequenz überein, die du er…«
»Doch.«
»Aber?«
»Die Analyse war exakter. Ich habe dich sozusagen gründlich durchgecheckt.«
»Und was erfahren?«, fragte Lian wütend. »Nun sag schon!«
»Etwas stimmt mit dir nicht.«
»Bin ich krank?«
»Nein.« Rhodan ging zum Fenster, hob einige Lamellen und schaute nach draußen. »Wie alt bist du?«
»Zweiundzwanzig. Aber was tut das jetzt zur Sache?«
»Weil es laut der genetischen Analyse nicht stimmt.«
»Ach ja?«
Nun sah er sie doch an. Er kam sogar näher, legte ihr die Hand auf den Arm. »Du bist vier, höchstens fünf Jahre alt«, sagte Rhodan.
In diesem Augenblick explodierte die Wand vor ihnen, und ein Kampfroboter brach hindurch.

==Ende==

Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Copperblade » 11. Oktober 2016, 15:39

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Copperblade
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Liest sich wirklich gut, danke für den Spoiler. :st: Es ist mir nirgends ein Download gelungen, ohne mich zu registrieren. Und beim Händler meines Vertrauens (wo ich registriert bin) will mir im Moment das Passwort nicht einfallen... <_<
Lese die PR-Serie in chronologischer Reihenfolge von Anfang an nochmals neu.
Aktueller Stand: Perry Rhodan Erstauflage Heftroman Nr. 106: "Der Götze von Passa" von Kurt Mahr

Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Langschläfer » 11. Oktober 2016, 19:44

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Kleiner (Teil-) Fehler: "der Mars" ist nicht seit 3000 Jahren besiedelt, und die Atmosphäre ist auch bei weitem nicht so alt.
Dies ist (oder "sollte sein") der "neue" Mars, der erst seit 1312 NGZ im Solsystem ist (im Austausch gegen Trokan). Dieser "Ersatz-Mars" wies keinerlei Spuren der vorherigen Terraformung und Besiedlung auf, auch keine Zeichen der Abruse-Kristallisierung.
http://www.perrypedia.proc.org/wiki/Mars#R.C3.BCcktausch_des_Mars

<i-tüpferlscheißermodus=off>

Liest sich aber nett. Ich geh dann mal ein Abo abschließen. :D
Neun von zehn Stimmen in meinem Kopf sagen mir ständig das ich nicht verrückt bin. Die zehnte pfeift die Melodie von Tetris.

"Fighting for peace is like screwing for virginity." - George Carlin

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Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon AARN MUNRO » 14. Oktober 2016, 12:14

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...liest sich wirklich spannend...sehr guter Cliffhanger zum Schluss des Prologs ...netter Dialog von P mit der Trivi-Diva. Mal sehen, ob ich da abschließe...40-50 Seiten für ein e-Heft würde ich aber nicht "Roman" nennen, wie in der Werbung geschehen. Außerdem: Wenn man 50 Seiten kann, dann kann man auch 60...hingegen lesen sich 40 für eine Smartphonestory auch gut...
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Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Richard » 15. Oktober 2016, 18:33

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Richard
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Langschläfer hat geschrieben:Kleiner (Teil-) Fehler: "der Mars" ist nicht seit 3000 Jahren besiedelt, und die Atmosphäre ist auch bei weitem nicht so alt.
Dies ist (oder "sollte sein") der "neue" Mars, der erst seit 1312 NGZ im Solsystem ist (im Austausch gegen Trokan). Dieser "Ersatz-Mars" wies keinerlei Spuren der vorherigen Terraformung und Besiedlung auf, auch keine Zeichen der Abruse-Kristallisierung.
http://www.perrypedia.proc.org/wiki/Mars#R.C3.BCcktausch_des_Mars

<i-tüpferlscheißermodus=off>

Stimmt, das habe ich mir heute auch gedacht, als ich das Teil mit dem aktuellen PR als Beilage gelesen habe.

Gefuehlsmaessig geht das wohl mehr in die Richtung, in die man mit den SpaceThriller gehen wollte.

Ich bin eher gespalten, ob ich mir diese Serie kaufen soll; ich lese PR jetzt nicht weil ich "Krimi im Weltraum" lesen moechte. Klar, es hat immer wieder solche Romane gegeben und speziell in der alten Atlan Serie gabs wohl solchen Zyklen (die USO Zyklen mit Tek und Sinclair Marout Kennon).

Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Kapaun » 16. Oktober 2016, 18:32

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Ich habe mit "gefällt mir nicht" abgestimmt, obwohl ich grundsätzlich Geschichten aus dem "sonstigen" PR-Universum positiv gegenüberstehe. Warum also das negative Urteil?

- PR himself ist Haupthandlungsträger. Warum muss das sein? Warum nicht die Trivid-Dame, die ohne PR-Unterstützung in diese Sache stolpert? Das fände ich viel interessanter.

- Aber vor allem aus diesem Grund: Gefühlt 120 von 100 Krimis befassen sich heutzutage mit gequälten und geschändeten Frauen respektive Kindern. Und jetzt kommt ihr noch daher und bringt den 121. Fall! Leute, ihr glaubt gar nicht, wie ausgelutscht und abgedroschen das ist! Vor 40 Jahren wär das Thema visionär gewesen, aber heute erzeugt das nur noch Überdruss!

Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Papageorgiu » 16. Oktober 2016, 20:36

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Bei Dir vielleicht. Ich bin gespannt auf die Story drum herum.

Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon AARN MUNRO » 17. Oktober 2016, 09:25

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Kapaun hat geschrieben:Ich habe mit "gefällt mir nicht" abgestimmt, obwohl ich grundsätzlich Geschichten aus dem "sonstigen" PR-Universum positiv gegenüberstehe. Warum also das negative Urteil?

- PR himself ist Haupthandlungsträger. Warum muss das sein? Warum nicht die Trivid-Dame, die ohne PR-Unterstützung in diese Sache stolpert? Das fände ich viel interessanter.

- Aber vor allem aus diesem Grund: Gefühlt 120 von 100 Krimis befassen sich heutzutage mit gequälten und geschändeten Frauen respektive Kindern. Und jetzt kommt ihr noch daher und bringt den 121. Fall! Leute, ihr glaubt gar nicht, wie ausgelutscht und abgedroschen das ist! Vor 40 Jahren wär das Thema visionär gewesen, aber heute erzeugt das nur noch Überdruss!




Perry deshalb...weil Perry der Zugträger ist...zu starke Auslagerung mit unbekannten Nebenfiguren und nur dem Logo: "aus dem Perryversum" wäre nicht zugkräftig genug...
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Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Alexandra » 18. Oktober 2016, 20:37

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Ich finde das spannend, einfach weil ich's halt notorisch mit der Gewalt in der Wirklichkeit "habe". Mich beeindrucken Erlebnisse, wenn z.B. ganz normale Leute beim Umschalten oder nach was anderem plötzlich so was gucken und es völlig normal finden, keine besondere Reaktion zeigen. So was beschäftigt mich endlos.
Eine Schilderung in der Unterhaltungsliteratur ist für mich dann stets eine gute Gelegenheit, so was Revue passieren zu lassen und dabei bisschen aufzuarbeiten,ohne dass mir jemad zu sagen versucht, wie ich es sehen soll. Und es ist gut geschrieben.
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Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Maxvorstadt » 20. Oktober 2016, 00:06

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Trivid erscheint nur Digital, oder?
Seltsam? Aber so steht es geschrieben....

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Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Richard » 20. Oktober 2016, 00:17

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So wurde Trivid angekuendigt, ja.

Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Maxvorstadt » 20. Oktober 2016, 13:29

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Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Sternenschweif » 20. Oktober 2016, 21:05

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Habe mit "Hm" abgestimmt. Mein 2.ter Versuch der größten Science-Fiction-Serie eine Chance einzuräumen mich zu packen.
Gelingt nur bedingt.
Kapaun fasst es schon super zusammen.

Kapaun hat geschrieben:- PR himself ist Haupthandlungsträger. Warum muss das sein? Warum nicht die Trivid-Dame, die ohne PR-Unterstützung in diese Sache stolpert? Das fände ich viel interessanter.


Dito. Ich finde das Rhodan-Universum ganz spannend, aber Rhodan als Handlungsträger unglaublich langweilig. Was diese Erzählung rettet, ist jedoch, dass sie aus der Sicht der Lian Taupin geschrieben ist. Ihre rotzige, unangepasste Art verleiht dem Ganzen die nötige Würze.
Bleibt nur die Frage, ob sie sich auch in die unendliche Reihe der Frauen einreiht, die Rhodan am Ende wieder verfallen (das Girl der Woche halt) oder ob sie unabhängig für sich weiterexistieren darf.
Auf Ableger oder Nameserbinnen, welcher mal unter den Namen Thora Rhodan oder Eirene Rhodan erscheinen werden, damit braucht man wohl nicht zu rechnen. :huh:


Kapaun hat geschrieben:- Aber vor allem aus diesem Grund: Gefühlt 120 von 100 Krimis befassen sich heutzutage mit gequälten und geschändeten Frauen respektive Kindern. Und jetzt kommt ihr noch daher und bringt den 121. Fall! Leute, ihr glaubt gar nicht, wie ausgelutscht und abgedroschen das ist! Vor 40 Jahren wär das Thema visionär gewesen, aber heute erzeugt das nur noch Überdruss!


Einfallslosigkeit in den Verlagsstuben. Das Modell wird wieder und wieder und wieder heruntergenudelt. Women in Refrigerators nennt man das auch, der Superhero muss ja was zu retten oder rächen haben. Frauen eignen sich als Trope immer als Bestseller. :muede: Das Opfer im Prolog wehrt sich aber immerhin.

Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Richard » 20. Oktober 2016, 22:47

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Richard
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Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Trevor Casalle 839 » 21. Oktober 2016, 01:17

Trevor Casalle 839
Sternenschweif hat geschrieben:Habe mit "Hm" abgestimmt. Mein 2.ter Versuch der größten Science-Fiction-Serie eine Chance einzuräumen mich zu packen. Gelingt nur bedingt.
Kapaun hat geschrieben:Gefühlt 120 von 100 Krimis befassen sich heutzutage mit gequälten und geschändeten Frauen respektive Kindern. Und jetzt kommt ihr noch daher und bringt den 121. Fall! Leute, ihr glaubt gar nicht, wie ausgelutscht und abgedroschen das ist!

Einfallslosigkeit in den Verlagsstuben. Das Modell wird wieder und wieder und wieder heruntergenudelt. Women in Refrigerators nennt man das auch, der Superhero muss ja was zu retten oder rächen haben.

Ich hatte das alles anders verstanden. Die gefesselte Frau diente lediglich dazu, Perry Rhodan anzufixen, diesem eine Falle zu stellen. In die er auch tappte. Damit ist überhaupt noch nichts über die Klonfigur Lian Taupin gesagt. Überhaupt nichts. Man bekommt nur eine Ahnung, dass es noch viele "Lian Taupin"s mehr geben könnte, die alle irgendwie "programmiert" sein könnten. Das muss nicht positiv für Perry Rhodan ausgehen, der sich vermutlich bald 20 Lian Taupins gegenüber sieht, die ihm ans Leder wollen.... also nix Superheld, der was zu retten hat. Höchstens sich selbst...

Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Mr Frost » 21. Oktober 2016, 23:33

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Werde ich mir nicht anschaffen.

Nichtgedrucktes brauche ich aktuell nicht.

Inhaltlich: Oh weh, "Trivid"=Trivial (?): Rotierende Bohraufsätze und Folterandeutungen, etc.
Zu viel "Hostel" geschaut?
Sorry, ich fand das ein wenig billig.

Und dann noch am Ende der Roboter, der die Wand durchbricht und um sich feuert...
Nochmal sorry: Wirkte auf mich dann doch zu sehr nach "Action, Action, Action".
Aber bitte schön.
Wer´s mag...

Daher auch mit "Hm..." gestimmt.

Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Mr Frost » 21. Oktober 2016, 23:35

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Kapaun hat geschrieben:(...)
- Aber vor allem aus diesem Grund: Gefühlt 120 von 100 Krimis befassen sich heutzutage mit gequälten und geschändeten Frauen respektive Kindern. Und jetzt kommt ihr noch daher und bringt den 121. Fall! Leute, ihr glaubt gar nicht, wie ausgelutscht und abgedroschen das ist! Vor 40 Jahren wär das Thema visionär gewesen, aber heute erzeugt das nur noch Überdruss!

Danke, genau SO ging es mir!
Scheint andere wiederum nicht zu stören.
Nun denn...Man wundert sich...

Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Papageorgiu » 22. Oktober 2016, 08:16

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Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Arthur Dent » 22. Oktober 2016, 09:49

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Mr Frost hat geschrieben:
Kapaun hat geschrieben:(...)
- Aber vor allem aus diesem Grund: Gefühlt 120 von 100 Krimis befassen sich heutzutage mit gequälten und geschändeten Frauen respektive Kindern. Und jetzt kommt ihr noch daher und bringt den 121. Fall! Leute, ihr glaubt gar nicht, wie ausgelutscht und abgedroschen das ist! Vor 40 Jahren wär das Thema visionär gewesen, aber heute erzeugt das nur noch Überdruss!

Danke, genau SO ging es mir!
Scheint andere wiederum nicht zu stören.
Nun denn...Man wundert sich...

Das ist zu billig. Mit solchen Bemerkungen kann man jedes Motiv, jeden Inhalt, jedes Thema totschlagen. Zu viel Terror, zu viel Tote, zu viel Egal, sucht Euch was aus.
Die Frage, die sich hier stellt, ist die, ob die Autoren einem eigentlich bekannten (meinetwegen auch ausgelutschten) Plot noch irgendetwas besonderes hinzufügen können, das es aus der Masse ähnlicher Geschichten heraushebt. Das wissen wir erst, wenn wir es gelesen haben. Aber gut, manche bilden sich ihre Meinung eben gerne schon vorher.

Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon zephydia » 22. Oktober 2016, 13:00

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Arthur Dent hat geschrieben:Das ist zu billig. Mit solchen Bemerkungen kann man jedes Motiv, jeden Inhalt, jedes Thema totschlagen. Zu viel Terror, zu viel Tote, zu viel Egal, sucht Euch was aus.
Die Frage, die sich hier stellt, ist die, ob die Autoren einem eigentlich bekannten (meinetwegen auch ausgelutschten) Plot noch irgendetwas besonderes hinzufügen können, das es aus der Masse ähnlicher Geschichten heraushebt. Das wissen wir erst, wenn wir es gelesen haben. Aber gut, manche bilden sich ihre Meinung eben gerne schon vorher.


Mit diesem Argument müsste man aber eigentlich jedes Buch lesen und jeden Film gucken der auf den Markt kommt, egal wie uninteressant einen der Text auf dem Buchrücken oder der Filmtrailer erscheint, denn es könnte sich ja immer etwas Anderes als das Marketing suggeriert, dahinter verbergen. Zum Perry Rhodan lesen käme dann vermutlich kaum noch jemand. :devil:

Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Arthur Dent » 22. Oktober 2016, 13:26

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Arthur Dent
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zephydia hat geschrieben:
Arthur Dent hat geschrieben:Das ist zu billig. Mit solchen Bemerkungen kann man jedes Motiv, jeden Inhalt, jedes Thema totschlagen. Zu viel Terror, zu viel Tote, zu viel Egal, sucht Euch was aus.
Die Frage, die sich hier stellt, ist die, ob die Autoren einem eigentlich bekannten (meinetwegen auch ausgelutschten) Plot noch irgendetwas besonderes hinzufügen können, das es aus der Masse ähnlicher Geschichten heraushebt. Das wissen wir erst, wenn wir es gelesen haben. Aber gut, manche bilden sich ihre Meinung eben gerne schon vorher.


Mit diesem Argument müsste man aber eigentlich jedes Buch lesen und jeden Film gucken der auf den Markt kommt, egal wie uninteressant einen der Text auf dem Buchrücken oder der Filmtrailer erscheint, denn es könnte sich ja immer etwas Anderes als das Marketing suggeriert, dahinter verbergen. Zum Perry Rhodan lesen käme dann vermutlich kaum noch jemand. :devil:

Zugegeben, die Masse erfordert eine Selektion. Aber wir diskutieren hier ja im Perry Rhodan-Forum. Die Menge an Neu-Erscheinungen im Perryversum hält sich in Grenzen. Ich, als Fan konsumiere da tatsächlich alles. Wenns mir nicht gefallen hat, kristisiere ich das auch. Hinterher.

Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Elena » 23. Oktober 2016, 14:28

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Maxvorstadt hat geschrieben:Böh! Nur gedrucktes ist das einzig Wahre!


Ich bedaure das auch, besonders nach diesem spannenden und zum Schluss auch verstörenden Prolog!
Ein bisschen gesunder Menschenverstand, Toleranz und Humor - wie behaglich es sich dann auf unserem Planeten leben ließe.
- William Somerset Maugham


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Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon AARN MUNRO » 26. Oktober 2016, 12:51

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...nun, die Bände sind recht kurz...der Begriff "Online-Roman" sagt schon alles...vielleicht erscheinen sie später einmal gebündelt als Papier...wenn es sich rechnet...aber gutes zusatzprogramm, rundet das Angebot des Verlages modernst ab...
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Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Pfeil » 26. Oktober 2016, 18:23

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von Arthur Dent » 22. Oktober 2016, 09:49
Das ist zu billig.
...
...
Aber gut, manche bilden sich ihre Meinung eben gerne schon vorher.


So ist es und das ist auch gut so.
Ich war leicht interessiert (ohne mir "Prolog" angetan zu haben), aber Kapaun hat es, zumindest vorerst für mich mit", gerichtet. Diesbezüglich "vertraue" ich Kapaun mehr als jeglichen Werbetrommeldrehern.

((... für Alexandra ein "gut einsehliches Muss", schon wegen der Gefahr "übersehbarer Sprachanalysen" Betätigungsfelder))

Re: Spoiler "TriVid 0" (Prolog)

Beitragvon Soulprayer » 28. Oktober 2016, 13:48

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Mir gefällt der Prolog, die Story finde ich interessant.

Ich hab so eine leichte Ahnung, wohin die Story driftet. Ich glaube nämlich, da hat unser Herr Montillon wohl Orphan Black auf Netflix oder so angeschaut. :D
VG
Soulprayer

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