Band 1000 "Der Terraner"

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GruftiHH
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Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von GruftiHH » 9. April 2018, 21:39

Untertitel: Die kosmische Bestimmung der Menschheit

Autor: William Voltz

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Da wir im "Kosmische Burgen" Zyklus der Meinung waren, dass Band 1000 eine Sonderstellung einnimmt, habe ich beschlossen, den Roman separat zu behandeln.

Inhalt:
Spoiler:
Sorgore Carfesch soll im Auftrag von ES zwei Zellaktivatoren auf ihre zukünftigen Träger abstimmen. Sie sollen den Status eines Ritters der Tiefe erhalten. Die Suche nach den geeigneten Trägern geht los.

Zwei dieser Sucher, Berritz und Charruta, streiten sich. Berritz wird aus dem gemeinsamen Schiff verbannt. Charruta findet den ersten geeigneten Träger: ATLAN. Dieser befindet sich auf Larsaf III.

10.000 Jahre später ist auch der zweite Träger gefunden. Jynker Rook, ein weiterer Sucher, hat Probleme mit seinem Raumschiff. Faadenwarner haben sein Raumschiff übernommen. Er empfängt das Signal, kann ES noch informieren, bevor die Zentrale überrollt wird.

Carfesch manifestiert sich wieder und geht zu PERRY RHODAN, dem zweiten potentiellen Kandidaten. Da dieser noch ein Junge von 9 Jahren ist, nimmt er ihn mit nach Wanderer und erzeugt dadurch dessen Sehnsucht zu den Sternen. Um ganz sicher zu gehen entwickelt ES noch das KOSMISCHE RÄTSEL, welches der Terraner lösen muss um die Unsterblichkeit zu erhalten.

Perry Rhodan, jetzt erwachsen, fliegt zum Mond und lernt die Arkoniden kennen. Die Menschheit bricht ins All auf und ES gewährt ihm mit Hilfe der Zelldusche 62 Jahre zusätzlicher Unsterblichkeit. Viele Abenteuer folgen.

Nach dem Abenteuern um Laire und den kosmischen Burgen wird es etwas ruhiger um Rhodan.

ES nimmt ihn zeitweise in sich auf. Dabei erhält Rhodan den Auftrag, eine Organisation zu gründen, deren Aufgabe der Handel sein soll. Mit Hilfe von Laires Auge kann der Terraner jeden Stützpunkt der "Kosmischen Hanse" erreichen. Der Handel ist aber nur Vorwand. Die eigentliche Aufgabe der Organisation besteht darin, Agenten der Superintelligenz Seth-Apophis ausfindig zu machen und sie zu Verbündeten von ES zu machen. Seth-Apophis will jedoch dessen Mächtigkeitsballung zerstören. Desweiteren bauen die Kosmokraten eine dritte Kraft im Limbus auf. Perry Rhodan wird auch in das Zwiebelschalenmodell eingeweiht.

Rhodan kehrt nach Terra zurück und Carfesch begleitet ihn. Ab sofort gilt die Neue Galaktiche Zeitrechnung (NGZ).
Persönliche Meinung

Den einzelnen Kapiteln sind Lebensläufe / Berichte von 10 Terranern vorgestellt. Diese wurden 2012 als PDF , mit zusätzlichen Zeichnungen versehen, kostenlos veröffentlicht.

Das Heft eignet sich meiner Meinung nach als Einstieg sehr gut. Es umspannt die Ereignisse der 999 Hefte zuvor.

Etwas unglaubwürdig fand ich das erste Treffen von Rhodan und ES. Rhodan ist erst 9. Nun ja. Das nennt sich wohl künstlerische Freiheit.

Ich weiß nicht. Wenn man mal so in Fankreisen über das Heft spricht gibt es geteilte Meinungen. Mir hat das Heft sehr gut gefallen.
Hot und ich haben uns entschieden, erst mal getrennte Wege im Perry Rhodan Bereich zu gehen. Ich möchte mich mehr um meine (im Entstehen befindliche) Homepage kümmern und einen ATLAN-Blog gestalten während Hot ja im Sternenozean weilt.

Lesen könnt ihr mich auf jeden Fall noch bei den NEO Spoilern und bestimmt auch hier und da im Sternenozean.
* Am Ende des Regensbogen sehen wir uns wieder. *

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HOT
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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von HOT » 9. April 2018, 22:03

Vor einiger Zeit schrieb ich zu diesem Band: "...und im Leser Emotionen wecken über Vergangenes und eine riesige Erwartungshaltung gegenüber der Fortführung der Serie aufbauen."

Insbesondere wegen des Rückblicks wurde ich richtig wehmütig. Und trotz des Ausblicks habe ich mich dann für den Sternenozean entschieden.

Die Portrais der Terraner beschreiben eine Menschheit mit ihren Stärken und Schwächen, sie zeigen den Anspruch von Willi Voltz an die Serie, die ja wohl damals "seine Serie" war. Ob sie diesen Anspruch erfüllen kann/konnte, ist die Frage. Vielleicht gibt's hier ja ein paar Antworten....

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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von Verkutzon » 10. April 2018, 16:34

Band 1000...eine Legende! Ich kann mich noch gut an die Freude und die Erwartungen erinnern, die mit diesem Heft verknüpft waren. Auch als ich nach der Endlosen Armada eine längere PR Pause einlegte, war Heft 1000 immer sicher verwahrt und wurde in Ehren gehalten (ich sehe schon Haywood Floyd seinen Kopf schütteln :lol: ). Ich frage mich, warum Karl Herbert Scheer, als Autor des ersten Heftes, nicht die 1000 schrieb...? Mir gefällt der Inhalt dieses Jubibandes immer noch. Zwiespältig bin ich nur mit der Szene, als der unzufriedene, unruhige Rhodan in einer Bar Ablenkung sucht. Das passt irgendwie nicht zu meinem Perry. Voltz hat ein ambitioniertes und vielschichtiges Werk abgeliefert, das in meiner PR-Sammlung einen Ehrenplatz hat. Immer noch...
Vielen Dank an GruftiHH für seine Arbeit und Hingabe in diesem Classic-Tread!
Verkutzon sah eine endlose Schwärze. Ein nie gekanntes Schwindelgefühl erfasste ihn. Ungläubig liess er Laires Auge sinken. Aus: PR-Heft 1120

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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von Nisel » 10. April 2018, 18:13

Helft mir mal auf die Sprünge, ich hab den Band vor vielen Jahren mal einzeln gelesen..... ist das der Band in dem von einer "SI mit dem seltsamen Namen ES" gesprochen wird?
Kann auch ne andere Formulierung gewesen sein, jedenfalls war ein wenig Erstaunen rauszuhören über die Namensgebung dieser SI.
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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von Lord Valium » 10. April 2018, 19:55

Eine Ewigkeit her,dass ich den gelesen habe.War begeistert von Stil und Inhalt.
Aber letztes oder war es doch schon vorletztes Jahr hab ich unterwegs in das Hörbuch reingelauscht.
Ich bin nicht wie die Anderen...
Ich bin schlimmer...!!!

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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von Hegete_Hegha » 11. April 2018, 07:20

Ja die Vorfreude war damal riesig. Die Ernüchterung allerdings auch.
Ich fand Band 1000 im Vergleich zu Band 800 "Die Kaiserin von Therm" eher fad. Die Einführung einer neuen Zeitrechnung - da frage ich mich bis heute was das sollte. Die Gründung der kosmischen Hanse - die sich andeutetende "softisierung" der Serie die so irgendwie zu den sich damals in der realen Gesellschaft nach vorne schiebenden Themen passte (Friedensbewegung/Die Grünen) - Naja - am Ende war Band 1000 für mich der Anfang vom Ausstieg aus der Serie der zu einer über 30 jährigen PR Abstinenz geführt hat.

Also von daher geht es mir eher wie Haywood Floyd - Band 1000 - keine gute Erinnerung :rolleyes:

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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von Quinto » 11. April 2018, 11:28

Heft 1000 begeisterte mich damals. Es hatte auch etwas Geniales, denn man kann es als Heft 0 der Serie betrachten. Erst 1000 lesen, dann 1, das hat sogar Vorzüge. Überflüssig und ärgerlich fand ich allerdings die neue Zeitrechnung, weil für mich als Leser die gewohnte zeitliche Orientierung verlorenging. Der größte Schwachpunkt ist aber mir aber erst viel später aufgefallen. Bisher waren PR und Atlan zwar geniale Persönlichkeiten wie etwa Bonaparte, aber sie waren immer Menschen. Jetzt wurden sie zu Auserwählten der Kosmokraten. DIESE Idee finde ich abgrundtief schlecht. Hätte man sie später in einen größeren Kontext eingebunden und plausibel gemacht, dann wäre sie vielleicht noch halbwegs akzeptabel gewesen. Hat man aber nicht. Vor allem PR wurde zum Halbgott, der mit dem Auge Laires und seiner Aura als früher Prototyp des Gutmenschen und Heilers aller Übel durch den Kosmos schwebte. Wenn ich an die spätere entgleiste Handlung um die Chronofossilien denke, bei der quasi durch die Berührung des Halbgotts Perry ganze Völkerschaften auf ein höheres Niveau gehoben wurden, dann dreht sich mir jetzt noch der Magen um. Die Götter- und Heldensagen der Griechen oder Germanen sind dagegen kümmerlich.

Scheers Hurra-Konzept einer Einigung der Galaxis unter Führung der Menschheit mag absurd gewesen sein, das neue Konzept war nur vordergründig besser. Jetzt war die Menschheit auf andere Weise auserwählt, sie wurde Handlanger anderer. Dass sich die Kosmische Hanse, die vorgebliche, dem Konzil vergleichbare Großstruktur später als Flop entpuppte, war natürlich auch wenig überraschend. Eine Idee ohne besonderes dramaturgisches Potenzial, die nach dem Ende von Seth-Apophis leise verplätscherte.

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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von Haywood Floyd » 11. April 2018, 12:56

Jo - schließe mich natürlich Hegete Hegha an.

Alles andere zu diesem Thema habe ich schon gepostet, z.B. hier: https://forum.perry-rhodan.net/viewtopi ... 00#p341699
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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von Clark Flipper » 11. April 2018, 13:37

Also ich möchte dazu mal diesen Beitrag aus das dem Olympspoiler zu Band 6 zitieren, ich denke Klaus hat nix dagegen... :rolleyes:


Klaus N. Frick hat geschrieben:Wobei in der »guten alten Zeit« die Hefte seitenweise gespickt waren mit Anleihen an der Realpolitik ... nur mal so kurz daran erinnert. (Die Kosmische Hanse war ja recht modern, aber das war die Europäische Gemeinschaft im Weltraum ... Und davor ...)

Bitte entschuldige meine Abschweifung.

:o(
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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von GruftiHH » 11. April 2018, 14:21

Verkutzon hat geschrieben:Vielen Dank an GruftiHH für seine Arbeit und Hingabe in diesem Classic-Tread!
Ups. :o( ....... Danke für die Blumen..... Vielleicht mache ich ja irgendwann mal weiter mit einem Classic-Thread. Im Augenblick ist aber etwas die Luft raus.
* Am Ende des Regensbogen sehen wir uns wieder. *

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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von Verkutzon » 11. April 2018, 15:29

Quinto hat geschrieben:Heft 1000 begeisterte mich damals. Es hatte auch etwas Geniales, denn man kann es als Heft 0 der Serie betrachten. Erst 1000 lesen, dann 1, das hat sogar Vorzüge. Überflüssig und ärgerlich fand ich allerdings die neue Zeitrechnung, weil für mich als Leser die gewohnte zeitliche Orientierung verlorenging. Der größte Schwachpunkt ist aber mir aber erst viel später aufgefallen. Bisher waren PR und Atlan zwar geniale Persönlichkeiten wie etwa Bonaparte, aber sie waren immer Menschen. Jetzt wurden sie zu Auserwählten der Kosmokraten. DIESE Idee finde ich abgrundtief schlecht. Hätte man sie später in einen größeren Kontext eingebunden und plausibel gemacht, dann wäre sie vielleicht noch halbwegs akzeptabel gewesen. Hat man aber nicht. Vor allem PR wurde zum Halbgott, der mit dem Auge Laires und seiner Aura als früher Prototyp des Gutmenschen und Heilers aller Übel durch den Kosmos schwebte. Wenn ich an die spätere entgleiste Handlung um die Chronofossilien denke, bei der quasi durch die Berührung des Halbgotts Perry ganze Völkerschaften auf ein höheres Niveau gehoben wurden, dann dreht sich mir jetzt noch der Magen um. Die Götter- und Heldensagen der Griechen oder Germanen sind dagegen
Ich denke, Willi Voltz wollte einen Neuanfang der Serie starten; darum auch die neue Zeitrechnung. Für diesen „Brauch“, ab einem bestimmten Zeitpunkt die Jahre neu zu zählen, gibt es in der Menschheitsgeschichte einige Beispiele. So abwegig ist das meiner Meinung nach nicht. Die topsidischen Benediktiner auf dem Planeten Topsid haben sich wahrscheinlich auch geärgert über die Hanse-Zeitrechnung, und weiter stur ihre Jahre nach Christus gezählt.
Zum Vorwurf, Perry und Atlan wurden zu einer Art Überwesen stilisiert: nun, das hat schon was. Die Ritterweihe im Dom Kesdschan war doch sehr religiös angehaucht. Rhodans Überhöhung ist jedoch nicht erst Thema in Band 1000. Seit Anfang der Serie steht im Untertitel: Der Erbe des Universums...
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idaho
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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von idaho » 11. April 2018, 18:04

Im Nachbarforum hatte ich 2009 mal was zu diesem Roman geschrieben, ich kopier das einfach hier 'rüber (und bau ein paar Absätze ein, damals war ich offenbar der Ansicht, dass die Lesbarkeit eines Textes nur von untergeordneter Bedeutung ist :o( ):


So, Band 1000 frisch (wieder)gelesen. Ein paar Gedanken dazu. Der erste und offensichtlichste Unterschied von Band 1000 zu allen anderen bis dahin erschienenen Romanen sind sicher die Graffitis. In ihnen stellt Willi Voltz ziemlich deprimierende und teilweise zeitlos aktuelle Szenen der Realität der Erde 1980 dem fiktiven, Perryversum gegenüber. Apropos Zeitlos: Gibt es noch jemanden, den das Pedro Armendariz Graffiti erschreckend an die aktuelle Lage im Iran erinnert? Die Graffitis in ihrer lakonischen, sich jeder Wertung enthaltenden Sprache rühren mich jedes mal wieder an und reizen dazu, zu widersprechen, zu fragen, warum Voltz nur Negativszenarios ausgewählt hat. Diese Form der Vermischung von Real- und Romanebene, die im letzten Graffiti zusammengeführt werden, ist für mich ein außerordentlich gelungener Kunstgriff. Die Hoffnung und der Optimismus, die Sehnsucht nach einer tieferen Bestimmung, die Willi Perry Rhodan stellvertretend für alle Menschen spüren läßt, gibt dem Roman eine Botschaft, die zumindest mich tief berührt.

Dem gegenüber steht eine Romanhandlung, bei der ich einige Punkte finde, die ich nicht mag. Irgendwie kommt es mir falsch, wie unnötiges Gemecker vor, angesichts der Graffitis und ihrer Wirkung auch die negativen Punkte anzusprechen. Aber ein Verschweigen wäre auch eine Form von Selbsttäuschung. Das geht mit Carfesh los. Zu Anfang wird er als wichtiger Helfer der Kosmokraten beschrieben, aber zum Dank für seine treuen Dienste muß er eine Reise ohne Wiederkehr antreten. Zwar ist sein Schicksal nicht sonderlich schrecklich, aber er verliert seine Freiheit und die Möglichkeit, eigenverantwortlich zu entscheiden. Später macht er deutlich, dass ihm der Verlust seiner Körperlichkeit alles andere als gleichgültig ist. Von positiven Mächten erwarte ich mir irgendwie eine respektvollere Behandlung. Auch die Tatsache, daß Millionen von Wesen im Laufe der kommenden Zeitalter ihr Leben für die Suche opfern, um nicht zu sagen, vergeuden, stößt mir sauer auf.
Schließlich stört mich die Tatsache, dass ES die Unterstützung der Milchstraßenvölker ohne Wenn und Aber einfordert und nicht etwa auf den Gedanken kommt, sie zu erbitten. Wie immer meint ES es natürlich gut, aber wie geht der Spruch? Der Weg zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert.


Positiv bewerte ich, dass ES nicht als Geheimniskrämer auftritt. Erstmals werden die Terraner und ihre Verbündeten – oder zumindest Perry Rhodan – von Anfang an mit den Hintergründen der Krise um Seth Apophis vertraut gemacht. ES nimmt die Verbündeten ernst und vertraut ihnen in diesem Punkt. Nicht genug, um ihnen die Entscheidung über eine Hilfeleistung völlig zu überlassen, aber immerhin. Sehr angenehm auch, das das ewige Schema vom bösen Feind, den es zu besiegen gilt, durchbrochen wird. Im Gegenteil geht es darum, Hilfe zu leisten, wenn es denn möglich ist.

Ein weiterer positiver Aspekt ist die im Zwiebelschalenmodell von ES erklärte Entwicklung. Die zu gründende Kosmische Hanse wird mit dem Konzil der Sieben gleichgesetzt. Es wird klar gemacht, dass nicht ein Volk allein den Aufstieg in Richtung Superintelligenz schaffen wird. Es bedarf der Zusammenarbeit aller Völker einer, möglicherweise auch der Völker vieler verschiedener Milchstraßen, um eines Tages den Sprung zu einer höheren Wesenheit zu schaffen. Diese Stufe des Zwiebelschalenmodells ist in der Seriengegenwart leider sehr in den Hintergrund getreten, wo es nur noch um die Terraner und ihre Großtaten geht. Es gäbe sicher noch viel zu dem Roman zu sagen.

Ich möchte aber noch zwei Punkte aufgreifen, die nichts mit dem eigentlichen Roman zu tun haben. Zum Einen wäre da die Meldung im PR-Report, nachdem sich angeblich die Annahme der Wissenschaftler bestätigt, dass eine neue Eiszeit bevorstehe, da das Eis der Pole wachse. Was knapp 30 Jahre doch ausmachen können ... Dann ist da Marianne Sydows Limerick auf der LKS, der heute so aktuell ist wie damals. Es wird viel kritisiert, aber los kommt von der Serie kaum jemand, und wenn es nur um die Vollständigkeit der Sammlung geht. Mich würde schon interessieren, wie viele Leute die Serie noch kaufen, aber nicht mehr lesen, auch wenn das nie jemand wird herausfinden können

Quinto
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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von Quinto » 11. April 2018, 18:20

Verkutzon hat geschrieben: Ich denke, Willi Voltz wollte einen Neuanfang der Serie starten; darum auch die neue Zeitrechnung. Für diesen „Brauch“, ab einem bestimmten Zeitpunkt die Jahre neu zu zählen, gibt es in der Menschheitsgeschichte einige Beispiele. So abwegig ist das meiner Meinung nach nicht.
Darum geht es mir nicht. Was mich schwer störte war mein Verlust an zeitlicher Orientierung beziehungsweise zeitlicher Kontinuität innerhalb der Serie.
Die muss seitdem immer wieder neu hergestellt werden: xxx NGZ entspricht yyy unserer Zeit. Toll. Und wie gesagt stellte sich die vermeintliche neue Ära der Kosmischen Hanse bald als Episode heraus. Diese Episode mit einer neuen Zeitrechnung zu adeln war nachträglich gesehen sehr viel abwegiger als die Idee, an Mohammed oder Jesus aufgrund der mit ihnen beginnenden Umwälzung einer Kultur eine neue Zeitrechnung zu knüpfen.
Verkutzon hat geschrieben:Rhodans Überhöhung ist jedoch nicht erst Thema in Band 1000. Seit Anfang der Serie steht im Untertitel: Der Erbe des Universums...
Rhodans "Überhöhung" beruhte auf seiner Urteilsfähigkeit und Entschlossenheit. Ich habe nicht zufällig Bonaparte als Beispiel gewählt. Der war zu seiner Zeit eine lebende Legende, nicht nur ein genialer Feldherr sondern ein ebenso fähiger Politiker. Seine Mängel stehen auf einem anderen Blatt. Der Rhodan der Scheer-Zeit war ein Bonaparte ohne Charakterfehler: genial und unersetzlich. Aber er war Mensch und nicht etwa der Auserwählte von Fast-Göttern. Das ist für mich der entscheidende Unterschied.

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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von Verkutzon » 11. April 2018, 21:12

@Quinto
Natürlich hast du recht: nachträglich gesehen ist die Einführung der NGZ zur Konsolidierung der Hanse trivial... W. Voltz wollte wahrscheinlich mit dieser neuen Zeitrechnung einen Schlussstrich ziehen. Die Sturm und Drangjahre der Menscheit waren vorbei (darum auch die Auflistung der Serienvergangenheit), ab jetzt, ab Hanse condita, folgt die Konsolidierung und Erneuerung der Milchstrasse und ihrer Bewohner. Heute ist die Angabe und der Vergleich der verschiedenen Zeitrechnungen natürlich ärgerlich.
Auch mit dem Über-Perry hast du natürlich recht! Aber unser Held unterliegt wie alles Leben einer literarischen Evolution. Und in der Seriengegenwart ist nichts mehr übrig von diesem Kosmokratenliebling. „Heute“ ist er eher wieder ein Held mit Fehlern...
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dandelion
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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von dandelion » 11. April 2018, 21:25

Diese neue Zeitechnung ist mir auch ein Dorn im Auge, aber was einmal geändert wurde, könnte auch ein zweitesmal getan werden. Ein Zurück zur christlichen Zeitrechnung ist allerdings schwer vorstellbar.

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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von Hegete_Hegha » 12. April 2018, 07:43

Quinto hat geschrieben:... Jetzt wurden sie zu Auserwählten der Kosmokraten. DIESE Idee finde ich abgrundtief schlecht. Hätte man sie später in einen größeren Kontext eingebunden und plausibel gemacht, dann wäre sie vielleicht noch halbwegs akzeptabel gewesen. Hat man aber nicht. Vor allem PR wurde zum Halbgott, der mit dem Auge Laires und seiner Aura als früher Prototyp des Gutmenschen und Heilers aller Übel durch den Kosmos schwebte...
Dieser "Ritter der Tiefe"-Quatsch ist mir damals auch sauer aufgestossen. Ich hab das als "ohne-Not-rangewanze" an die damals schon sehr populäre "Star-Wars" Geschichte empfunden. Das hatte nix mit der Scheer'chen Techno-SF zu tun sondern das war Fantasy. Ich bin froh das dieser Käse heute wieder weitgehend überwunden ist. Bitte liebe Expokraten bleibt dabei!

Insofern war Band 1000 sicher ein Meilenstein in ein neues PR-Zeitalter - allerdings - ob das ein gutes Zeitalter war darüber kann man streiten.

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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von Verkutzon » 12. April 2018, 08:40

idaho hat geschrieben:Ein weiterer positiver Aspekt ist die im Zwiebelschalenmodell von ES erklärte Entwicklung. Die zu gründende Kosmische Hanse wird mit dem Konzil der Sieben gleichgesetzt. Es wird klar gemacht, dass nicht ein Volk allein den Aufstieg in Richtung Superintelligenz schaffen wird. Es bedarf der Zusammenarbeit aller Völker einer, möglicherweise auch der Völker vieler verschiedener Milchstraßen, um eines Tages den Sprung zu einer höheren Wesenheit zu schaffen. Diese Stufe des Zwiebelschalenmodells ist in der Seriengegenwart leider sehr in den Hintergrund getreten, wo es nur noch um die Terraner und ihre Großtaten geht. Es gäbe sicher noch viel zu dem Roman zu sagen
Das ist ein Punkt, der gern in Vergessenheit gerät. Das Zwiebelschalenmodell postuliert ja eine Evolution von biologischem (oder auch maschinellem) Leben zu positiven oder negativen Superintelligenzen. Ein Schicksal das nach WVs Theorie auch der Menschheit „blüht“... Gleichzeitig wäre diese Entwicklung das Ende der Serie. Wer will schon die Abenteuer einer vergeistigten Superintelligenz lesen; damit könnte sich keiner identifizieren. B-)

Ernst Vlcek (ich weiss bis heute nicht, wie man diesen Namen ausspricht) kommt noch in den „Stimmen zum PR-Jubiläum“ zu Wort. Er schreibt: „Und ich sag’s nochmal: Ab Band 1000 gehts bergauf!“
Wie soll man diese Aussage verstehen? Hat der Verlag damals viele Leser verloren? Oder bezieht sich der Satz auf den Serieninhalt...? Wie war die Stimmung damals bei den Machern? Ich interpretiere es dahingehend, dass Band 1000 als echter Neustart/Neubeginn definiert wurde.
Zuletzt geändert von Verkutzon am 12. April 2018, 08:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von Verkutzon » 12. April 2018, 08:51

Nisel hat geschrieben:Helft mir mal auf die Sprünge, ich hab den Band vor vielen Jahren mal einzeln gelesen..... ist das der Band in dem von einer "SI mit dem seltsamen Namen ES" gesprochen wird?
Kann auch ne andere Formulierung gewesen sein, jedenfalls war ein wenig Erstaunen rauszuhören über die Namensgebung dieser SI.
Habe das Heft erst kürzlich gelesen. Eine Bemerkung dieser Art im Roman ist mir nicht erinnerlich. Aber ich kann mich auch irren. ES ist mittlerweile für mich als Leser von PR so eine Selbstverständlichkeit, dass ich womöglich so eine Bemerkung nicht registriert habe. Würde aber nicht gerade für meine Lesekompetenz sprechen :lol:
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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von Johannes Kreis » 12. April 2018, 14:44

dandelion hat geschrieben:Diese neue Zeitechnung ist mir auch ein Dorn im Auge, aber was einmal geändert wurde, könnte auch ein zweitesmal getan werden. Ein Zurück zur christlichen Zeitrechnung ist allerdings schwer vorstellbar.
Wenn ich mich nicht irre, hat ES die Einführung der neuen Zeitrechnung gewünscht oder gar verlangt. Vor dem Hintergrund der Gründung einer kosmischen (nicht terranischen) Hanse, also einer Organisation, in der alle galaktischen Völker vertreten sind, ist eine gemeinsame Zeitrechnung durchaus sinnvoll. Warum sollten sich alle Völker, die eine eigene Zeitrechnung haben, an die der Terraner halten? Dann doch lieber eine ganz neue, die für alle gilt und gleichzeitig den Übergang in ein neues, "kosmisches" Zeitalter symbolisiert.

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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von Verkutzon » 12. April 2018, 15:40

Johannes Kreis hat geschrieben:
dandelion hat geschrieben:Diese neue Zeitechnung ist mir auch ein Dorn im Auge, aber was einmal geändert wurde, könnte auch ein zweitesmal getan werden. Ein Zurück zur christlichen Zeitrechnung ist allerdings schwer vorstellbar.
Wenn ich mich nicht irre, hat ES die Einführung der neuen Zeitrechnung gewünscht oder gar verlangt. Vor dem Hintergrund der Gründung einer kosmischen (nicht terranischen) Hanse, also einer Organisation, in der alle galaktischen Völker vertreten sind, ist eine gemeinsame Zeitrechnung durchaus sinnvoll. Warum sollten sich alle Völker, die eine eigene Zeitrechnung haben, an die der Terraner halten? Dann doch lieber eine ganz neue, die für alle gilt und gleichzeitig den Übergang in ein neues, "kosmisches" Zeitalter symbolisiert.
Stimmt! Seite 71/rechte Spalte: „Am Tag der Gründung“, fuhr ES fort, „wird für die Menschheit mit dem Jahr eins der Hanse eine neue Zeitrechnung beginnen.“
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thinman
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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von thinman » 12. April 2018, 16:13

Verkutzon hat geschrieben:
Johannes Kreis hat geschrieben:
dandelion hat geschrieben:Diese neue Zeitechnung ist mir auch ein Dorn im Auge, aber was einmal geändert wurde, könnte auch ein zweitesmal getan werden. Ein Zurück zur christlichen Zeitrechnung ist allerdings schwer vorstellbar.
Wenn ich mich nicht irre, hat ES die Einführung der neuen Zeitrechnung gewünscht oder gar verlangt. Vor dem Hintergrund der Gründung einer kosmischen (nicht terranischen) Hanse, also einer Organisation, in der alle galaktischen Völker vertreten sind, ist eine gemeinsame Zeitrechnung durchaus sinnvoll. Warum sollten sich alle Völker, die eine eigene Zeitrechnung haben, an die der Terraner halten? Dann doch lieber eine ganz neue, die für alle gilt und gleichzeitig den Übergang in ein neues, "kosmisches" Zeitalter symbolisiert.
Stimmt! Seite 71/rechte Spalte: „Am Tag der Gründung“, fuhr ES fort, „wird für die Menschheit mit dem Jahr eins der Hanse eine neue Zeitrechnung beginnen.“
Dafür, daß es eine neue Zeit kennzeichnen sollte, ist sie immer noch ziemlich terrazentrisch. Da waren die revolutionären Franzosen vor über 230 fortschritlicher.

thinman

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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von Nisel » 12. April 2018, 16:54

Verkutzon hat geschrieben:
Nisel hat geschrieben:Helft mir mal auf die Sprünge, ich hab den Band vor vielen Jahren mal einzeln gelesen..... ist das der Band in dem von einer "SI mit dem seltsamen Namen ES" gesprochen wird?
Kann auch ne andere Formulierung gewesen sein, jedenfalls war ein wenig Erstaunen rauszuhören über die Namensgebung dieser SI.
Habe das Heft erst kürzlich gelesen. Eine Bemerkung dieser Art im Roman ist mir nicht erinnerlich. Aber ich kann mich auch irren. ES ist mittlerweile für mich als Leser von PR so eine Selbstverständlichkeit, dass ich womöglich so eine Bemerkung nicht registriert habe. Würde aber nicht gerade für meine Lesekompetenz sprechen :lol:
Hmm... schade, dann wars wohl doch ein anderer Roman.

Danke!


Und zu Deiner anderen Frage, ich hab die nämlich auch schon mal gestellt, laut Uschi spricht man den Namen "Wültschek" aus.
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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von Verkutzon » 12. April 2018, 17:02

Nisel hat geschrieben:Und zu Deiner anderen Frage, ich hab die nämlich auch schon mal gestellt, laut Uschi spricht man den Namen "Wültschek" aus.
Danke! :st:
Verkutzon sah eine endlose Schwärze. Ein nie gekanntes Schwindelgefühl erfasste ihn. Ungläubig liess er Laires Auge sinken. Aus: PR-Heft 1120

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nanograinger
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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von nanograinger » 12. April 2018, 17:11

Da ich immer noch auf der Suche nach dem Roman bin, erst einmal ein paar Kommentare zu bisherigen Postings
Quinto hat geschrieben:Und wie gesagt stellte sich die vermeintliche neue Ära der Kosmischen Hanse bald als Episode heraus....
Das lag aber vermutlich weniger daran, dass das Konzept einer zivilisations- und völkerübergreifenden Organisation und Zusammenarbeit grundsätzlich nicht tragen könnte (siehe auch aktuelle Ansätze dazu im sogenannten Projekt von San), sondern schlicht daran, dass Voltz drei Jahre nach PR 1000 verstarb.
Quinto hat geschrieben:
Verkutzon hat geschrieben:Rhodans Überhöhung ist jedoch nicht erst Thema in Band 1000. Seit Anfang der Serie steht im Untertitel: Der Erbe des Universums...
Rhodans "Überhöhung" beruhte auf seiner Urteilsfähigkeit und Entschlossenheit. ...Der Rhodan der Scheer-Zeit war ein Bonaparte ohne Charakterfehler: genial und unersetzlich. Aber er war Mensch und nicht etwa der Auserwählte von Fast-Göttern. Das ist für mich der entscheidende Unterschied.
Rhodan war der Auserwählte von ES. ES gab ihm bspw. das Recht auszuwählen, wer die Zelldusche erhielt und wer nicht (von Crest und Thora abgesehen). Und Atlan hatte sogar einen ZA von ES erhalten, er war also ebenfalls von ES auserwählt. Beides waren sicher Entscheidungen von Scheer, denn Voltz war damals noch nicht einmal Teamautor.
In PR 1000 wird die von Anfang an von Scheer praktizierte Überhöhung Rhodans (und Atlans, der ja inzwischen sogar hinter den Materiequellen war) fortgesetzt. Der Forist Waringer und ich haben kürzlich über diesen Aspekt diskutiert. Diese Überhöhung lässt sich nicht wegdiskutieren.

Aber auf der anderen Seite hat gerade Voltz unter den Autoren und Voltz selbst insbesondere in PR 1000 die Menschlichkeit Perry Rhodans herausgestrichen. Er stellt Perry als Kind dar, Perry ist von vielen Zweifeln geplagt, von gewissem Neid, dass Atlan im "vorgezogen" wurde, als es um die Frage ging, wer hinter die MQ durfte. Er ist viel menschlicher, als er unter Scheers Ägide jemals sein durfte.
Außerdem macht Voltz vollkommen klar, dass Rhodan Repräsentant der Menschheit und des Menschseins sein soll, und nicht als Messias oder Heilsbringer verehrt werden möchte. Ersteres wird durch die Reihe der Sgraffiti mit dem Abschluss-Sgraffiti zu Perry und der Verbindung zum Titel des Romans dokumentiert, Letzteres bspw. durch die Episode in der Bar.

Voltz hatte offenbar kein Problem, Perry in dieser Dualität zwischem überhöhtem "Auserwählten" und "Mensch wie du und ich" zu begreifen und darzustellen. Bei anderen Autoren war das nicht immer so, und wie die jeweiligen Leser das rezipierten, ist sowieso unklar. Aber diese "duale" Darstellung wird bis heute durchgezogen, mit mehr oder weniger starken Ausschlägen je nach Autor und Phase der Serie. Jetzt haben wir fast 2000 Bände mehr und leben fast 40 Jahre später, und es wird weiter auf den Konzepten aufgebaut, die in PR 1000 so klar und deutlich beschrieben sind. Das muss man nicht alles gut finden, aber so schlecht wie manche es machen wollen, kann es wohl nicht gewesen und angekommen sein.

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Clark Flipper
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Re: Band 1000 "Der Terraner"

Beitrag von Clark Flipper » 12. April 2018, 19:59

Also ich habe ihn vor gar nicht allzu langer Zeit bei readfy gelesen. ;-)
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