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Yman
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Lumpazie hat geschrieben:Am Montag, den 30. August 1983 erschien der Band 621 der Atlan-Serie:

Die Geheimnisse von Orz-Otan

von H.G.Francis

Handlung:

Anti-Homunk ist bereit, die SOL mit den Manifesten Kaytrin und Wonatrin anzugreifen. Als erste Phase feuert er überlichtschnelle Raketen auf die SOL ab.

Auf der SOL sorgt die Anspannung für Unruhen. Wortführer ist der Transformforscher Hower Crabb, der mit seinen Leuten mit der CHYBRAIN die SOL verlassen will. Die verbale Auseinandersetzung zwischen ihm und Atlan wird von den eintreffenden Raketen unterbrochen. Diese zwingen das Raumschiff, auf dem Planeten Orz-Otan zu landen.


Die Auseinandersetzung Atlans mit den Leuten um Hower Crabb war nicht einfach nur verbal. Drei Männer haben Atlan festgehalten und ihm ein Messer an den Hals gehalten.

Die Manifeste Kaytrin und Wonatrin gelten als gehärtet, d.h. sie sind immun gegen von Positronen erzeugte magnetische Strahlung, so dass dieser neue Trick nicht mehr funktionieren wird. Eigentlich fand ich den Angriff der beiden Manifeste überflüssig. Ich verstehe nicht, was daran wirklich dem Plan von Anti-ES bzw. Anti-Homunk geholfen hat.

Der Angriff mit den überlichtschnellen Raketen war heftig, so dass er die SOL hätte zerstören können. Hier kann man noch sagen, das diente dazu, die SOL auf Orz-Otan zur Landung zu zwingen. Auch die Duplikate (durch das Wirken Wonatrins entstanden) hatten eine gute Chance, die SOL zu vernichten, wurden aber aufgrund eines winzigen Hohlraums im Gehirn, der nie erklärt wurde, überraschend schnell enttarnt.

Als Letztes blieb, dass der ganze Planet (Kaytrin) in Aufruhr geriet, und auch hier hatte das Manifest eine große Chance, die SOL zu vernichten. Aber die bereits 25 km unter die Oberfläche hinabgezogene SOL konnte sich den Weg nach oben wieder freischießen, was mir nicht ganz einleuchtet, da die SOL bei hohem Druck im Erdinneren komplett mit Magma umgeben war, und die beim Einsatz der Waffen frei werdende Energie unmittelbar wieder auf die SOL zurückgeschlagen hätte.

Anti-Homunk hatte durch diese Angriffe eine reale Chance, die SOL zu vernichten und seine Rache zu bekommen, aber ausgerechnet er gibt immer wieder zu verstehen, dass die fehlgeschlagenen Angriffe genau seinem Plan entsprechen. Das passte nicht. Da war die Differenz zwischen Anti-ES, der nur Wöbbeking hervorlocken will, und Anti-Homunk, der Rache will, schon mal deutlich größer.

Insgesamt war es ein spannender Roman mit einer Handlungsvielfalt, die mir sehr gefallen hat. Der Roman war ganz anders, viel besser als der vorangehende von Hans Kneifel, der mit einer kaum erträglichen Szene begann, in der alle in der Kneipe saßen und langweilig redeten. Hier geht es gleich mit einer echten Auseinandersetzung los. Wieder einmal sind Leute von der SOL aufgebracht und proben den Aufstand. Bei 100000 Solanern wird es auch immer wieder solche Leute geben.

Die Landung auf dem Planeten brachte auch eine klassische Handlung hervor, die Erkundung des Planeten und den Kontakt mit einem fremden Völkchen. Die Rätsel und Gefahren des Planeten wurden erst nach und nach deutlich. Dieser Spannungsaufbau hat mir auch gut gefallen.

Eine neue Figur, die kurz für Furore sorgte, war die rothaarige Frau mit der Peitsche, Lister genannt. Sie agierte übereifrig, aber nachvollziehbar, nicht hysterisch, und musste dann aber vor ihren eigenen Leuten zusammen mit Hower Crabb die Flucht ergreifen. Im Grunde hatte diese Lister nicht unrecht, denn nun befinden sich tatsächlich gefährliche Mikroben an Bord der SOL.

Besonders gut gefiel mir, dass H.G. Francis Nockemann/Blödel von ihrer allerbesten Seite zeigte, beide ein wenig schrullig, aber ohne Geblödel. Atlan hatte zusammen mit Insider einige gute Szenen, z.B. als sie gemeinsam in einem Gleiter unterwegs von Pflanzen angegriffen wurden und sich den Weg freischießen mussten. Insider war genau der Richtige, um Atlan zu begleiten. Komplett vergessen wurde allerdings Tyari, was nicht wirklich zum Charakter dieser Frau passt, die sich gerne in den Vordergrund drängt.

Atlan selbst gefiel mir auch ganz gut. Er war mal hier, mal da, aber eben nicht als Überfigur, die alles alleine macht, sondern als jemand, der alles zusammenhält. Auch das gefiel mir besser als im letzten Roman, wobei es im letzten Roman aber auch nachvollziehbar war, dass Atlan praktisch alleine agieren musste.

Nun sind also schon wieder zwei Manifeste erledigt, wobei das eine in die Namenlose Zeit, das andere in die Namenlose Zone zurückkehrte. Die SOL ist noch intakt, die Verluste halten sich in Grenzen, und die direkte Auseinandersetzung zwischen Atlan und Anti-Homunk steht unmittelbar bevor.
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Grauer Lord
Siganese
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Die eher negative Bewertung zu band 620 teile ich nicht so ganz, der Roman „Das leuchtende Auge“ las sich für mich recht gefällig, ein typisches Routine-Werk von Hans Kneifel. Auf dem Weg zum zwischenhöhepunkt des Zyklus, der ja mit regelrecht aberwitzigem Tempo und für meinen Geschmack viel zu schnell angesteuert wird, nimmt das Exposé eben mal ein bisschen den Fuß vom Gas. Dementsprechend sagte mir sowohl die betuliche Anfangsszene zu, wie auch der Nebenschauplatz Muor; ein sich selbst bewusster Planet, dem die Parameter für seine biologische Evolution abhanden gekommen sind und der genetischen Input braucht - ich fand’s interessant. Fehlerhaft ist aber ein Detail um den uralten Buhrlo Tarf. Er will den Katzer Bo Breiskoll als Kind auf den Armen gehalten haben. Tatsächlich war Breiskoll aber schon in den 800er Bänden von PR Teil der Handlung, der erste Buhrlo wurde im Roman „Das Weltraumbaby“ (ich glaube Band 909) geboren. Das passt also chronologisch irgendwie nicht zusammen. Dabei fällt mir gerade auf, dass der interessante Aspekt der Buhrlos in der SOL-Handlung generell immer weniger eine Rolle spielt. Von Foster St. Felix werden wir aber immerhin noch hören.

Tja, dann ist da noch die Sache mit den Sonnen. Die Beschreibung eines wie Lava glimmenden, rötlichen Glutnestes im Zentrum von Xiinx-Markant, gebildet aus zahllosen, auf 3000 grad „abgekühlten“ Sonnen, das hat schon was. Plakativ wird hier verdeutlicht, dass hier das Böse seine Heimstatt hat, Analogien zu Mordor und Saurons Auge drängen sich auf. Ein bisschen viel Fantasy vielleicht, aber vertretbar, wenn man früher bereits Dinge wie den Planetenwall geschluckt hat. Aber in der Tat: Sonnen auch noch per Fernsteuerung in Bewegung zu setzen und auf irrwitzige Weise zu beschleunigen, das ist auch mir too mutch. Die Innenillu zum Thema fand ich aber sehr gut.

Dass Tyari von sich selber als Telepathin denkt war glaube ich neu. Zwei „gehärtete Manifeste“ sind unterwegs - die Falle für Wöbbeking baut sich auf.
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Grauer Lord
Siganese
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Die Abenteuer auf Orz-Otan waren ein flott zu lesender Lückenfüller, in dem gleich zwei Manifeste erledigt wurden. @Yman hat aber mit dem Hinweis recht, dass die so opulent angekündigte Härtung der Manifeste im Fall dieses Romans eigentlich eher überflüssig bzw. sinnlos war. Die Sache mit den Doppelgängern erinnerte für den Moment an den guten, alten schwarz.weiss-Streifen „Invasion der Körperfresser“, die Mini-Rebellion an Bord der SOL war storytechnisch vielleicht auch mal angebracht, ließ mich von den Protagonisten her aber eher kalt. Warum die SOL einfach in den sich öffnenden Spalt in die heißen Untiefen des Planeten absackt, ohne dass automatische Systeme oder SENECA himself sofort dagegenhalten, werde ich wohl nie verstehen; der Unterschied in der Technik-Schilderung im Vergleich zur späteren PR-Serie ist immer wieder auffällig. „Heutzutage“ hätten die Systeme wohl nicht darauf gewartet, dass jemand erst einen Schalter umlegt oder gar einen mündlichen Befehl erteilt. Vielleicht liegt’s aber auch am Zustand der SOL generell nach so vielen Jahren der Odyssee.
Was ich nicht mehr lesen mag sind die endlosen Monologe Anti-Homunks, in denen die ständigen Siege Atlans umgedeutet werden, Motto: Plan beginnt sich zu erfüllen, genauso musste es kommen, jetzt geht’s bald aber richtig los etc. Das wirkt aus heutiger Sicht als Stilmittel reichlich überstrapaziert. Immerhinn wissen wir jetzt, dass die sogenannten Schrumpfmikroben an Bord sind. Und Wöbbeking, der um die ihm gestellte Falle am Leuchtenden Auge weiß, meldet sich zu Wort, um Atlan Informationen über Anti-Homunk zu geben. Darauf bin ich mal wieder gespannt.
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Lumpazie
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Am Montag, den 05.September 1983 erschien der Band 622 der Atlan-Serie:

Anti-Homunk

von Hubert Haensel

Bild


Handlung:

Atlan treibt im Dezember 3807 mit der Space-Jet BLINDER VOGEL durchs All, während der temporäre Reinkarnationseffekt einsetzt:

Die Basis des Ersten Zählers irrt unter Atlans Kommando durch die Namenlose Zone. Der Arkonide sucht nach einem Ausweg. Als sich eine Aufrissfront in der Hülle der Namenlosen Zone bildet, versucht er vergeblich einen Ausbruch.

Durch die Erschütterungen bei dem Versuch entdeckt Atlan einen geheimen Raum, in dem ein Gerät gearbeitet hat, das einen Übertritt der Basis in eine andere Raumebene verhindert. Außerdem ist etwas erweckt worden.

Zwei Tage später stößt die Basis auf das Wrack eines vulnurischen Raumschiffes. Zusammen mit dem Roboter Tim untersucht Atlan das Wrack. Dabei wird er von einem Unbekannten angegriffen. Ein Versuch, mit einem vulnurischen Raumanzug die Quelle der Jenseitsmaterie aufzurütteln, bleibt erfolglos.

Derweil arbeitet Anti-ES an der Perfektionierung seines Dieners Anti-Homunk. Dieser formt sich immer mehr nach Atlans Vorbild. Anti-ES registriert, dass HIDDEN-X seinen Diener, den Namenlosen, nach der Quelle der Jenseitsmaterie suchen lässt. Um dem zu begegnen, schickt er Anti-Homunk mit der ÜBERZONE in die Senke des Verlorenen Raumes, wo er aus dem Null-Gard einen Diener formen soll.

Vor Jahrzehnten ist das Gard, ein würfelförmiges Schiff der Gardianer, in die Namenlose Zone geraten. Anti-ES hat die psi-begabten Besatzungsmitglieder zu einer Masse verschmolzen, dem Null-Gard.

Nun stärkt sich Anti-Homunk durch Aufnahme von Teilen des Null-Gard und verdrängt die Reste der Persönlichkeiten der Gardianer. Das Gard wird zur Abstrahlung von hyperenergetischen Stoßfronten angeregt, um Atlan und die Basis anzulocken.

Atlan hat mit Sabotage zu kämpfen. Als Sicherung gegen ein Verlassen der Namenlosen Zone ist aus einem Stück Jenseitsmaterie nach Atlans Erinnerungen Rakal Woolver geschaffen worden. Nachdem der falsche Woolver unter Atlans Beschuss verschwunden ist, erreicht die Basis das Gard. Atlan fliegt mit einem Beiboot zum Gard, wo Anti-Homunk ihn absorbieren will. Zugleich formt er aus dem Null-Gard ein organisches Raumschiff namens Asgard. Atlan wird nur vor dem übermächtigen Androiden gerettet, weil der Namenlose von Xiinx-Markant aus auf das Gard zugreift.

Während die beiden Diener kämpfen, bringt der Extrasinn Asgard auf Atlans Seite. Die Basis muss fliehen, während Atlan mit Asgard entkommt. Anti-Homunk gewinnt und absorbiert Teile des Namenlosen. Als das Gard durch den Kampf explodiert, nimmt der Namenlose Anti-Homunk unabsichtlich mit nach Xiinx-Markant, wo er endgültig von Anti-Homunk absorbiert wird. Unbemerkt von HIDDEN-X, fängt Anti-Homunk an, für Anti-ES zu arbeiten.


In der Gegenwart fliegt die BLINDER VOGEL wieder auf das Leuchtende Auge zu.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Yman
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Lumpazie hat geschrieben:Am Montag, den 05.September 1983 erschien der Band 622 der Atlan-Serie:

Anti-Homunk

von Hubert Haensel

Handlung:

Atlan treibt im Dezember 3807 mit der Space-Jet BLINDER VOGEL durchs All, während der temporäre Reinkarnationseffekt einsetzt:

Die Basis des Ersten Zählers irrt unter Atlans Kommando durch die Namenlose Zone. Der Arkonide sucht nach einem Ausweg. Als sich eine Aufrissfront in der Hülle der Namenlosen Zone bildet, versucht er vergeblich einen Ausbruch.

Durch die Erschütterungen bei dem Versuch entdeckt Atlan einen geheimen Raum, in dem ein Gerät gearbeitet hat, das einen Übertritt der Basis in eine andere Raumebene verhindert. Außerdem ist etwas erweckt worden.

Zwei Tage später stößt die Basis auf das Wrack eines vulnurischen Raumschiffes. Zusammen mit dem Roboter Tim untersucht Atlan das Wrack. Dabei wird er von einem Unbekannten angegriffen. Ein Versuch, mit einem vulnurischen Raumanzug die Quelle der Jenseitsmaterie aufzurütteln, bleibt erfolglos.

Derweil arbeitet Anti-ES an der Perfektionierung seines Dieners Anti-Homunk. Dieser formt sich immer mehr nach Atlans Vorbild. Anti-ES registriert, dass HIDDEN-X seinen Diener, den Namenlosen, nach der Quelle der Jenseitsmaterie suchen lässt. Um dem zu begegnen, schickt er Anti-Homunk mit der ÜBERZONE in die Senke des Verlorenen Raumes, wo er aus dem Null-Gard einen Diener formen soll.


Diesen Roman hatte ich so nicht erwartet, da es wieder einen Rückblick in die Vergangenheitshandlung in der Namenlose Zone mit einigen interessanten Enthüllungen gab. Ich war von einer direkten Konfrontation zwischen Atlan und Anti-Homunk in der Gegenwart ausgegangen, aber Anti-Homunk wird (in der Vergangenheit) in diesem Roman erst einmal von Anti-ES als starker Gegner für Atlan bzw. Diener für sich selbst aufgebaut.

Man erfährt, wie Anti-Homunk die Namenlose Zone verlassen und die Stelle eines wichtigen Helfers von Hidden-X einnehmen konnte. Anti-ES erhielt so Zugriff auf die Mittel von Hidden-X, der sich damals noch ARCHITEKT nannte und auf der Suche nach Jenseits-Materie war.

Atlan kann nicht viel ausrichten, genießt aber als Kommandant der Basis des Ersten Zählers relativ viele Freiheiten, um die Namenlose Zone zu erkunden. Auch wenn die eingebaute Sicherung in Gestalt Rakal Woolvers, eine schöne Idee, ihn nicht aufhalten kann, gibt es noch genügend viele Schwierigkeiten.

Die Namenlose Zone ist immer für einige Überraschungen gut. Es tauchen ständig neue rätselhafte Wesen und Völker auf, aber auch altbekannte Völker und Wesen spielen eine Rolle, z.B. gibt es ein Wiedersehen mit der eigenartigen ÜBERZONE, und Atlan gelangt an Bord eines zerstörten Schiffes der Vulnurer, wo er vor einem Rätsel steht. Das hat mir alles gut gefallen, auch der Kampf um das Gard mit vier Beteiligten: Atlan, Asgard (die Gardianer), Anti-Homunk und der Namenlose (Diener von Hidden-X).
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Ja, die Namenlose Zone ist wirklich immer für Überraschungen gut, inzwischen fühle ich mich als Leser (wieder) regelrecht heimisch auf der Basis des ersten Zählers mit ihren schrulligen Robotern, der schweigenden Quelle und dem ein oder anderen Geheimnis, das noch entdeckt werden muss. In diesem Fall ist es eine Art Sicherung, die verhindern soll, dass Atlan mit der Basis aus der Namenlosen Zone entkommt - weil er hier wohl noch eine Aufgabe zu erfüllen hat.
Gekonnt breitet Hubert Hansel dann die weitere Entwicklung von Anti-Homunk vor uns aus. Interessant, dass sogar ein so mächtiges Schiffchen wie die ÜBERZONE einen großen Bogen um einen Bereich fliegen muss, in dem die „Schlafenden Mächte“ zuhause sind. Überall in der Namenlose Zone warten offenbar uralte verborgene Rätsel darauf, gelüftet zu werden, wie auch das uralte Wrack der Vulnurer andeute. Und hinter den Schlafenden Mächten scheint sich etwas zu verbergen, das sogar eine verbannte Superintelligenz und ihre Helfer fürchten müssen.
Tragisch die Geschichte der Gardianer, die eigentlich die „Quellen des Jenseits“ suchten, dann aber in der Namenlosen Zone strandeten. Sie wurden von Anti-ES auf grauenhafte Weise umgewandelt bzw. aufgelöst und mental atomisiert; Atlans neues Raumschiff Asgard, das aus ihrer Substanz hervorgeht, erinnert mich spontan an einen kleinen Dolan oder auch an das intelligente Raumschiff ANIMA aus dem nächsten Zyklus. Gut finde ich auch das Auftreten des Namenlosen, der die Historie von HIDDEN-X und die von Anti-Homunk endlich so zusammenführt, wie wir uns das ja schon längere Zeit zusammengereimt haben. Am Ende muss der Sklave von Anti-ES nur noch in den Machtbereich des Namenlosen in Xiinx-Markant schlüpfen, das Kriegszellen-Projekt einfach weiterlaufen lassen und am Ende doch nur seinem Herrn in der NZ zu Diensten sein. Mit diesem neuen, alten Wissen gewappnet macht sich Atlan auf den Weg zum Leuchtenden Auge, wo der Endkampf mit Anti-Homunk nicht mehr lange auf sich warten lassen wird.
Also für mich warˋs ein sehr guter Roman, mit einigem an Handlungsfortschritr, auch wenn das alles in der Vergangenheit spielt.
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Lumpazie
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Am Montag, den 12.September 1983 erschien der Band 623 der Atlan-Serie:

Verkleinerungsfaktor 10.000

von Falk Ingo Klee

Bild


Handlung:

Am 12. Dezember 3807 fliegt die BLINDER VOGEL auf das Leuchtende Auge zu. Dieses hat sich jedoch inzwischen mit einem Wall aus Formmaterie abgeriegelt. Barleona und Tyari kommen per Transmitter an Bord der Space-Jet.

Derweil treten auf der SOL erste Folgen der Schrumpfmikroben auf: Siri Tentainen und Olaf van den Heesen können gerade noch die Explosion der ihnen anvertrauten Kunststoffrecycling-Anlage verhindern. Der Astronom Hamilton Zwaykel entgeht nur knapp einem Absturz in einem versagenden Antigravschacht. Die Korvetten-Kommandantin Heli Adamski sieht Roboter unsichtbar werden und wiederauftauchen.

Am 13. Dezember stellt Hamilton Zwaykel in der astronomischen Abteilung fest, dass die Himmelskörper in der Umgebung der SOL scheinbar größer werden. Erst allmählich realisiert die Schiffsführung, dass die SOL um den Faktor 10.000 geschrumpft ist.

An Bord bildet sich eine Fraktion, die den Rückzug des Schiffes aus dem Gebiet fordert. Allerdings ist das Schiff durch einen Ausfall SENECAS sowieso manövrierunfähig. Erst Cara Doz kann die SOL zur allgemeinen Überraschung ohne SENECAS Hilfe steuern. Das geschrumpfte Schiff fliegt die BLINDER VOGEL an und landet in einer Schleuse.

Tyari liest in Anti-Homunks Gedanken, dass die geschrumpfte SOL in den Wall einfliegen könnte, dort aber festhängen würde. Gegenüber den Solanern behauptet sie, die SOL würde durch den Einflug ihre Normalgröße zurückerlangen. Sie hofft, dass Atlan nach dem Festsitzen der SOL auf Hilfe aus ihrer Heimat Bars-2-Bars angewiesen ist. Jedoch hat Anti-Homunk sie getäuscht, um das Schiff zu vernichten.

Barleona hat Bedenken und bittet Hage Nockemann und Blödel, das Schiff eigenmächtig zu untersuchen. Tatsächlich entdeckt Blödel die Schrumpfmikroben, die auf Partikeln der von Anti-ES vernichteten Miniaturisierer basieren, und bringt Geräte an der SOL an. Beim Einflug in den Wall wirken die Geräte. Durch das Wachsen der SOL löst sich der Wall auf. Zugleich wird eine Station freigesetzt und auf Originalgröße gebracht, die im Wall festgehangen hat. Die doppeleiförmige Station mit einer Länge von 120 Kilometern wird als der Struktor identifiziert.

Nachdem die BLINDER VOGEL wieder in der SOL gelandet ist, meldet sich Mata St. Felix von Cpt. Twoxl hat vom Struktor erfahren und braucht ihn, um die Dunkelzone von Xiinx-Markant aufzulösen. Auf seine Bitte hin fliegt eine Gruppe von Wissenschaftlern mit dem Struktor nach Cpt ab. Anti-Homunk plant inzwischen, die SOL mit seiner letzten Waffe, den Teleportationsbomben, zu vernichten.

Am 15. Dezember entsteht ein Schirm mit einem Durchmesser von einem halben Lichtjahr, der das Leuchtende Auge und die SOL einschließt. Fluchtversuche mit Waffengewalt und mit Linearantrieb scheitern. Schließlich eröffnet Anti-Homunk das Feuer mit Teleportationsbomben. Während er allmählich das Ziel immer genauer anpeilt, versucht die SOL, auf Angriffskurs gegen das Leuchtende Auge zu gehen. Als ihr nur noch der Rückzug bleibt und die Lage aussichtslos erscheint, ruft Atlan geistig Wöbbeking zu Hilfe, obwohl ihm die Gefahr für Wöbbeking durch Anti-ES bewusst ist.

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Registriert: 1. Januar 2014, 14:41
Mit Macht steuert der Unterzyklus Xiinx-Markant auf seinen Höhepunkt zu, doch der Roman von Falk-Ingo Klee startete seltsam verhalten - mit einer seitenlangen Synopsis der letzten knapp 25 Hefte. Das liest sich zwar ganz gefällig und führt dem Leser nochmal vor Augen, mit welchem Tempo man bisher durch die Kulisse der Kriegsgalaxis gereist ist, als Einstieg in den Roman wirkt das ganze aber schon recht gebremst.
Ansonsten erlebt man mehrerer Einzelepisoden mit, in denen sich das Wirken der Schrumpfmikroben im Versagen von Alltagstechnik ausdrückt (warum eigentlich?); bei der Gelegenheit erfahren wir auch ausführliche Details über das Recycling von Plastik an Bord der SOL und lernen ein paar neue Gesichter aus den Reihen der Besatzung kennen. Etwa eine als „mongoloid“, gemeint war wahrscheinlich „mongolisch“ beschriebene Technikerin mir Keuschheitsgelübde.
Die Herkunft der Schrumpfmikroben aus der Substanz der Miniaturisierer fand ich gelungen und ganz elegant, das erspart eine an den Haaren herbeigezogene technische Herleitung wie damals im MdI-Zyklus auf der Hohlwelt Horror. Die Mini-SOL im Laderaum der BLINDER VOGEL war ein ganz netter Gag, wobei mir an dieser Stelle der Blick der Mini-Solaner auf die Giganten Nockemann und Blödel durch das Bordteleskop fehlt; das wäre doch mal interessant gewesen.
Die Scientologen selber fand ich diesmal sogar gelinde komisch und nicht ganz so platt, wie sonst öfter mal. Die Dialoge Anti-Homunks mit sich selbst kann ich kaum noch ertragen und kommentiere sie auch nicht mehr - ist ja bald geschafft. Dass der Struktor in miniaturisierter Form im Materiewall um das Leuchtende Auge festhing, wusste ich nicht mehr; so bekommt das monströse Gebilde, das so groß ist wie die Schweiz, dann doch noch einen Auftritt im Folgeroman.
Am Ende folgt aber auch dieses Heft dem grundschema: Anti-ES bringt über seinen Vasallen die SOL mit grebremster Kraft ins Gefahr, um Wöbbeking in die Falle zu locken. Was im HIDDEN-X-Zyklus die Überheblichkeit und Selbstüberschätzung der Pseudo-Superintelliget war, ist jetzt der genannte Plot, dass die SOL quasi durch alle Gefahren gelotst wird um am Ende als Lockvogel dienen zu können.
Befriedigend ist das nicht, ich würde lieber lesen, wie Atlan und die Solaner aus eigener Kraft etwas erreichen.
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