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Lumpazie
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Am Montag, den 16. Januar 1984 erschien der Band 641 der Atlan-Serie:

Die Gedankenwaffe

von Horst Hoffmann

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Handlung:

An Bord der SOL wird der 4. März geschrieben und Anti-ES, die negative Superintelligenz, scheint sich in einer Passivphase zu befinden, in der sie nicht aus der Namenlosen Zone heraus operieren kann. Nichtsdestotrotz ist das Hantelschiff durch die Penetranz und das Arsenal in einer bedrohlichen Lage. Andererseits gehen die Friedensbestrebungen der Anterferranter und Beneterlogen weiter, wie über Funk bekannt wird. Des Weiteren sind Beiboote unterwegs, um die Versorgung der SOL aufrecht zu erhalten.

Von der Schiffsführung zunächst unbemerkt, gelangen durch die Solaner Walter von Bruchstein, Josty Falrog, Dentch Mokken und andere mehrere goldene Kugeln an Bord der SOL. Obwohl streng verboten, werden die Objekte mitgebracht, weil sie als ungefährlich eingestuft werden. So gelangt die Gedankenwaffe (das Pi-ong) auf das Hantelschiff und wird bald schon aktiv.

Tatsächlich ist Twoxl in seinen sieben Komponenten an Bord der SOL gelangt. Atlan versucht, den Cpt'Kul zu überzeugen, dass er zurzeit auf der falschen Seite steht. Twoxl sieht sich auch noch als Freund des Arkoniden, behauptet aber, es sei momentan zweitrangig. Kurz darauf taucht auch noch Mjailam auf – und früh am Morgen des 5. März werden der Zellaktivatorträger, Sternfeuer, Cara Doz und von Bruchstein entführt.

Atlan findet sich in der Wildnis eines Planeten wieder und vermutet, auf dem Arsenalplaneten zu weilen. Kurz darauf muss er sich gegen die Flora und Fauna des Planeten zur Wehr setzen, die sein Leben bedrohen. Dazu tauchen zwischendurch Mitglieder des Arsenals auf und fordern den Arkoniden auf, sich freiwillig der Penetranz zu unterstellen.

Während das geschieht, zeigt sich die Penetranz gegenüber Mjailam und Twoxl enttäuscht, denn sie sollten auch Doz entführen. Das ist den beiden aber aus unerfindlichen Gründen misslungen. Der Cpt'Kul könnte dazu Näheres ausführen, aber einen solchen Befehl erhält er nicht von der Penetranz. So verschweigt er das Abhandensein von Twoxl-7.

Die siebte Komponente des Cpt'Kul, die schon immer etwas Besonderes darstellte, ist tatsächlich frei vom Einfluss der Penetranz. Doch Twoxl-7 kann nicht frei agieren, wenn er sich und die anderen Komponenten nicht in Gefahr bringen will. So dauert es einige Zeit, bis er nacheinander Doz, Sternfeuer und von Bruchstein, die Ähnliches erlebten wie Atlan, zurück zur SOL transportieren kann. Dort erinnern die drei sich aber nicht mehr an die Ereignisse auf dem Arsenalplaneten. Auch ihren Retter kennen sie nicht.

Unterdessen erreicht Atlan am 7. März die ehemalige Korvette BANANE, die jetzt den Namen ARSENALJYK I trägt. Die Penetranz kommt zu der Einsicht, dass sie Atlans Willen nicht brechen kann. Entsprechend spricht sie das Todesurteil über den Zellaktivatorträger. Welches Mitglied des Arsenals es ausführen soll, bleibt abzuwarten.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Grauer Lord
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„Die Gedankenwaffe“ hat mich eigentlich ganz gut unterhalten; angefangen mit einem stimmungsvollen Titelbild und interessanten Gedanken von Breckcrown Hayes für das Logbuch der SOL. Hayes beklagt das ziellose Herumirren der SOL, die Ohnmacht der Solaner vor den Winkelzügen des Anti-ES ist in jeder Zeile zu spüren. Da braut sich unter der Oberfläche etwas zusammen, vielleicht bahnt sich ja doch noch eine Meuterei gegen den gefährlichen und nur schwer zu verstehenden Einsatz für die Kosmokraten an. Genauso gut gefallen hat mir der Epilog, in dem sich Sternfeuer bei dem ein oder anderen Gläschen im früheren Quartier der Basiskämpfer an das Kristallmonster und andere Details der frühen 500er Bände erinnert.

Das Unikum „Walter von Bruchstein“ hat mich auch nicht gestört, er kam sympathisch-überdreht rüber. Da es immer schon Terra-Nostalgiker, Zeitritter oder andere Verganenheits-Romantiker in der Hauptserie und in ATLAN selber gegeben hat, passt das ganz gut in diese Linie hinein. So ritterlich, wie sich Bruchstein um Sternfeuer kümmert, das war schon nett zu lesen.

Aber: Die Entführung Atlans auf den Arsenalplaneten bringt die Handlung nicht wirklich weiter. Denn wer glaubt im Ernst, dass der alte Arkonide tatsächlich in ernsthafte Schwierigkeiten geraten wird? Die verschiedenen Gefahren in der Wüste etc. sind zwar ganz ansprechend geschildert, aber richtig spannend wird das nicht. Auch dieses ewige Gegeneinander-Kämpfen-Müssen im Einflussbereich des Arsenals wirkt aufgesetzt und unprofessionell. Warum soll sich diese Elite-Truppe des Anti-ES denn selber dezimieren?

Am Rätsel Cara Doz wird zudem kräftig weitergestrickt. Dazu gibt’s mal wieder ein typisches Gadget dieser Handlungsepoche: Nach dem Paz-Tay folgt nun das Pi-ong. Ohne solche Kreationen ließ sich die Handlung wohl nicht mehr in die gewünschten Bahnen lenken. Immerhin sind ja viele Einschränkungen eingebaut, was die Dauer und Intensität der Benutzung angeht.

Das alles wird um den letztlich einzigen Satz herumgestrickt, mit dem man die Handlung komplett zusammenfassen kann: Atlan ist jetzt auf dem Arsenalplaneten gefangen und wird gejagt. Punkt.
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Yman
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Grauer Lord hat geschrieben:Der Roman hat mich irgendwie enttäuscht, wie die meisten Hefte dieser Phase, die mit Band 625 über uns hereingebrochen ist. Altmeister Hans Kneifel gelingt es kaum, die für ihn typischen szenischen Elemente einzubauen, die oft mit Wein, Weib und viel Kolorit eine sinnlich nacherlebbare Handlung entstehen lassen.

Der Anfang des Romans geht ja noch in diese Richtung. Er beginnt mit der Cafeteria, in der Ostaro Kamill, einer der beiden "Helfer wider willen" arbeitet, aber von einer Cafeteria zum typischen kneifelschen Wein, Weib und Kolorit ist es noch ein weiter Weg. Kneifel enttäuscht tatsächlich etwas, in vieler Hinsicht. Erstens fehlt das Wein, Weib und Kolorit.

Grauer Lord hat geschrieben:Ob es sinnvoll ist, „Doppelänger“, die nachweislich keinerlei Kampferfahrungen haben, zu Kerness Mylotta zu schicken? Ich denke nicht. Das spielt im Grunde aber auch gar keine Rolle, so unispiriert und zerfasert wie mir der Roman vorkam.

Zweitens fand ich den Handlungsbogen, die ganze Struktur des Romans, ziemlich seltsam zerstückelt, so als ob Kneifel sich nicht richtig für eine Handlungsebene bzw. die entsprechenden Handlungsträger entscheiden konnte, und er springt uninspiriert von einer zur nächsten Ebene. Irgendjemand schrieb mal hier um Forum, dass Kneifel bei mehr als drei Figuren nicht mehr zurecht kommt. :devil:

Grauer Lord hat geschrieben:Ich hatte darauf gehofft, auf eine faszinierende Reise in das Innere SENECAS mitgenommen zu werden; stattdessen gab es viele 0/8/15-Szenen, denen das Besondere des Handlungsortes nicht im geringsten anzumerken war.

Drittens, SENECA, das war wirklich enttäuschend, nichts Besonderes. Stand wohl auch nichts Entsprechendes im Exposé, so dass Kneifel auf seine eigene Phantasie angewiesen war.

Grauer Lord hat geschrieben:Überraschend für mich war die skrupellose Brutalität, mit der Mjailam die beiden Gyranter regelrecht exekutierte.

Mjailam hat zwei Gyranter mit Faustschlägen getötet, den einen aber in einem vorhergehenden Roman. In diesem Roman wird ein zweiter Gyranter von Mjalam mit der Faust getötet, der andere, dritte sozusagen, von Mylotta mit einem Energiestrahl aus dem dritten Auge.

Bei Mjailam ist es eine skrupellose Brutalität, die nicht nur aus dem Programm von Anti-ES resultiert. Mjailam ist ein instinktgesteuertes Wesen, das unterschwellig immer einen Hass auf alles zu haben scheint, was nicht aus Farynt (der Galaxie Prezzars) stammt. Mylotta scheint noch so etwas wie lichte Momente mit Gewissensbissen zu haben, wird aber von Anti-Es wirksam unterdrückt.

Grauer Lord hat geschrieben:Atlans Hilflosigkeit wird ja jetzt häufiger intoniert, alles steuert wohl auf eine erste, schmerzliche Niederlage gegen das Arsenal zu. Mylotta besiegt am Ende mit seinen em 3.Auge-Strahler seinen Konkurrenten Mjailam. Aber wie wir wissen bereitet das Bewusstsein des Arsenalplaneten da noch etwas vor. Mal schauen, was Kurt Mahr nächste Woche so abliefert ...

Es bleibt auf jeden Fall interessant, auch wenn dieser Roman eine kleine Enttäuschung (aber auch nicht wirklich schlecht) war. Allerdings ist der dem Kneifel-Roman nachfolgende Roman (Atlan 641) nicht von Kurt Mahr, sondern Horst Hoffmann. Der übernächste (Atlan 642) ist von Kurt Mahr. Diese beiden Romane werde ich heute Abend und morgen lesen, um auf den aktuellen Stand zu kommen.
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Lumpazie
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Am Montag, den 23. Januar 1984 erschien der Band 642 der Atlan-Serie:

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von Kurt Mahr

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Handlung:

Die Gesamtheit aller Tiere und Pflanzen des Arsenalplaneten weiß, dass Prezzar schweigt und eine Gefahr aufgetaucht ist, die die Welt bedroht. Um dem zu begegnen, wird Ticker geboren und auf seine Aufgabe vorbereitet. Schließlich ist es so weit und der Helfer kommt zum Einsatz.

Indessen hat sich Atlan davor bewahrt, ein Teil des Arsenals zu werden, wozu einige seiner Weggefährten geworden sind. Der Arkonide unterliegt nicht den Einflüsterungen der Penetranz, dem Ableger der negativen Superintelligenz Anti-ES. Während er sich außerhalb der ARSENALJYK I die Beine vertritt – und dabei eines mächtigen Adlers gewahr wird – knobeln im Schiff die Arsenalmitglieder darum, wer ihn töten darf.

Schließlich teilt man dem Zellaktivatorträger mit, dass eine Jagd auf ihn abgehalten werden soll. Dabei werden Atlan drei Stunden Vorsprung zugestanden. Dann werden alle Mitglieder des Arsenals mit der Jagd beginnen. Aber nur Tyari erhält eine Waffe. Sofort flieht Atlan in die Wildnis und es ist ihm, als ob der riesige Adler immer in seiner Nähe wäre. Dabei hat er den Eindruck, als ob das Tier sich unsichtbar machen kann, vielleicht sogar teleportieren. Als dann die drei Stunden um sind, ist es dem Arkoniden bewusst, das Kerness Mylotta und Mjailam seine ärgsten Verfolger sein werden.

Nichtsdestotrotz wird der Zellaktivatorträger relativ schnell von Tyari gestellt. Atlan kann die Frau, seine momentane Favoritin, nicht angreifen – und auch Tyari schießt nicht auf ihn. Kurz darauf wird die Gesandte Tyars abgelöst und Mylotta setzt die Jagd auf Atlan fort. Auch er stellt den Arkoniden schnell, wird aber überraschend daran gehindert, den Tötungsbefehl umzusetzen.

Auch für Atlan geschieht es überraschend, als der riesige Adler auftaucht und ihn in die Lüfte zerrt. Mit seinen vier Metern Spannweite kann das Tier, das sehr intelligent wirkt, Atlan tragen und in Sicherheit bringen. Eine Verständigung ist nicht möglich und damit bleibt das Auftauchen des fliegenden Helfers zunächst ein Geheimnis. Atlan gibt ihm den Namen Ticker.

Im Gedankenspiel mit seinem Extrasinn kommt Atlan zu dem Ergebnis, der Planet selbst, ähnlich beseelt wie die Galaxie Farynt durch Prezzar, habe ihm Ticker gesandt. Der Adler versorgt ihn in der Folge mit Nahrung und Ausrüstung, die aus der ehemaligen BANANE stammen müssen.

Zeitgleich spricht Anti-ES über die Penetranz den Mitgliedern des Arsenals Mut zu, auch wenn sich offenbar der Planet gegen sie gestellt hat. Des Weiteren kündigt die Superintelligenz die baldige Ankunft eines größeren Schiffes an, der ARSENALJYK II.

Als Nächstes tritt Atlan den Schritt nach vorne an. Er will, da ihm nun die entsprechende Ausrüstung zur Verfügung steht, in die Korvette eindringen und dort Tyari befreien, die er bedroht sieht. Vielleicht kann sie auch dem Einfluss der Penetranz entzogen werden. Doch seine Versuche, in das Schiff zu gelangen, scheitern zunächst. Dann kommt ihm Ticker zu Hilfe und dazu eine Pflanze, die sich äußerlich so weit verändert, das sie von Ferne wie Atlan aussieht (der Arkonide spricht in dem Zusammenhang von einer planetaren Initiativ-Flora, im Gegensatz zur Vegetativ-Flora Terras zum Beispiel).

Während sich die Mitglieder des Arsenals von der Pflanze narren lassen (die letztlich desintegriert wird), dringen Atlan und Ticker in die ARSENALJYK ein und befreien Tyari. Es ist inzwischen der 10. März, als sie sich von dem Schiff in die Wildnis absetzen. Sie bringen mehr als 300 Kilometer zwischen sich und dem Schiff, dann erst entrinnt Tyari langsam dem Bann der Penetranz. Sie bestätigt Atlans Vermutung, dass es sich bei dem Arsenalplaneten um eine Nabelwelt in die Namenlose Zone handelt.

Der Planet indessen ist mit seinen Hilfsmaßnahmen für den einen, der der Gefahr entgegensteht, zufrieden. Vielleicht würde es eines Tages sogar zum Kontakt kommen.

Anti-ES wiederum sagt der Penetranz weitere Unterstützung zu. Sie soll die Ankunft von Zeh, Faust und Alleshirn erwarten.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Yman
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Lumpazie hat geschrieben:Am Montag, den 16. Januar 1984 erschien der Band 641 der Atlan-Serie:

Die Gedankenwaffe

von Horst Hoffmann

Handlung:
Tatsächlich ist Twoxl in seinen sieben Komponenten an Bord der SOL gelangt. Atlan versucht, den Cpt'Kul zu überzeugen, dass er zurzeit auf der falschen Seite steht. Twoxl sieht sich auch noch als Freund des Arkoniden, behauptet aber, es sei momentan zweitrangig. Kurz darauf taucht auch noch Mjailam auf – und früh am Morgen des 5. März werden der Zellaktivatorträger, Sternfeuer, Cara Doz und von Bruchstein entführt.

Atlan findet sich in der Wildnis eines Planeten wieder und vermutet, auf dem Arsenalplaneten zu weilen. Kurz darauf muss er sich gegen die Flora und Fauna des Planeten zur Wehr setzen, die sein Leben bedrohen. Dazu tauchen zwischendurch Mitglieder des Arsenals auf und fordern den Arkoniden auf, sich freiwillig der Penetranz zu unterstellen.

Grauer Lord hat geschrieben:„Die Gedankenwaffe“ hat mich eigentlich ganz gut unterhalten; angefangen mit einem stimmungsvollen Titelbild und interessanten Gedanken von Breckcrown Hayes für das Logbuch der SOL. Hayes beklagt das ziellose Herumirren der SOL, die Ohnmacht der Solaner vor den Winkelzügen des Anti-ES ist in jeder Zeile zu spüren. Da braut sich unter der Oberfläche etwas zusammen, vielleicht bahnt sich ja doch noch eine Meuterei gegen den gefährlichen und nur schwer zu verstehenden Einsatz für die Kosmokraten an. Genauso gut gefallen hat mir der Epilog, in dem sich Sternfeuer bei dem ein oder anderen Gläschen im früheren Quartier der Basiskämpfer an das Kristallmonster und andere Details der frühen 500er Bände erinnert.


Mir hat der Roman auch gut gefallen, und das Titelbild finde ich auch sehr gut. Die Stimmung des Romans ist insgesamt sehr niedergedrückt. Atlan ist in einer aussichtslosen Lage, auf der SOL braut sich tatsächlich vielleicht wieder einmal eine Meuterei zusammen, und Sternfeuer sitzt am Ende in einer Bar und betrinkt sich. Dass sie so dem Alkohol zuspricht, überrascht mich, es passt aber zu dem, was man über die Autoren dieser Epoche weiß.

Auf jeden Fall gelingt Hoffmann hier das, woran Kneifel im vorhergehenden Roman scheiterte: Das für Atlan-Romane typische Wein, Weib und Kolorit darzustellen.

Grauer Lord hat geschrieben:Das Unikum „Walter von Bruchstein“ hat mich auch nicht gestört, er kam sympathisch-überdreht rüber.

Ja, dieser Möchtegern-Ritter war keineswegs nervig, ganz anders als Nockemann-Blödel. Horst Hoffmann hat ähnlich wie William Voltz eine gewisse Begabung, ausgefallene Charaktere zu schildern, denen es schwer fällt, sich nahtlos in die Gesellschaft zu integrieren.

Grauer Lord hat geschrieben:Aber: Die Entführung Atlans auf den Arsenalplaneten bringt die Handlung nicht wirklich weiter. Denn wer glaubt im Ernst, dass der alte Arkonide tatsächlich in ernsthafte Schwierigkeiten geraten wird? Die verschiedenen Gefahren in der Wüste etc. sind zwar ganz ansprechend geschildert, aber richtig spannend wird das nicht. Auch dieses ewige Gegeneinander-Kämpfen-Müssen im Einflussbereich des Arsenals wirkt aufgesetzt und unprofessionell. Warum soll sich diese Elite-Truppe des Anti-ES denn selber dezimieren?

Die Entführung Atlans macht durchaus Sinn, und hätte die Handlung auch weiter bringen können, in die eine oder auch andere Richtung. Wenn es dem Arsenal gelungen wäre, Atlan auf seine Seite zu ziehen und zum Anführer des Arsenals zu machen, wäre dies ein großer Sieg für Anti-ES gewesen.

Hätte Atlan etwas rücksichtsloser gekämpft und Mjailam und Mylotta getötet, als er die Chance dazu hatte, wäre auch dies - kurzfristig - ein Erfolg gewesen, denn der Rest des Arsenals kann Atlan kaum etwas anhaben. Allerdings wird speziell Mjailam wohl noch gebraucht werden, um Prezzar gegen Anti-ES zu helfen. Ich nehme an, dass Mjailam und Tyari am Ende wieder in den geistigen Entitäten, aus denen sie entstanden sind, aufgehen werden.

Diese internen Kämpfe des Arsenals dienen vermutlich als Tests, in denen sich diejenigen verraten, die nicht völlig unter dem Einfluss von Anti-ES bzw. der Penetranz stehen. Diese Leute sind ein Risiko für Anti-ES, und sie verraten sich wohl durch ihre Rücksichtnahme beim Kämpfen.

Grauer Lord hat geschrieben:Am Rätsel Cara Doz wird zudem kräftig weitergestrickt. Dazu gibt’s mal wieder ein typisches Gadget dieser Handlungsepoche: Nach dem Paz-Tay folgt nun das Pi-ong. Ohne solche Kreationen ließ sich die Handlung wohl nicht mehr in die gewünschten Bahnen lenken. Immerhin sind ja viele Einschränkungen eingebaut, was die Dauer und Intensität der Benutzung angeht.

Über dieses Pi-ong will ich gar nicht zu viel nachdenken. Es war wohl wirklich nur dazu da, die Handlung mit wenig Aufwand in die gewünschten Bahnen zu lenken, passt aber auch zu dem Cpt-Cpt-Gedöns, auf das Horst Hoffmann sich spezialisiert hat. Cara Doz bleibt rätselhaft, aber irgendwann muss sich das Rätsel auflösen.

Grauer Lord hat geschrieben:Das alles wird um den letztlich einzigen Satz herumgestrickt, mit dem man die Handlung komplett zusammenfassen kann: Atlan ist jetzt auf dem Arsenalplaneten gefangen und wird gejagt. Punkt.

Der wüstenartige Arsenalplanet mit seiner Flora und Fauna gefällt mir ganz gut, und die Handlung des Romans eigentlich auch, auch wenn man sie so einfach zusammenfassen kann. Wie es weiter geht, wird von der Vorschau verraten. Atlan bekommt wieder einmal einen exotischen Helfer zur Seite gestellt, und Twoxl-7 ist auch noch, und es wird angedeutet, dass auch Tyari sich vielleicht durch ihre Liebe zu Atlan vom Einfluss der Penetranz befreien kann, und außerdem war doch auch noch Asgard irgendwo.
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Lumpazie
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Am Montag, den 30. Januar 1984 erschien der Band 643 der Atlan-Serie:

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von H.G. Francis

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Handlung:

Der Solaner Bruce Kayman bemerkt, dass er offenbar nicht mehr unter der geistigen Kontrolle der Penetranz steht. Er kann sich von Bord der BANANE bzw. ARSENALJYK I absetzen und in die Wildnis des Arsenalplaneten fliehen. Dort muss er jedoch erschreckt feststellen, dass er sich körperlich verändert.

Flash Zehanian erlebt Ähnliches, akzeptiert seine Metamorphose aber. Mehr noch, er kommt zu dem Schluss, der Arkonide Atlan sei für sein Schicksal verantwortlich und will ihn zur Verantwortung ziehen.

Der dritte im Bunde ist Aldrich Szwesniak. Er vermeint, in einem Traum zu leben und wird zu einem schwebenden Ding, das von sich als »Alleshirn« denkt. Auch er verlässt die ARSENALJYK und richtet seine Gedanken gegen Atlan und die Frau an seiner Seite. Doch zunächst strandet er im Netz einer riesigen Spinne.

Indessen sinnen Atlan und Tyari darüber nach, wie sie ihre Situation verbessern können. Dabei bleibt der Adler Ticker immer in ihrer Nähe und vermittelt ihnen das Gefühl von Sicherheit. Schließlich ist es ihre Idee, irgendwie Asgard, das lebende Raumschiff, aus den Fängen der Penetranz zu befreien. Als Erstes vertrauen sie sich aber zwei großgewachsenen Blättern an, die sie in die Lüfte heben. Denn neben Ticker ist die Natur des gesamten Planeten auf ihrer Seite – auf eine instinktive Art, die an Mjailam erinnert.

Als die Metamorphose sich abschließt, weiß Kayman nicht mehr, dass er einmal ein Solaner war und denkt von sich als Faust. Denn eine solche ist er jetzt und bewegt sich dabei auf vier Beinen. Dazu hat sich seine Molekularstruktur verdichtet und er fühlt sich unüberwindlich. Dann weiß er auch wieder, dass er immer noch unter der Kontrolle der Penetranz steht und er einen Auftrag zu erfüllen hat – gemeinsam mit Zeh und Alleshirn.

Der nächste Schritt ist schnell vollbracht und Faust, Alleshirn (eiförmig) sowie Zeh, der ständig wachsende Wurm, der sich rasant fortbewegen kann, finden zueinander. Jetzt gilt es, den Arkoniden zu finden und zu stellen. Dazu steht ihnen eine gewisse Menge Jenseitsmaterie zur Verfügung. Kayman hat die Substanz von der Hülle der ARSENALJYK I gekratzt und an seine Gefährten verteilt.

Während Atlan und Tyari in ihren Blättern dahintreiben, macht sich Ticker auf den Weg, Asgard zu suchen. Sie landen nach einiger Zeit wieder und bemerken, dass Unruhe die Natur ergriffen hat. Das kann ihnen gefährlich werden, beweist aber vor allem, dass das Arsenal wieder aktiv geworden ist. Tyari empfängt mental auch den Namen Alleshirn und es gilt, achtsam zu sein.

Es ist auch Alleshirn, der die beiden Personen als erster angreift. Er setzt dabei telekinetische Kräfte ein. Alleshirn hätte Atlan und Tyari auch gefährlich werden können. Doch er begeht den Fehler und schätzt die Gefährlichkeit der Natur falsch ein. Es bedeutet sein Ende. Als Alleshirn stirbt, erkennen Atlan und Tyari noch, dass er einmal ein Solaner war.

Inzwischen hat Ticker die ARSENALJYK ausfindig gemacht, die kreuz und quer über den Planeten fliegt. Doch Atlan und Tyari können sich dem Schiff nicht zuwenden, weil zwei weitere Angreifer parat stehen. Dabei erkennt die telepathisch veranlagte Tyari die Bewusstseine zweier weiterer Solaner, die durch zwei primitive Bewusstseine unterdrückt werden, die sich als Zeh und Faust verstehen. Sie sind Ausgeburten von ANTI-ES.

Die Primitivität der Ausgeburten des Bösen, wie die neuen Angreifer der negativen Superintelligenz eingestuft werden, bedeutet letztlich den Sieg über sie. Es ist Faust, der als erster stirbt (und dabei den Geist Kaymans freigibt), gefolgt von Zeh. Der aber kann immerhin noch die Jenseitsmaterie zum Tragen bringen. Doch sie verpufft glücklicherweise, ohne Atlan und Tyari gefährlich zu werden. Ticker jedoch scheint getroffen zu sein.

Anschließend gelingt es den beiden, das lebende Raumschiff Asgard aus der Nähe der ARSENALJYK zu entführen. Damit entfernt es sich auch von der Penetranz und wird ebenso frei wie Tyari. Selbst Mjailam und Kerness Mylotta können es nicht verhindern. Und nach einer Phase der Erholung nimmt Asgard Atlan und Tyari an Bord und verlässt den Arsenalplaneten. Es gilt, die SOL ausfindig zu machen. Im letzten Moment schließt sich ihnen noch Ticker an, der doch überlebt hat.

Zurück bleibt die Penetranz, die den Tadel von ANTI-ES erwartet. Doch die Superintelligenz ist mit dem Verlauf der Ereignisse zufrieden.

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Clark Flipper
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Nicht "Ausgeburten des Bösen"?
Die Ultimativen Antworten des SF:
"Es geschieht weil es geschah." und "42"
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Yman
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Lumpazie hat geschrieben:Am Montag, den 23. Januar 1984 erschien der Band 642 der Atlan-Serie:

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von Kurt Mahr

Handlung:

Die Gesamtheit aller Tiere und Pflanzen des Arsenalplaneten weiß, dass Prezzar schweigt und eine Gefahr aufgetaucht ist, die die Welt bedroht. Um dem zu begegnen, wird Ticker geboren und auf seine Aufgabe vorbereitet. Schließlich ist es so weit und der Helfer kommt zum Einsatz.

Indessen hat sich Atlan davor bewahrt, ein Teil des Arsenals zu werden, wozu einige seiner Weggefährten geworden sind. Der Arkonide unterliegt nicht den Einflüsterungen der Penetranz, dem Ableger der negativen Superintelligenz Anti-ES. Während er sich außerhalb der ARSENALJYK I die Beine vertritt – und dabei eines mächtigen Adlers gewahr wird – knobeln im Schiff die Arsenalmitglieder darum, wer ihn töten darf.


Ich fand den Roman unterhaltsam, aber nicht ganz frei von Schwächen. Gut fand ich wieder den Planeten mit seiner Fauna und Flora, und dass Atlan im Mittelpunkt stand und den einen oder anderen Trick versuchte, das Blatt zu seinen Gunsten zu wenden. Sein neuer Helfer, der Adler Ticker, verfügt über die Fähigkeit des Supermimikry, kann sich also so tarnen, dass er unsichtbar wird, und er kann in seinen Krallen einen Menschen transportieren, allerdings nicht, wie in der ersten Innenillustration zu sehen, auf dem Rücken tragen. Leider kann Ticker nicht sprechen. Auf Dauer ist das langweilig.

Atlans Flucht vor dem Arsenal zieht sich in die Länge, das empfand ich als eine Schwäche des Romans. Das Arsenal agiert teilweise genauso halbherzig und ungeschickt wie Atlan, so als würde nicht tatsächlich etwas auf dem Spiel stehen. Verwundert war ich besonders darüber, wie die ARSENALJYK eingesetzt wurde. Immerhin wurde mit den Bordgeschützen auf Atlan geschossen, vermutlich mit Impulsstrahlen, denen Atlan ausweichen konnte. Warum nicht gleich in den Weltraum starten und mit Transform nach unten schießen?

Später, eine sehr schöne gruselige Idee, erschafft die Instinktintelligenz des Planeten ein Pflanzendouble für Atlan, das geopfert wird, um Atlans Tod vorzutäuschen, aber kurze Zeit später verrät Atlan sich selbst, dass er noch lebt, in dem er die ARSENALJYK vor einem Vulkanausbruch warnt. Was kann ein Vulkan der mit Jenseitsmaterie verkleideten ARSENALJYK denn anhaben? Ich dachte, die ARSENALJYK hätte dem Transformbeschuss der SOL standgehalten.

Bei Mjailam war ich mir nicht mehr sicher, ob der nicht auch mal, als er zum ersten Mal auftauchte und Chaos verursachte, gegen Paralysatoren immun war. Jetzt wird er sehr einfach von Atlan paralysiert und von Kurt Mahr nur noch als Teleporter bezeichnet. Wenig Mysteriöses, was Mjailam in diesem Roman noch auszeichnet. Dafür hat Mylottas drittes Auge nun noch eine zusätzliche, geheimnisvolle psionische Wirkung, die ihm gegen Ticker aber nichts nützt.

Seltsamerweise wirkt das Arsenal in diesem Roman nicht sehr gefährlich. Eigentlich werden mehr oder weniger alle Mittel, auch die ARSENALJYK, eingesetzt. aber das Arsenal schafft es trotzdem nicht, einem einzelnen zunächst unbewaffneten Mann beizukommen, so dass nun von Anti-ES eine Verstärkung geschickt wird. Immerhin bleibt Anti-ES cool und verfällt nicht in diese lächerlichen Wutausbrüche, wie wir sie von Hidden-X kannten. Aber ich denke, es wird Zeit, dass diese Handlung ein baldiges Ende findet.

Atlan verfügt nun am Ende wieder über eine Ausrüstung, einige Waffen, einige Helfer, und auch Tyari steht auf seiner Seite, aber gerade dies kann noch nach hinten losgehen, denn es besteht die Möglichkeit, dass die Penetranz Tyari wieder unter ihre Kontrolle bringt, während diese sich in unmittelbarer Nähe zu Atlan befindet. Atlan ist immun, Tyari nicht, und es wäre logisch, wenn Atlan sich wieder von ihr trennen würde und nun alles daran setzen würde, die Penetranz auszuschalten. Sonst kann das alles noch ewig so weiter gehen.
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Yman
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Lumpazie hat geschrieben:Am Montag, den 30. Januar 1984 erschien der Band 643 der Atlan-Serie:

Ausgeburten des Bösen

von H.G. Francis

Handlung:

Der Solaner Bruce Kayman bemerkt, dass er offenbar nicht mehr unter der geistigen Kontrolle der Penetranz steht. Er kann sich von Bord der BANANE bzw. ARSENALJYK I absetzen und in die Wildnis des Arsenalplaneten fliehen. Dort muss er jedoch erschreckt feststellen, dass er sich körperlich verändert.

Flash Zehanian erlebt Ähnliches, akzeptiert seine Metamorphose aber. Mehr noch, er kommt zu dem Schluss, der Arkonide Atlan sei für sein Schicksal verantwortlich und will ihn zur Verantwortung ziehen.

Der dritte im Bunde ist Aldrich Szwesniak. Er vermeint, in einem Traum zu leben und wird zu einem schwebenden Ding, das von sich als »Alleshirn« denkt. Auch er verlässt die ARSENALJYK und richtet seine Gedanken gegen Atlan und die Frau an seiner Seite.


Die Penetranz hat aus diesen drei Solanern drei groteske, kafkaeske Monster erschaffen, ausgerüstet mit Jenseitsmaterie, die nun anstelle des bisherigen Arsenals den Kampf gegen Atlan aufnehmen. Auf der einen Seite sind es natürlich bemitleidenswerte Kreaturen, auf der anderen aber todbringende Monster.

Der Kampf war relativ spannend geschrieben. Die Monster waren einfallsreich ausgedacht. Besonders spannend war der Kampf gegen den Telekineten. Dabei machten sich auch Tyaris telepathische Fähigkeiten bezahlt.

Interessant war unter anderem auch die Idee mit den fallschirmähnlichen, flugfähigen Samenkapseln, mit denen Atlan und Tyari sich in die Lüfte erheben, aber ich glaube nicht, dass das wirklich funktioniert, auch nicht auf einem anderen Planeten, wenn der so erdähnlich ist, wie der Arsenalplanet.

Auf Atlans und Tyaris Seite kämpfen nun immer wieder auch Lebewesen der Natur des Arsenalplaneten, die dann aber auch den Blutzoll zahlen. Atlans Strategie ist es, nun nach Tyari auch den raumflugfähigen Asgard zu befreien. Die Penetranz direkt anzugreifen ist anscheinend ebenso aussichtslos wie die Rückeroberung der ehemaligen BANANE, also bleibt nur noch die Flucht mithilfe von Asgard.

Aber eigentlich hätte ich nicht gedacht, dass Asgard so einfach vor der ARSENALJYK fliehen kann. Aber auch hier gibt es ja einen passenden Plan von Anti-ES, der immer noch den Coolen mimt und von einer Niederlage nichts wissen will. Außerdem ist auch noch die ARSENALJYK II angekündigt. Da bin ich mal gespannt, worum es sich dabei handelt. Zum Glück ist nun diese Handlung mit den Kämpfen auf dem Arsenalplaneten abgeschlossen.
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Grauer Lord
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Ich hinke noch eine Woche hinterher ....

Wieder ein Roman der sich endlos dahinziehenden Handlungsebene „Arsenal“. Aber: Im Fall von „Ticker“ liefert Kurt Mahr in Band 642 ein in weiten Teilen ansprechendes Werk ab.

Gut gefielen mir die „Gedanken“ des planetaren Bewusstseins. Dessen Gefühl, durch die Installation der Nabel-Station und einem damit verbundenen, ins Nichts führenden Schlauch geschändet worden zu sein, dazu die Sehnsucht nach dem Einfluss des seit langem verstummten Prezzars. Mit großer Konsequenz wird die Essenz der Möglichkeiten dieses Planeten in einem einzigen Geschöpf konzentriert, dem vier Meter großen adlerähnlichen Vogel Ticker. „Auf dem Arsenalplaneten holten die Kräfte der Natur aus, Anti-ES einen empfindlichen Schlag zu versetzen.“ Ein guter Satz.

So sehr mich Atlans x-te Odyssee auf einem Fremdplaneten dann auch kalt ließ, haben mir die Szenen mit Ticker sehr gut gefallen. Vor allem, dass wir es hier mit einem paranormal begabten Tier zu tun haben (Super-Mimikry), ein Novum in der bisherigen Geschichte. Interessant auch der dazugehörige Extrasinn über Parapsi-Instinkte.

Die Jagd auf Atlan ist leidlich spannend geschildert, das Pflanzengeschöpf als Doppelgänger gehört zu den (kleinen) Höhepunkten. Unklar bleibt wieder, warum der Arkonide nicht sofort umgebracht wird, wenn sein Tod doch schon beschlossene Sache ist. Und warum man ihn mit drei Stunden Vorsprung entkommen lässt um sich dann von Atlan an der Nase herumführen zu lassen. Aber das wollte das Exposé nunmal so. Auch der ach so bedrohliche Vulkanausbruch hätte aus Sicht der ARSENSLJYK als etwas weniger gefährlich geschildert werden können, denn hey - it‘s Jenseitsmaterie!

Am Ende hat Atlan seine Tyari wiedergewonnen und mit Ticker einen mächtigen Verbündeten an seiner Seite. Doch Anti-ES hat da noch etwas in der Hinterhand, womit die meiner Meinung nach viel zu langgezogene Ebene um das Arsenal hoffentlich in die Endphase kommt. Kaum zu glauben, wie fulminant der Zyklus um Band 600 angefangen hat und wo wir jetzt stehen...
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Lumpazie
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Am Montag, den 07. Februar 1984 erschien der Band 644 der Atlan-Serie:

Galaxien im Kampf

von Peter Terrid

Bild


Handlung:

Die Geschichte der Gyranter war gekennzeichnet von Krieg. Und auch heute war das so und sie bereiteten sich auf die Niederschlagung des Widerstands in Bars-2-Bars vor. Die Gyranter taten es für ein Wesen, das sich ANTI-ES nannte und sie taten es zumeist aus der Tradition heraus. Einige jedoch hatten sich ANTI-ES verschworen und waren zu schattenhaften Wesen geworden. Letztlich gab es noch die Riege der Totemwächter, die sich der unbekannten Vergangenheit ihres Volkes verschrieben hatten. Dazu zählten auch Ullerf und Zarran an Bord der OPHUN. Sie wollten das Schiff übernehmen, um ihrer Gesinnung endlich einen Vorteil zu verschaffen. Das Ganze war ein Vabanquespiel.

Ungefähr zeitgleich teilt die negative Superintelligenz ANTI-ES der Penetranz ihre Pläne bezüglich Bars-2-Bars und der SOL/Atlan mit. Dass es immer noch nicht gelungen ist, den Arkoniden zu töten, bleibt für ANTI-ES unbegreiflich, denn sie kennt die Kräfte nicht, die Atlan zur Seite stehen.

Die anterferrantische TEUCER unter dem Kommando von Myrrhn ist in diplomatischer Mission unterwegs, um freundschaftliche Bande zu knüpfen. Überraschend wird das Erscheinen von beinahe 8000 unbekannten Raumschiffen geortet. Es sind Achtteiler der Gyranter. Über Funk wird sogleich die SOL gewarnt, die ebenso in Gefahr gesehen wird wie die Heimat Anterf. Dorthin macht sich die TEUCER auf den Weg.

Nach der Meldung der TEUCER stellt Breckcrown Hayes, der High Sideryt der SOL weittragende Überlegungen an. Das Kriegspotenzial der Gyranter steigt weiter, das Schicksal von Atlan ist ungewiss. Damit stellt sich die Frage, den Auftrag der Kosmokraten, der eigentlich dem Arkoniden gilt, fahren zu lassen und mit dem Hantelschiff sicheres Terrain anzufliegen? Doch zunächst lässt Hayes die Beiboote ausschleusen und observieren.

Bjo Breiskoll startet mit der Korvette FARTULOON und wendet sich dem Planeten Treytschal zu, von dem undurchsichtige Nachrichten eintrafen. Geflogen wird das Schiff von Vorlan Brick, begleitet wird der Katzer von Federspiel und Insider. Vor Ort stellen die Solaner fest, dass die menschenähnlichen Gyranter eine Einsickerungstaktik – sicherlich auch andernorts – betreiben. Breiskoll und seine Begleiter werden einiger Gyranter habhaft und erkennen, wie sie von Menschen zu unterscheiden sind: Den Gyrantern fehlt der helle Bereich der Fingernägel (der Nagelmond).

An Bord der SOL hat der High Sideryt schon einige bedenkliche Nachrichten aus Bars-2-Bars erhalten, als sich die FARTULOON meldet und von der Einsickerungstaktik der Gyranter berichtet. Die Korvette hat Treytschal inzwischen wieder verlassen, als plötzlich der Kontakt abreißt. Alles deutet darauf hin, dass das Schiff von einem Nabel in die Namenlose Zone versetzt worden ist. Im Übrigen betrifft die gyrantische Taktik auch Anterf.

Nach dem Schicksalsschlag mit der FARTULOON trifft sich die SOL mit der TEUCER im System der Sonne Isandhlwana. Sie steht im Mittelpunkt einer uralten Legende , die sich nun offenbar erfüllen will. Dort versammeln sich die Völker von Bars-2-Bars, um sich der Gyranter zu erwehren, darunter Spezies, die selbst den Anterferrantern nicht bekannt sind: Udaner, Delaner, Irtari, Ödaser, Byxtonen, Ytosker und Mulpraner.

Mit dieser massiven Gegenwehr haben die Gyranter offensichtlich nicht gerechnet und sie verlieren die erste Phase der Schlacht (dabei tut sich vor allem die SOL hervor, die ein Manöver praktiziert, das Hyperfaust genannt wird und von Hayes erdacht wurde). Doch in der zweiten Phase können die Gyranter eine Waffe zum Tragen bringen, die die Bezeichnung Distanzdehner erhält. Damit wenden sie das Schlachtenglück zu ihren Gunsten.

Als Nächstes ist Hayes bereit, die SOL zu opfern, um das Dehnerschiff (es existiert offenbar nur das eine) zu zerstören. Da geschieht das Wunder und das Hantelschiff gerät durch den Distanzdehner nicht in Gefahr. So kann der Gegner mühelos vernichtet werden. Tatsächlich passiert dieses Wunder folgendermaßen:

Kurz zuvor kehrten Atlan, Tyari und Ticker mit Asgard auf die SOL zurück. Der Adler sucht sogleich Cara Doz auf – und gemeinsam bewirken sie die Unantastbarkeit des Hantelschiffes.

Sodann erscheint der Prezzarerhalter Okran auf seinem Flaggschiff TURTHAN, gefolgt von den alliierten Flotten aus Farynt. Damit besitzen die Völker von Bars-2-Bars auch eine zahlenmäßige Überlegenheit gegenüber den Gyrantern, die vernichtend geschlagen werden.

Die OPHUN mag das einzige gyrantische Schiff sein, das dem Debakel entkommt. Dort übernehmen die Totemwächter die Macht und entschließen sich, auf einem Planeten der Doppelgalaxie einen Neuanfang zu wagen.

Die Penetranz und ANTI-ES diskutieren die neuerliche Schlappe ohne zu begreifen, wie es geschehen konnte. Nun soll das Arsenal mit zwei Schiffen den Sieg über Atlan bringen.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Grauer Lord
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@Yman schrieb: „Die Penetranz hat aus diesen drei Solanern drei groteske, kafkaeske Monster erschaffen, ausgerüstet mit Jenseitsmaterie, die nun anstelle des bisherigen Arsenals den Kampf gegen Atlan aufnehmen. Auf der einen Seite sind es natürlich bemitleidenswerte Kreaturen, auf der anderen aber todbringende Monster.“

Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Wer fühlt sich bei Zeh, Alleshirn und Faust nicht an den bedauernswerten Gregor Samsa erinnert, der sich zu Beginn der „Verwandlung“ von Kafka nach „unruhigen Träumen“ zu „einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt“ vorfand. H.G. Francis gelingt es sehr ansprechend, die metamorphose dreier normaler Solaner von Bord der ARSENALJYK alias BANANE zu schildern, die sich unter dem psionischen Druck der Penetranz in bizarre Tötungsmechanismen verwandeln. Wie das passiert, und wie sich die verfremdete Körperlichkeit der drei äußert, das ist schon beeindruckend dargestellt. So gefällt mir dieser erneute, und ich glaube auch letzte, Roman auf dem Arsenalplaneten sehr gut. Ob die einzelnen Waffen, die die drei Ausgeburten des Bösen entwickelt haben, nun besonders effizient sind - geschenkt. Die fremdartige Omnipotenz einer SI bzw. ihres Statthalters gegenüber normalem Leben kommt gut rüber und war nach einigen Vermenschlichungstendenzenen der letzten Zeit wohl auch nötig. Auch der Einsatz von Ticker als Schachfigur des instinktbewusstseins eines ganzen Planeten, das für Anti-ES nicht wirklich greifbar ist, wird ansprechend umgesetzt. Gestutzt habe ich nur am Schluss, als Tickerr sich im Innern Agards auf Atlans Schulter setzt. Ich dachte, der Psi-Adler hätte eine Spannweite von gut vier Metern?

Ab kommender Woche geht dann der Endspurt um Bars-2-Bars los, wird noch einmal ein faszinierendes, neues Kapitel der SOL-Abenteuer aufgeschlagen. Die letzen Hefte waren in der Tat sehr schwere Kost, der abrupte Wechsel der Exposé-Führung umband 625 herum deutlich zu spüren. Was wäre aus der Handlung geworden, wenn Peter Griese so hätte weitermachen können, wie er in Band 600 angefangen hat? Das wird uns dann bald Band 646 verraten, wenn ich mich richtig erinnere.[/quote][/quote]
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Sorry, vielleicht kann ein technisch Versierter bei den Mods die oberen zwei meiner inzwischen drei Posting löschen? Wollte eigentlich nur versuchen, mal ein Zitat zu setzen , gebe es jetzt aber besser wieder dran. :rolleyes:
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Band 644 „Galaxien im Kampf“ von Peter Terrid ist wirklich mal ein rasantes Galaktisches Epos, wie es uns Nr. 625 ja schon versprochen hatte. Geschildert wird die Entscheidungsschlacht der im Auftrag von Anti-ES agierenden Gyranter mit ihren Achtteilerraumschiffen; sie dringen zu Zehntausenden über die Nabel in den Raum von Bars-2-Bars ein, infiltrieren gleichzeitig aber auch die Welten führender Völker. Auf Anterf bringen sie die Katzenähnlichen fast dazu, ihre eigene Welt atomar zu verwüsten, um aus dem All unauffällig und ungefährlich zu wirken, den Angriffen der feindlichen Riesenflotte zu entgehen. Ein perfider Plan, der dort und an anderen Stellen gerade noch rechtzeitig auffliegt. Immerhin gibt es für den Leser noch einmal ein Wiedersehen mit eingeführten Figuren der Anterf-Romane und der TEUCER. Wichtige Erkenntnis der Solaner zwecks Identifizierung: Gyranter haben offenbar keinen Blinddarm und die sichelförmige Färbung auf den Fingernägeln fehlt auch.

Die Rückkehr Atlans, Tyaris und Asgards zur SOL „per Anhalter“ wird dann fast zur Nebensache. Denn am legendenumwobenen Stern Isandhlawana (woher der Mythos rührt, bleibt unklar) entbrennt die Entscheidungsschlacht der Völker der Doppelgalaxis, denen sich am Schluss auch noch eine Riesenflotte der Beneterlogen sozusagen als Kavallerie anschließt und das Zünglein an der Waage bildet. Gewohnt professionell schildert Terrid das Zusammentreffen all der Völker in teilweise schrottreifen Schiffchen, die alle zusammen dann doch eine zu allem entschlossene Einheit gegen das Böse bilden. Ein bisschen Star Wars-Flair weht da durch die Handlung.

Warum der Distanzdehner gegen die SOL nicht wirkte - das wird wohl mit Cara Doz und/ oder Ticker zusammenhängen; die kurze Szene in Caras Kabine deutet darauf hin. Gleichzeitig stürzt in Bars-2-Bars ein Schiff der Gyranter ab, die sich zu den sogenannten Totemwächtern zählen. Sie bilden laut Exposé die Keimzelle eines Gyrantervolkes, das noch eine wichtige Rolle spielen wird. Bekannt ist nun, dass diejenigen ihres Volkes, die sich der „unbekannten Macht“ verschrieben haben, die 100-prozentigen also, die Schattenschirm-Implantate bekommen; die Vergangenheit dieses kriegerischen Volkes insgesamt soll außerdem im Dunklen liegen. Und: Wie die Prezzarerhalter schon über ihr Mydonium feststellten: die Namenlose Zone muss auf irgend eine Art und Weise mit Sonnensystemen ausgestattet sein, die atlan damals nicht wahrnehmen konnte. Den Gyranter ist außerdem bewusst, dass ihr Lebensbereich „eine Art Verbannung“ darstellt.

Und Anti-ES? Wird langsam sauer und zornig, verstößt die Gyranter als Hilfsvolk und wird für eine Weile in eine passive Phase übergehen müssen. ARSENALJYK I und II sind aber schon auf dem Weg. Alles geht auf den Showdown des Zyklus zu.
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Lumpazie
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Da ich morgen auf einen Tagesausflug in Regensburg bin, schon heute die Einstellung des nächsten Romans:

Am Montag, den 14. Februar 1984 erschien der Band 645 der Atlan-Serie:

Anschlag auf das Generationenschiff

von Arndt Ellmer

Bild


Handlung:

Während das Führungsteam um Atlan und Breckcrown Hayes an Bord der SOL den nächsten Übergriff der Superintelligenz ANTI-ES bzw. der Penetranz erwartet, versuchen die beiden Fremdrassenpsychologen Romeo Halifax und Ormutz, das Geheimnis des Plasmawesens Asgard in SOL-City zu enträtseln. Dieses ist bislang nur imstande, mit dem Extrasinn des Arkoniden zu kommunizieren.

Indessen erhält die Penetranz auf dem Arsenalplaneten von ANTI-ES den Einsatzbefehl für die ARSENALJYK I (das zweite Schiff für das Arsenal ist noch nicht einsatzbereit). Für den Angriff auf die SOL sind Mjailam und Kerness Mylotta von der Superintelligenz gehärtet worden. Was sich darunter vorzustellen ist, entzieht sich der Penetranz. Nichtsdestotrotz entsendet sie die ehemalige BANANE in den Einsatz.

Als die Annäherung der ARSENALJYK I geortet wird, wechselt Atlan mit Hage Nockemann und Blödel zu Solania von Terra auf die SZ-2, die von der restlichen SOL abkoppelt. Des Weiteren wird ein Verband aus zwölf Jägern ausgeschleust, die gemeinsam ein Paratronfeld aufbauen können. SZ-2, Rest-SOL und die Paratronjäger nehmen die ARSENALJYK in die Zange, um eine Reaktion zu provozieren.

Tatsächlich schleust die ehemalige BANANE ihre Space-Jet aus und nimmt sie unter Feuer. Die SZ-2 gibt dem kleinen Beiboot Deckung und obwohl mit einer Falle zu rechnen ist, wird die Jet an Bord genommen. Tatsächlich stürmen Roboter aus der Jet, die aber schnell ausgeschaltet werden können. Weiterhin weilen vier Solaner an Bord, die aus dem Bann der Penetranz befreit werden. Diese Aufgabe übernehmen Blödel und Nockemann.

Als sich die Lage zugunsten der Solaner entwickelt, zieht sich die ARSENALJYK zurück. Es wird noch einige Zeit abgewartet, dann gibt der High Sideryt das Kommando, die SZ-2 wieder anzudocken (die Jäger sind zu dem Zeitpunkt schon wieder eingeschleust). Da wird innerhalb der Rest-SOL Mylotta aktiv, der sich offenbar unsichtbar machen kann. Und auch die SZ-2 scheint sich neuerlich in Gefahr zu befinden. Doch darum kann sich Hayes, der die Kopplung abbricht, zunächst nicht kümmern. Allerdings kehrt Atlan per Transmitter an Bord zurück.

Die Stabsspezialistin von Terra erkennt den neuen Feind an Bord der SZ-2, als es schon zu spät ist. Mjailam kann einige schwere Zerstörungen verursachen. Und dann lässt er das Schiff einen Linearsprung über 6,8 Lichtjahre durchführen. Anschließend ist das Schiff nicht mehr zu steuern und stürzt auf eine kleine, weiße Sonne zu. Mjailam triumphiert – und kehrt auf die ARSENALJYK zurück, die das Ende der SZ-2 noch beobachtet, die in die Sonne stürzt.

Gemeinsam mit Ticker und Tyari geht der Arkonide auf die Jagd nach Mylotta. Tatsächlich gelingt es ihnen, den Arsenalführer zu stellen und zu töten. Doch der Triumph des Zellaktivatorträgers verwandelt sich schnell in Bestürzung, als er von Hayes mitgeteilt bekommt, dass die SZ-2 zerstört ist.

Auf dem Arsenalplaneten erfährt die Penetranz von ANTI-ES vom Ende der SZ-2 und vom Tode Mylottas. Die Superintelligenz steht kurz vor ihrem endgültigen Triumph, denn die ARSENALJYK II ist fertig gestellt und wird in Kürze den Partikelstromwerfer gegen die Rest-SOL zum Tragen bringen.

Zum Schluss erlebt Atlan noch eine riesige Überraschung, denn Wöbbeking meldet sich mental bei ihm. Das Wesen ist innerlich gewachsen, darf aber nicht in das Geschehen in Bars-2-Bars eingreifen. Immerhin gewährt Wöbbeking dem Arkoniden die Beantwortung von zehn Fragen, die ihm bei der Lösung des Problems helfen können. Im Übrigen hat sich Wöbbeking als weiße Sonne getarnt – und in ihm weilt die SZ-2 und repariert ihre Schäden.

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Yman
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Lumpazie hat geschrieben:Am Montag, den 07. Februar 1984 erschien der Band 644 der Atlan-Serie:

Galaxien im Kampf

von Peter Terrid

Handlung:

Die anterferrantische TEUCER unter dem Kommando von Myrrhn ist in diplomatischer Mission unterwegs, um freundschaftliche Bande zu knüpfen. Überraschend wird das Erscheinen von beinahe 8000 unbekannten Raumschiffen geortet. Es sind Achtteiler der Gyranter. Über Funk wird sogleich die SOL gewarnt, die ebenso in Gefahr gesehen wird wie die Heimat Anterf.


Grauer Lord hat geschrieben:Band 644 „Galaxien im Kampf“ von Peter Terrid ist wirklich mal ein rasantes Galaktisches Epos, wie es uns Nr. 625 ja schon versprochen hatte. Geschildert wird die Entscheidungsschlacht der im Auftrag von Anti-ES agierenden Gyranter mit ihren Achtteilerraumschiffen; sie dringen zu Zehntausenden über die Nabel in den Raum von Bars-2-Bars ein, infiltrieren gleichzeitig aber auch die Welten führender Völker. Auf Anterf bringen sie die Katzenähnlichen fast dazu, ihre eigene Welt atomar zu verwüsten, um aus dem All unauffällig und ungefährlich zu wirken, den Angriffen der feindlichen Riesenflotte zu entgehen.


Diesen Teil des Roman fand ich ziemlich gelungen und auch recht dramatisch, denn der Plan, zumindest großen Schaden anzurichten, wäre fast aufgegangen. Die Allianz der Völker von Bars-2-Bars kam recht überraschend zustande und hatte tatsächlich etwas von Star Wars, mit den Gyrantern, die den Part der imperialen Flotte übernehmen und auch eine Art Superwaffe (den Distanzdehner) hatten. Der Plan, sich als Solaner auszugeben, war aber der interessantere Teil als die Raumschlachten.

Interessant waren die Manöver der SOL, die irgendwie die Hyperstruktur des umgebenden Raumes nutzte, um damit in die feindliche Flotte zu springen und Feldschirme zum Zusammenbruch zu bringen. Ziemlich verrückt war auch die Zusammenschließung von Paratron- und HÜ-Schirmen zu einer Parabolschüssel mit zwei Brennpunkten. Mathematisch natürlich Blödsinn, da ein Paraboloid im Gegensatz zu einem Ellipsoid nur einen Brennpunkt hat, und auch sonst war diese "Hyperfaust" wieder einmal etwas sehr Extraordinäres. Terrids eigene Idee?

Grauer Lord hat geschrieben:Die Rückkehr Atlans, Tyaris und Asgards zur SOL „per Anhalter“ wird dann fast zur Nebensache.

Diesen Teil des Romans fand ich extrem schwach.

Grauer Lord hat geschrieben:Warum der Distanzdehner gegen die SOL nicht wirkte - das wird wohl mit Cara Doz und/ oder Ticker zusammenhängen; die kurze Szene in Caras Kabine deutet darauf hin.

Muss wohl so sein, aber im Roman bleibt es offen, während es in der Perrypediazusammenfassung als Fakt dargestellt wird. Diese sogenannte Handlungszusammenfassung ist mehr Interpretation als Zusammenfassung.

Cara Doz ist ein großes Geheimnis, mehr noch als Ticker. Ich hoffe, dass da nicht irgendein Unsinn kommt. Man könnte meinen, die Kosmokraten hätten Cara Doz an Bord gebracht. Sehr seltsam finde ich diese Zusammenarbeit von Cara Doz und Ticker. Das kommt ziemlich aus dem Nichts.

Grauer Lord hat geschrieben:Gleichzeitig stürzt in Bars-2-Bars ein Schiff der Gyranter ab, die sich zu den sogenannten Totemwächtern zählen. Sie bilden laut Exposé die Keimzelle eines Gyrantervolkes, das noch eine wichtige Rolle spielen wird. Bekannt ist nun, dass diejenigen ihres Volkes, die sich der „unbekannten Macht“ verschrieben haben, die 100-prozentigen also, die Schattenschirm-Implantate bekommen; die Vergangenheit dieses kriegerischen Volkes insgesamt soll außerdem im Dunklen liegen. Und: Wie die Prezzarerhalter schon über ihr Mydonium feststellten: die Namenlose Zone muss auf irgend eine Art und Weise mit Sonnensystemen ausgestattet sein, die atlan damals nicht wahrnehmen konnte. Den Gyranter ist außerdem bewusst, dass ihr Lebensbereich „eine Art Verbannung“ darstellt.

Das Geheimnis der Gyranter ist auch noch nicht gelöst. Da interessiert mich die Auflösung zur Herkunft und Geschichte dieses Volkes sehr. Den Teil mit dem Totemwächtern fand ich sehr interessant, aber leider war dieser Teil des Romans etwas unterentwickelt. Diesen Handlungsstrang hätte man besser in die Gesamthandlung integrieren können, besonders, da der Roman mit diesem Teil eröffnet. Aber es war besser geschrieben als Atlans Rückkehr.

Grauer Lord hat geschrieben:Und Anti-ES? Wird langsam sauer und zornig, verstößt die Gyranter als Hilfsvolk und wird für eine Weile in eine passive Phase übergehen müssen. ARSENALJYK I und II sind aber schon auf dem Weg. Alles geht auf den Showdown des Zyklus zu.


Die Dialoge von Anti-ES fand ich auch wieder recht gut. Das hat sich schwer gebessert. Unsinnig ist aber, wie Anti-ES so schnell sein eigentlich wichtigstes Hilfsvolk verwirft. Die Gyranter verfügten über eine Flotte von einigen Zehntausend Schiffen, die sich achtteilen können. Die werden wohl nicht alle vernichtet worden sein. Selbst die vereinten Flotten von Bars-2-Bars, Farynt eingeschlossen, sind in der reinen Zahl nicht überlegen gewesen und rein technisch schon gar nicht.

Aus der sehr Risszeichnung in der Heftmitte geht zwar nicht hervor, mit was genau die Gyranter bewaffnet sind, aber ihre relativ großen leistungsfähigen Schiffe sind in hervorragendem Zustand, und die dreißig Gyranter-Flotten, etliche davon mit 8000 oder mehr Einheiten, sind für den Kampf gedrillt. Und dann sind da immer noch die besonders loyalen Schatten-Gyranter als fast unschlagbare Eingreiftruppe, fast auf dem Niveau des Mutantenkorps! So etwas wirft eine Superintelligenz nicht einfach weg, aber für die Gyranter ist es natürlich das Beste, was ihnen passieren kann, wenn sie von Anti-ES einfach vergessen werden.
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Yman
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Lumpazie hat geschrieben:Am Montag, den 14. Februar 1984 erschien der Band 645 der Atlan-Serie:

Anschlag auf das Generationenschiff

von Arndt Ellmer

Handlung:

Während das Führungsteam um Atlan und Breckcrown Hayes an Bord der SOL den nächsten Übergriff der Superintelligenz ANTI-ES bzw. der Penetranz erwartet, versuchen die beiden Fremdrassenpsychologen Romeo Halifax und Ormutz, das Geheimnis des Plasmawesens Asgard in SOL-City zu enträtseln. Dieses ist bislang nur imstande, mit dem Extrasinn des Arkoniden zu kommunizieren.

Indessen erhält die Penetranz auf dem Arsenalplaneten von ANTI-ES den Einsatzbefehl für die ARSENALJYK I (das zweite Schiff für das Arsenal ist noch nicht einsatzbereit). Für den Angriff auf die SOL sind Mjailam und Kerness Mylotta von der Superintelligenz gehärtet worden. Was sich darunter vorzustellen ist, entzieht sich der Penetranz. Nichtsdestotrotz entsendet sie die ehemalige BANANE in den Einsatz.

Als die Annäherung der ARSENALJYK I geortet wird, wechselt Atlan mit Hage Nockemann und Blödel zu Solania von Terra auf die SZ-2, die von der restlichen SOL abkoppelt. Des Weiteren wird ein Verband aus zwölf Jägern ausgeschleust, die gemeinsam ein Paratronfeld aufbauen können. SZ-2, Rest-SOL und die Paratronjäger nehmen die ARSENALJYK in die Zange, um eine Reaktion zu provozieren.


Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Aus dem Angriff des Arsenals entwickelt sich ein schönes Katz-und-Maus-Spiel, in dem dem Arkoniden zunächst die Rolle des Warners und Unheilverkünders zukommt. Atlan kann endlich wieder einmal seine Erfahrung ausspielen und hat einen, gemessen an seinen letzten Aktionen, starken Auftritt. Es gelingt ihm mit Tickers und Tyaris Hilfe, Mylotta zur Strecke zu bringen. Endgültig. Nach vielen ausgelassenen Gelegenheiten.

Die Paratronjäger waren eine schöne Idee. Ein einzelner Raumjäger ist zu klein, um ein Paratronfeld zu erzeugen, aber verteilt auf ein Dutzend Jäger mit einer externen Energiequelle, in diesem Fall die SZ-2, klappt es. Gut gefallen hat mir auch dieser Fremdrassenpsychologe Halifax, der ähnlich wie Nockemann mit Blödel einen passenden Counterpart hat, ein seltsames blaues Würfelwesen namens Ormutz. Witzig, wie er mit Asgard zu kommunizieren versuchte.

Zuerst fand ich es etwas übertrieben, dass der Psychologe dann auch noch ein Jägerpilot ist, aber es passt wohl doch. Ein Fremdrassenpsychologe braucht wohl auch so etwas wie eine Möglichkeit, Kontakte aufzunehmen, und dementsprechend, die Fähigkeit, unabhängig ein Raumfahrzeug zu steuern.

Interessant fand ich auch den ständig so genannten Bordmutanten, gelbe Parabolohren, offenbar nur eine körperliche Mutation ohne besondere Fähigkeiten, aber immerhin der Roman lebt von unterscheidbaren, einigermaßen ausgearbeiteten Figuren.

Über den Angriff auf die SZ-2 kann man geteilter Ansicht sein. Nur vier von ANTI-ES eingeschleusten Crew-Mitgliedern, und einigen Robotern, der ehemaligen BANANE gelingt es, die Medostation und die Zentrale der SZ-2 zu verwüsten, den Rest besorgt der "gehärtete" (unsichtbare) Mjailam, der offenbar gelernt hat, wie man Schirmfelder entkommen kann. Mit Mjailams Tod habe ich nicht gerechnet, denn ich glaube, dass er wie Tyari noch gebraucht wird. Mjailam freut sich nun, unangefochtener Anführer des Arsenals zu sein, von dem aber auch nicht mehr viel übrig ist, außer Sanny und Kik.

Das Titelbild soll wohl den Angriff bzw. das Chaos in der Zentrale der SZ-2 andeuten. Auf mich wirkt diese Szene etwas seltsam.

Die Zerstörung der SZ-2 wäre ein schöner Cliffhanger geworden, aber noch im selben Roman kommt die Auflösung. Der zur Sonne aufgeblähte bzw. als Sonne getarnte Wöbbeking ist zurück, und er scheint mit dem "Engel" Cara Doz in Verbindung zu stehen. So langsam kommt vielleicht Licht in die Angelegenheit. Atlan erhält im nächsten Roman die Gelegenheit, zehn Fragen zu stellen.
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Grauer Lord
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Ich sehe es wie @YMan: Ein wirklich spannender, in weiten Teilen sehr guter Roman, den Arndt Ellmer da hingelegt hat. Zum guten Schluss des Zyklus um Anti-ES stößt die SOL beinahe doch noch an ihre Grenzen, wird von einem wahrlich heimtückischen Plan der Superintelligenz in Bedrängnis gebracht. immer wieder tut sich eine weitere, noch gefährlichere Ebene auf, ergibt sich eine noch gefährlichere Wendung der Ereignisse. Angefangen vom durchsichtigen Manöver mit den vier manipulierten Solanern der BANANE, bis hin zum dramatischen Schluss mit dem von Mjailam initiierten, scheinbaren Sturz der SZ-2 in eine weiße Sonne. Wer an das tragische Ende der SZ-2 aus dem Kosmische Hanse-Zyklus denkt, hatte hier sicher für einen Moment schon mal ein mulmiges Gefühl.

Auffällig sind auch die schweren Schäden, die in der Zentrale der SOL-Zelle angerichtet werden, es kommen auch wieder viele Solaner zu Tode; darunter auch die vier Bedauernswerten von der BANANE, die von der Penetranz koordiniert worden waren. Gleich mehrfach wurde übrigens darauf verwiesen, dass das alles so nicht passiert wäre, hätte man sich nur auf Atlas Erfahrung und seine Warnungen verlassen.

Interessant auch der Verweis auf die Psyche der Solaner, die es nicht für länger Zeit ertragen wollen/ können, wenn ihre fliegende Heimat in die drei Drittel zerlegt wird. Für mich sind das erste Weichenstellungen für einen Abschluss des SOL-Zyklus und sein Einmünden in den Perry-Serienkanon. Grandios dann die Auflösung: Die weiße Sonne, in die die SZ-2 angeblich mit Mann und Maus gestürzt war, entpuppt sich als Wöbbeking, der sich in seiner Evolution sichtbar weiterentwickelt hat, die Sonne nur simuliert - und Atlan im nächsten Heft mit den „zehn Fragen“ vieles aus dessen Vergangenheit in der Namenlosen Zone berichten will, was noch verschüttet und unbekannt ist.
Ich gehe davon aus, dass all diese interessanten Details, die da nächste Woche noch auf uns zukommen der Neukonzipierung des Zyklus (zum Schlechteren, wie ich finde) zum Opfer gefallen sind und dem Leser dann eben in geraffter Form zum Besten gegeben wurden.

Bei Halifax und Ormutz schimmert wieder der in dieser Serienphase übliche Hang zum Slapstick durch, hält sich aber in Grenzen. Gerade der Kampf um das Leben des verletzten Bordmutanten fängt diese Tendenz wohltuend auf.
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Die zehn Fragen

von Hubert Haensel

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Nach einer Zeit des Abwartens meldet sich Wöbbeking-Nar'Bon wieder bei Atlan, der gerade in den Armen Tyaris liegt. Der Arkonide soll zehn Fragen stellen (quasi für die Befreiung der zehn Zähler je eine), die ihm helfen sollen, den Konflikt gegen ANTI-ES zu bestehen. Die erste Frage bezieht sich auf Tyari, denn Atlan will wissen, was mit ihr geschieht, wenn sich die Verzahnung zwischen Bars und Farynt wieder löst. Daraufhin unterzieht Wöbbeking den Zellaktivatorträger einmal mehr dem temporären Reinkarnationseffekt:

Im Inneren Asgards befindet sich Atlan auf der Flucht vor Anti-ES und Anti-Homunk. Da macht das aus der Zellsubstanz der Gardianer hervorgegangene Wesen eine Sonne innerhalb der Namenlosen Zone ausfindig, um die ein Planet kreist. Die Landung dort entwickelt sich eher zu einem Absturz, die Welt scheint eine Falle der negativen Superintelligenz zu sein.

Während sich Asgard zunächst regenerieren muss, geht Atlan auf Erkundung und muss sich seiner Haut erwehren. Er wird von Tieren und Raumschiffen angegriffen. Dabei erhält der Arkonide Hilfe von einem Mann, der sich als Tyar vorstellt und vorgibt, Herrscher einer Galaxie zu sein. Des Weiteren erweist sich Tyar als Gestaltwandler und behauptet, ebenfalls auf der Flucht vor Anti-ES zu sein. Das wird von Atlans Extrasinn bestätigt. Der Extrasinn erzählt von Bars und Farynt (wo ein Instinkt die Kontrolle besitzt). Beide Sternsysteme sind kollidiert, wodurch die Übergänge in die Namenlose Zone entstanden. In der Folge fliehen beide mit Asgard von dem Planeten. Aber da erscheint Anti-ES und ergreift vorerst Tyar. Asgard und Atlan entkommen – womit der Reinkarnationseffekt endet.


Damit wird ersichtlich, wie Tyar Tyari erschaffen konnte, die ein weibliches Pendant zu Atlan darstellt. Ihre Existenz wird sicherlich nicht mit der Lösung Bars' von Farynt enden.

Die zweite Frage, die Atlan beantwortet haben will, beinhaltet jene Ereignisse in der Namenlosen Zone, die der Zellaktivatorträger noch vergessen hat:

Erneut findet sich Atlan mit Asgard unterwegs und das lebende Raumschiff wird plötzlich von einer Art Fiktivtransmitter auf einen Planeten versetzt. Die vieräugigen, zwei Meter großen Bewohner mit dem rudimentären zweiten Armpaar nennt Atlan zunächst Zweisprecher, denn sie teilen sich zugleich akustisch als auch telepathisch mit. Sie haben ihn von Asgard getrennt und wollen ihn offenbar sezieren. Dabei werden die Zweisprecher offenbar von faustgroßen Kugeln, in denen Leben pulsiert, als Hilfskräfte eingesetzt. Das wird wenig später von Kik bestätigt, der überraschend auftaucht. Er nennt die Kugeln Khyrr-Bay-Yah, die die Gabe der Telepathie-Reflexion beherrschen. Von sich selbst behauptet Kik, er habe viele Leben und dass er von den Hohen Mächten in Atlans Nähe gebracht worden sei. Gemeinsam befreien sie Asgard und entfliehen dem Planeten. Nebenbei klärt sich, dass das Nymo-Tay, das Atlan besitzt, die Mutation eines Khyrr-Bay-Yah ist.

Als Nächstes will Atlan von Wöbbeking wissen, wo die akute Bedrohung liegt, das, was sich nicht fassen lässt. Wieder erlebt der Arkonide einen Ausschnitt der Vergangenheit:

Mit Asgard und in Begleitung von Kik nähert sich Atlan einem düsteren, glühendroten Phänomen. Er kommt in Kontakt mit Gyrantern, erblickt das Spinar und lernt einen blauhäutigen Humanoiden kennen, der sich Egen nennt. Dieser erweist sich im Nachhinein als Diener von Anti-ES.

Egen dürfte mit dem Beneterlogen EGEN identisch sein. Aber wieso hat er noch nicht zugunsten der negativen Superintelligenz eingegriffen? Atlan gibt Breckcrown Hayes Befehl, einige Vorbereitungen zu treffen.

Sodann berichtet Wöbbeking, wie Anti-ES das Arsenal rekrutierte und dass es sich bei der Penetranz um einen quasibiologischen Roboter handelt. Er stuft die ARSENALJYK II als überaus bedrohlich ein, ohne konkret werden zu können. Vor allem aber kennt Wöbbeking die Koordinaten des Arsenalplaneten. Er steht 32.667 Lichtjahre zu Anterf und gehörte ursprünglich zu Bars. Des Weiteren kann Twoxl-7 als frei eingestuft werden und befindet sich sicherlich längst schon auf der Suche nach der SOL.

Atlan stellt noch weitere Fragen: Zu seiner Gedächtnislöschung und wieso er nur scheibchenweise seine Erinnerungen an die Namenlose Zone zurückerhielt, zu den Kosmokraten, zur verschollenen FARTULOON. Doch Wöbbeking kann nicht auf alles antworten. Nur auf die zehnte Frage erhält Atlan eine befriedigende Antwort: Demnach wurde er irgendwann von Anti-ES gestellt. Doch der Triumph der Superintelligenz entwickelte sich zur Niederlage, denn ein Ebenbild Atlans tauchte auf. Beide verschmolzen – und gelangen hinter die Materiequellen zu den Kosmokraten.

Auch Kik und Asgard gelang später die Flucht aus der Namenlosen Zone. Wöbbeking versetzte sie nach Xiinx-Markant, wo sie Sanny bargen und gemeinsam nach Bars-2-Bars versetzt wurden. Mit diesen Worten zieht sich Wöbbeking in seine Sonnentarnung zurück, wo die SZ-2 bis zu ihrer Reparatur ebenfalls verbleiben wird.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Grauer Lord
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Zu Weihnachten legt uns Neu- und Nachlesern Peter Griese mit Band 646 „Die zehn Fragen“ noch ein ganz nettes Päckchen unter den Baum. Wöbbeking gewährt einige Antworten auf drängende Fragen, derweil er noch in seiner Tarnung als Sonne verharrt. Einige Antworten hätte ich persönlich gar nicht unbedingt wissen wollen, aber es steckt auf viel Interessantes in dem Roman.

Wir wissen jetzt, dass Atlan dem Intellekt von Bars, Tyar, damals in der Namenlosen Zone begegnet ist und dass der sein Wissen um Atlan mit in seine spätere Gefangenschaft in der Verzahnung mit Prezzar nahm. Tyari ist keine Inkarnation oder Kunstgestalt, sondern eine völlig normale Frau eines humanoiden Volkes, die von Tyar „bloß“ nach Atlas Idealvorstellungen einer Frau umgeformt wurde. Sie sollte nicht mit ihren weiblichen Reizen geizen, um Atlan nach Bars-2-Bars zu locken, heißt es vielsagend. Gut geschildert war Tyaris Reaktion auf diese Offenbarungen.
Interessant auch: Der Planet, auf dem Atlan Tyar begegnete, ist von einer extremen Bösartigkeit erfüllt. Vielleicht befindet sich der Planet aus einem ähnlichen Grund wie Anti-ES in der Verbannung der Namenlosen Zone ...

Die Vorgeschichte des Nymo-Tai interessierte mich dann weniger; dennoch erkennt Atlan auch an dieser Stelle, dass es in der Zone Sonnen und Planeten gibt, die er vorher nicht wahrnehmen konnte. Weiter begegnete Atlan einer „Schlafenden Macht“, ohne erkennen zu können, was sich da Geheimnisvolles hinter verbirgt. Kik mit den vielen Leben und Asgard sind seine Reisebegleiter.

Auf dem Spinar trifft Atlan auf einen Humanoiden namens Egen, der ihn in den Dienst von Anti-ES zu locken versucht und sicher mit dem EGEN identisch ist, der heute der Herrscher der Beneterlogen ist. Warum er bisher nicht auf die Friedensbemühungen reagiert hat, haben wir uns hier ja auch schon gefragt. An Bord der SOL stellt man sich diese Frage nun auch. Das Spinar jedenfalls wurde im Zuge der damaligen Ereignisse vernichtet, die Zähler wurden nach ihrer Befreiung aus der Versklavung als Manifeste von den Hohen Mächten für andere Aufgaben abgerufen.

Der Knaller ist dann der Schluss: Wie verschwand Atlan eigentlich aus der Namenlosen Zone? In einer dramatischen Szene auf einem Asteroiden begegnet der Arkonide einem rätselhaften Humanoiden - der er selber war. Der andere lächelte, schaute Atlan durchdringend an und zog ihn in seien Richtung. Laut Wöbbeking waren nach dem darauf erfolgten Angriff von Anti-ES nur noch die Gedanken eines Atlans zu spüren, die rasch verwehten. Danach sei der Arkonide nie wieder in der Namenlosen Zone aufgetaucht. Verbunden damit stellt sich die Atlan jetzt die brennende Frage, ob er eigentlich überhaupt jemals hinter den Materiequellen war. Hatte er es mit einer Zeitschleife zu tun, woher kam der andere Atlan? Fragen, die ohne Antwort bleiben, aber einen reizvollen Anknüpfungspunkt für mögliche, neue phatantastische Abenteuer bilden.

Bis heute.

P.S.: Immerhin konnte Atlan aber im Atopisches Tribunal-Zyklus bei PR ein Richterschiff steuern. Das kann nur jemand, der schon einmal hinter den MQs war. Irgendwie muss der alte Arkonide es dann doch noch geschafft haben.
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Yman
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Lumpazie hat geschrieben:Am Montag, den 21. Februar 1984 erschien der Band 646 der Atlan-Serie:

Die zehn Fragen

von Hubert Haensel


Handlung:

Nach einer Zeit des Abwartens meldet sich Wöbbeking-Nar'Bon wieder bei Atlan, der gerade in den Armen Tyaris liegt. Der Arkonide soll zehn Fragen stellen (quasi für die Befreiung der zehn Zähler je eine), die ihm helfen sollen, den Konflikt gegen ANTI-ES zu bestehen. Die erste Frage bezieht sich auf Tyari, denn Atlan will wissen, was mit ihr geschieht, wenn sich die Verzahnung zwischen Bars und Farynt wieder löst. Daraufhin unterzieht Wöbbeking den Zellaktivatorträger einmal mehr dem temporären Reinkarnationseffekt:


Wie lange Tyari uns wohl noch erhalten bleibt?

Grauer Lord hat geschrieben: Interessant auch: Der Planet, auf dem Atlan Tyar begegnete, ist von einer extremen Bösartigkeit erfüllt. Vielleicht befindet sich der Planet aus einem ähnlichen Grund wie Anti-ES in der Verbannung der Namenlosen Zone ...


Diese Episode fand ich im spannendsten erzählt. Zwar kennt man das schon zur Genüge, wenn Atlan seinen Zellaktivator verliert, aber es ist immer wieder schön zu lesen, wie er in dieser Klemme steckt und sich daraus befreit.

Grauer Lord hat geschrieben: Auf dem Spinar trifft Atlan auf einen Humanoiden namens Egen, der ihn in den Dienst von Anti-ES zu locken versucht und sicher mit dem EGEN identisch ist, der heute der Herrscher der Beneterlogen ist. Warum er bisher nicht auf die Friedensbemühungen reagiert hat, haben wir uns hier ja auch schon gefragt. An Bord der SOL stellt man sich diese Frage nun auch. Das Spinar jedenfalls wurde im Zuge der damaligen Ereignisse vernichtet, die Zähler wurden nach ihrer Befreiung aus der Versklavung als Manifeste von den Hohen Mächten für andere Aufgaben abgerufen.


Auf die befreiten Zähler kann Atlan nicht mehr zählen (dieses Wortspiel konnte ich mir nicht entgehen lassen). Mit EGEN wird es jetzt weiter gehen, auch der Arsenalplanet wird besucht werden, seine Koordinaten hat Wöbbeking an SENECA übermittelt. Und da ist auch noch die FARTULOON unter Breiskoll, die in der Namenlosen Zone steckt.

Grauer Lord hat geschrieben: Der Knaller ist dann der Schluss: Wie verschwand Atlan eigentlich aus der Namenlosen Zone? In einer dramatischen Szene auf einem Asteroiden begegnet der Arkonide einem rätselhaften Humanoiden - der er selber war. Der andere lächelte, schaute Atlan durchdringend an und zog ihn in seien Richtung. Laut Wöbbeking waren nach dem darauf erfolgten Angriff von Anti-ES nur noch die Gedanken eines Atlans zu spüren, die rasch verwehten. Danach sei der Arkonide nie wieder in der Namenlosen Zone aufgetaucht. Verbunden damit stellt sich die Atlan jetzt die brennende Frage, ob er eigentlich überhaupt jemals hinter den Materiequellen war. Hatte er es mit einer Zeitschleife zu tun, woher kam der andere Atlan? Fragen, die ohne Antwort bleiben, aber einen reizvollen Anknüpfungspunkt für mögliche, neue phatantastische Abenteuer bilden.

Bis heute.

P.S.: Immerhin konnte Atlan aber im Atopisches Tribunal-Zyklus bei PR ein Richterschiff steuern. Das kann nur jemand, der schon einmal hinter den MQs war. Irgendwie muss der alte Arkonide es dann doch noch geschafft haben.


Ja, das ist wirklich interessant, und ich habe da einige Mühe, das alles aufzuordnen, was da jetzt Sache ist und was nicht. Ich gehe mal davon aus, dass das Atlan-Ebenbild ein Bote der Kosmokraten war, der Atlan im letzten Moment dem Zugriff von ANTI-ES entzog und aus der Namenlosen Zone holte und hinter die Materiequellen brachte.

Den Roman fand ich ganz okay, aber etwas zu episodisch aufgebaut, andererseits erhält man viele Informationen, kann also unter dem Strich zufrieden sein. Wie schon geschrieben, mit EGEN geht es weiter, der Arsenalplanet wird noch mal besucht, und auch die FARTULOON wird noch mal ein Abenteuer bekommen. Der Zyklus ist noch lange nicht zuende. Die 28 letzten Bände bis Atlan 674 stehen noch aus.

Zu Ende geht jedoch das Jahr 2018. Eventuell schaffen wir noch ein Atlan-Abenteuer vor dem Jahreswechsel. An dieser Stelle möchte ich bei allen Mitwirkenden bedanken, besonders auch bei Lumpazie fürs wöchentliche Einstellen, und zu den anstehenden Feiertagen wünsche allen hier schon mal Frohe Weinachten!
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Grauer Lord
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Genau, einen Roman schaffen wir 2018 noch, Mitte Januar erreichen wir dann den 650er. Bis dahin wünsche ich allen Mitstreitern und den vielen Mitlesern frohe Weihnachten und schonmal einen guten Rutsch! :st:
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Lumpazie
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Ich wünsche allen Beteiligten an diesem Thread einen guten Rutsch ins neue Jahr und bedanke mich, für Eure Mitarbeit :st:

Im Frühjahr 1984 erschien der Band 647 der Atlan-Serie:

Zug um Zug

von Horst Hoffmann

Bild


Handlung:

Der Planet Dololo, der eine rote Sonne umläuft, wird von seltsam anzuschauenden Flugwesen bewohnt, die sich von Trüffel ernähren. Zu den wichtigsten Persönlichkeiten einer Stadt wie etwa Tylorolel-am-Fluß gehören die Sammler. Zu ihnen zählt sich auch Lorokeele, der etwas Besonderes ist. Normalerweise überleben Sammler nämlich nur drei Erntezeiten, aber Lorokeele erlebt schon seine inzwischen siebte Erntezeit.

Dieses Mal geschieht etwas Außerordentliches, denn der alte Sammler entdeckt eine Trüffel, die mit einer Stimme aus dem Nichts mit ihm spricht. Er bringt sie in die Stadt – und dort erweist es sich, dass die Trüffel tatsächlich Twoxl-7 heißt und auf Dololo gestrandet ist. Die siebte Komponente des Cpt'Kul erkennt in der Folge, dass diese planetengebundenen Wesen schon einmal in Kontakt mit Raumfahrern standen. Diese Donats genannten Wesen hinterließen auf Dololo einige Technik, unter anderem ein Hyperfunkgerät. Damit ruft Twoxl-7 die SOL um Hilfe.

An Bord des Hantelraumers ist der Monat April angebrochen, als unverhofft der Notruf von Twoxl-7 eingeht. Atlan und Sternfeuer starten mit der CHYBRAIN und bergen das Wesen. Dabei wird erkannt, dass die Donats die Dololos ausbeuten. Doch diesem Problem sollen sich die Anterferranter annehmen. Die CHYBRAIN selbst fliegt mit weiteren Mitgliedern des Atlan-Teams (unter anderem Ticker und Tyari) zum Prezzar-Mydonium. Dort erhofft sich der Arkonide bei den Prezzarerhaltern Hilfe bei der Suche nach EGEN. Die SOL selbst unter Breckcrown Hayes soll – ohne die SZ-2 – den Arsenalplaneten anfliegen und rekognoszieren.

Auch Sternfeuer und Twoxl-7 weilen an Bord der Rest-SOL, denn es besteht Hoffnung, auch die anderen sechs Komponenten des Cpt'Kul aus dem Bann der Penetranz ziehen zu können. Das ist aber längst schon geschehen und als Twoxl die Annäherung der siebten Komponente spürt, setzt er zur Flucht an. Zwar jagt ihm Mjailam noch hinterher, aber der Cpt'Kul kann von einer Space-Jet der SOL geborgen werden. Dort verkündet Twoxl, dass die ARSENALJYK II innerhalb der nächsten 48 Stunden erscheinen wird.

Als Nächstes scheint SENECA eigenmächtig zu handeln. Die Inpotronik öffnet die Energieschutzschirme der SOL, um Mjailam an Bord zu lassen. So geschieht es auch – und der Hüne wird in einem Paratronfeld gefangen. Der High Sideryt und die Stabsspezialisten können nur hilflos zusehen und sich fragen, ob SENECA einen heimlichen Helfer hat. Sodann absorbiert Mjailam die Energien des Paratronfeldes und lädt sich dadurch psionisch auf. Nach einiger Zeit kann der Hüne wieder handeln, doch er zerstört die SOL nicht, wie einige Solaner befürchten, sondern kehrt gestärkt auf den Arsenalplaneten zurück. Dabei reißt er allerdings ungewollt in seinem psionischen Fahrwasser Sternfeuer, Twoxl und einige weitere Solaner mit.

Sternfeuer hat längst erkannt, dass sie und Twoxl von einem Immunitätsfeld umgeben sind, das sie vor den Einflüsterungen der Penetranz bewahrt. Dieses legt sich nun auch um die sie begleitenden Solaner und so können nach und nach die Mitglieder des Arsenals der Penetranz entzogen werden. Zunächst kommt die Besatzung der BANANE frei und selbst die Jenseitsmaterie, die das Schiff umgibt, wechselt die Seiten. Die Korvette startet sodann ins All und schleust sich in die SOL ein. Hayes fliegt anschließend den mit Atlan vereinbarten Treffpunkt an.

Unterdessen holt die CHYBRAIN die Prezzarerhalter Oirstel und Alysta ab. Die beiden wissen, dass sich EGEN seit einiger Zeit nicht mehr auf Beneter aufhält, sondern auf Ferschyt, dem dritten Planeten des Loge-Systems. Dort geschieht Geheimnisvolles. Trotzdem zielt der Kreuzer der SOL auf den Heimatplaneten der Beneterlogen, um EGEN in Sicherheit zu wiegen.

Atlan, Hage Nockemann, Blödel, Joscan Hellmut und Tyari maskieren sich als Prezzarerhalter, die gemeinsam mit Oirstel und Alysta um eine Audienz bei EGEN bitten. Fetische erhalten sie dabei von den auf Beneter lebenden Prezzarerhaltern. Wenig später wechseln sie per Transmitter auf den Planeten Ferschyt. Es ist eine Falle, wie erwartet. Aber EGEN unterschätzt die Ankömmlinge, vor allem Blödel. Außerdem kommt den Solanern zugute, dass sie wissen, wer sich hinter EGEN verbirgt, nämlich ein einfacher Beneterloge. Dieser flieht über einen vorhandenen Nabel in die Namenlose Zone zu ANTI-ES.

In der kommenden Zeit wollen die Prezzarerhalter dafür Sorge tragen, dass EGEN, sollte er zurückkehren, sein Machtspiel nicht erneut aufnehmen kann. Die CHYBRAIN kehrt zur SOL zurück, wo die Jenseitsmaterie sich von der BANANE entfernt hat. Sie stellt sich an diesem 6. April Atlan zur Verfügung.

Der Penetranz auf dem Arsenalplaneten stehen nur noch Mjailam, Sanny, Kik und vier Solaner zur Seite. Doch nun erscheint die 3000 Meter lange ARSENALJYK II. Sie besteht aus einem tonnenförmigen Bug, dem sich eine Röhre anschließt, die in einem Diskus endet. Dieser wiederum öffnet sich zum Heck und stellt den Triebwerkssektor dar. Damit soll die SOL endgültig aus dem Universum gefegt werden.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Yman
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Lumpazie hat geschrieben:Im Frühjahr 1984 erschien der Band 647 der Atlan-Serie:

Zug um Zug

von Horst Hoffmann


Lumpazie hat geschrieben:Atlan, Hage Nockemann, Blödel, Joscan Hellmut und Tyari maskieren sich als Prezzarerhalter, die gemeinsam mit Oirstel und Alysta um eine Audienz bei EGEN bitten. Fetische erhalten sie dabei von den auf Beneter lebenden Prezzarerhaltern. Wenig später wechseln sie per Transmitter auf den Planeten Ferschyt. Es ist eine Falle, wie erwartet. Aber EGEN unterschätzt die Ankömmlinge, vor allem Blödel. Außerdem kommt den Solanern zugute, dass sie wissen, wer sich hinter EGEN verbirgt, nämlich ein einfacher Beneterloge. Dieser flieht über einen vorhandenen Nabel in die Namenlose Zone zu ANTI-ES.


Besonders mit diesem Teil der Perrypedia-Handlungszusammenfassung bin ich nicht sehr zufrieden. Davon, dass EGEN Atlans Team unterschätzt hat, kann keine Rede sein. Blödel schafft kaum mehr, als ein paar Gewebeproben zu entnehmen, so dass klar wird, der Zwerg, der sechsarmige Wächter und EGEN sind ein und dieselbe Person.

EGEN flieht auch nicht einfach in die Namenlose Zone, es ist mehr eine geordnete Rückkehr. Die Idee, die Anlagen, die den Palast aus Formenergie aufrecht erhalten, abzuschalten, und nichts zu hinterlassen, und Atlans Team auf diese Weise auszulöschen, ist nicht schlecht. Das Titelbild stellt die entsprechenden dramatischen Szenen des Untergangs auf dem Lavaplaneten Ferschyt entsprechend mit sehr viel künstlerischer Freiheit dar. Ich frage mich, ob Ferschyt - verschütt - auf Ferschyt verschütt gegangen - ein gewolltes Wortspiel sein sollte. :gruebel:

Darüber, wie Atlan wieder in die Falle gegangen ist, lohnt sich kaum noch zu diskutieren. Es ist klar so, dass Atlan den Gegner schwer unterschätzt hat, und Atlan hat auf Ferschyt auch kaum etwas erreicht. Im Prinzip hätte Atlan auch ganz allein nach Ferschyt gehen können, wenn er der Meinung war, EGEN nur durch Reden aufhalten zu können. Dass Atlans Team gerettet wurde, verdankt es nur dem Einsatz des Piloten der CHYBRAIN, der ohne Befehl bzw. entgegen Befehlen handelte, und nur so rechtzeitig zur Stelle war. Dies fehlt in der Perrypedia-Handlungszusammenfassung.

Trotzdem war es noch ein halbwegs spannender Roman, mit einer weiteren Handlungsebene, bei der es um die Befreiung der BANANE ging. Raider hieß irgendwann mal Twix, und Cpt'Carch heißt jetzt Twoxl, sonst änderte sich wenig. Wieder einmal ist Twoxl für alles gut: Einerseits Schutzschirm gegen Strahlschüsse, andererseits gegen den Einfluss der Penetranz. Bei Twoxl hoffe ich, dass es wirklich bald einmal ein Ende haben wird, und es sich nicht erst mit der Einstellung der Atlan-Serie mit Band 850 ausgetwoxlt hat.

Nun gibt es also zur rechten Zeit eine Art Immunitätsfeld, das gemeinsam von Twoxl und Sternfeuer erzeugt wird. Damit ging es dann verhältnismäßig leicht, und es waren bei der Rückeroberung der BANANE auch keine Opfer zu beklagen, aber einige der namentlich seit einiger Zeit bekannten Nebenfiguren hätten schon auf der Strecke bleiben können. Insofern war es spannend.

Interessant war dabei auch, dass Sternfeuer allmählich an den Rand des psychischen Zusammennbruchs geriet und auch das Thema "die SOL gehört den Solanern" wieder angesprochen wurde. Mit Sternfeuer äußert sich nun eine der engsten Mitarbeiterinnen Atlans sehr unzufrieden über die allgemeine Situation, d.h. die Tatsache, dass die SOL immer wieder in gefährliche Situationen gerät. Früher, weil sie Perry Rhodans Missionen diente, heute dient sie Atlans Mission im Auftrag der Kosmokraten, im Ergebnis dasselbe.

Nun ist auch noch die ARSENALJYK II einsatzbereit, die nächste Gefahr für die SOL. Da könnten an Bord der SOL wieder einige Nerven blank liegen. (Bewundernswert ist das Timing: Im nächsten Roman taucht die ARSENALJYK II zum ersten Mal auf, und prompt auch mit Risszeichnung im Heft!) Wie in diesem Roman zu lesen, ist auch der eigenmächtig handelnde SENECA ein ernst zu nehmender Unsicherheitsfaktor. Es war zwar schön zu lesen, wie SENECA Mjailam eine Falle stellte und Mjailam dazu benutzte, ein Einsatzteam auf die Oberfläche des durch einen Schirm geschützten Arsenalplaneten zu bringen, aber wer will denn wirklich noch auf einem solchen Schiff leben, immer wieder Gefahren von innen und Gefahren von außen, ein Kreislauf, der nicht endet?

Immerhin ist es beruhigend, dass die Galaxie Bars-2-Bars auch nach dem Kampf gegen Anti-ES und dem Weiterfliegen der SOL nicht völlig im Chaos versinken wird. Man kann vermuten, dass Anterferranter und Beneterlogen die Rolle von Ordnungsmächten übernehmen und z.B. die friedfertigen Dololos vor den Donats schützen werden. Trotzdem wird es, für den einen oder anderen Solaner, nicht empfehlenswert sein, der SOL den Rücken zu kehren und sich in Bars-2-Bars niederzulassen. Die Reise geht weiter, es bleibt auch 2019 spannend, neue Abenteuer, neue Völker, neue Planeten, neue Gefahren.

Lumpazie hat geschrieben:Ich wünsche allen Beteiligten an diesem Thread einen guten Rutsch ins neue Jahr und bedanke mich, für Eure Mitarbeit :st:


Auch ich wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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