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Lumpazie
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Im Jahr 1984 erschien der Band 648 der Atlan-Serie:

Das unbesiegbare Raumschiff

von Falk Ingo Klee

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Handlung:

Der 7. April ist erst wenige Stunden alt, als die SOL (weiterhin ohne die SZ-2) erneut den Arsenalplaneten erreicht. Das Ziel haben Atlan und Breckcrown Hayes bestimmt. Über dem Planeten kreist ein nie zuvor gesehenes Raumschiff und niemand zweifelt daran, dass es die ARSENALJYK II ist. In diesem Augenblick erscheint ein unbekannter Humanoide in der Zentrale der SOL. Das 1,20 m große Wesen mit gelblich-weißer Haut wirkt kindlich-naiv, was aber sicherlich täuscht. Er stellt sich als Parzelle, der Unscheinbare vor und behauptet, Bote von Termentier zu sein. Da weder Ticker, noch Atlans Extrasinn mit einer Warnung reagieren, wird der Eindringling zunächst als unbedenklich eingestuft. Er verschwindet bald wieder, so wie er gekommen ist, kurz nachdem die ARSENALJYK II den Orbit des Arsenalplaneten verlassen hat und in den Überlichtflug gewechselt ist.

Die Penetranz und die restlichen Mitglieder des Arsenals, allen voran Mjailam, Sanny und Kik, sind mit der ARSENALJYK aufgebrochen, um den Auftrag von ANTI-ES zu vollenden. Das Schiff wird von den drei Gyrantern Erv Breus, Lakoh Mantei und Visor Aargusth kommandiert und verfügt über einen Partikelstromwerfer. Mit dieser Waffe können Normalenergie, Hyperenergie und Antiteilchen verschossen werden. Damit kann sogar Jenseitsmaterie zerstört werden, aber die Ziele heißen zunächst Rest-SOL und Junk-Station, in der Prezzar und Tyar eingekerkert sind. Durch die Auslöschung der Eigenintelligenzen von Bars und Farynt soll sichergestellt werden, dass die Verzahnung von Bars-2-Bars unumkehrbar bleibt.

Nach einem Probeflug kehrt die ARSENALJYK zum Arsenalplaneten zurück. Unterwegs weilte Parzelle an Bord, konnte aber nicht getötet werden. Der Unbekannte verschwand von allein. Nun gibt die Penetranz den Angriffsbefehl auf die SOL, die schon bald die Flucht antritt. Die Waffen der ARSENALJYK werden mit Bedacht eingesetzt, die Vernichtung des Gegners soll nicht allzu schnell erfolgen.

Das nicht vollständige Hantelschiff sucht Zuflucht in der Korona einer Sonne. Als Nächstes plant der Zellaktivatorträger, mit einigen Freiwilligen zur ARSENALJYK vorzustoßen. Der Arkonide wird dabei unter anderem von Tyari, Blödel, Hage Nockemann und Sternfeuer begleitet. Sie starten mit den Space-Jets RAKETE und WINDHUND, die durch einen dünnen Film Jenseitsmaterie geschützt werden. Der Rest ist von Blödel aufgenommen worden, in dem auch immer noch Wuschel steckt. Dem Bakwer ist es auch zu verdanken, dass das Einsatzteam unbemerkt an Bord der ARSENALJYK gelangt. Dass die Jets zuvor nicht geortet werden, wird den Aktivitäten der Sonne zugeschrieben, in deren Orbit sich die SOL verbirgt.

Im Inneren des riesigen Schiffes werden die Solaner von der Jenseitsmaterie vor Entdeckung bewahrt. Allerdings verbraucht sie sich dabei. Nichtsdestotrotz gelingt es dem Team, Sanny, Kik, Mjailam und die vier weiteren Solaner ausfindig zu machen und gewaltsam mitzunehmen. Dabei kümmert sich Blödel vor allem um den Hünen. Nun ist die Gruppe aber entdeckt und die Penetranz schickt die Gyranter in den Kampf. Nichtsdestotrotz gelingt der Rückzug in die beiden Jets.

Die Flucht der zwei Beiboote hätte wahrscheinlich in einer Katastrophe geendet, da die SOL von der ARSENALJYK II angegriffen wurde. Doch wie ein Wunder taucht in dem Moment die SZ-2 auf. Sie verfügt über einen Mantel aus Jenseitsmaterie und bewahrt die Rest-SOL vor der Vernichtung (die Jenseitsmaterie verbraucht sich dabei allerdings). Komplettiert gelingt die Flucht.

Die restlichen Mitglieder des Arsenals entgleiten dem Einfluss der Penetranz und warnen sogleich vor Parzelle, der erneut an Bord der SOL auftaucht. Doch Atlan beruhigt sie und vermutet hinter dem Boten einen Helfer der Kosmokraten. Sodann weist Sanny auf die Junk-Station hin, die die Penetranz vernichten will. In dem Zusammenhang eröffnen die Scientologen, dass sie einen Hyperimpulssender an Bord der ARSENALJYK platziert hätten. Im Übrigen ist die Besatzung der SZ-2 der Auffassung, sich nur einen Tag bei Wöbbeking-Nar'Bon aufgehalten zu haben und keine zehn Tage.

In der Folge berechnet SENECA, dass die SOL eine knapp zweiprozentige Chance habe, die ARSENALJYK zu zerstören. Aus diesem Grund lehnen der High Sideryt und die Stabsspezialisten jegliche weitere Angriffe auf das gyrantische Schiff ab. Daraufhin bitten Mjailam und Tyari um ein Beiboot, denn sie müssen Tyar und Prezzar unterstützen. Doch den Ausschlag gibt Parzelle, der eröffnet, dass die Hohen Mächte ANTI-ES für 100 Stunden jegliche Freiheit gegeben hätten. Die negative Superintelligenz ist also nicht mehr an die Namenlose Zone gebunden.

Die SOL fliegt eine 24.360 Lichtjahre von Anterf entfernte kleine rote Sonne an. Sie wird Junk genannt und von drei marsgroßen Welten umlaufen. Dort steht die ARSENALJYK II und dringt in die Korona des Sterns ein. Dass an diesem Ort jener Nabel ist – neben der Junk-Station – über den ANTI-ES erscheinen wird, wird dem Arkoniden bewusst, als plötzlich Wöbbeking-Nar'Bon geortet wird. Es kann kein Zweifel mehr daran bestehen: Die Entscheidung in Bars-2-Bars steht unmittelbar bevor.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
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Yman
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Lumpazie hat geschrieben:Im Jahr 1984 erschien der Band 648 der Atlan-Serie:

Das unbesiegbare Raumschiff

von Falk Ingo Klee

Handlung:

Der 7. April ist erst wenige Stunden alt, als die SOL (weiterhin ohne die SZ-2) erneut den Arsenalplaneten erreicht. Das Ziel haben Atlan und Breckcrown Hayes bestimmt. Über dem Planeten kreist ein nie zuvor gesehenes Raumschiff und niemand zweifelt daran, dass es die ARSENALJYK II ist. In diesem Augenblick erscheint ein unbekannter Humanoide in der Zentrale der SOL. Das 1,20 m große Wesen mit gelblich-weißer Haut wirkt kindlich-naiv, was aber sicherlich täuscht. Er stellt sich als Parzelle, der Unscheinbare vor und behauptet, Bote von Termentier zu sein. Da weder Ticker, noch Atlans Extrasinn mit einer Warnung reagieren, wird der Eindringling zunächst als unbedenklich eingestuft. Er verschwindet bald wieder, so wie er gekommen ist, kurz nachdem die ARSENALJYK II den Orbit des Arsenalplaneten verlassen hat und in den Überlichtflug gewechselt ist.

Die Penetranz und die restlichen Mitglieder des Arsenals, allen voran Mjailam, Sanny und Kik, sind mit der ARSENALJYK aufgebrochen, um den Auftrag von ANTI-ES zu vollenden. Das Schiff wird von den drei Gyrantern Erv Breus, Lakoh Mantei und Visor Aargusth kommandiert und verfügt über einen Partikelstromwerfer. Mit dieser Waffe können Normalenergie, Hyperenergie und Antiteilchen verschossen werden.


Im Roman und in der Risszeichnung ist die Rede von Partikelströmen, die aus Normalenergie, Hyperenergie, aufgeladenen Antiteilchen und Anti-Photonen zugleich bestehen. Das mit den Anti-Photonen ist seltsam, da Photonen zu den wenigen Teilchen gehören, die mit ihren Antiteilchen identisch sind. Jedenfalls lässt sich damit die SOL in schwere Bedrängnis bringen und auch die Jenseitsmaterie zerstören, die in diesem Roman eine wesentliche Rolle spielt.

Im Großen und Ganzen läuft es auf ein von Atlan angeführtes Unternehmen hinaus, bei dem die restlichen Solaner, sowie Sanny, Kik und Mjailam aus der ARSENALJYK II befreit werden. Die ARSENALJYK II wird danach nur noch von Gyrantern bemannt, die unter der Kontrolle der Penetranz stehen. Ein direkter Kampf war aussichtslos, vor allem, da auch die Schirme der ARSENALJYK II zu stark waren.

Umso überraschender war der Erfolg von Atlans Unternehmen mit seinem beiden Space-Jets, wie es ihm gelang, sich dem Schiff zu nähern und an Bord zu schleichen. Die Jenseitsmaterie überzog den Einsatztrupp wie ein Netz, das unsichtbar macht. Außerdem wirkte sie wie ein Schutzschirm. Dabei verbrauchte sie sich aber, so dass auch dieses Kapitel bald ein Ende haben wird.

So unwahrscheinlich dieser Erfolg war, hat es mir doch gut gefallen, dass Atlan wieder einmal das Heft in die Hand genommen hat und die wesentlichen Aktionen von ihm ausgingen. Das Duo Blödel/Nockemann war auszuhalten, aber besonders irritierend war auch eine ganz andere Figur: Parzelle, der Unscheinbare, vermutlich im Auftrag der Kosmokraten, denn Anti-ES wurde nun für 100 Stunden freigelassen, und das kann nur bedeuten, dass die Kosmokraten irgendwie im Bilde, zumindest durch Helfer vor Ort präsent, und irgendwie aktiv sind.

Für ein Zyklusfazit ist es noch etwas zu früh, aber ich habe doch den Eindruck, dass Zyklus sehr gut gestartet ist und dann mit einer ganzen Reihe von "Zwischenspielen" rund um irgendwelche Aktionen des Arsenals bzw. gegen das Arsenal an Fahrt verloren hat. Am Ende sind alle Arsenalmitglieder befreit, und nur die endlich eingetroffene ARSENALJYK II steht noch im Raum, wobei ein solches unbesiegbares Raumschiff an für sich auch etwas Langweiliges ist. Allein mit dem Kampf gegen ein solches Raumschiff lässt sich kaum noch ein Zyklus aufbauen, d.h. das hier ist erst einmal eine Art Endspiel.

Von Stanislaw Lem gibt es einen Roman "Der Unbesiegbare", d.h. das Schiff heißt so, aber die Handlung ist dann doch etwas ganz Anderes, da lassen sich kaum Parallelen ziehen.
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Grauer Lord
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Ich stimme @Yman in seinen Betrachtungen voll zu. Die ARSENALJY II ist erkennbar ein letztes Gadget „der Bösen“ in diesem Zyklus. Wer das mächtige Schiff erbaut hat, bleibt unbekannt, geführt wird es erneut von den Gyrantern aus der Namenlosen Zone. Da die sinnvolle Schilderung von Technik, Physik und Naturwissenschaften in dieser Phase von ATLAN eher klein geschrieben wurde, nehme ich die Schilderung des Partikelstromwerfers mal einfach so hin; dass es mal eine Waffe gegen Jenseitsmaerie gibt, finde ich aber gut. Ganz spannend auch die ersten, vehementen Schläge der ARSENALJYK II gegen die SOL, ein Hauch von Endzeitstimmung schleicht sich ein. Aber zuerst soll ja nicht das Generationenschiff zerstört, sondern die Verzahnung von Prezzar und Tyar im Junk-Nabel vernichtet werden, damit Bars-2-Bars für immer bestehen bleibt (warum wurde das nicht schon viel früher gemacht.....?)

Interessant und geheimnisvoll der Auftritt des rätselhaften Parzelle, dem Beauftragten Termentiers. Da ich noch von früher weiß, wer das ist, sage ich mal zu den Kosmokraten-Spekus an dieser Stelle nix. Immerhin weiß der ungewöhnliche Besucher aber, dass Anti-ES nun vor einer langen Phase völliger Freiheit steht, die ihm die Kosmokraten gewährt haben. Und: Bei einer Vernichtung der SOL werde es nur zwei Überlebende geben. Ihn, Parzelle, und ......? Die Räder eines großen Planes beginnen ineinander zu greifen.

Ansonsten liefert Falk-Ingo Klee viel Durchschnittskost ab. Was z.B. sollte eigentlich die Ausfragerei Nockemanns durch Blödel über die Triebwerke der SOL, mit der gleich 2,5 Seiten bedeckt wurde?

Wie es dem Kommando Atlan gelang, an Bord des Riesenschiffs zu kommen, habe ich diesmal sogar verstanden. Die beiden Space Jets haben auf dem Kurs des ARSENALJYK II in der Sonnenkorona mehr oder weniger abgewartet, bis das Schiff des Gegners in nur noch wenigen Metern Entfernung vorbeizog. Ein „aberwitziger Vorstoß“, wie es in diesem Zyklus schon viele gab. Ich erinnere nur an das linearraummanöver, das im ausgehöhlten Mond Schjepp endete.

Die folgenden Action-Sequenzen habe ich nur überflogen. Wie immer geht es hauptsächlich um Äußerlichkeiten und Geballer, so wird auch die Gedanken- und Gefühlswelt der befreiten Arsenalmitglieder nach Wochen der Versklavung nur gestreift bzw. totgeschwiegen. Immerhin sind einige ja unter der Gewalt der Penetranz zu blutigen Mördern geworden. Diese Thema würde heute wohl etwas anders angefasst.

Am Ende erscheint Wöbbeking als Grüne Sichel von Nar ´Bon, der Endkampf um Bars-2-Bars steht bevor und damit auch das Ende eines Zyklus, der prächtig-kosmisch begann und, offenbar auf Intervention der Verlagsseite hin, in schlichteres Fahrwasser manövriert wurde. Aber: Ab Band 650 gibt’s noch mal einen deutlichen inhaltlichen Aufschwung.
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Yman
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Grauer Lord hat geschrieben:Bei einer Vernichtung der SOL werde es nur zwei Überlebende geben. Ihn, Parzelle, und ......?


Mein erster Gedanke war Cara Doz. Weitere Kandidaten sind Twoxl (der übersteht eh alles) und SENECA, der ja seine eigene Sicherheitskugel mit Paratronschirmen, usw. hat. Der Untergang der SOL ist nicht notwendig auch SENECAs Ende.

Grauer Lord hat geschrieben:Ansonsten liefert Falk-Ingo Klee viel Durchschnittskost ab. Was z.B. sollte eigentlich die Ausfragerei Nockemanns durch Blödel über die Triebwerke der SOL, mit der gleich 2,5 Seiten bedeckt wurde?

Das habe ich mich auch gefragt, und was noch schlimmer ist, mir kam vieles davon falsch vor. Anti-Positronen statt Anti-Protonen z.B., und überhaupt, als ob der Autor nicht wirklich etwas von der Sache versteht. Allerdings habe ich auch noch keinen Perrypedia-Artikel gefunden, der die NUGAS-versorgten Protonenstrahl-Triebwerke der SOL gut erklärt.

Ich glaube, die Idee ist, dass der Treibstoff in ein künstliches schwarzes Loch stürzt. Bei diesem Sturz werden 50 % der Treibstoffmasse, noch bevor sie hinter dem Ereignishorizont verschwinden, in energiereiche Gammastrahlung umgewandelt, die genutzt werden kann. Die restlichen 50 % verschwinden hinter dem Ereignishorizont, werden aber in Form von Anti-Materie sofort wieder hervorgeholt und können dann auch noch mal direkt durch Rekombinationszerstrahlung genutzt werden.


Grauer Lord hat geschrieben:Wie es dem Kommando Atlan gelang, an Bord des Riesenschiffs zu kommen, habe ich diesmal sogar verstanden. Die beiden Space Jets haben auf dem Kurs des ARSENALJYK II in der Sonnenkorona mehr oder weniger abgewartet, bis das Schiff des Gegners in nur noch wenigen Metern Entfernung vorbeizog. Ein „aberwitziger Vorstoß“, wie es in diesem Zyklus schon viele gab. Ich erinnere nur an das linearraummanöver, das im ausgehöhlten Mond Schjepp endete.


Ja, was ich aber nicht verstand, war, dass die Space-Jets ja nur parallel zur ARSENALJYK II treiben, d.h. sie sind nicht mit der ARSENALJYK II verankert und jede Bewegung der ARSENALJYK II wäre eine Katastrophe, da das Team dann nicht mehr zu den Space-Jets zurückkommt. Da hätte es ja mehr Sinn gemacht, die Flucht-Transmitter von den Space-Jets an Bord der ARSENALJYK II zu bringen. Oder die Space-Jets zu verankern.

Grauer Lord hat geschrieben:Die folgenden Action-Sequenzen habe ich nur überflogen. Wie immer geht es hauptsächlich um Äußerlichkeiten und Geballer, so wird auch die Gedanken- und Gefühlswelt der befreiten Arsenalmitglieder nach Wochen der Versklavung nur gestreift bzw. totgeschwiegen. Immerhin sind einige ja unter der Gewalt der Penetranz zu blutigen Mördern geworden. Diese Thema würde heute wohl etwas anders angefasst.


Vor allem Mjailam hat ja sehr gewütet, aber der wird halt wohl noch dringend gebraucht. Deswegen ist dann wohl alles schnell vergeben und vergessen, und im Gegensatz zu Tyari wird ihm wohl niemand hinterher trauern. Ich bin aber trotzdem mal gespannt, wie es mit den ehemaligen Arsenal-Mitgliedern weiter geht.

Aber es stimmt, heute würde das alles ganz anders angefasst.

Grauer Lord hat geschrieben:Ab Band 650 gibt’s noch mal einen deutlichen inhaltlichen Aufschwung.


Was in den letzten Romanen etwas unterging, war die in der Namenlosen Zone verschwundene FARTULOON mit Breiskoll und Federspiel. Daraus ergibt sich vermutlich noch ein Anknüpfungspunkt, und noch hat Atlan ja auch noch seine Koordinaten nicht wieder zurück.
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Klenzy
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Yman hat geschrieben:Allerdings habe ich auch noch keinen Perrypedia-Artikel gefunden, der die NUGAS-versorgten Protonenstrahl-Triebwerke der SOL gut erklärt.


Dein ewiges Genörgel geht mir auf den Zeiger. Lass dir bitte mal was Neues einfallen.
Mach langsam! Das Leben ist zu kurz, um sich zu beeilen.
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Yman
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Klenzy hat geschrieben:
Yman hat geschrieben:Allerdings habe ich auch noch keinen Perrypedia-Artikel gefunden, der die NUGAS-versorgten Protonenstrahl-Triebwerke der SOL gut erklärt.


Dein ewiges Genörgel geht mir auf den Zeiger. Lass dir bitte mal was Neues einfallen.


Immerhin versuche ich, mich an die Netiquette zu halten.

1) In Atlan 648 schreibt der Autor fast drei Seiten über die Triebwerke der SOL. Man darf sich fragen, warum, und ob das alles so stimmt, z.B. auch, wo man das noch mal an einer anderen Stelle nachlesen könnte.

2) Der Perrypedia-Artikel https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Pr ... ltriebwerk gibt zum 11.01.19 leider keine Quellen an. Ich will den Artikel hier nicht wiedergeben oder kritisieren. Das kann dort jeder selbst nachlesen und für sich entscheiden, wie er das in Relation zu den Erklärungen in Atlan 648 sieht. Meiner Meinung nach hat es der Atlan-Autor sogar trotz einiger Fehler nicht schlechter erklärt als es bei Perrypedia zu lesen ist.

3) Ich würde mich freuen, wenn ein anderer Forumsteilnehmer einen Hinweis gibt, wo man die bisher beste Erklärung zu den Triebwerken der SOL findet, so dass man diese mit der Stelle in Atlan 648 vergleichen kann.
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Clark Flipper
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Tja und da liegt das Problem, selbst ist der Mann.
Das hier ist nämlich nicht dein Persönliches Wünschdirwas, in der du hier Hinweise gibst, damit wer auch immer damit etwas anfängt.
Bleibt also die Frage, bei aller Netiquette, woher du meinst das darauf irgendwer reagiert. ;)
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Yman
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Clark Flipper hat geschrieben:Tja und da liegt das Problem, selbst ist der Mann.
Das hier ist nämlich nicht dein Persönliches Wünschdirwas, in der du hier Hinweise gibst, damit wer auch immer damit etwas anfängt.
Bleibt also die Frage, bei aller Netiquette, woher du meinst das darauf irgendwer reagiert. ;)


Wenn nicht, dann nicht. Immerhin lese ich die Romane und versuche selbst, den Dingen auf den Grund zu gehen. Ich lese so viele Romane, wie ich es den Umständen entsprechend kann, und ich schreibe meine Meinung zu den Romanen. Ich hoffe, das ist okay für dich. Falls nicht, dann kläre mich doch bitte auf, was ich im Forum noch schreiben darf und was nicht. Wenn ich die Antwort auf eine Frage wüsste, würde ich auch eine Antwort schreiben.
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Clark Flipper
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Lachhaft!
Ich habe dir nichts vorgeschriebenen oder
in irgendeiner Art und Weise etwas verboten.
Verdreh bitte nicht die Tatsachen.
Du meinst du könntest hier den Leuten von der Perrypedia erklären wie sie ihre Freiwillige Arbeit deiner Meinung nach zu machen haben.
Mehrfach ist man auf dich zugegangen und hat dir Angeboten mitzuarbeiten, sogar unterstützten wollte man dich.

Und? Du rumpelst hier weiter rum und
erklärst das dies nichts für dich ist und
machst munter weiter.

So viele zur Netiquette. Das du PR liest, dafür muss dir hier niemand dankbar sein.
Das tust du nur für dich und dein Vergnügen.

Also mach doch einfach weiter damit und lass die, die darin ihr Vergnügen finden für uns anderen in ihrer Freizeit diese Daten zu sammeln und uns zur Verfügung stellen einfach in Ruhe.
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Lumpazie
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Im Jahr 1984 erschien der Band 649 der Atlan-Serie:

Freiheit für Bars-2-Bars

von Peter Griese

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Handlung:

In ihrem Gefängnis hocken die Wesenheiten Tyar und Prezzar und erwarten ihr Schicksal. Nur einmal war es ihnen gelungen, aus ihrem Gefängnis heraus ihre Umgebung zu erkennen. Sie wussten um die Verzahnung ihrer Galaxien Bars und Farynt, sie wussten, dass ein Wesen namens Atlan ihnen Hilfe bringen konnte. Daraus entsprang die Idee, diesem Wesen Unterstützung in Gestalt von Tyari und Mjailam zukommen zu lassen. Doch nun spricht eine Stimme zu ihnen und behauptet, es bedürfe mehr Tun ihrerseits, um wieder frei zu kommen. Tyar und Prezzar dürfen diese Stimme mit C-RA ansprechen.

In der Zentrale der SOL wird die Annäherung von Wöbbeking-Nar'Bon an die Sonne Junk von Atlan, Breckcrown Hayes und den anderen Verantwortlichen – dazu der Beobachter Parzelle – mit Sorge beobachtet. SENECA geht indessen davon aus, dass dieses System mit der roten Sonne den Hauptnabel in die Namenlose Zone darstellt; des Weiteren, dass die ARSENALJYK II mit der Penetranz an Bord im Auftrag von ANTI-ES eine Station im Inneren Junks sucht, die das Gefängnis von Prezzar und Tyar darstellt. Entsprechend lässt der Arkonide die SOL ebenfalls die Sonne ansteuern.

Obwohl es Widerwillen bei ihnen auslöst, tasten Tyar und Prezzar die nähere kosmische Umgebung ab. So begreifen sie, dass die Penetranz, der Handlanger der negativen Superintelligenz Anti-ES, sie zu vernichten trachtet. So sollen die Nabel wieder geschlossen werden, die in die Namenlose Zone führen und Anti-ES wäre endgültig frei. Dann spüren die beiden Entitäten erneut die Nähe der helfenden mentalen Präsenz C-RA. Sie weist auf die Annäherung von Atlan hin.

Die SOL ortet insgesamt vier kugelförmige Stationen im Inneren Junks, die jeweils zehn Kilometer durchmessen. Des Weiteren werden Streustrahlungen von den drei Planeten festgestellt, die mit dem Nabel im Zusammenhang stehen müssen. Dessen Öffnung wird sich sehr wahrscheinlich zwischen Junk I und Junk II zeigen. Nach diesen Erkenntnissen wird das Hantelschiff unvermittelt von Beibooten der ARSENALJYK II angegriffen und schwer getroffen. Dabei findet Cara Doz den Tod.

Nachdem der Angriff zurückgeschlagen ist, sind Mjailam und Tyari gewillt, per Teleportation zu den Stationen zu wechseln, um Tyar und Prezzar zu retten. Atlan und Ticker – und eine mentale Präsenz – begleiten sie. Diese ist es letztlich, die den Weg zu Prezzar und Tyar weist. Von den beiden Entitäten erfährt Atlan auch, dass die Präsenz sich C-RA bzw. Cara nennt. Der Zellaktivatorträger begreift es nicht, schließlich hat er den Tod der Emotionautin persönlich erlebt. Doch zunächst gilt es, der angreifenden ARSENALJYK II zu entkommen.

Indessen ortet die SOL eine unbegreifliche Wolke, die aus der Namenlosen Zone gekommen ist. SENECA identifiziert sie als optisches Zerrbild der Wirklichkeit der negativen Superintelligenz Anti-ES. Sie sendet 39 Echos nach Farynt und Bars aus, die bald schon in den Weiten der beiden Galaxien explodieren. Der High Sideryt und die Stabsspezialisten gehen davon aus, dass nun alle Nabel, bis auf jenen im Junk-System, geschlossen sind.

Tyar und Prezzar ziehen sich nach ihrer Befreiung in ihre Galaxien zurück. Anti-ES haben sie nun, da er frei ist, nicht mehr zu fürchten. Die Superintelligenz wird sich, wie sie wissen, einer Sterneninsel zuwenden, die sie Milchstraße nennt. Und es erfüllt sich das Schicksal ihrer beider Ableger Tyari und Mjailam. Während erstere als biologisches Wesen an Atlans Seite bleibt, wird sich der Hüne auflösen, da er nicht mehr benötigt wird. Er überträgt einen Teil seiner Kraft auf Atlan, der mit Ticker und Tyari zur SOL zurückkehrt, und erlischt.

Als Nächstes taucht die ARSENALJYK II auf und es gibt keinen Zweifel daran, dass das Schiff die SOL zerstören wird. Um das zu verhindern, begibt sich der Arkonide mit der letzten Kraft, die ihm Mjailam übertragen hat, in die Höhle des Löwen. Er sabotiert den Partikelstromwerfer und betreibt damit die Vernichtung der ARSENALJYK II. Dabei entkommt allerdings die Penetranz, die in die Weiten des Alls entflieht. Und letztlich hilft erneut die mentale Präsenz – die sich nun als Chybrain identifiziert.

Zurück an Bord der SOL erfährt Atlan, dass es Doz nie wirklich gegeben hat. Es war immer Chybrain. Und der ist es nun auch, der den Zweikampf zwischen Anti-ES und Wöbbeking entscheidet. Dabei überwindet das Positive das Negative, der ursprüngliche Plan von Anti-ES, sich Wöbbeking zur Komplettierung und Stärkung einzuverleiben, kehrt sich ins Gegenteil. So entsteht eine neue, positive Superintelligenz und sie gibt sich den Namen KING.

Die neue Superintelligenz erhält von Parzelle den Auftrag, im Sinne der Kosmokraten in einem weit entfernten Sektor des Universums tätig zu werden. KING wird dabei von Sanny, Kik, Asgard und Argan U begleitet. Auch Chybrain soll mit ihm gehen, aber Atlan zunächst die Koordinaten von Varnhagher-Ghynnst übergeben.

Chybrain indessen fühlt sich betrogen und übergangen. Auch erweist ihm niemand Dankbarkeit für seine Hilfe. Entsprechend entzieht er sich mit den Koordinaten und verschwindet über den Junk-Nabel, der vielleicht noch 100 Tage stabil bleiben wird, in die Namenlose Zone. Dorthin muss ihm Atlan wohl oder übel folgen, wenn er den Auftrag der Kosmokraten erfüllen will. Daran geht andererseits sowieso kein Weg vorbei, denn in der Namenlosen Zone ist die FARTULOON verschollen.

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Grauer Lord
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Kurz ein paar Worte zu Band 649, dann einige Punkte zur Zykluskritik. Mit einem flott geschriebenen Roman schildert Peter Griese, wie sich letztlich der große Plan der Kosmokraten doch noch erfüllt: Die Substanz von Anti-ES sollte von Anfang an nicht einfach vergeudet werden, seine Verbannung wurde immer schon so konzipiert, dass am Ende eine Läuterung bzw. Umwandlung der SI stehen sollte. Sie nimmt als KING Kurs auf die Serien-Unendlichkeit, um Aufträge der Hohen Mächte anzunehmen. Bis heute auf Nimmerwiedersehen.
Ob das ganze hinter den MQs im Detail so geplant war, wie es dann wirklich gelaufen ist, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Atlans Entführung in die Namenlosen Zone mag von den Kosmokraten noch bewusst zugelassen worden sein, damit der Arkonide wie ein Katalysator auf die Entwicklung dort Einfluss nimmt. Die Entstehung von Born und dann auch noch von Chybrain haben aber extremen Zufallscharakter und entziehen sich wohl einem Langzeitplan. Möglich, dass Atlan und später auch die SOL nur ein Spielstein von vielen war, mit denen auf die verbannte SI Einfluss genommen wurde. Der Weg von Mausefalle über die Grüne Sichel von Nar´Bon bis HIDDEN-X und damit zu den Rätseln der Namenlosen Zone war dann aber logisch und in sich schlüssig, da griff ein kosmisches Zahnrad in das andere.
Ich finde den Abschluss überzeugend, auch das Auftauchen des ungeliebten Chybrain war überraschend konstruiert, seine Beschimpfung als „unerwünschtes Produkt“ und „Bastard“ machen sein weiterhin trotziges Verhalten erklärbar. Mit der Abreise in die Namenlose Zone stellt Chybrain die Weichen für die nächsten 25 Hefte.


Das war der Zyklus der zwei Gesichter: Es begann in Band 600 mit dem ganz großen Wurf, dem nahtlosen Anknüpfen der Serie an den kosmischen Rahmen der Glanzzeit der Perry Rhodan-Serie. Mit viel Liebe zum Detail wurde die Namenlose Zone als Schauplatz zum Leben erweckt, den man bisher nur als einfaches Wort ohne jeden Hintergrund aus PR Band 649 kannte. Da war die schillernde Basis des ersten Zählers mit ihren leicht verschrobenen Robotern, die gigantischen Grenzwächter mit ihren Energienetzen, die Drylls als bösartige Schatten abgelebter, negativer SIs — ein angeblich so gut wie leerer Verbannungsort als faszinierendes „Wunderland“. Alles aber auch sehr phantastisch. Zu phantastisch offenbar für den Verlag, wie uns ein Zitat von Inge Voltz belegt. Auch Äußerungen von Peter Griese in Antworten auf meine Schüler-Leserbriefe damals weisen darauf hin, dass er umsteuern musste. Gut fand ich aber den Kniff, diese Handlungsebene über die Reinkarnationseffekte in die Handlung einzustreuen, wie früher die Logbuch-Geschichten. Sympathische Personen wie Kik, eingestreute Rätsel-Hinweise etwa auf die Vulnurer und natürlich faszinierende Orte und Elemente wie das Spinar und die Quelle der Jenseitsmaterie selber schufen viel Sense of Wonder.

Doch auch in dieser Anfangsphase war nicht alles perfekt. So ist Anti-ES als Gegenspieler Atlans zunächst ja recht interessant. Aber: Selbst heute wissen wir nur wenig über ES, 1983 wusste man so gut wie gar nichts über die Entstehung und die Hintergründe unserer Superintelligenz. Logisch, dass auch die Antipode der inhaltlich eigentlich „leeren“ Figur ES genauso indifferent bleiben musste. Anti-ES war demnach trotz des großen Namens einfach nur ein nicht greifbarer Bösewicht ohne Geschichte, ohne eigene Identität. Eben einfach nur böse. Dagegen war der größenwahnsinnige und gleichzeitig feige HIDDEN-X mit seiner Story als Spiegelung eines Teils der Bewusstseinsinhalte von Seth-Apophis schon regelrecht ausgefeilt charakterisiert. Hier sehe ich ein großes Manko des jetzt beendeten Unterzyklus.

Die Kriegszelle Xiinx-Markant litt zwar unter der damals grassierenden Gigantomanie der Serien (man denke nur mal an das Tiefenland), bot aber ein gewaltiges und in weiten Teilen fesselndes Setting, dem der Langzeitplan mit Barleona/ Iray Vouster am Ende noch eine menschliche Note gab. Die endlosen Monologe von Anti-Homunk habe ich sicher zum letzten Mal gelesen, das war die reinste Lese-Qual. Ansonsten bleiben viele positive Erinnerungen an das Aulerbaul-System, den Wasserplaneten mit seinen Pilzstädten, friedliche Staubflieger und ein denkendes Schwanenschiff.

Unverständlich von der Dramaturgie her bleibt mir die Sache mit den Manifesten; ist doch klar, dass zehn solch „unbesiegbare“ Gebilde ein sehr schematisches Element in einen 50-Bände-Zyklus bringen. Die ersten Auftritte Janvrins fand ich noch spannend und geheimnisvoll, danach wurde es belanglos. Über Wuschel, Blödel etc. sage ich nichts mehr, das war deutlich unter „Fünf Freunde“-Niveau.

Der eigentliche Cut kam dann nach dem Sturz der SOL nach Bars-2-Bars. Wurde hier zunächst noch ein weit gespanntes Konzept entfaltet (wie mit den Fetischen als Kommunikationsmitteln oder den Intrigen der Prezzarerhalter), spielte das alles irgendwann überhaupt keine Rolle mehr, verwandelte sich die Handlung in ein vordergründiges, biederes Action-Kino rund um das Arsenal mit endlosen Kämpfen und Wanderungen durch eine feindliche Natur. Lediglich Ticker geht als „Hauptperson“ daraus hervor. Am Ende war ich wirklich froh, als das ganze endlich vorbei war. Obwohl die Idee der galaktischen Bewusstseine faszinierend bleibt. Wie das Beispiel der SI THOREGON bei PR beweist, die eine Art denkender Sternenhaufen war. Aber hier wurde das Potential der guten Idee doch recht grobschlächtig umgesetzt, vor allem beim Hünen Mjailam. Schade.

Und die Kosmokraten? Zu diesem Zeitpunkt noch nicht total negativ geschildert, wie es später üblich wurde. Immerhin hatten sie einen Plan mit Anti-ES, um sein gewaltiges Potential zum Positiven zu wenden und als KING für die positive Seite einzusetzen. Auch, wenn das so manche Opfer gekostet hat. Das „unerwünschte Produkt“ Chybrain kam als Cara Doz auch zu Ehren, wurde von Griese durch den ganzen Zyklus hindurch vor unserer Nase positioniert, ohne dass der Erstleser der Geschichten direkt etwas davon ahnen konnte. Eine Auflösung, die mir gut gefiel.

Offen bleibt die große Frage, ob Atlan denn nun überhaupt jenseits der Materiequellen war. Wohin hat ihn sein „Doppelgänger“ gebracht? Auch wenn Peter Griese auf der LKS von Band 649 ankündigte, im folgenden Unterzyklus in der Namenlosen Zone würden alle offenen Fragen geklärt - dieses Thema sollte wohl auf ewig offen bleiben.

So, und ab nächster Woche geht’s ab in die Namenlose Zone!
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Lumpazie
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Im Jahr 1984 erschien der Band 650 der Atlan-Serie:

Die Namenlose Zone

von Peter Griese

Bild


Handlung:

Obwohl der Kampf gegen ANTI-ES überstanden ist, ist die Stimmung an Bord der SOL gedrückt. Viele Solaner sehen in Atlan nur noch den Mann, der das Schiff von einer Gefahr in die nächste führt. Daher ist die Mehrheit nicht bereit, mit der SOL durch den Junk-Nabel zu fliegen, obwohl dieser nach Messungen mit drei Kilometern Durchmesser stabil genug ist und erst in einhundert Tagen in die Sonne stürzen wird.

Atlan will mit der CHYBRAIN, die er in MJAILAM umtauft, in die Namenlose Zone fliegen, um die Koordinaten von Varnhagher-Ghynnst von Chybrain zu erhalten und die verschollene FARTULOON zu finden. Der Kreuzer findet in der Namenlosen Zone nur absolute Leere vor.

Als das Schiff schon umkehren will, kommt eine kleine Version Chybrains an Bord, bei der es sich um ein Relais handelt. Durch das Relais nimmt Chybrain Kontakt mit den Solanern auf. Er hat es satt, von den Hohen Mächten als Bastard oder unerlaubtes Produkt bezeichnet zu werden. Damit die Solaner die Namenlose Zone besser verstehen, erzählt er, wie die Namenlose Zone entstanden ist:

Vor etwa 35.000 Jahren streben in der Galaxie Triangulum zwei Völker nach der absoluten Herrschaft über ihre Sterneninsel: Die Ranter und die Merboler. Beide Parteien sind vollkommen skrupellos und werden von Diktatoren beherrscht. Nach zwei Jahren kehrt ein rantisches Schiff unter dem Kommando von Spyrko Turvey nach Ranterburg zurück. Der Kommandant, der Historiker Baunatan und der Biologe Syttrac III werden in das Ty gerufen, um dem Diktator Frank Turvey, meist nur »das Biest« genannt, Bericht zu erstatten.

Syttrac III meldet, dass er auf einem Planeten Kleinparasiten, genannt Osal-Othnos, entdeckt hat, die je nach Programmierung gezielt Körperteile bestimmter Spezies zerstören. Als Test lässt das Biest ihn die Arme Spyrko Turveys zerstören, obwohl es sich bei Spyrko um Franks Onkel handelt. Zur Belohnung für den Erfolg wird der Biologe nun Syttrac IV genannt.

Baunatan berichtet, dass er die Herkunft der Ranter entdeckt hat. Diese sind Nachkommen von Tefrodern, die von anderen Tefrodern aufgrund ihrer lebensverachtenden Ideologie aus Andromeda vertrieben worden sind. Auf vielen weiteren Welten hat Baunatan Völker entdeckt, die in den Augen der Ranter weiche Ansichten haben. Frank Turvey lässt den Historiker aufgrund seines gefährlichen Wissens töten.

Auf Merbol teilt der Elfte Stammrat Wysnier dem Merb-Tunk mit, dass man eine neue Biowaffe gegen die Ranter entwickelt hat, die deren Hautfarbe ändert. Der Rat kann den Diktator überzeugen, dass die Änderung der Hautfarbe eines Teils der Ranter das Volk spalten wird. Daraufhin befiehlt der Merb-Tunk, dass die Ranter schwarz werden sollen.

Spyrko Turvey ist auf Ranterburg einem Widerstandskämpfer namens Thele auf der Spur, der sich immer wieder in das Informationsnetz einschaltet und Reden gegen das Biest hält. Dass sich Turveys Haut dabei schwarz färbt, hält er für eine neue Schikane des Biests. Er findet heraus, dass sich Thele in einer ehemaligen Kommandozentrale in der Nähe des Tys aufhalten muss. Das Biest lässt seinen Onkel überwachen und folgt ihm zu der Anlage. Dort begegnet Turvey Thele, bei dem es sich um Frank Turveys Zwillingsbruder Ferenz handelt, den Frank im Alter von zehn Jahren erwürgt hat. Thele erklärt, er sei der Emulator: die Verkörperung der letzten positiven Gedanken der Ranter. Das Biest lässt Spyrko und Ferenz Turvey von seinen Robotern zerstrahlen. Auf dem Weg zurück ins Ty begegnet ihm erneut Thele, der nochmal betont, er sei nicht zu töten.

Einige Monate später ist ein Drittel der Ranter schwarz und das Volk gespalten. In der Zwielichtzone Merbols bespricht der Merb-Tunk mit einigen Räten das zukünftige Vorgehen. Inzwischen stehen genügend Schiffe für einen Angriff gegen Ranterburg zur Verfügung, und die Merboler hoffen, die hohen Verluste durch die Osal-Othnos stoppen zu können. Als der Merb-Tunk den aufsässigen Stammrat Zyggnaggel zum Erfrieren auf die Nachtseite schickt, erscheint ein Merboler, der sich Mebbystar nennt und sich als Emulator der Merboler bezeichnet. Er sei die Ansammlung des Positiven der Merboler. Der Merb-Tunk zerstrahlt ihn, ohne den Emulator damit dauerhaft vernichten zu können. Mebbystar prophezeit das ergebnislose Ende des Vernichtungskrieges der Merboler gegen die Ranter.

Auf Ranterburg wird die Seuche der Merboler inzwischen das Gy genannt, und folglich heißen Betroffene Gyranter. Die normalen Ranter lehnen die Gyranter ab, weil sie ihnen fremd sind. Thele meldet sich wieder bei dem Biest und erklärt, er habe Kontakt mit Mebbystar, der Visionen aus der Zukunft habe. Die Ranter seien der Finsternis preisgegeben, während die Gy-Ranter noch länger überleben würden. Thele verrät dem Biest die Position von Merbol. Der Diktator befiehlt einen Angriff auf Merbol und erlässt ein Existenzverbot gegen die Gyranter.

Damit erreichen Ranter und Merboler den »Punkt«. Ihre Bösartigkeit erreicht ein Niveau, das vom Universum nicht mehr geduldet wird. Die Welten und Schiffe der beiden Völker verschwinden aus dem Universum und bilden die Namenlose Zone.

Die Verwirrung der Ranter entlädt sich in Aggressionen gegen die Gy-Ranter. Am siebten Tag nach der Versetzung entkommen zahlreiche Gyranter mit einer Flotte. Die verfolgenden Einheiten können eine Barriere um das System, die Schockfront, nicht durchdringen. Diese Schockfront verdichtet sich immer weiter und sperrt die Ranter in ihrem System ein. Das Biest riegelt sich für die nächsten Monate von der Außenwelt ab.

Die Flotte der Merboler beobachtet das Verschwinden ihres Zieles. Fast die ganze Flotte aus knapp zehntausend Einheiten wird vernichtet, als sie die Schockfront, die sie umgibt, durchbrechen wollen. Nachkommen von Überlebenden werden zu den Neutralschwebern.

Merbol wird ohne Sonne versetzt. Zunächst gibt es kaum Auswirkungen, weil die Merboler ohnehin unterirdisch leben. Als sich die Nachricht von der Gefangenschaft herumspricht, verfällt auch ihre Zivilisation.


Chybrain erzählt weiter, dass die Schockfronten die eingeschlossenen Welten vor Ortungsgeräten verbergen würden. Gespeist werden sie von den negativen Bewusstseinsinhalten der Völker in der Zone. Die positiven Teile führen zur Entstehung immer neuer Emulatoren. Mit jedem neuen Volk in der Zone werde ein weiteres Stück Namenlose Zone erzeugt, die vor etwa 50.000 Jahren ihren Anfang genommen habe.

Das Kind Wöbbekings ist gekränkt, dass die Kosmokraten etwas Negatives wie die Namenlose Zone für ihre Pläne benutzt haben, ihn aber als Bastard bezeichnen. Atlan kann ihn nicht überzeugen, ihm die Koordinaten zu geben.

Tyari fragt, wie die Gyranter überlebt haben. Chybrain antwortet, dass diese durch einen Zufall entstanden seien und daher größere Freiheiten in der Zone gehabt haben. Dadurch haben sie die Zone vorübergehend verlassen und die Beneterlogen getroffen, deren Schiffsbauweise sie übernommen haben. Außerdem haben sie eine verlassene Welt in der Zone gefunden und besiedelt.

Der Pilot Samgo Artz beklagt sich über Frank Turvey. Chybrain beruhigt ihn, Thele und Mebbystar hätten das Biest und den Merb-Tunk zusammengebracht, worauf die beiden Diktatoren sich gegenseitig umgebracht hätten. Darauf seien nur neue Diktatoren gefolgt, um ihre Völker in den Untergang zu führen.

Die MJAILAM kehrt zur SOL zurück. Atlan ist zu einer Rückkehr in die Namenlose Zone entschlossen, um die FARTULOON zu finden. Hayes stimmt lediglich zu, mit der SOL im Junk-System auf Atlan zu warten, während dieser mit Freiwilligen aufbrechen muss.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Yman
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Lumpazie hat geschrieben:Im Jahr 1984 erschien der Band 649 der Atlan-Serie:

Freiheit für Bars-2-Bars

von Peter Griese


Der Roman bringt nun die Handlung um Anti-ES zu Ende. Wöbbeking und Anti-ES verschmelzen zur positiven Superintelligenz KING, d.h. der Wöbbeking-Anteil setzt sich durch. Der Plan der Kosmokraten/Expokraten, wann auch immer er entstand, ist damit aufgegangen. Als Leser bin ich mit dieser Lösung zufrieden. Auch der Roman hat mir gut gefallen, besonders, dass Atlan nicht einfach nur als Zuschauer im Mittelpunkt stand. Mehr oder weniger hat er im Alleingang die ARSENALJYK II von innen heraus zerstört.

Sehr verwundert hat mich dabei aber die zusätzliche Tasche an Atlans Oberschenkel, in der der Adler Ticker mitgenommen werden konnte. Ein Adler hat Platz in einer Hosentasche?

Das Geheimnis von Cara Doz wurde gelüftet. Cara ist Chybrain, nun gut. Dies gefiel mir weniger, aber immerhin, dadurch lässt sich vieles erklären, z.B. warum sie nicht von Mylotta kopiert werden konnte, warum sie durch Wände gehen konnte, usw. Im Lauf der letzten Monate hat sie Energien von den Solanern gesammelt, die nun bei der Verschmelzung Wöbbeking und Anti-ES eingesetzt wurden. Ich stelle mir das so vor, dass es auf den richtigen Zeitpunkt und die richtigen Umstände ankam, denn sonst hätten die Kosmokraten ihren Plan auch vorher schon irgendwie umsetzen können.

Gut ist auch, dass nun Kik, Sanny, Asgard und Twoxl verschwinden, also praktisch alle ehemaligen wichtigen Arsenalmitglieder, die sich als Handlungsträger nun langsam abgenutzt haben. Auch Mjailam ist weg. Nur Tyari ist noch übrig. Sie war bereits eine eigenständige Person, bevor sie von Tyar verändert wurde, um Atlan ähnlich zu sein. Mjailam hingegen wurde aus der Substanz Prezzars erschaffen und löst sich nun auf. Eine schöne, wenn auch etwas an den Haaren herbeigezogene Idee war es, dass er kurz vor seiner Auflösung noch Atlan seine "Teleporterfähigkeit übergeben" konnte, so dass Atlan die ARSENALJYK II zerstören und zur SOL zurückkehren konnte.

Nun aber ist Chybrain verärgert und macht sich mit den Koordinaten aus dem Staub bzw. auf in die Namenlose Zone, d.h. der Zyklus geht weiter, was mir durchaus gefällt. Die Namenlose Zone ist auf jeden Fall interessant genug für weitere 25 Bände.


Grauer Lord hat geschrieben:Das war der Zyklus der zwei Gesichter: Es begann in Band 600 mit dem ganz großen Wurf, dem nahtlosen Anknüpfen der Serie an den kosmischen Rahmen der Glanzzeit der Perry Rhodan-Serie. Mit viel Liebe zum Detail wurde die Namenlose Zone als Schauplatz zum Leben erweckt, den man bisher nur als einfaches Wort ohne jeden Hintergrund aus PR Band 649 kannte. Da war die schillernde Basis des ersten Zählers mit ihren leicht verschrobenen Robotern, die gigantischen Grenzwächter mit ihren Energienetzen, die Drylls als bösartige Schatten abgelebter, negativer SIs — ein angeblich so gut wie leerer Verbannungsort als faszinierendes „Wunderland“. Alles aber auch sehr phantastisch. Zu phantastisch offenbar für den Verlag, wie uns ein Zitat von Inge Voltz belegt. Auch Äußerungen von Peter Griese in Antworten auf meine Schüler-Leserbriefe damals weisen darauf hin, dass er umsteuern musste. Gut fand ich aber den Kniff, diese Handlungsebene über die Reinkarnationseffekte in die Handlung einzustreuen, wie früher die Logbuch-Geschichten. Sympathische Personen wie Kik, eingestreute Rätsel-Hinweise etwa auf die Vulnurer und natürlich faszinierende Orte und Elemente wie das Spinar und die Quelle der Jenseitsmaterie selber schufen viel Sense of Wonder.

Doch auch in dieser Anfangsphase war nicht alles perfekt. So ist Anti-ES als Gegenspieler Atlans zunächst ja recht interessant. Aber: Selbst heute wissen wir nur wenig über ES, 1983 wusste man so gut wie gar nichts über die Entstehung und die Hintergründe unserer Superintelligenz. Logisch, dass auch die Antipode der inhaltlich eigentlich „leeren“ Figur ES genauso indifferent bleiben musste. Anti-ES war demnach trotz des großen Namens einfach nur ein nicht greifbarer Bösewicht ohne Geschichte, ohne eigene Identität. Eben einfach nur böse. Dagegen war der größenwahnsinnige und gleichzeitig feige HIDDEN-X mit seiner Story als Spiegelung eines Teils der Bewusstseinsinhalte von Seth-Apophis schon regelrecht ausgefeilt charakterisiert. Hier sehe ich ein großes Manko des jetzt beendeten Unterzyklus.

Die Kriegszelle Xiinx-Markant litt zwar unter der damals grassierenden Gigantomanie der Serien (man denke nur mal an das Tiefenland), bot aber ein gewaltiges und in weiten Teilen fesselndes Setting, dem der Langzeitplan mit Barleona/ Iray Vouster am Ende noch eine menschliche Note gab. Die endlosen Monologe von Anti-Homunk habe ich sicher zum letzten Mal gelesen, das war die reinste Lese-Qual. Ansonsten bleiben viele positive Erinnerungen an das Aulerbaul-System, den Wasserplaneten mit seinen Pilzstädten, friedliche Staubflieger und ein denkendes Schwanenschiff.

Unverständlich von der Dramaturgie her bleibt mir die Sache mit den Manifesten; ist doch klar, dass zehn solch „unbesiegbare“ Gebilde ein sehr schematisches Element in einen 50-Bände-Zyklus bringen. Die ersten Auftritte Janvrins fand ich noch spannend und geheimnisvoll, danach wurde es belanglos. Über Wuschel, Blödel etc. sage ich nichts mehr, das war deutlich unter „Fünf Freunde“-Niveau.

Der eigentliche Cut kam dann nach dem Sturz der SOL nach Bars-2-Bars. Wurde hier zunächst noch ein weit gespanntes Konzept entfaltet (wie mit den Fetischen als Kommunikationsmitteln oder den Intrigen der Prezzarerhalter), spielte das alles irgendwann überhaupt keine Rolle mehr, verwandelte sich die Handlung in ein vordergründiges, biederes Action-Kino rund um das Arsenal mit endlosen Kämpfen und Wanderungen durch eine feindliche Natur. Lediglich Ticker geht als „Hauptperson“ daraus hervor. Am Ende war ich wirklich froh, als das ganze endlich vorbei war. Obwohl die Idee der galaktischen Bewusstseine faszinierend bleibt. Wie das Beispiel der SI THOREGON bei PR beweist, die eine Art denkender Sternenhaufen war. Aber hier wurde das Potential der guten Idee doch recht grobschlächtig umgesetzt, vor allem beim Hünen Mjailam. Schade.

Und die Kosmokraten? Zu diesem Zeitpunkt noch nicht total negativ geschildert, wie es später üblich wurde. Immerhin hatten sie einen Plan mit Anti-ES, um sein gewaltiges Potential zum Positiven zu wenden und als KING für die positive Seite einzusetzen. Auch, wenn das so manche Opfer gekostet hat. Das „unerwünschte Produkt“ Chybrain kam als Cara Doz auch zu Ehren, wurde von Griese durch den ganzen Zyklus hindurch vor unserer Nase positioniert, ohne dass der Erstleser der Geschichten direkt etwas davon ahnen konnte. Eine Auflösung, die mir gut gefiel.

Offen bleibt die große Frage, ob Atlan denn nun überhaupt jenseits der Materiequellen war. Wohin hat ihn sein „Doppelgänger“ gebracht? Auch wenn Peter Griese auf der LKS von Band 649 ankündigte, im folgenden Unterzyklus in der Namenlosen Zone würden alle offenen Fragen geklärt - dieses Thema sollte wohl auf ewig offen bleiben.


Das ist eine sehr schöne Zykluskritik, der ich mich anschließe. Die Kosmokraten waren damals noch nicht negativ, was mir auch besser gefiel. Die ganze Geschichte um die Verbannung von Anti-ES in die Namenlose Zone gefiel mir recht gut, auch die vielen Rückblicke, wie Atlan Stück für Stück das Bild zusammensetzte, und sich stets immerhin gegen eine SI behaupten musste.

Die Idee mit den zehn Zählern gefiel mir auch gut, ebenso, dass sie von Anti-ES umgedreht und zu Manifesten gemacht wurden, aber hier ging es leider mit der Faszination stetig bergab. Der achtbeinige Panther war noch am beeindruckendsten. Die Abenteuer in der Dunkelzone, die Staubflieger, später die Expeditionen der FARTULOON und CHYBRAIN, das hatte etwas.

Anti-Homunk war wieder ein Rückfall in die alte Krankheit, unerträgliche Monologe zu schreiben, die man schon bei Hidden-X kaum aushalten konnte. Aber es gab wenigstens eine gute Auflösung durch Barleona/Iray. Genial fand ich die ÜBERZONE.

Gut gefallen haben mir auch die Geschichten um die Völker von Bars-2-Bars, insbesondere Anterferranter und Prezzar-Erhalter. Da hätte ich mir noch mehr davon gewünscht. Die Rekrutierung des Arsenals und die vielen Kämpfe hingegen, das war weniger ein Feuerwerk an Ideen als in Spielen auf Zeit, um das Ende des Zyklus noch etwas hinauszuzögern.
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Grauer Lord
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Mit Band 650 stößt Peter Griese das erzählerische Tor in die Namenlose Zone auf. Es ist zwar etwas phantasielos (sogar ziemlich eigentlich), die erneut gestohlenen Koordinaten von Varnhagher-Ghynnst als roten Faden bzw. als auslösenden Impuls für die sich nun anbahnende Handlung zu nehmen, aber das finde ich am Ende nicht so schlimm. Jetzt hat halt Chybrain die Daten und will das ganze Setting nutzen, um sich gegenüber den Kosmokraten zu beweisen.

Viel interessanter ist aber das enthüllte Rätsel der Namenlosen Zone selber. Die nicht näher definierten „Selbstheilungsprozesse“ des Kosmos haben zur Abstoßung und darauf folgenden Abkapselung „negativer“ Völker geführt, wie es mit den Rantern und Merbolern geschah. Die Kosmokraten haben damit nichts zu tun, es handelte sich um einen unbewussten, blinden Mechanismus des Universums selber. Die abgestoßenen Sonnensysteme haben jeweils ein Stück ihres Raumzeit-Kontinuums mitgenommen, in das sie eingebettet sind, so dass die Namenlose Zone aus einem Patchwork verbannter Systeme entstand und im Laufe der Zeit immer größer wurde, zu einem eigenen Kontinuum wuchs.

Damit nicht genug, ist jedes verbannte Sonnensystem unter einer unsichtbaren Schockfront eingesperrt, die umso stärker und unüberwindbarer wird, je böser und niederträchtiger das betreffende Volk ist. Nach außen unsichtbar, von innen aus nicht zu durchbrechen: Die Namenlose Zone wimmelt also nur so vor Leben, abgeschottet, böse, brodelnd - ein Sammelbecken gewalttätiger und damals schlicht „böse“ genannter Völker. Es gibt aber auch einen Schimmer der Hoffnung, denn aus unbekannten Gründen heraus bildet jedes verbannte Volk aus seinen positiven Überresten einen sogenannten Emulator aus, letztlich eine Inkarnation der verbliebenen guten Anteile. Eine schöne, phantasievolle Idee, wie ich finde. Nur weil das Positive hier eine größere Chance hat, so Chybrain, konnte Atlan übrigens damals in der Zone überleben.

Weniger gut gefallen hat mit die Handlung um die Ranter. Einmal wegen der widersprüchlichen Zeitangaben; einmal ist davon die Rede, die Story um Frank Turvey spiele 35 000 Jahre vor unserer Zeit, was auch logisch ist. Denn vor 50 000 Jahren, so die andere genannte Zahl, konnte es ein aus Andromeda nach Triangulum vertriebenes Zweigvolk der Tefroder ja noch gar nicht gegeben haben. Wann genau ist die Namenlose Zone demnach entstanden, wenn Ranter und Merboler zu den ersten Völkern gehört haben sollen? Immerhin wurde ja angedeutet, es habe vor ihnen möglicherweise noch andere gegeben. Warum nicht die Tiuphoren aus dem Kosmos entfernt wurden oder die 2. Schwingungsmacht? Es hätte sicher noch schlimmere Völker gegeben als Ranter und Merboler. Der Prozess als solchen muss man sich aber wohl als unbewusste Abstossungsreaktion ohne tiefergehende Systematik vorstellen.

Ob ein im Alltag so gewalttätig auftretendes Volk wie die Ranter überhaupt lebensfähig gewesen wäre, daran habe ich übrigens meine Zweifel. Zumindest die Herkunft der Gyranter ist jetzt aber geklärt, auch die Osal-Oths als übrig gebliebenes Kampfmittel des Krieges damals. Wie sie sich weiterentwickelten und in die Hände des HIDDEN-X gerieten, bleibt offen und lässt Raum für Spekulationen.

Zu erwähnen bleibt noch eine immer größere Aversion der Solaner, sich im Sinne Atlans weiter in Gefahr zu begeben. Da kommt sicher noch etwas auf uns zu. Und: Laut S. 18 ist die SOL aktuell rund 1 Milliarde Lichtjahre von der Milchstraße entfernt
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Yman
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Lumpazie hat geschrieben:Im Jahr 1984 erschien der Band 650 der Atlan-Serie:

Die Namenlose Zone

von Peter Griese


Grauer Lord hat geschrieben:Mit Band 650 stößt Peter Griese das erzählerische Tor in die Namenlose Zone auf. Es ist zwar etwas phantasielos (sogar ziemlich eigentlich), die erneut gestohlenen Koordinaten von Varnhagher-Ghynnst als roten Faden bzw. als auslösenden Impuls für die sich nun anbahnende Handlung zu nehmen, aber das finde ich am Ende nicht so schlimm. Jetzt hat halt Chybrain die Daten und will das ganze Setting nutzen, um sich gegenüber den Kosmokraten zu beweisen.

Viel interessanter ist aber das enthüllte Rätsel der Namenlosen Zone selber. Die nicht näher definierten „Selbstheilungsprozesse“ des Kosmos haben zur Abstoßung und darauf folgenden Abkapselung „negativer“ Völker geführt


Der Expokrat selbst schreibt den ersten Band des neuen Unterzyklus, und es geht um die Entstehung der Namenlosen Zone. Ich fand das sehr seltsam, dass das Universum selbst vor 50.000 Jahren angefangen hat, negative ("böse") Völker, im Roman auch Abschaum genannt, aus dem regulären Raumzeitgefüge in eine eigene, neu entstehende Zone zu verbannen, in ein Sammelbecken, das als Gefängnis dient. Das Gefängnis als Ganzes kann nicht verlassen werden, und die einzelnen Völker sind in ihren Zellen (durch "Schockfronten") voneinander getrennt. Es scheint so, als ob Kosmokraten und Chaotarchen nicht die einzigen Hohen Mächte sind.

Die Geschichte der Ranter/Gy-Ranter hat mich am Ende dann doch sehr viel weniger interessiert als ich dachte, aber die Namenlose Zone an sich finde ich sehr interessant. Sie hat ihre eigenen Gesetze und kann mit immer neuen Überraschungen aufwarten. Die üblichen Regeln müssen nicht gelten.

Ziemlich albern fand ich die Fortführung des Spielchens um die Koordinaten von Varnhagher-Ghynnst. Mal abgesehen davon, dass Atlan diese auch einfach zwischendurch mal hätte ausdrucken können, könnte auch ein Bote der Kosmokraten erscheinen und die Koordinaten vorbei bringen. Aber wir können dies alles auch fortgeschrittener Geheimniskrämerei zuschreiben.

Atlan hat nun das Problem, dass die Solaner allmählich genug davon haben, sich in immer neue Gefahren zu begeben, speziell, um solche Koordinaten zu beschaffen. Das ist schon sehr dünn, um das Leben zu riskieren. Dieser Teil des Romans hat mir am besten gefallen. Atlan muss sich und sein Team ganz neu aufstellen. Außer Nockemann, Blödel, Sternfeuer und Tyari ist kaum noch jemand übrig, da der Rest entweder mit KING verschwunden oder mit der FARTULOON in der Namenlosen Zone verschollen ist.

Da die SOL aus Sicht der Solaner praktisch unteilbar ist, wird Atlan nichts anderes übrig bleiben, als mit seinem Leichten Kreuzer, offiziell MT-1, ehemals CHYBRAIN, nun relativ ungeschickt in MJAILAM umbenannt, auf die Suche nach Bjo Breiskoll und der FARTULOON zu gehen.
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Lumpazie
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Verdammte der Namenlosen Zone

von Hans Kneifel

Bild


Handlung:

Am 20. März 3808 irrt die FARTULOON unter dem Kommando von Bjo Breiskoll wie an allen Tagen seit dem unbeabsichtigten Durchgang durch den Treytschal-Nabel orientierungslos durch die Namenlose Zone. Die Besatzung des Schiffes und die Instrumente nehmen nur einen leeren Raum ohne Sterne um das Schiff wahr, worunter die Psyche der Besatzungsmitglieder leidet.

Schließlich müssen die drei Buhrlos Erik Teppelhoff, Eresa Teppelhoff und Serbal Gnygg für einen Weltraumaufenthalt ausgeschleust werden. Im Gegensatz zu den Instrumenten können die Buhrlos mit bloßen Augen Sterne in der Namenlosen Zone sehen. Die Teppelhoff-Geschwister dirigieren von der Schleuse aus die Korvette zu einem nahen System. Bei der Annäherung nehmen sie die Schockfront um das System wahr, die jedoch problemlos von der FARTULOON durchflogen wird.

Innerhalb der Schockfront befindet sich das Tirk-Aon-System, das von den Tirktresern bewohnt wird. Durch Funkkontakt mit deren Raumschiffen erhalten die Solaner Informationen über die Verhältnisse in dem System. Die Tirktreser sehen in der FARTULOON eine Hoffnung, das System zu verlassen. Da sie in 26 Nationen zersplittert sind, beginnen die Tirktreser in Konkurrenz zueinander die FARTULOON zu jagen.

Breiskoll lässt das Schiff auf dem sechsten Planeten Krit-Nerim landen, um sich vor den Schiffen der Tirktreser zu verbergen. Dort finden sie eine kleine Siedlung von vergessenen Wissenschaftlern, die den Solanern von der plötzlichen Verbannung der Tirktreser in die Zone vor langer Zeit und den Emulatoren, die schon lange verschwunden sind, erzählen. Das Treffen wird durch angreifende Truppen des Agarchen Morn Saurga unterbrochen. Die FARTULOON kann die Angreifer abwehren und sich mit mehreren Gefangenen zurückziehen. Diese behaupten, es gebe einen Emulator auf dem dritten Planeten Tirk-Tranga, der noch geschichtliches Wissen haben könnte. Außerdem würden sie gerne auf ihrer Heimatwelt abgesetzt werden.

Der Emulator nimmt telepathisch Kontakt mit Breiskoll auf und sagt ihm, die Solaner sollten nicht nach ihm suchen. Breiskoll steuert dennoch Tirk-Tranga an. Als die FARTULOON landet, um die Gefangenen schnell abzusetzen, gelingt es Agarch Morn Saurga, das Schiff zu besetzen. Die Tirktreser können das Schiff jedoch nicht starten, während sie durch angreifende Tirktreser anderer Nationen unter Druck geraten.

Saurga versucht einen Bluff: Er verlässt die Korvette zur Abwehr eines Angriffes und kehrt in Verkleidung als angeblicher Emulator Verc they Xom zurück, der angeblich die Solaner befreien will. Diese starten das Schiff und durchschauen im All den Bluff. Eine Warnung des Emulators an Bjo Breiskoll bestätigt den Verdacht. Schließlich stimmen sie dennoch zu, mit den Tirktresern an Bord durch die Schockfront zu fliegen. Bei dem Flug durch die Barriere bleibt von den Tirktresern nur Asche übrig, während die Solaner unverletzt bleiben. Man beschließt, nicht in das Tirk-Aon-System zurückzufliegen.

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Yman
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Im März 1984 erschien der Band 651 der Atlan-Serie:

Verdammte der Namenlosen Zone von Hans Kneifel

Das Schicksal der FARTULOON klärt sich auf. An Bord der FARTULOON befinden sich ca. 55 Besatzungsmitglieder, darunter maßgeblich die Telepathen Bjo Breiskoll und Federspiel sowie der vierarmige Zwzwko und Vorlan Brick als Pilot. Die Korvette fliegt orientierungslos durch die Namenlose Zone, die Stimmung an Bord ist schlecht. Nach zwei Kapiteln und zwanzig Seiten bringt ein Aufenthalt von Buhrlos außerhalb des Schiffes einen Hinweis auf ein Sonnensystem, das angeflogen werden kann.

Aus irgendeinem Grund konnten die Buhrlos eine Sonne sehen, die ortungstechnisch nicht wahrgenommen werden konnte. Um das Sonnensystem zu erreichen muss eine Schockfront durchflogen werden. Hinter der Schockfront werden Sonne und Planeten normal sichtbar.

Im neu entdeckten System der Sonne Tirk-Aon wird die FARTULOON relativ schnell zu einer von der lokalen, untereinander in Kämpfe verwickelten Bevölkerung begehrten Beute. Zwar können Bjo Breiskoll und seine Kollegen sich auf dem sechsten Planeten eine Weile aus der Gefahr bringen und wichtige Informationen erhalten, aber es dauert nicht lange, bis sie angegriffen werden.

Der Fehler war dann, die gefangenen Angreifer auf ihrem Hauptplaneten abladen zu wollen und dabei die Schleuse nicht ausreichend zu sichern. Es hat mir nicht so gut gefallen, wie leicht die FARTULOON erobert werden konnte, aber letztlich gelingt die Flucht aus dem System, da die Schockfront die an Bord befindlichen Fremden beim Durchflug in Asche verwendelt. Ansonsten war der Roman ziemlich durchschnittlich und nicht weiter wichtig, da man das meiste über die Namenlose Zone schon aus dem vorhergehenden Roman wusste.

Das neu entdeckte Volk der Tirktreser war auch nicht allzu ungewöhnlich, ziemlich kriegerisch mit relativ hochwertiger Technik und Raumschiffen ausgestattet, kein Gegner für die SOL, aber für die Korvette durchaus eine ernst zu nehmende Gefahr. Der Roman bezog seine Spannung hauptsächlich daraus, dass die FARTULOON sich in diesem System nirgendwo auf Dauer verstecken konnte und Schwierigkeiten hatte, Verbündete (z.B. diesen Emulator) zu finden.
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Grauer Lord
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Ein locker-flockig zu lesender Roman, der uns durch die Besatzung der FARTULOON das nacherleben lässt, was im Band 650 einfach nur referiert wurde. Gut, dass die Buhrlos mal eine wichtige Funktion bekommen und mit ihren mutierten Sinnen durch die Schockfronten der Namenlosen Zone hindurchsehen können; ich fand es immer schon bedauerlich, dass aus diesem faszinierenden Seitenast der menschlichen Evolution in der Handlung ab Band 500 eher wenig gemacht wurde.
Das Volk der Tirktreser müssen wir uns wohl nicht merken, es wurde als typisches, kriegslüsterndes und machtgieriges Volk der Verbannungszone geschildert. Ein paar beeindruckend Szenen und Stimmungsbilder konnte Hans Kneifel da erzeugen. Der Emulator der Tirktreser bleibt unsichtbar, beim Verlassen des Systems zerfallen die verbannten Geschöpfe zu Staub. No way out.
Wenig gefiel mir auch, dass die Solaner sich zum x-ten Male übertölpeln ließen und wieder arglos-unvorbereitet in Fallen tappen. Wie im Fall der kurzzeitigen Eroberung der FARTULOON. Das Titelbild finde ich wiederum stark und aussagekräftig.
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Lumpazie
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Jenseits der Schockfront

von Peter Griese

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Handlung:

An Bord der FARTULOON verfällt die Dimensionstheoretikerin Hulda Huld durch den Aufenthalt in der Namenlosen Zone in geistige Verwirrung. Sie entwickelt eine absurde Theorie, um die FARTULOON in das normale Universum zurückzubringen. Mit einem Dutzend Anhängern überwältigt Huld die Schiffsführung und sperrt sie ein. Jerge Minhester wird von ihr als Geisel benutzt. Bei ihrem Plan werden unter Umgehung der Sicherheitssperren sämtliche Triebwerks-Arten gleichzeitig eingesetzt. Das Schiff landet schwer beschädigt hinter der Schockfront des Planeten Jakat.

Die Jakater sind in die boshaften Erwachsenen und die guten Jugendlichen unterteilt. Im Alter von 17 bis 18 Jahren machen die Jugendlichen einen Wandel durch und werden so boshaft wie die Erwachsenen. Eine Gruppe von Jugendlichen wird von dem 18-jährigen Horazz angeführt. Ihm droht der Wandel. Daher will er den Emulator von Jakat, Sythorn, aufsuchen. Gerüchten zufolge lebt er auf einer Insel. Die Jugendlichen bauen ein Floß, mit dem Horazz, seine Freundin Tyma, Poter und Morna aufbrechen.

Insider, Federspiel, Vorlan Brick und Bjo Breiskoll können sich befreien und verlassen mit der Space-Jet FAR die FARTULOON. Auf Jakat retten sie die vier jungen Jakater, die mit ihrem Floß in Seenot geraten sind, und bringen sie in ihr Dorf zurück. Dort erfahren sie von Horazz' Plan. Außerdem berichten die Jakater von der Schwarzen Seuche, die lediglich Negative befällt.

Negative greifen das Dorf an. Nach einigen Minuten kann Insider sie mit der FAR paralysieren. Dabei greift Tarack, der Roboter des Emulators, ein, indem er verhindert, dass die Jugendlichen ebenfalls von der Paralyse betroffen sind. Die Solaner fliegen Horazz und Tyma zu einer Insel, auf der technische Anlagen angepeilt werden und von der Bjo Breiskoll Mentalimpulse empfängt.

Derweil wird die FARTULOON von Jakatern überfallen. Mangels Wachen können die Jakater Jerge Minhester entführen, bevor sie von der Bordpositronik vertrieben werden. Hulda Huld zwingt die Positronik zur Selbstabschaltung, indem sie droht, den Buhrlo Serbal Gnygg zu erschießen.

In den Höhlen des Emulators will Tarack die Besucher nicht zum Emulator vorlassen. Horazz macht den Wandel durch und will nun Sythorn töten. Die Solaner werden zurückgehalten, weil Sythorn seinen nahen Tod vorausgesehen hat. Als Sythorn spürt, dass er nicht durch Horazz sterben soll, nimmt er telepathisch Kontakt mit Breiskoll auf. Während Breiskoll Horazz jagt, findet er heraus, dass Sythorn unbewusst aus Frustration über seinen mangelnden Erfolg die Schwarze Seuche gegen die Negativen geschaffen hat. Danach betäubt der Katzer Horazz.

Auf der FARTULOON will Hulda Huld ohne die Vermissten starten. Die Teppelhoff-Geschwister haben jedoch ein wichtiges Bauteil entfernt. Huld will Serbal Gnygg töten, weil das Teil nicht wie verlangt zurückgebracht wird. Als sie abdrücken will, setzt Sythorn seiner Existenz ein Ende. Er nimmt Hulda Huld mit in den Tod und entlädt seine positiven Energien auf die Jakater. Diese werden alle positiv. Die Solaner holen Jerge Minhester ab und treffen sich.

Wieder vereint, fliegen die Solaner durch die zusammenbrechende Schockfront. Mit dem Jak-System zusammen wird die Korvette in das normale Universum versetzt. Als Geschenk des Emulators kommt die FARTULOON jedoch in der Nähe von Bars-2-Bars an, während das Jak-System an seinen angestammten Platz irgendwo im Universum zurückkehrt.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Yman
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Band 652 der Atlan-Serie: Jenseits der Schockfront von Peter Griese

Man erfährt Näheres über die Emulatoren. Es scheint, dass sie aus den abgespalteten Fragmenten von Millionen Negativbewusstseinen entstehen und das Positive verkörpern und erhalten sollen. (Emulation, aus dem Lateinischen, heißt eigentlich nachahmen.) Im Fall der Jakater ist Sythorn der Emulator, der in Teilen des Romans (eine gute Entscheidung Grieses) auch als Ich-Erzähler fungiert.

Die Gesellschaft der humanoiden Jakater ist ganz interessant. Die in den Städten lebenden Erwachsenen sind böse, und die Jungen, die das nicht ertragen und gut sein wollen, ziehen in die Wälder, bis sie irgendwann erwachsen und böse werden und wieder in die Städte zurückkehren. Ein junges Liebespaar, Tyma und Horazz, sieht sich mit genau diesem Problem konfrontiert, da Horazz bald erwachsen ist.

Währenddessen kommt es auf der FARTULOON zu einer Meuterei. Die zu allem entschlossene Dimensionstheoretikerin Hulda Huld hat den verrückten Plan, Hypertriebwerk und Lineartriebwerk gleichzeitig zu aktivieren und gleichzeitig in den Hyperraum und den Linearraum einzutauchen. Wie schon im letzten Roman wird die FARTULOON erobert, diesmal aber von einer Minderheit der Besatzung, 18 von 60.

Im Roman wird eine exakte Zahl genannt, die Besatzungsstärke ist 60 Mann. Im letzten Roman musste man noch grob einige Zahlen addieren um geschätzt auf einen ähnlichen Wert zu kommen. Ein 60-Meter-Schiff mit 60 Mann (und Frau). Schade, dass hier im Heft keine Risszeichnung der FARTULOON drin war, mit einer Erklärung der Triebwerke, sondern eine nur wenig erklärende Risszeichnung eines NU-Gas-Kraftwerks der SOL.

Der verrückte Hyper-Linear-Sprung führt dazu, dass die FARTULOON ins Jak-System gezogen wird. Dabei werden die beiden Lightning-Jets irreparabel zerstört, aber die Space-Jet FAR bleibt intakt, und Zwzwko gelingt es, Federspiel, Vorlan Brick und Bjo Breiskoll zu befreien, die sich dann zu viert mit der FAR von der FARTULOON absetzen und nachdem sie Tyma und Horazz begegnen, nach und nach auf die Spur des Emulators kommen. Das sehr gute Titelbild stellt wohl diese Szene dar, wie die Space-Jet FAR den Jakatern um Tyma und Horazz bei der ersten Begegnung zur Hilfe kommt.

Soweit war der Roman ganz spannend, auch wenn schon wieder wie im letzten Roman die FARTULOON erobert wurde. Man wurde geradezu dazu gezwungen, sich Gedanken darüber zu machen, wie man ein Raumschiff absichert und welche der Figuren am kompetentesten sind. Meine Stimme geht an Zwzwko. Da das Technikniveau der im Niedergang befindlichen Jakater nur noch niedrig ist, ist die Absicherung der Space-Jet eine machbare Aufgabe. Es reicht, sie in 20 Meter Höhe schweben zu lassen.

Darüber, wie es Hulda Huld und ihren Leuten so einfach möglich war, Pläne zu schmieden und eine Biopositronik und zwei Telepathen, Breiskoll und Federspiel, einfach so zu überrumpeln, habe ich auch einige Zeit nachgedacht.

Gegen Ende füllte sich der Roman mit wirren Gesprächen zwischen Breiskoll auf der einen Seite und dem Emulator-Roboterdiener Tarack und dem Emulator Sythorn auf der anderen Seite. Das Ende des Romans wirkt dann konstruiert und durchdacht zugleich: Der Emulator, nur noch ein Gehirn in einer Schale auf einem purpurfarbenen Podest, kann sein Ableben selbst einleiten und dabei noch jemanden "mitnehmen". Der Emulator entscheidet sich für den neu ins System eingedrungenen Störfaktor: Die wahnsinnige Hulda Huld, die zu Asche zerfällt, wonach Huldas Unterstützer in der FARTULOON wieder zur Besinnung kommen.

Auf wundersame Weise bewirkt der Tod mit der Auflösung des Emulators eine Freisetzung des Guten, und diese wiederum eine Auflösung der Schockfront, und die FARTULOON wird beim Versuch, das System zu verlassen mitsamt dem System aus der Namenlosen Zone in den Normalraum zurückgeschleudert, wobei sich dann die Wege der FARTULOON und des Jak-Systems trennen und die FARTULOON nach Bars-2-Bars gelangt, was allerdings noch kein Happy End darstellt, da das Schiff laut Vorschau im nächsten Roman Schiffbruch erleidet.

Da die ersten beiden Romane des FARTULOON-Unter-Unter-Zyklus recht gut waren, bin ich optimistisch, rechne aber auch schon einmal damit, dass die FARTULOON noch ein drittes Mal in Folge erobert wird. ;)
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Grauer Lord
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Ein unterhaltsamer Roman von Exposé-Meister Peter Griese. Die FARTULOON stößt mittels des Teppelhoff-Effektes auf ein weiteres verborgenes System, das wegen der Vorherrschaft „des Bösen“ in die Namenlose Zone versetzt wurde. Die Angabe „vor 30 000 Jahren“ fließt einmal in den Text ein. Die Zivilisation der Jakater ist mehr oder weniger zerfallen, Technik gibt es nur noch in wenigen Überresten. Jugendliche sind interessanterweise bis zum Erwachsenwerden „normal“, werden erst danach böse, gierig und grausam.
Eine interessante Generationen-Konstellation, die auf das Wirken mehrerer Emulatoren der Jakater in der Vergangenheit zurückgeht. Der aktuelle Emulator jedenfalls hat sogar eine Seuche ausgelöst, die die Zahl der Erwachsenen Negativen stark dezimiert. Böses gegen das Böse also, um Gutes zu schaffen.
Darum ist eine flott erzählte Handlung gestrickt, wobei mich die recht unmotiviert eingeführte Person der Hulda Huld ziemlich stört. Die offenbar Wahnsinnige wirkt auf mich absolut unglaubwürdig und muss hier für „das Böse“ unter den Solanern herhalten. Sie wird am Ende vom sterbenden Emulator Sythorn eliminiert. In dem ganzen System gewinnen dadurch die positiven Kräfte die Oberhand, die Schockfront zerbröckelt und das System stürzt in den Normalraum zurück, die FARTULOON im Schlepptau landet im Bereich von Bars-2-Bars.

Was mich neben der platten Charakterisierung der Hulda Huld noch stört, ist der sorglose bzw. undifferenzierte Umgang mit den Begriffen Gut und Böse in dieser Phase der Serie. Gier, Aggression und der im Roman mehrfach voller Abscheu geschilderte Wunsch erwachsener Jakater nach „Sex-Orgien“ als Anlass für eine Verbannung unter eine Schockfront? Das kommt mir dann doch etwas hilflos vor. Interessant aber auch die Mahnung an Bjo Breiskoll, er solle nie versuchen, die Namenlose Zone zu verstehen. Das Prinzip Verbannung - Schockfront - Emulator ist damit hinreichend genau in die Handlung um die Namenlose Zone eingeführt worden und bleibt trotzdem immer noch geheimnisvoll.
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Lumpazie
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Im Jahr 1984 erschien der Band 653 der Atlan-Serie:

Schiffbruch auf Urab

von Kurt Mahr

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Handlung:

In der Namenlosen Zone hat das Volk der Zyrtonier das Verschwinden des Jak-Systems registriert. Der Rat der Zyrtonier sieht darin einen ungeheuerlichen Vorfall. Ratsmitglied 110-Page hat der FARTULOON eine Schar von HE-Saugern nachgeschickt. Der Rat der Zyrtonier billigt diese Maßnahme nachträglich.

Die HE-Sauger dringen unsichtbar in die FARTULOON ein und beschädigen die Energieversorgung. Dadurch kommt es zu einer Fehlfunktion des Autopiloten, die das Schiff schwer beschädigt. Bjo Breiskoll rettet bei dem Unfall der Solanerin Verna la Fajjn das Leben. Das Schiff ist noch 480.000 Lichtjahre vom Zentrum Bars-2-Bars' entfernt und hat kaum Aussichten, die Galaxie noch zu erreichen. Durch Untersuchung der Schäden und merkwürdige Ortungen kommen die Solaner den HE-Saugern auf die Spur. Verna la Fajjn entdeckt schließlich einen HE-Sauger, wird von ihm aber mit einem elektrischen Schlag betäubt, als sie nach ihm greift. Es handelt sich um meist unsichtbare Roboter.

Mittlerweile hat die Schiffsführung einen 78 Lichtjahre entfernten Kugelsternhaufen entdeckt, der Seifenblase genannt wird. Der nächste Stern ist vierzig Lichtjahre entfernt. Die FARTULOON erreicht das System noch, verliert dann aber durch eine Explosion ihre Manövrierfähigkeit. Das Schiff stürzt auf die Sauerstoffwelt Urab zu. Beiboote und schwere Raumanzüge sind von den HE-Saugern zerstört worden, so dass den Solanern der Tod droht.

Von Urab aus fliegt eine Flotte von primitiven stellaren Raumschiffen die FARTULOON an. Zunächst versuchen die Urabiner, die FARTULOON abzuschleppen. Sie haben jedoch nicht genügend Schiffe, da ein Teil der Schiffe zu einer militanten Fraktion der Urabiner, den Wahrern des Friedens, gehört und sich absetzt. Die Solaner werden an Bord der Schiffe gebracht, die anschließend auf Urab landen. Da noch keine Verständigung möglich ist, werden die Solaner in einem verlassenen Gebäude auf einer Insel eingesperrt. Bei ihnen sind zwei Roboter, die sie mitgenommen haben.

Unter der Leitung von Bjo Breiskoll werden zwei urabische Wachen gefangen genommen, um in Ruhe die Translatoren auf ihre Sprache einzustellen. Danach ist eine Verständigung möglich. Wortführer der Urabiner sind die drei Vorsteher. Diese beklagen sich über die Sabotage des Ruhewassers, seit die Solaner eingetroffen sind. Die Urabiner vertragen keine plötzlichen Temperaturänderungen in ihrer Ruhephase. Diese werden jedoch als Nebeneffekt von den HE-Saugern verursacht. Einer der Roboter kann einen HE-Sauger abschießen. Diese erinnern von der Form her an große Zecken.

Während Bjo Breiskoll über eine Lösung nachdenkt, erscheint Parzelle. Obwohl Parzelle nicht eingreifen darf, erklärt er sich ausnahmsweise bereit, die SOL zu verständigen. Dies tut er unauffällig, indem er seine Nachricht als Notruf der FARTULOON tarnt. Die SOL macht sich auf den Weg nach Seifenblase.

Die Solaner sehen sich einem Großangriff der HE-Sauger ausgesetzt, wobei die urabinischen Projektilwaffen wenig ausrichten. Verna la Fajjn opfert sich, als sie eine gesammelte Ladung von urabinischem Sprengstoff in eine große Ansammlung der HE-Sauger bringt und zündet. Dies verschafft den Solanern genügend Luft, um bis zum Eintreffen der SOL zu überleben.

Die Solaner reparieren die Schäden auf Urab und beginnen den Bau einer neuen FARTULOON. Als eine Delegation von Solanern Einspruch gegen die Übergabe des Schiffes an Atlan erhebt, stellt sich SENECA voll hinter den Arkoniden, der für SENECAS labiles Gleichgewicht wichtig sei. Nach einigen Tagen kehrt die SOL in das Junk-System zurück.

Die Zyrtonier sind entsetzt, dass ihre HE-Sauger besiegt worden sind. 110-Page schlägt ein Sicherheitskomitee vor und empfiehlt als politischen Schachzug seinen Gegner 255-Page als Leiter.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Grauer Lord
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Band 653: Der dritte Roman um die FARTULOON und ihre Besatzung bringt uns den Charakter des Katzers Bjo Breiskoll mal wieder etwas näher, dem man erst den schüchternen Ansatz einer Beziehung gönnt, diese aber dann doch lieber tragisch enden lässt, bevor sie richtig beginnen konnte. Dazu kommen von Physiker Kurt Mahr plastisch und kosmisch-eindrücklich geschilderte Momentaufnahmen der Kreuzgalaxis Bars-2-Bars, in deren Halo das Beiboot der SOL gestrandet ist und letztlich in der Atmosphäre der Wasserwelt Urab verglüht.

Denn eine neue Macht ist auf den Plan getreten: die insektoiden, an Zecken erinnernden Zyrtonier und ihr Rat der Pagen. Diese Wesen sind wohl ein bedeutsamer Machtfaktor der „Abgenabelten Zone“; sofort haben sie das verschwinden des Systems der Jakater bemerkt und sehen das Gleichgewicht der Kräfte in der Namenlosen Zone gefährdet. Die Zone können sie scheinbar verlassen, wie es ihnen beliebt, denn zumindest die abkommandierten HE-Sauger setzen sich sofort auf die Spur der FARTULOON und sabotieren im Normalraum deren Energieleitungen. An der Stelle wäre es interessant zu erfahren, wie die Zyrtonier die verbannten Superintelligenzen, Grenzwächter etc. wahrgenommen haben; oder ob sie „unterhalb“ dieser Ebene agieren.

Der Kontakt der Solaner zu den Eingeborenen Urabs verläuft recht friedlich, die Zecken-Roboter werden vernichtet bzw. kehren beschädigt in die Namenslose Zone zurück. Dass die havarierten Solaner ohne funktionsfähigen Hyperfunk überhaupt aus dem Halo gerettet werden konnten, ist dem Eingreifen Parzelles zu verdanken. Der merkwürdige Gesandte mit den phantastischen Fähigkeiten setzt sich über die Weisungen seines Herrn Termentier, sich nicht einzumischen, hinweg und ruft die SOL (mit einem Trick) zur Hilfe.

Alles in allem ein guter Abschluss der „FARTULOON-Trilogie“, der mit den Zyrtoniern den zukünftigen, handfesteren Gegenspieler des Zyklus einführt. Auf der LKS schreibt Peter Griese übrigens als Antwort auf eine entsprechende Frage: „Von den Superintelligenzen sind wir erstmal abgekommen.“
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Lumpazie
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Im Jahr 1984 erschien der Band 654 der Atlan-Serie:

Phantom an Bord

von Peter Terrid

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Handlung:

Nachdem die Ablehnung Atlans und seines Teams durch viele Solaner ein ernsthaftes Niveau erreicht hat, wird eine Untergrundorganisation aktiv. Bjo Breiskoll entgeht nur knapp einem Mordanschlag durch einen umprogrammierten Massageroboter. Mehrere Bewaffnete folgen Atlan in einen Park und versuchen, ihn zu erschießen. Es gelingt dem Arkoniden nach längerer Flucht, Hilfe zu rufen. Die meisten Attentäter töten sich und ihre paralysierten Kameraden. Lediglich ein Solaner namens Bruce Vanloo kann lebend gefangen genommen werden.

Bjo Breiskoll hilft telepathisch beim Verhör. Eine Person namens Zelenzo hat seit einigen Monaten eine Organisation namens »Erneuerer« gegen Atlan aufgebaut. Vanloo ist vor drei Monaten von einer Frau namens Kanda Herther angeworben worden. Herther ist angeblich bei einem Unfall getötet worden, was den Verdacht nahe legt, dass Zelenzo die Mittelsmänner der Gründerphase getötet hat, um alle Verbindungen zu sich zu verwischen. Obwohl keine zwei Erneuerer sich kennen sollen, kennt Vanloo einen Erneuerer namens Han Kinner, der Zelenzo als einziges Mitglied der Organisation zu Gesicht bekommen haben soll.

Das Atlan-Team vermutet, dass Zelenzo Han Kinner töten wird, weil dieser nun ein Risiko für ihn bedeutet. Bjo Breiskoll macht sich bereit, einen telepathischen Todesschrei aufzufangen. Tatsächlich setzt sich Kinner ab, als er von Vanloos Verhaftung erfährt. Er nimmt Kontakt mit Zelenzo auf, der ihn zu einem Treffen einlädt und mit einem Messer in die Brust tötet. Das Atlan-Team kommt zu spät, um Zelenzo zu fassen. Aus den Gedanken des Sterbenden entnimmt Breiskoll, dass Zelenzo eine Maske trägt, die an ein Rittervisier erinnert. Ein Foto, das Kinner heimlich gemacht hat, erweist sich als unbrauchbar.

Zelenzo lässt Atlan und Breckcrown Hayes die Aufforderung zukommen, Atlan von Bord zu schaffen bzw. das Raumschiff zu verlassen. Zur Entlastung startet das Atlan-Team mit der MJAILAM zu einem neuen Flug in die Namenlose Zone, während Breckcrown Hayes in der SOL nach den Erneuerern fahndet.

Die Buhrlos Heather Lleit und Wendy N'Colm entdecken das Sonnensystem NZ-3, das von merkwürdigen Energiebahnen durchzogen wird, die sogar die Schockfront durchbrechen. Zentrum der Bahnen ist der innerste Planet Grünblau. Als die MJAILAM sich ihm nähert, wird sie von den Bahnen zur Landung auf dem zweiten Planeten Rostbraun gezwungen. Atlan startet mit einigen Team-Mitgliedern zu einem Erkundungsflug um den Planeten. Sie entdecken ein Waldgebiet, in dem verschiedene Wesen leben. Eine Ansammlung von Robotern, deren Anführer sich Tonn-Eins nennt, zerstört die Space-Jet und erklärt, es handele sich um den Planeten der Emulatoren. Die Roboter hören auf den Grenzwächter Kioltonn, der mit den Energiebahnen identisch ist und auf Grünblau lebt.

Die Solaner werden einem Test unterzogen, der ihre Aggressivität testen soll. Durch Trugbilder werden sie gegeneinander gehetzt. Atlan, Tyari und einige andere durchschauen jedoch die Illusion.

Viele Emulatoren sind schon so lange auf dem Planeten, dass sie aus der Not heraus die Solaner angreifen. Ein Emulator namens Ehennesi erklärt Atlan die Situation. Er und knapp fünfzig Emulatoren haben ihren Widerstand und ihre Prinzipien noch nicht aufgegeben. Bald werden auch die restlichen Solaner aus der MJAILAM in das Gebiet gebracht.

In der SOL ringt Breckcrown Hayes mit sich, ob er der überfälligen MJAILAM eine Rettungsexpedition hinterher schicken oder dem Druck vieler Solaner nachgeben soll, das Schiff seinem Schicksal zu überlassen.

Parallel zu den Ereignissen ist die Familie Thermeck/Sonnersy gespalten. Eldar Sonnersy ist ein junger Mann, der in Psychologie ausgebildet wird und sich darauf viel einbildet. In maßloser Selbstüberschätzung fühlt er sich Atlan gewachsen und folgt ihm in den Park, wo er Zeuge der Schießerei wird. Sein Vater Brons Thermeck ist Techniker auf der MJAILAM. Eldar provoziert immer wieder Streitereien innerhalb der Familie, zu der noch seine Mutter Thala Sonnersy und seine Geschwister Vilar und Chart gehören. Brons Thermeck ist an Bord der MJAILAM, als sie in die Namenlose Zone fliegt.

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Yman
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Grauer Lord hat geschrieben:Band 653: Der dritte Roman um die FARTULOON und ihre Besatzung bringt uns den Charakter des Katzers Bjo Breiskoll mal wieder etwas näher, dem man erst den schüchternen Ansatz einer Beziehung gönnt, diese aber dann doch lieber tragisch enden lässt, bevor sie richtig beginnen konnte. Dazu kommen von Physiker Kurt Mahr plastisch und kosmisch-eindrücklich geschilderte Momentaufnahmen der Kreuzgalaxis Bars-2-Bars, in deren Halo das Beiboot der SOL gestrandet ist und letztlich in der Atmosphäre der Wasserwelt Urab verglüht. [...] Alles in allem ein guter Abschluss der „FARTULOON-Trilogie“, der mit den Zyrtoniern den zukünftigen, handfesteren Gegenspieler des Zyklus einführt.


Ich fand den Roman anfangs etwas langweilig, auch gerade wegen der wieder einmal sehr breiten Schilderungen der mehr oder weniger hoffnungslosen Ausgangslage und dem sehr schüchternen Ansatz einer Beziehung Breiskolls. Ob im letzen Roman auch so eindrücklich dastand, dass die FARTULOON immerhin 480.000 Lichtjahre von Bars-2-Bars entfernt war, weiß ich nicht mehr, aber diese Frau, Verna, hat sicher keine Rolle gespielt und tauchte nun wie aus dem Nichts auf.

Das Ende von Verna erinnert an den Stil von William Voltz, aber Kurt Mahr erreicht hier bei weitem nicht dessen Klasse, wenn es darum geht, solche verlorenen Figuren zu schildern. Dieser schüchterne Ansatz einer Beziehung in der Serie wirkt sehr unbeholfen, nach überkommenen Moralvorstellungen geschrieben. Kaum zu glauben, dass der Roman 1984 erschienen ist. Das passte eher ins Jahr 1964.

Die FARTULOON-Trilogie erhält nun ihren Abschluss. Zum dritten Mal hintereinander wird sie von Gegnern übernommen bzw. erfolgreich angegriffen, diesmal von robotischen Weltraumzecken, hinter denen sich ein neues Volk verbirgt, die Zyrtonier, die zum Teil tiefere Einblicke in die Vorgänge der Namenlosen Zone haben bzw. sich um das Verständnis der Vorgänge bemühen und bei der Wahl ihrer Mittel nicht zimperlich sind.

Der Kampf gegen die Weltraumzecken, der auf einer Dschungelinsel auf dem Wasserplaneten fortgesetzt wurde, hat mir ganz gut gefallen, da er mich an die Anfangszeit der Serien (insbesondere Perry Rhodan) erinnerte, als die Gegner noch keine Supergegner waren und ein einzelner Roboter noch etwas zählte.

Andererseits fand ich die Verteidigung der FARTULOON sehr schwach, und es ist schwer vorstellbar, dass die Besatzung der FARTULOON ihre ersten Erfolge praktisch erst dann erzielte, als sie das Schiff bereits verloren hatte und nur noch über zwei Roboter verfügte.

Das neue Volk der Urabiner gefiel mir ganz gut, aber leider wurde daraus sehr wenig gemacht. Statt dem Leser gleich am Anfang einen Einblick in die Politik der Zyrtonier zu geben und damit leider schon viel zu viel zu verraten, wäre es schöner gewesen, die Verhältnisse auf dem Wasserplaneten zu beleuchten, dann auch dort gab es ja einen interessanten Konflikt, über den man dann kaum etwas erfahren hat. Dieser Rettungsversuch der Urabiner ohne Hypertechnik, mit einem großen Schiff und vierzig kleinen Schiffen, der dann sabotiert wurde, hätte spannender aus mehreren Perspektiven geschildert werden können.
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