Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon halut » 12. Mai 2018, 23:44

Benutzeravatar
Offline
halut
Oxtorner
Beiträge: 576
Registriert: 25. Juni 2012, 21:59
… ist die Miniserie.

Die Schilderung des Exkaiserpaars passt nicht zur EA. Auch erschließt sich mir nicht, weshalb deren Geschichte jetzt eingeschoben wird. Die Handlung bringt es nicht voran und erklärt auch nichts Handlungsrelevantes: und das in Band 9. Aber es passt zum bisherigen Ablauf. Irgendeine Figur bekommt irgendeinen Handlungsfetzen und als Leser muss ich raten, wie dieser in die Gesamthandlung reinpasst.

Auch über den Anlass der Invasion erfahren wir praktisch nichts außer dem Namen.

Es gibt in der galaktischen Technik keine Möglichkeit, Hyperwellen wirksam abzuschirmen. Wie dann die gesamte Kommunikation unterbrochen werden kann, bleibt mir ein Rätsel. Ebenso wie alle Rechner infiltriert wurden, nur genau die passende Kommunikation durchzulassen.

Jegliche private Kommunikation wird unterdrückt und das fällt neun Tage lang in der Milchstraße nicht auf?

Jede kommerzielle Kommunikation, die plötzliche in die Politik schwenkt, wird punktgenau unterbrochen, und das fällt neun Tage nicht auf?

Die Olymp-Flotte hat keinen Austausch mit der restlichen LFG-Flotte, und das fällt neun Tage nicht auf?

Vetris-Molaud schickt eine Invasionsflotte und kein USO- oder TLD-Agent bekommt das mit? Stehen die Tefroder nicht unter scharfer Beobachtung der Geheimdienste?

Die Handelsverbindungen werden unterbrochen, weil die Schiffe abgefangen werden. Der enge Zeittakt aller Händler wird unterbrochen, sie können ihre Lieferverpflichtungen nicht erfüllen und neun Tage fällt das in der Milchstraße nicht auf?

Perry und Gucky sind mal praktisch unbekannt, aber plötzlich erkennt sie jeder.

Die Figur Perry wird geparkt.

Die Figur Gucky wird passend geparkt und wieder aktiviert.

Insgesamt bin ich sehr unzufrieden mit der Miniserie.
Benutzeravatar
Offline
Frank Chmorl Pamo
Superintelligenz
Beiträge: 2636
Registriert: 26. Juni 2012, 20:04
Wohnort: Nürnberg
Olymp musste wohl zur Freigabe ein paar aktuelle Elemente der EA beinhalten:
- Tefroder und VM als aktuelle Gegenspieler und Gegner
- ein Geheimnis aus tiefster Vergangenheit
damit gewonnene Neuleser keinen allzugroßen "Kulturschock" beim Blättern in der EA durchleben.
Gleichzeitig durfte die Handlung wohl nicht zu komplex werden. Alle Deine Erörterungen, wie das "verlöschen" der Informationsquelle Olymp in einer eng verflochtenen Milchstraße, waren bei der Zyklusplanung wohl obsolet.
Da in der aktuellen EA auch die Leichtigkeit nicht auf dem Programm steht, durften meine geliebten Freifahrer auch nicht vorkommen.

Das auf Olymp sind keine Freifahrer, tut mir leid Uschi. Das war irgendein Planet mit Standard-Terranern.
Genausogut hätte man vor der Vertreibung der Arkoniden aus ihrer Heimat eine Serie "Arkon" herausbringen können, die die Existenz eines jahrtausende alten Feudalsystems, nein, nicht als Fakt im Hintergrund stehen lässt, sondern dies schlicht verschweigt und das arkonidische Reich als Demokratie hinstellt.
Ein bischen in alten Heften blättern, in der Wikipedia stöbern, hätte zumindest einige Reminiszenzen an die "gute alte Zeit" ermöglicht, selbst wenn diese Phase für Dich ein Schwarzes Loch sein sollte.

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon Susan Schwartz » 14. Mai 2018, 12:54

Benutzeravatar
Offline
Susan Schwartz
Marsianer
Beiträge: 208
Registriert: 18. August 2017, 17:07
selbst wenn diese Phase für Dich ein Schwarzes Loch sein sollte

Ist sie nicht. Aber heute schreiben wir andere Zeiten. Klar kann man einen kühnen Freifahrerkapitän im Kampf gegen die Invasoren nehmen, aber eben nicht bei dem vorgegebenen Konzept einer Miniserie. (Dazu gibt es eine redaktionelle Checklist) Dass dir das alte Flair fehlt, kann ich verstehen, aber das waren eben auch die guten alten Zeiten.
Benutzeravatar
Offline
Frank Chmorl Pamo
Superintelligenz
Beiträge: 2636
Registriert: 26. Juni 2012, 20:04
Wohnort: Nürnberg
Susan Schwartz hat geschrieben: Aber heute schreiben wir andere Zeiten.


Leider auch viel zu ernste Zeiten. Vorausgesetzt das Szenario wäre das selbe, dann wäre auch etwas Lokalkolorit drin gewesen.
So hätten Sichu und Gucky auch mal einen Freifahrerraumer als "Taxi" benutzen können.
Ich finds nur schade, dass Du nicht das eine oder andere Zuckerl in die Hefte gesteckt hast.
Aras sind immernoch alle Mediziner oder Bioforscher. Wenn man von Springern liest, sind es zumeist Händler, usw.
Ich will hoffen, dass in einer nächsten Miniserie etwas mehr Würdigung alter Schauplätze stattfindet, wenn man sich da wieder einen alten Handlungsort herauspickt.

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon Susan Schwartz » 16. Mai 2018, 14:38

Benutzeravatar
Offline
Susan Schwartz
Marsianer
Beiträge: 208
Registriert: 18. August 2017, 17:07
Das versteh ich jetzt nicht. Werden die Aras und Springer nicht dadurch gewürdigt, dass sie das sind, was sie damals schon waren? Für mich ist das irgendwie ein Widerspruch.
Es sind ja auch durchaus Reminiszenzen drin, die meisten Autoren haben da etwas reingebracht. Ob das nun ziu wenig ist, ist Leserentscheidung.

In der nächsten Miniserie, so es sie geben wird (dazu muss ja die Geschäftsleitung immer erst ihr ok geben) wird sowieso alles anders gemacht, weil von einem anderen Autor konzipiert. Da wird es bestimmt auch ein ganz neues Thema geben. So wie es bisher gehalten wurde - jede Miniserie unterscheidet sich von der anderen und hat ihr eigenes Konzept. Somit ist letztendlich dann doch für jeden was dabei. :D

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon halut » 16. Juni 2018, 19:27

Benutzeravatar
Offline
halut
Oxtorner
Beiträge: 576
Registriert: 25. Juni 2012, 21:59
halut hat geschrieben:… ist die Miniserie.

Die Schilderung des Exkaiserpaars passt nicht zur EA. Auch erschließt sich mir nicht, weshalb deren Geschichte jetzt eingeschoben wird. Die Handlung bringt es nicht voran und erklärt auch nichts Handlungsrelevantes: und das in Band 9. Aber es passt zum bisherigen Ablauf. Irgendeine Figur bekommt irgendeinen Handlungsfetzen und als Leser muss ich raten, wie dieser in die Gesamthandlung reinpasst.

Auch über den Anlass der Invasion erfahren wir praktisch nichts außer dem Namen.

Es gibt in der galaktischen Technik keine Möglichkeit, Hyperwellen wirksam abzuschirmen. Wie dann die gesamte Kommunikation unterbrochen werden kann, bleibt mir ein Rätsel. Ebenso wie alle Rechner infiltriert wurden, nur genau die passende Kommunikation durchzulassen.

Jegliche private Kommunikation wird unterdrückt und das fällt neun Tage lang in der Milchstraße nicht auf?

Jede kommerzielle Kommunikation, die plötzliche in die Politik schwenkt, wird punktgenau unterbrochen, und das fällt neun Tage nicht auf?

Die Olymp-Flotte hat keinen Austausch mit der restlichen LFG-Flotte, und das fällt neun Tage nicht auf?

Vetris-Molaud schickt eine Invasionsflotte und kein USO- oder TLD-Agent bekommt das mit? Stehen die Tefroder nicht unter scharfer Beobachtung der Geheimdienste?

Die Handelsverbindungen werden unterbrochen, weil die Schiffe abgefangen werden. Der enge Zeittakt aller Händler wird unterbrochen, sie können ihre Lieferverpflichtungen nicht erfüllen und neun Tage fällt das in der Milchstraße nicht auf?

Perry und Gucky sind mal praktisch unbekannt, aber plötzlich erkennt sie jeder.

Die Figur Perry wird geparkt.

Die Figur Gucky wird passend geparkt und wieder aktiviert.


Zwei Terraner mutieren adhoc zu Tefrodern.

Ein Getretener ist ein heimlicher Technik-Guru, der die Blockade mal eben durchdringen kann, was zehntausende Olymp-Techniker nicht schaffen. Zudem Pilot, was bisher auch keiner wusste.

Der eine oder andere Tefroder glaubt, man müsse nur mit der Unterschrift eines gestürzten Kaisers Winken, damit Olympier und LFG kuschen? Das soll ich schlucken?

Und der Höhepunkt: Entfernt man Perry, Sichu und Gucky aus der Handlung ändert sich nichts am Ergebnis. Sie haben in der Miniserie nichts bewirkt.

Insgesamt bin ich sehr unzufrieden mit der Miniserie.

Ich habe meine Meinung nach unten korrigiert.

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon Günther Drach » 17. Juni 2018, 18:41

Benutzeravatar
Offline
Günther Drach
Superintelligenz
Beiträge: 2606
Registriert: 1. Juli 2012, 20:44
@halut -- ich geb dir durchaus recht.

halut hat geschrieben:Und der Höhepunkt: Entfernt man Perry, Sichu und Gucky aus der Handlung ändert sich nichts am Ergebnis. Sie haben in der Miniserie nichts bewirkt.

Das klingt fast, als wär das schlimm. (*)
Rhodan aus der Handlung größtenteils auszuschließen war in meinen Augen eine der wenigen richtigen Entscheidungen für diese Miniserie.
Dummerweise hat man nur nichts aus den daraus folgenden Möglichkeiten gemacht.

-- zehn Tage lang kümmert's keine Sau, warum dieser angebliche so wichtige Handelsschnittspunkt von jeglicher Kommunikation abgeschnitten ist
-- die Regierungsform Olymps scheint eine Diktatur zu sein, in der der Kaiser problemlos den ganzen Komplex an eine andere Macht verschachert
-- wenn's keine Diktatur ist, sollte es eigentlich mächtige Interessenverbände geben, die am Anschluss zum Tamanium interessiert sind, auch und gerade in der Regierung -- von denen hätte man eigentlich spätestens dann was lesen sollen, als Mogaw die Sache total entglitt
-- übrigens sollten diese Interessenverbände auch nach Mogaws Abdankung noch existieren, weshalb mir dieses "keine Konkurrenten ums Tyrannenamt" für die damals in Schimpf und Schande verjagten Argyrisi unsinnig erscheint
-- dass das olympsche Volk nun diesen beiden Exen, die damals sofort den Schwanz ein- und beleidigt abzogen, jubelnd zuströmen, läßt mir dieses ach so anarchische und freiheitsliebende Völkchen auch nicht sonderlich kritisch und sympathisch erscheinen (herrlich und entlarvend fand ich ja den Gedanken dieser "Mediantin" über die unbeschreibliche Wichtigkeit von Derin Paca: diese sei die einzige, die wüsste, wo man die Dokumente zur Amtsenthebung einreiche ...)
-- ach ja, der Argyris -- warum diese lächerliche Figur sich 28 Jahre an der Macht halten konnte, erklärt sich mir nun aus seiner Darstellung so gar nicht
-- die andere "Böse" ist dann auch ein entsetzliches Klischee: sexy aber kalt, machtgierig, über Leichen gehend, ...
-- die Handlanger der ach so bösen Tefroderin sind entweder unfähig, einfach doof, problemlos einzuschüchtern, verfolgen sowieso ihre eigenen Interessen und arbeiten gegen ihre Chefin, so kann man sich eine Geschichte auch einfach machen
-- aufgebaute Probleme werden auf möglichst banale Art beseitigt
---- wie kommen wir nur durch den Blockadering? Ach, wir haben da so einen Superduperflugpanzer mit Spitzentarnvorrichtung!
---- Mahe marschiert ohne wirkliche Probleme durch das Gefängnis, eigentlich überlegene Widersacher (Big Brother) werden eingeschüchtert (ich verrat den Tefrodern alles über dich!) oder mittels des tollen Ohrschmucks ausgeschaltet
---- die Robotflotte kann problemlos gehackt und gegen den Gegner gewendet werden
---- die in der Regel unfähigen oder -willigen Schergen des Bösen habe ich schon erwähnt
---- um Rhodan dem Zugriff der natürlich absichtlich klein gehaltenen Einsatzgruppe zu entziehen, wird im gleichen Band ein TLD-Geheimprojekt eingeführt, bei dem das Tamanium mit leicht umdrehbaren Robotern unterwandert wurde -- und prompt ist da auf dem Gefängniswelt so einer! Und die winzige Elitetruppe der Tefroder rechnet natürlich nicht mit einem Roboter! (Aber Plan 2 und 3 hätten mich interessiert.)
-- Mahe ist Ypheris Mami, sein Papi ist der machthungrige Papi Onaras. Also ich bin ja der Meinung, dass man solche Hämmer doch irgendwie vorbereiten sollte -- wäre das nicht genial gewesen, wenn sich die Leser bei der Enthüllung begeistert an die Stirn schlügen: "Mann, das erklärt ja die und die Bemerkung! Und ich hab das nicht gemerkt! Genial, diese Autoren, dieses Expo!"
-- Ypheris mutiert natürlich, was sonst (Mutaktor), zum Supermutanten, dank des Mutaktors (auch hier hat man in den vorangehenden 11 Bänden sorgsamst auf Infoschnipsel verzichtet) gar zum Supersupermutanten, ermordet die böse böse Schwester und alle sind happy.
... und ich könnte wohl weitermachen ...

Für mich und natürlich nur für mich fehlt in diesen 12 Heften eine überzeugende, spannende, mitreißende Handlung, es fehlen Charaktere, um die ich mich sorgen, um die ich mitfiebern kann (Piri? echt?).
Mörderisch, intrigant, mysteriös -- wo eigentlich?
Sorry.

(*)
Dieses eine Posting von mir, mit dem man belegen kann, dass ich von vornherein negativ zu Olymp eingestellt war (und was damit erlaubt, meine Kritik als irrelevant zu ignorieren), las sich:
(Thread PERRY RHODAN-OLYMP kommt):
Mysteriös. Intrigant. Tödlich.

Hmm. Also, ich rate jetzt mal: der Mini dreht sich im Allgemeinen um die Unterwanderung der Freihändler durch das Solare Imperium, im Speziellen um die Ermordung des rechtmäßigen Kaisers der Freihändler, Anson Argyris, und seine Ersetzung durch eine rhodanhörige Marionette, Vario-500 in Argyris' Maske.

Aber bitte: zur Abwechslung lasst mal Perry außen vor. Und Gucky hat auch ein bisschen Ruhe verdient.
Naja, ihr enttäuscht mich ja ohnehin.

Ihr könnt mir glauben oder nicht -- ich wollte damit meine Befürchtung ausdrücken, dass das Ganze wieder so eine rhodanzentrische Chose wird.
War es diesmal ja Gottseidank nicht. Leider hat man nichts draus gemacht. Schade.

Wenn Perry drauf steht, muss Perry drin sein.
Wenn Perry drauf steht, muss Perry drin sein.
Wenn Perry drauf steht, muss Perry drin sein.
Hmm. Eigentlich ...
Wenn man's richtig interpretiert ...

Perry Rhodan ist für mich ein ganzes Universum, Lichtjahrmilliarden weit, Jahrmilliarden umfassend. Für mich ist "Perry Rhodan drin", wenn das Ding eine Geschichte aus diesem literarischen Universum erzählt. Dass da zwingend ein Schnösel namens Rhodan herumläuft, ist absolut nicht nötig, in meinen Augen sogar kontraproduktiv: der ist die Hauptperson dieser Endlosserie. Etwas wirklich Bedeutsames/Tragisches/Einschneidendes kam ihm in einer Ablegerserie doch nicht passieren. Deshalb eignen sich für eine Miniserie doch andere Handlungsträger viel besser.
Eine Geschichte in diesem wahnsinnig großen Perryversum, mit überzeugenden Figuren und Handlung, spannend, mitreißend. Dann ist für mich "Perry drin".

Also ich kann mir problemlos eine Miniserie vorstellen, die in einem Paralleluniversum spielt, in dem Perry Rhodan nur mehr eine tiefgekühlte Leiche in einem Grabmal ist und in dem eine Gruppe Widerständler verzweifelt gegen einen orwellschen Unterdrückungsstaat kämpft. Und unterliegt.
Das kann ich mir vorstellen. @KNF und Autoren: Warum beschneidet ihr euch eure Möglichkeiten nur so?
Der vollständige Fanroman des NGF (2004 - 2008) -- tut euch was Gutes, lest ihn!

"Well, there's only one way to end a story, really."
"Don't tell me: Happily ever after?"
"That's the one"

-- Hob Gadling to Gwen (from Neil Gaiman's Sandman)

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon Klaus N. Frick » 17. Juni 2018, 19:34

Benutzeravatar
Offline
Klaus N. Frick
Kosmokrat
Beiträge: 7314
Registriert: 25. Juni 2012, 22:49
Günther Drach hat geschrieben:
Das kann ich mir vorstellen. @KNF und Autoren: Warum beschneidet ihr euch eure Möglichkeiten nur so?


Erst mal vielen Dank für die ausführliche Kritik. Wir machen eine Nachbesprechung zu Olymp, da wird sie einfließen.

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon halut » 17. Juni 2018, 20:13

Benutzeravatar
Offline
halut
Oxtorner
Beiträge: 576
Registriert: 25. Juni 2012, 21:59
Günther Drach hat geschrieben:@halut -- ich geb dir durchaus recht.

halut hat geschrieben:Und der Höhepunkt: Entfernt man Perry, Sichu und Gucky aus der Handlung ändert sich nichts am Ergebnis. Sie haben in der Miniserie nichts bewirkt.

Das klingt fast, als wär das schlimm. (*)

Ist schlimm. Sie sind Hauptfiguren. Kann man aber auch gerne anders sehen.

Du kannst auch sechs Romane aus der Mitte rauslassen, ohne dass du als Leser etwas verpasst. Auch schlimm.

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon Axo » 17. Juni 2018, 20:16

Benutzeravatar
Offline
Axo
Zellaktivatorträger
Beiträge: 1668
Registriert: 29. Juni 2012, 22:50
Wohnort: Tief im Süden
Klaus N. Frick hat geschrieben:
Günther Drach hat geschrieben:
Das kann ich mir vorstellen. @KNF und Autoren: Warum beschneidet ihr euch eure Möglichkeiten nur so?


Erst mal vielen Dank für die ausführliche Kritik. Wir machen eine Nachbesprechung zu Olymp, da wird sie einfließen.

Nun gut, dann will ich mich hier auch einmal als jemand outen, der auf dem Garching-Con erleichtert aufgeatmet hat, als angekündigt wurde, dass es zunächst keine weitere Mini-Serie geben wird. Sorry, aber diese Serie war mit heißer Nadel gestrickt und man sieht es ihr auch an. Günther hat ja schon wesentliche Logiklöcher ausgeführt, lass mich also nur ein einziges exemplarisch für mein persönliches Leseempfinden hinterherschieben:
Als Ypheris geboren wurde, war klar, dass er Mutant aufgrund der Kristalleinwirkung auf Shoz war. Demerius sucht in der folgenden Zeit (wieviele Jahrzehnte?) laut Aussage von Ypheris nach einer Methode, um Mutanten zu erzeugen - warum schickt er nicht haufenweise Schwangere nach Shoz? Derartige Logiklöcher verleiden dann doch den Lesegenuss.
Schön, wenn sich die Mini-Serien gut verkaufen - laut Aussage Sabine auf dem Garching-Con -, aber in dieser Qualität vermisse ich sie nicht.
Der Umgang mit Büchern bringt die Leute um den Verstand.
Erasmus von Rotterdam

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon Axo » 17. Juni 2018, 20:46

Benutzeravatar
Offline
Axo
Zellaktivatorträger
Beiträge: 1668
Registriert: 29. Juni 2012, 22:50
Wohnort: Tief im Süden
Zu spät zum Korrigieren ... :D Man sollte seine Postings halt nochmal durchlesen, bevor man sie absendet.
Statt Shoz bitte ich Shoraz zu lesen.
Der Umgang mit Büchern bringt die Leute um den Verstand.
Erasmus von Rotterdam

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon nanograinger » 18. Juni 2018, 00:24

Benutzeravatar
Offline
nanograinger
Postingquelle
Beiträge: 3788
Registriert: 18. Mai 2013, 16:07
Günther Drach hat geschrieben:@halut -- ich geb dir durchaus recht.

halut hat geschrieben:Und der Höhepunkt: Entfernt man Perry, Sichu und Gucky aus der Handlung ändert sich nichts am Ergebnis. Sie haben in der Miniserie nichts bewirkt.

Das ist nicht ganz richtig. Perrys, Sichus und Guckys Eingreifen in Band 1 ist dafür verantwortlich, dass die Onara eben nicht die Shoziden-Box/Mutaktor in die Finger bekommt, was die eine Hälfte der Zyklusgeschichte begründet. Aber ich verstehe, was du meinst. Perry ist im Wesentlichen Opfer, Sichu überlegt und redet viel, erreicht aber fast nichts, Gucky hüpft durch die Gegend und schnappt nebenbei das Wort "Adarem" auf (okay, immerhin lehrt er Talin Buff die Bedeutung von Freundschaft).
Günther Drach hat geschrieben:
Spoiler:
....
Rhodan aus der Handlung größtenteils auszuschließen war in meinen Augen eine der wenigen richtigen Entscheidungen für diese Miniserie.
Dummerweise hat man nur nichts aus den daraus folgenden Möglichkeiten gemacht.

-- zehn Tage lang kümmert's keine Sau, warum dieser angebliche so wichtige Handelsschnittspunkt von jeglicher Kommunikation abgeschnitten ist
-- die Regierungsform Olymps scheint eine Diktatur zu sein, in der der Kaiser problemlos den ganzen Komplex an eine andere Macht verschachert
-- wenn's keine Diktatur ist, sollte es eigentlich mächtige Interessenverbände geben, die am Anschluss zum Tamanium interessiert sind, auch und gerade in der Regierung -- von denen hätte man eigentlich spätestens dann was lesen sollen, als Mogaw die Sache total entglitt
-- übrigens sollten diese Interessenverbände auch nach Mogaws Abdankung noch existieren, weshalb mir dieses "keine Konkurrenten ums Tyrannenamt" für die damals in Schimpf und Schande verjagten Argyrisi unsinnig erscheint
-- dass das olympsche Volk nun diesen beiden Exen, die damals sofort den Schwanz ein- und beleidigt abzogen, jubelnd zuströmen, läßt mir dieses ach so anarchische und freiheitsliebende Völkchen auch nicht sonderlich kritisch und sympathisch erscheinen (herrlich und entlarvend fand ich ja den Gedanken dieser "Mediantin" über die unbeschreibliche Wichtigkeit von Derin Paca: diese sei die einzige, die wüsste, wo man die Dokumente zur Amtsenthebung einreiche ...)
-- ach ja, der Argyris -- warum diese lächerliche Figur sich 28 Jahre an der Macht halten konnte, erklärt sich mir nun aus seiner Darstellung so gar nicht
-- die andere "Böse" ist dann auch ein entsetzliches Klischee: sexy aber kalt, machtgierig, über Leichen gehend, ...
-- die Handlanger der ach so bösen Tefroderin sind entweder unfähig, einfach doof, problemlos einzuschüchtern, verfolgen sowieso ihre eigenen Interessen und arbeiten gegen ihre Chefin, so kann man sich eine Geschichte auch einfach machen
-- aufgebaute Probleme werden auf möglichst banale Art beseitigt
---- wie kommen wir nur durch den Blockadering? Ach, wir haben da so einen Superduperflugpanzer mit Spitzentarnvorrichtung!
---- Mahe marschiert ohne wirkliche Probleme durch das Gefängnis, eigentlich überlegene Widersacher (Big Brother) werden eingeschüchtert (ich verrat den Tefrodern alles über dich!) oder mittels des tollen Ohrschmucks ausgeschaltet
---- die Robotflotte kann problemlos gehackt und gegen den Gegner gewendet werden
---- die in der Regel unfähigen oder -willigen Schergen des Bösen habe ich schon erwähnt
---- um Rhodan dem Zugriff der natürlich absichtlich klein gehaltenen Einsatzgruppe zu entziehen, wird im gleichen Band ein TLD-Geheimprojekt eingeführt, bei dem das Tamanium mit leicht umdrehbaren Robotern unterwandert wurde -- und prompt ist da auf dem Gefängniswelt so einer! Und die winzige Elitetruppe der Tefroder rechnet natürlich nicht mit einem Roboter! (Aber Plan 2 und 3 hätten mich interessiert.)
-- Mahe ist Ypheris Mami, sein Papi ist der machthungrige Papi Onaras. Also ich bin ja der Meinung, dass man solche Hämmer doch irgendwie vorbereiten sollte -- wäre das nicht genial gewesen, wenn sich die Leser bei der Enthüllung begeistert an die Stirn schlügen: "Mann, das erklärt ja die und die Bemerkung! Und ich hab das nicht gemerkt! Genial, diese Autoren, dieses Expo!"
-- Ypheris mutiert natürlich, was sonst (Mutaktor), zum Supermutanten, dank des Mutaktors (auch hier hat man in den vorangehenden 11 Bänden sorgsamst auf Infoschnipsel verzichtet) gar zum Supersupermutanten, ermordet die böse böse Schwester und alle sind happy.
... und ich könnte wohl weitermachen ...

Für mich und natürlich nur für mich fehlt in diesen 12 Heften eine überzeugende, spannende, mitreißende Handlung, es fehlen Charaktere, um die ich mich sorgen, um die ich mitfiebern kann (Piri? echt?).
Mörderisch, intrigant, mysteriös -- wo eigentlich?
Sorry.

(*)
Dieses eine Posting von mir, mit dem man belegen kann, dass ich von vornherein negativ zu Olymp eingestellt war (und was damit erlaubt, meine Kritik als irrelevant zu ignorieren), las sich:
(Thread PERRY RHODAN-OLYMP kommt):
Mysteriös. Intrigant. Tödlich.

Hmm. Also, ich rate jetzt mal: der Mini dreht sich im Allgemeinen um die Unterwanderung der Freihändler durch das Solare Imperium, im Speziellen um die Ermordung des rechtmäßigen Kaisers der Freihändler, Anson Argyris, und seine Ersetzung durch eine rhodanhörige Marionette, Vario-500 in Argyris' Maske.

Aber bitte: zur Abwechslung lasst mal Perry außen vor. Und Gucky hat auch ein bisschen Ruhe verdient.
Naja, ihr enttäuscht mich ja ohnehin.

Ihr könnt mir glauben oder nicht -- ich wollte damit meine Befürchtung ausdrücken, dass das Ganze wieder so eine rhodanzentrische Chose wird.
War es diesmal ja Gottseidank nicht. Leider hat man nichts draus gemacht. Schade.

Wenn Perry drauf steht, muss Perry drin sein.
Wenn Perry drauf steht, muss Perry drin sein.
Wenn Perry drauf steht, muss Perry drin sein.
Hmm. Eigentlich ...
Wenn man's richtig interpretiert ...

Perry Rhodan ist für mich ein ganzes Universum, Lichtjahrmilliarden weit, Jahrmilliarden umfassend. Für mich ist "Perry Rhodan drin", wenn das Ding eine Geschichte aus diesem literarischen Universum erzählt. Dass da zwingend ein Schnösel namens Rhodan herumläuft, ist absolut nicht nötig, in meinen Augen sogar kontraproduktiv: der ist die Hauptperson dieser Endlosserie. Etwas wirklich Bedeutsames/Tragisches/Einschneidendes kam ihm in einer Ablegerserie doch nicht passieren. Deshalb eignen sich für eine Miniserie doch andere Handlungsträger viel besser.
Eine Geschichte in diesem wahnsinnig großen Perryversum, mit überzeugenden Figuren und Handlung, spannend, mitreißend. Dann ist für mich "Perry drin".

Also ich kann mir problemlos eine Miniserie vorstellen, die in einem Paralleluniversum spielt, in dem Perry Rhodan nur mehr eine tiefgekühlte Leiche in einem Grabmal ist und in dem eine Gruppe Widerständler verzweifelt gegen einen orwellschen Unterdrückungsstaat kämpft. Und unterliegt.
Das kann ich mir vorstellen. @KNF und Autoren: Warum beschneidet ihr euch eure Möglichkeiten nur so?

Vielen deinen Punkten kann ich zustimmen. Manche Details kann man zwar auf die ein oder andere Art plausibilsieren, aber der Zyklus krankte meiner Meinung nach an einem grundsätzlichen konzeptionellen Fehler: Er sollte eine Art Kammerspiel sein, was die agierenden Personen angeht, wollte aber gleichzeitg die in der EA der letzten Jahre bereitete große Bühne der galaktischen Politik nutzen, konkret den schwelenden Konflikt zwischen den Tefrodern unter Vetris-Molaud und der LFG . Beide Großakteure dieser Bühne, inkl. deren Geheimdienste oder die USO dürfen aber gar nicht auftauchen, weil sonst das Kammerspiel zerstört wird. Angesichts der Brisanz und Langfristigkeit der Planung der Olymp-Übernahme und trotz der relativ kurzen Handlungszeit ist dieses Ausblenden der "big boys" aber für mich völlig unglaubwürdig.

Aus dem gleichen Grund ergeben sich auch zwei weitere "Merkwürdigkeiten", nämlich das Nichterkennen von Perry und Gucky durch alle Personen, die nicht wesentliche Protagonisten sind, und die Tatsache, dass ein Komplex wie Adarem mit Gefängnis, Mutantenforschungsstation und Werft im Olymp-Komplex liegt. Letzeres macht wirklich gar keinen Sinn, aber Adarem muss eben im Olymp-Komplex liegen, weil sonst der kurze Handlungszeitraum nicht möglich wäre. Und bitte komme mir keiner mit Guantanamovergleichen, denn im Gegensatz zu Adarem ist die Existenz von Guantanamo wohlbekannt und G. ist definitiv kein "Privatprojekt" einer amerikanischen Familie mit Machtambitionen.

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon halut » 18. Juni 2018, 07:06

Benutzeravatar
Offline
halut
Oxtorner
Beiträge: 576
Registriert: 25. Juni 2012, 21:59
nanograinger hat geschrieben:
Günther Drach hat geschrieben:@halut -- ich geb dir durchaus recht.

halut hat geschrieben:Und der Höhepunkt: Entfernt man Perry, Sichu und Gucky aus der Handlung ändert sich nichts am Ergebnis. Sie haben in der Miniserie nichts bewirkt.

Das ist nicht ganz richtig. Perrys, Sichus und Guckys Eingreifen in Band 1 ist dafür verantwortlich, dass die Onara eben nicht die Shoziden-Box/Mutaktor in die Finger bekommt, was die eine Hälfte der Zyklusgeschichte begründet.

Ich glaube, dass hätte Sohnemann auch alleine hinbekommen. Schließlich war er praktisch vor Ort, Mutant und planetar affin.

dass ein Komplex wie Adarem mit Gefängnis, Mutantenforschungsstation und Werft im Olymp-Komplex liegt.

Auch dieses. Bei der Größe der Galaxis ist es politischer Wahnsinn. Werft, Forschungszentrum und Gefängnis an einem Ort sind unsinnig. Mir erschließt sich auch nicht, wie man an Gläserner Insel (schließlich soll ja auch VM nichts mitkriegen), TLD uns USO vorbei Tausende von Mitarbeitern rekrutieren kann, ohne dass es jemand merkt.

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon Susan Schwartz » 18. Juni 2018, 10:26

Benutzeravatar
Offline
Susan Schwartz
Marsianer
Beiträge: 208
Registriert: 18. August 2017, 17:07
halut hat geschrieben:
dass ein Komplex wie Adarem mit Gefängnis, Mutantenforschungsstation und Werft im Olymp-Komplex liegt.

Auch dieses. Bei der Größe der Galaxis ist es politischer Wahnsinn. Werft, Forschungszentrum und Gefängnis an einem Ort sind unsinnig.

Unsinnig kann ich daran nichts erkennen, da es sich um einen geheimen Forschungsort handelt. Es ist auch keine "Werft", die in Massenproduiktion gehen könnte, sondern eine Entwicklungsabteilung. Politisch hat das vorerst keinerlei Auswirkungen, denn es ist ja keine Militärbasis, sondern ein Privatbetrieb. Es offiziell zu machen, daran haben die Gholads ja noch gearbeitet. :lol:

Mir erschließt sich auch nicht, wie man an Gläserner Insel (schließlich soll ja auch VM nichts mitkriegen), TLD uns USO vorbei Tausende von Mitarbeitern rekrutieren kann, ohne dass es jemand merkt.

Ähm ... wie groß ist das Tamanium? Wie viele Billionen leben darin, verteilt auf wie viele Systeme auf wie viele Lichtjahre Distanz? Die Mitarbeiter wurden im Tamanium gesucht, die Station wurde fast vollständig von Tefrodern besetzt. Mit TLD und USO hat das gar nichts zu tun. Das würde nicht mal der NSA auffallen, da man selbst im Tamanium nicht permanent zu hundert Prozent bei jedem einzelnen Schritt überwacht wird. Da gibt es Head Hunter, Personalvermittler und mehr. Die Leute "verschwinden" ja nicht spurlos, sondern treten irgendwo einen neuen Job an. Es sind auch nicht tausende Leute, sondern nur ein paar hundert. Die Unerwünschten verschwinden spurlos, aber das sind höchstens 200 im Verlauf von Jahrzehnten - wie viele Personen verschwinden täglich in Deutschland, die man nicht mehr findet?

Wir sind ja nicht auf eine oder zwei Welten beschränkt, es geht hier um eine riesige Galaxis mit mit zig Fantastillionen Einwohnern, und wenn TLD und USO diese Leistung erbringen könnten, dann wäre es mit der Demokratie nicht mehr weit her. ^_^

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon Papageorgiu » 18. Juni 2018, 10:40

Benutzeravatar
Offline
Papageorgiu
Superintelligenz
Beiträge: 2691
Registriert: 25. Juni 2012, 21:44
halut hat geschrieben:Du kannst auch sechs Romane aus der Mitte rauslassen, ohne dass du als Leser etwas verpasst. Auch schlimm.


Mit diesem Argument kannst du auch direkt ALLE Romane weglassen, ohne dass der Leser etwas "verpasst"... ;) Die Frage ist, was "der Leser" erwartet. Ich persönlich liebe atmosphärisch dichte Romane, die in sich eine spannende Handlung haben. Egal, ob es den Handlungsstrang voran bringt oder nicht. Wie schon öfter erwähnt: Bei PR ist für mich der Weg das Ziel. Und wenn die Umgebung gut ist, am Weg genug bunte Blumen blühen, das Wetter okay ist und die Stimmung gut, dann habe ich alles, was ich brauche. Ist wie beim Wandern.

P.S.: Ich habe allerdings auf Olymp verzichtet, weil es sich für mich zu sehr nach "Adelsgeschichte" anhörte. Allerdings werde ich sicher noch schwach, sobald Audible die Mini-Serie komplett im Abo anbietet...

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon halut » 18. Juni 2018, 17:41

Benutzeravatar
Offline
halut
Oxtorner
Beiträge: 576
Registriert: 25. Juni 2012, 21:59
Susan Schwartz hat geschrieben:
halut hat geschrieben:
dass ein Komplex wie Adarem mit Gefängnis, Mutantenforschungsstation und Werft im Olymp-Komplex liegt.

Auch dieses. Bei der Größe der Galaxis ist es politischer Wahnsinn. Werft, Forschungszentrum und Gefängnis an einem Ort sind unsinnig.

Unsinnig kann ich daran nichts erkennen, da es sich um einen geheimen Forschungsort handelt.

Es ist funktional unsinnig, weil die drei Teile nichts miteinander zu tun haben. Es gibt auch keine Synergie-Effekte außer der Möglichkeit, gleichzeitig entdeckt zu werden. Wobei ich anmerken möchte, dass Geheimstützpunkte mit Hypersendern in gegnerischem Territorium kontraproduktiv sind.

Es ist auch keine "Werft", die in Massenproduiktion gehen könnte, sondern eine Entwicklungsabteilung.

Nein, es ist eine Werft. 120-Meter-Raumer lassen sich nicht im Bastelkeller oder in der Garage modifizieren. Dafür braucht man große, schwere Maschinen und viele Liegeplätze, da die meisten Prototypen gleichzeitig umgerüstet werden. Alles andere wäre ineffizient.

Politisch hat das vorerst keinerlei Auswirkungen, denn es ist ja keine Militärbasis, sondern ein Privatbetrieb.

Da baut ein mächtiger, VM nahe stehender, Tefroder ein Gefängnis, eine Forschungsstation mit Experimenten an Menschen und eine Werft für militärische Versuchsschiffe im Olymp-Komplex und es hat keine politische Implikation?

Mir erschließt sich auch nicht, wie man an Gläserner Insel (schließlich soll ja auch VM nichts mitkriegen), TLD uns USO vorbei Tausende von Mitarbeitern rekrutieren kann, ohne dass es jemand merkt.

Ähm ... wie groß ist das Tamanium? Wie viele Billionen leben darin, verteilt auf wie viele Systeme auf wie viele Lichtjahre Distanz?

Irrelevant. Du kannst die Kommunikation überwachen, auch unbemerkt von der Gläsernen Insel, den Wegfall bestimmter Absender detektieren und dann mit Datenbanken zur Laufbahn abgleichen. Dazu wirfst du ein paar statistische Methoden dran und etwas künstliche Intelligenz, wie Nathan sie seit 2700 Jahren hat. Schon weißt du, wer verschwunden ist. Eine Methodik, die in primitiver Ausführung den Alliierten ermöglichte, die Panzerproduktion des Deutschen Reiches zu bestimmen.

Außerdem gilt: „Ohne Moos nichts los“, also in Geheimdienstsprache: „Folge dem Geld“. Wir haben hier viele, viele Leute, die Geld sehen wollen, verpflegt werden müssen und Material brauchen. Das kann vielleicht ein VM im Staatshaushalt verstecken, aber sicher kein Privatmann.

Zudem ist VM sicher wie alle Maghans vertrauensselig und lässt einen ehrgeizigen Machtmenschen unbeobachtet. Auch TLD und USO wissen nicht, wer bei den Tefrodern wichtig ist. Sie holen sich auch keine Informationen aus den Archiven der Gläsernen Insel.

Drei Methoden, um auf Adarem zu kommen; eine reicht.

Das würde nicht mal der NSA auffallen

Zu Methode 1 hätte sogar ich als privater IT-Profi für eine gewisse Zeit in halbwegs beschränktem Umfang die Möglichkeit gehabt. Du schreibst länger an einem Roman, als ich an den Programmen.

Die Leute "verschwinden" ja nicht spurlos

Doch, die Leute verschwinden, ihre Kommunikation verschwindet, ihre Bewegungsprofile. Das ist sehr präzise messbar.

und wenn TLD und USO diese Leistung erbringen könnten, dann wäre es mit der Demokratie nicht mehr weit her. ^_^

Können sie. Können unsere Geheimdienst heute schon.

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon Susan Schwartz » 18. Juni 2018, 20:33

Benutzeravatar
Offline
Susan Schwartz
Marsianer
Beiträge: 208
Registriert: 18. August 2017, 17:07
Irrelevant, ah so. Jeder Einzelne ist so eminent wichtig, dass die Gläserne Insel jeden einzelnen Bürger der Billionen des Tamaniums ab der ersten Geburtsstunde bis zum Tod in jeder Sekunde überwacht.

Das schafft höchstens Kim Jong-Un. (Und nicht mal der, da immer wieder Leute fliehen.)

:lol:

Nein, deine Kritik überzeugt mich nicht im mindesten.

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon halut » 18. Juni 2018, 22:25

Benutzeravatar
Offline
halut
Oxtorner
Beiträge: 576
Registriert: 25. Juni 2012, 21:59
Susan Schwartz hat geschrieben:Irrelevant, ah so. Jeder Einzelne ist so eminent wichtig, dass die Gläserne Insel jeden einzelnen Bürger der Billionen des Tamaniums ab der ersten Geburtsstunde bis zum Tod in jeder Sekunde überwacht.

BND-Überwachung
De-Cix mit neuem Weltrekord beim Datendurchsatz
Beim LHC werden permanent 600TByte/s ausgewertet, also 600 Billionen Bytes pro Sekunde, also 51.840.000 Billionen Bytes pro Tag. Wie viele Billionen Bytes pro Tag Bewegungsdaten können eine Billion Tefroder produzieren? Ein Bewegungsdatensatz braucht nur ein paar Bytes.
Solche Maschinen stehen gerne bei Banken rum. Sie sind für Big Data gedacht und sehen nicht nur schnell aus, sie sind es auch.

Nein, deine Kritik überzeugt mich nicht im mindesten.

Nehmen wir mal an, die sehr gemütliche und entspannte PR-EA-Produktion sei ein Bobbycar. Wie viele Bobbycars musst du dir vorstellen, damit du auf eine Saturn-V-Rakete kommst?

PS: Dein Mobilfunkanbieter kann übrigens deinen Weg in Echtzeit verfolgen. Vor 20 Jahren war es noch ein Problem, mit den heutigen Maschinen aber nicht mehr. Dass er es nicht tut, hängt nur mit der Gesetzeslage zusammen. Für BKA und Verfassungsschutz bist du nicht interessant.

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon Elena » 18. Juni 2018, 23:17

Benutzeravatar
Offline
Elena
Forums-KI
Beiträge: 14432
Registriert: 21. September 2013, 20:46
Wohnort: Ein kuscheliges Körbchen
Und schon wieder diese Klopperei auf die Autoren, diesmal also Uschi, die Ärmste! :mellow:
Ein bisschen gesunder Menschenverstand, Toleranz und Humor - wie behaglich es sich dann auf unserem Planeten leben ließe.
- William Somerset Maugham

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon nanograinger » 19. Juni 2018, 01:16

Benutzeravatar
Offline
nanograinger
Postingquelle
Beiträge: 3788
Registriert: 18. Mai 2013, 16:07
halut hat geschrieben:
Susan Schwartz hat geschrieben:
halut hat geschrieben:
dass ein Komplex wie Adarem mit Gefängnis, Mutantenforschungsstation und Werft im Olymp-Komplex liegt.

Auch dieses. Bei der Größe der Galaxis ist es politischer Wahnsinn. Werft, Forschungszentrum und Gefängnis an einem Ort sind unsinnig.

Unsinnig kann ich daran nichts erkennen, da es sich um einen geheimen Forschungsort handelt.

Es ist funktional unsinnig, weil die drei Teile nichts miteinander zu tun haben. Es gibt auch keine Synergie-Effekte außer der Möglichkeit, gleichzeitig entdeckt zu werden.

Nun, das stimmt nicht ganz, denn es gibt offensichtlich eine "Synergie" zwischen dem Gefängnis und der Forschungsstation, das ist in den Romanen klar beschrieben. Die Werftanlage passt aber wirklich nicht dazu.
halut hat geschrieben:Wobei ich anmerken möchte, dass Geheimstützpunkte mit Hypersendern in gegnerischem Territorium kontraproduktiv sind.

Die Werftanlage ist energetisch nicht gerade unauffällig und braucht sicher auch regelmäßige Material- und Versorgungsflüge. Aber ich habe ja schon geschrieben, dass die Platzierung dieser kombinierten Anlage im Olymp-Komplex letztlich von der Rahmenhandlung her erforderlich ist. Plausibel ist sie für mich nicht.
halut hat geschrieben:
Mir erschließt sich auch nicht, wie man an Gläserner Insel (schließlich soll ja auch VM nichts mitkriegen), TLD uns USO vorbei Tausende von Mitarbeitern rekrutieren kann, ohne dass es jemand merkt.

Ähm ... wie groß ist das Tamanium? Wie viele Billionen leben darin, verteilt auf wie viele Systeme auf wie viele Lichtjahre Distanz?

...
Zudem ist VM sicher wie alle Maghans vertrauensselig und lässt einen ehrgeizigen Machtmenschen unbeobachtet. ...

Susan, ich wundere mich, dass du argumentierst, dass VM und sein Geheimdienst nichts von Adarem und dem ganzen Plot mitbekommen haben sollen. Ich würde genau umgekehrt argumentieren, dass nämlich die Gläserne Insel und VM letztlich Bescheid wissen und nur die Ausführung der Familie Gholad überlassen bleibt, zwecks "plausible deniability". Das passt einfach viel besser zu den Beschreibungen der EA zu VM, der Gläsernen Insel und Oc Shozdor. Und bedenke, dass in PR 2788 die "Gruppe Sorgfalt" um VMs Lieblingsfrau Amyon Kial aufflog, die VM zu einem aggressiveren Kurs "motivieren" wollten. Spätestens danach sollte im Neuen Tamanium jeder mit ein bisschen Grips wissen, dass man keine größere Eigeninitiativen an Shozdor und VM vorbei angehen sollte.

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon Clark Flipper » 19. Juni 2018, 09:31

Benutzeravatar
Offline
Clark Flipper
Zellaktivatorträger
Beiträge: 1995
Registriert: 29. Juni 2012, 23:34
Wohnort: Nordlicht
Ich würde ja so argumentieren, das es so etwas wie Künstlerische Freiheit gibt.

So etwas wie inhaltliche Leserrechte, hingegen sind mir unbekannt.

Nun kann man ja zu Olymp oder andern stehen wie man will, aber so wie sie ist wurde die Story erzählt.
Die Ultimativen Antworten des SF:
"Es geschieht weil es geschah." und "42"
Bild
Bild

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon Meiner Einer » 19. Juni 2018, 13:50

Benutzeravatar
Offline
Meiner Einer
Superintelligenz
Beiträge: 2809
Registriert: 25. Juni 2012, 22:29
Wohnort: Katzwinkel
Mir hat dieser 12er-Pack Perry Rhodan-Olymp sehr gut gefallen. :st:

Es sind nur Menschen die sich den Kopf für 12 PR-Olymp Hefte zerbrochen haben, um uns ein paar vergnügliche Lesestunden zu geben, keine Rechenmaschinen egal wie hoch intelligent sie angeblich sind.

Dafür meinen Dank an alle die daran Beteiligt waren.

Bild

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon RolfK » 20. Juni 2018, 20:58

Offline
RolfK
Plophoser
Beiträge: 323
Registriert: 30. März 2014, 19:01
Nanograinger beschreibt exakt das Dilemma der Miniserie, die zu den berechtigten Anmerkungen von Halut und Günter Drach geführt hat. Genauso ist es!
Ich habe mich über zwei weitere Szenen geärgert:
Da ist zum einen das Verhalten von Sichu nach der - vermeintlich - gewonnenen Holoverhandlung mit Gholad. Wie ein unreifes Gör reibt sie ihrer Gegenspielerin deren Fehler und die eigene Gerissenheit unter die Nase. Läppisch!
Und da ist zum anderen die Verhandlung zwischen Gholad und Mogaw: Er will nicht wie sie, und sie verprügelt ihn, um seine Unterschrift unter den Vertrag zu erzwoingen. Wahrhaft staatsfraulich!
Andererseits: Ich habe alle zwölf Hefte gekauft und gelesen. Irgendwie hat es also doch funktioniert,

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon halut » 26. Juni 2018, 18:40

Benutzeravatar
Offline
halut
Oxtorner
Beiträge: 576
Registriert: 25. Juni 2012, 21:59
nanograinger hat geschrieben:Nun, das stimmt nicht ganz, denn es gibt offensichtlich eine "Synergie" zwischen dem Gefängnis und der Forschungsstation, das ist in den Romanen klar beschrieben.

Die Kontakte sollen inoffizieller Natur sein, zumal die Leiter der beiden Einheiten nicht miteinander sprechen dürfen. Insgesamt ist das Verhältnis inkonsistent beschrieben. Klar ist nur die Unklarheit.

Re: Rund wie 'ne eckige Kugel

Beitragvon halut » 26. Juni 2018, 19:14

Benutzeravatar
Offline
halut
Oxtorner
Beiträge: 576
Registriert: 25. Juni 2012, 21:59
Meiner Einer hat geschrieben:Es sind nur Menschen die sich den Kopf für 12 PR-Olymp Hefte zerbrochen haben, um uns ein paar vergnügliche Lesestunden zu geben, keine Rechenmaschinen egal wie hoch intelligent sie angeblich sind.

Ich erwarte von einem gerade gekauftem Fernseher, dass er sich nicht alle fünf bis zehn Minuten ausschaltet, auch wenn ich ihn danach gleich wieder neu starten und weiter den Krimi sehen kann. Das stört mich bei meiner Entspannung.

Der einzige Zweck eines Romans ist, mich gut zu unterhalten. Wenn er mich jedoch alle paar Seiten durch irgendeinen nicht nachvollziehbaren Klopper oder lose Handlungsfäden aus dem Lesefluss reißt, fühle ich mich nicht gut unterhalten. PR wird als professionelles Produkt verkauft, geschrieben von professionellen Autoren; es sind nicht einfach nur Menschen, die sich den Kopf zerbrochen haben. Ich erwarte daher ein entsprechendes Ergebnis.
Nächste

Zurück zu PERRY RHODAN-Olymp

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast