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Frank Chmorl Pamo
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Ich will Metagrav, Gravitraf und Syntroniken zurück - weg mit der Hyperimpedanz!
Korravir? In der Serie wurde schon soviel umgeworfen, da kriegt man auch das in den Griff.
Vermeintliche Probleme des Storytellings liegen an der Story, wie man sie anlegt, und nicht an der Technologie.
Früher reisten ja auch keine terranischen Dimetrans- und Sextadimflotten durchs Perryversum - auch nicht zum Nachtisch nach Andromeda.
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Frank Chmorl Pamo
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Ob Perry wohl seinen Vornamen vom Kommandanten der ersten Mondexpedition der Jugend-Serie "The Space Explorers" bekam, für die Ausschnitte aus dem Film "Weltraumschiff 1 startet" verwendet wurden?
http://www.astronautix.com/t/thespaceexplorers.html
Zitat
"Commander Perry, commander of the first expedition aboard the Polaris I to Mars, has disappeared. His son Jimmy stows away in a shipping crate loaded onto the Polaris II rescue ship."
Ich will Metagrav, Gravitraf und Syntroniken zurück - weg mit der Hyperimpedanz!
Korravir? In der Serie wurde schon soviel umgeworfen, da kriegt man auch das in den Griff.
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GruftiHH
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Whow. Danke für den Link. Der Film ist klasse und zeigt, wie man damals über den Weltraum gedacht hat. Und der Weg zum Raumschiff. OK. Man muss die Zeit bedenken, in der er gedreht wurde.... 1963 (das Jahr in dem der Film spielt) gibt es immer noch Deutsch-Ost-Afrika.

Die Tricktechnik ist schon beeindruckend. Für die Zeit.

Mir hat er gut gefallen. Wie gesagt. Man muss etwas Abstand vom Erscheinungsjahr gewinnen und die Propaganda.
* Am Ende des Regensbogen sehen wir uns wieder. *
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piehdschäij
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GruftiHH hat geschrieben:Man muss die Zeit bedenken, in der er gedreht wurde.... 1963 (das Jahr in dem der Film spielt) gibt es immer noch Deutsch-Ost-Afrika.


Das muss man allerdings! 1939/40 träumten sich hierzulande viele nicht nur Raketen herbei bzw. bauten sie auch (für hinlänglich bekannte Zwecke :sn: ), sondern dachten sich auch die Geschichte zurecht: Dass 1918 alle Kolonien abgegeben werden mussten, durfte dann einfach nicht wahr sein. Und man war ja gerade dabei, mit militärischen Mitteln - und da sollten Raketen eine große Rolle spielen - zu versuchen, das wieder zu ändern.

Gerade heute kann ich leider einer solchen Propaganda überhaupt nichts abgewinnen. Oder, um es mit den Worten von Max Liebermann zu sagen:
Ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.
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Frank Chmorl Pamo
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piehdschäij hat geschrieben:
GruftiHH hat geschrieben:Man muss die Zeit bedenken, in der er gedreht wurde.... 1963 (das Jahr in dem der Film spielt) gibt es immer noch Deutsch-Ost-Afrika.


Das muss man allerdings! 1939/40 träumten sich hierzulande viele nicht nur Raketen herbei bzw. bauten sie auch (für hinlänglich bekannte Zwecke :sn: ), sondern dachten sich auch die Geschichte zurecht: Dass 1918 alle Kolonien abgegeben werden mussten, durfte dann einfach nicht wahr sein. Und man war ja gerade dabei, mit militärischen Mitteln - und da sollten Raketen eine große Rolle spielen - zu versuchen, das wieder zu ändern.

Gerade heute kann ich leider einer solchen Propaganda überhaupt nichts abgewinnen. Oder, um es mit den Worten von Max Liebermann zu sagen:
Ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.


Der Film ist nun wirklich weitab von NS-Propaganda.
In der Entstehunsgeschichte des Films ist nachzulesen, dass Kutter die Historie der Raketen mit ihren Wurzeln bei und Grundlagenarbeit von internationalen, nicht deutschen, Forschern würdigte, dies jedoch wieder rausgeschnitten werden musste.
Man darf auch nicht vergessen, dass Goebbels seine Hand auf der Filmindustrie hatte. Kutter war nach sehr eindeutigen Meinungsäußerungen gegen die Nazis bei Dreharbeiten in der Schweiz, kurz vor oder nach der Machtübernahme, bei Goebbels denunziert worden, was ihm Spielfilmverbot einhandelte. Er durfte dann nur Filme über Brauchtum, Städte und Landschaften drehen, bis er sich mit einer fünfteiligen Reihe wieder mehr Freiheiten erkämpft hatte.
Ein Film behandelte Antlantropa mit dem Bau des großen Damms in der Straße von Gibraltar, die er ursprünglich von Terroristen sprengen lassen wollte, was bei Goebbels garnicht gut ankam.
Ein Film behandelte die Leistungen von Kelten (Stonehenge) und Ägyptern (Pyramiden), der "Steinkreis und Pyramiden" oder so ähnlich hieß - und der dann von Goebbels in "Germanen gegen Pharaonen" umgetauft wurde.
Dass Deutsch-Ostafrika in diesem Film vorkam ist nicht gerade erbaulich, dem Film aber Propaganda unterzuschieben ist falsch.

Außerdem zeigen der Film, sein Regisseur und der Erfolg beim Publikum, dass die Menschen sich damals durchaus für Raumfahrt und Phantastik interessierten. Etliche Leute im Publikum waren sicher Nazis, andere nicht.
Außerdem hatten es die Nazis damals so überhaupt nicht mit Sternen und Weltall. Das erste Planetarium in Nürnberg ließ Streicher einreißen, weil es ihm mit der Kuppel zu "synagogenhaft" sei.

Spoiler:
Wenn ich "Propaganda sehen möchte", dann besorge ich mir übers Netz "Jüd Süß", "Der Ewige Jude", "Colmberg", "Quax der Bruchpilot" oder "Die Feuerzangenbowle". Letzterer vor allem die unsägliche Schluss-Sequenz mit der Rede des mit leuchtenden Augen schwadronierenden Jung-"Pädagogen", aka Lahrer. DA dreht sich bei mir der Magen um, weil der Film erst alle einlullt um dann diese Botschaft fast unterschwellig rüberzubringen. Der Lehrkörper und die vier Honoratioren um die Bowle herum "zeigen" den alten Geist, und dann kommt der dynamische Einpeitscher, der der Jugend eine glänzende, später Bombenexplosionspilze-verhangene, Zukunft versprach.
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piehdschäij
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Vielen Dank für die Hintergrundinfos - das war mir nicht bekannt, insbesondere die schwierige persönliche Situation von Kutter. Es ist natürlich wohlfeil, heutzutage über die Verstrickungen von Menschen zu urteilen, die in lebensgefährlicher Umgebung lavieren mussten - mein Fehler :o( .

Aber auch wenn der Film von Kutter nicht als Propaganda gedacht war, war es sicher durchaus im Sinn der Nazis, Begeisterung für Raketentechnik zu wecken - wenn auch nicht für die Raumfahrt. Immerhin war von Braun schon seit 1937 technischer Direktor in Peenemünde.

Zu Deinem "Spoiler": Da kann ich nur zustimmen! Insbesondere der unkritische Kult um die "Feuerzangenbowle" ist mir schon oft aufgestoßen. Umgekehrt kann man ihn natürlich als gutes Beispiel nehmen, wie die Gedankenwelt der Nazis in die Köpfe der Menschen - gerade der jungen - geriet.
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GruftiHH
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piehdschäij hat geschrieben:Das muss man allerdings! 1939/40 träumten sich hierzulande viele nicht nur Raketen herbei bzw. bauten sie auch (für hinlänglich bekannte Zwecke :sn: ),


Huch. Sorry. Ich wollte damit nicht sagen, dass es ein NS-Propaganda-Film ist. Er hat nur ein- oder zwei Szenen, die auf die Zeit hinweisen.

Ich mag übrigens auch alte Russische SF-Filme, wie z.B. "Der Weg zu den Sternen" oder "Der Himmel ruft".
* Am Ende des Regensbogen sehen wir uns wieder. *

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