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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon Yman » 4. April 2018, 20:02

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Yman
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piehdschäij hat geschrieben:
Yman hat geschrieben:Ich lese die Zeitabenteuer so, dass Atlan die Erde vor außerirdischen Gefahren schützt und ansonsten eine Sysiphos-Arbeit leistet, die immer wieder in langen Zeiträumen allmählich verpufft.

Diese Lesart ist mir zu traurig - der arme Arkonide! :( Da pfeif ich lieber auf die Realität - gibt's die überhaupt? Als Quantenphysiker bin ich mir da nicht so sicher. :gruebel:


Was ist Realität? Der Mond z.B. ist real, kein Phantasieprodukt, und es ist möglich, Raumschiffe zu bauen und zum Mond zu fliegen. Atlans Unterwasserstation wird man aber auf dem Meeresboden vergeblich suchen. Aber man kann es sich natürlich vorstellen, wie es wäre, wenn es so wäre wie in den Zeitabenteuern. Hans Kneifel hat Atlan sehr geschickt in den Lauf der Weltgeschichte eingebaut, und es macht Spaß, sich das alles vorzustellen.

Ich finde es nicht traurig, wenn Atlan die Entwicklung der Menschheit nicht besonders schnell vorantreiben kann. Auch aus deiner Sicht hat er ja zehntausend Jahre warten müssen, bis er nach Arkon zurückkehren konnte. Ist das wirklich schnell? Wir haben ja leider keine Vergleichsmöglichkeiten zu anderen Menschheiten, die sich auf anderen Planeten schneller oder langsamer entwickelt haben, aber mir kommt das alles eher langsam vor, und erst seit wir Computer haben, geht es wirklich schnell.

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon thinman » 5. April 2018, 19:44

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thinman
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piehdschäij hat geschrieben:Korinthe des Tages:
Der ganze Kampf hatte so lange gedauert, wie man braucht, um zwei Becher guten Wein auszutrinken.

Eine für einen Arkoniden reichlich blumige Zeitangabe - aber vor allem komplett unsensibel in der Gegenüberstellung der Bilder. Schließlich sind gerade eine Menge Menschen grausam ums Leben gekommen.

Die Zeitangabe beschreibt das Publikum, ist also gerade in diesem Zusammenhang recht treffend. Ungenau ist sie trotzdem. Ich kann den Wein auch herunterstürzen (nach dem Motto "Setzt aufrecht senkrecht an", was natürlich Verschwendung des guten Tropfens ist, oder ich kann den Wein genießen, was für ein Verschwenden von Leben sprechen würde.

thinman

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon Yman » 6. April 2018, 22:49

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Yman
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dandelion hat geschrieben:Dies war der lezte Roman der 1. Staffel. Auf der Rückseite des Taschenbuches wurde verkündet, daß es "in Kürze" weitere Atlan-Abenteuer aus der arkonidischen Frühzeit geben würde. Tatsächlich war der das erste Heft von Atlan-Exklusiv zu dieser Zeit aber schon veröffentlicht (laut PP).

Hans Kneifel schrieb auch bei der Heftserie mit, beschäftigte sich also weiterhin mit Atlans Vergangenheit, wenn auch mit einem anderen Schwerpunkt. Eine schriftstellerische Ermüdung oder Abneigung gegen die Zeitabenteuerthematik ist beim vorliegenden Abenteuer eigentlich nicht zu spüren. Im Gegenteil, ich finde den Roman spannend und kraftvoll, wenn auch für meinen Geschmack zu kampflastig. Der Kontrast zu dem zeitlich vorhergehenden, aber erst 11 Jahre später erschienenen Tb 259, ist allerdings augenfällig. Kneifels Prioritäten hatten sich in der Zwischenzeit gewaltig verschoben. In "Söldner für Rom" geht es für Atlan nur um das Überleben, keine Spur von Entwicklungshilfe für die terranischen Barbaren und keine Zeit für die Suche nach einem Weg zurück nach Arkon.


In der Tat, Atlan steckt zur Abwechslung mal wirklich tief in dem Schlamassel, in den er sich aber selbst hineingeritten hat. Fünfzehn römische Soldaten kann er töten, der Falle entkommen, aber dann hat er einen Reitunfall und wird gefangengenommen und als misshandelter Sklave von Marcus Vinicius nach Rom gebracht. Atlans Abenteuer geht gründlich daneben, aber überraschend steht er plötzlich in der Gunst Neros, dem das Töten der fünfzehn Soldaten (in einer halben Stunde) irgendwie imponiert. Atlan soll nun als Söldner Aufträge für Nero erfüllen. Das Töten scheint Atlan sehr leicht von der Hand zu gehen.

Sein Zellaktivator wurde ihm nicht genommen, aber alles andere. Atlan schickt seinen neuen, auf der Galeere kennengelernten Freund Ktesios los, um die verlorene Ausrüstung zurückzubringen, die er braucht, um mit Rico Kontakt aufnehmen zu können. Plötzlich aber taucht ein schwebendes Robotauge auf, und einige Zeit später landet ein Gleiter und bringt Ausrüstung. Rico scheint den Gleiter nicht zu steuern. Dann taucht Ktesios auf und bringt die Ausrüstung, über die sich Atlan freut, weil er nun mit Rico Kontakt aufnehmen kann. Was hat sich Kneifel dabei gedacht? Haben da zwei Autoren parallel am selben Kapitel geschrieben und dann wurden die einzelnen Passagen im Reißverschlussverfahren aneinandergesetzt?

Die Biopositronik der SOL heißt SENECA, und hier trifft Atlan das Original, den römischen Philosophen Seneca. Es entwickelt sich ein sehr interessantes Gespräch. Seneca sagt z.B. dass sich seine Hoffnung, die Menschen und Welt besser zu machen, nicht erfüllt hat, und Atlan erwidert sinngemäß dasselbe.

Hauptsächlich kämpft Atlan in diesem Abenteuer gegen seinen Widersacher Vinicius. Der grausige Höhepunkt ist der Überfall von Vinicius Bande auf Atlans Gut, der mit bluttriefenden Schwertern aus Arkonstahl endet. 54 Tote, aber Vinicius ist nicht unter ihnen, und nach einer Schonfrist von einem halben Jahr endet Atlan schließlich doch als Gladiator in der Arena, wo er nach Vinicius und Neros Willen sterben soll. Nach einem grausigen Gemetzel erwacht Atlan auf einem Leichenberg und phantasiert, dass er den Aktivator in der Arena verloren hat. Im Originaltaschenbuch war das wohl auch so.

Der Übergang vom letzten Zeitabenteuer zu diesem hier war sehr holprig. Narnia existiert praktisch nicht mehr, Rico spielt kaum eine Rolle, Atlan geht viele unnötige Gefahren ein, ohne dass ein Auftrag von ES oder sonst eine Notwendigkeit für ein riskantes Vorgehen vorliegt. Ich bin froh, wenn von dieser Sorte Zeitabenteuer keine mehr kommen.

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon Lumpazie » 8. April 2018, 08:25

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Im Mai es Jahres 1985 erschien das chronologisch 28te Zeitabenteuer (der Reihe der Planetenromane als Nr.226):

Hüter des Planeten

von Hanns Kneifel

Bild

Handlung:

40 n. Chr.

In der Gladiatorenschule von Padua hat Atlan das Handwerk der Arenakämpfer erlernt. Nur der Ausbilder Ekrala ist noch ein nennenswerter Gegner, und darum soll Atlan in dessen letztem Kampf vor der Freilassung sein Gegner sein. Der Kampf ist gut vorbereitet, denn Atlan wird verlieren. Mittels einfacher Hilfsmittel wird der Tod des Arkoniden vorgetäuscht, und Ekrala kommt frei. In der folgenden Nacht stiehlt er gemeinsam mit seinen ehemaligen Schülern den »Leichnam« seines Gegners, der wenig später wiedererwacht.

Wochen danach treffen alle Männer in einer weit entfernten Gegend wieder aufeinander. Atlan erklärt die Regeln: Er bietet ihnen ein Leben im Frieden einer abgelegenen Oasensiedlung, solange sie sich an die dortigen Regeln halten. Sie stimmen zu, und er führt sie zu der Siedlung, die er vor über 200 Jahren gemeinsam mit Arconrik-Rico und Narnia gegründet hat. (PR-TB 254 »Berichte eines Unsterblichen«) Sie sollen den Fortschritt in der Siedlung mit ihren speziellen Fertigkeiten unterstützen. Gemeinsam mit Rico trifft er noch einige weitere Vorbereitungen für ihr großes Projekt, dann zieht er sich wieder in den Kälteschlaf zurück.

70 n. Chr.

Mehr als dreißig Jahre später bereitet Rico den nächsten Besuch der Gefährten in der Oase vor. Er weckt zunächst Narnia und anschließend Atlan. Das Raumschiff, das zu bauen Atlan und Rico planen, existiert nun bereits als Modell. Noch sind nicht alle Probleme gelöst, und manche wohl auch noch nicht einmal entdeckt, doch der Zeitpunkt ist gekommen, mit dem Bau des Schiffes zu beginnen. Ausgerüstet mit Plänen, Materialien und Werkzeugen, kehren die Gefährten zur Oase zurück, um die Handwerker alles zu lehren, was sie wissen müssen, um beim Bau des Schiffes zu helfen.

Während Atlan und Narnia sich zunächst mitten in der Einöde wieder mit dem Leben an der Oberfläche vertraut machen, besucht Arconrik-Rico einen Sklavenmarkt in Alexandria, um neue Bewohner für die Siedlung zu gewinnen. Zur Überraschung seiner Freunde erwirbt der Robot dort auch eine junge Frau, die er zu seiner Assistentin ausbilden will. Narnia hilft dem Mädchen über die erste Verwirrung hinweg. Mit den neuen Bewohnern, allesamt fähige Handwerker, reisen sie zur Oase, wo sie bereits von Khach't und einer Gruppe Oasenbewohner erwartet werden. Die Siedlung floriert, und alle von Atlan und Rico eingeführten Neuerungen sind noch in Betrieb, wenn auch zum Teil überholungsbedürftig. Während sich die Freunde wieder neu einrichten und alles vorbereiten, kümmern sie sich um die Probleme der Oase und richten eine Schule ein, in der auch Usha das Lesen und Schreiben lernt. Sie wird zur gelehrigen Schülerin Ricos und schnell auch ein fester Bestandteil der Gruppe der Freunde.

Schließlich machen sich Rico und Atlan an die Vorbereitungen für die eigentliche Arbeit. Zunächst baut Rico mit der Wassermühle als Kraftwerk ein Elektrizitätsnetz auf, um Licht für das Arbeiten in der Nacht zu erhalten. Dann wird eine riesige Halle erbaut, in der das Schiff entstehen soll. Dann beginnt mithilfe der Metallschmelzer und Schmiede die Arbeit an den Teilen. Verborgen vor den Augen der Oasenbewohner, mischen sich auch die einheimischen Erzeugnisse mit der Technologie und den Materialien der Tiefseekuppel, während langsam der Rumpf des Schiffes wächst.

Entgegen allen Erwartungen meldet sich ES nicht. Die Hauptprobleme der Gefährten sind zunächst Ushas unglückliche Liebe zu Rico und die Frage der Motivation der Oasenbewohner für das Projekt des Sternenfluges. Viele von ihnen stehen den seltsamen Unsterblichen skeptisch gegenüber und betrachten ihren Plan mit Unverständnis. In Gesprächen überzeugen die Freunde sie, dass sich die Mithilfe lohnt.

Woche um Woche wird weitergearbeitet, ohne dass es eine Störung gibt. Schließlich ist der Moment da, in dem das Schiff, mit Gleitermotoren ausgestattet, seinen ersten Atmosphärenflug antritt. Alle Systeme funktionieren einwandfrei, Start, Flug und Landung laufen reibungslos ab. Nun kann Rico an den nächsten Planungsschritt gehen, der das Gefährt aus der Atmosphäre hinaus in das Weltall bringen soll. Er wird dafür einige Jahrzehnte Zeit haben, denn nun endlich meldet ES sich über sein Geschöpf Khach't: Die Superintelligenz ist nicht zufrieden mit den Eingriffen, die die Freunde durch die Einführung der Elektrizität und anderer Dinge in der Oase vorgenommen haben. Eine weitere Tiefschlafphase wurde verordnet, um die Dinge zunächst wieder zur Normalität zurückzuführen. Die Freunde beugen sich der Forderung, und gemeinsam mit Usha Tizia kehren Atlan, Rico und Narnia in die Kuppel zurück.

180 n. Chr.

Als Rico die Freunde über hundert Jahre später wieder weckt, ist der zweite Planungsschritt abgeschlossen, und die notwendigen Materialien sind bereitgestellt. Bei Betrachten der Zustände in der Oase erwartet Atlan und seine Freunde eine Überraschung: Die Bewohner sind dazu übergegangen, gefangen genommene Wüstenräuber zu versklaven. Im Gespräch mit dem gewählten Oasenvorsteher erweist es sich jedoch, dass diejenigen, die sich bewähren, als vollwertige Bürger aufgenommen und in die Gemeinschaft integriert werden. Da sie gut behandelt werden, entscheiden sich die Gefangenen früher oder später von selbst für diesen Weg.

Nachdem dieser Punkt geklärt ist, wollen sich die Freunde direkt wieder an die Arbeit am Raumschiff machen. Als die Halle geöffnet wird, erwartet sie jedoch eine Überraschung gänzlich anderer Art: Der Schiffsrumpf ist über und über mit kunstvollen Bronzeverzierungen versehen worden, die klar einen Stil und eine Kunstfertigkeit widerspiegeln, wie sie kaum irgendwo sonst auf Terra in dieser Zeit zu finden sind. Obwohl sich durch die Zusätze das Problem des Gewichtes vergrößert, lässt Atlan diesen Beweis der Zuneigung unberührt.

Alles wird für die Arbeit vorbereitet. Die Komponenten der Stromversorgung werden von Rico wieder instand gesetzt und in Betrieb genommen, die Halle wird aufgeräumt und alle notwendigen Teile und Werkzeuge werden herbeigeschafft oder hergestellt. Während Rico die notwendigen Ergänzungen am Raumschiff vornimmt, unternimmt Atlan mit seinem modifizierten Flussschiff mit einigen Oasenbewohnern eine Handelsfahrt nach Berenike. Dort werden einige Waren erworben, und auch Sklavinnen werden gekauft und freigelassen, um dem durch die Räuber verursachten Männerüberschuss entgegenzuwirken. Bei ihrer Rückkehr ist der »Bronzevogel« bereit für den nächsten Testschritt. Dieses Mal ist er mit zusätzlichen Feststoffraketen ausgestattet, die ihn aus der Atmosphäre hinauskatapultieren sollen. Das Manöver gelingt, und bald findet sich der Arkonide im freien Raum und im Zustand der Schwerelosigkeit wieder. Unzählige Detailprobleme fallen ihm nun auf, deren Lösung noch ungeklärt ist, doch die prinzipielle Flug- und Raumtauglichkeit des Gefährtes ist unter Beweis gestellt. Auch Rico hat noch einige technische Mängel festgestellt, von denen Atlan nichts bemerkt hat. Mit den neuen Daten geht der Robot nun in die nächste Planungsphase, während der »Vogel« LARSAF DREI zunächst wieder in die Halle zurückkehrt.

Indessen warnt Khach't Atlan vor einem neuen Problem: Die zweite Legion des römischen Reiches ist ausgesandt worden, um die Quellen des Oasenflusses zu finden. Man vermutet dort reiche Städte, die dem Reich einverleibt werden sollen. Um zu verhindern, dass der Oase dieses Schicksal blüht, inszeniert Atlan ein Schreckensspiel für die Legionäre: Mit roter Farbe im Flusswasser versetzt er ihnen den ersten Schock; die Bedrohung durch Hunger, Durst, Feuer und angreifende Raubtiere gibt ihnen schließlich den Rest. Auch der Anblick eines geheimnisvollen schwarzen Reiters auf einem schwarzen Pferd erhöht die Moral der Römer nicht gerade. Am Ende ihrer physischen und psychischen Kräfte angelangt, kehren die Soldaten um. Nachdem sein Abschreckungsmanöver gelungen ist und die Sage vom Teufelsland im Süden gesät ist, sorgt Atlan dafür, dass die Zurückkehrenden Nahrungsmittel finden, damit sie ihre Heimat wieder erreichen und von ihren Erlebnissen erzählen können. Nachdem auch diese Aufgabe erledigt ist, kehren Atlan und die beiden Frauen für eine kurze Weile in die Kälteschlafzylinder zurück, während Rico die letzten Vorbereitungen trifft, um aus der LARSAF DREI ein Raumgefährt zu machen, das es bis zur Venus schaffen kann.

193 n. Chr.

Dreizehn Jahre später ist der Zeitpunkt gekommen, der Rico günstig für den Flug erscheint. Alle technischen Vorbereitungen sind getroffen, und die relative Position der Venus zur Erde ist günstig. Ein letzter Test soll zeigen, was notwendig ist, um die lange Zeit des Fluges in der abgeschlossenen Kapsel mit voller körperlicher und geistiger Gesundheit zu überstehen. Alle technischen Einrichtungen erweisen sich als genügend gut durchdacht, und verschiedene Techniken erlauben es Atlan, die Zeit der Untätigkeit problemlos und mit minimalem Energie- und Luftverbrauch zu überstehen. Alle Tests sind erfolgreich verlaufen, und nun ist das Gefährt bereit zum Abflug. Von LARSAF DREI wird es in LARSAF DREI:ZWEI umbenannt, und bald läuft der Countdown für den endgültigen Start. Alles verläuft wie beim Test, und doch ist alles anders: Dieses Mal liegt das Ziel nicht unter, sondern vor ihm. Atlan erkennt, dass dieser Flug vieles ändern wird.

Anmerkungen

Diese Geschichte wird in PR-TB 271 »Stern der Astarte« fortgesetzt.
Die Archiv-CD1 gibt als Handlungsjahre abweichend 37, 180, 193 an und für die Rahmenhandlung 3561.

Personenregister

Atlan-Demetrion Der Arkonide behält den Namen bei, den er schon in mehreren Abenteuern verwendet hat.
Ekrala Ausbilder der Gladiatorenschule von Padua, der durch einen Sieg gegen Atlan seine Freiheit gewinnt. Wird von Atlan mit seinen Gladiatoren in der Oase angesiedelt.
Arconrik Carra Rico, der Chefroboter der Fluchtkuppel, behält seinen gewohnten Decknamen und ergänzt ihn um einen römischen Familiennamen.
Narnia Atlans Gefährtin aus mehreren Abenteuern
Khach't Hüter der Oase, der wahnwitzige Falkner aus den Androidenwerkstätten von ES
Usha Tizia Sklavin, die Arconrik-Rico in Alexandria erwirbt, um sie zu seiner Assistentin auszubilden. Sie verliebt sich in ihren Lehrmeister.
ES Die Superintelligenz

Der obige Text wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
D’ Kometen müßten sonst verboten wer’n;
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Um am Firmament und hat kein’ Paß;
Und jetzt richt’ a so a Vagabund
Und die Welt bei Butz und Stingel z’grund
(Johann Nestroy)

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon dandelion » 9. April 2018, 23:07

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dandelion
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Die erste Episode des Taschenbuches spielt also zeitlich vor "Söldner für Rom", die zweite 2 Jahre danach. Wurde das Geschehen in der Blaubandversion in die richtige zeitliche Reihenfolge gebracht?

Irgendwo in "Söldner für Rom" wurde erwähnt, daß Atlan die Römer hasst. Wurzelt dieser Hass in den Ereignissen um 40 nChr? Die Zusammenfassung gibt keinen Hinweis auf Geschehnisse, die das begründen könnten.

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon piehdschäij » 19. April 2018, 22:15

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Ein Roman mit einer völlig neuen Idee: Atlan (und seine Freunde und/oder Roboter) bauen tatsächlich ein Raumschiff! Das ist natürlich ein etwas langfristigeres Unternehmen, das folgerichtig über mehrere Zeitabschnitte und Bände verläuft.

dandelion hat geschrieben:Die erste Episode des Taschenbuches spielt also zeitlich vor "Söldner für Rom", die zweite 2 Jahre danach. Wurde das Geschehen in der Blaubandversion in die richtige zeitliche Reihenfolge gebracht?

In der Tat, das wurde es. Das machte es für mich etwas mühsam, den hier vorgestellten, den PTBs folgenden Verlauf im Blauband wiederzufinden. Aber es hat sich gelohnt, das Abenteuer hat mir insgesamt gut gefallen. Der Wechsel zwischen Action-Szenen und dem Aufbau in der Oase machte es für mich gut lesbar, außerdem wird Spannung erzeugt durch die Angst vor dem Eingreifen von ES. Aber ES bleibt rätselhaft, wie es sich für eine Superintelligenz gehört.

Etwas merkwürdig: In der vorigen Geschichte hat sich Kneifel bemüht, das Zellaktivator-Dilemma zu lösen, aber im Vorwort des neuen Blaubands geht er auf die Frage ein, als wäre sie ungeklärt. Und sogar K'hacht muss zugeben, dass er nicht weiß,
..., warum dein Zellschwingungsaktivator einmal in deinem Brustmuskel einoperiert, dann wieder frei inmitten deines grauen Haargekräusels schaukelte, heute wieder unsichtbar ist?
Tja, wo isser denn?

dandelion hat geschrieben:Irgendwo in "Söldner für Rom" wurde erwähnt, daß Atlan die Römer hasst. Wurzelt dieser Hass in den Ereignissen um 40 nChr? Die Zusammenfassung gibt keinen Hinweis auf Geschehnisse, die das begründen könnten.


Nun, Atlan hatte ja schon vorher keine gute Meinung über die Römer und hat mit Hannibal ja auch einen der Erzgegner Roms unterstützt. Aber ein paar Wochen als Arenakämpfer sind auch nicht dazu angetan, die römische Kultur lieben zu lernen. :( Und mit Caligula und Nero hat sich Atlan natürlich auch besondere Schätzchen ausgesucht. Mit Augustus oder Hadrian hätte er sich sicher besser verstanden.

Zur ja schon öfter diskutierten Frage der Bedeutung Atlans als Kulturbringer: Zumindest er selbst schätzt sich so ein, wenn er bedenkt:
Ich habe mir geschworen, vor unendlich vielen Jahrhunderten, den Barbaren zu helfen. Ich habe dies tausendmal getan, von der Pfeilspitze bis zur Landkarte, vom gebrannten Ziegel bis zur Windmühle und zahllosen anderen Erfindungen.

Aber Atlan verfolgt unsere Diskussion und gibt auch Ymans Ansicht recht, denn er gelangt zu
... der Einsicht, dass ein einziger Mann nicht in der Lage war, die kulturelle und zivilisatorische Entwicklung einer Welt mit etlichen fünfzig Millionen Bewohnern positiv zu beeinflussen.


Etwas seltsam finde ich die Herabstufung der Gelehrten, die ja auch schon in Alexandrien deutlich wurde:
Die Gelehrten aus der Bibliothek diskutierten mit überlegenem Lächeln ihre jüngsten Erkenntnisse und dachten nicht einmal daran, sie dem Volk weiterzugeben.

Die damaligen Gelehrten befassten sich vor allem mit Mathematik, Astronomie, Philosophie und etwas Physik. Alltagstaugliche Anwendungen - wie etwa bei Archimedes - waren eher die Ausnahme. Das "Volk" war an ihren Themen vermutlich wenig interessiert - was sich ja auch bis heute nicht wesentlich geändert hat. :o)

Und natürlich die üblichen Korinthen:

Die Beschaffenheit der Venus im Perryversum ist und bleibt ein Mysterium:
Auf dem zweiten Planeten hatte ich eine stark bewegte, heiße und feuchte, nicht atembare Lufthülle.
Das wird die halbintelligenten Robben wenig erfreuen. Und auch Thora und General Tomisenkow werden ihre Venusabenteuer umschreiben müssen. Vermutlich ist das eine von ES gefälschte Erinnerung. :P

Und das Gadget des Tages: Atlan hat einen Psychostrahler! Den hätte er sicher schon in früheren Abenteuern gut gebrauchen können! Er ist allerdings gegenüber den Wundergeräten aus den ersten Tagen der Dritten Macht reichlich degradet. Aber halt: Wir sind ja auch 2000 Jahre früher - Crest hatte sicher ein wesentlich verbessertes Modell.

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon Lumpazie » 22. April 2018, 09:34

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Im Oktober des Jahres 1985 erschien das chronologisch 29te Zeitabenteuer (der Reihe der Planetenromane als Nr.271):

Stern der Astarte

von Hanns Kneifel

Bild

Handlung:

Es handelt sich um die Fortsetzung der Geschichte aus PR-TB 266 »Hüter des Planeten.

Atlan ist mit dem Raumschiff LARSAF DREI:ZWEI aufgebrochen, dessen Komponenten zum Teil von den Schmieden der Oase und zum Teil von den Maschinen der Fluchtkuppel hergestellt wurden. Sein Ziel ist jener »Wandelstern«, der in vielen Kulturen mit weiblichen Göttinnen gleichgesetzt wurde – der Astarte, der Aphrodite, und in der römischen Kultur der Venus. Dort will er die Positronik aufsuchen, die vor über achttausend Jahren von den arkonidischen Kolonisten auf Larsa, ihrem Namen für diesen Planeten, installiert wurde.

Noch immer stellt ES sich dem Unternehmen nicht entgegen. Atlan erreicht den zweiten Planeten des Sonnensystems ungehindert, und bei seiner Landung erhält er bereits den ersten Kontakt mit dem »Kommandanten«, wie die Venuspositronik seinerzeit genannt wurde. Er kann sich ihr gegenüber identifizieren, sein gebeuteltes Raumfahrzeug wird über einen Leitstrahl in die Station eingeschleust, und zum ersten Mal seit Jahrtausenden betritt er wieder eine voll funktionsfähige arkonidische Niederlassung.

Kolonisten trifft er jedoch keine mehr an; nach Auskunft der Positronik sind die meisten in die Heimat zurückgekehrt, und die Nachfahren der wenigen, die blieben, sind schließlich ausgestorben. Die Station verfügt über mehrere Ein-Mann-Jäger, doch alle für interstellare Reisen ausgestatteten Schiffe wurden von den abreisenden Kolonisten mitgenommen. Dennoch ist für den Kristallprinzen die Rettung in greifbare Nähe gerückt: Die Station verfügt über einen voll funktionsfähigen Hypersender. Atlan lässt diesen für einen Funkspruch nach Arkon vorbereiten, doch dann zögert er. In diesem Moment kommt endlich die lang erwartete Reaktion der Superintelligenz ES. Ohne das einführende Gelächter, ohne den üblichen zynischen Sarkasmus stellt ES klar die Wahl dar, die der Arkonide jetzt treffen muss: die Völker und Kulturen der Erde weiter auf ihrem eigenen Entwicklungsweg zu unterstützen, oder sie unter der Dominanz einer arkonidischen Kolonie zu nichts weiter als einer schlechten Kopie Arkons umwandeln zu lassen.

Entgegen Atlans Erwartung stellt ES ihm diese Entscheidung für jetzt und die Zukunft frei. Gleichzeitig macht die Superintelligenz jedoch klar, dass die Menschen der Erde ein wichtiger Faktor in zukünftigen Entwicklungen sein werden, wenn man ihnen jetzt die Freiheit ihrer eigenen Entwicklung lässt. Atlan entscheidet sich für einen Kompromiss: Er hinterlegt einen Notruf beim Kommandanten, den dieser senden soll, falls er die Instruktion dazu von Atlan erhält. Dann nimmt er einen Hyperfunksender an sich, mit dessen Hilfe er den Kommandanten jederzeit von der Erde aus erreichen kann. So hält er sich die Wahl weiterhin offen.

Nach seiner Rückkehr stellt sich zunächst die Frage, wie das Raumschiff und die andere Ausrüstung vor unbefugtem Zugriff zu schützen sind. Atlan hat Sorge, dass die Verhältnisse in der Oase sich durch innere Unruhe oder Angriffe von außen verändern und das Raumschiff in Gefahr geraten könnte. Die Schaffung eines gewaltigen Hohlraumes für das Schiff wird daher mit Effekten verbunden, die Legenden erschaffen sollen. Bei der Versiegelung des Raumes werden zusätzlich gezielt Vorrichtungen eingebaut, die jeden unbefugten Eindringling abschrecken sollten. Nachdem die Arbeiten vollendet und die Oasenbewohner gebührend beeindruckt worden sind, ziehen Atlan, Arconrik, Narnia und Usha Tizia sich wieder in die Fluchtkuppel zurück – nicht ohne zuvor ihre Rückkehr anzukündigen.

Hundert Jahre später geschieht, was Atlan und seine Freunde befürchtet haben: Die jungen Männer der Siedlung werden unruhig und wollen Abenteuer, während die Alten sie aus Furcht vor Entdeckung nicht gehen lassen wollen. Als ihre Rastlosigkeit die Jungen einen Angriff gegen harmlose Nomaden der Umgebung planen lässt, kommt es zu einem tödlichen Streit, der in einen Aufstand mündet. Erst der Tod des herbeigeeilten Khach't bringt die Streitenden wieder zur Besinnung. Die Rebellen werden entwaffnet und zur Arbeit am Kanal verurteilt, während die Älteren mit einer Mischung aus Spannung und Furcht die Reaktion der Freunde erwarten, mit deren Rückkehr sie nun fest rechnen.

Tatsächlich weckt Rico Atlan und Narnia, um sie über die Geschehnisse in Kenntnis zu setzen. Zuvor hat er sich jedoch mit einem anderen Problem beschäftigt: Um ihr klarzumachen, warum er ihre Liebe nicht erwidern kann, hat er seine Schülerin Usha Tizia vor den anderen aus dem Tiefschlaf geholt und sie über seine wahre Natur aufgeklärt. Er hat sich dazu teilweise »entkleidet«: An mehreren Stellen ist die Kunsthaut entfernt, und die mechanischen und elektronischen Komponenten des Roboters sind sichtbar, als Atlan erwacht. Als die Gefährten sich einige Tage später auf den Weg in die Oase machen, zeigt er jedoch bereits wieder sein altes perfektes Äußeres.

In der Oase angekommen, versuchen die Gefährten, die Oasenbewohner zu beraten, wie sie in Zukunft mit Ereignissen wie den kurz zuvor geschehenen umgehen sollen. Allerdings haben auch sie keine sicheren Lösungen und erkennen, dass der Friede der Oase nicht ewig dauern kann. Die aktuelle Situation entspannt Atlan auf seine Weise: Er fordert die Rebellen auf, sich ihm auf einer Reise anzuschließen, die sie weit weg von der Oase führen wird. Die Aussicht, die Heimat für immer zu verlassen, lässt einige zurückschrecken, doch die meisten sind bereit, sich dem Zug anzuschließen. Der als Schiff getarnte Gleiter, den Atlan ebenfalls nach seinem letzten Aufenthalt zurückgelassen hatte, wird aus der Höhle geholt, und die Gemeinschaft bricht nach Westen auf. Dort hat Arconrik im Land zwischen den beiden Großkontinenten eine interessante Entwicklung festgestellt: Die dortigen Priester des Volkes der Maya haben erstaunliche Rechenkünste entwickelt. Würde es gelingen, diese mit anderen technischen Fertigkeiten zu verbinden, könnte es die Menschheit etwas dichter an die Raumfahrt bringen.

Atlan und seine Begleiter lassen sich in einer der Maya-Siedlungen nieder. Sie versuchen, die Einwohner zur Nutzung von Rädern und anderen Hilfsmitteln zu bewegen, doch immer wieder scheitern sie an deren Widerstand: Für jede Neuerung wird erst festgestellt, ob sie den Göttern gefällt, und wenn die Omen schlecht stehen, will niemand sie nutzen. Die Mayas haben keinerlei Ehrgeiz, über ihre kleine Welt hinaus zu gehen, und sehen auch nicht ein, warum sie sich gegen Angriffe von außen schützen sollten. Sie vertrauen in allem ganz auf ihre Götter. Nachdem sie monatelang in ihrer Aufgabe wenig sichtbaren Erfolg aufzuweisen haben, sind die Gefährten frustriert und denken daran, aufzugeben und weiter zu ziehen. Der Tod eines der Oasenmänner durch einen Vipernbiss hilft auch nicht, die Stimmung aufzuhellen. Einige der Männer haben jedoch auch bereits Frauen aus der Siedlung genommen, und man hat Häuser gebaut und Felder angelegt, die aufzugeben schwer fällt. Noch ehe sie sich zu einem Entschluss durchringen können, tritt eine Naturkatastrophe ein: Ein Hurrikan trifft die Siedlung. Bei dem Versuch, eine schwangere Frau aus der Flutwelle zu retten, die infolge des Regens über das Dorf hereinbricht, kommt Atlans Gefährtin Narnia um. Wieder einmal wird Atlan durch den Verlust in eine tiefe Depression gerissen, die es ihm unmöglich macht, weiter seine Ziele zu verfolgen. Gemeinsam mit Arconrik und Usha Tizia kehrt er in die Fluchtkuppel zurück, ohne auch nur einen weiteren Gedanken an die Oase oder die Mayas.

Personenregister

Demetrion Atlans Name in der Oase
ES Die Superintelligenz
Der Kommandant Name der Venuspositronik
Arconrik Ricos Deckname. Der Chefroboter der Fluchtkuppel wirkt auch bei diesem Abenteuer wieder koordinierend und unterstützend mit, innerhalb wie außerhalb der Kuppel.
Narnia Gefährtin Atlans aus vergangenen Abenteuern. Stirbt, als sie versucht, im Dorf der Mayas Till und seine Frau aus der Flutwelle zu retten.
Usha Tizia Freundin Atlans und Ricos aus vergangenen Abenteuern
Khach't Der verrückte Falkner, ein Geschöpf von ES. Er ist der Hüter der Oase und stellt mechanische Falken her, die ihm bei dieser Aufgabe unterstützen. Kommt bei der Rebellion der Jungen um

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon dandelion » 25. April 2018, 21:39

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Atlan auf der Venus im 2. vorchristlichen Jahrhundert, das ist neu für mich. Sein Besuch war aber für die Venuspositronik anscheinend nicht so sehr wichtig, denn in den "historischen Informationen", die Crest nach der ersten Landung der Terraner auf der Venus im Jahr 1972 sichtete, war dieses Ereignis nicht vermerkt.

Atlan hat sich also für die Menschheit entschieden, obwohl nun eine Rückkehr nach Arkon möglich gewesen wäre. Damit dürfte sich für ihn auch das Warten auf die Ankunft eines arkonidischen Raumschiffes erledigt haben, obwohl er jahrtausendelang darauf gehofft hatte, abgeholt zu werden.

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon piehdschäij » 29. April 2018, 12:39

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Ein völlig antiklimaktisches Ende des Venusabenteuers! Da wird ein riesiger Aufwand betrieben, um es bis zur Venus zuschaffen, Atlan kommt an und tut dann: nichts. Obwohl ES ihm freie Hand lässt, ruft er nicht zuhause an. Er macht nicht einmal Pläne, wie er die Mittel der Venusfestung einsetzen könnte, um die Menschen voranzubringen oder es sich etwas besser gehen zu lasssen. Stattdessen räumt er ein paar Ersatzteile ein und fliegt zurück. Warum ist er überhaupt hingeflogen?

Weil das als Inhalt eines Romans zu wenig ist, werden mühsam noch zwei unbedeutende Geschichten in der Oase und mit absolut schlafmützigen Mayas angeklebt. Enttäuschend!

Und wie immer ein wenig kleinteiligere Kritik:

ES versucht, Atlan von seinen Zweifeln zu kurieren:
Glaubst du, durch dein Wirken und deine tausendfachen Ratschläge insgesamt den Barbaren geholfen zu haben? [...] Gibt es keinen Unterschied zwischen, sagen wir: Nefer-meryt und Katya, oder zwischen Ni-kagina und Narnia?
Seine Argumentation ist aber wenig sinnvoll: Natürlich ist auf der individuellen Ebene eben keine große Entwicklung geschehen, dafür sind 10000 Jahre zu wenig. Und kulturell sind die Gefährtinnen Atlans keine Repräsentanten ihrer jeweiligen Gesellschaften, weil sie durch den Kontakt mit Atlan - und meistens auch seiner Technik - einen ganz anderes Horizont haben als ihre Zeitgenossinnen.

Dass die Milchstraße "von den Griechen galaxis, Milchstraße oder Spiralnebel, genannt" würde, ist eine interessante Übersetzung: "Milch" stimmt, aber von "Spiralnebeln" weiß die Menschheit erst, seit es Teleskope gibt.

Und zu unserer oben diskutierten Frage nach dem Wesen der "Realität" hat Atlan natürlich weise Einsichten: :devil:
Schon Atlan hat gesagt, dass die Realität nur eine Illusion ist, die durch Alkoholmangel hervorgerufen wird.

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon Yman » 29. April 2018, 20:00

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piehdschäij hat geschrieben:Ein völlig antiklimaktisches Ende des Venusabenteuers! Da wird ein riesiger Aufwand betrieben, um es bis zur Venus zuschaffen, Atlan kommt an und tut dann: nichts. Obwohl ES ihm freie Hand lässt, ruft er nicht zuhause an. Er macht nicht einmal Pläne, wie er die Mittel der Venusfestung einsetzen könnte, um die Menschen voranzubringen oder es sich etwas besser gehen zu lasssen. Stattdessen räumt er ein paar Ersatzteile ein und fliegt zurück. Warum ist er überhaupt hingeflogen?


Ich bin zwar erst an der Stelle, als Atlan seinen ersten Testflug in der Erdatmosphäre unternimmt, kurz bevor ES sich über seinen Androiden Khach't meldet und kräftig auf die Bremse tritt. ES gefällt nicht, dass in der abgelegenen Oase eine High-Tech-Zivilisation den Rest der Menschheit entwicklungstechnisch abhängen könnte.

Dass Atlan zur Venus fliegt und dann unverrichteter Dinge zurückkehrt, ist nur scheinbar so, denn Atlan kann nun alles ein wenig mehr aus der Perspektive von ES betrachten. Atlan sieht sich weniger als Sklave von ES und wieder ein Stück mehr als sein eigener Herr, frei in seinen Entscheidungen, was seinem Wohlbefinden zuträglich sein dürfte. Verdient hat Atlan sich das allemal, es hat ja auch Jahrtausende gedauert, diesen Punkt zu erreichen.

Das Herbeirufen der arkonidischen Flotte, was hätte es den Menschen auch wirklich genutzt? Man kann sich alles schön ausmalen, Frieden und Wohlstand, aber Atlan dürfte sich sicher auch noch an den Krieg gegen die Methans usw. erinnert haben. Für die Menschheit mag es besser sein, wenn sich niemand um die Erde schert.

Die PR-Venus sollte eigentlich eine feuchtheiße Dschungelwelt sein, auch wenn dies nicht mit der Realität übereinstimmt.

Ein ganz anderes Thema, auch wenn mit Venus die Göttin der Liebe bezeichnet und so auf subtile Weise eine thematische Querverbindung geschaffen wird, ist die Beziehung zwischen Usha Tizia und Rico. Rico ist zwar kaum noch als Roboter zu erkennen, weder äußerlich noch in seinen sprachlichen Äußerungen, aber eine Liebesbeziehung zu einer menschlichen Frau wird dennoch ausgeschlossen. Warum eigentlich?

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon Yman » 1. Mai 2018, 13:13

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Atlans Raumflug mit einer Art Göttervogel, der LARSAF DREI:ZWEI, hat etwas Religiös-Mystisches. Menschen von Erde würden sich so einen Besuch auf einer Welt von Göttern vorstellen, wenn auch eher bei den Göttern der Unterwelt, denn die Venus ist kein Paradies.

Hans Kneifel scheint die Venus, wie sie die Arkoniden 8000 v.Chr. antrafen und als Stützpunkt auswählten, ähnlich dem Planeten der Realität zu sehen. Lebensfeindlich, aber die zwei Prozent der Oberfläche um die Venusfestung herum werden mit Lebewesen von der Erde begrünt und bevölkert, und Kneifel spricht auch von Anpassungen und Mutationen, so dass Atlan tatsächlich bei seiner Ankunft zwar immer noch einen insgesamt ziemlich lebensfeindlichen Planeten vorfindet, aber auch saurierartige Lebewesen, wie man sie aus der PR-Serie kennt.

Kneifel macht das sehr gut. Er verbindet die Realität mit PR so gut es geht. Bis Perry, Thora usw. zur Venus gelangen, ist es ja auch noch eine Weile hin. Atlans Besuch markiert einen Zwischenstand der planetologischen Entwicklung von der Venus der Realität zur PR-Dinosaurier-Dschungel-Venus.

Atlan ist nun auf dem Berg (Hügel? Venus-Hügel?) der Erkenntnis: Er begegnet ES und kommt zu der Einsicht, dass es besser ist, den Hypersender nicht zu aktivieren und keine Viertelmillion Arkoniden die Erde kolonisieren zu lassen, denn das wäre die Folge. Es käme ja nicht bloß ein Schiff, das ihn nach Arkon bringt. Zum Dank lässt ES ihn wissen, dass er mehr als ein Auge auf ihn hat. Atlans Tod auf der Erde käme ES sicher nicht sehr gelegen.

Neben diesen Erkenntnissen bringt Atlan auch einiges mehr von der Venus mit: Musik und Holographien von Kunstwerken und das eine oder andere Stück Technik, insbesondere einen Hypersender, der es ihm erlaubt, mit der Venuspositronik Kontakt aufzunehmen, und die LARSAF DREI:ZWEI, das auf der Erde gebaute Original, ist nun durch ein umgebautes arkonidisches Ein-Mann-Schiff, die LARSAF ZWEI:DREI, ersetzt worden, mit der der Rückflug von der Venus zur Erde nur Stunden dauern wird.

Diese Ausbeute kann sich also sehen lassen. Von der alten LARSAF DREI:ZWEI und der neuen LARSAF ZWEI:DREI hätte ich gerne mal eine Gegenüberstellung als Doppel-Risszeichnung gesehen. Schade, dass Hans Kneifel solche Dinge nicht in Auftrag geben konnte.

Atlan ist nun seit mehr als achttausend Jahren auf der Erde und hat nun einen bemerkenswerten Höhepunkt erreicht. Die Rückkehr zur Erde, zur Oase, in den Alltag, dürfte jedoch wieder einige Ernüchterungen mit sich bringen. Das römische Reich ist ebenfalls auf dem Höhepunkt, und wie Atlan es gelingt, eine römische Einheit davon abzubringen, die Oase zu entdecken und dort einzufallen, hat mir sehr gut gefallen. Die Römer glaubten, das Ende der Welt erreicht haben, an dem sich nichts mehr befindet, nur noch Wüste und Trostlosigkeit.

Der Psychostrahler (hier als letztes Mittel) kam aber auch schon zu früheren Gelegenheiten zum Einsatz, und Atlan hat auch ein schlechtes Gewissen. ES hatte auf der Venus einen schönen Spruch: Würden die Barbaren es Atlan leichter machen, würde er sie verachten! Leicht machen sie es ihm wirklich nicht.

Atlan mag die Römer nicht besonders, aber mit dem römischen Reich, dem arkonidischen gar nicht mal so unähnlich, wird aber leider auch eine Chance vertan, denn in den nächsten tausend Jahren, lange nach dem Zerfall des römischen Reichs, steht die Welt nicht viel besser da. Um da einen Fortschritt zu erkennen, bedarf es schon einer SUPERINTELLIGENZ wie ES.

Zuvor hatten wir den relativ langen Charis-Unterzyklus

217 "Das Mittelmeer-Inferno"
(074 "Strafkolonie Erde")
227 "Wolken des Todes"
229 "Im Tödlichen Schatten"
(Atlan-X Tamaran 1,2,3)
238 "Kampf der Tausend Schiffe"
242 "Herr der Hundert Schlachten"
245 "Das Ende eines Herrschers"

Nun nähert sich der kürzere Narnia-Unterzyklus

(083 "Die Festung der Dämonen")
254 "Berichte eines Unsterblichen"
259 "Der Stein der Weisen"
(116 "Söldner für Rom")
266 "Hüter des Planeten"
271 "Stern der Astarte"

seinem Ende. Die chronologisch einsortierten Abenteuer stehen in Klammern.

Der Unterschied zwischen dem Charis-Zyklus (Abwehr außerirdisch-kosmischer Gefahren, der Aufeinanderprall von Weltreichen, Atlan mittendrin) und dem Narnia-Zyklus (Aufbau der Oase, Abwehr einer alten Lemurer-Gefahr, Flug zur Venus) ist schon deutlich. Der Narnia-Zyklus ist nicht weniger phantastisch, aber vieles ist eine Nummer kleiner ausgelegt. Nicht mehr die ganze Erde ist in Gefahr, und es geht auch nicht mehr um den Aufbau eines Weltreiches, sondern kleiner, bescheidener, um einen alten ausgerasteten Lemurer-Roboter und um den Aufbau einer Oase als Gegenentwurf zu Alexandria, wo ganz praktisch ein Raumschiff gebaut wird, wohingegen jener Gelehrte aus Alexandria ja das schöne Teleskop zerdeppert hat.

Die Nachfolgerin von Narnia steht offenbar auch schon bereit. Diesen Teil muss ich noch lesen, aber ich vermute, Rico wird nichts dagegen haben, wenn Atlan sich mit Usha Tizia trösten wird.

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon Lumpazie » 6. Mai 2018, 09:34

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Im Jahr 1986 erschien das chronologisch 30te Zeitabenteuer (der Reihe der Planetenromane als Nr.276):

Fürsten des Chaos

von Hanns Kneifel

Bild

Handlung:

Als Atlan dieses Mal erwacht, erwartet ihn eine bereits wieder voll einsatzfähige Usha Tizia. Er spürt eine Lücke in seinem Gedächtnis, wo eine Person sein sollte, doch Ushas Fürsorge lässt ihn das bald vergessen. Vergessen scheint auch ihre frühere Zuneigung zu ihrem Lehrmeister Rico, seit sie dessen wahre Natur kennt. Stattdessen bekundet sie klar ihr Interesse an Atlan, und auch er ist nicht abgeneigt. Noch während sie ihre neue Beziehung zelebrieren, meldet sich jedoch ES: Die Superintelligenz hat Pläne mit der ehemaligen Sklavin, die weit über eine Bettgefährtenschaft mit dem Arkoniden hinausgehen. Sie soll mit Atlans Hilfe ein eigenes Königreich erhalten. Zuvor jedoch muss die Oase vor einer Bedrohung gerettet werden, mit der niemand rechnen konnte: Ein Erdrutsch hat den Flusslauf versperrt, und die Felder der Oase sind vertrocknet. Schon haben viele Menschen die Siedlung verlassen, und die Zurückgebliebenen leiden Hunger und Durst. Von einem weiteren Problem gänzlich anderer Natur berichtet zudem Rico: In der Nähe der Stadt Byzanz bzw. Konstantinopel sind die Stollen eines Silberbergwerkes gefährlich nahe an ein arkonidisches Flottensilo aus der Zeit der Gründung von Atlantis vorgetrieben worden. Der Kontrollrobot des Silos hat Alarm ausgelöst und könnte in der Lage sein, zum Schutz der Anlage die Stadt zu verwüsten. Rico konnte den Robot vorerst beruhigen, doch die Lage muss vor Ort unter Kontrolle gebracht werden. ES will, dass Atlan seine Reise dorthin zusätzlich mit dem Bau einer Festung für den Herrscher Ostroms verbindet.

Die Oase

Nachdem auch Atlan wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist, wenden sich die Gefährten zunächst dem vordringlichsten Problem zu. Mit gezielten Sprengladungen werden die Felsen beseitigt, die den Flusslauf versperrt haben. Kurz vor dem Wasser treffen die Gefährten in der Oase ein, um wiederum ihre Rollen als Freunde und Helfer der Siedlung aufzunehmen. Sie besorgen Saatgut und neue Tiere und helfen beim Wiederaufbau. Zugleich lehren sie die Menschen erneut medizinisches und technisches Wissen, welches das Überleben und den Ausbau der Siedlung sichern soll. Erst als sie sicher sind, dass das Leben in der Oase sich wieder auf seine gewohnten Bahnen zu bewegt, machen sie sich an die nächste Etappe ihrer Auftragsserie.

Byzanz/Konstantinopel

Auf der Reise nach Byzanz schließen sich den Gefährten einige von ES geleitete Baumeister an. Sie alle werden an der Festung mitbauen, die Atlan für den jungen oströmischen Kaiser zum Schutz gegen die einfallenden Barbarenstämme bauen soll. Zugleich haben einige von ihnen jedoch von dem Königreich geträumt, das Usha gründen wird.

In Byzanz wird die Gruppe bereits erwartet, und nach Sichtung der Gegebenheiten und der bereits existierenden Baupläne stellen Atlan und seine Baumeister ihr Konzept einer neuen Stadtbefestigung vor. Es wird vom Regenten akzeptiert, und bald beginnen die Bauarbeiten. Atlan und Rico kümmern sich indessen um die Situation am Bergwerk. Sie haben den Kontrollrobot angewiesen, einen Psychostrahler einzusetzen, und schon bald machen sich die Auswirkungen bemerkbar. Die Sklaven und Wächter werden gleichermaßen immer lustloser und ängstlicher, und bald will keiner mehr so recht in die Mine hinein. Gerüchte von Geistern breiten sich aus. Schließlich werden die Arbeitskräfte abgezogen und stattdessen zum Festungsbau eingesetzt. Atlan und Rico reisen im Schutz der Nacht zur verlassenen Mine und versiegeln die Stollen, die zum Silo führen. Den Robot weisen sie an, den Psychostrahler dennoch weiterhin angeschaltet zu lassen, um jede Wiederaufnahme der Arbeiten zu unterbinden. Die Zustände in Byzanz werden unterdessen immer chaotischer. Während die Festungsmauer um die Stadt immer weiter wächst, brodelt es im Inneren der Palastmauern. Der Regent, der Atlan den Auftrag zum Palastbau gab, wird ermordet, und seine Anhänger müssen fliehen. Atlan verhilft ihrem Kontaktmann zur Flucht in die Oase und beschließt, ebenfalls nicht mehr allzu lang zu bleiben. Zu sehr frustriert es ihn, zusehen zu müssen, wie viel mehr die Menschen an ihren kleinlichen Machtkämpfen interessiert sind als an Zusammenarbeit und Wissen.

In der Oase empfängt man Atlan und die Baumeister, die ihn begleiten, voller Freude. Alles hat sich weiterhin gut entwickelt, und die Siedlung blüht wieder. Atlan macht sich daran, gemeinsam mit Rico den nächsten Schritt zu planen: die Gründung von Ushas Königreich.

Ushas Königreich

Rico beginnt mit den Vorbereitungen, indem er verschiedene Bewohner der ausgewählten Region entführt und in einen Isis-Tempel bringt. Dort tritt er als Bote der Götter auf, der die neue Königin ankündigt und allen Entführten einen Horusfalken-Anhänger als Zeichen gibt. Zudem erzeugen sie einen künstlichen Stau im Fluss, der dafür sorgt, dass die Furt nicht mehr benutzt werden kann, nahe der die Keimzelle des neuen Reiches entstehen soll. Nun landet Usha mit ihren Helfern nahe der überfluteten Furt, und in kurzer Zeit ist ein Zeltdorf entstanden. Neugierig sammeln sich die Menschen des Umlandes, und die Horus-Träger helfen, das Misstrauen zu brechen. Während die Gefährten und einige der byzantinischen Baumeister beginnen, feste Häuser und eine Brücke zu bauen, entschließen sich bereits die ersten Eingeborenen, sich ebenfalls dort anzusiedeln und bei den Arbeiten zu helfen. Die Händler, die bisher die Furt benutzten und sich nicht weiter mit den Eingeborenen beschäftigten, sollen in Zukunft für die Überschreitung der Brücke bezahlen. Zugleich soll aber auch eine Karawanserei entstehen, in der Handel mit dem Hinterland getrieben werden kann. Der erste Händler, der eintrifft, ist der von Atlan und Rico beauftragte Pferdehändler, der ihnen die benötigten Tiere bringt. Er gibt ebenfalls wertvolle Hinweise für den Bau der Karawanserei. Auch die Eingeborenen nehmen die neue Handelsdrehscheibe an. Sie kommen und bringen Elfenbein, Felle, Ebenholz und andere Güter, die mit den Händlern getauscht werden können. Bald kommen Kontakte mit den ersten Händlern zustande, und die Siedlung beginnt zu florieren. Nun, da absehbar ist, dass die neue Gemeinschaft erfolgreich sein kann, entscheiden sich die Eingeborenen, Usha gemäß dem göttlichen Auftrag die Herrschaft anzubieten. Damit ist der Auftrag zum Ende gebracht. Nach einer urtümlichen Krönungsfeier und einer letzten gemeinsamen Nacht trennt sich Atlan von Usha, um in die Fluchtkuppel zurückzukehren.

Anmerkung

In der Archiv-CD1 ist abweichend nur das Jahr 395 angegeben.

Personenregister

Atlan-Demetrion Atlan behält den Namen aus vergangenen Abenteuern im Umkreis des römischen Reiches bei.
Usha Tizia Die ehemalige Sklavin, dann Gehilfin Ricos, wird zu Atlans Geliebter und von diesem auf Befehl von ES zur Königin gemacht.
Arconrik Rico der Chefroboter der Fluchtkuppel, enttarnt sich gegenüber Usha Tizia als nicht menschlich. Für alle anderen jedoch behält er die Maske als effizienter menschlicher Helfer Atlans bei.
ES Die Superintelligenz

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon piehdschäij » 18. Mai 2018, 21:29

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Und wieder ein Roman, dem ich nichts abgewinnen kann. Entweder gehen wir gerade durch eine schlechte Phase, oder ich leide an einer Kneifel-Überdosis. Da ich momentan sowieso sehr wenig Zeit habe, will ich lieber etwas lesen, was mir Spaß macht, und steige aus. Vielleicht komme ich ja später wieder dazu und gebe rückwirkend meinen Senf ab - sehen wir mal.

Viel Spaß ansonsten.
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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon dandelion » 18. Mai 2018, 22:57

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piehdschäij hat geschrieben: oder ich leide an einer Kneifel-Überdosis.


Kann ich gut nachempfinden, ist mir vor einiger Zeit auch so ergangen. Als nächstes Abenteuer kommt allerdings ein Tb aus der ersten Staffel an die Reihe. Die waren zwar sprachlich nicht so ausgefeilt, dafür aber in der Regel spannender. "Feldzug der Mörder" werde ich auf alle Fälle lesen.

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon Yman » 19. Mai 2018, 13:51

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piehdschäij hat geschrieben:Und wieder ein Roman, dem ich nichts abgewinnen kann. Entweder gehen wir gerade durch eine schlechte Phase, oder ich leide an einer Kneifel-Überdosis. Da ich momentan sowieso sehr wenig Zeit habe, will ich lieber etwas lesen, was mir Spaß macht, und steige aus. Vielleicht komme ich ja später wieder dazu und gebe rückwirkend meinen Senf ab - sehen wir mal.

Danke für die Rückmeldung. Alle zwei Wochen ein Zeitabenteuer zu lesen, war eine sportliche Entscheidung, aber vielleicht macht es auch wirklich nicht so viel Spaß. Ein wenig Offtopic sei erlaubt: Woran denkst du, wenn du etwas lesen willst, was dir mehr Spaß macht?

dandelion hat geschrieben:
piehdschäij hat geschrieben: oder ich leide an einer Kneifel-Überdosis.

Kann ich gut nachempfinden, ist mir vor einiger Zeit auch so ergangen. Als nächstes Abenteuer kommt allerdings ein Tb aus der ersten Staffel an die Reihe. Die waren zwar sprachlich nicht so ausgefeilt, dafür aber in der Regel spannender. "Feldzug der Mörder" werde ich auf alle Fälle lesen.


Wenn wir beide die letzten beiden sind, die hier noch (außer Lumpazie natürlich) verbleiben, richte ich mich gerne nach dir und lese dann bald "Feldzug der Mörder". Mein Vorschlag wäre, dass wir uns aus dem Restprogramm in chronologischer Reihenfolge die Rosinen herauspicken.

Vielleicht kannst du sogar jetzt schon ungefähr sagen, welche Zeitabenteuer du noch gerne lesen möchtest und welche nicht.

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon dandelion » 19. Mai 2018, 21:55

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Yman hat geschrieben:Vielleicht kannst du sogar jetzt schon ungefähr sagen, welche Zeitabenteuer du noch gerne lesen möchtest und welche nicht.


Ich werde auf jeden Fall die Taschenbücher lesen, die ich in meiner Sammlung habe. Das sind neben dem "Feldzug" noch die Nr. 89, 92, 95, 98, 100 und 108.

Würde mich aber freuen, wenn auch die übrigen hier noch behandelt würden. Vielleicht gibt es dazu ja doch den einen oder anderen Kommentar.

Die "aktuelle" Nr. 276 habe ich leider nicht. In der Zusammenfassung erscheint mir besonders die Handlung um das arkonidische Flottensilo interessant zu sein. War mir nicht mehr bewußt, daß neben der lemurischen Hinterlassenschaft auch arkonidische Bauwerke auf der Erde überdauert haben. Was aus denen geworden ist, wurde wohl abseits der Zeitabenteuer nicht mehr angesprochen.

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon Yman » 19. Mai 2018, 22:31

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dandelion hat geschrieben:
Yman hat geschrieben:Vielleicht kannst du sogar jetzt schon ungefähr sagen, welche Zeitabenteuer du noch gerne lesen möchtest und welche nicht.


Ich werde auf jeden Fall die Taschenbücher lesen, die ich in meiner Sammlung habe. Das sind neben dem "Feldzug" noch die Nr. 89, 92, 95, 98, 100 und 108.

Würde mich aber freuen, wenn auch die übrigen hier noch behandelt würden. Vielleicht gibt es dazu ja doch den einen oder anderen Kommentar.


Von wem denn?

Die von dir genannten Zeitabenteuer sind diese hier:

086 Feldzug der Mörder
089 Das Goldene Raumschiff
092 Der Ritter von Arkon
095 Die Spur des Gehetzten
098 Wettfahrt der Entdecker
104 Samurai von den Sternen
108 Der Arkonide und der Sonnenkönig

Da würde ich dir fest zusagen, dass ich diese mit dir zusammen lese.

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon dandelion » 19. Mai 2018, 23:23

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Yman hat geschrieben:Von wem denn?



Natürlich eine berechtigte Frage. Das Interesse an den Klassikern hat hier im Forum stark abgenommen bzw. ist so gut wie nicht mehr vorhanden. Kann mir nicht erklären, warum das so ist. Vor zwei, drei Jahren lief das doch so gut.

Deine Liste stimmt nicht ganz. Die Nr. 104 (Samurai...) habe ich nicht, dafür aber die Nr. 100 - Der Kontinent des Krieges. Schön, daß Du zumindest bei diesen Romanen weitermachst. Wäre doch schade, wenn der thread ganz zum Erliegen kommen würde. Ich gebe aber die Hoffnung nicht auf, daß sämtliche Zeitabenteuer vorgestellt werden.

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon Lumpazie » 20. Mai 2018, 09:38

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Im März des Jahr 1971 erschien das chronologisch 32te Zeitabenteuer (der Reihe der Planetenromane als Nr.86):

Feldzug der Mörder

von Hanns Kneifel

Bild

Handlung:

Bei einem Einsatz des historischen Korps auf Dong-soni wird Atlans Erinnerung an seine Zeit im Heer des Hunnen Attila geweckt. Als am Abend alle am Lagerfeuer sitzen, berichtet er von den Geschehnissen der damaligen Zeit.

Nachdem er in der Schlacht auf den katalaunischen Feldern an der Seite Theoderichs gegen die Hunnen gekämpft und gesiegt hat, ist Atlan aufgebrochen, um auch die restliche Welt vor der Eroberungswut Attilas zu schützen. Er hofft, dies erreichen zu können, indem er selbst sich den Hunnen anschließt. Sein Plan ist, Attilas Planungen zu sabotieren, doch sollte das nicht gelingen, ist er als letztes Mittel auch zum Mord bereit.

In einem ausgebrannten Dorf findet der Arkonide die junge römische Adelige Patricia, die sich ihm anschließt. Gemeinsam setzen sie die Reise fort und stoßen bald auf das erste Hunnenlager. Atlan spricht mit dem Anführer des Lagers und zeigt ihm Karten. Der Anführer erkennt den Wert, den die Karten und Atlans Informationen für Attila haben können, doch fordert er von dem Arkoniden einen Test. In mehreren Zweikämpfen muss Atlan sich bewähren, ehe er in die Reihen der Hunnen aufgenommen wird. Er besteht alle Wettkämpfe, und wenig später erhält er Nachricht, dass Attila sich seiner Dienste bedienen will. Zunächst soll er einen Gutshof in der Nähe des hunnischen Hauptlagers beziehen und dort einige Männer zu seiner eigenen Einheit ausbilden. Atlan nimmt sich mit Hilfe Patricias des Hofes und der Leute an, und wenig später floriert das Gut, und die Männer sind zu einer disziplinierten Truppe geworden. Mit ihnen gelingt es dem Arkoniden, Attilas ältesten Sohn aus einer Falle der Ostgoten zu retten. Statt Dank erntet er jedoch nur Hass: Der Sohn sieht sich durch die Rettung von außen heruntergesetzt. Als Attila Atlan wenig später zum Hauptlager ruft, unternimmt sein Sohn sogar einen Anschlag auf Atlans Leben. Doch dieser kann dem entgehen und schleppt seinen betäubten Kontrahenten vor Attilas Zelt. Der Hunnenführer macht klar, dass Atlan unter seinem Schutz steht, selbst gegenüber seinen Erben.

Atlan bekommt nun von Attila den ersten Auftrag. Der Hunne will über die Alpen ziehen, um das römische Reich erneut anzugreifen. Atlan soll mit Hilfe seiner Karten und seiner Einheit den Weg ausspähen und Versorgungspunkte für das Heer einrichten. Der Arkonide wählt einen Weg durch wenig bewohnte Landstriche und nutzt jeden freien Moment, um in der Maske eines römischen Offiziers die Bewohner vor dem kommenden Hunnenzug zu warnen. Er befiehlt ihnen, ihre Gehöfte und Siedlungen mit allem Hab und Gut zu verlassen, damit die Hunnen sich nicht versorgen können. Während in den Bergen die meisten seinem Rat folgen, glauben die Städte der Ebene jedoch, dem Angriff standhalten zu können. Ehe Atlan sie vom Gegenteil überzeugen kann, ist Attila bereits mit seinem Heer dort. Er teilt seine Horde auf, und alle wichtigen Städte im italienischen Norden werden berannt. Atlan wird zu Attila gerufen, der mit seinem Heeresteil Aquileia belagert. Der Herrscher dankt dem Arkoniden für die Hilfe, äußert jedoch Verwunderung darüber, dass alles Land verlassen gewesen ist. Ehe er jedoch seinen Verdacht gegenüber Atlan klarer äußern kann, erhebt sich ein Schwarm Störche von den Dächern Aquileias, und Attila erkennt darin ein gutes Omen. Er widmet sich wieder voll der Belagerung und dem Sturm auf die Stadt, die nun auch Atlan nicht mehr retten kann. Nachdem das siegreiche Heer mordend und brandschatzend durch Aquileia gezogen ist, erhärtet sich Atlans Entschluss, Attila zu töten. Bisher hatte er geglaubt, es reiche, abzuwarten, bis seine Lungenkrankheit den Hunnen umbringt. Jetzt aber will er keine weiteren Menschenleben mehr durch sein Zögern in Gefahr bringen. Doch als er den Hunnenfürsten sucht, ist dieser bereits nach Milano aufgebrochen.

Einige Zeit später werden Atlan und seine Einheit wiederum an die Seite Attilas gerufen. Eine Gesandtschaft Westroms und seiner Verbündeten will sich mit dem Hunnen treffen, um den Krieg zu beenden. Atlan macht Attila anhand seiner Karten klar, dass jede Fortführung des Krieges zu einem sinnlosen Gemetzel würde. Nachdem auch die Gesandtschaft aus Rom unter der Leitung Papst Leos erklärt, dass überall im Land unzählige Soldaten bereit stehen, um seinen Vormarsch aufzuhalten, gibt Attila sein Vorhaben auf. Ein Friedensvertrag wird geschlossen, neue Grenzen werden gezogen, die sich kaum von den alten unterscheiden, und Attila zieht wieder zurück über die Berge. Auch dieses Mal bereitet Atlan den Weg, und wieder findet Attila nahezu keinen Menschen mehr vor. Während des Zuges zurück nach Osten zur Theiß-Ebene schmiedet Attila bereits neue Pläne für einen Zug gegen Ostrom, das ihm neuerdings einen Teil des Tributes verweigert. Atlan spricht ihn auf seine noch ausstehende Belohnung für seine Späherdienste an. Der Hunnenfürst verspricht, ihn nach seiner kommenden Hochzeit mit einer blonden Fränkin zu entlohnen. Hellhörig geworden, stellt Atlan weitere Fragen über diese Hochzeit. Die Braut ist offensichtlich von Norden her ebenfalls auf dem Weg zum Hunnenlager. Atlan nutzt im Schutz der Nacht seinen Gleiter und seinen Robotvogel, um die Braut aufzusuchen. Er gibt ihr zwei Ringe; einer soll ihr Attilas Liebe sichern, der andere ihn umbringen. Sie soll entscheiden, ob er ihrer Liebe wert ist oder nicht.

Die Hochzeit wird wenig später mit viel Aufwand und einem großen Gelage gefeiert. Nachdem das Brautpaar sich zurückgezogen hat, findet Atlan einen Hintereingang zum Brautgemach und beobachtet, was dort geschieht. Die Braut will Atlans »Liebesmittel« verwenden, um dem trunkenen Attila wieder auf die Beine zu helfen. Doch da beide Ringe das gleiche kreislaufanregende Mittel enthielten, hat sie damit Attilas Todesurteil unterschrieben. Der durch seine Lungenkrankheit bereits schwer angeschlagene Fürst erleidet einen Blutsturz. Vor seinem Tod eröffnet ihm Atlan den Grund für sein Sterben: Seine nicht zu stillende Eroberungsgier hat ihm den Tod früher gebracht als seine Krankheit. Dann zieht sich der Arkonide auf sein Gut zurück. Als am Morgen Attilas Leichnam gefunden wird, hüllt die Braut sich in stumme Trauer. Niemand erfährt etwas von Atlans Rolle in diesem Spiel.

Atlan nimmt noch an den Begräbnisfeierlichkeiten für Attila teil, dann macht er sich auf die Suche nach Patricia, die er zu ihrer Sicherheit mit der römischen Gesandtschaft fortgeschickt hatte. Doch das Funkarmband, das er ihr zuvor gegeben hatte, führt ihn lediglich zu einem verlassenen Tempel. Nach all den Strapazen, die sie an seiner Seite durchgemacht hatte, war sie anscheinend nicht mehr bereit für ein Leben mit ihm. Enttäuscht und leer zieht sich der Arkonide in die Fluchtkuppel zurück, um sich wiederum Ricos Fürsorge und dem Kälteschlaf zu überlassen.
Anmerkung

Gemäß der Archiv-CD1 spielt die Rahmenhandlung 2416.

Personenregister

Atlan - Bei den Hunnen behält der Arkonide seinen wahren Namen bei.
Attila - Herrscher der Hunnenhorden, die Mitteleuropa überrennen; Atlan will sein zerstörerisches Tun beenden.
Theoderich I.- König der Westgoten, die das weströmische Reich übernommen haben; besiegt Attila in der Schlacht auf den katalaunischen Feldern, wird dabei jedoch getötet.
Patricia- Adelige, Überlebende eines Hunnenangriffs; Atlan nimmt sie unter seinen Schutz, und sie wird eine Zeit lang seine Geliebte.
Papst Leo- Das Oberhaupt der Christenheit leitet die Verhandlungen mit Attila.
Rico- Atlans Roboter

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon Lumpazie » 20. Mai 2018, 10:22

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piehdschäij hat geschrieben:Und wieder ein Roman, dem ich nichts abgewinnen kann. Entweder gehen wir gerade durch eine schlechte Phase, oder ich leide an einer Kneifel-Überdosis. Da ich momentan sowieso sehr wenig Zeit habe, will ich lieber etwas lesen, was mir Spaß macht, und steige aus. Vielleicht komme ich ja später wieder dazu und gebe rückwirkend meinen Senf ab - sehen wir mal.

Viel Spaß ansonsten.
piehdschäij


Schade. Ich kann es verstehen. Vielleicht hätten wir zu einer 4 Wöchigen Betrachtung der Romane zurückkehren sollen. Aber sei es drum, mache erstmal Pause und dann gucke mal weiter..... :st:
Yman hat geschrieben:
dandelion hat geschrieben:
piehdschäij hat geschrieben: oder ich leide an einer Kneifel-Überdosis.

Kann ich gut nachempfinden, ist mir vor einiger Zeit auch so ergangen. Als nächstes Abenteuer kommt allerdings ein Tb aus der ersten Staffel an die Reihe. Die waren zwar sprachlich nicht so ausgefeilt, dafür aber in der Regel spannender. "Feldzug der Mörder" werde ich auf alle Fälle lesen.


Wenn wir beide die letzten beiden sind, die hier noch (außer Lumpazie natürlich) verbleiben, richte ich mich gerne nach dir und lese dann bald "Feldzug der Mörder". Mein Vorschlag wäre, dass wir uns aus dem Restprogramm in chronologischer Reihenfolge die Rosinen herauspicken.

Vielleicht kannst du sogar jetzt schon ungefähr sagen, welche Zeitabenteuer du noch gerne lesen möchtest und welche nicht.


Tja, traurig zu lesen, wenn ich gucke, wieviele am Anfang mitgemacht bzw. Interesse an dem Threath signalisiert haben.
Aber am meisten bin ich enttäuscht, das der eigentliche Threath-Gründer Heiko Langhans nun gar nicht mehr reinschaut. Die Zeit, das er sich mit der Chronik Nr. 4 beschäftige, ist ja nun vorbei. Da hätte ich schon erwartet, das er hier wieder öfters reinschaut und ein bisserl mitkommentiert (wenn er will, darf er natürlich gerne wieder das Einstellen übernehmen, ich nehme es ihm nicht weg). Aber gut, anscheinend ist auch dem Kneifel-Kenner Langhans das Interesse an den Zeitabenteuer abhanden gekommen.

Prinzipell richte ich mich ja gerne nach Euch - nur in dem Punkt "nur noch die Rosinen rauspicken" - da bin ich ausnahmsweise strickt dagegen!!! Wenn so ein Threath angefangen wird, dann wird er auch durchgezogen. Ist er erstmal da, kann man jederzeit darauf zurückgreifen. Von daher werde ich auf jeden Fall noch alle Zeitabenteuer bis zum Schluss einstellen, auch wenn keiner mehr mit liest.

Jetzt in Eurem speziellen Fall, wenn Ihr wirklich nur noch die genannten TB´s lesen und besprechen wollt, würde ich Euch vorschlagen, dafür einen Extra-Threath aufzumachen. Das wäre dann ein Atlan-Lesezirkel mit genau den Zeitabenteuern, die Ihr lesen wollt. Die Einstelllung und Moderation kann ich gerne übernehmen, wobei Dandillion auch gut im Einstellen von Romanen ist (will sagen, ich drängle mich da nicht vor).

Hier werden ich auf jeden Fall chronologisch weitermachen - wäre natürlich echt schade, wenn gar keiner mehr mitlesen würde. Anbieten könnte ich natürlich auch, das wir im Monat nur noch ein TB besprechen - vielleicht würde Euch das was bringen?
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Homer G Adams
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Sorry, dass ich mich als ‚Atlan-Zeitabenteuer-Fan erst jetzt melde. Da aus gesundheitlichen Gründen, meine tägliche Zeit am PC begrenzt ist, ‚investiere’ ich sie hauptsächlich für meinen Thread, in dem ich selbst Atlan-Zeitabenteuer poste.

Aber hin- und wieder mache ich eine Ausnahme wie für diesen Thread.

Zurück zum TB ‚Stern der Astarte’.

Dieses ist ja bekanntlich ein Bestandteil eines ‚Atlan-Blaubandes’, die ich zwischenzeitlich alle als Hörbücher habe.

Ich nehme an, das ‚Hörbuch’ zu konsumenieren gilt auch als ‚Lesen’.

Auch ich bin der Meinung, dass Atlans Flug zur Venus NICHT sinnlos war. Er kehrte mit einem umgebauten arkonidischen Jäger zurück, derer ja Perry + Co, ich glaube im Band 8 entdeckte und als Grundlage für die ersten Jäger der Dritten Macht verwendete.

Den Höhepunkt der bisherigen Zeitabenteuer finde ich die Auseinandersetzung zwischen ES und Atlan. Während diesem Dialog erkennt Atlan, dass er sich nicht weiter als Sklave von ES sehen muss, sondern als selbstverantwortlicher ‚Wächter der Erde’ fungieren kann. Er hat richtigerweise erkannt, dass die Herbeiholung der Arkon-Flotte keine wirkliche Hilfe für die Erdbewohner sein kann, wenn sie ihren eigenen Weg finden und gehen müssen. Ein verjüngtes ‚Arkonvolk 2.0’ wäre weder für die Arkoniden in Thantur Lok, noch für Erdmenschen wünschenswert.

Nach dieser Erkenntnis Atlans findet er wieder die Energie für sein Wächteramt.

Super! :st:
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

Atlan, PR 470

"Wenn der letzte Ritter der Tiefe gegangen ist, werden alle Sterne erlöschen." Alte kosmische Weisheit über die RdT

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Homer G Adams
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Was die Hellenen anbetraf, das junge Volk, im Vergleich zum uralten Giganten am Nil, dessen ungeschätzten Schüler die Hellenen immer waren und sich auch so sahen. Dafür schien Atlan kaum ein Auge zu haben.

Vielleicht waren sie dem ‚Alten’, zumindest wie Kneifel ihn schilderte, zu individualistisch tatkräftig veranlagt. Auch liebten sie mehr die individuelle Freiheit des Denkens in ihren miteinander konkurrierenden und sich auch bekämpfenden Stadtstaaten. Hier glichen sie den späteren europäischen allerdings größeren Staaten.
Deshalb schafften sie nie ein einheitliches Staatswesen mit einem von oben bestimmten Denken.
Wenn die antiken Ägypter in ihrer Maatphilosophie mit dem von oben lenkenden Staatswesen einverstanden sind, ihre Sache.


Atlans ‚Römerfeindlichkeit’ ist ja nur dem ‚Kneifel-Atlan’ geschuldet. Scheer schilderte ihn völlig anders und die übrigen Autoren, wohl irgendwie dazwischen.

Sehen wir Atlan mal ‚neutral’. Als Arkonide müsste er Rom gegenüber mehr Sympathie zeigen, weil zumindest die Republik wie sie Oktavian/Kaiser Augustus einführte, dem Arkon-Imperium, sehr ähnlich war.

Seine negative Einstellung nur auf seine Erfahrungen als Gladiator und den Kaisern ala Nero und dem ‚Stiefelchen’ zu beziehen, finde ich auch nicht sehr realistisch. Auch des Kneifel-Atlans Vorliebe für die Karthager finde ich auch nicht realistisch.

Diese Worte noch rückwirkend auf die Römer und wenigen ‚Hellenen-Romane’.
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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon Lumpazie » 20. Mai 2018, 12:19

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Homer G Adams hat geschrieben:Sorry, dass ich mich als ‚Atlan-Zeitabenteuer-Fan erst jetzt melde. Da aus gesundheitlichen Gründen, meine tägliche Zeit am PC begrenzt ist, ‚investiere’ ich sie hauptsächlich für meinen Thread, in dem ich selbst Atlan-Zeitabenteuer poste.

Aber hin- und wieder mache ich eine Ausnahme wie für diesen Thread.

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Schön, das Du dich hier meldest, Homer :st:
Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
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Lumpazie hat geschrieben:
Homer G Adams hat geschrieben:Sorry, dass ich mich als ‚Atlan-Zeitabenteuer-Fan erst jetzt melde. Da aus gesundheitlichen Gründen, meine tägliche Zeit am PC begrenzt ist, ‚investiere’ ich sie hauptsächlich für meinen Thread, in dem ich selbst Atlan-Zeitabenteuer poste.

Aber hin- und wieder mache ich eine Ausnahme wie für diesen Thread.

Dieses ist ja bekanntlich ein Bestandteil eines ‚Atlan-Blaubandes’, die ich zwischenzeitlich alle als Hörbücher habe.

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Schön, das Du dich hier meldest, Homer :st:



Gerne, aber wer weiß überhaupt noch, wie lange das Forum existiert. Habe mal ein wenig Forum Threads gelesen. Erschreckend, was sich da abzeichnet. :o(
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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon Lumpazie » 20. Mai 2018, 14:56

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Eine leider erschreckende und nicht neue Situation. Sehr ärgerlich für die User, welche sich zu benehmen zu wissen und sich an die Forumsregeln halten. Nun, neu ist diese Situation leider nicht. Schon vor einigen Jahren gab es das, weit schlimmer, als heute. Damals gipfelte das in der Aktion, das jeder der im Forum posten möchte, eine Kopie seines Personalusweises einsenden musste. Mit diesem Forum hier, wurde diese Massnahme abgeschafft - tja - sieht ganz so aus, als ob man sie wieder einführen müßte. Traurig..... :(
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