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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon Yman » 23. Juli 2018, 12:12

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Yman
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dandelion hat geschrieben:Ich denke, die Suche nach dem Hypersender war zur Erscheinungszeit des Taschenbuchs eine Geschichte wert. Im Blauband zog dieses Spannungselement aber eigentlich nicht mehr. Weiß nicht, wie sich Hans Kneifel da aus der Affäre gezogen hat. Wichtig war das Auffinden des Senders für Atlan ja nicht mehr. Es sei denn, er wollte sicher gehen, daß keine ungewollten Gäste herbeigelockt wurden. Nicht alle Besucher hatten so wie er, das Wohl der Menschheit im Auge.


Das stimmt. Es ist auch auffällig, wie oft die Erde Besuch von fremden Raumfahrern erhielt.

Da in der Milchstraße viele Planeten bewohnt sind und viele Raumschiffe verkehren, auch arkonidische, stellt sich die Frage, ob Atlan überhaupt einen Hypersender braucht. Nach 9000 Jahren hätte auch ein ganz normales Funksignal bereits mehr als ein Viertel der 34000 Lichtjahre von der Erde nach Arkon zurückgelegt.

Normalerweise hat sich Atlan ja immer für 500 Jahre in die Kuppel schlafen gelegt. Funksignale von der Erde (Larsaf III) würden in der Zeit 500 Lichtjahre zurücklegen. Die Ferronen im Wega-System und viele andere hätten diese Signale auffangen können. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass Atlan jemals Überlegungen angestellt hätte, wo der nächste oder übernächste arkonidische Stützpunkt zu finden ist, und wie er diesen auch ohne Hyperfunk hätte anfunken können und wie lange ein Funksignal braucht. Vor allem die Venus zum Beispiel hätte er auch ohne Hyperfunk erreichen können.

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon M13 » 23. Juli 2018, 22:30

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Sehr guter Hinweis, Yman!

Stellt sich aber die Frage wie stark das normale Funksignal sein müsste, um noch in 500 Lichtjahren Umgebung Widerhall zu finden.
Und wäre Atlan in der Lage gewesen, einen Sender zu bauen, der ein solch starkes Signal ausstrahlen kann? Was wäre dann erfolgreicher? Lang-, Kurz-, Mittel- oder Ultrakurzwelle?

Gruß,
Uwe

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon dandelion » 26. Juli 2018, 15:24

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dandelion
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Zu Thoras und Crests Zeiten gab es auf dem 800 Lichtjahre entfernten Planeten Myra IV eine arkonidische Robotstation. Wie lange die schon esxistierte, wurde aber wohl nicht bekannt. Vielleicht gab es sie auch schon zu Atlans früher Exilzeit. Atlan hätte ohnehin aus seiner Zeit als Flottenadmiral wissen können oder sogar müssen, wo in relativer Nähe zum Solsystem arkonidische Stützpunkte zu finden waren.

Wie schon geschrieben ist es aber mit Notrufen so eine Sache. Es könnten auch "Helfer" kommen, die man nicht haben will, wie beim Notruf der AETRON.

Das Geschehen im Roman hat mich stellenweise an die Fernsehserie "Ivanhoe" miT Roger Moore in der Hauptrolle erinnert. Die lief 1962/63 in der ARD. Habe ich gerne gesehen und war so beeindruckt, daß ich kurzzeitig den Colt mit dem Plastikschwert getauscht habe und ich war da nicht der einzige. Vielleicht erinnert sich ja noch jemand an Ivanhoe, Gurth und Lady Rowena.

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon thinman » 26. Juli 2018, 16:17

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thinman
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M13 hat geschrieben:Sehr guter Hinweis, Yman!

Stellt sich aber die Frage wie stark das normale Funksignal sein müsste, um noch in 500 Lichtjahren Umgebung Widerhall zu finden.
Und wäre Atlan in der Lage gewesen, einen Sender zu bauen, der ein solch starkes Signal ausstrahlen kann? Was wäre dann erfolgreicher? Lang-, Kurz-, Mittel- oder Ultrakurzwelle?

Gruß,
Uwe


Verdammt stark.
Wenn er einen größeren Sektor bestreichen will, daß man in ein paar hundert Lichtjahren noch was hört, braucht man verdammt viel Leistung. Auch die Ferronen, die sich 1975 über damalige irdische Funkanlagen kaputt gelacht haben, haben nie einen Pieps von der Erde (Reichssender Berlin, Radio Moskau oder BBC) registriert. Atlan hätte dann die ganze Zeit neben dem Sender sitzen müssen, das Risiko daß Maahks das Signal zuerst empfangen hätten, erschien im wohl doch zu hoch, um seine psychische Gesundheit zu riskieren. Insofern war seine Methode, einfach abzuwarten und auf eine passende Mitfahrgelegenheit zu warten wohl doch die beste Methode. Pech war, daß er halt 1971 die Nerven verloren hat.

thinman

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon Yman » 26. Juli 2018, 19:06

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M13 hat geschrieben:Sehr guter Hinweis, Yman!

Stellt sich aber die Frage wie stark das normale Funksignal sein müsste, um noch in 500 Lichtjahren Umgebung Widerhall zu finden.
Und wäre Atlan in der Lage gewesen, einen Sender zu bauen, der ein solch starkes Signal ausstrahlen kann? Was wäre dann erfolgreicher? Lang-, Kurz-, Mittel- oder Ultrakurzwelle?


Als erfolgversprechend gilt z.B. das UHF-Band, dessen Frequenzen noch oberhalb von UKW liegen.

Project Phoenix (1995-2004) ging davon aus, künstlich erzeugte Signale im Frequenzbereich 1-3 Gigahertz, die mit einer Leistung von 1 Gigawatt in einer Entfernung von 200 Lichtjahren isotrop (gleichmäßig in alle Richtungen) ausgesendet werden, nachweisen zu können.

Die berühmte Arecibo-Botschaft (1974) wurde vom Radio-Teleskop des Arecibo-Observatoriums mit einer Leistung von 1 Megawatt auf einer Frequenz von 2,4 Gigahertz zum Kugelsternhaufen M 13 ausgestrahlt, also dorthin, wo im Perryversum Arkon ist. Die Entfernung nach M 13 wird im Perryversum mit 34000 Lichtjahren angegeben, in der Realität sind es 25000 oder etwas weniger.

1 Megawatt könnte also reichen, wenn das Signal nicht isotrop in alle Richtungen, sondern auf ein kleines Ziel gerichtet ausgesendet wird. 1 Megawatt kann man mit einer Windkraftanlage erzeugen.

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon thinman » 26. Juli 2018, 20:37

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Yman hat geschrieben:]

Als erfolgversprechend gilt z.B. das UHF-Band, dessen Frequenzen noch oberhalb von UKW liegen.

Project Phoenix (1995-2004) ging davon aus, künstlich erzeugte Signale im Frequenzbereich 1-3 Gigahertz, die mit einer Leistung von 1 Gigawatt in einer Entfernung von 200 Lichtjahren isotrop (gleichmäßig in alle Richtungen) ausgesendet werden, nachweisen zu können.
.


Stellt sich bloß die Frage, ob derartige Sendeeinrichtungen in der Kuppel eingelagert worden sind, wenn schon nicht mal Hyperfunksender vorhanden waren. Ich weiß nicht, wie lange die Herstellung einer 1MW Senderöhre aus Kuperdraht, Panzertroplon und was sich noch so in seiner Kuppel fand, dauert.
Welches Frequenzband seine Sateliten, die zu guter letzt der irdischen Raumabwehr zum Opfer fiehlen und seine Robotfalken bzw. Wölfe benutzen blieb ja auch unbekannt.

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon Lumpazie » 28. Juli 2018, 20:57

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Im September des Jahres 1986 erschien das chronologisch 31/35/37te Zeitabenteuer (der Reihe der Planetenromane als Nr.282). Es behandelt Episoden in verschiedenen Jahrhunderten:

Novellen der Sterne und Kämpfe

von Hanns Kneifel

Bild

Handlung:

434 - Die Burgunder

Diese Episode aus Atlans Leben auf Terra spielt zu einer Zeit, in der das Volk der Burgunder jenen Ereignissen entgegen geht, die sich später – in den Fakten etwas verändert – in der Nibelungensage niedergelegt finden. Gundahar, König der bis dahin unabhängigen Burgunder, hegt Pläne, den mit den Römern geschlossenen Friedensvertrag zu brechen, um neues Land für sein Volk zu gewinnen. Atlan ist an den burgundischen Hof gekommen, um zu versuchen, ihm dieses Vorhaben auszureden, doch es will ihm ebenso wenig gelingen wie seinen Freunden Hagano und Siegfryd. Dennoch verleben alle zusammen eine schöne Zeit, die kaum getrübt wird von den düsteren Prophezeiungen des Hofsängers Volker von Alzeye. Atlan schenkt Hagano einen Gürtel mit Tarnvorrichtung und verlässt dann den Hof, ehe der Krieg mit den Römern ausbricht. Später wird Roms Heerführer mithilfe seiner hunnischen Hilfstruppen den Konflikt für sein Reich entscheiden und das burgundische Volk danach in das gallische Kernland umsiedeln.

995 - Leif Eriksson

Eine weitere Episode aus dem Leben des Arkoniden, die einen seiner vorsichtigen Versuche zeigt, die Zukunft des Planeten und seiner Bewohner zu steuern. In der Hoffnung, die Wikinger von ihren Raub- und Eroberungszügen in ganz Europa und dem Mittelmeerraum abbringen zu können, unterstützt er die Expedition Leif Erikssons zur Neuen Welt im Westen mit einigen neuartigen Hilfsmitteln und genauen Karten der Küstenlinien. Er selbst begleitet die Fahrt jedoch nicht. Leif gründet eine Siedlung, die jedoch nach einer Generation bereits wieder dem Vergessen anheim fällt.

1150–1193 – Arcanjuiz

Atlan wird von ES geweckt, um einen vielversprechenden Herrscher namens Friedrich von Schwaben im Auge zu behalten, den man auch Rotbart nennt. Doch zunächst erschafft der Arkonide sich an der Oberfläche mittels des Inhalts eines alten Notsilos mithilfe von Rico erneut eine Insel der Ruhe und einen Rückzugsort in Form des Kastells Arcanjuiz. Von ES hat er für dieses Unternehmen einige Wanderer-Androiden zur Verfügung gestellt bekommen, die abwechselnd als Ritter und als fähige Handwerker tätig werden. Erst als in Arcanjuiz alle Arbeiten abgeschlossen sind, wendet der Arkonide sich den Problemen der Menschheit zu. Das Machtringen zwischen Kaisertum und Papsttum, Streitigkeiten der Fürsten untereinander und die Kreuzzüge zur Befreiung des Heiligen Landes prägen die politische Lage in Europa und Vorderasien. Atlans erste Hoffnung ist, den jungen Herzog von Schwaben zu einem einigenden Faktor in Europa werden zu lassen. Er sucht ihn auf, redet mit ihm und zeigt ihm das Leben in der Region Arcanjuiz, wo eine gute Infrastruktur, Bildung, eine klare Rechtslage und Frieden jedem ein gutes Leben ermöglichen und die Gedanken für den Fortschritt frei machen. Friedrich zeigt sich beeindruckt, und tatsächlich versucht er, manches davon nach seiner Thronbesteigung umzusetzen, doch bald verfällt er in dieselben Bahnen wie alle Herrscher vor ihm.

Zehn Jahre später hofft Atlan, Papst Alexander III. zum Einlenken im Machtstreit mit dem inzwischen zum Kaiser gekrönten Friedrich bewegen zu können. Er versucht, dem Papst klar zu machen, dass eine Zusammenarbeit auf ein geeintes Europa hin für beide Seiten von Vorteil wäre, doch das Kirchenoberhaupt bleibt unnachgiebig. Danach sieht Atlan sich in Syrien einen vielversprechenden jungen Mann namens Salahaddin an, der vielleicht einmal eine wichtige Persönlichkeit in Vorderasien werden könnte. Er wirkt ebenfalls vielversprechend. Atlan kümmert sich nun eine Weile um den Fortschritt auf seinen Ländereien, doch bald packt ihn und seine Androiden-Ritter die Langeweile. Der Streit zwischen Friedrich und dem Papst ist inzwischen zum Krieg geworden, und Atlan versucht erneut, Friedrich die Unsinnigkeit seines Tuns klarzumachen. Doch dieser lässt sich nicht umstimmen. Mit seinen Rittern beobachtet Atlan den Kampf, den Friedrichs Truppen mit den Soldaten Alexanders vor den Toren Roms austragen, und sie stellen sicher, dass Friedrich nicht getötet wird. Als die kaiserlichen Truppen wenig später von der Malaria heimgesucht werden, tun sie ihr Möglichstes, um den Erkrankten zu helfen, doch Friedrich muss sich zurückziehen.

Wieder legt Atlan eine zehnjährige Pause in der Fluchtkuppel ein. Nach seiner Rückkehr nach Arcanjuiz begleiten er und seine Ritter eine Karawane nach Poitiers, wo sie auf den jungen Richard Löwenherz treffen – ein weiterer Herrscher, dessen Einstellung Hoffnung macht, dessen Draufgängertum jedoch bereits vermuten lässt, dass auch er eher den Krieg als den Aufbau fördern wird. Es folgt eine weitere zehnjährige Pause, und dieses Mal wacht Atlan mitten in den Vorbereitungen für den nächsten Kreuzzug auf. Er besucht Salahaddin und erhält von diesem die Zusicherung, dass er sich zu vernünftigen Bedingungen um einen Frieden bemühen würde. Die Franken sind jedoch nicht zu Kompromissen bereit, und es bleibt beim Krieg zwischen den Muslimen und den Christen. Friedrich nimmt daran nicht mehr teil, da er noch vor der Ankunft im Heiligen Land stirbt, aber Richard Löwenherz führt jetzt den unsinnigen Krieg weiter. Der Arkonide pendelt zwischen den Fronten, hilft mal hier und mal dort, ohne jedoch kämpfend einzugreifen, und sorgt vor allem so gut es geht für den Schutz der Zivilbevölkerung, die am schlimmsten unter den Verhältnissen leidet. Schließlich zwingen die Verhältnisse Richard, den Kreuzzug abzubrechen, ohne dass er Jerusalem nehmen konnte. Er schließt einen Frieden mit Salahaddin. Es bleibt unklar, ob das Treffen, zu dem Salahaddin sich im Fall eines Waffenstillstandes bereit erklärt hatte und das Atlan vermitteln wollte, jemals stattfand.

Atlan und seine Freunde bleiben nach der Abreise der Kreuzfahrer in Jerusalem bei Salahaddin. Dort stirbt seine Gefährtin Tyanna bei einem Anschlag der Haschischin des Alten vom Berg, der eigentlich Salahaddin und ihm gegolten hatte. Atlan kehrt nach Europa zurück, nutzt noch einige weitere Monate, um überall in Europa neue technische und naturwissenschaftliche Denkanstöße zu geben oder zu unterstützen, und zieht sich dann wieder in die Fluchtkuppel zurück.
Personenregister

Artalan Atlan versucht, als durchziehender Prinz aus dem Westen den König der Burgunder von seinen Kriegsplänen gegen die Römer abzubringen. Er gewinnt dabei die Freundschaft insbesondere von Hagano.
Gundahar König der Burgunder
Hagano von Tronec Held und Freund des Burgundischen Königs
Siegfryd Held und Freund des Burgundischen Königs
Volker von Alzeye Hellsichtiger Sänger bei Hof, der von kommendem Unheil singt; möglicherweise eine Kreatur von ES
Leif Eriksson Junger Wikinger, der mit Atlans Hilfe eine Fahrt nach Westen rüstet, um neues Land zu finden.
ES Die Superintelligenz
Friedrich I. »Barbarossa« / Friedrich von Schwaben Als Herzog besucht er Arcanjuiz und lernt vieles kennen, was er später als Herrscher durchsetzt. Dennoch ist er zu sehr Kind seiner Zeit, um Atlans Hoffnungen erfüllen zu können.
Riorca / Rico / Ciro ar Natal Die Namen des Chefroboters der Fluchtkuppel sind so vielfältig wie seine Masken, wenn er gemeinsam mit seinem »Gebieter« an die Oberfläche reisen darf. Er koordiniert den Aufbau des Kastells Arcanjuiz und beschützt Atlan und Tyanna so gut es geht auf ihren Reisen.
Papst Alexander III. Atlan versucht vergeblich, Friedrichs kirchlichen Gegenspieler umzustimmen. Im Streit um die Überschneidungen von weltlicher und kirchlicher Machtsphäre gibt er nicht nach.
Yussuf Salahaddin Atlan begegnet dem Gründer der Ayyuben-Dynastie noch vor dem Beginn von dessen Aufstieg. Im Gegensatz zu den westlichen Herrschern ist er Atlans Ermahnungen gegenüber aufgeschlossen, jedoch kann er alleine den Frieden nicht bewahren.
Richard Löwenherz
Tyanna de Claireau Nach über dreihundertjährigem Schlaf ist Tyanna wieder an Atlans Seite. Sie lernt viel, erlebt viel, und begegnet schließlich ihrem Schicksal.

Der obige Text wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
D’ Kometen müßten sonst verboten wer’n;
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Und jetzt richt’ a so a Vagabund
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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon Yman » 29. Juli 2018, 10:56

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Lumpazie hat geschrieben:Im September des Jahres 1986 erschien das chronologisch 31/35/37te Zeitabenteuer (der Reihe der Planetenromane als Nr.282). Es behandelt Episoden in verschiedenen Jahrhunderten:

Novellen der Sterne und Kämpfe

von Hanns Kneifel



Handlung:

434 - Die Burgunder

Diese Episode aus Atlans Leben auf Terra spielt zu einer Zeit, in der das Volk der Burgunder jenen Ereignissen entgegen geht, die sich später – in den Fakten etwas verändert – in der Nibelungensage niedergelegt finden. Gundahar, König der bis dahin unabhängigen Burgunder, hegt Pläne, den mit den Römern geschlossenen Friedensvertrag zu brechen, um neues Land für sein Volk zu gewinnen. Atlan ist an den burgundischen Hof gekommen, um zu versuchen, ihm dieses Vorhaben auszureden, doch es will ihm ebenso wenig gelingen wie seinen Freunden Hagano und Siegfryd. Dennoch verleben alle zusammen eine schöne Zeit, die kaum getrübt wird von den düsteren Prophezeiungen des Hofsängers Volker von Alzeye. Atlan schenkt Hagano einen Gürtel mit Tarnvorrichtung und verlässt dann den Hof, ehe der Krieg mit den Römern ausbricht. Später wird Roms Heerführer mithilfe seiner hunnischen Hilfstruppen den Konflikt für sein Reich entscheiden und das burgundische Volk danach in das gallische Kernland umsiedeln.

995 - Leif Eriksson

Eine weitere Episode aus dem Leben des Arkoniden, die einen seiner vorsichtigen Versuche zeigt, die Zukunft des Planeten und seiner Bewohner zu steuern. In der Hoffnung, die Wikinger von ihren Raub- und Eroberungszügen in ganz Europa und dem Mittelmeerraum abbringen zu können, unterstützt er die Expedition Leif Erikssons zur Neuen Welt im Westen mit einigen neuartigen Hilfsmitteln und genauen Karten der Küstenlinien. Er selbst begleitet die Fahrt jedoch nicht. Leif gründet eine Siedlung, die jedoch nach einer Generation bereits wieder dem Vergessen anheim fällt.

1150–1193 – Arcanjuiz

Atlan wird von ES geweckt, um einen vielversprechenden Herrscher namens Friedrich von Schwaben im Auge zu behalten, den man auch Rotbart nennt. Doch zunächst erschafft der Arkonide sich an der Oberfläche mittels des Inhalts eines alten Notsilos mithilfe von Rico erneut eine Insel der Ruhe und einen Rückzugsort in Form des Kastells Arcanjuiz. Von ES hat er für dieses Unternehmen einige Wanderer-Androiden zur Verfügung gestellt bekommen, die abwechselnd als Ritter und als fähige Handwerker tätig werden.


In den Büchern sind die drei Teile chronologisch eingearbeitet. Ich weiß nicht, ob mir dieses dreiteilige Zeitabenteuer als Originaltaschenbuch besonders gut gefallen hätte. Aus den ersten beiden Teilen hätte Kneifel sicher mehr machen können, eigenständige Abenteuer, und ich verstehe nicht, warum er das nicht getan hat.

Beim dritten Teil finde ich die Dimension von Atlans neuem Stützpunkt beachtlich. 300 ES-Androiden, darunter 75 weibliche, werden für ihn bereitgestellt, deren Lebensdauer jedoch auf 50 Jahre begrenzt ist. Am Ende stirbt seine vergleichsweise bedeutungslose Geliebte Tyanna. Mir hat dieses vorzeitige abrupte Ableben nicht so gut gefallen. Auch aus Tyanna hätte Kneifel mehr machen können. Sie spielte eine zu geringe Rolle. Aber Band 9 ist damit abgeschlossen.

Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon Lumpazie » 5. August 2018, 07:49

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Im Jahr 1986 (Dezember?) erschien das chronologisch 38te Zeitabenteuer (in der Reihe der Planetenromane als Nr.286).

Der Arkonide und der Großkhan

von Hanns Kneifel

Bild

Handlung:

1268 nach Christus: Atlan wird geweckt, weil rätselhafte Dinge geschehen sind. Ein Schiff der Galaktischen Händler ist in das System eingedrungen, wurde jedoch von einem automatischen Geschütz abgeschossen, das sich nach einem Erdbeben in einem Gebirge nahe dem Chin-Reich an die Oberfläche geschoben hatte. Rico ist sicher, dass dieses Geschütz nicht arkonidischen Ursprungs ist. Ein Rettungsboot ist östlich des Kontinents im Meer niedergegangen, doch Ricos Sonden haben noch keine Spur möglicher Überlebender finden können.

Da kein Bedarf für eiliges Handeln besteht, sucht und findet Atlan zunächst wieder einen guten Ort für einen Stützpunkt, der zugleich eine kulturelle Keimzelle werden soll. An der von Mongolen bedrohten Westgrenze des Landes Sind (Indien) errichten Ricos Robotscharen eine Felsenfestung und bewässern das umliegende Land. Währenddessen suchen Atlan, Rico und Alexandra von Lancaster den Ort des seltsamen Geschützes auf, doch es ist noch immer halb vergraben und nicht zugänglich. Später verschwindet es nach einem weiteren Beben wieder vollständig im Untergrund. Ricos Sonden haben derweil ein Springerpaar am Hofe des Mongolenherrschers Khubilai Khan aufgefunden. Sie sind zu Beratern des Herrschers aufgestiegen, wirken jedoch nicht glücklich dabei. Atlan zögert jedoch vorerst, mit ihnen Kontakt aufzunehmen.

Ein mongolisches Heer aus dem Westreich um Bagdad rückt inzwischen gegen Sind vor. Mittels Psychostrahlern und anderer technischer Hilfsmittel gelingt es Atlan, das Heer zurückzutreiben und dessen Anführer gefangen zu nehmen. Bei der darauf folgenden Verhandlung mit den Abgesandten des Sultans von Sind bekommt Atlan die für die Gründung einer Siedlung notwendige Unterstützung zugesichert. Der mongolische Anführer, der ebenfalls dieser Unterredung beigewohnt hat, wird im Anschluss zu seinem Herrscher Khubilai Khan zurückgeschickt, um diesem zu berichten, dass Sind nicht zu erobern ist, und ihm zugleich die Freundschaft anzubieten.

Während Khubilai Khan unermüdlich weiter an seinen Eroberungsplänen gegen das Sung-Reich im Süden und Zipangu (Japan) im Osten arbeitet, stehen die Springer ihm mit technischer Unterstützung und ihrem geografischen Wissen aus ihren Aufzeichnungen zur Seite. Sie sammeln dabei unschätzbare Reichtümer an. Allmählich wird ihnen jedoch klar, dass sie den Planeten niemals wieder verlassen werden, und das nimmt ihnen alle Freude an ihren Gewinnen. Zudem gefallen ihnen Khubilais Kriege nicht. Sie sehen aber keine andere Möglichkeit, zu überleben, als in ihrer Position an seinem Hof. So entwickeln sie schließlich auch unter Zuhilfenahme des bereits von den Chin entdeckten Schwarzpulvers Raketen und Kanonen für den Großkhan.

Atlan und Alexandra besuchen nun ebenfalls den Herrscher des Mongolenreiches, um die Gestrandeten näher kennenzulernen. Mit Karten und anderen Geschenken gewinnt Atlan das Vertrauen des Großkhans und führt lange Gespräche mit ihm. Er unterstützt die reformatorischen Bemühungen Khubilais, kann ihm jedoch seinen Expansionswillen nicht ausreden. Mit Subo Etai und Jelme Hadamag freunden Atlan und Alexandra sich schnell an, verraten ihnen jedoch nicht die Wahrheit über sich. Nach dem Ende des Besuches beschließt Atlan, mit Alexandra England zu besuchen. Sie finden Lancaster Castle jedoch nur noch als Ruine vor, in der sie auf den verarmten Adligen Guye of Llandrindod treffen. Sie freunden sich mit diesem an und nehmen ihn mit sich zurück in das Felsenfort, wo er während einer fünfjährigen Tiefschlafperiode die Verwaltung des Gebietes für sie übernimmt. Als sie sich schon in die Tiefseekuppel zurückgezogen, aber noch nicht den Tiefschlaf angetreten haben, entführt Rico noch Subo und Jelme samt ihren Besitztümern heimlich aus dem Mongolenreich und setzt sie nahe dem Felsenfort ab, wo sie wenig später von Siedlern des Dorfes gefunden werden. Sie werden von Guye herzlich aufgenommen und lernen in seiner Gesellschaft, wieder zu lachen und das Leben zu genießen.

Als Atlan und Alexandra fünf Jahre später (1273?) zurückkehren, hat Khubilai das Sung-Reich erobert und sich an Zipangu eine blutige Nase geholt. In England ist Edward I. König und kämpft gegen Wales. Guye hat Heimweh und wünscht, an der Seite seines alten Lehnsherrn in den Kampf ziehen zu dürfen. Alexandra überschreibt ihm Lancaster Castle, und Rico bringt den Ritter in seine Heimat, ausgestattet mit einigen arkonidischen Spezialausrüstungsteilen. Um der überhöhten Besteuerung zu entgehen, baut Atlan eine Meeressaline und handelt mit dem Wesir des Sultans von Sind Salzlieferungen anstelle von anderen Abgaben aus. Danach übernehmen Subo und Jelme die Leitung des Felsenforts, noch immer ohne jemals etwas über Atlans Herkunft zu erfahren, und Atlan und Alexandra brechen zu einer langen Reise durch viele Länder auf. Im Laufe dieser Reise begegnen sie auch den auf der Rückreise befindlichen Marco Polo, und Atlan nutzt die Gelegenheit, um dem jungen Marco ein paar der schlimmsten Fantastereien, die man ihm aufgetischt hatte, auszutreiben. Schließlich kehren sie in die Tiefseekuppel am Fuße der Azoren zurück, um sich wieder für einige Jahre aus dem Lauf der Zeit zurückzuziehen.

Anmerkung

Die Archiv-CD1 gibt als Handlungsjahre abweichend 1200, 1268–1271 und 1281–1282 an.


Personenregister


Atlan / Antal Peyrefitte of Sherwood Der Arkonide wird in Indien und China tätig und versucht, das Leben der gestrandeten Springer zu verbessern, ohne sich ihnen gegenüber zu verraten.
Rico / Ciron de Roncas Der Chefroboter der Tiefseekuppel ist wichtigstes ausführendes Organ für alle Pläne Atlans.
Alexandra von Lancaster An der Seite Atlans hat die junge Adligentochter ein neues Leben begonnen und trennt sich von der letzten Bindung an ihre Vergangenheit.
Khubilai Khan Anführer der Mongolen, als Großkhan Herrscher über die Ländereien von Bagdad bis zur Küste Chinas.
Subo Etai, genannt »Feuerhaar« Springer aus dem Rusuma-System, Patriarchen-Sohn. Nachdem er auf dem ihm unbekannten Planeten gestrandet ist, stellt er seine Fähigkeiten in die Dienste des Großkhans, um sein Überleben und das seiner Gefährtin zu sichern. Zu Anfang glaubt er noch an eine Rettung und sammelt Schätze an, die er mit sich nehmen will. Nachdem er seine Hoffung verloren hat, ist er dankbar für die Möglichkeit, in Atlans Felsenfort friedliche Aufbauarbeit unter freundlichen Menschen leisten zu können.
Jelme Hadamag Springerin, Gefährtin von Subo Etai, die ihn bei seinen Bemühungen unterstützt.
Guye of Llandrindod Verarmter walisischer Earl aus dem Gefolge von Edward I., der eine Zeit lang das Felsenfort verwaltet und später Lancaster Castle und die zugehörigen Ländereien übernimmt.
Edward I. König von England
Marco Polo Weitgereister Venezianer, den Atlan auf eine Stippvisite einlädt

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitragvon Lumpazie » 5. August 2018, 08:34

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Lumpazie hat geschrieben:Im Jahr 1986 (Dezember?) erschien das chronologisch 38te Zeitabenteuer (in der Reihe der Planetenromane als Nr.286). ........................

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Ups - sorry Leute - eine Woche zu früh. War keine Absicht -_-
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