Die unbeliebtesten Zyklen

Unvergessene Abenteuer, legendäre Zyklen - nachgelesen und neu diskutiert.
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Re: Die unbeliebtesten Zyklen

Beitragvon Andreas Möhn » 12. Mai 2017, 07:45

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Andreas Möhn
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Genau das habe ich damals in Stefan Manskes "Zykluszine" geäußert: "Da hat jemand den alten Teig weggeworfen, um in Ruhe seine eigenen Brötchen backen zu können." Der Kriegerkult-Zyklus ist nach dem Rauswurf Thomas Zieglers viel zu überstürzt abgewürgt worden: 50 Bände mehr hätte er ohne Weiteres verdient gehabt; ich hätte es sogar begrüßt, wenn aus den Zwölf Galaxien dauerhaft Dreizehn (mit der Milchstraße) geworden wären. Statt dessen bekamen wir diesen unsäglichen Tarkan-Zyklus - und was Ernst Vlcek später auf dem Con in Karlsruhe über die nicht ausgeführten Planungen für die Weiterschreibung ausgeführt hat, hörte sich richtig gruselig an. Eine Verschmelzung von Tarkan und Meekorah war angedacht gewesen: Hangay wäre nur die erste von haufenweise neuen Galaxien im Umkreis der Milchstraße gewesen ... Ich glaube, das muss es sein, was Kurt Mahr in seiner Vorankündigung zum Tarkan-Zyklus als "Terminale Symmeixis" bezeichnet hatte. Ehrlich: Dieser Wahnsinn hätte der Serie den Todesstoß versetzt.
Festplattenbackup? Wozu? Für mich erledigt das die NSA.

Re: Die unbeliebtesten Zyklen

Beitragvon Harzzach » 25. Januar 2018, 15:46

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Harzzach
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nanograinger hat geschrieben:Allerdings wurden die für die Umkehrung der Verhältnisse notwendigen Elemente meines Erachtens besser als in fast allen anderen Fällen eingeführt (der Cojito-Planetenjäger kam schon im Folgeband, das "Affengift" wurde von der Neuen USO eingebracht).

Aber vor allem kann man den Tradom-Zyklus nun wirklich nicht auf die militärische Auseinandersetzung reduzieren. Die Reise der Sol führt erst nach Wassermal und dann ins erste Thoregon. Die LEIF ERIKSSON und die KARRIBO reisen durch Tradom (Quinthata, die Aarus...) und dann in die Vergangenheit (das Lichtvolk...). Alaska und Monkey gehen durch Zeitbrunnen und kommen vie LEUCHTKRAFT auch ins erste Thoregon. Undsoweiter undsofort.

Und auch wenn es natürlich einige schwächere gab, so gab es auch viele absolute Spitzenromane. Darunter zähle ich übrigens auch die "Paradim-Jäger" von Feldhoff, in der zum ersten Mal AGLAZARE in Menge vernichtet werden.

Ich persönlich halte den Tradom-Zyklus für einen der besten der ganzen Serie. So können die Meinungen auseinandergehen....

Verzeih bitte die Thread-Nekrophilie, aber eben erst gesehen, bzw. die ganze Zeit übersehen ...

Ja, ich gebe Dir Recht. Dieses Technik-Aufholen wurde überzeugender geschildert als sonst und im späteren Zyklusverlauf erfährt man ja auch, dass die AGLAZARE fast nur noch aus technisch vergleichsweise minderwertigen Nachbauten bestehen, weil die Original-Schiffe mangels Qevayaan und Guyaam weder nachgebaut, noch gewartet werden konnten und im Laufe der Jahrzehntausende Stück für Stück verloren gegangen sind. Trah Dingenskirchen ist im Solsystem mit einem der sehr seltenen Originale aufgetaucht, nicht in einem Nachbau.

Dennoch ist der Tradom-Zyklus weiterhin ein Schlüsselpunkt in meiner subjektiven PR-Historie, weil hier ein Endpunkt einer Jahr um Jahr immer mehr zunehmenden PR-Müdigkeit erreicht wurde. Ich hatte genug, die Faszination war weg, ich hatte das Gefühl die Serie tritt auf der Stelle. Da entwickeln sich störende Punkte, die ansonsten eher "verziehen" werden, zu Killerfaktoren, die dann schlussendlich den Daumen senken lassen.

Im Nachhinein nach- und erneut gelesen ... es ist weiterhin nicht mein Favorit, aber das große Kotzen, welches mich damals überkam, bleibt heute fern. Ich leide auch nicht mehr an PR-Müdigkeit, ich kann der Serie wieder mehr verzeihen :)

Re: Die unbeliebtesten Zyklen

Beitragvon Yman » 31. Januar 2018, 18:13

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Yman
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Richard hat geschrieben:
GECP hat geschrieben:
dandelion hat geschrieben:Na, irgendwie hat dich der Zyklus ja doch beeindruckt, wenn ich mir die Länge deines Beitrages ansehe. ;)


Wenn ich nur geschrieben hätte "Der Cappin-Zyklus war schlecht", dann wäre es auch nicht recht gewesen. Florymonth, der Dieb von Gruelfin - wer hat sich nur so einen Blödsinn ausgedacht? Und von der Qualität gab es einiges in dem Zyklus.


Ein "Problem" des Cappinzyklusses war vermutlich auch die relativ geringe Anzahl der Autoren, die da mitwirkten.
Ich habe das jetzt aus dem Perrypediaartikel reinkopiert:
Anzahl der Hefte pro Autor im Cappinzyklus:
William Voltz: 27
H. G. Ewers: 26
Hans Kneifel: 23
Clark Darlton: 22
K. H. Scheer: 2

Wenn man die beiden KHS Romane weg laesst kann man sagen, dass im Prinzip 4 Leute den Cappinzyklus geschrieben haben.

Im M87 Zyklus waren das schon ein mehr:

William Voltz: 25
H. G. Ewers: 24
Clark Darlton: 21
Kurt Mahr: 11
Hans Kneifel: 11
K. H. Scheer: 5
Conrad Shepherd: 3
--
Da koennte man sagen, dass rund 5 Leute mehr als 90 Hefte geschrieben haben.

Und jetzt noch der MDI Zyklus:

William Voltz: 25
H. G. Ewers: 25
Clark Darlton: 19
Kurt Mahr: 16
K. H. Scheer: 13
Kurt Brand: 2

Da haben 5 Autoren den Zyklus (98 Hefte ...) geschrieben.

Man sieht ganz klar: im Cappin Zyklus hatte man wohl einen Autor weniger als in den Jahren davor.


Ja, damit ist das offensichtlich: Scheer schrieb immer weniger, Hans Kneifel stieg ein und schrieb immer mehr.

Von Kurt Mahr habe ich gerade einige Romane aus dem M 87 Zyklus gelesen. Die Romane von Kurt Mahr sind gut, Kurt Mahr fehlte im Cappin-Zyklus, aber das alleine kann ja auch nicht ausschlaggebend gewesen sein.

Den MdI-Zyklus kenne ich wesentlich besser als M 87, aber die Zyklen sind ja relativ ähnlich. Konstrukteure des Zentrums klingt auch ähnlich wie Meister der Insel, es gibt jeweils ein Schiff namens CREST, der Zeitsprung beträgt auch nur 30 Jahre, Haluter spielen eine große Rolle, mal sehen, was noch kommt. Ich bin auch mal gespannt, ob der Cappin-Zyklus, wenn ich dazu komme, bei mir Gefallen findet.

Re: Die unbeliebtesten Zyklen

Beitragvon Ce Rhioton » 11. August 2018, 15:34

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Ce Rhioton
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Clark Flipper hat geschrieben:
Nach Thoregon konnte mich eigentlich kein Zyklus mehr überzeugen.


Geht mir ähnlich. Jeder darauffolgende Zyklus bot (und bietet noch) zum Teil grandiose Einzelromane. Doch sobald es auf das Zyklusende zugeht, folgt der bange Blick: Was wird dieses Mal zerstört werden und/oder auf Null gesetzt? :unsure:

Kurios: Den Linguiden-Zyklus fand ich damals wirklich furchtbar.
Als ich ihn vor einigen Jahren nochmals las, war er gar nicht mal mehr so übel.
Merkwürdiges Phänomen, die Romane hatten sich ja nicht verändert, doch was dann? :gruebel:

Re: Die unbeliebtesten Zyklen

Beitragvon Clark Flipper » 11. August 2018, 15:48

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Clark Flipper
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Ce Rhioton hat geschrieben:Merkwürdiges Phänomen, die Romane hatten sich ja nicht verändert, doch was dann? :gruebel:


Ja, merkwürdig.
Was könnte sich verändert haben. :D

Aber den Effekt kann ich bestätigen, ein Grund mehr bei den vergangenen Zyklen einen zweiten Blick zu wagen. ;-)
Die Ultimativen Antworten des SF:
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Re: Die unbeliebtesten Zyklen

Beitragvon Andreas Möhn » 11. August 2018, 16:44

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Andreas Möhn
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Hm ja - vielleicht sollte ich den Atlantis-Zyklus noch einmal lesen.
Festplattenbackup? Wozu? Für mich erledigt das die NSA.

Re: Die unbeliebtesten Zyklen

Beitragvon Tennessee » 13. August 2018, 07:52

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Tennessee
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Ce Rhioton hat geschrieben:[...]

Kurios: Den Linguiden-Zyklus fand ich damals wirklich furchtbar.
Als ich ihn vor einigen Jahren nochmals las, war er gar nicht mal mehr so übel.
Merkwürdiges Phänomen, die Romane hatten sich ja nicht verändert, doch was dann? :gruebel:


Salut Ce Rhioton,

ich fand den Linguiden-Zyklus damals schon ziemlich gut geglückt. Er war halt m.E. ein eher ungewöhnlicher PR-Zyklus. Unsere Klassikerbesprechung dazu findet sich dann auch mal hier: https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=55&t=90

Clarks Anmerkung zu deiner Frage, was sich den verändert habe, zielt natürlich darauf ab, dass du als Leser dich verändert hast und mittlerweile vielleicht andere Leseschwerpunkte, Leseinteressen oder oder oder ... hast. Ein, ich glaube, recht natürlicher Vorgang, wenn man länger PR liest: Durch die lange Lektüre kommt man zu mehr Vergleichs- und Beurteilungsmöglichkeiten bzgl. Inhalt, Stil oder Konzept.

lg
Ten.
„Ein Wort“, sagte Humpty Dumpty, „bedeutet genau das, was ich es bedeuten lasse, nichts anderes.“
„Die Frage ist“, sagte Alice, „ob du Worten so viele Bedeutungen geben kannst“.
„Die Frage ist“, sagte Humpty Dumpty, „wer die Macht hat – das ist alles.“

Re: Die unbeliebtesten Zyklen

Beitragvon thinman » 13. August 2018, 13:38

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thinman
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Tennessee hat geschrieben:Ein, ich glaube, recht natürlicher Vorgang, wenn man länger PR liest: Durch die lange Lektüre kommt man zu mehr Vergleichs- und Beurteilungsmöglichkeiten bzgl. Inhalt, Stil oder Konzept.

Ich glaube, daß kann man nicht nur auf PR eingrenzen.
Ich persönlich hatte den Effekt bei einem Film, der mich beim erstmaligem Sehen so berührt und begeistert hat, daß ich bis heute, ein knappes viertel jahrhundert später, nicht weis, wie ich damals ins eigene Bett gekommen bin. Ich hatte über ein Jahrzehnt glatt Angst davor, mir diesen Film wieder anzusehen, bis er dann endlich auf DVD erhältlich war. Ich bin immer noch der Überzeugung, daß L'aventura der beste Film je gedrehte Film ist.
Wenn man sich auf die Wiederholte Lektüre eines Werkes freut, weil man jedesmal wieder etwas scheinbar Neues entdeckt, oder dies zumindest glaubt, dann hat der Produzent gute Arbeit geliefert.
Deswegen kann man solche Threads immer nur als subjektive Eindrucksammlung betrachten.

thinman

Re: Die unbeliebtesten Zyklen

Beitragvon Richard » 13. August 2018, 23:15

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Richard
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Es hängt mitunter auch vom Alter ab: als Jugendlicher empfindet man oft manche Dinge anders als Erwachsener.
Mich würde es jetzt nicht wundern, dass man mit 15 den Linguidenzyklus als nicht so toll empfindet - speziell wenn diese der erste Zyklus ist, den man liest.
Auch wenn jetzt die Verknüpfung von Cantaro- und Linguidenzyklus jetzt nicht ganz so eng ist wie zb beim Kosmische Hanse und Endlose Armadazyklus (die gehen direkt in einander über) gibts doch einige Dinge, die im Cantarozyklus nicht gelöst und die dann im Linguidenzyklus thematisiert wurden.

Die Story rund um die Friedensstifter war letztlich so gegen 1590 fertig - danach wurde meiner Erinnerung nach nur mehr "aufgeräumt".
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