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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 28. November 2018, 08:34

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Homer G Adams
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Elena hat geschrieben:Mal gucken, wie weit WIR kommen! :st:


:D :rolleyes:
„Kaffee ist übrigens ein Hauptgrund, der die Existenz Terras berechtigt erscheinen lässt.“ leicht abgeändert.

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 30. November 2018, 08:21

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Homer G Adams
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Am Freitag morgen der zweite Teil unseren Marschroniken

Spoiler:
2. Teil



Ares City, Mars, 20.9.2036

„Zugriff!“, befahl der Sicherheitsbeauftragte von Ares City.

Ronald Tekener nahm einen Schluck aus seinem Kaffeebecher, den er kurz zuvor aus dem Getränkeautomaten entnommen hatte und blickte gespannt auf den großen holografischen Schirm in der Sicherheitszentrale, die einen kompletten Container der neuen Siedlung einnahm. Direkt daneben stand der große Wohncontainer, welcher ihm und seinen Leuten, die er gerade in den Einsatz schickte, als Wohnraum zur Verfügung stand. Im Container stand ihm nur eine kleine einige Quadratmeter große separate Wohnzelle zur Verfügung.

Momentan, denn sie waren immer noch Pioniere. Aber eine große Erweiterung der Station zu einer kleinen Stadt namens Ares City stand kurz bevor.

Ronald ärgerte es, dass er sich nicht wie früher selbst in den Einsatz begeben durfte. Ja durfte. Aber als Chef, vor allem auf dem gefährlichen Mars, in dem jede Kugel oder jeder unkontrollierte Sturz lebensgefährlich werden konnte, musste er sich im Interesse seiner Sicherheitsorganisation zurückhalten. Einen Einsatz-Agenten konnte das Mars-Projekt leichter ersetzen, als einen Mann in seiner jetzigen Position mit seiner Qualifikation als Führungspersönlichkeit UND als Kampfspezialist. Nicht nur sein Chef der Multimilliardär und Konzernmagnat Dorian de Wynther, sondern auch sein eigener gesunde Menschenverstand, sagte ihm das.

In diesem Zusammenhang, dachte er an einige bekannte SF-Serien, in den die Kapitäne oder noch höhere Chargen, immer in den direkten Kampfeinsatz gingen. ^^^

Entgegen aller Vernunft fragte sich Tek trotzdem, ob er auf das geradezu rauschhafte Gefühl bei einem Direkteinsatz je komplett verzichten könnte?

Während Teks Leute das Terroristennest, eine Höhle in der Nähe von Ares stürmte, dachte er über die letzte Zeit nach, weil er sowieso nichts mehr an der Aktion ändern konnte. Sie lief routiniert und nahezu automatisch ab. Wie dröge…

Die wochenlangen Recherchen hatten eindeutig ergeben, dass in der Druckgesicherten Höhle die Zentrale der Terroristen und Saboteure lag. Sie hatten erheblichen Schaden am privaten Mars-Projekt angerichtet. Der Gefängniscontainer wartete auf sie.

Abermals trank Tek einen Schluck Kaffee aus dem Becher. Sein Kaffee sollte möglichst frisch, stark, ohne Zucker, Milchpulver und sehr heiß sein. Er konnte auf dem Bildschirm sehen, wie routiniert die Anti-Terror-Spezialisten vorgingen. Nein, er musste nicht persönlich dabei sein. Er hatte mit seinen Recherchen und Ermittlungen die Vorarbeit geleistet.

Das Mars-Projekt hatte zwei harte Aufbaumonate hinter sich. Alle Druckgesicherten und mit irdischem Luftgemisch versehene Container standen inzwischen in der Grube. Selbst die ersten druckstabilen Gebäude aus marsianischen Regolithbausteine waren bereits gebaut. Beispielsweise eine private Bar und ein großer Laden mit irdischen Spezialitäten, die immer noch auf dem Mars sehr gefragt waren. Natürlich!.

Über ihre Container oder Regolithhäuser hatten die Siedler eine nunmehr vier Meter dicke Regolithschicht gelegt, welche sie üblicherweise vor Solarstürmen und Solarwinden, sowie vor Kosmischer Strahlung schützen sollte. Über der jetzt submarsianisch angelegten Siedlung hatten sie die Gewächshäuser errichtet. Die irdischen Folien sollten allerdings in Kürze von ferronischen Hightech- Folien ersetzt werden, die noch mehr Solarenergie erzeugten und weit effektiver die Pflanzen vor kosmischer und Solaren Strahlen schützen würden.

Seit einer Woche weilte eine ferronische Delegation aus Diplomaten, privaten Geschäftsleuten, Wissenschaftlern, Technikern, Ingenieuren und kolonialen Spezialisten in Terrania. Die blauhäutigen menschenähnlichen Geschäftsleute hatten in den riesigen Frachträumen der TOSOMA eine gigantische Menge an diversen Hightechprodukten ihrer Firmen mitgebracht.

Seit dem 13. September saß Dorian de Wynther meistens am Terminal des geschützten Informationskanal von INTERSTELLAR TRUST und verhandelte mit den ferronischen Geschäftsleuten über Raumschiffsantriebe, Schwerkraft generierende Rotationsräder für Raumschiffe, Lizenzen zur Produktion von ferronischen Raumschiffshüllen, Folien für den Mars, Kaltfusionsreaktoren und dergleichen. De Wynther bot unter anderen einigen ferronischen Geschäftsleuten Joint Ventures und einen Handelsplatz, sowie ein Produktionsareal in Ares City an. Die Ferronen waren vom privaten Marsprojekt zutiefst fasziniert und verhandelten mit dem irdischen Magnaten hart allerdings zum Vorteil für beide Völker oder ihre jeweiligen Konzerne.

Als Verhandlungsbasis der marsianisch-terranischen Seite, dienten auch bereits registrierte und analysierte Asteroiden aus dem verhältnismäßig ‚nahen’ Asteroidenring, die hochwertige Minerale, wie Edelmetalle und in der Bewertungsskala hochstufigen und seltenen Metalle lieferten. Der INTERSTELLAR TRUST hatte bereits mit Robotdrohnen diverse Asteroiden im Ring klassifiziert und Proben analysiert. Dann für sich im Interplanetaren notariellen Register der UN den Besitz an den Asteroiden eintragen lassen. Dieses notariell gültige Register, das alle Staaten und deren Rechtssysteme akzeptierten, wurden immer mehr von privater und staatlicher Seite genutzt, um sich die Rechte am Besitz von Asteroiden oder Abbaurechten auf dem Mars, Monden und anderen Planeten des Solsystems, notariell eintragen zu lassen.

Die analysierten Asteroiden bot Dorian de Wynther unter anderem den ferronischen Magnaten an. Diese wollten in Ares City und in Terrania die Metalle in für Terraner hochwertige Produkte, wie interplanetare Raumschiffe, Roboter und Hightechprodukte auf allen Ebenen veredeln und vermarkten. Terranische Megakonzerne wie INTERSTELLAR oder die GCC waren für die privaten ferronischen Geschäftsleute naturgemäß erste Wahl, denn beide Seiten würden durch die Kooperation stark profitieren.

Es war Dorian de Wynther via Homer G. Adams dem neuen TU-Administrator gelungen, eine Ladung ferronischer Hightech und irdischer Hochtechnik für den Mars zu organisieren. Diese Fracht und zusätzlich neue Kolonisten und ferronische Geschäftsleute, Techniker, Wissenschaftler und Kolonialspezialisten würden einen Flug der TOSOMA benötigen. Der leeren Kasse der TU würden die Gebühren für den großen Frachtflug nach Ares City gut tun...
Die Marsbesiedlungsgesellschaft und der INTERSTELLAR TRUST bezahlten die horrenden Frachtgebühren.

Der umfangreiche Transport der TOSOMA würde morgen stattfinden und maßgeblich dazu beitragen, Ares City im Strukturaufbau entscheidend voranzubringen.. Gleichzeitig sollte morgen auch die ARES ONE im Orbit über Ares City einschwenken. Die AO sollte anschließend im Orbit mit ferronischer Technologie auf - und umgerüstet werden. Die Fracht der TOSOMA beinhaltete unter anderen auch die neuen ferronischen Ionentriebwerke, den Kaltfusionmeiler und die übrigen Aggregate. Selbst einige ferronische Shuttles und Rover wurden angeliefert. Allerdings Platz sparend in Bausätzen. Der normierte Zusammenbau der Bauteile durch die Spezialisten sollte rasch vonstatten gehen.

Wenn die AO einen Monat später teilweise über ferronische Technologie verfügte, vor allem über den ferronischen Sublichtantrieb auf Ionenbasis und den Fusionsmeiler, würde sie nur noch acht Tage Direktflug zur Erde benötigen. Mit der überarbeiteten AO würde im Solsystem auch ohne arkonidische oder topsidische Hypertechnik, eine neue Ära der Erforschung und Kolonisation beginnen. Weit rascher als sie sich alle in der INTERSTELLAR zuvor vorstellen konnten. Wie auch? Wer konnte denn damit rechnen jemals so etwas wie ferronische Technik zur Verfügung zu haben?

Die interplanetare Raumfahrt im Solsystem stand mit der Hilfe der ferronischen Non- Hypertechnik vor einer Revolution! Die Ferronen waren den Terranern wissenschaftlich und technisch, auch ohne die arkonidische Supertechnik, um etwa fünfhundert Jahren voraus.

Tekener wurde in diesem Moment die erfolgreiche Aktion gegen die Terroristen gemeldet und er trank zufrieden seinen Kaffeebecher leer und schwor sich, dass er trotz seiner Führungsstelle, auf künftige Direkteinsätze nicht verzichtet würde. Zumindest bei einigen Einsätzen würde er persönlich dabei sein!

In diesem Zusammenhang dachte er an neuartige biologische Gesichtsfolien, die eine gemeinsame Entwicklungsabteilung von TU-Security um Mercant und sein eigener Dienst mit Hilfe arkonidischer und ferronischer Biotechnik gerade erarbeiteten. Diese Bio-Gesichtsfolien würden der Geheimdienstarbeit völlig neue Möglichkeiten bieten. Vor allem die KI in der Venuszuflucht, die zu einem Großteil unter terranischer Kontrolle stand, lieferte immer wieder wertvolle Produkte, Informationen und laupausen für altarkonidische Technologie.

Für die Geheimdienstarbeit stellten beispielsweise ferronische Spezialisten eine neuartige Informationsimplantierung in das Gehirn zur Verfügung. Da hier keine Hyperwellen, wie bei arkonidischer ‚Hypnoschulung’ eingesetzt wurden, würde diese für Terraner neuartige Wissensübermittlung auch im Zeitalter der galaxienweiten Hyperstürme funktionieren.

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Mars, Ausläufer der Valles Marineris, Anfang 2037

Bericht Reginald Bull

„Was überlegst du, Reg?“ fragte mich der Ferrone Herloss, einer meiner Begleiter auf unserer nun schon zweiwöchigen Marstour. Im Oktober 2036 war im Haupttal des Valles Marineris, einem riesigen marsianischen Grabenbruchsystems, die TOSOMA gelandet und hatte eine gemischte Ferronisch-terranische Expedition abgesetzt. Sie sollte einen Stützpunkt, die Bradbury Base für die TU, errichten und die Bedingungen für ein Terraforming-Projekt im großen zentralen äquatorialen Grabenbruchsystem untersuchen. Seither wurde die Bradbury-Base ständig ausgebaut. Sie lag etwa eintausend Kilometer von unserem jetzigen Standort entfernt.

Neben der großen privatwirtschaftlich gegründeten Marssiedlung Ares City, die sich inzwischen einen Freihandelsstatus von der UN gesichert hatte und bereits siebentausend Siedler besaß, war Bradbury die größte Siedlung auf dem Mars. Es gab inzwischen derer ein halbes Dutzend, hauptsächlich Minensiedlungen. Auch die ‚First Nations’ der USA hatten bereits Siedlungsgrund auf dem Mars gekauft. Die ersten Siedler dieser Gruppe würde in Kürze mit einem Ares- Frachter von INTERSTELLAR in nur einer Woche auf dem Mars landen. Der Megakonzern unterhielt inzwischen durch ein Joint Venture mit einigen ferronischen Konzernen, ein halbes Dutzend ‚Ares- Frachter’. Da sie modularer Art waren, besaßen sie neben den Frachtcontainern, immer auch mindestens ein Personenmodul, das von Auswanderer zum Mars oder wieder heimkehrende auf dem Mars gescheiterte Siedler benutzt wurde.


Die TOSOMA, die NESBITT und die Fracht- und die Passagiermodule auf den Ares- Schiffen brachten immer mehr Siedler und Ausrüstung zum Mars und hochwertige Minerale und seit einem Monat auch ferronische Hightech-Produkte von Ares City zum Orbit über Kurau und auch Terrania. Über Terrania und dem privatwirtschaftlich ausgerichteten Kurau entstanden seit einiger Zeit zwei riesige orbitale Gespinste. Diese enthielten Orbital-Hotels, Raumdockanlagen, automatische durch KI’s gesteuerte Verhüttung- und Produktionsplattformen für die Montanindustrie und Hightechfabriken. Für den Transport vom Orbit zur Erde und zurück sorgten jetzt Shuttles aus ferronischer Technik. Sie hatten die irdischen Raketenmodule verschwinden lassen. Ein irdisches Space Shuttle war gegenüber den neuen Fähren glatte Steinzeit im Vergleich zum 21. Jahrhundert. Inzwischen baute auch die INTERSTELLAR im Joint Venture mit ferronischen Firmen diese Fähren in Ares City und in Kurau Orbital. Ein ‚Kosmischer Fahrstuhl’ war bereits in Terrania und in Kurau geplant. Die Verankerung sollte durch ausgehöhlte Asteroiden in der Nähe der Gespinste erfolgen.

„Dass auf der Marsoberfläche die Farbe Orangefarben vorherrscht, daran kann ich mich einfach nicht satt sehen.“ Herloss nickte. „Das rührt von dem Eisenoxidstaub her.“ Nickend blickte ich in die Ebene hinein, die hinter dem Ausfluss-Tal begann.

In der Ferne konnte ich in der düsterorangefarbenen Ebene einen Minitornado mit einem langen Schlauch erkennen, besser gesagt eine größere Windhose, die in einer für uns Terraner grotesk langsamer Weise über die Ebene vor dem Tal fuhr und einen Berg von Regolithstaub empor wirbelte und weiter hinten wie in Zeitlupe wieder auf den Boden fallen ließ, weil die Fallgeschwindigkeit und Anziehungskraft des Mars nur etwa dreißig Prozent der irdischen Werte entsprach.

„Eigentlich ein guter Platz für eine Siedlung“, vermutete ich. „Die Felshänge bieten Schutz und vor uns beginnen die großen zentralen Ebenen des äquatorialen Mars“.

„Du hast Recht, Reg, zumal wir in der Nähe eine riesige Kaverne mit Wassereis gefunden haben. Das Vorkommen ist gigantisch und erlaubt eine langfristig größere Siedlung. Dieser Platz ist der bisher Beste, den unsere gemischte Expedition bislang gefunden hat. Ich werde dem Thort und meinem Vater diesen Ort zur ersten rein ferronischen Siedlung auf dem Mars vorschlagen, nachdem uns die TU und die Versammlung aller irdischen Nationen zugesagt haben, eintausend Quadratkilometer des Mars, das wir bestimmen dürfen, zu kaufen.“

Grinsend sagte ich: „Ein gutes Geschäft, Herloss. Dafür liefert ihr an die irdischen Nationen ferronische Hightech-Güter und lasst die Völker an den Segnungen eurer überlegenen Technologie teilhaben. Natürlich auch zu eurem Vorteil. Stimmt es, dass dein Vater, einer der drei großen ferronischen Magnaten, tatsächlich die erste rein ferronische Raumschiffwerft in der neuen Siedlung errichten möchte?“

Kerloss nickte. Er erinnerte in seiner Gestalt mehr an einen Terraner, als an einen Ferronen. Er mochte zwar blauhäutig und etwas breiter gebaut sein, als ein Erdenmensch, ansonsten könnte er durchaus als Terraner durchgehen. Er besaß eine rote Mähne und ein männlich markantes Gesicht. Nicht zum ersten Male fragte ich mich ob es eine galaktische humanoide Urrasse gegeben hatte, weil wir bereits auf Arkoniden, Aras und Ferronen gestoßen waren. Laut den Unterlagen der Venuszuflucht existierten unzählige humanoide Arten in der Galaxis. Aber die meisten davon stammten von den Arkoniden ab. Trotzdem glaubte ich an eine galaktische vielleicht sogar intergalaktische Urrasse, denn wir Terraner und auch die Ferronen stammten nicht von Arkoniden ab. Wo mochte der Ursprungsplanet aller Humanoiden liegen? Seltsam war auch, dass die arkonidische und auch die ferronische archäologischen Funde nicht älter als 50.000 Jahre waren. Was geschah in dieser Zeit, als auf Terra die Altsteinzeit herrschte?

„Ja, das stimmt. Die Schiffe, die dort in den nächsten Jahren gebaut werden, basieren auf der ferronischen Technologie, vor dem Erscheinen der Topsider. Bislang bauten wir die Schiffe bekanntlich in Ares City, zusammen mit den terranischen Konzernen auf Joint Venture Basis. Bei der letzten Hyperfunkverbindung nach Thorta verlangte der Thort eine zusätzlich separate ferronische Siedlung auf dem Mars. Wir kommen natürlich dem Wunsche unseres Herrschers nach und nennen die kommende Siedlung New Thorta.

„Ich darf euch darüber informieren, dass der Thort bereits eine lichtschnelle Raumarche und zwei riesige Frachtschiffe vorbereitet, die notfalls mit Schläfern in siebenundzwanzig Jahren den Mars erreichen werden, wenn wir in der ‚Lokalen Flocke’ ebenfalls von Hyperstürmen getroffen werden. Der Thort möchte unbedingt eine terranisch-ferronische Allianz. Das neue Konstrukt soll dann ‚Terranisch-Ferronische Union’ (TFU) heißen. Die Verhandlungen mit der TU in Terrania laufen bereits. Der Thort hat Diplomaten geschickt, die Verträge abschließen dürfen. Zudem nimmt er ja noch per Hyperfunk-Richtstrahl an den Abschlussverhandlungen teil. Zu unserem Glück reiste ja bekanntlich die TOSOMA seit Mitte September bis Ende des Jahres dreimal nach Ferrol und zurück. Große Mengen an Material und auch die ersten TU-Kolonisten in einem auf Rofus für die TU zur Verfügung gestellten Siedlungsareal leben im Wegasystem. Wir Ferronen haben Kolonien im Solsystem und ihr eine kleine Siedlung auf Rofus. So soll es sein!“

„ Wir werden sehen, wie die Verhandlungen über eine Allianz laufen“, sagte ich ein bisschen skeptisch.
„Aber diese Schiffe werden im Solsystem, alles übertreffen was wir haben, außer den beiden noch existierenden Hochtechnik Schiffen TOSOMA und NESBITT-BRECK und sich hervorragend für die Erschließung des Solaren Systems eignen“, entgegnete ich weiter. Allerdings sind die TOSOMA und mit ihr die Mannschaft um Perry Rhodan, Crest und Thora im interkosmischen Raum verschollen. Geschuldet wurde dies wohl dem Umstand, dass wir am Beginn der ‚Zweiten Archaischen Perioden’ (ZAP) und damit zum großen Teile vor dem Nichtfunktionieren der Hypertechnik, stehen.“

„Das stimmt. Zumindest laut den Daten, die wir in der Positronik der Venuszuflucht fanden. Aber zurück zum Thema. Dafür sind diese neuen Schiffe gedacht. Dank der ferronischen Technik werden sie wenn auch ohne Überlichtantrieb funktionieren. Mein Vater möchte sie nicht nur für unsere Kolonien im Solsystem, die noch folgen werden, sondern auch an die TU oder andere Nationen und Konzerne verkaufen. Diesbezüglich bereitet er ebenfalls ein lichtschnelles riesiges Frachtschiff vor. Hyperstürme hin- oder her.“

„Da melde ich mich gleich als erster an. Dein Vater ist ein ferronischer Newcomer im Solsystem“, meinte Dorian de Wynther der sich zu uns gesellte. Er war ein weiterer Teilnehmer unserer Expedition, der wie ich und zwei andere hochrangige Vertreter der irdischen oder wie Dorian marsianischen Wirtschaft, arkonidische Raumanzüge von der TOSOMA trugen. Die übrigen Teilnehmer trugen ferronisch-terranische Hybridanzüge, während Herloss einen rein ferronischen trug.

Herloss lächelte. „Vorgemerkt, Dorian. Was dein Vorschlag zu einem Joint Venture angeht, so werde ich meinen Vater darüber informieren. Ich bin zwar kein Mitglied seines Konzerns, aber soviel weiß auch ich, dass er Ihrem Megakonzern Interstellar Trust sicherlich allein wegen seiner Größe und der neuen Patente, die Sie in den letzten Monaten in Ares City mit Hilfe von arkonidischen und topsidischen Technobruchstücken erarbeitenden, sicherlich sehr positiv gegenüberstehen wird.“

„Das kann ich mir vorstellen“, mischte ich mich wieder ein. „Deine Hightechwerkstätte im Futurepark von Ares City, Dorian, haben beispielsweise das Kunststück fertig gebracht, die ersten Prototypen von Antigravaggregaten weiter zu entwickeln und eigenständige Antigrav-Triebwerke zu bauen. Es würde wirklich ein gutes Joint Venture abgeben: terranische Antigravaggregate zur Erzeugung von künstlicher Schwerkraft und ferronische Sublichtriebwerke und Raumschiff-Chassis.“

„Genauso“, meinte Dorian de Wynther, “stelle ich mir die gemeinsame technische Zukunft Terras und Ferrols jenseits der Märchentechnik der Arkoniden oder Topsider vor, auf die wir wohl lange Zeit zum größten Teil verzichten müssen. Diese wird für einige Zeit die Ausnahme bleiben, aber das Solare System können wir auch ohne ihre technische Magie erschließen.“

Meine Augen leuchteten auf. „Genau meine Worte und Gedanken Dorian, die Perry Rhodan leider nicht teilt. Er ist zu dieser angesichts der anstehenden Zweiten Archaischen Perioden völlig verrückten Arkon-Expedition aufgebrochen und er schwört völlig auf arkonidische Technik“, dachte ich laut. Dorian de Wynther und Kerloss blickten mich perplex an. „Das ist viel zu früh!“ sagten Dorian und der Ferrone unisono. „Sagt das Crest und Rhodan“, entgegnete ich verbittert, weil ich großes Ungemach auf Terra zukommen sah.

„Der Lichtbringer und sein unsterblicher Lehrer, werden schon wissen, was sie tun.“

„Mein Gott, seid ihr Ferronen ein schicksalergebenes und naives Volk!“ entfuhr es Dorian. „Kein Wunder, dass ihr technisch-wissenschaftlich in den letzten zehn Jahrtausenden nicht entscheidend weitergekommen seid!“

„Dorian!“ ermahnte ich ihn. „Ist doch wahr. Crest ist kein Gott und Rhodan nur ein Mensch. Wir sollten die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Technologien, welche uns die Ferronen schenkten und uns die topsidischen Wracks erkennen lassen, erst mal in aller Ruhe auswerten und in unsere Technologie einfließen lassen. Mit dieser neuen Hybridtechnik sollten wir das Solare System erkunden und erste Basen schaffen. Wir sollten lernen, zumindest topsidische Überlichttriebwerke zu bauen und dann im zweiten Schritt, das lokale Umfeld des Solsystems erkunden, die sogenannte ‚Lokale Flocke’. Zu der übrigens bekanntlich auch das Wegasystem gehört. Erst im Dritten Schritt, hätten wir eine Arkon-Expedition durchführen sollen! Jetzt ist die TOSOMA verloren oder verschollen“ ereiferte sich Dorian aus der uralten holländischen Magnatenfamilie de Wynther.

„Meine Worte“, sagte ich und dachte über das Wort, ‚unsterblich’ nach. ES hatte es den Terranern gestattet, einhundert Personen eine Zelldusche zu gewähren, die alle zweiundfünfzig Jahre wiederholt werden musste. Zugang zur Maschinenstadt auf Wanderer hatten wir über den Spezial Transmitter in der submaritimen Kuppelstation des verschollenen oder toten Atlan. Zu den ‚Einhundert’ gehörten auch Thora, Rhodan, Ronald Tekener, Dorian de Wynther, Homer G.Adams, Allan D. Mercant, Pounder und meine Wenigkeit. Crest hatte ja den Zellaktivator von Perry übernommen.

(Anmerkung Autor: Meiner Meinung nach eine gute Mischung aus EA und Neo ^^^)

Zufällig blickte ich gerade hinauf zu einer bogenförmigen Einbuchtung am nördlichen Rand des Talrandes. Die Einbuchtungen entsprangen einstigen Hangrutschungen, in diesem Gebiet. Offensichtlich infolge von früher vorhandenen Wassermassen, als die Atmosphäre noch so dicht war, dass das Wasser fließen konnte. Zumindest sagte dies eine weit verbreitete Hochrechnung, die Thora bei ihrem Flug über den Mars erstellen ließ.

„Aber da oben ist doch etwas!“
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Re: Requien für ES

Beitragvon sonnenwind » 30. November 2018, 10:45

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sonnenwind
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@ Homer
Teil 1 Deiner Geschichte eben gelesen. Super, Homer! :st: Das "Narbengesicht" Tekener ist auch dabei. :st: Und dann spielt das Ganze zur "NEO - Zeit" um USA - Präsident Drummond, als der chinesische General Bai Jun zum Deserteur Perry Rhodan überlief etc. Lang ist's bei NEO her. Aber schön war's. :st:
Und Deine Mars-Geschichte detailverliebt und toll angelegt. Ich lese gleich den 2. Teil. :)
Der Reisende ins Innere findet alles, was er sucht, in sich selbst. Das ist die höchste Form des Reisens ( Laotse ).
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Re: Requien für ES

Beitragvon sonnenwind » 30. November 2018, 14:57

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sonnenwind
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Nun den 2. Teil gelesen. Du erzählst einfach toll, Homer. Der Aufbau von Ares City und die geplante Zusammenarbeit mit den Ferronen sind spannend geschildert. Man merkt, dass Du ein besonderes Mars-Faible hast. :st:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 30. November 2018, 21:02

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Homer G Adams
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sonnenwind hat geschrieben:Nun den 2. Teil gelesen. Du erzählst einfach toll, Homer. Der Aufbau von Ares City und die geplante Zusammenarbeit mit den Ferronen sind spannend geschildert. Man merkt, dass Du ein besonderes Mars-Faible hast. :st:



Hola Sonnenwind,

Schön, dass du wieder mit an Bord bist. Und es freut mich wenn dir die Marschroniken gefallen. Ja, ich war schon sehr früh vom Mars fasziniert. Und es freut mich, dass jetzt die Privatwirtschaft das Ruder in Richtung Mars-Mission übernimmt. Vielleicht geht es jetzt voran. Schaun mer mal.

Auch bin ich ein Ferronenfreund. Die kamen ja in der Anfangsphase von Neo, die mir übrigens bis Band 60 und auch bis 100 gut gefallen hat, besser weg als in der EA. Es wird die Terranisch-Ferronische Union natürlich geben!

Und unser Zeitreisender Traversan-Atlan kommt ab Teil 5 wieder ins Spiel. Als Gänger des Netzes hat es ihn in dieses Paralleluniversum verschlagen.

Und Tekener erleben wir wieder in Untercovereinsätzen. Mal schaun, ob wir mit ihm nicht noch einige Überraschungen erleben. Da kommen einige Ideen. B-)
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Re: Requien für ES

Beitragvon Elena » 1. Dezember 2018, 16:49

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Elena
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So, hab den zweiten Teil jetzt auch gelesen. Verbindungen zu NEO kann ich natürlich nicht erkennen, da ich NEO nicht kenne, aber egal. So hätte es auch sein können, das kann ich mir sehr gut vorstellen. Und spannend ist es auch. Gut gemacht, Homer! :st:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 1. Dezember 2018, 19:19

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Homer G Adams
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Elena hat geschrieben:So, hab den zweiten Teil jetzt auch gelesen. Verbindungen zu NEO kann ich natürlich nicht erkennen, da ich NEO nicht kenne, aber egal. So hätte es auch sein können, das kann ich mir sehr gut vorstellen. Und spannend ist es auch. Gut gemacht, Homer! :st:


Spielt keine Rolle Elena, wenn du Neo nicht kennst. Dieser Storysequenz spielt ja in einer Mischung aus Neo und EA Perryversum. Auch ich bin eigentlich auf die EA geeicht. Allerdings finde ich einige Elemente in der Neo gut. Du wirst ja noch die Unterschiede kennenlernen. :unschuldig: :lol:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 1. Dezember 2018, 19:29

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Homer G Adams
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Übrigens, der zeitreisende Traversan-Atlan wird bereits in dem übernächsten Storyteil auftauchen. Dann wird auch der Geschichtenteil mehr in den Vordergrund treten und der Entwicklungsteil der Marskolonisation nur ein Teil des Gesamten sein. Atlan wird 2066 auftauchen, also 30 Jahre Marsentwicklung liegen da hinter uns. 2066 wird auch ansonsten ein prägendes Element in der Geschichte der Menschheit, weil da plötzlich der Raumkrümmungsantrieb zur Verfügung steht. Damit kannst du auch immer noch in der Lokalen Flocke anhaltenden 'Zweiten Archaischen Perioden' 400 fache Überlichtgeschwindigkeit erreichen... :devil:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Elena » 1. Dezember 2018, 19:31

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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 3. Dezember 2018, 12:48

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Homer G Adams
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Elena hat geschrieben:Hört sich klasse an! :st:



ich arbeite gerade an dem kosmologischen Hintergrund eines Parlleluniversums, indem ES erst 80.000 Jahre alt ist und von der Urmenschheit abstammt.

Das stimmt doch ihr Neoleser? Ich las nur bis Band 100.
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 7. Dezember 2018, 08:49

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Am Freitag morgen der 3. Teil unseren Marschroniken

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3.Teil

„Was meinst du Reg?“ hörte ich meine beiden Gefährten unisono fragen. Statt einer Antwort richtete ich das Objektiv meines arkonidischen Minitablets, das auf meinem rechten Arm angebracht war, in diese Richtung und drückte blitzschnell einen Touchsensorpunkt. Es klickte mehrmals. Anschließend vektorierte ich das im Anzug integrierte Flugsystem, das wir infolge der Abnutzung der uralten arkonidischen Anzüge von der TOSOMA selten nutzten und schoss mit Höchstlast getragen von den Antigravflugelementen im Anzug nach oben in Richtung der uralten Hangrutschung, einer chaotisch aussehenden Gesteinsanordnung.

In etwa fünfzig Meter Entfernung entfaltete sich urplötzlich ein Objekt, ob organisch oder nicht, konnten meine im Anzug integrierten Ortungssysteme nicht verifizieren. Das Ding war ortungstechnisch fast nicht erkennbar und optisch auch kaum. Ein seltsames Wabern umgab das Flugobjekt. Nicht desto weniger verfolgte ich es, über die Marshochfläche und ließ meinen Anzug mehrere Aufnahmen machen. Dann erreichten wir wieder ein geologisch chaotisches Gebiet. Vor uns lagen abermals die Valles Marineris, jenes gewaltige Grabenbruchsystem des Roten Planeten.

Der Flug ging über einige Hänge, Ablagerungen und Trockentäler hinweg, deren Tiefe mein Anzugssystem mit mehreren Kilometern angab. In eines dieser Täler flog das Flugobjekt. Als sich das Grabensystem verbreiterte, tauchten kleine stromlinienförmige Gesteins- und Felseninseln auf. Die geologischen Strukturen ließen keinen Zweifel zu. Hier musste vor langer Zeit Wasser geflossen sein. Das Gebiet wurde immer wilder und einer inneren Eingebung folgend, drückte ich den Sensorpunkt auf dem Display meines Armband-Tablets.

Der im Anzug integrierter Funksender initiierte einen Notruf und fast gleichzeitig fing mein Flugaggregat an zu stottern. Sofort unterbrach ich den Flug und landete just in dem Augenblick auf einem kleinen Tafelberg, als die Antigravaggregate ihren Geist aufgaben.

Meiner raschen Reaktion verdankte ich wahrscheinlich mein Leben. Der Funksender flackerte ebenfalls, ich konnte es auf meinem Armdisplay erkennen, aber bis zu diesem Zeitpunkt gab er noch Funkfeuer von sich. Drei Leute unserer Expedition, besaßen TOSOMA-Anzüge. Einer von ihnen war wie bereits erwähnt, Dorian de Wynther. Er würde alle drei Anzugträger veranlassen mich zu suchen. Soweit kannte ich ihn und die anderen Träger, obwohl diese, wie er kein Spezialist, sondern Wirtschaftsleute waren, die eine kurze Einführung zur Handhabung der arkonidischen Schutzanzüge erhalten hatten.

De Wynthers diesbezügliche Fähigkeiten entsprachen allerdings durchaus denen eines Astronauten. Er gehörte zur bereits legendären privatwirtschaftlich organisierten ersten Mars-Expedition, die vor mehr als einem halben Jahr erstmals den Mars betrat und Ares City gründeten. Auf ihn setzte ich meine ganze Hoffnung auf Rettung. In diesem Augenblick setzte das Funkfeuer aus und von einer tiefen Stelle dieses unübersichtlichen Gesteins- und Grabengewirrs startete in diesem Augenblick ein kleineres Flugobjekt. Meine Augen konnten es nicht genau definieren.

Geistesgegenwärtig drückte ich mehrmals das Auslösersymbol auf dem Display für die im Anzug integrierten Kamerasensoren. Die Hoffnung war groß, dass das Gerät noch funktionierte, weil der Display noch einige Prozentpunkte Betriebsbereitschaft der Sensoren vermeldeten. Dann erlosch auch dieses Symbol. Ein seltsamer Druck lag plötzlich auf meinem Denken. Dieses fiel mir schwer.

Alle meine höheren Anzugssysteme waren tot, natürlich auch die Funktion zur Erstellung eines Prall- oder Energieschirmes, den ich wahrscheinlich dringend benötigte, denn eben brach ein Brausen los. Das Firmament verdunkelte sich abrupt und ein Sandsturm brach über mich herein. Es war einer dieser plötzlich losbrechenden Stürme auf dem Mars. Hier oben war ich voll dem Sturm ausgesetzt. Nur mit Mühe konnte ich mich auf dem Felsen halten. Die magnetische Verankerung funktionierte ebenfalls nicht mehr und selbst die Luftversorgung schien zu versagen.

Der Druck wurde immer größer davon geweht zu werden, gleichzeitig ließ der Druck auf mein Denken nach. Verzweifelt blickte ich mich nochmals auf dem flachen Berg um. Außer dem Felsen, an dem ich mit letzter Kraft klebte, war alles flach. Oder doch nicht? Verblüfft starrte ich auf das Loch, das einige Meter tief zu sein schien. Aber das war doch unmöglich? Noch vor kurzem schien alles flach gewesen. Zu sein. Wie konnte ich nur dieses Loch übersehen? Unterlag ich irgendeinem hypnotischen Einfluss, der mich töten wollte? War dieser vorherige Druck auf mein Denken der Ausdruck dieser hypothetischen Beeinflussung gewesen?

Wie dem auch sei, ich erkannte jetzt die Realität und dieses verdammte Loch existierte!

Mit letzter Kraft schleppte ich mich zur Höhlenöffnung und ließ mich von oben hineinfallen. Der Fall war tiefer als vermutet. Der Aufprall erzeugte in mir ein Meer von Schmerzen. Was tat mehr weh, der Rücken oder mein rechter Fuß? Den Sternengöttern sei Dank funktionierten noch die manuell zu handhabende kleine Medobox an meiner linken Schulter. Ein kurzer Druck auf die Box und dessen Inhalt, ein breites Medikamentencocktail, injizierte sich mir.

Anschließend verlor ich wohl das Bewusstsein, denn als ich erwachte lag ich in einem schaukelnden Objekt, einem Marsmobil ferronischer Herkunft. Herloss fuhr den großen geschlossenen blasenförmigen Rover, der deshalb von den Menschen „Bubbles“ genannt wurde. Er wurde von ferronischen Brennstoffzellen angetrieben, konnte allerdings auch Sonnensegel ausfahren, vorausgesetzt die ferne Sonne schien. Diese ausgefahrenen Solarsegel gaben dem Fahrzeug einen käferartigen Anstich, was die namenskundigen Terraner gleich ausnutzten und ihm einen zweiten Übernamen gaben: „Beetles“.

Durch die Kombination von Solar- und Brennstoffzellen konnte der Bubble als nahezu energieautark angesehen werden. Mittels Elektrolyse wurde ferner Wasser in Wasserstoff zum Antrieb und Sauerstoff generiert. Die hierzu nötige Energie lieferte die Brennstoffzelle oder das Solarmodul. Bei diesem Vorgang wurde Wärme produziert, diese wiederum wurde im Fahrzeug gegen das kalte Wüstenklima des Mars eingesetzt. Ein nahezu perfektes Recycling-System. Man benötigte dazu nur Wasser, um das System zu starten und am Laufen zu halten. Eine im Rover installierte mikrominiaturisierte ferronische Destillieranlage konnte, wenn Wassereis im Regolith lagerte, das begehrte und lebensnotwendige H20 daraus gewinnen.

Das Marsmobil war zudem extrem robust und wendig gebaut und wirkte nahezu perfekt ausgereift. Wie alle ferronischen Fahrzeuge. Sie konnten schließlich alle auf eine technologische Tradition von einigen Tausend Jahren zurückgreifen. In dieser Zeitspanne konnte jedwedes vorhandene Aggregat und Fahrzeug maximal und klein wie möglich konstruiert werden. Deshalb waren viele ferronische Produkte kleiner, als vergleichbare arkonidische Produkte. Die Ferronen waren Meister in der Mikromechanik und Mikrotechnik.

Dorian de Wynther und zwei seiner Kollegen, die arkonidische TOSOMA-Anzüge trugen hatten meinen Notruf aufgefangen, ihre Anzugstechnologie zusammengeschaltet und so quasi eine Blase geschaffen, die es durchaus mit einem kleinen Raumschiff aufnehmen konnte. Sie waren als Einheit mit eingeschaltetem Energieschirm zu mir gerast, der Sturm konnte der zusammen geschalteten Märchentechnik der Arkoniden nichts anhaben, hatten mich in die mit Luft gefüllte Blase genommen und zurückgebracht zum Standort der sieben parkenden Marsmobile, die unter einer Halbhöhle Schutz vor dem Sturm gesucht und gefunden hatten.

Eines der Bubbles, besaß einen Lazarettcontainer-Anhänger, die anderen Versorgungscontainer und einer ein mobiles Labor. Die Ferronen benötigten keine arkonidische Supertechnologie, sie waren durchaus in der Lage ohne dieser, Planeten wie den Mars mit Leichtigkeit zu meistern und zu Terraformen. Herloss hatte mich zusammengestaucht und mir klargemacht, dass gegen Dummheit kein Kraut gewachsen wäre, de Wynther und seine Kollegen hatten mich nur angegrinst und unisono gemeint:

„Reginald Bull, Exekutiv-Komitee-Mitglied der TU ist sicherlich vor künftigen Extratouren geheilt.“
Selbstverständlich hatte ich zurückgegrinst, mich allerdings gedanklich gefragt, ob dem wirklich so war, schließlich war ich berüchtigt für meine eigensinnigen Extratouren. Mein TOSOMA-Anzug hatte übrigens fast nur noch Schrottwert. Zwischenzeitlich trug ich den für Menschen seit kurzem üblichen terranisch-ferronischen Hybridanzug. Im fahrbaren Lazarett wurde ich von einem ferronischen Arzt, der in der Zwischenzeit die menschliche Physiologie, die sich übrigens kaum von der ferronischen Unterschied, so gut wie die eigene beherrschte.

Der Arzt schlief auf einer Querpritsche, die durch einen Vorhang vom kleinen Lazarett abgetrennt werden konnte. Der ferronische Arzt hatte einmal vor sich hingemurmelt, dass wenn Ferronen, auf einem Planeten mit den Verhältnissen der Erde aufgewachsen wären, sie wahrscheinlich wie Terraner aussehen würden. Diese Aussage verstärkte meine Ansicht, dass vor 50.000 Jahren ein humanoides Urvolk existiert haben müsste. Ich nannte sie für mich ‚Progenitoren’ (lateinischer Ausdruck von Urväter) und ahnte nicht, dass dieser Name mein Volk übernehmen würde, als wir bereits den wahren Namen dieses Urvolkes wussten. Auch die Ferronen fanden Geschmack an dieser Bezeichnung. Sie hatten sich gefreut, dass Ferronen und Terraner quasi ‚Vettern’ waren und einem gemeinsamen Urvolk entstammten.

Seit meiner Rettung waren zwei Tage und zwei Nächte vergangen. Wir hielten an einer geschützten Stelle im Langtal an, fuhren zu einer Wagenburg zusammen und bereiteten uns auf unsere letzte Nacht außerhalb der Bradbury Base vor. Einige Versorgungsanhänger wurden zusammen rangiert und bildeten einen Großcontainer indem insgesamt genügend Platz für eine enge aber immerhin Kantine war. Dort gab es ein gutes Essen, nicht nur Konzentratnahrung.

„Willst du mitkommen, Reg? Wir würden dir helfen“, fragte mich mein inzwischen Busenfreund, de Wynther, der mir durch seine rasche und richtige Reaktion das Leben gerettet hatte.
„Nein danke, Dorian, macht euch keine Umstände, bringt mir etwas, ich halte hier Stallwache.“
„Hast du wieder Probleme mit deinen Rippen?“

„Wie du besser als jeder andere wissen solltest sind sie durch den Sturz in das Loch nur angeknackst. Das famose ferronische Rippenband und die Injektionen verhindern, dass ich Schmerzen habe. Außerdem soll ich dank der überlegenen Heilkunst der Ferronen bald wieder der Alte sein.“

„Das stimmt“, meinte der blauhäutige Arzt lächelnd, „Reginald Bull wird in wenigen Tagen völlig schmerzfrei und wieder voll einsatzbereit sein.“

De Wynther, der Arzt und Herloss nickten mir zu und ich wartete bis sie die Schleuse verlassen hatten, dann langte ich nach meinem Pod und informierte mich etwas intensiver über das Valles Marineris.

Dieses System von Tälern bildete ein weitläufiges Grabenbruchsystem, das sich längs des Äquators im Osten der vormaligen vulkanischen Tharsis-Region erstreckte. Die Poddatei behauptete, dass dieses Grabensystem mit einer Länge von 4000 Kilometer, einer Breite bis zu 700 km und einer Tiefe bis zu 7 km, das größte Trockencanyon-System des Sonnensystems wäre.

Das Valles Marineris erstreckte sich von den Ausläufen des Noctis Labyrinthus auf der Tharsis-Aufwölbung im Westen, bis zu den chaotischen Gebieten von Eos Chasma im Osten. Über weite Strecken verliefen die Grabenbruchsysteme in Form dreier fast paralleler, bis zu 200 Kilometer breiter Canons, von denen jeder den Grand Canyon in Arizona um ein Vielfaches übertraf. Wir wussten inzwischen, dass die Mariner-Täler ein gigantischer tektonischer Bruch darstellte, der sich vor langer Zeit bildete und regional aufwölbte. Die Entstehung des Bruches fiel mit der Bildung des Tharsis-Hochlandes mit seinen drei mächtigen, 20 km hohen Schildvulkanen zusammen.

Thora hatte Anfangs Juli des letzten Jahres mit dem damals noch existierenden Aufklärer der AETRON den Roten Planeten erkundet und mit der Schiffspositronik eine Simulation über die Entstehung dieses Marsgebietes hier erstellen lassen. Seltsamerweise hatte sie die Mars-Expedition ignoriert. Auf der Gegenseite hatte nur eines der landeten Einweg-Schiffe kurz einen Orterimpuls registriert. Infolge des Chaos nach der Landung der acht Schiffe war der Orterimpuls erst Monate später einem Spezialisten aufgefallen.

Für Thora spielten wohl die interplanetaren Aktivitäten von terranischen Barbaren keine Rolle, deshalb hatte sie wohl nicht über die Landung der acht Schiffe berichtet.

Die Auswertung von Thoras Reise lag mir als Datei vor und ich spielte sie über das Display ab. Im schnellen Zeitraffer konnte ich erkennen, wie geschmolzenes Gestein aus den Tiefen des Mars herauf quoll und dadurch Vulkane, als Ventile schuf. Die Simulation zeigte mir, dass die Planetenkruste steigenden Spannungen unterlag, bis sie brach, sich Senken bildeten, Bruchlinien und Gräben öffneten, Grundwasser emporschoss, Oberflächeneis schmolz, die Grabenbrüche unterspülte, wie das Land sich immer mehr senkte und die Wassermassen die Bruchstücke davon schwemmten. Am Ende sammelte sich das Wasser zu einem Paläosee. Nach langen Zeiträumen, versickerten die Wasser wieder und hinterließen ein chaotisches Terrain, eben die Valles Marineris.

„Mister Bull, das Essen!“ Der Arzt schloss die Innentür der Schleuse und brachte mir das warme Essen, das in einem kleinen Spezialcontainer steckte. „In einer Stunde bin ich zurück und untersuche Sie nochmals, bevor wir alle schlafen gehen.“

„Ist gut, Kerlock. Danke für Alles.“
„Nicht der Rede wert, Terraner. Das ist mein Job!“

Er sagte es, nickte mir nochmals zu und verschwand dann wieder über die winzige Schleuse im Kantinencontainer. Dort würde es noch eine Weile lustig zugehen. Nach über zehn Tagen kannte ich schließlich die Expeditionsteilnehmer.

Aber ich genoss die kurzfristige Einsamkeit und machte mich über das warme Essen her.

<<<<

Die Bradbury Base!

Wir hatten die Base programmgemäß erreicht und wir konnten endlich die engen Blasen der „Bubbles“ verlassen. Mit grotesken und wiegenden Schritten, geschuldet der nur dreißigprozentigen marsianischen Schwerkraft im Vergleich zur irdischen Gravitation, erreichten wir die Hauptschleuse der Station. Sie wurde von einer dreißig Meter hohen und vierhundert Meter durchmessenden transparenten Kuppel ferronischer Herkunft beherrscht. Sie lag auf dem Grund des hier sieben Kilometer und nur einige Hundert Meter breiten Canyons. Er war einer von mehreren parallelen Längstälern der Valles Marineris.

Wir betraten die Kuppel, durchschritten die Nutzgartenanlagen und wurden von dem Kommandanten Nyugen und seiner Crew begrüßt. So schnell es mir möglich war, entschuldigte ich mich und legte mich in meine eigene Kabine. Sie lag im Untergrund der Kuppel in einem der zylinderförmigen fünf Meter durchmessenden und 15 Meter langen Containermodule. Etwa achtzig dieser Module waren vor Monaten in den Subbereich verlegt worden, bevor die Nutzgartenanlage darüber errichtet wurde. All diese Container, die Kuppelsegmente und viele Ausrüstungsgegenstände waren zusammen mit einhundertfünfzig Personen, Menschen und Ferronen mit der TOSOMA angeliefert worden. Seither flogen nur die Versorgungsschiffe der Ares- Reihe, jetzt allerdings bereits in Flottillenstärke zum Mars.

Allerdings hatten die verantwortlichen Konzernchefs des Marsprojekts dafür gesorgt, dass die TOSOMA insgesamt dreimal riesige Mengen an Material und Siedler nach Ares City brachte. Die TU verdiente dabei hohe Frachtgebühren.

Ich stand übrigens der Erschließung des Mars von privater Seite neutral bis positiv gegenüber, während viele Politiker und vor allem Wissenschaftler der privatwirtschaftlichen ‚Ausbeutung des Mars’, wie sie es nannten, negativ bis feindlich gegenüberstanden. Nun ja…

Der ferronische Arzt schaute nochmals zu mir und gab mir weitere Medikamente. Rasch schlief ich in der Kabine ein. Es wurde offenbar ein Heilschlaf, denn am anderen Tag war ich ein neuer Mensch und wie neugeboren. Zwar musste ich noch einige Zeit das Rippenband tragen, aber alle übrigen Abschürfungen und Verstauchungen waren wie weggeblasen.

„Verflucht habe ich einen Hunger!“ dachte ich laut und begab mich zur Kantine. Da es schon spät am Vormittag war, aß ich allein ein umfangreiches ‚englisches’ Frühstück mit allem Drum und Dran. Es mundete mir nach der zweiwöchigen kargen Expeditionskost hervorragend. Anschließend begab ich mich gesättigt zum großen Labor-Container, dem gleichzeitig eine Werkstätte angeschlossen war. Dort fand ich zwei mir unbekannte Ingenieure, je einen Terraner und einen Ferronen und Dorian de Wynther vor. Sie hatten meinen einstigen TOSOMA-Schutzanzug auseinander genommen und die einzelnen Mikroelemente sauber auf einem langen Tisch in mehreren Reihen ausgebreitet. Wir begrüßten uns und de Wynther stellte mir die beiden Ingenieure vor, der Terraner, ein Inder, hieß Ravi Singh und der Ferrone Tagor.

„Singh und Tagor sind die besten Ingenieure der Siedlung. Sie sind erst eine Woche hier und haben sich in Terrania einige Monate lang im dortigen Future-Park in einer TU-Werkstatt intensiv mit arkonidischer Technik auseinandergesetzt“, erklärte mir Dorian und grinste mich an. „Ich habe sie bereits in Terrania kennen gelernt und sie dreimal vergeblich versucht für den INTERSTELLAR TRUST anzuwerben. Sie haben den Anzug auseinander genommen und dabei entdeckt, dass im Sensorspeicher der Videosensoren noch einiges an Daten vorhanden war.
Ein Computerspezialist kümmert sich in dem „Nerd-Labor“ um die Daten. Er hat bereits neunzig Prozent der verwertbaren Videosequenzen rekonstruiert und schickt dir Reg und mir die ausgewerteten Daten. In deinem Namen, habe ich um Geheimhaltung gebeten. Ich bin gespannt, ob du nur einer Fata Morgana nachgejagt bist.“

Lachend meinte ich. „Bin selbst gespannt, was meine Sensoren aufgenommen haben. Deine Geheimhaltung genehmige ich nachträglich. Habe da ein seltsames Gefühl. Aber nun lass mich mal sehen, was ihr da alles schön habt. Obwohl ich als Spezialist für „Alientechnik“ gelte, habe ich noch nie die kompletten ausbaufähigen Elemente eines uralten arkonidischen Raumanzugs gesehen.“ Gespannt begab ich mich zum Tisch, wo die beiden Ingenieure leise miteinander Fachgespräche führten und mit Detektoren die Aggregate untersuchten. Auch de Wynther folgte mir. Unsere Blicke flogen über die Elemente und Miniaggregate hinweg. Einige Zeit benötigte ich, um sie zu definieren.

„Eine unglaublich hoch entwickelte Mikrotechnik“, dachte ich laut und nahm ein zigarettenschachtelgroßes flaches geöffnetes Aggregat in die Hände. Herumrätselnd meinte ich: “Das müsste die Generatoreinheit des Mini-Antigrav-Gerät sein, denn hier erkenne ich eindeutig einen Transformator in Miniaturformat.“ Dorian nickte. „Das müsste stimmen, er wird doch zur Umwandlung von konventionellem Strom in EM-Felder von sehr hoher Frequenz und Ladungsdichte für den Einsatz im Generatorkern verwendet, oder?“ Nickend entgegnete ich:
„Das ist richtig, Dorian. Diese Felder werden dann mittels eines Flusskondensators eingespeist. Die Zusammenwirkung der starken EM-Felder, mit der kohärenten Materiewelle im Aggregatzustand eines Bose-Einstein-Kondensates, erzeugt die antigravitatorische Wirkung, die im Projekt umgesetzt wird.“ De Wynther lächelte mich an. „Willst du mich prüfen, Reg. Auch ich habe eine Ingenieursschulung und habe mir per Hypnoschulung, arkonidisches Wissen implantieren lassen.
Diese Wirkung ist erst ein gravoelektrischer Strukturstrom. Er muss mittels der sehr seltenen und teuren Hyperkristalle zu einer fünfdimensionalen gravomechanischen Wirkung verstärkt werden. Dies übernimmt der Phasenwandler im Inverter. Dies hier ist der Inverter in Miniaturformat. Was für eine Märchentechnik.“
De Wynther deutete auf das kleine Aggregat. „Schade“, grinste ich. „Du bist wirklich nicht herein gefallen. Jetzt glaube ich auch daran, dass deine INTERSTELLAR in Kürze Antigravaggregate bauen kann.“

„Darauf kannst du dich verlassen. Im neuen Jahr sind wir soweit. In Joint Venture mit Herloss Vaters Firma bauen, wir dann in der neuen Marswerft, eine neue Serie von interplanetaren Schiffen für das Solsystem, welche der Ares- Reihe starke Konkurrenz machen wird Irgendwann bauen wir dann in Terrania oder auf dem Mars das erste von arkonidischer Technologie unabhängige Sternenschiff mit Überlichtantrieb.“
„Wenn dir die Hyper-Orkane keinen Strich durch die Rechnung machen“, sagte ich alarmiert, als ein lauter Sirenenklang ertönte.

„Das geschieht eben. Ich kenne das Sirenensignal. Wir haben die Hyperstürme erwartet“, meinte Dorian. „Die auf Hyperbasis arbeitenden Geräte geben im Moment ihren Geist auf. Nur noch ferronische, irdische oder terranisch-ferronische -Technologie funktioniert noch.“

Ich schnaufte tief durch. Es war also soweit. Die ‚Zweiten Archaischen Perioden’ schienen das Solsystem und sein astronomisches Umfeld, die sogenannte Lokale Flocke erreicht zu haben. Für wie lange? Monate, Wochen, Jahrzehnte, Jahrhunderte? Laut den historischen Unterlagen der Zentralen KI der Venuszuflucht dauerten die ‚Ersten Archaischen Perioden etwa eintausend irdische Jahre im Siebzehnten vorchristlichen Jahrtausend. Miese Aussichten!
Während sich de Wynther mit mir über die Konsequenzen unterhielt und das Antigravaggregat nebenher mit den noch funktionierenden ferronischen Geräten anschaute, ließen sich die beiden Ingenieure bei ihrer gemeinsamen Arbeit nicht stören. Immer wieder dokumentierten sie mit ihren Tablets ihre Arbeit und diskutierten leise weiter, während ihre Detektoren ständig scannten und aufnahmen.

Dorian de Wynther und ich blickten uns nur stumm an. Mein Pod und das von Dorian summten und vibrierten leise in unseren Brustinnentaschen. Wir holten die kleinen Minicomputer gleichzeitig raus, aktivierten sie und blickten auf das Display. Eine Nachricht mit Videostreams erschien darauf. Es waren die Videoaufnahmen von meinem Anzug, zumindest was gerettet werden konnte. Lange blickte ich die Aufnahmen an. Dorian starrte angestrengt, dann ungläubig, schließlich kopfschüttelnd auf sein Pod.

„Gibt es einen Raum mit einer Abspielmöglichkeit für einen großen Display, wo wir ungestört sind?“ fragte ich leise, während sich ein dicker Klotz in meinem Magen bildete. Die bösen Ahnungen schienen sich zu bestätigen. Mein Verstand wollte zumindest die ersten Aufnahmen nicht wahrhaben.
„Nebenan“, meinte der Großunternehmer. Wir nickten beide den Ingenieuren zu, die keine Nachricht erhalten hatten und ungerührt weiter mit der Analyse der Anzugs-Aggregate beschäftigt waren, egal ob diese in Zukunft funktionierten oder nicht. Sie interessierte die Technologie. Irgendwann würde jeder Hypersturm vorbeigehen und diese Technik wieder funktionieren. Selbst wenn es ein Jahrtausend dauern würde.

Im Nebenraum verschloss de Wynther sorgfältig die Türen und verriegelte sie, während ich mit einem Sensor-App, das ein ferronischer Kybernetiker und Ortungsspezialist für Spezialpods entwickelt hatte, überprüfte, ob Abhörgeräte in dem kleinen Besprechungsraum installiert waren. De Wynther blickte mich fragend an.

„Alles sauber, Dorian.“

„Gut Reg. Ich lege meine Datei auf den großen Display.“

Nickend wartete ich, bis sich der große Schirm aktivierte und die Bilder mit großer Auflösung zeigte. Jetzt waren wir sicher, blickten uns allerdings noch ratloser als zuvor an. Schließlich meinte de Wynther:
„Beginnen wir mit dem zweiten Teil der Aufnahmen. Sie zeugen eindeutig ein insektenförmiges Raumschiff, das verblüffend einer terranischen Gottesanbeterin nachempfunden ist.
Das Schiff, das dieses Ding dort aufnahm, welches ich verfolgte und mit ihm mit hoher Geschwindigkeit in den düsterroten Himmel des Mars entfloh, sieht extrem gefährlich aus. Mir scheint, das mir völlig unbekannte Raumschiff ist schneller als vergleichsweise arkonidische Jäger oder Aufklärer.“
„Das ist wohl so“, bestätigte de Wynther. „Aber jetzt werden sie infolge des Hyperorkans lahm sein.“
Ich atmete tief durch und meinte: „Das ist noch nicht sicher und was zum Kuckuck ist mit den ersten Aufnahmen. Sind wir wirklich in der Realität, oder in einer Zeitschlaufe in einem virtuellen Fantasytraum gefangen?“ Dorian blickte mich ernst, dann mit einem leidenden Ausdruck an.

„Ich muss dich enttäuschen Reg, wir leben in der einzigen Realität, die ich kenne und die scheint selbst irdische Märchen, Legenden und Sagen zu umfassen. Das Ding, das wir eindeutig erkennen und das du verfolgt hast erinnert mich an ein fliegendes wohl fünf Meter großes Insekt. Schaue dir mal seinen speziell angepassten Schutzanzug an. Er gibt ihm sicherlich Druck und Sauerstoff, wie unsere Anzüge, aber es fliegt nicht mit einem Antigravaggregat mit integriertem Feldtriebwerk, sondern mit wirbelnden Flügeln. Es gleicht entfernt einer irdischen Gottesanbeterin. Deshalb wohl auch diese eigenartige Raumschiffsform. Sie müssen sich als etwas ‚Großartiges’ ansehen, wenn sie ihre Raumschiffe ihrer körperlichen Form nachempfinden!“

Tief durchatmend schluckte ich meinen Klotz in meinem Hals hinunter und meinte mit tonloser, möglichst neutraler Stimme: „Wir haben wohl noch extrem intelligente Insekten auf dem Mars. Irgendwo in den Tiefen des Roten Planeten muss ein Stock existieren. Ein Stock von intelligenten Insekten mit Raumschiffen, die wie sie selbst aussehen. Ich werde verrückt!“

„Das kosmische Leben ist vielfältig. Wir Humanoiden sind nicht allein intelligent, Reg“, erinnerte mich Dorian.

Ich nickte nur, sagte allerdings nichts. Wir standen vor interessanten und wohl gefährlichen Zeiten. Damals ahnten wir noch nichts vom kosmischen Konflikt der Humanoiden mit den Nichthumanoiden, in den wir unwissend hineingerieten, obwohl er bereits seit Zehntausenden Jahren heimlich um uns herum tobte.

Plötzlich vibrierte der Container und ein donnerndes Geräusch war zu vernehmen.

„Die NESBITT-BRECK landet. Zeit nach Hause zu gehen, Dorian. Packen wir!“

„Das ist richtig, Reg. Leider wird die NESBITT infolge des Hyperorkans, nur noch mit dem vorsorglich installierten ferronischen Not-Sublichttriebwerk auf Ionenbasis nach Terra kriechen und eine Woche dazu benötigen. Außerdem ist der Mars meine neue Heimat. Aber egal, ich muss nach Terra, der Geschäfte wegen.“

Ich grinste nur, sagte aber nichts dazu. Immerhin war Dorian inzwischen mein persönlicher Finanzberater. Ein eigener Finanzberater aus der Hochfinanz. Nicht schlecht für einen Jungen aus einem Stadtteil von New York City in der man noch malochte, um zu überleben und sich nicht um persönliche Geldanlagen kümmern musste…
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Re: Requien für ES

Beitragvon sonnenwind » 8. Dezember 2018, 12:26

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sonnenwind
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Homer G Adams hat geschrieben:ich arbeite gerade an dem kosmologischen Hintergrund eines Parlleluniversums, indem ES erst 80.000 Jahre alt ist und von der Urmenschheit abstammt.
Das stimmt doch ihr Neoleser? Ich las nur bis Band 100.


So zwischen NEO Nr. 140 und 150 ( genau weiß ich das nicht mehr ) stand, dass sich 80.00O v. Chr. ein Teil der Memeter sich in ES vergeistigte und der andere Teil wurde zu Liduuri, die auf der Erde beheimatet waren.-
Interessant der 3. Teil Deiner Marschroniken. :st:
Der Reisende ins Innere findet alles, was er sucht, in sich selbst. Das ist die höchste Form des Reisens ( Laotse ).
Der wahre Mut besteht darin, gerade dann Mut zu zeigen, wenn man nicht mutig ist ( J. Renard ).
Wo Herzen mitentscheiden, werden gute Entscheidungen getroffen ( F. Weichselbaumer ).

Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 9. Dezember 2018, 09:12

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Homer G Adams
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sonnenwind hat geschrieben:
Homer G Adams hat geschrieben:ich arbeite gerade an dem kosmologischen Hintergrund eines Parlleluniversums, indem ES erst 80.000 Jahre alt ist und von der Urmenschheit abstammt.
Das stimmt doch ihr Neoleser? Ich las nur bis Band 100.


So zwischen NEO Nr. 140 und 150 ( genau weiß ich das nicht mehr ) stand, dass sich 80.00O v. Chr. ein Teil der Memeter sich in ES vergeistigte und der andere Teil wurde zu Liduuri, die auf der Erde beheimatet waren.-
Interessant der 3. Teil Deiner Marschroniken. :st:


Moin,

Danke für deine Info über Neo. So steht es auch in PP Neo. Es freut mich dass dir die Marschroniken gefallen. Im nächsten Teil gibt es einen Zeitsprung von 30 Jahren. Und 'unser' Trav-Atlan steigt wieder in die Handlung ein. Auf dem Mars gibt es viele Veränderungen. B-)
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Re: Requien für ES

Beitragvon sonnenwind » 9. Dezember 2018, 09:56

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sonnenwind
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Bin gespannt! Auf Atlan freue ich mich besonders. :wub:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 9. Dezember 2018, 11:01

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Homer G Adams
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sonnenwind hat geschrieben:Bin gespannt! Auf Atlan freue ich mich besonders. :wub:


Ich auch. :rolleyes:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 9. Dezember 2018, 11:44

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Homer G Adams
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sonnenwind hat geschrieben:Bin gespannt! Auf Atlan freue ich mich besonders. :wub:



Fällt mir das Wub auf. Du kennst ja nur den Neo Atlan. Dieser Typ ist mir total fremd. Er wurde doch wegen Mirona Thetin Faktor Null der MdI.

Oder?

Also auch in der EA war Mirona seine größte Liebe. Aber zu den MdI wäre er nie gegangen. Lies mal PR-EA Bände ab 290 -299. Nur so ein Typ.

Also freue dich weiter auf den EA Traversan-Atlan. B-)
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Re: Requien für ES

Beitragvon sonnenwind » 9. Dezember 2018, 16:46

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Homer G Adams hat geschrieben:
sonnenwind hat geschrieben:Bin gespannt! Auf Atlan freue ich mich besonders. :wub:



Fällt mir das Wub auf. Du kennst ja nur den Neo Atlan. Dieser Typ ist mir total fremd.


Nein, ich kenne nicht nur den "NEO-Atlan", denn ich sammle auch die Hörbücher der Silber-Edition und PR-Hörspiele. :)
Atlan mag ich so oder so. Wenn er auch nicht mein "PR-Lieblingscharakter" ist, aber für mich ist er immer sehr interessant. :st: Du hast vielleicht eine andere Sicht des Perryversums als ich, aber gerade deshalb mag ich Deine Geschichten. :)
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 9. Dezember 2018, 19:40

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Homer G Adams
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sonnenwind hat geschrieben:
Homer G Adams hat geschrieben:
sonnenwind hat geschrieben:Bin gespannt! Auf Atlan freue ich mich besonders. :wub:



Fällt mir das Wub auf. Du kennst ja nur den Neo Atlan. Dieser Typ ist mir total fremd.


Nein, ich kenne nicht nur den "NEO-Atlan", denn ich sammle auch die Hörbücher der Silber-Edition und PR-Hörspiele. :)
Atlan mag ich so oder so. Wenn er auch nicht mein "PR-Lieblingscharakter" ist, aber für mich ist er immer sehr interessant. :st: Du hast vielleicht eine andere Sicht des Perryversums als ich, aber gerade deshalb mag ich Deine Geschichten. :)



Okay, du kennst also auch den EA-Atlan.

Die individuell unterschiedliche Sicht ‚meines’ Atlans ist halt eben der Tatsache geschuldet von 52 Jahre Lesen von Atlan in der EA und dem Umstand, dass der alte Arkonide eben seit Band 50 meine absolute Lieblingsfigur in der EA war. Neben Reginald Bull und Homer G. Adams.

Entscheidend prägend beim Lesen war für mich jener Atlan, den Hanns Kneifel in seinen legendären ‚Zeitabenteuer’ prägte.

Der Rest ‚meines’ Atlans ist eben eine individuelle Eigenintepretation.

Deshalb ist mir der Neo-Atlan so fern. Als Faktor Null der MdI geht in meinen Augen genauso wenig, wie in der momentanen EA – ohne ES.

Beides sind in meinen Augen absolute No-Go’s! :(
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Re: Requien für ES

Beitragvon Elena » 9. Dezember 2018, 20:48

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Elena
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Wow, da hat Bully ja wohl noch mal richtig Glück gehabt. Wie das wohl weitergeht?

Ja, auf den Traversan-Atlan bin ich auch sehr gespannt. :st:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 10. Dezember 2018, 08:45

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Elena hat geschrieben:Wow, da hat Bully ja wohl noch mal richtig Glück gehabt. Wie das wohl weitergeht?

Ja, auf den Traversan-Atlan bin ich auch sehr gespannt. :st:



Moin, Elena.

Weitergeht? Da entwickelt sich wohl ein langfristiges Problem mit dieser Allianz der Nichthumanoiden. Ein prägendes Thema in Neo. Kennst du nicht als Nicht-Neoleserin. Egal ich interpretiere diesen Konflikt sowieso auf meine eigene Art. B-)

Also keine Neo-Vorkenntnisse nötig. :)
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Re: Requien für ES

Beitragvon Elena » 10. Dezember 2018, 20:57

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Joa, von irgendwoher muss der Konflikt ja kommen. :lol:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 11. Dezember 2018, 13:36

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Elena hat geschrieben:Joa, von irgendwoher muss der Konflikt ja kommen. :lol:



Jau. Aber normalerweise ist bei mir der Hintergrundkonflikt zwischen Kosmokraten und Chaotkraten. :unschuldig: :lol:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Elena » 11. Dezember 2018, 23:50

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So was finde ich auch spannend. :st:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 12. Dezember 2018, 08:37

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Elena hat geschrieben:So was finde ich auch spannend. :st:



Moin, Moin,

Man könnte ja beide Hintergründe miteinander verknüpfen. Schaun mer maal. :unschuldig:
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Re: Requien für ES

Beitragvon Homer G Adams » 13. Dezember 2018, 19:42

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Homer G Adams
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Abend. Ausnahmsweise einen halben Tag früher den vierten Teil, da es morgen früh etwas später werden könnte.


Spoiler:
4. Teil



„Ixik, sa tuslon, saigez haldor.“ (Hör, mein Bruder, uns rufen die Sterne. Mehandor)

Interkosmo der Mehandor aus PR-Neo Band 27 „Das Gespinst“ von Michelle Stern


Im ‚Llano’ des Mars, 2066


Bericht des Zeitreise- Atlan

( Anmerkung Autor: siehe Perrypedia: ‚Traversan- Serie’.
Wie unser ‚Trav-Atlan’ hierher auf diesen parallelen Mars kam, später dazu eine Rückerinnerung)


Der allgegenwärtige rötliche Staub im ‚Llano’, hinterließ trotz des Marsanzugs, der irdischen Druck und Luft im Anzug generierte, im Mund und auf den Lippen einen unverkennbaren Marsgeschmack, immer etwas rau und sandig von Mars-Regolith und Staub, der irgendwie in den terranisch-ferronischen Schutzanzug geriet. Vielleicht geriet immer etwas Staub in den winzigen Innenraum des Schleusenmoduls unseres großen Zeltes, bevor wir unseren Helm zuklappten. Aber es könnte auch sein, dass wir es rein subjektiv so empfanden…

Der ‚Llano’ war ein Teil jener Ebenen und Berge im äquatorialen Osten des Mars, welche Wildnis oder ‚Wilderness’ genannt wurde. Sie wurde nur von ‚wilden’, das heißt nicht legal registrierten Siedlern, privaten Prospektoren, Outlaws, Riders, Händler und Stammesmitgliedern bewohnt. Diese Wilderness war reich an Mineralen und raren Metallen.

Für kapitalintensive Minengesellschaften waren allerdings die bisher entdeckten Vorkommen zu klein, um kostengünstig abgebaut werden zu können. Sie lohnten sich deshalb nicht so recht. Außer man entdeckte eine Bonanza, das eigentlich gar nicht so selten vorkam.

Anders sah es für individuell agierende Prospektoren und Bergbau-Miniunternehmen aus, die oft nur aus einer oder zwei Personen bestanden und die einander bekämpften und deshalb im ‚Llano’ Zustände wie im ‚Wilden Westen’ des 19. Jahrhundert in den Vereinigten Staaten von Amerika, speziell in den alten ‚Goldgräberstädten’, schufen.

Zu diesem Bild trugen noch agierende Outlaw-Banden bei, die sich beispielsweise ‚Comancheros’ oder ‚Red Devils’ nannten. Selbst einige Nachkommen von indigenen amerikanischen Stammen, welche früher ‚Indianer’ genannt wurden, siedelten sich im Llano und am Rande allerdings legal registriert an. Ihre Siedlungen aus gehärteten Mars-Regolith-Bausteinen glichen in der äußerlichen Form zumeist den Bauten der Pueblo- Indianern.

Wenn ich in der Wilderness zum immer noch Braunroten Himmel des Mars hinaufsehe, erkenne ich selbst am Tag scheinbar blinkende Sterne am Himmel. Es sind dies die riesigen Solarspiegel aus Polyamidfolien mit einer aufgedampften hauchdünnen Aluminiumschicht. Sie spiegeln und verstärken die Sonnenstrahlen, um auf dem Mars höhere Temperaturen und mehr Licht zu erzeugen. Das gilt vor allem für die Region des Süd- und Nordpols bzw. den Äquator. Am Südpol existieren beispielsweise riesige Vorkommen aus Wassereis, die unter einer dicken Schicht von Trockeneis begraben liegen.

Die unglaublich großen Solarfolienspiegelsegmente haben einen Durchmesser von 240 Kilometer. Mit jeder dieser Spiegelflächeneinheit ließ sich die durchschnittliche Temperatur des Mars um einige Grad Celsius erhöhen.
Dies ausgehend von einer durchschnittlichen Marstemperatur von Minus 63 Grad Celsius vor dem Beginn des Terraforming.

Mehrere dieser Spiegelflächen existieren bereits im Orbit des Mars und ersetzen die arkonidischen Atomsonnen, die im Zeitalter der permanenten Hyperstürme leider nicht eingesetzt werden können, weil sie nicht funktionieren würden. Diese Folienspiegel werden übrigens längst mittels 3D-Drucker auf dem Mars oder im Orbit desselben hergestellt. Die Transportkosten von der Erde konnten so gespart werden. Die verbesserte Technologie stammte natürlich von den Ferronen.

Die Ferronen haben eine weitere Terraforming- Möglichkeit entdeckt und setzen sie ein, um den CO2 Gehalt in der Mars-Atmosphäre zu erhöhen. Dadurch erhöht sich nämlich der Treibhauseffekt. Eine Flotte mit Ionenantrieben ausgestattete Raumfrachter bringt flüssiges Methan vom Titan zum Roten Planeten. Titan City, liegt an einem solchen riesigen Methanmeer auf dem Saturnhauptmond Titan.

In der noch dünnen Marsatmosphäre wird das Methan freigesetzt und erhöht den Treibhauseffekt. Jahr für Jahr erhöht sich so die Temperatur des Mars.

Riesige Terraforming- Maschinen ebenfalls aus ferronischer Technologie generieren automatisch Sauerstoff und Wasser aus dem Regolith. Andere turmförmige mit pilzähnlichen Abschlüssen versehene Maschinen verdichten die Atmosphäre des Mars.
Am Südpol gibt es aufgrund dieser vielfältigen Terraforming- Maßnahmen bereits flüssige Seen und erste flüssige Wasserströme. Ebenso am Äquator. Weiter erhöht sich langsam der Druck der Marsatmosphäre, ausgehend von 6 Millibar.

Auf der Erdoberfläche auf Punkt Null herrscht ein Druck von etwa 1000 Millibar. Also hat der Druck auf dem Mars noch viel aufzuholen. Allein aufgrund der nur halben Größe des Mars gegenüber der Erde, werden die irdischen Luftdruckverhältnisse sowieso nie erreicht.

Ein Terraner wird auf dem Mars zumindest in den nächsten Jahrhunderten, immer ein kleines Gerät und einen leichten Schutzanzug tragen müssen, der eine höhere Dichte für seinen irdischen Körper generiert.

Allerdings denken die Marsianer inzwischen an eine genetische Anpassung ihrer Körper an marsianische Verhältnisse, wenn dieser langsam Grün wird. Von Generation zu Generation wollen sie Menschen zu ‚Marsianer’ machen. Diese könnten dann allerdings ohne Technologie nicht auf erdähnlichen Planeten leben.

Auf meinem Heimatmars ist das natürlich bis zum 25. Jahrhundert längst geschehen. Dort hatten die Terraner allerdings auch ‚Atomsonnen’ zum Terraforming zur Verfügung. Die hiesigen Ferronen zeigen allerdings, dass es auch ohne arkonidische Hypertechnik gelingt, den Roten Planeten langsam immer erdähnlicher zu gestalten.

Der ‚Llano’ in der Wilderness des Mars ist eines jener Gebiete, die immer noch unverändert blieben.

Durchschnittlich gesehen jeden dritten Tag stieß unsere ‚Jagdgruppe’ auf Wassereis oder Regolith, das mehr als zwanzig Prozent H2O enthielt. Die ehemaligen amerikanischen indigenen Siedler, nannten sich nach ihren Vorfahren. Beispielsweise gab es Siedlungen und Stammesgruppen der Apachen, Pueblos, Hopis und Comanchen. Wieso ausgerechnet die Nachkommen der ‚Südwest-Indianer’ in Massen auf den Mars auswanderten, blieb immer noch das Geheimnis dieser Siedler, welche die Moderne mit der Tradition verbanden.

„Der Llano ist eigentlich eine baumlose Verschwendung von Land, selbst auf dem Mars“, sagte ich eines Tages am ‚Lagerfeuer’ in Spanisch. Diese Sprache wurde immer dann gesprochen, wenn die Nachkommen der ‚Südwest-Indianer’ mit Fremden sprachen. Trotz meiner inzwischen ‚Adoption’ galt ich noch als halber Fremder.

Am ‚Lagerfeuer’ wurde die allabendliche Versammlung im Gemeinschaftszelt der Jagdgruppe genannt. Man generierte im drucksicheren und mit irdischen Luftverhältnissen ausgestatteten Zelt aus drucksicherer ferronischer Spezialfolie, ein Wärme abgebendes holografisches Feuer und versammelte sich mit dem Essen darum.

Auf Reisen, Prospektorenarbeit oder der Jagd auf Outlaws, bestand die Nahrung aus Pemmikan, Trockenfleisch und Nahrungskonzentraten, die alle für den Körper notwendigen Nahrungsbestandteile und Vitalstoffe enthielten. Die Nachkommen der ‚Indianer’ erzeugten längst in eigenen Betrieben auf der Erde oder dem Mars noch immer den Pemmikan und das Trockenfleisch, fügten ihm heutzutage allerdings alle notwendigen Vital- und Ballaststoffe bei. Sie machten sie zu einer besonderen hochwertigen Art von ‚Nahrungskonzentraten’, das besonders gern auf dem Mars, den übrigen Solaren Habitaten und in der Flotte gegessen wurde. Die etwas ‚billigeren’ normalen Nahrungskonzentrate werden normalerweise aus Algen und Plankton hergestellt.

Der Weiße Büffel schwieg zunächst. Alle marsianischen Neusiedler mit amerikanisch indigenen Wurzel gaben sich als zweiten Rufnamen wieder traditionelle Namen.

Er sah, wie wir alle, nur noch wie ein Gespenst aus, nach diesen Strapazen einer wilden Verfolgungsjagd, durch ein höllisches Gebiet auf einen mörderischen geschickten und äußerst gefährlichen Outlaw. Zu unserer zwölfköpfigen ‚Jagdgruppe’ gehörten neben den persönlichen E- Bikes noch drei sogenannte Versorgungsrover ferronischer Bauart, welche die Erdenmenschen ‚Bubbles’ oder ‚Beetles’ nannten.

„Der Schöpfer oder der Große Geist, wird sich etwas dabei gedacht haben, als er dieses Land auf dem Mars schuf“, sagte der junge Unterhäuptling Sakende und spülte den letzen Bissen seiner heutigen Ration mit dem letzten Rest Kaffee aus seiner großen Blechtasse hinunter. Das Gefäß konnte auch auf einen Rost neben dem Hitze abgebenden holografischen Feuer gestellt werden und darin irgendein heißes Getränk bereitet werden.

Aber der Kaffee war überall im Sonnensystem beliebter, als alle anderen Heißgetränke. Die Habitate im Solaren Raum unterschieden sich nicht von der Erde, weil überall Menschen und Ferronen siedelten. Denn auch die meisten menschenähnlichen Ferronen waren längst süchtig nach diesem edlen irdischen Produkt. Versuche den Kaffee in den Biotopen der Solaren Habitate herzustellen, ergaben nur ein minderwertiges Produkt. Nichts für alle Menschen, die sich den Original terranischen Kaffee leisten konnten!

„Es gibt natürlich Apachenlegenden über den Schöpfungsmythos des irdischen Llano Estacado, welcher als Vorbild für diesen marsianischen Landschaftsnamen diente“, sagte Jack Melville, der Gefährte mit afrikanischen Wurzeln, der sich wie viele ‚Nichtindianer’ den ‚Neuen Marsstämmen’ angeschlossen hatte und von den Stämmen adoptiert wurde.

„Im Grunde geht es hier oder auf der Erde darum, dass dieses spezielle karge Tafelland nur geschaffen wurde, um den Menschen zufrieden zu stellen, für das Land das er vom Großen Geist üblicherweise zur Nutzung geschenkt bekam. Das Llano hier wie auf der ursprünglich heimischen Erde sollte als Kontrast wirken und im Menschen Zufriedenheit erzeugen. Heutzutage wird er auf dem Mars leider auch als Rückzugsgebiet für Verbrecher und Plünderer genutzt, die wissen, wo es ausreichend Wasser gibt.“

‚Wasser’ konnte Regolith mit einem hohen H2O-Anteil oder gar reines Wassereis in Lavaröhren sein. Für Beides besaß jede Wander- oder Jagdgruppe das notwendige Equipment für das Leben auf dem Mars, wie Bikes und nahezu autonome Rovers.

„Ich lege mich hin“, sagte der Weiße Büffel.
Im großen Zelt schlief die Gruppe auch gemeinsam.

„Quatscht nicht zu lange, Wir haben Morgen wieder eine harte Fahrt vor uns.“ Er legte sich auf sein Lager, wie alle anderen Mescalero, außer den beiden Wachen. Bald hörte ich an des Weißen Büffels gleichmäßigen Atemzügen, dass er bereits schlief. Apropos Wachen. Wir besaßen zwar Bewegungsmelder und automatische Warnsysteme, die unsere ‚Wagenburg’ schützte, aber kein traditioneller Apache würde auf einer gefährlichen Jagd in der Wildnis auf menschliche Wachen verzichten.

„Kann es sein, Sakende, dass El Tigre mit seinen ‚Comancheros’ ebenfalls im Llano seinen Hauptstützpunkt besitzt, beispielsweise im Nuevo Palo Duro Canyon?“ fragte ich.

„Möglich ist das, Artalan de Gonocebola oder ‚El Jaguar’. Wir bewegen uns eigentlich nur im Osten des Llanos. Die Steilhänge der Ostbegrenzung können wir immer noch als Strich erkennen in der endlosen Weite der marsianischen Mesa. Daran orientieren wir uns schließlich. Dieser El Tigre überfällt ständig die Versorgungstrecks der Frontiermen und privaten Prospektoren.“
Übrigens ‚El Jaguar’, lautete mein Stammes- und Nickname.

Sakende nickte und gähnte müde. „Ja, aber nun sollten wir uns ebenfalls ausruhen. Gute Nacht“. Er zog sich zurück und legte sich auf sein Lager. Kurze Zeit später machte ich es ihm nach und legte mich mit dem Kopf auf den Sattel meines Mars-Bikes, das ich natürlich wie die Anderen ins große Gemeinschaftszelt gebracht hatte. Zuvor hatte ich ihn mit einem kleinen Sauger vom Marsstaub befreit.
Müde rollte ich mich in meinen Schlafsack und schlief gleich ein. Heute Nacht konnte ich durchschlafen, weil ich erst morgen wieder Wächterdienst hatte.

Am nächsten Morgen gab es zum Frühstück, Nahrungskonzentrate der Indigenen (was sonst ^^^) und heißen Kaffee am ‚Lagerfeuer’. Da wir auf der Jagd waren und Zeit kostbar war, verzichteten wir auf das allmorgendliche Wildnis-Ritual, Bannock zu backen. Nahrungskonzentrate gingen schneller und machten rasch satt.

Wir zogen wieder unsere marsianischen Schutzanzüge an und schlossen unsere Helme. Anschließend quetschten wir uns in kleinen Gruppen in die Schleuse, des mit dem Innern des Zeltes verbundenen kleinen Schleusenmoduls, dass dann wie die drucksicheren ferronischen Folien auf die drei Frachtrover verstaut werden würde. Die Innentür des Moduls schloss sich, dann wurde die Luft abgesaugt, anschließend ging die Außentür auf. Rötlicher Staub drang sofort in den Schleusenbereich, der automatisch gereinigt wurde, wenn der letzte Mann die Schleusentür verließ und den kleinen Knopf drückte. Nachdem wir das Modul und die Hülle auf die Rover verstaut hatten überzeugten wir uns davon, dass unsere Luftvorräte und Energiezelle unserer Anzüge grünes Licht gaben. Wenn nicht luden und ergänzten wir die lebensnotwendigen Ressourcen des Schutzanzugs für einen Tag an den Anschlüssen der nahezu autonomen Rover.

Um ihr Recyclingsystem aufrechtzuerhalten benötigten die mit ferronischer Lizenz längst in Ares City gebauten Marsfahrzeuge und Brennstoffzellen nur Wasser. Diese Zellen generierten daraus Wasserstoff als Treibstoff für die Antriebe, Sauerstoff zum Atmen und Restwärme, aus der Strom gewonnen wurde.

Anschließend bestiegen, außer den Roverfahrern, die übrigen Stammesmitglieder ihre Bikes und die Jagd ging weiter. Diesen Vorgang wiederholten wir jeden Tag. Unsere Marsbikes besaßen hohe und breite Ballonreifen. Damit umzufallen war fast eine Kunst, zumal noch hydraulische Stützsysteme das Fahren über ein höllisches Gelände erleichterte.

Am anderen Tag erreichten wir ein Gebiet, das von kleinen und großen Canyons durchzogen wurde und die Gleichförmigkeit des hoch gelegenen Tafellandes durchbrach.

Die Spur des fliehenden Mörders des Häuptlings Großer Adler, ein persönlicher Freund von mir, führte uns knapp am Nuevo Palo Duro Canyon vorbei. Auch ein Grund wieso ich den Mörder so jagte, wie einst Winnetou und Old Shatterhand, den Mörder von Indschu Tschuna einen Mann namens Santer jagten.

„Verflucht, dort drüben ist ein Staubtornado!“ rief Sakende, der Sohn des Großen Adlers voller Unbehagen. Er hatte Recht, wir sahen zwar nur eine kleine Windsäule der Vernichtung, aber trotzdem erzeugte sie in uns Entsetzen.

„Der Tornadorüssel, welcher sich geschuldet der niedrigen Marsschwerkraft wie in Zeitlupe bewegt, wird uns knapp verfehlen!“ schätzte ich laut gegen den Lärm der Naturkraft ankämpfend.

Es stimmte. Er verfehlte uns mit einem tosenden Gebrüll knapp. Angespannt saßen wir in unseren hochmodernen Schutzanzügen auf den Mars-Bikes oder in den Rover.

Schon nach wenigen Augenblicken zog das Nervenzermürbende Getöse an uns vorbei. Hätte uns diese Säule des Todes getroffen, ständen wir bereits vor unserem Schöpfer.

„Seit wann glaubst du an einen Schöpfer, Arkonide“, ätzte der Extrasinn in mir. „Vielleicht färbt der Glaube der Mescaleros langsam auf dich ab.“

Ich schwieg mental und wir fuhren immer noch aufgeregt vor der überstandenen Gefahr weiter, erreichten den ‚Red River’, einem Tal, durch das offensichtlich vor langer Zeit mal ein mächtiger Fluss floss. Noch immer entdeckte man immer wieder Regolith mit hohem Wassereisgehalt in diesem oder in ähnlichen Canyons oder ehemaligen Flussbetten.

Dort lagerten wir an solch einer Stelle. Die Anlage eines der Versorgungsrover wurde aktiviert und ein Stammesmitglied warf mit einer Schaufel einiges an Regolith in den Füllstutzen des Geräts. Der Wassergehalt des Regolith betrug 25 Prozent. Ich schaute ein wenig zu, wie aus dem Kondensator das gewonnene Wasser in den großen Wassertank des Rovers lief, während gleichzeitig der heiße ausgepresste Sand wieder dem roten Marsboden übergeben wurde. Ein zweites Stammesmitglied unterstützte seinen Kollegen bei seiner Schipperei, am zweiten Rover. Jeder Wassertank der Rover und der Bikes sollte voll werden. Zu jeder Jagd- oder Wandergruppe eines Stammes gehörten mehrere Versorgungsrover. Die restlichen Mitglieder, wie auch meine Wenigkeit, fuhren die beweglicheren Marsbikes.

„Der Glauben der Indigenen färbt wirklich langsam auf dich ab. Wir sagen dazu der ökologische Kreislauf.“ Wieso nur meckerte mein Zweitbewusstsein, seit es nach dem Strangerness-Schock wieder erwacht war, so zynisch in mir herum?

Nachdem wir den Wassertank der Rovers und unserer Bikes gefüllt und von den Konzentraten gegessen hatten, ging die Hatz weiter. Die Brennstoffzellen der Bikes und Rover waren an die gewärmten Wassertanks angeschlossen und holten sich daraus die notwendige flüssige Ressource für ihr Recylingsystem.

Die vorausfahrenden Scouts der Stammeskrieger der Mescaleros entdeckten die Fahrspur weiter nördlich wieder. Wir hatten kaum aufgeholt. Der Gejagte mochte uns weiterhin einige Zeit voraus sein.

„Der Mörder verfügt offenbar wie wir über einen guten Rover und ist mindestens so hart wie wir“, sagte ich beiläufig. Allerdings erntete ich nur Kopfnicken. Plauschen wollte keiner, alle fielen vor Müdigkeit fast um. Wir wollten nur den Mörder.

Am nächsten Tag erreichten wir einen weiteren ehemaligen Flusslauf. Ausgewaschene Erdschluchten durchzogen das Braunrote Land.
Hinter dem ehemaligen Flussbett fuhren wir wieder in die Ebene des roten oder braunen Sandes hinein.

Am nördlichen engen Marshorizont erkannten wir Berge als dunklen dicken Strich. An die Enge des Horizonts auf dem Mars oder ähnlichen kleinen Planeten konnte ich mich selbst nach Jahrtausenden immer noch nicht gewöhnen.

„Du Narr hast die meiste Zeit deines bewussten Lebens in einer Schlafkabine in deiner submaritimen Azorenkuppelstation oder im Tafelberg auf Traversan verbracht und nicht auf solchen Planeten!“ spöttelte mein Zweitbewusstsein.

Ich zeigte ihm gedanklich den Mittelfinger, was doch tatsächlich mit einem telepathischen Seufzen beantwortet wurde.

Immer wieder ging die Fährte in größere Spuren über. Wahrscheinlich Mars- Outlaws, sogenannte ‚Riders’. Auch die ‚Comancheros’ gehörten zu ihnen. Wer immer der Mörder des Großen Adlers sein mochte, er verstand mit ihnen umzugehen, denn einige von ihnen hatten sich ihm angeschlossen. Es wurde für uns immer gefährlicher.

Die Spuren von Rovers und Bikes sprachen eine klare Sprache für jene die Spuren lesen konnten. Die meisten Nachkommen der indigenen Amerikaner und auch ein gewisser Atlan Mascaren da Gonozal vermochten dies natürlich genau so gut.

„Du wirst immer überheblicher, deine Scoutfähigkeit mit denen eines indigenen Amerikaner zu vergleichen!“

„Und du immer seltsamer, seit dich OdL-Technos umfunktionierten!“, gab ich meinem Para gedanklich zurück.

„Sie verbesserten mich, um einen sich selbst verleugnenden Ritter der Tiefe und Paladin des Lichts effektiver zu unterstützen, was sage ich anzuleiten!“

„Ha, Ha.“

Wir wurden vorsichtiger und umfuhren die fremden Riders. Als Stammesmitglieder der Mars-‚Apachen’, waren meine Mescaleros automatisch die Feinde der meisten anderen Banden der Riders, die nur auf Raub, Plünderung und oft auf Todschlag aus waren. Üble Gesellen diese Riders, die weder das Eigentum noch das Leben ihrer Opfer schonten..

Weiter ging die Jagd und an einem weiteren riesigen ehemaligen Flusslauf endete sie plötzlich in einer straßenförmigen Spur. Über diesen Trail mussten die Riders im Llano ihre Versorgung sicherstellen. Allein vom Plündergut und erpressten Lösegelder konnten sie wohl nicht leben. Zu ihren Tätigkeiten gehörte auch das des Prospektors in einem Landstrich, das viele kleine wertvolle Rohstoffvorkommen besaß.
Nicht mal Sakende oder den anderen Mescaleros gelang es hier die Spur wieder zu entdecken.

„Was tun wir jetzt“ fragte ich die beiden Freunde.

„Wir teilen uns in drei Gruppen auf und treffen uns wieder, wenn wir erfolgreich sind oder auch nicht, in einem halben Jahr in den sogenannten Nuevo Chisos-Bergen, im Herbstlager“, schlug der Weiße Büffel vor. Die Wildnisgebiete des Mars wurden nach den Namen von Landschaftsformationen, Flüssen etc des amerikanischen Wilden Westens benannt.

Sakende und Melville, die Unterhäuptlinge nickten.

„Gut ich fahre allein mit dem kleinen Rover nach Nordwesten ins nördliche Bergland hinein. Ich wollte schon lange Mal dieses Gebiet sehen“, sagte ich begierig, das für mich neue Land auf diesem für mich parallelen und daher fremden Mars zu erkunden. Vor allem die geologischen Formationen am ‚Platte’ einem ehemaligen Flusstal, interessierten mich.

Eine Erinnerung, wie ich genau auf diesen Parallelmars kam, hatte ich momentan noch nicht.

Seit Monaten lebte ich als ‚Indigener’ bei den Mescaleros, die mich als ‚Mann der vom Himmel fiel’, ohne Erinnerung fanden und pflegten, bis ich das Meiste meiner Erinnerung wieder beisammen hatte. Wahrscheinlich war ich als Gänger des Netzes in einer Mission auf dem Mars dieses Paralleluniversum notgelandet und damit ‚vom Himmel gefallen’. Der Strangerness-Schock beeinträchtigte mich nur noch spärlich und meine volle Erinnerung würde in Kürze wieder komplett zurückkehren. So hoffte ich wenigstens.

Meine mir vom Orden des Lichts (OdL) integrierten heilende Nanobots und mein in der linken Schulter von ES integrierter Zellaktivatorchip, hatten mich den Schwerverletzten, unter den pflegenden Händen eines Apachen-Heilers im Hauptpueblo des Dorfes rasch wieder auf die Beine gebracht. Mit dem Gedächtnis war das so eine Sache. Der Strangeness-Schock hatte offenbar auch meinen Extrasinn vorerst zum Schweigen gebracht. Erst seit einigen Tagen meldete er sich wieder sporadisch. Er war wohl ebenfalls noch Strangerness-Schock geschädigt.

„Das wüsste ich aber!“

Dieser Ausspruch erinnerte mich an die beschädigte SOL- Biopositronik. Wie lange lagen meine Abenteuer auf der SOL in meinem Heimatuniversum bereits zurück? Natürlich vergaß ich diesen Spruch Dank meines fotografischen Gedächtnisses nicht.

„Das kann für dich auch eine Belastung sein, Arkonide.“

Wie Recht mein Zweitbewusstsein doch hatte!

Meine immer noch nicht funktionierende Netzkombination lag in einem Geheimversteck der Mescaleros, die mich inzwischen adoptierten. Irgendwann würden die automatischen Nano- Reparaturmechanismen des Anzugs ihre Arbeit abgeschlossen haben. Würden die Systeme auch in einem Zeitalter, der galaxisweiten Hyperstürme funktionieren?

„Die Chance besteht durchaus, Alter. Die Systeme beruhen auf Technologie, welche das Psionische Netz, also die höchsten Frequenzen des Hyperraumspektrums nutzt“, mutmaßte mein Zweitbewusstsein. “Diese sollten vom Nichtfunktionieren der ‚niederen’ Hyperfrequenzen auf der die momentane galaktische Hochtechnologie beruht, nicht betroffen sein.“

„Wir werden sehen, Logiksektor!“, gab ich zweifelnd mental zurück.

„Bist du dir sicher, El Jaguar’“ fragten mich der Weiße Büffel und Sakende unisono. Von meinem Entschluss ließ ich mich allerdings nicht abbringen und so teilten wir uns in drei Gruppen auf. Meine bestand aus mir allein und Sakende und Jack Melville leiteten jeweils die beiden anderen Trupps zu je sechs Mann.
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