Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

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Klaus N. Frick
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Klaus N. Frick »

Mentro Kosum hat geschrieben:
28. Juli 2020, 18:53
Und das Schiff PERRY RHODAN fährt - auch dank des Kapitäns - unbeirrt seinen Weg.
Na ja. Die eine oder andere Kurve haben wir schon immer eingeschlagen oder auch einschlagen müssen ...

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Thoromir
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Thoromir »

Wenn ich mirdie Diskussion anschaue, gewinne ich den Eindruck, das es zum Thema "Kanon" zwei Positionen gibt, die vermutlich nicht miteinander vereinbar sind.

Wenn es um den "Kanon" bei Perry Rhodan geht, übernimmt man ja einen Begriff aus der Star Trek Szene. Bei Star Trek gab es ja die sogenannte "Bibel" von Gene Roddenberry, die auch für spätere Serien galt und immer weiter geführt wurde.
Irgendwo sagte hier ein Autor oder Expokrat (weiß leider nicht mehr wer), So ein Regelwerk würde es bei Perry Rhodan nicht geben. Kanon sei alles, was in der Serie steht.

Nun kam es schon mehrfach zu mehr oder wenigen gravierenden Widersprüchen in der Serie selbst oder eben auch zwischen Serie und Eschbach-Roman.
Wie können denn nun aber unterschiedliche, sich widersprechende Erzählungen kanonisch sein? Kann J.F.K. sowohl bei einem Attentat gestorben sein, als auch überlebt haben?

Kaus sagt mehrfach, der Eschbach Roman sei kanonisch. Die Autoren werden sich künftig auf den Eschbach Roman beziehen, wenn sie irgendwas von vor der Stardust Misssion vorkommt. Und natürlich ist die Serie kanonisch (offenbar ebenfalls die Aussagen die von vor der Stardust Mission handeln).

Für uns Leser klingt das widersprüchlich. Ich denke aber, Autoren und Redaktion haben einen anderen Bezug zur Kanonik. Kanon ist das, was jetzt im Moment gilt. Ab JETZT werden sich Autoren auf den Eschbach beziehen. Bis vor Erscheinen des Romans wurde sich aber z.B. auf Atlan Blauband 13 bezogen.
Daher sind beide Quellen kanonisch. Bzw, der Blauband 13 hat seinen Status als Referenz an den Eschbach abgetreten.

Für Autoren und Redaktion ist es nun aber nicht so wichtig wie für die Fans, das es zwei sich widersprechende Hintergrundgeschichten gibt. Für die Autoren ist der aktuellere Hintergrund von Eschbach ab jetzt gültig und Punkt. Für die Leser bestehen die Hintergründe aus den früheren Romanen aber weiter. Entweder hat Homer G. Adams fotografisches Gedächtnis beim Schreiben seiner Biografie versagt oder Atlans fotografisches Gedächtnis hat bei seinen Berichten versagt.

Während bei der Sichtweise der Autoren somit bewusst Widersprüche entstehen, die beim Schreiben von Romanen aber unwichtig sind, solange man weiß, auf welche Hintergrundgeschichte man sich aktuell zu beziehen hat, ist für die Leser jeder Widerspruch ein Ärgernis, erst recht, wenn sie vermeidbar gewesen wären.

Das erste mal gab es so einen gravierenden Widerspruch ja bei den Zellaktivatoren der MDI. Dort hat man später versucht, diesen Widerspruch irgendwie in den Kanon einzubauen, indem man die Verwirrung von ES als Begründung heranführte.
Das würde hier bei der Vorgeschichte von Perry Rhodan und der Stardust Mission wohl schwierig werden, außer der Eschbach-Roman beschreibt ein Paralleluniversum, das gleichberechtigt neben dem Neoversum, dem Perryversum und dem gescheerten Universum existiert.

Von der Kanonik aber mal abgesehen, gefällt mir der Eschbach HIntergrund weitaus besser als der von Kneifel und Castor.
Mao Tse Tung starb schon 1927? Wieso denn das? Eine Alternative Geschichtsschreibung irgendwo ab September 1961 ist ja klar, aber wieso denn sogar schon deutlich vor 1961? Ne, da neige ich dann doch schon dazu, den 13. Atlan Blauband und die sich auf ihn beziehenden Romane für nichtkanonisch zu erklären :-)

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Eric Manoli
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Eric Manoli »

Kanon ist ein Leser Problem.
Klar definiert der Redakteur und das/der/die Expokraten was Sache ist, aber ich bezweifle doch sehr das es dort solche Diskussionen wie hier gibt.

Ich persönlich gönne ja jedem sein Vergnügen, aber wen jemand auf "Mission Kanon" unterwegs ist, dann kann es mich auch richtig wütend machen.

Ist natürlich meine persönliche Schwierigkeiten, zu erkennen wo jetzt das Problem liegt ob Japan Teil der AF ist, war oder nicht.

Für mich hat das keinen Einfluss auf die Geschichte und somit ist es eine Bagatelle die ich nicht einmal wahrnehme.

Aber deshalb eine Welle zu starten und das Team zu attackieren, das entzieht sich meinen Verständnis.
>>Sie unterscheiden sich nicht so sehr von uns, wie ich es befürchtet hatte. Die Anordnung der Organe ist klar, wenn auch unterschiedlich. Das Skelett ist ebenfalls abweichend. Immerhin haben sie Blut wie das unsere.<<

Scrooge
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Scrooge »

Eric Manoli hat geschrieben:
29. Juli 2020, 11:23
Kanon ist ein Leser Problem.
Klar definiert der Redakteur und das/der/die Expokraten was Sache ist, aber ich bezweifle doch sehr das es dort solche Diskussionen wie hier gibt.

Ich persönlich gönne ja jedem sein Vergnügen, aber wen jemand auf "Mission Kanon" unterwegs ist, dann kann es mich auch richtig wütend machen.

Ist natürlich meine persönliche Schwierigkeiten, zu erkennen wo jetzt das Problem liegt ob Japan Teil der AF ist, war oder nicht.

Für mich hat das keinen Einfluss auf die Geschichte und somit ist es eine Bagatelle die ich nicht einmal wahrnehme.

Aber deshalb eine Welle zu starten und das Team zu attackieren, das entzieht sich meinen Verständnis.
Ich stimme Dir zu.

Kanondiskussionen firnde ich grundsätzlich interessant, aber eher aus einer "intellektuellen" Perspektive, d.h. ich finde es spannend, z.B. über die Widersprüche zwischen dem "Schmied der Unsterblichkeit" und PR 1573 zu diskutieren. Den Autor/innen daraus irgendwelche Vorwürfe zu machen, käme mir nie in den Sinn. Ein zu starres Beharren auf einen "Kanon" führt ja auch dazu, dass man nicht mehr hinter bestimmte Aussagen zurück kann, die nachweislich falsch, widersprüchlich oder unglücklich sind. Aktuelle Romane der PR-Serie müssen m.E. die bekannten Erzählungen immer wieder neu ausloten und kommen deshalb vielleicht zu teilweise neuen Interpretationen und Darstellungen. Insofern finde ich die Lösung, die Andreas Eschbach gefunden hat, herausragend, was aber nicht bedeutet, dass dadurch alternative Darstellungen notwendigerweise "falsch" sind. Ich finde die Lösung von AE eben plausibler und stimmiger als die von Rainer Castor.

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Thoromir
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Thoromir »

Eric Manoli hat geschrieben:
29. Juli 2020, 11:23
Kanon ist ein Leser Problem.
...
Ist natürlich meine persönliche Schwierigkeiten, zu erkennen wo jetzt das Problem liegt ob Japan Teil der AF ist, war oder nicht.

Für mich hat das keinen Einfluss auf die Geschichte und somit ist es eine Bagatelle die ich nicht einmal wahrnehme.

Aber deshalb eine Welle zu starten und das Team zu attackieren, das entzieht sich meinen Verständnis.
Ich denke, das sehen die meisten so, gerade in so einem Fall wie mit Japan, wo sich die Handlung nicht ändern würde, ob Japan nun AF ist oder nicht.

Da, wo sich die Handlung aber durch einen neuen Hintergrund ändern würde, oder sogar geändert hat, sind zumindest solche Diskussionen die Folge. Und das gehört zu einem Hobby ja auch dazu.

Ich denke auch, das solche Diskussionen schon auch bei den Autoren stattfinden.
Ich erinnere mich da an eine Szene aus dem Film "Unser Mann im All", wo Rainer Castor gerade interviewt wird, als sein Telefon geht, und er offenbar von einem Autorenkollegen nach irgendwelchen Hintergründen gefragt wird, weil der anrufende Autor wohl Widersprüche vermeiden will.
Das ging da zwar um Technik aber auch die gehört ja zum Kanon :-)

Letztlich können wir froh darüber sein, das es in der Serie zu relativ wenig Widersprüchen kommt. Das liegt eben daran, das alle Autoren und die jeweiligen Expokraten die Serie ernst nehmen.

Das es immer Leute gibt, die es mit dem Fan-sein übertreiben erleben wir doch bei jedem großen Franchise. Ob nun eine Romanserie oder Fernsehserie.
(Und mit dem "das Fan-sein zu ernst nehmen" beziehe ich auch gern die Wellen mit ein, die sich um Gucky gebildet haben).

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Mentro Kosum
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Mentro Kosum »

Thoromir hat geschrieben:
29. Juli 2020, 17:12

Das es immer Leute gibt, die es mit dem Fan-sein übertreiben erleben wir doch bei jedem großen Franchise. Ob nun eine Romanserie oder Fernsehserie.
Der oberste Rhodanisator des Universums (übrigens ein Titel, der durch Andreas Eschbach verliehen wurde)

viewtopic.php?f=60&t=9508&p=561916&hili ... or#p561916

hat uns gebeten, im Zusammenhang mit der Serie nie-nie-nie den Begriff "Franchise" zu verwenden. :unschuldig:

viewtopic.php?f=3&t=4612&p=177891&hilit ... se#p177891
Neuen Figuren eine Chance zu geben, ist nicht Aufgabe der Leser.
Es ist Aufgabe der Autoren.

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Thoromir
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Thoromir »

Also zum einen meinte ich ja nun auch Franchises wie Star Trek, Star Wars, Marvel etc, die ebenso unter fanatischen Fans leiden :-)

Zum anderen verwende ich den Begriff, wie er in der Wikipedia erklärt wird https://de.wikipedia.org/wiki/Franchise_(Medien)
Und danach IST Perry Rhodan ein Franchise :-)
Lies diesen Absatz mal durch und denke dann an
Perry Rhodan Hörspiele, Hörbücher, Comics, Spielfiguren und Computerspiele :-)
And die Heyne Serien, und die Silberbände. An Perry Rhodan Neo und und und :-)
Aber das ist ein anderes Thema :-)

"Erfolgreiche mediale Werke – wie Bücher, Filme oder auch Computerspiele – enthalten häufig über den ursprünglichen Kontext hinaus verwertbare Inhalte. Es kann sich dabei um Figuren, Handlungsstränge, Spielorte oder Objekte handeln, die einerseits durch das Urheberrecht zugunsten des ursprünglichen Autors und seines Verlegers geschützt sind, andererseits Publikumsinteresse darüber hinaus erzeugen. Autor oder Verlag können diese Rechte an andere Verwerter lizenzieren, die bildliche Darstellungen oder beispielsweise Spielfiguren verkaufen, Handlungsstränge in neuen Büchern oder Filmen fortsetzen oder Computer- oder auch Brettspiele entwerfen, die auf der Vorlage basieren."

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mardie
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von mardie »

Thoromir hat geschrieben:
29. Juli 2020, 17:12

Ich denke, das sehen die meisten so, gerade in so einem Fall wie mit Japan, wo sich die Handlung nicht ändern würde, ob Japan nun AF ist oder nicht.
Es geht ja auch nicht primär bei meiner Frage um Japan in der AF oder nicht. Für mich ja, da Tako (Japaner) als Arbeiter für die AF beim Tunnelbau für die A-Bombe unter dem Stützpunkt der dritten Macht usw.
Wichtiger ist. die AF hatte zum Atomalarm laut der Heftserie tausende von Atomraketen. China hat ja nicht mal heute mehr als ein paar wenige 100 Atomraketen. Die ganze Geschichte in Bezug auf die AF bzw. um die Geschichte deren Mitglieder (Indien, Malaysia, Großvietnam usw.??) bis zur Gründung der AF oder wegen mir auch ab 1965 muss vollkommen anderes gelaufen sein wie auf unserer Erde. Und dies mit großer Wahrscheinlichkeit schon ab 1945. Von daher denke ich eben auch, dass AE für mich zuviel des Guten mit der Übereinstimmung der Rhodanschen Vergangenheit mit politischer/mlitärischer Vergangenheit unserer Erde getan hat. Für mich klingt diese Buch sehr unlogisch und nicht stimmig mit dem Perryversum der Heftserie.

Mein Fazit,
Koreakrieg --- eventuell
Vietnamkrieg ----niemals
China kommunistisch ----- eher nein als ja
Apolloprogramm als Sprung zum Mond ---- bestimmt nicht (keine 2 teuren Mondprogramme parallel)

Denke ich mir die politisch und militärischen Fehlgriffe von AE weg, dann war diese Geschichte von Perrys Kindheit und Jugend super.
Zuletzt geändert von mardie am 31. Juli 2020, 18:33, insgesamt 2-mal geändert.

astroGK
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von astroGK »

mardie hat geschrieben:
31. Juli 2020, 18:30
Apolloprogramm als Sprung zum Mond ---- bestimmt nicht (keine 2 teuren Mondprogramme parallel)
Es sind keine zwei Programme parallel .Das eine mit der Space Force war großteils stillgelegt bis zum Scheitern der Apollo 8 Mission der NASA.

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mardie
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von mardie »

vor Apollo war Gemini, davor Mercury. Irgend was lief immer parallel.

Alex59
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Alex59 »

ein Fazit,
Koreakrieg --- eventuell
Vietnamkrieg ----niemals
China kommunistisch ----- eher nein als ja
Apolloprogramm als Sprung zum Mond ---- bestimmt nicht (keine 2 teuren Mondprogramme parallel)
Kann ich so eigentlich nicht stehen lassen. Bedenkt man das der erste Roman 1961 erschien , in dem perry 1971 auf dem Mond landet, war für beide Autoren klar: Cina ist kommunistisch! Und ist es leider immernoch. In der Geschichte haben beide Autoren die Weltgeschichte nicht total umgekrempelt.
Zur damaligen Zeit hielten die Großmächte mehr geheim als es gut für sie war; wie wir heute wissen! Ich kann mir gut vorstellen, das die Geschichte das damals hergab. Tarnkappenbomber bzw. U-Boote sind da ein gutes Beispiel.Was man auch nicht vergessen darf: Aera 54 und UFO`s. Amerika versucht heute noch zuvertuschen. Warum denn dann kein zweites Mondprogramm....
Die zwei Kriege sind real. Perry ist bei der Luftwaffe. Ein Einsatz ist da sicher drin!

Ich bin zwar erst in Paris ( Seite 526 ) angekommen und lass mich überraschen wie er denn jetzt doch noch auf den Mond kommt. Das er dahin kommt habe ich schon gelesen ( silberband 1).
Bis jetzt fand ich die Geschichte recht gut und unterhaltsam. Könnte glatt von mir sein...... :D :unschuldig:

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mardie
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von mardie »

Wo findest du in den Heften, dass die AF kommunistisch war? Und verschone uns mit Verschwörungstheorien wie Area 51 usw.

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Thoromir
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Thoromir »

mardie hat geschrieben:
1. August 2020, 00:52
Wo findest du in den Heften, dass die AF kommunistisch war? Und verschone uns mit Verschwörungstheorien wie Area 51 usw.
Scheer und Darlton wollten eine Science Fiction Geschichte über den Aufstieg der Menscheit schreiben. Sie wollten kein "Parallelunivrsum" erfinden.
Sie begannen 1961 zu schreiben und setzten die Handlung 1971 an.
Das legt nahe, das sie von einem Kommunistischen China ausgegangen sind.
Als Beweis dafür dient wohl die enge Zusammenarbeit zwischen AF und Ostblock.
Das war genau die Situatuion von 1961. China war Kommunistisch und arbeitete lose mit der Sowjetunion zusammen, ohne ein Satellitenstaat der UdSSR zu sein.

Ich denke, 1961 gingen Scheer und Darlton auch nicht davon aus, das Japan zur AF gehört hat. Davon steht nichts in den ersten Romanen. Wenn Kneifel und Castor da später eine andere Aussage gemacht haben, dann haben sie das erfunden, aber nicht Scheer und Darlton. Und dann stellt sich die Frage, warum Kneifel und Castor so von der Realität abgewichen sind, und nicht warum Eschbach sich an die Realität gehalten hat.

Und um auf folgenden möglichen Einwand einzugehen: Scheer und Darlton mussten damit rechnen, dass irgendwann die Realität das Serienstartjahr einholen würde, und ab dem Zeitpunkt die Serie doch eh eine Parallelwelt sein würde. Also hätten sie auch von Anfang an eine Parallelwelt erfinden können, die sich schon vor 1961 von unserer Welt unterscheidet.
Die Realität holte die Serie 1971 ein, also etwa in den 520er Heften.
Man ging aber ursprünglich von 30 bis 50 Heften aus, man rechnete gar nicht damit, das die Realität irgendwann die Serienzeit einholen würde.

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mardie
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von mardie »

Thoromir hat geschrieben:
1. August 2020, 11:17

Scheer und Darlton wollten eine Science Fiction Geschichte über den Aufstieg der Menscheit schreiben. Sie wollten kein "Parallelunivrsum" erfinden.
Sie begannen 1961 zu schreiben und setzten die Handlung 1971 an.
Das legt nahe, das sie von einem Kommunistischen China ausgegangen sind.
Als Beweis dafür dient wohl die enge Zusammenarbeit zwischen AF und Ostblock.
Das war genau die Situatuion von 1961. China war Kommunistisch und arbeitete lose mit der Sowjetunion zusammen, ohne ein Satellitenstaat der UdSSR zu sein.

Ich denke, 1961 gingen Scheer und Darlton auch nicht davon aus, das Japan zur AF gehört hat. Davon steht nichts in den ersten Romanen. Wenn Kneifel und Castor da später eine andere Aussage gemacht haben, dann haben sie das erfunden, aber nicht Scheer und Darlton. Und dann stellt sich die Frage, warum Kneifel und Castor so von der Realität abgewichen sind, und nicht warum Eschbach sich an die Realität gehalten hat.

Und um auf folgenden möglichen Einwand einzugehen: Scheer und Darlton mussten damit rechnen, dass irgendwann die Realität das Serienstartjahr einholen würde, und ab dem Zeitpunkt die Serie doch eh eine Parallelwelt sein würde. Also hätten sie auch von Anfang an eine Parallelwelt erfinden können, die sich schon vor 1961 von unserer Welt unterscheidet.
Die Realität holte die Serie 1971 ein, also etwa in den 520er Heften.
Man ging aber ursprünglich von 30 bis 50 Heften aus, man rechnete gar nicht damit, das die Realität irgendwann die Serienzeit einholen würde.
Woran machst du fest, dass die Gründer kein Paralleluniversum meinten? Keine Erwähnung des Apolloprogramm bei den Gründern, obwohl schon seit Sommer 1961 existent. Eine Raumfahrtorganisation Namens Space Force die niemals existierte und Techniken nutzte, die noch nicht mal heute existieren. Eine AF die hundertmal militärisch stärker (tausende Atomraketen, Flugzeugträger usw.) ist als es China in den 60er 70er je war. Woher sollte die Gründer 1961 auch wissen wie die ploitische Welt zwischen 61 und 71 aussieht (daher zwingend Parallelwelt schon ab 1961). Und durch die militärische Stärke der AF, die ja nicht über Nacht vom Himmel gefallen sein kann, Parallelwelt mindestens schon seit Ende Koreakrieg oder gar Ende 2.Wk. Das Buch von AE ist ein verspielter aber ungeschickter Versuch die Geschichte unsere Welt mit Perry Rhodans Jugendjahre zu verknüpfen. Mit einfachen literarischen Tricks werden statt Parallelwelten einfach parallele Raumfahrtprogramme aufgelegt. Eine Mini-AF aus China und Nordkorea erstellt um Rhodan als Pilot im Vietnamkrieg zu zeigen, wobei man sich die Frage stellen muss woher deren 1971 gezeigte militärische Stärke kommen soll, geschweige denn ein Raumfahrtprogramm auf ähnlichen technischen Stand wie im "Ostblock" oder "Westblock". Eine große AF mit vielen Förderralstaaten ist für die 1961 geschriebene 1971 gezeigte technisch und mlitärische Stärke der AF Grundvoraussetzung. Warum nutzten die Gründer nicht auch die Bezeichnung Warschauer Pakt, wenn sie von Ostblock schrieben? Es spricht daher alles für eine Parallelwelt weit vor 1961.

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Thoromir
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Thoromir »

mardie hat geschrieben:
1. August 2020, 12:24
Woran machst du fest, dass die Gründer kein Paralleluniversum meinten?
Weil in keinem Werkstattbericht, in keinem Interview gesagt wird, Scheer und Darlton hätten ein Paralleluniversum schaffen wollen. Dagegen wird immer wieder gesagt - selbst aus dem Munde Scheers selbst - man wollte eine Geschichte über die Zukunft der Menschheit schreiben. Man wollte sie in der nahen Zukunft ansetzen, damit der Unterschied zur Gegenwart nicht zu groß sei.

mardie hat geschrieben:
1. August 2020, 12:24
Keine Erwähnung des Apolloprogramm bei den Gründern, obwohl schon seit Sommer 1961 existent. Eine Raumfahrtorganisation Namens Space Force die niemals existierte und Techniken nutzte, die noch nicht mal heute existieren. Eine AF die hundertmal militärisch stärker (tausende Atomraketen, Flugzeugträger usw.) ist als es China in den 60er 70er je war. W
Da die Geschichte 10 Jahre in der Zukunft spielt, hatten Scheer und Darlton doch die freie Möglichkeit anzunehmen, was sie für 1971 realistisch hielten.
Sie konnten sich vorstellen, das in den nächsten 10 Jahren der Weltraum "militarisiert" worden sein könnte, das aus der zivilen Raumfahrt der Anfangstage eine militärische Militäreinheit geworden war. Tatsächlich war die sowjetische Raumfahrt immer Teil der Roten Armee, eine eigene Abteilung wie Luftwaffe oder Marien. Man konnte sich 1961 also gut vorstellen, das sich die amerikanische Raumfahrt auch dorthin bewegen könnte.

Nur weil China militärisch nicht so stark ist, wie es sich Darlton und Scheer 1961 für die 70er Jahre vorstellten ist doch kein Grund davon auszugehen, sie hätten 1961 wissen müssen, wie stark China 1971 tatsächlich sei. Sie dachten eben, China würde 1971 schon 1000 Atomraketen haben.

Übrigens haben wir noch ein Indiz, warum Scheer nicht an ein Paralleluniversum gedacht hat: Bei seiner anderen Serie "ZBV" trat ebenfalls irgendwann der Zeitpunkt ein, wo die Realität den Serienzeitpunkt eingeholt hat. Auch dort passten Technik und Datum nicht mehr mit der Realität überein. Daraufhin wurde bei einer Neuauflage der Serie die Handlung noch weiter in die Zukunft verlegt, damit die Technik wieder fiktiv-modern wirken konnte.

Bei der 4. Auflage der Perry Rhodan Serie wurde zunächst überlegt, die Handlung ebenfalls um ein paar Jahre in die Zukunft zu verlegen. Das wurde zwar letztlich nicht umgesetzt, aber das hat offenbar nicht jeder mitbekommen. Denn tatsächlich sind in einigen Heften bei den Einleitungstexten die Jahreszahlen genannt, die zum Zeitpunkt des Erscheinens der 4. Auflage (1978) ein paar Jahre in der Zukunft lagen.
Ganz offensichtlich hatte niemand das Gefühl, Perry Rhodan sei ein Paralleluniversum, das sich schon vor 1961 von unserem unterscheiden müsste.
mardie hat geschrieben:
1. August 2020, 12:24
Woher sollte die Gründer 1961 auch wissen wie die ploitische Welt zwischen 61 und 71 aussieht (daher zwingend Parallelwelt schon ab 1961).
Aber das sage ich doch die ganze Zeit: Der Beginn der "Parallelwelt" oder neu: die Scheerung kann frühestens im September 1961 angenommen werden. Nicht schon vorher. (Und ja: philosophisch gesehen ist nachträglich die Scheerung natürlich deutlich vor 1961 gewesen, denn schon bei der Entstehung unseres Sonnensystem ergeben sich ja Unterschiede - kein Planet zwischen Mars und Jupiter, kein Kontinent Lemuria ;-) )
mardie hat geschrieben:
1. August 2020, 12:24
Und durch die militärische Stärke der AF, die ja nicht über Nacht vom Himmel gefallen sein kann, Parallelwelt mindestens schon seit Ende Koreakrieg oder gar Ende 2.Wk.
Das ist nun aber eine ganz persönliche Einschätzung von Dir. Da über die militärische Stärke Chinas 1961 kaum etwas bekannt war - zumindest nicht irgendwelchen Schriftstellern, die "Groschenromane" schreiben - konnten sie für die Handlungszeit annehmen, was sie wollten.
Scheer und Darlton setzten für die AF eine bestimmte Militärstärke fest, die Du für unrealistisch hälst.
Und ja, Deine Schätzung ist nachträglich wohl korrekt, China war nicht so stark wie es Darlton und Scheer angenommen haben. Das heißt aber nicht, das sie es hätten wissen müssen. Du denkst, weil sie China trotz besseren Wissens so stark gemacht haben, kann es sich nur um eine Parallelwelt handeln. Es ist aber einfach nur eine Fehleinschätzung der Autoren gewesen.

Die Einschätzung, wie eine zukünftige Technik oder Militärmacht in einer SF Geschichte aussieht ist doch immer spekulativ. In "Blade Runner" nahem man 1982 an, das man im Jahre 2019 mit Antigrafautos herumreisen würde, das man Roboter bauen würde, die wie Menschen aussehen. Nur weil das so nicht eingetreten ist, kann man doch nicht sagen, Ridley Scott habe 1982 ganz bewusst eine Parallelwelt erschaffen wollen.

Solche Beispiele gibt es doch von allen möglichen Filmen. Bei Star Trek wurde 1966 angenommen, das es 1992 zu Kriegen kommen wird, wo genmanipulierten Menschen die Weltherrschaft erringen wollen - die "eugenischen Kriege".
Tatsächlich wurde 1992 ein Star Trek Film gedreht, in dem Menschen und Klingonen Frieden schließen. War Star Trek deshalb schon von 1966 an eine Serie, die als "Parallelwelt" konzipiert war? Nein.
mardie hat geschrieben:
1. August 2020, 12:24
Das Buch von AE ist ein verspielter aber ungeschickter Versuch die Geschichte unsere Welt mit Perry Rhodans Jugendjahre zu verknüpfen. Mit einfachen literarischen Tricks werden statt Parallelwelten einfach parallele Raumfahrtprogramme aufgelegt. Eine Mini-AF aus China und Nordkorea erstellt um Rhodan als Pilot im Vietnamkrieg zu zeigen, wobei man sich die Frage stellen muss woher deren 1971 gezeigte militärische Stärke kommen soll, geschweige denn ein Raumfahrtprogramm auf ähnlichen technischen Stand wie im "Ostblock" oder "Westblock". Eine große AF mit vielen Förderralstaaten ist für die 1961 geschriebene 1971 gezeigte technisch und mlitärische Stärke der AF Grundvoraussetzung.
Ich gebe Dir recht, dass Eschbach versuchen wollte, den Serienstart mit der Realität anzupassen. Es kommt dabei sicher zu einigen Unebenheiten, aber im großen und ganzen scheint mir der Versuch gelungen zu sein. Denn zu den ersten Romanen gibt es keine wirkichen Widersprüche. Es wird in den ersten Romanen eben nicht gesagt, aus welchen Mitgliedern die AF besteht. (Das bei Eschbach Vietnam kein AF Mitglied ist, wundert mich allerdings auch).
mardie hat geschrieben:
1. August 2020, 12:24
Warum nutzten die Gründer nicht auch die Bezeichnung Warschauer Pakt, wenn sie von Ostblock schrieben? Es spricht daher alles für eine Parallelwelt weit vor 1961.
Bei diesem Einwand bin ich nun grad etwas stutzig geworden.
Ich vermute, du bist deutlich jünger als ich. Ich bin Jahrgang 1965 und ich kann mich noch erinnern, das noch in den 70er Jahren in den Nachrichten von "Ostblock" gesprochen wurde, wenn vom Warschauer Pakt die Rede war. Und von der "Ostzone" wenn von der DDR die Rede war.
Daher sehe ich es als selbstverständlich an, das Scheer und Darlton vom "Ostblock" schreiben und nicht "Warschauer Pakt" sagen.
Im übrigen meine ich mich zu erinnern, das der Name "Warschauer Pakt" in Heft 21 "Der Atomkrieg findet nicht statt" genannt wurde.

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mardie
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von mardie »

Bin Jahrgang 1964, Wessi mit Wurzeln mütterlicherseits aus der DDR und kann die Aussage über den "Ostblock" anstatt WP teilweise bestätigen, aber nicht generalisieren. Über die Suchfunktion meines Kindle lässt sich der Begriff "Warschau" in dem PR-Paket 1 nicht finden. Autoren würden um die gleiche Sache zu beschreiben unterschiedliche Wörter verwenden um Wiederholungen und Stereotypen zu vermeiden suchen wenn es möglich ist. Von daher wäre es für KHS und CD durchaus angebracht gewesen statt ständig Ostblock auch mal Warschauer Pakt einzustreuen. Passierte aber nicht.

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Elena-Gucky
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Elena-Gucky »

Hab den SiBa 1 jetzt vor ca. 15 Jahren gelesen und kann mich daran erinnern, dass ich anhand der Beschreibung der Weltordnung gleich dran dachte, es wäre eine Parallelwelt zu unserer. Könnte jetzt aber die Stelle nicht festnageln, an der ich das festmachen würde.
"Kinder und Mausbiber dürfen teleportieren"

"Wenn Sie nicht wissen, wie sie Gucky danken wollen, dann schicken Sie ihm einfach bei Gelegenheit eine große Mohrrübe. Das freut ihn mehr als alles andere."

EA = 2899, Aufholjagd = 999

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Eric Manoli
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Eric Manoli »

Nun man merkt, was die Autoren schreiben war schon mit Band 1 interpretierbar.

Also doch kein aktuelles Problem. :rolleyes:

Interpretationen war schon immer beliebt, aber war es früher auch schon so das der Leser meinte er wisse besser wie die Geschichte des Autors eigentlich hätte sein müssen?
>>Sie unterscheiden sich nicht so sehr von uns, wie ich es befürchtet hatte. Die Anordnung der Organe ist klar, wenn auch unterschiedlich. Das Skelett ist ebenfalls abweichend. Immerhin haben sie Blut wie das unsere.<<

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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Mentro Kosum »

Wir könnten uns ja darauf einigen, dass das Perryversum, das Andreas Eschbach beschrieb, das nach der Scherung ist - und das in den Anfangsbänden das wahre, also ehemalige war.
Das würde die Widersprüche (Vietnam etc.) erklären. Zumindest wäre das ein eleganter Ausweg. :rolleyes:
Neuen Figuren eine Chance zu geben, ist nicht Aufgabe der Leser.
Es ist Aufgabe der Autoren.

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Eric Manoli
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Eric Manoli »

Ich brauche mich nicht einigen.
Ich habe den Roman mehrfach genossen und bin in jeder Beziehung zufrieden gewesen.

Ich lese aber auch auf dieses Ziel hin, ich kann aus der Bestätigung meiner vorhergesagten Unzufriedenheit keine Freude ziehen.
>>Sie unterscheiden sich nicht so sehr von uns, wie ich es befürchtet hatte. Die Anordnung der Organe ist klar, wenn auch unterschiedlich. Das Skelett ist ebenfalls abweichend. Immerhin haben sie Blut wie das unsere.<<

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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Mentro Kosum »

Eric Manoli hat geschrieben:
1. August 2020, 19:17
Ich habe den Roman mehrfach genossen
Mir hat er bereits beim ersten Mal gefallen.
und bin in jeder Beziehung zufrieden gewesen.
Das freut mich.
Ich lese aber auch auf dieses Ziel hin, ich kann aus der Bestätigung meiner vorhergesagten Unzufriedenheit keine Freude ziehen.
Das unterschreibe ich. :st:
Neuen Figuren eine Chance zu geben, ist nicht Aufgabe der Leser.
Es ist Aufgabe der Autoren.

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Thoromir
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Thoromir »

Elena-Gucky hat geschrieben:
1. August 2020, 17:23
Hab den SiBa 1 jetzt vor ca. 15 Jahren gelesen und kann mich daran erinnern, dass ich anhand der Beschreibung der Weltordnung gleich dran dachte, es wäre eine Parallelwelt zu unserer. Könnte jetzt aber die Stelle nicht festnageln, an der ich das festmachen würde.
Ich glaube, der Silberband ist da keine gute Referenz.
Er ist 1977 geschrieben worden und wurde von Willi Volz bearbeitet. Als er diese Bearbeitung vornahm, wusste er ja bereits, dass die Jahre 1961 bis 71 anders abgelaufen sind.
Ich habe sowohl die Romane (der 4. Auflage) gelesen, als auch die Silberbände.
Die 4. Auflage habe ich 1979 gelesen, die Silberbände 2002, als sie als Hörbücher herauskamen.
Mir war beim Lesen der Hefte natürlich bewusst, das ich selbst jünger bin als die Perry Rhodan Serie, und die Beschreibung des Jahres 1971 nicht dem entspricht, was ich als 1971 in Erinnerung hatte.

Allerdings ist auch die 4. Auflage keine gute Referenz, denn sie ist im Vergleich zur Erstauflage überarbeitet worden. Es kann also gut sein, das dort irgendwo "Warschauer Pakt" stand, wo in der Erstauflage nur "Ostblock" stand.

Ich glaube, die meisten der jetzigen Leser (und Autoren) kennen die ersten Perry Rhodan Romane nur aus Nachauflagen oder Silberbänden. Vor allem haben sie diese vermutlich nach 1971 gelesen wo sie schon wussten, das es anders war.

Die Frage wäre also: Leser, die 1961 mit Perry Rhodan angefangen haben, hatten die den Eindruck, hier würde eine Geschichte erzählt, die sich von ihrer realen Welt so sehr unterscheidet, das sie niemals so eintreffen wird? (Weil die "Scheerung vor 1961 lag?) Ich denke nein. Warum sollten die Autoren auch eine Parallelwelt erfinden, die zudem noch in der Zukunft spielt?

An der Stelle ist vielleicht mal interessant die Apple Plus Serie "For all Mankind" zu erwähnen. Hier geht es tatsächlich um eine Parallelwelt, in der wenige Tage vor Apollo 11 die Russen zuerst auf dem Mond landeten. Die Serie beschreibt weitere Entwicklung der Raumfahrt, wenn die Amerikaner nur die 2. gewesen wären und nimmt an, das Space Race wäre weiter gegangen. Es wäre darum gegangen, wer zuerst eine Mondbasis errichtet, wer zuerst auf dem Mars landet.

Solche Parallelweltgeschichten sind immer interessant. Aber sie spielen immer in unserer Gegenwart oder unserer Vergangenheit. Warum sollte jemand eine Parallelwelt erarbeiten, die in der Zukunft spielt und somit gar nicht von einem normalen Science Fiction Roman zu unterscheiden wäre?
mardie hat geschrieben:
1. August 2020, 17:06
Bin Jahrgang 1964, Wessi mit Wurzeln mütterlicherseits aus der DDR und kann die Aussage über den "Ostblock" anstatt WP teilweise bestätigen, aber nicht generalisieren. Über die Suchfunktion meines Kindle lässt sich der Begriff "Warschau" in dem PR-Paket 1 nicht finden. Autoren würden um die gleiche Sache zu beschreiben unterschiedliche Wörter verwenden um Wiederholungen und Stereotypen zu vermeiden suchen wenn es möglich ist. Von daher wäre es für KHS und CD durchaus angebracht gewesen statt ständig Ostblock auch mal Warschauer Pakt einzustreuen. Passierte aber nicht.
Letztlich gilt auch hier: Irgendwann zwischen 1961 und 1971 könnte sich der Vertragsstatus der Ostblock-Staaten ja geändert haben. Man könnte sich 1961 vorstellen, das alle Ostblock Staaten ihre Selbständigkeit verloren haben und nunmehr sowjetische Republiken sind. Aber das wird nicht weiter ausgeführt.

Strenggenommen ist der Begriff "Warschauer Pakt" sogar ein Propagandawort des Westens. Offiziel hiess das Bündnis "Warschauer Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand". Im Osten wurde er zur Abkürzung dann "Warschauer Vertrag" genannt oder "Warschauer Vertrags Staaten".

Das im Westen verwendete Wort "Pakt" sollte ein negatives Gefühl wecken, ein Gefühl der Bedrohung. "Mensch, die haben da im Osten einen Pakt gegründet, um uns anzugreifen." Hingegen sprach man bei der NATO immer vom "Verteidigungsbündnis". Also ganz klar: Wir sind die Guten, die da drüben die Bösen. In die gleiche propagandistische Kategorie gehört natürlich auch "Ostblock". Der Begriff "Westblock" kommt dagegen im Westen sehr selten vor. Im Westen sagte man zu den NATO Staaten eher "Westmächte". (In der Wikipedia kommt zwar der Begriff Ostblock vor, bei Westblock wird man zu Westmächte verwiesen). Ich denke, die Verwendung des Begriffes Westblock in der Perry Rhodan Serie sollte eine gewisse Neutralität der Dritten Macht ausdrücken.

Ob es sprachlich sinnvoll gewesen wäre, unterschiedliche Worte zu verwenden mag ich nicht beurteilen. Letztlich spielen Westblock einerseits, Ostblock und Asiatische Föderation andererseits nur in den ersten 5 Heften eine größere Rolle.
Danach hat die Zusammenarbeit der Weltmächte eine immer größer werdende Bedeutung und ab Heft 34 ist die Menschheit politisch vereint.

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Thoromir
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Thoromir »

Mentro Kosum hat geschrieben:
1. August 2020, 19:03
Wir könnten uns ja darauf einigen, dass das Perryversum, das Andreas Eschbach beschrieb, das nach der Scherung ist - und das in den Anfangsbänden das wahre, also ehemalige war.
Das würde die Widersprüche (Vietnam etc.) erklären. Zumindest wäre das ein eleganter Ausweg. :rolleyes:
Haben sich denn die Erinnerungen der Galaktiker nach der der Scheerung verändert? Ich hatte das so verstanden, dass 1523 NGZ ein zweites Universum entstanden ist, das sich ab diesem Zeitpunkt vom Perryversum unterscheiden wird.
(Wobei ich die Idee der Scheerung nach wie vor blöd finde :-) )

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Mentro Kosum
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Mentro Kosum »

Thoromir hat geschrieben:
1. August 2020, 20:01

Haben sich denn die Erinnerungen der Galaktiker nach der der Scheerung verändert? Ich hatte das so verstanden, dass 1523 NGZ ein zweites Universum entstanden ist, das sich ab diesem Zeitpunkt vom Perryversum unterscheiden wird.
Ja, natürlich erst ab diesem Zeitpunkt.
Aber die Idee, dass sich auch Erinnerungen der Vergangenheit ändern können, böte Potenzial für ungeahnte Geschichten. :D
(Wobei ich die Idee der Scheerung nach wie vor blöd finde :-) )
Karl-Herbert womöglich auch.
Neuen Figuren eine Chance zu geben, ist nicht Aufgabe der Leser.
Es ist Aufgabe der Autoren.

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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von astroGK »

Thoromir hat geschrieben:
1. August 2020, 20:01
(Wobei ich die Idee der Scheerung nach wie vor blöd finde :-) )
Ich war anfangs vom Atopen-Zyklus begeistert habe aber dann Mitte der 2730er das Interesse verloren und erst rückwirkend mir einige Romane ab 2800 gegeben. THEZ war zwar ein faszinierendes Konzept aber durch die Determiniertheit bis ans Ende des Universums und der Zeit war die Scherung eine logische Folge. Ansonsten hätte keine Geschichte mehr erzählt werden können, da alles vorherbestimmt gewesen wäre.
Für mich aber viel zu langatmig erzählt und daher insgesamt zu wenig interessant.

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