Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

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Scrooge
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Scrooge »

Die These, es sei Scheer und Darlton darum gegangen, eine Parallelwelt zu erarbeiten, ist aus meiner Sicht unplausibel. Aus den mir bekannten Quellen, u.a. den Werkstattband von 1986, geht doch klar hervor, dass es Scheers Ziel war, einen realistischen und plausiblen Startpunkt zu wählen, d.h. nicht beim 3. Stockwerk anzufangen. Das galt für die Technik, aber auch für den gesellschaftlich-politischen Hintergrund. Warum hätte er eine "Parallelwelt" ausarbeiten sollen? Was hätte das denn gebracht? Viel plausibler ist es doch, dass er aus seinen Kenntnissen heraus extrapolierte, wie sich die Gesamtsituation 1971 darstellen würde. Dass dies möglicherweise einer vertieften Plausibilitätsprüfung nicht standhält, steht auf einem ganz anderen Blatt (und ich sage nicht, dass dies so ist, sondern dass man ggf. zu diesem Ergebnis kommen könnte, das mögen kompetentere Personen beurteilen). Ziel war es, Hefte zu verkaufen, und eine "Parallelwelt" hätte die potenziellen Käufer/innen eher von ihrem eigenen Erfahrungshintergrund entfernt. Im Übrigen ging es hier ja ohnehin nur um einen ganz knapp skizzierten Startpunkt, um dann zu den Sternen aufzubrechen. Um Letzteres ging es, alles andere ist eine Überhöhung und eine nachträgliche Interpretation.

astroGK
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von astroGK »

Scrooge hat geschrieben:
3. August 2020, 12:45
Im Übrigen ging es hier ja ohnehin nur um einen ganz knapp skizzierten Startpunkt, um dann zu den Sternen aufzubrechen. Um Letzteres ging es, alles andere ist eine Überhöhung und eine nachträgliche Interpretation.
So sehe ich das auch. Den Start der Serie und die ersten Hefte kann man nur aus der Zeit von 1961 beurteilen. Man wollte auch sicher nicht zu sehr das aktuelle politische Geschehen einbinden.
Andreas Eschbach Roman macht jetzt das gleiche aus der Rückschau aus der heutigen Zeit.
Für uns ist der alles in den ersten zehn Romanen spielt Vergangenheit. Daher scheint es mir nur logisch, dass die Realität bis 1968 im Roman so dargestellt wurde, wie sie war. Das Buch ist somit der Band 0, sehr gut geeignet als Einstieg.

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nanograinger
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von nanograinger »

Zum Punkt der angeblich "unrealistisch" starken Asiatischen Föderation: Scheer rühmte sich selbst für seine "realistische" Prognose, dass China die "kommende Macht" werden würde. Das war ja auch schon in der ZBV-Serie so. Die Stärke der AF war für ihn ganz klar eine realistische Prognose. Das kann man in Interviews mit ihm nachlesen (ich meine bspw. im letzten Interview von 1990, das in der SOL 76 & 77 nachgedruckt wurde).

Dass dies 1971 dann noch nicht der Fall war, hat ihn sicher wenig gestört, was sind schon ein-zwei Jahrzehnte Verzögerung....

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Carrasco
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Carrasco »

Hmm ...
Natürlich ist das PR-Universum ein Paralleluniversum. In unserem Universum wurde Perry Rhodan schließlich nie geboren. Die beiden Universen haben sich also spätestens 1936 getrennt. :D

Andere Unterschiede (Venus, Entfernung Milchstraße - Andromeda, Zeut usw. ) wurden ja tlw. schon erwähnt, manches wusste man damals einfach nicht besser.

Das Projekt Perry Rhodan ist so groß, ging durch so viele Hände, da kann man keine Logik bis ins letzte Detail erwarten. Jeder Versuch, unser Universum und das PR-Universum (aber auch alle scheinbaren oder tatsächlichen Widersprüche innerhalb des PR-Univerums) völlig widerspruchsfrei in Kongruenz zu bringen, ist daher von vornherein zum Scheitern verurteilt.

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Thoromir
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Thoromir »

Carrasco hat geschrieben:
13. August 2020, 00:20
Hmm ...
Natürlich ist das PR-Universum ein Paralleluniversum. In unserem Universum wurde Perry Rhodan schließlich nie geboren. Die beiden Universen haben sich also spätestens 1936 getrennt. :D
Das ist wohl klar und unbestritten - von keiner Seite :-)
Wir müssen hier etwas vorsichtig mit dem Begriff "Paralleluniversum" umgehen.
Das, was du jetzt Paralleluniversum nennst, ist eher das literarische Universum, das beim Schreiben der Romane erschaffen wird. Jeder Roman - ob Klassiker wie der Simplizissimus oder ein moderner Schicksalsroman spielen in einem eigenen literarischen Universum. Das gilt vermutlich sogar für Biografien.

Worum es hier in der Diskussion aber ging ist, ob Perry Rhodan aus Science Fiction Sicht in einem Paralleluniversum spielt. Das ist ja durchaus ein Subgenre der Science Fiction. Ganz bewusst eine Geschichte zu erzählen, die sich von unserer Welt unterscheidet. Da gibt es dann Parallelwelten, in denen der 2. Weltkrieg nie stattgefunden hat, wo die Russen zuerst auf dem Mond landen, und was weiß ich noch. Andreas Eschbach hatte auch so einen Parallelwelt Roman geschrieben mit dem Titel "NSA". In diesem Paralleluniversum hat Nazideutschland schon in den 40er Jahren eine ausgereifte Computertechnik.
Eschbach erklärte irgendwo, das es ihn gereizt hat, dieses Konzept auch für das Perryversum anzusetzen. So entstand der Roman "Perry Rhodan - das größte Abenteuer". Er wollte versuchen, den Punkt zu finden, wo sich das literarische Universum von Perry Rhodan von unserem realen Universum getrennt hat. Und das sollte offenkundig so spät wie möglich passieren.
Was nun etwas problematisch gesehen wird ist: Es hatte früher schon den Versuch gegeben, genau diesen Ansatz zu versuchen: Eben durch Hans Kneifel und Rainer Castor. Dort findet diese Weichenstellung schon 1927 statt, wenn MaoTse Tung stirbt (Ich habe diese Blaubände bisher nie gelesen, diese Information nehme ich also aus dieser Diskussion hier. Wenn ich das falsch verstanden habe, korrigiert mich bitte).

Für viele stellt sich nun eben die Frage: Welche Version ist jetzt die richtige, die gültige? Das was Homer G. Adams in einer Biografie über Perry Rhodan geschrieben hat, oder das was Atlan erzählt und vermutlich in den Universitäten gelehrt wird?
Es kann ja nicht beides gültig sein, oder doch? Laut Klaus scheint das doch miteinander vereinbar zu sein, einfach dadurch, das künftig die Autoren nur noch Bezug auf den Eschbach Roman nehmen werden und nicht mehr auf die Atlan Blaubände.

Es ist etwas verwirrend, weil der Begriff Paralleluniversum für so vieles herhalten muss. Und eine etwas nebenherlaufende Diskussion beschäftige sich eben mit der Frage, ob Scheer und Darlton beim Erfinden ihrer Serie von Anfang an ein Paralelluniversum gedacht haben, das sich vom der Realität erkennbar unterscheidet, oder ob sie eben "nur" ein literarisches Universum erschaffen wollten, das eine fiktive Zukunft unserer Realität beschreiben soll.

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Carrasco
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Carrasco »

Thoromir hat geschrieben:
14. August 2020, 10:55
Für viele stellt sich nun eben die Frage: Welche Version ist jetzt die richtige, die gültige? Das was Homer G. Adams in einer Biografie über Perry Rhodan geschrieben hat, oder das was Atlan erzählt und vermutlich in den Universitäten gelehrt wird?
Es kann ja nicht beides gültig sein, oder doch? Laut Klaus scheint das doch miteinander vereinbar zu sein, einfach dadurch, das künftig die Autoren nur noch Bezug auf den Eschbach Roman nehmen werden und nicht mehr auf die Atlan Blaubände.
Da geht es dir so wie mir nach PR1573 Blick in die Zeit von Marianne Sydow. Ich war begeistert von diesem Roman und später ziemlich enttäuscht, als mir klar wurde, dass das nur eine alternative Realität war, die obendrein mit einem PR-Taschenbuch im Widerspruch steht. Und also wohl nicht offizieller Kanon ist.
Wobei ich mich natürlich frage, ob für die Expo-Factory 1573 schon damals nicht Teil des Kanons war, oder ob man die Taschenbuchversion in dem Moment schlicht nicht auf dem Schirm hatte.

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Scrooge
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Scrooge »

Carrasco hat geschrieben:
14. August 2020, 15:35
Thoromir hat geschrieben:
14. August 2020, 10:55
Für viele stellt sich nun eben die Frage: Welche Version ist jetzt die richtige, die gültige? Das was Homer G. Adams in einer Biografie über Perry Rhodan geschrieben hat, oder das was Atlan erzählt und vermutlich in den Universitäten gelehrt wird?
Es kann ja nicht beides gültig sein, oder doch? Laut Klaus scheint das doch miteinander vereinbar zu sein, einfach dadurch, das künftig die Autoren nur noch Bezug auf den Eschbach Roman nehmen werden und nicht mehr auf die Atlan Blaubände.
Da geht es dir so wie mir nach PR1573 Blick in die Zeit von Marianne Sydow. Ich war begeistert von diesem Roman und später ziemlich enttäuscht, als mir klar wurde, dass das nur eine alternative Realität war, die obendrein mit einem PR-Taschenbuch im Widerspruch steht. Und also wohl nicht offizieller Kanon ist.
Wobei ich mich natürlich frage, ob für die Expo-Factory 1573 schon damals nicht Teil des Kanons war, oder ob man die Taschenbuchversion in dem Moment schlicht nicht auf dem Schirm hatte.

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Ich meine mich zu erinnern, ich hätte einmal gelesen, dass Ernst Vlcek sehr unglücklich mit dem Taschenbuch von Terrid war, dass er dies aber wohl lange nicht wahrnahm (wo habe ich das nur gelesen? Ich weiß es nicht mehr...). Ob 1573 dann eine intendierte Korrektur war oder ob die Widersprüche erst durch die Reaktionen der Leser/innen deutlich wurden, weiß ich nicht, ich gehe aber davon aus, dass 1573 seitens Ernst Vlceks, der ja damals allein verantwortlich war, als kanonisch betrachtet wurde. Der Roman selbst hat mir übrigens sehr gut gefallen. Ich bedaure es immer noch sehr, dass Marianne Sydow wenig später das Team verließ. Sie war damals m.E. auf dem Höhepunkt ihres Könnens. Was uns da entgangen ist, ich möchte gar nicht drüber nachdenken... :(

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Mentro Kosum
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Mentro Kosum »

Scrooge hat geschrieben:
14. August 2020, 15:51

Ich meine mich zu erinnern, ich hätte einmal gelesen, dass Ernst Vlcek sehr unglücklich mit dem Taschenbuch von Terrid war, dass er dies aber wohl lange nicht wahrnahm (wo habe ich das nur gelesen? Ich weiß es nicht mehr...).
Ich schon:

viewtopic.php?f=3&t=1761&p=167054&hilit ... us#p167054

B-)
Thez

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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Scrooge »

Mentro Kosum hat geschrieben:
14. August 2020, 16:17
Scrooge hat geschrieben:
14. August 2020, 15:51

Ich meine mich zu erinnern, ich hätte einmal gelesen, dass Ernst Vlcek sehr unglücklich mit dem Taschenbuch von Terrid war, dass er dies aber wohl lange nicht wahrnahm (wo habe ich das nur gelesen? Ich weiß es nicht mehr...).
Ich schon:

viewtopic.php?f=3&t=1761&p=167054&hilit ... us#p167054

B-)
Danke, genau das war die Passage, die ich meinte. :st:

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Carrasco
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Carrasco »

Scrooge hat geschrieben:
14. August 2020, 15:51
... Der Roman selbst hat mir übrigens sehr gut gefallen. Ich bedaure es immer noch sehr, dass Marianne Sydow wenig später das Team verließ. Sie war damals m.E. auf dem Höhepunkt ihres Könnens. Was uns da entgangen ist, ich möchte gar nicht drüber nachdenken... :(
Sehe ich genauso. Jammerschade.

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Richard
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Richard »

Carrasco hat geschrieben:
14. August 2020, 15:35
Thoromir hat geschrieben:
14. August 2020, 10:55
Für viele stellt sich nun eben die Frage: Welche Version ist jetzt die richtige, die gültige? Das was Homer G. Adams in einer Biografie über Perry Rhodan geschrieben hat, oder das was Atlan erzählt und vermutlich in den Universitäten gelehrt wird?
Es kann ja nicht beides gültig sein, oder doch? Laut Klaus scheint das doch miteinander vereinbar zu sein, einfach dadurch, das künftig die Autoren nur noch Bezug auf den Eschbach Roman nehmen werden und nicht mehr auf die Atlan Blaubände.
Da geht es dir so wie mir nach PR1573 Blick in die Zeit von Marianne Sydow. Ich war begeistert von diesem Roman und später ziemlich enttäuscht, als mir klar wurde, dass das nur eine alternative Realität war, die obendrein mit einem PR-Taschenbuch im Widerspruch steht. Und also wohl nicht offizieller Kanon ist.
Wobei ich mich natürlich frage, ob für die Expo-Factory 1573 schon damals nicht Teil des Kanons war, oder ob man die Taschenbuchversion in dem Moment schlicht nicht auf dem Schirm hatte.

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Hm? - Im Zweifelsfall würde ich eher mal einen EA Roman als "Kanon" betrachten als ein TB.

Was genau das Heft 1573 betrifft gabs in einer der Diskussionen um diesen Hintergrund der lemurischen Geschichte die Aussage, dass Ernst Vleck das entsprechende Exposee so wie bekannt schrieb obwohl ihm das TB Schmid der Unsterblichkeit bekannt war.

Man könnte aber auch sagen, dass im Band 1573 ein Einblick in eine potentielle Vergangenheit gegeben wurde - das entsprechende Konzept wurde in Band 1390 in die PR Serie eingeführt. Für diese These (alternative Vergangenheit) spricht mE auch die Tatsache, dass in Band 1573 Ernst Ellert die ZAs an Nermo Dhelim übergibt. Aber das mit der Alternativen Vergangenheit hast du schon selber erwähnt.
Ich glaube, dass die Storie im TB Schmied der Unsterblichkeit einfach beliebter war als angenommen, da den Lemurern dadurch noch mehr Technisches Know How zugeschrieben wurde als bis dahin bekannt. Und da die Lemurer das Stammvolk der Terraner sind ist diese Auflösung des Rätsels um die Herkunft der lemurischen ZAs wohl beliebter....

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Thoromir
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Thoromir »

Ich denke, "alternative Vergangenheit" kann man genauso ernst nehmen, wie "alternative Fakten".
Sorry, ich verstehe, das es zu Fehlern kommt. Ich verstehe, das man eine ursprüngliche Idee nicht gut fand und sie deshalb fallen lässt. Das es so zu Widersprüchen kommt - alles klar, passiert dann eben.
Aber komme mir bitte niemand mit "alternativer Vergangenheit", was dann wohl heissen soll: Beides ist kanon.
Entweder das eine doer das andere, aber nicht beides.

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Richard
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Richard »

Alternative Vergangenheiten sind allerdings - wie ich schon angeführt habe - ab Band 1390 - im Rahmen von PSIQs möglich / sozusagen "Serienfakt".

Und gerade im LInguidenzyklus hat sich ES in den letzten beiden Bänden eine alternative Vergangenheit "erstellt" die gewissermassen seine Entwicklung in Richtung Materiesenke "rechtfertigt".

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Thoromir
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Thoromir »

naja, ich kenne die zugrundeliegenden Romane nicht.
Für mich klingt das nun allerdings zu sehr nach "alternativen Fakten".
Oft genug wurde ja in den Romanen etwas geschrieben, was dann später stillschweigend oder lautstark umgeändert wurde. Daher sollte man auch diese "alternativen Vergangenheiten ganz schnell vergessen.
Es mag unterschiedliche Zukünfte geben, je nachdem wie man sich bei etwas entscheidet. Aber ganz sicher keine unterschiedlichen Vergangenheiten.
Wenn ich etwas über die Vergangenheit weiß, dann ist das so gewesen. Wenn ich es nur vermute, dann kann es auch anders gewesen sein.
Von mir aus mag also Atlan betrunken gewesen sein, als er was von Mao Tse Tungs Tod erzählte und davon, wie er Kennedy das Leben gerettet hat. Von mir aus mag auch Adams an einer Krankheit gelitten haben, die sein Gedächtnis durcheinander gebracht hat. Keine Ahnung. Aber eine von beiden Geschichten stimmt eben nicht. Sie können nicht beide wahr sein :-)

Und ich bevorzuge dann Adams Version, wo sich bis 1968 alles so ereignet hat, wie ich es auch kenne :-) Also lasst Atlan einfach besoffen gewesen sein :-)

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Richard
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Richard »

Im Erscheinungszeitraum des Linguidenzyklusses war jedenfalls Mr. Trump nicht Präsident der USA und der Begriff "Fakenews" bzw. "Alternative Fakten" war jedenfalls längst noch nicht so populär wie nach der Benutzung von Präsident Trump.

Gerade Kosmonukleotide bzw. Kosmogene sind ein integraler Bestandteil der PR Serie und als Kosmonukleotide in der PR Serie näher "behandelt" wurden wurden Dinge wie Potentielle Zukünfte und - etwas später - auch potentielle Vergangenheiten eingeführt.
Sprich diese Dinge sind (zumindest in meinen Augen) recht essentielle Bestandteile der Kosmologie der PR Serie und haben - über mehrere Zyklen - eine essentielle Rolle gespielt, angefangen vom Frostrubin bis zum künstlichen, von THOREGON hergestellten Pseudokosmonukleotid Metanu.

Tja .. und letztlich sollte ein ZA(C) verhindern, dass ein/e Träger/in eines solchen Gerätes nur sehr schwer heftig betrunken werden können, da ein ZA(C) das Gift Alkohol neutralisiert.

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Mentro Kosum
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Mentro Kosum »

Im Zyklus Tarkan erlebt Perry Rhodan im Innern des Nachod as Qoor eine potentielle Vergangenheit.
Der PR-Computer in Band 1391 ("Der Fürst des Feuers") thematisiert das sogar ausführlich und erklärt: "Was ist eine potentielle Vergangenheit?".

Insofern hat Richard recht: In der PR-Serie existieren natürlich auch potentielle Vergangenheiten.
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Carrasco
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Carrasco »

Thoromir hat geschrieben:
15. August 2020, 13:48
Es mag unterschiedliche Zukünfte geben, je nachdem wie man sich bei etwas entscheidet. Aber ganz sicher keine unterschiedlichen Vergangenheiten.
Spätestens seit der dys-chronen Drift gilt das nicht mehr ... :devil:

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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Richard »

Carrasco hat geschrieben:
16. August 2020, 10:42
Thoromir hat geschrieben:
15. August 2020, 13:48
Es mag unterschiedliche Zukünfte geben, je nachdem wie man sich bei etwas entscheidet. Aber ganz sicher keine unterschiedlichen Vergangenheiten.
Spätestens seit der dys-chronen Drift gilt das nicht mehr ... :devil:
Diese "ursprünglichen Vergangenheiten" existieren sicherlich auch in PSIQs diverser Kosmonukleotide. ;).

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Thoromir
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Thoromir »

Mentro Kosum hat geschrieben:
15. August 2020, 22:50
Im Zyklus Tarkan erlebt Perry Rhodan im Innern des Nachod as Qoor eine potentielle Vergangenheit.
Der PR-Computer in Band 1391 ("Der Fürst des Feuers") thematisiert das sogar ausführlich und erklärt: "Was ist eine potentielle Vergangenheit?".

Insofern hat Richard recht: In der PR-Serie existieren natürlich auch potentielle Vergangenheiten.
Ich habe den Tarkan Zyklus nicht gelsen (die SiBas sind da ja noch nicht :-) )
Und Erklärungen des Perry Rhodan Computers sind mir nicht zugänglich, da sie in auch in den Ebooks nicht enthalten sind.
Daher verstehe ich nicht, wie ich mir so eine "potentielle Vergangenheit" vorstellen muss.
Ich verstehe das jetzt so: Perry Rhodan ist am 19.6.1971 zum Mond geflogen. Daran kann er sich erinnern. Es gibt aber Menschen, die sich daran erinnern, das er am 20.7.1969 zum Mond geflogen ist? Und unser Perry Rhodan, der heute noch davon träumt wie er Thora das erste mal im Juni 1971 begegnet ist, kann sich mit einem Journalisten unterhalten, der Rhodan für verrückt hält, weil doch jeder weiß, das Rhodan am 19.6.2036 zum Mond geflogen ist?

Das klingt jetzt vielleicht etwas witzig, aber genau so verstehe ich es, wenn ihr von "alternativen Vergangenheiten" sprecht. Und so was würde mir gegen den Strich gehen.

Ich habe mich schon mit der gazen Atopen Thematik sehr schwer getan. Ich bin 3 Jahre ausgestiegen und hole nun langsam wieder auf, wenngleich sich mir jedesmal wenn es um Scherung und neues Universum geht, kriege ich einen Schreikrampf. Aber gut, es gibt nun also 2 Universen, welche zwar die gleiche Vergangenheit haben aber unterschiedliche Zukünfte. So habe ich die Scherung jedenfalls verstanden. Ich kann mich nicht daran erinnern, das da irgendwo die Rede von war, das die beiden Universen sich auch die ihre Vergangenheit unterscheiden würden.
Aber wie soll das denn nun auch mit unterschiedlichen Vergangenheiten funktionieren? Vermutlich ist das eine neue Diskussion die in einen neuen Thread gehört. Aber das möchte ich wirklich gern wissen :-) Ich verstehe es nicht.

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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Carrasco »

Thoromir hat geschrieben:
22. August 2020, 12:10
Daher verstehe ich nicht, wie ich mir so eine "potentielle Vergangenheit" vorstellen muss.
Ich verstehe das jetzt so: Perry Rhodan ist am 19.6.1971 zum Mond geflogen. Daran kann er sich erinnern. Es gibt aber Menschen, die sich daran erinnern, das er am 20.7.1969 zum Mond geflogen ist?
Nichts genaues weiß man nicht :D
Siehe Nos Gaimor: Hat Leticron ihn nun getötet oder gerettet?

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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Tiberius »

Carrasco hat geschrieben:
22. August 2020, 15:34
Nichts genaues weiß man nicht :D
Siehe Nos Gaimor: Hat Leticron ihn nun getötet oder gerettet?
Natürlich getötet.
Die Ereignisse in den 2800er Heften deute ich als aufblitzende potentielle Vergangenheiten, die Aufgrund der dyschronen Drift sichtbar geworden sind.
Potentielle Vergangenheiten sind ehemalige potentielle Zukünfte, die nicht verwirklicht wurden. Nur eine potentielle Zukunft ist verwirklicht worden: die reale Vergangenheit.
Leser sind in der Überzahl und machen sich demzufolge mehr Gedanken über einen Roman, als es ein Autor je könnte.

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Thoromir
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Thoromir »

Tiberius, danke! Du hast meine Vorstellunge vom Perryversum wieder gerade gerückt :-) Genauso habe ich den Teil auch verstanden. Und daher gibt es immer nur die eine Vergangenheit, die sich - als sie noch Zukunft war - aus verschiedenen Zukünften entwickelt hat.

Und damit stellt sich wieder die Frage: Ist J.F.K. 1963 nun erschossen worden oder hat Atlan ihn gerettet? :-) Kommen die Zellaktivatoren der MDI von ES oder kommen sich von einem lemurischen Wissenschaftler? Aber vielleicht ist das eine Frage für die Rubrik Fragen an die Exposeautoren :-)

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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Carrasco »

Thoromir hat geschrieben:
23. August 2020, 11:49
Kommen die Zellaktivatoren der MDI von ES oder kommen sich von einem lemurischen Wissenschaftler? Aber vielleicht ist das eine Frage für die Rubrik Fragen an die Exposeautoren :-)
Vielleicht ist das ja ein Thema, das in diesem oder dem kommenden Zyklus geklärt wird? Es fällt schon auf, dass zur Zeit viel von Vitalenergie die Rede ist und von einer evtl. noch lebenden MdI ...
Und dann diese ganze "Zahlenmystik": 62 Stunden, 62 Jahre, 2 Minuten 9 Sekunden, 19.9 Sekunden ... gibt es da einen tieferen Zusammenhang?

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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von astroGK »

Thoromir hat geschrieben:
23. August 2020, 11:49
Und damit stellt sich wieder die Frage: Ist J.F.K. 1963 nun erschossen worden oder hat Atlan ihn gerettet? :-)
Für die Redaktion ist es eindeutig, das Buch von Andreas Eschbach ist Band 0. Das heißt wenn in zukünftigen Romanen auf die Kindheit und Jugendzeit von Perry Rhodan zurückgegriffen wird, ist dies die Referenz.
Bis zum Jahr 1968 ist alles so verlaufen wie in unserer Geschichte. Danach spaltet sich das Perryversum ab. So die offizielle Lesart.
Drei Probleme bleiben dabei offen. Wieso ist die Venus eine Dschungelwelt? Der Stammbaum der deutschen Familie Rodan reicht ins 18nte Jahrhundert zurück und der Ort Schernsting benötigt auch noch einen Ursprung in der Geschichte. Und in der Realität von 1968 gab es auch keine Space Force in Amerika. Das heißt die Abspaltung musste weit früher passiert sein. Vielleicht haben die Lemurer, die Venus terrageformt und der Planet blieb irgendwann sich selbst überlassen.

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Richard
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Re: Andreas Eschbach und sein PERRY RHODAN-Buch

Beitrag von Richard »

Im Perryversum hat auch ein gewisser Atlan an diversen Stellen der Geschichte der Menschheit eingegriffen; etwas, das in unserer realen Gegenwart zumindest bis jetzt nicht erkennbar wurde...

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