Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Unvergessene Abenteuer, legendäre Zyklen - nachgelesen und neu diskutiert.
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AARN MUNRO
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Nisel hat geschrieben:
27. November 2019, 10:26
Hmmm... danke... irgendwie dennoch schwer vorstellbar... aber gut, es steht geschrieben, es ist so.
Vor allen Digen Fellmer Lloyd als Orter hätte die ID-Ausstrahlungen bestimmen können müssen. Er erfasst ja nicht nur die Gedankenwelt, sondern auch die un(ter)bewussten Ausstrahlungen der ÜBSEF-Konstanten des jeweiligen, individuellen Bewusstseins.
Aber: so ist es eben geschrieben, so sei es ... seufz. :rolleyes:
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Fellmer Lloyd hat Kopfschmerzen. Im 25. Jahrhundert und als ZA - Träger. Der Chefarzt der CREST IV, Dr. Ralf Artur, ist zumindest verwirrt und gibt ihm ein paar Schlaftabletten. Lloyd schläft ein, aber 5 Minuten später ist er schon wieder wach und nimmt an einer Konferenz der oberen 10.000 teil. So ein bisschen Kopping (Kopfschmerzen auf Kölsch :fg: ) mache ihm nix aus, sagt Lloyd dazu.

Man redet über Schwingungswächter, Zweitkonditionierte und OLD MAN, als Lloyd plötzlich zusammenbricht und gleichzeitig über alle möglichen und unmöglichen Geheimnisse des Solaren Imperiums redet. Es wird unseren Helden relativ schnell klar, dass ein Spion an Bord sein muss. Gucky espert etwas und wird fündig. Der Spion heißt Bleep, ist ein Bleep, nicht größer als ein Knopf und wurde Fellmer von Tro Kohn untergejubelt. Er saß unter dem Hosengürtel des Telepathen und lauschte. Dabei war natürlich von großem Vorteil, dass er nichts vergessen konnte, buchstäblich gar nichts und er fühlte sich Tro Kohn verpflichtet. Bei einem Linearflug stellt man zwar fest, des Bleeps Kräfte außerhalb des Einstein - Universums nichts taugen, aber das bringt nichts, da Lloyd schon diverse Geheimnisse ausgeplaudert hätte. Gucky nimmt sich des Hosenknopf - Wesens an und steckt ihn erstmal in einen Karton, auf das er nicht mehr abhauen kann.

Unterdessen taucht Tro Kohn auf und will OLD MAN Befehle erteilen. Das klappt aber nicht. Statt dessen schleust der Robot Schiffe aus, die den Dolan angreifen. Und OLD MAN schaltet seltsamerweise seinen Schutzschirm ab. Man geht davon aus, dass die Steuergehirne einen mitgekriegt haben und nicht mehr so ganz auf der Höhe sind. Danton redet Rhodan in Folge aus, OLD MAN zu vernichten und so dringt der Zweikonditionierte in OLD MAN ein, um ihn zu übernehmen.

Atlan ist das hin und her leid und schickt die Woolver Zwillinge auf OLD MAN. Das soll der nächste Versuch werden, Tro Kohn von der Unschuld und Harmlosigkeit der Terraner zu überzeugen. Zwecklos. Kohn legt den berühmten roten Hebel um, ist Herr des Robots aus der Vergangenheit und jagt die Zwillinge.

Gucky hat dergleichen schon im Vorfeld befürchtet, überzeugt Perry Rhodan, helfen zu dürfen und springt in Richtung OLD MAN. Die Woolvers findet er aber nicht. Die haben im letzten Moment OLD MAN verlassen können und sind wieder auf der IMPERATOR - allerdings nicht, ohne Tro Kohn einen Zettel auf den Küchentisch gelegt zu haben. Dort tun sie kund, dass die Terraner die Bravsten überhaupt sind und nix mit Zeitexperimenten zu tun haben.

Nun denn. Jetzt hat Gucky aber ein Problem. Er sitzt samt Bleep (der von Kohn nicht mehr gebraucht wird und daher Gucky helfen darf) in einem Raumschiff, das in ein paar Jährchen in eine Sonne stürzen wird. Aber keine Sorge, vorher ist Gucky sowieso verhungert. Jetzt kommt der große Einsatz des Bleep: Er durchforstet Gucky Gehirn und weiß anschließend, wie der nach Umlegen des roten Hebels zurückfliegen kann. Das schafft er dann auch über einige Umwege und alle sind glücklich und zufrieden.

Alle? Nicht alle. Unsere drei Chefhelden stellen mit Sorge fest, dass OLD MAN augenscheinlich endgültig im Besitz des Zweitkonditionierten ist und Raumschiffe um Raumschiffe ausschleust.



Nun denn. Damals habe ich CD - Romane geliebt. Heute sehe ich das etwas anders.
HOT hat geschrieben:
7. Oktober 2015, 18:44
Ich bin ja mit meinem heutigen Empfinden auch mit Darlton meistens unzufrieden, damals aber, als dieser Roman in meinen ersten 8 Wochen Perry-lesen in meine Finger kam, war ich von der ganzen Szenerie mit Mutanten, Riesenraumschiffen, Zeitebnen und Dimensionen so fasziniert, dass mir da noch keine Qualitätsunterschiede auffielen.

Nur mochte ich damals Volz nicht, weil er die Beziehungen der Leute untereinander immer problematisierte. Bei Darlton gab es die Freunde, die etwas miteinander durchstehen. Das habe ich mir damals gewünscht und mochte keine Außenseiterbeschreibungen, die mich bei der Identifikation mit dem Helden verunsicherten. Lieber ein Gucky der Witze reißt, wo man die Angst vor den Gefahren weglachen kann.

Diese (und andere) Qualitäten habe ich an Volz erst jetzt im reiferen Alter sehr schätzen gelernt.
Genau so isses. Für die Handlung hätten ein paar wenige Worte gereicht: Gehirn wahnsinnig, Tro Kohn rein und legt roten Hebel um. Woolvers versuchen ihr bestes, nützt aber nichts. Der Bleep war eine typische Walter Erfindung und wurde aus meiner Sicht nur benötigt, um die Seitenzahl vollzukriegen.

Aber: Es war ein Abenteuer ohne Jumpy. Und das hat mir gezeigt, dass ein Mausbiber völlig ausreicht. Schon allein aus diesem Grund hat mir dieser Darlton besser gefallen. Der Bleep war doch etwas anderes (wenn auch nicht viel).

Tro Kohn hat OLD MAN übernommen. So langsam wird es ernst.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Ja, es sieht ernst aus ... aber:
Spoiler:
Tro Kohn fliegt zwar zum Sonnensystem ab, aber er bleibt nicht lange im Besitz von OLD MAN.Nur bis Band 333 bzw. 334, als die beiden Oxtorner den Riesenrobot "befreien". Aber das werden die nächszten Bände ja zeigen.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Eine andere Frage, die hier ganz gut passt, wenn auch etwas vorweggenommen bzw. auch hinterherhinkend wegen der bereits abgetanen Kristallplaneten: Kann man Howalgonium eigentlich mit einem Desintegrator zerstören, oder ist es irgendwie wie Kristallfeldintensivierung? Was denkt ihr? Einen Impulsblasterschuss bzw. Thermoschuss saugt das Zeug jedenfalls einfach auf und strahlt es in den Hyperraum ab.(Der Turm des ewigen Lebens, Silberband 41).
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Warum desintegrieren? Das Howalgonium kann doch gebraucht werden. Das stand m. E. auch in den Romanen. Seine Majestät hatten doch mit PR einen Kuhhandel über irgendeinen Planeten zwecks H - Förderung abgeschlossen.

Nach der Umwandlung der Kristalle in Howalgonium stellte dazu jemand voller Weisheit fest, dass man jetzt genug von dem Zeug habe und seine königliche Freihändlerheit nicht mehr brauche.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

R.B. hat geschrieben:
23. Januar 2020, 13:28
Warum desintegrieren? Das Howalgonium kann doch gebraucht werden. Das stand m. E. auch in den Romanen. Seine Majestät hatten doch mit PR einen Kuhhandel über irgendeinen Planeten zwecks H - Förderung abgeschlossen.

Nach der Umwandlung der Kristalle in Howalgonium stellte dazu jemand voller Weisheit fest, dass man jetzt genug von dem Zeug habe und seine königliche Freihändlerheit nicht mehr brauche.
Ja, aber auf Monol in der Galaxis M87 werden sie von Kristallungeheuern angegriffen aus Howalgonium. Schießen mit Thermo und Impuls ist sinnlos im Roman, aber sie setzen keine Desintegratoren ein.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

AARN MUNRO hat geschrieben:
23. Januar 2020, 17:26
Ja, aber auf Monol in der Galaxis M87 werden sie von Kristallungeheuern angegriffen aus Howalgonium. Schießen mit Thermo und Impuls ist sinnlos im Roman, aber sie setzen keine Desintegratoren ein.
Okay. Dann sehen wir uns das mal an, wenn wir in M 87 sind. Im Moment habe ich das nicht so präsent - es ist ziemlich lange her, dass ich den 300er zum letzten Mal gelesen habe.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Gucky hatte sorgenvoll auf Atlan herabgesehen, der längst auf einer Antigravtrage lag.
"Da stimmt etwas nicht", sagte er. "Wir bringen ihn besser zu den Medikern." Perry Rhodan nickte. Wenn Gucky das meinte, würde er seine Gründe haben.

Atlans Gehirn wurde untersucht, Auffälliges fand man nicht. "Woher stammen deine Sorgen?" fragte Rhodan seinen alten Freund.
"Ich kann ihn zwar nicht espern. Das würde erstens sowieso nicht funktionieren und zweitens liegt er in einer Art Koma. Aber der Extrasinn - ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll, fühlt sich an, als ob er überlaufen würde. Erinnerst du dich an die Geschichte, als er uns über Tako, Betty und die anderen erzählte?"
"Die Second - Genesis - Krise, ja natürlich."
"Das war damals anders. Da hab ich absolut nichts feststellen können. Aber hier? Ich kann nach wie vor nicht lesen, was sich im Extrasinn abspielt. Aber es fühlt sich seltsam an. Wie der Inhalt eines unsortierten Schranks. Du willst noch etwas hineintun und dann fällt dir alles entgegen. Dann wollen wir mal hoffen, dass er uns nicht unsere komplette Geschichte und seine sämtlichen Erlebnisse erzählt, weil der Extrasinn aufräumen muss."
Atlan redete und redete.
Spoiler:
Bericht Atlan:

Fancan Teik stellt fest, dass diese Welt den beiden Halutern nicht freundlich gesonnen ist. Mit dieser Welt meint er Pfranat, die Heimatwelt der Gurrads. Die Haluter sind auf der völlig verwüsteten und total eingeebneten Welt unterwegs und sehen auf einmal, dass noch ein Ort vorhanden ist: Die Hauptstadt hatten die Zweitkonditionierten tatsächlich unangetastet gelassen. Die bemerkte hirnschädigende Strahlung auf Pfranat kann die Haluter nicht beeindrucken.

Auf der Suche nach einer Kontrollstation oder irgendeinem zentralen Punkt begeben die Beiden sich zu einem Turm in der Mitte der Stadt. Der ist aber schwer und gut funktionierend bewaffnet und bringt Tolot und Teik in große Not. Nur knapp überleben sie. Bei der weiteren Untersuchung verliert Tolot seinen Kumpan aus den Augen, findet dafür aber eine Paratronblase. Diese Blase führt aber nicht in den Hyperraum, sondern - wohin eigentlich? Teiktos ist darin verschwunden, Tolot zögert nicht, ihm zu folgen. Er sendet Roi Danton eine Nachricht zu und spürt nichts, als er in den fremden Kosmos eindringt.

Szenenwechsel.
Die GULINI ist ein fliegendes Positronengehirn, groß wie ein Raumschiff. Sie begleitet uns schon eine ganze Weile, das hat den Vorteil, dass wir bei komplizierten Berechnungen nicht immer Nathan kontaktieren müssen. Wir sind beweglicher und schneller. Einer der dortigen Mathematiker, Charlie Weasel, erklärt Perry, Danton und mir grade, wieso wir Zeitverbrecher sind und die MdI nicht. Die Meister der Insel hatten einen Dämpfer in ihren Zeittransmittern, den konnte die Erste Schwingungsmacht nicht orten. Nein es war dieser Sprung um die lächerlichen 500 Jahre auf Pigell.

Mitten in unserer Diskussion erreicht die CREST IV ein seltsamer Hyperimpuls, in dessen Folge unser Freund Danton verschwindet. Ich finde das zwar ungewöhnlich und folge ihm auf die IMPERATOR III, Perry dagegen rastet völlig aus. Er zitiert Reginald Bull und Julian Tifflor zu sich und ließ sie doch tatsächlich in militärischer Haltung stramm stehen. Welcher Teufel ihn da reitet, ist mir völlig unklar.
Gucky strahlte und zeigte vor Begeisterung seinen Nagezahn in voller Länge. "Da sieh einer mal an!", meinte er. "Das finde ich ja hochinteressant, das nochmal zu hören. Unser größter aller Großadministratoren macht einen auf Kommißkopp und das bei zwei seiner ältesten Mitstreiter. Bei mir hat Bully das nie gemacht. Muss ich demnächst glatt mal ausprobieren. Oder wolltest du auch da nur, dass deine Befehle befolgt werden?"

Nach all der Zeit war diese Geschichte Perry Rhodan immer noch peinlich und er war froh, dass sie in einem abgetrennten Bereich der Medostation waren. Er druckste ein wenig herum von wegen der habe ihn eben wahnsinnig gemacht und er wisse ja auch bald, wieso.

Gucky war gut gelaunt wie lange nicht mehr. "Der Medicus hat uns ja grade gesagt, dass wir uns wegen Atlans interner Aufräumaktion keine Sorgen zu machen bräuchten. Dann lasst unseren alten Häuptling Weisshaar mal weiter berichten. Und du bleibst hier," sagte er zu Perry Rhodan.
Spoiler:
Bericht Atlan:

Perry strickt wieder an einer bösen Geschichte, was Roi Danton angeht. Er hält ihn zwar nicht gleich für einen Verräter, aber er ist felsenfest der Meinung, dass Danton ein doppeltes Spiel treibt. Zu Gunsten seiner Freihändler und zu Lasten des Solaren Imperiums. Daraufhin erklärt er Reginald und Julian, dass er Danton festnehmen wolle und so lange in Gewahrsam nehme, bis er endlich alle Karten auf den Tisch legt. Auf eine entsprechende Nachfrage Bullys antwortet Perry doch allen Ernstes, dass er andernfalls Zwang anwenden werde. Die Festnahme sei im Übrigen kein Problem, da ja Krieg sei und damit Kriegsrecht herrsche. Damit sei auch eine Verhaftung auf meiner IMPERATOR bezahlt. Er geht zudem davon aus, dass Bull und Tifflor ihn begleiten. Andernfalls würde er das als unfreundlichen Akt bezeichnen.
Gucky grinsen wurde immer breiter. "Sag mal, hättest du Mike in Dunkelhaft gesteckt? Oder ihm Daumenschrauben angelegt? Vielleicht wäre auch die chinesische Wasserfolter was gewesen. Und wenn Bully und Tiff nicht mitgemacht hätten, wären die anschließend dran gekommen?"

Rhodan wünschte sich in irgendeine Ecke des Universums, nur raus aus diesem Raum. Hätte Atlan nicht irgendetwas von seinen Abenteuern auf der SOL oder aus seiner Zeit als Orakel von Krandhor erzählen können? Musste es ausgerechnet das hier sein?

Gucky brauchte Perrys Gedanken nicht zu lesen, um zu wissen, was in dessen Kopf vorging. Er schwebte telekinetisch auf Höhe von Rhodans Schulter und klopfte gönnerhaft darauf. "Das Leben kann schon ganz schön hart sein," erläuterte er.
Spoiler:
Bericht Atlan:

Perrys Sohn und ich stehen in einer Ecke meiner Privaträume auf der IMPERATOR, als Rhodan, Bull und Tifflor meine Kabine betreten. Tiff und Bully bauen sich neben Perry auf ziehen tatsächlich Waffen. Mein Lächeln verschwindet und ich überlege, ob ich sie rauswerfen soll. Ich stehe kurz davor, als Perry mit seinem Kriegsrecht ankommt und Danton verhaften will. So kalt habe ich ihn noch nie erlebt. Aber wenn ich das tue, was ich eigentlich hätte tuen müssen und ihn vor die Tür setze, endet unsere gemeinsame Geschichte genau hier.

"Kommen Sie mit junger Mann", sagt er zu Danton. "Versuchen Sie keine Dummheiten."

Danton setzt sich in Bewegung und ich kann nicht mehr. Meine Beherrschung ist vorbei und Perry kriegt eine Retourkutsche. Ich lache und lache und kriege mich nicht mehr ein. Meine drei ungebetenen Gäste bleiben ebenso wie Danton ganz ruhig, auch noch, als Gucky plötzlich erscheint. Der kleine Kerl ist im höchsten Maße entsetzt und will retten, was zu retten ist. Ich beruhige unseren Freund und bitte Danton um eine kurze Klärung der Angelegenheit.
Er verlässt meine Kabine und kommt nach vier Minuten wieder zurück. Es erscheint ein normaler junger Mann in USO Uniform. Bull merkt zuerst, wer da zurück kommt. Bei Perry dauert es ein paar Minuten länger, bis er sich äußert. "Michael Rhodan", sagt er. "Manchmal muss es, weiß der Himmel, seltsam zugehen, bevor der Sohn sich seinem Vater zu erkennen gibt."

Aus diesem Satz stricken Logiker später eine Vermutung, dass Perry schon längst wusste, er Danton wirklich war. Ich sehe das nicht so. Und ein paar Tage kenne ich den kleinen Barbaren von Larsaf III inzwischen auch. Vater und Sohn umarmen sich, Mike ist erleichtert, dass die Sache so harmlos abläuft. Er erläutert seinen Werdegang und die Begründung in wenigen Sätzen und wir werden uns einig, dass die ganze Sache erstmal unter uns bleibt.
Abschließend erläutert er noch das Signal und erklärt uns, die beiden Haluter seien in Gefahr.

Tolot und Teik finden sich in einem Bambuswald auf einer seltsamen Welt wieder. Ganz echt kann die nicht sein: Die Blätter der Pflanzen fallen fast wie ein Stück Schwermetall zu Boden. Außerdem ist alles Gestrüpp und Gras eher grau als grün. Die Haluter stellen in Folge fest, dass die Welt durch das Paratronfeld im Hyperraum gehalten wird. Sie werden verfolgt, von Raketen beschossen, hereingelegt und haben sogar als Haluter schwer zu kämpfen.

Inzwischen finden die CREST IV, die IMPERATOR III und die FRANCIS DRAKE die ehemalige Hauptwelt der Gurrads und zerstören in dem Turm zuerst die Maschine, die die Gehirnstrahlung aussendet. Dort findet das Einsatzkommando eine Notiz der Haluter, wonach zugeführte fremde Materie mit 1% organischem Bestandteil die Paratronblase zerstören kann. 60 Roboter und drei Mathematiker von der GULINI mit den typisch terranischen Namen Opa, Charlie und Inka bilden den ersten Trupp. Nachdem sie die Haluter gefunden haben, messen die Roboter einen Anstieg fünfdimensionaler Energie. Hiermit wollen ein paar wenige, auf dieser seltsamen Welt vorgefundene Gurrads die Terraner an weiterem Eindringen hindern. Die vor Ort festgestellten Gurrads sind hier eingesperrt, sie waren wohl Zeitforscher. Warum die Zweitkonditionierten sie am Leben gelassen haben, ist völlig unklar. Die Planhirne der Haluter meinen dazu, dass sie aktuell wieder mit gleichartigen Entwicklungen beschäftigt sind und sich daher von Außenweltlern gestört fühlen.

Es werden weiter Einheiten aus 3 Personen und 60 Robotern rausgeschickt, aber außer einer Erweiterung der Öffnung passiert nichts. Der Energiegehalt steigt aber immer schneller. Die Gurrads werden gefunden, ein heftiger Kampf entbrennt. Trotz allem wäre das Erlebnis wohl nicht gut ausgegangen, wenn Rasto Hims von der FD nicht die rettende Idee gehabt hätte: Er schickt gleich ein Beiboot, als die Öffnung groß genug ist. Das reicht endlich zur Zerstörung der Blase. Alle schaffen es wieder zurück, die Blase vergeht in einer roten Leuchterscheinung. Wissenschaftler stellen noch fest, dass der ganze Planet Pfranat energetisch instabil ist und unmittelbar nach endgültiger Räumung explodiert.
Also:

Der Haluterteil des Romans ist gut und glaubhaft geschildert, die Erlebnisse Francan Teiks und Icho Tolots lesen sich einwandfrei. Es macht Spaß, die beiden Riesen zu begleiten. Leider würden die halutischen Giganten den Roman für mich nicht vor einer schlechten Bewertung retten. Sinn und Zweck von Band 325 war das Outing von Roi Danton seinem Vater gegenüber, die Abenteuer auf Pfranat waren nur Garnitur. Sicher, Mahr wollte die Brutalität der Zweitkonditionierten schildern und den Lesern auch die Tatsache erläutern, dass Gurrads nie aufgeben. Daher die Zeitforscher auf der Paratronwelt. Mahr erklärt übrigens den Sinn dieser Exklave nicht, und wenn, habe ich es überlesen. Das ist aber nicht der Punkt.

Nein, sowohl das Verhalten Dantons als auch das von Rhodan selber sind für mich total daneben. Zum Einen: Da gehen irgendwelche Impulse auf der CREST IV ein. Danton steht auf, sagt lächend: "Mit Ihrer gütigen Erlaubnis, Grandseigneur", und verschwindet. Atlan hinterher. Was spielte sich denn bitteschön, in einem solchen Kopf ab? Danton sollte seinen Vater ansatzweise kennen und so ungefähr wissen, was er damit auslöst. Insbesondere dann, wenn Atlan direkt hinterher läuft. Ein Satz hätte genügt: Die Haluter sind in Gefahr. Jeder hätte sofort alles stehen und liegen gelassen.

Und dann kommt der Kommißkopp Perry Rhodan (Gucky hat m.E. völlig recht!). Er lässt die Marschälle Bull und Tifflor antreten wie kleine Rekruten. Beide Marschälle salutierten und warteten in militärisch strammer Haltung, bis Rhodan sie ansprach. Geht's noch? Zwei der ältesten Gefährten? Mit Reginald Bull hat Rhodan auf dem Mond oben auf dem Kraterrand gelegen und die Arkoniden entdeckt. Die Beiden kennen sich seit 400 Jahren. Und dann sowas? Er zieht einen Gummiparagrafen (Zitat Atlan) und sagt zu Bull und Tifflor, dass er es als unfreundlichen Akt betrachten würde, wenn die Marschälle nicht mitmachen würden. Und dann entblöden sich Bull und Tifflor, in Atlans Unterkunft die Waffen zu ziehen. Über das Thema "Zwang anwenden" schreibe ich lieber nichts. So wie hier dargestellt, ist Rhodan als Staatsoberhaupt untauglich. Wenn er seine alten Freunde nicht mit Worten, sondern auch nur mit Zwang überzeugt kriegt, braucht man ihn nicht mehr.

Bei allem, was recht ist, das war zuviel. Atlans Lachen und Gucky Eingreifen können die Situation auch nicht retten. Mit war gar nicht mehr bekannt, dass Mahr so ein Knochenkopp sein konnte.

Das war jetzt hart, aber genauso hat der Roman auf mich gewirkt. Der Unterschied zwischen 300 und 3000 ist erheblich. Zum Glück.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Mahr hatte eben seine Schwächen mitunter ... man muss sich auf die Stärken konzentrieren. Den Band fand ich, gerade auf Halutererbene und dann die Rettung der Haluter, sehr spannend. Die gesamte Haupthandlug auf Pfranat.Das persönliche Geplänkel von Rhodan mit Danton habe ich nie so ernst genommen ... das sollte ja eben nur die Familie symbolisieren, den Generationenkonflikt usw. Das habe ich so nebenbei mitgenommen und mich auf die Haupthandlung des Romans konzentriert. Ja, Mahr begründet diese Exklave nicht, insbesondere, wo die Gurradschen Zeitforscher ja dort weitermachen konnten; sie wurden ja von den ZKn nicht explizit ausgelöscht, warum auch immer. Gegen Terra jedenfalls gehen die ZKn ganz anders vor, viel rigoroser. Das mit den Gurrad-Zeitforschern empfand ich als inkonsequent geschildert, wenn auch spannend.Ich halte den Band für ganz gut.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Übrigens, was den Militarismus und das Strammtehen angeht, ist das nicht nur in den Uraltheften zu finden. Zitat aus dem aktuellen Heft Nr.3049 "Die Zerozone": "Dorksteiger nahm militärische Haltung an, wie so oft, wenn es galt, einige Zeit abzuwarten." Sie steht allerdings vor Niemandem stramm.Nur vor sich selbst ... :D
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Klaus N. Frick »

AARN MUNRO hat geschrieben:
24. Januar 2020, 12:21
Übrigens, was den Militarismus und das Strammtehen angeht, ist das nicht nur in den Uraltheften zu finden. Zitat aus dem aktuellen Heft Nr.3049 "Die Zerozone": "Dorksteiger nahm militärische Haltung an, wie so oft, wenn es galt, einige Zeit abzuwarten." Sie steht allerdings vor Niemandem stramm.Nur vor sich selbst ... :D
Na ja. Sie hat als Soldatin angefangen, da verwundert es mich nicht, dass sie eine stramme Haltung annimmt.

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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Ich denke, es ist kein Problem, dass Bull und Tifflor in der Lage sind, militärisch stramm zu stehen. Das müssen sie können und das müssen sie abkönnen. Bei offiziellen Anlässen wird das oft genug der Fall gewesen sein. Wenn es sich beispielsweise darum handelt, im Dienstgrade Niedrigere zu ehren. Oder wenn der neue Großadministrator vereidigt wird. Oder, oder, oder.

Es ist ganz einfach die Art, wie Mahr das beschrieben hat. Ich glaube einfach nicht, dass ein Reginald Bull sich so verhält. Auch nicht Perry Rhodan gegenüber. Ich glaube auch nicht, dass ein Perry Rhodan sich so verhält. Aber das Neulesen der alten Hefte macht sicherlich vielen geneigten Lesern klar, wie stark sich die Schreibe in den letzten Jahrzehnten geändert hat. Das extreme militärische Verhalten stammt aus den 60ern. Andere Welt, andere Zeit. Es ist so: Alles hätt sing Zick....

Zum Zyklus: Es gab bislang keine "Horror-Ausfälle" wie 100 Bände vorher. Die Handlung gefällt mir immer noch und die Romane auch. Manches fällt mir eben heute eher auf als früher. Mir ist ja zum Beispiel der große Rahmen bestens bekannt - was in welchen Zusammenhängen passiert oder auch nicht passiert. Ich wusste beispielsweise, dass Danton irgendwann mal zu Papi sagt: "Hallo, ich bin's. Der kleine Mike." Ich wusste auch noch, dass Atlan dabei erzählt, er habe Mike eine Ohrfeige gegeben, als er ihn erwischte. Die näheren Umstände (Zwangsandrohung, Waffengewalt auf Atlans Schiff, Autor) fehlten mir. Damals hab ich diesen seltsamen Familienzwist so nicht bemerkt und auch nicht kritisiert. Auch war ich der Meinung, das wäre später in der Handlung passiert. Es muss einfach einige Jahrzehnte her, dass ich mir einen Stapel Alt - Romane vom Speicher geholt habe.

Wenn ich mit heutigen Augen auf solchem Weg die Geschichte neu nachvollziehe, ist das faszinierend. Ich lese aus aktueller Handlung kommend den alten Kram. Da ich im Detail nicht mehr weiß, was in den einzelnen Bänden drin steht, lese ich diesen Teil der Serie mit nicht mehr ganz so jugendlichem Alter einfach völlig neu. Und das führt zu anderen Bewertungen als früher. Und wie stets hat jeder seine eigenen Maßstäbe.
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AARN MUNRO
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

R.B. schreibt :
Wenn ich mit heutigen Augen auf solchem Weg die Geschichte neu nachvollziehe, ist das faszinierend. Ich lese aus aktueller Handlung kommend den alten Kram. Da ich im Detail nicht mehr weiß, was in den einzelnen Bänden drin steht, lese ich diesen Teil der Serie mit nicht mehr ganz so jugendlichem Alter einfach völlig neu. Und das führt zu anderen Bewertungen als früher. Und wie stets hat jeder seine eigenen Maßstäbe.
So ist es! :D
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Tiberius
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Tiberius »

R.B. hat geschrieben:
20. Januar 2020, 17:50
Man sollte immer erst in den Roman hineinsehen, bevor man irgendwelche Weisheiten von sich gibt. Nach der Lektüre von 322 las ich in der Perrypedia, dass 323 ebenfalls von WiVo sei und schrieb etwas von einem Doppelband. Nun ja, erwischt: Laut Band 323 erste Auflage stammt der Band von Kurt Mahr. Also kein Doppelband. Aber die beiden Autoren müssen engen Kontakt zueinander gehabt haben, denn 323 geht nahtlos da weiter, wo 322 aufgehört hat.
Der Roman scheint von William Voltz geschrieben worden zu sein. Allerdings wird Kurt Mahr im Heft 323 als Autor genannt, laut Dir in der ersten Auflage, aber auch in der dritten und fünften Auflage (die mir vorliegen) und vermutlich auch in der zweiten und vierten Auflage. Im Vorgängerheft 322 wurde als Autor allerdings William Voltz angekündigt (dritte und fünfte Auflage, im identischen Wortlaut).
In den Heft-Listen in den Bänden 500 und 1000 (erste Auflage) ist ebenfalls William Voltz als Autor angegeben.
Die E-Book-Version nennt als Autor William Voltz.
Leser sind in der Überzahl und machen sich demzufolge mehr Gedanken über einen Roman, als es ein Autor je könnte.

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R.B.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Danke für diw ausführliche Info!!!!!
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Tiberius hat geschrieben:
26. Januar 2020, 10:51
R.B. hat geschrieben:
20. Januar 2020, 17:50
Man sollte immer erst in den Roman hineinsehen, bevor man irgendwelche Weisheiten von sich gibt. Nach der Lektüre von 322 las ich in der Perrypedia, dass 323 ebenfalls von WiVo sei und schrieb etwas von einem Doppelband. Nun ja, erwischt: Laut Band 323 erste Auflage stammt der Band von Kurt Mahr. Also kein Doppelband. Aber die beiden Autoren müssen engen Kontakt zueinander gehabt haben, denn 323 geht nahtlos da weiter, wo 322 aufgehört hat.
Der Roman scheint von William Voltz geschrieben worden zu sein. Allerdings wird Kurt Mahr im Heft 323 als Autor genannt, laut Dir in der ersten Auflage, aber auch in der dritten und fünften Auflage (die mir vorliegen) und vermutlich auch in der zweiten und vierten Auflage. Im Vorgängerheft 322 wurde als Autor allerdings William Voltz angekündigt (dritte und fünfte Auflage, im identischen Wortlaut).
In den Heft-Listen in den Bänden 500 und 1000 (erste Auflage) ist ebenfalls William Voltz als Autor angegeben.
Die E-Book-Version nennt als Autor William Voltz.
Vielleicht gab es ja sogar eine Zusammenarbeit beider Autoren; einige Sätze im Roman kommen mir sehr "mahresk" vor; andereTextstellen hingegen könnte durchaus typisch von Voltz sein. :D
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Band 326 ist wieder von Clark Darlton. Im Gegensatz zum Darlton'schen Vorgänger 324 ist dieser Band anders. Er ist dichter, ausgewogener und nachvollziehbarer. Und: Wieder ohne Jumpy. Ohne den kleinen Kerl (er ja nix dafür kann, dass er mir auf die Nerven geht) sind die Ernsting - Erzeugnisse für mich wesentlich besser lesbar. Ich bin mal neugierig, ob das so bleibt.

Jumpy ist zwar dabei, aber nicht allzu sehr in die Handlung integriert - er ist auf einer anderen Korvette unterwegs. Der Mitspieler von Gucky ist diesmal Ras Tschubai. Fangen wir mal vorne an: Das Titelbild ist auch eines von denen, die ich über all die Jahre hinweg im Kopf behalten habe. Ein Farbiger und ein Mausbiber - für damalige Zeiten muss das fast revolutionär gewesen sein. Tschubai wird von Darlton zudem nicht als "Alibi - Schwarzer" geschildert, nein er ist gleichberechtigt dabei. Das muss man dem alten Walter lassen: Seine Romane sind aus heutiger Sicht ab und zu übertrieben und, ich weiß nicht, wie ich das ausdrücken soll - kindlich? Aber, wenn er Figuren handeln ließ, waren sie stets zumindest gleichberechtigt oder auch charakterlich höher angesiedelt als Otto-Normal-Raumschiffsinsasse. Herabwürdigungen gab es bei ihm nicht.

Handlung:
Die oberen 10.000 halten auf der CREST IV eine Konferenz ab, Gucky ist telepathisch dabei und kommentiert das Geschehen auf seine Art in seiner Kabine. Rhodan, Bull und Co rekapitulieren nochmal den aktuellen Stand der Dinge und bringen den geneigten Leser in Sachen Zweitkonditionierte wieder auf Vordermann. Gucky kennt das alles schon und teleportiert zu den Halutern Icho Tolot und Francan Teik auf deren Raumschiff. Tolot erläutert unserem Lieblingsmausbiber, dass die Raumschiffe der Gegner, Golems werden sie von den Terranern genannt, organischer Natur sind und dass der hiesige Zeitpolizist auf den Namen Tro Kohn hört.

Tolot befürchtet, dass Kohn erstens OLD MAN nicht aus der Hand gibt und zweitens mit Sicherheit in Bälde Verstärkung erwarten wird. Er empfiehlt Perry Rhodan, Tro Kohn auf seine Seite zu ziehen. Wie Rhodan das bei der Erfahrung aus der Handlung der letzten Zeit anstellen soll, sagt er nicht. Planhirne scheinen eben auch nicht für alles einen Plan zu haben.

Es dauert dann auch nicht besonders lange, bis Funkzeichen, aus Symbolgruppen bestehend, von allen terranischen Raumschiffen empfangen werden. Die Dechiffriergeräte versagen vollständig, die Orter dagegen nicht: Die Ausgangsquelle ist OLD MAN. Die Haluter können mit den Funkzeichen auch nichts anfangen und gehen davon aus, dass Kohn Verstärkung gerufen hat. Mehr als ein paar Tage wird es nicht dauern, bis sie da sind, meint Tolot dazu.

An Bord der CREST IV wird immer noch diskutiert. Tifflor ist für einen sofortigen Großangriff auf OLD MAN, um ihn zu zerstören. Rhodan argumentiert dagegen, dass Tro Kohn noch nicht auf den Zettel reagiert haben, den die Woolvers auf Kohns Küchentisch liegen gelassen hatten (wir erinnern uns). Rhodan hofft nach wie vor auf Kohns positive Reaktion, er redet von Ehrenhaftigkeit und Gewissen. Woher unser großer Administrator diesen Optimismus nimmt, verrät der Autor nicht. Letztlich erklärt Gucky, dass ein Angriff zeigen würde, dass die Terraner so ihre Schuld eingestehen würden und ist ebenfalls gegen einen Angriff.

Das Thema erledigt sich in Folge relativ schnell, da sich drei Golems nähern. Das scheint die angeforderte Verstärkung zu sein. Schnell, wie Rhodan ist, lässt er den Golems zwei Korvetten entgegen fliegen. Die Majore Runete und Hohle sind mit der KC 11 bzw. KC 1 unterwegs. Bei Runete sind Jumpy, Kakuta und Lloyd, Hohle hat Gucky Marshall, Tschubau und Gucky an Bord. Die Insassen der beiden Schiffe sollen mit dem Neuen reden, um sie von ihrer Unschuld zu überzeugen.

Diese Unschuldsbezeugungen haben schon fast etwas Hilfoses an sich. Das ist ja keine Darlton - Erfindung, sondern wird von allen Autoren propagiert. Das zeigt auf, dass hier eine Situation eingetreten ist, gegen die sogar die Terraner kein Hilfsmittel haben und sich an diesen (nutzlosen) Strohhalm klammern. Prompt wird die KC 11 beschossen, weil der Zweitkonditionierte Aser Kin sie für eine Bombe hält. Gucky und Tschubai wollen daher trotz Marschalls Verbot in den Golem springen und verschwinden von der KC 1.

Nach einigen Durcheinander kommen sie tatsächlich in den Golem hinein, werden aber vom Symposium nach einer Teleportation als gefährlich eingestuft und sollen vernichtet werden.

Zwischendurch erfahren wir noch von einer Space - Jet, die zwei Lichtjahre von Navo-Nord als Außenposten dient. Die Besatzung wird von Rhodan vorgewarnt, der Kommandant der Jet hält das natürlich für übertrieben und will sich dem Golem entgegen stellen. Du meine Güte, schon wieder ein Chef, der nix von Rhodans Befehlen hält. Das ist ja schon fast eine Manie in diesem Handlungsabschnitt. In der Solaren Flotte sollte mal einer das Kommando übernehmen, auf den man wirklich hört....

Na ja, die Besatzung verlässt in einem Kleinstbeiboot die Jet, da sie das Befolgen von Rhodans Warnung für sicherer hält als die Meinung ihres Kommandanten. Der kommt prompt zu Tode, der Rest wird gerettet.

Szenenwechsel.
Ras und Gucky haben Probleme am Hals: Der Dolan hat Hunger. Er benötigt eiweißreiche Nahrung und da kommen ihm unsere zwei Helden grade recht. Sie sind ständig auf der Flucht, um nicht verspeist zu werden. Dabei treffen sie auf Aser Kin, wollen ihn bekehren, das klappt natürlich nicht. Böse Zeitverbrecher bleiben böse Zeitverbrecher. Danach haben sie endlich Glück: Sie finden die Halle, in der die Körper der sieben Exekutoren liegen. Sie erfahren etwas über Funktion und Art des Golems, der ja eigentlich Dolan heißen. Gucky und Ras drohen mit der Zerstörung dieser Körper, falls man ihnen nicht freien Abzug gewährt. Letztlich kriegen sie einen Exekutor überzeugt und können den Dolan verlassen.

Draußen werden sie aufgegabelt und es geht zurück auf die CREST IV. Dort meint ein Wissenschaftler, dass die Gegner nur über solche Situationen wie hier geschildert gesprächsbereit würden.


So. Jetzt haben die Terraner statt einem Zweitkonditonierten gleich vier samt ihrer Dolans am Hals. Und der nächste Roman ist von KH Scheer und heißt "Die vier Unheimlichen". Manch ein Leser war zu diesem Zeitpunkt sicherlich der Meinung, damit wären die vier Zeitpolizisten gemeint. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt...

:fg: :fg: :fg:
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Richtig. Die vier unheimlichen wird ganz gut.Man wird sehen ...
Aber kommen wir nocheinmal zu WE. Wenn er ohne Gucky (und Jumpy natürlich) schreibt, habe ich ihn eigentlich immer trotz seiner Naivität als ganz brauchbar empfunden. Das ergab dann immer, auch außerhalb von PR, ganz brauch-und lesbare SF. Jedenfalls war Walter ein Humanist erster Güte mit dem Motto "Leben und leben lassen" und allein schon deshalb denke ich, dass er Tschubai als gleichberechtigt beschrieb.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Richard »

Hattest du denn bei manch anderen Autoren das Gefühl, dass sie Ras nicht als gleichberechtigt beschrieben haben?

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R.B.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

"Und der Neger ging, und holte dem Weißen einen Kaffee."

Ich weiß nicht mehr, aus welchem Roman dieser Satz stammt und wer den Band geschrieben hat. Aber ich habe ihn behalten. Er stand, meine ich, auf der letzten Seite. Hier ist natürlich nicht von Ras Tschubai die Rede. Es kann auch sein, dass dort nicht Neger, sondern Schwarzer stand. Ich bin mir nicht sicher. Aber es würde mich wundern, wenn dieser Satz von WE gewesen wäre. Diese paar Worte fand ich damals schon seltsam. Das meine ich mit Alibi - Farbigem. Dieser 1. Offizier eines Raumers war ein Schwarzer, der Kapitän war natürlich Weißer. Also passierte hier eigentlich nichts anderes, als dass der 1. O. seinen Chef einen Kaffee mitbrachte. Mehr nicht. Aber es kommt auf die Schreibweise an.

Sicherlich war die Zeit eine andere. Sicherlich ist es der heutige Blickwinkel. Sicherlich musste es nicht unbedingt Ras Tschubai sein. Aber: Ob mir CD Romane nun gefallen oder nicht, bei ihm gab es aus meiner Erinnerung derartiges mit niemandem auch nur ansatzweise. Er hauchte den Personen Leben ein und sah sie als das an, was sie waren: Im Regelfall einfach nur Menschen, zumindest aber Intelligenzen. Gleichberechtigt, nie von oben herab. Natürlich kann jetzt die Frage erweitert kommen: Hattest du denn das Gefühl, dass andere Autoren andere Wesen nicht gleichberechtigt behandeln? Ja, ab und zu hatte ich das. Alle Arkoniden waren degeneriert (außer unserem Atlan, natürlich). Alle Akonen waren hinterlistig und böse (wie vermeintlich damals die Chinesen im RL). Gleichberechtigung? Die Terraner waren die großen Helden, alle anderen waren mehr oder weniger unfähig.

Nehmen wir mal Gucky Lieblingssohn Jumpy. Er nervt, ist vorlaut, stört und die Romane ohne Jumpy sind besser als die mit ihm. Aber er lebt. Bei den anderen Autoren existiert er einfach nicht. Oder auch Goratschin: So gut wie alle anderen Autoren ließen die ihn irgendwo in der Ecke stehen. Ab und zu durfte er zwar mal was sagen, aber: Hätte man es nicht gewusst, wäre man in den seltensten Fällen auf die Idee gekommen, dass es sich um zwei Personen handelt. Bei CD waren es tatsächlich zwei verschiedene Menschen.

Aber um deine Frage zu beantworten: Nein, ich habe nicht das Gefühl, dass andere Autoren Ras nicht als gleichberechtigt schilderten. Aber bei Walter kam man nie auch nur ansatzweise auf die Idee, dass dem so sein könnte. Egal, welche Situation man strickt. Zumindest aus meiner Erinnerung. Er war so manchem seiner Zeitgenossen voraus. Es kann natürlich sein, dass ich in drei Wochen auf einen Roman stoße, wo genau das Gegenteil passiert. Ja. Dann werde ich es thematisieren.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Günther Drach »

R.B. hat geschrieben:
31. Januar 2020, 06:30
"Und der Neger ging, und holte dem Weißen einen Kaffee."

Ich weiß nicht mehr, aus welchem Roman dieser Satz stammt und wer den Band geschrieben hat. Aber ich habe ihn behalten. Er stand, meine ich, auf der letzten Seite. Hier ist natürlich nicht von Ras Tschubai die Rede. Es kann auch sein, dass dort nicht Neger, sondern Schwarzer stand. Ich bin mir nicht sicher. Aber es würde mich wundern, wenn dieser Satz von WE gewesen wäre. Diese paar Worte fand ich damals schon seltsam. Das meine ich mit Alibi - Farbigem. Dieser 1. Offizier eines Raumers war ein Schwarzer, der Kapitän war natürlich Weißer. Also passierte hier eigentlich nichts anderes, als dass der 1. O. seinen Chef einen Kaffee mitbrachte. Mehr nicht. Aber es kommt auf die Schreibweise an

...
Sie sahen einander an. Jeder empfand für den anderen Sympathie. Sie achteten sich gegenseitig und respektierten die Arbeit des anderen. Aber da war noch etwas - etwas, was schon beinahe in Vergessenheit geraten war.
"Kochen Sie uns einen Kaffee, Sam", murmelte Camargue.
Und der Neger ging und tat, was der Weiße verlangt hatte.

Zwei Männer der Erde besuchen den Planeten Orvan, um zu überprüfen, ob das gleichnamige Projekt seinen erhofften Verlauf genommen hat und aus den vor langer Zeit angesiedelten 200 Robotern eine eigenständige Zivilisation entwickelt hat, die in die Gemeinschaft des galaktischen Bundes aufgenommen werden kann.
Und ja, die Roboter haben eine eigenständige Zivilisation aufgebaut. Aber sie haben die gleichen Fehler begangen wie ihre Schöpfer. Da sind die Grünen, die "Besseren", die "Überlegenen", da sind die Blauen, die "Minderwertigen". Die Kurzgeschichte "Vorurteile" von William Voltz(erste Veröffentlichung 1960, meine Zitate sind aus Terra Astra 245, April 1976, entnommen) ist eine kleine Parabel über eben Vorurteile, Engstirnigkeit, Ausbeutung, Unterdrückung, Rassismus.
"Wenn ich Sie verachten würde, weil Sie ein Neger sind, Sam, dann wäre es beinahe wie bei den Robotern", meinte Camargue.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Ja, so langsam kommt ein Hauch Erinnerung zurück. Von zweifarbigen Robotern hab ich schon mal was gelesen, das war bei mir aber nicht Terra Astra (meine ich zumindest). Aus dieser Reihe kenne ich so gut wie nichts. Ich muss mal auf Suche nach dem PR Jahrbuch 1976 gehen, da waren doch Roboter - Stories drin. Dann habe ich irgendwo noch ein Heyne TaBu mit WiVo Kurzgeschichten. Nun gut, wer suchet, der findet.

Trotzdem meine ich, diese Szene aus einem ganz normalen Roman zu kennen. Man müsste ein fotografisches Gedächtnis haben....
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Günther Drach »

R.B. hat geschrieben:
31. Januar 2020, 08:27
Dann habe ich irgendwo noch ein Heyne TaBu mit WiVo Kurzgeschichten. Nun gut, wer suchet, der findet.
Der Heftroman Terra Astra 245 ist eine William Voltz-Storysammlung mit dem Titel "Quarantäne". Es gab ein gleichnamiges gelbes Utopia-Taschenbuch, das wohl auch die Story enthält. (Und ich weiß sicher, dass um 1980 ein Fanzine namens Science Fiction-Baustelle eine noch ältere Frühversion von Willis Geschichte abdruckte.)
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Quarantäne. Ja, sagt mir was. Als Taschenbuch. Ich muss unseren Speicher mal auf den Kopf stellen. Das hab ich irgendwo.

Ist da zufällig auch eine Geschichte von einer jungen Telepathin drin, die sich in die Wüste verzogen hat, weil sie es in Städten wegen der Gedankenimpulse nicht aushält?
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Günther Drach »

R.B. hat geschrieben:
31. Januar 2020, 13:17
Quarantäne. Ja, sagt mir was. Als Taschenbuch. Ich muss unseren Speicher mal auf den Kopf stellen. Das hab ich irgendwo.

Ist da zufällig auch eine Geschichte von einer jungen Telepathin drin, die sich in die Wüste verzogen hat, weil sie es in Städten wegen der Gedankenimpulse nicht aushält?
Die Geschichten sind:
Heimkehr bei Nacht
Ernesto der Ballspieler
Quarantäne
Vorurteile
Der Preis

Die Geschichte mit der Telepathin ist "Quarantäne".
Nachdem die Behörden ihre Fähigkeiten erkannt hatten, wurde sie auf eine sonst menschenleere Insel verbannt.
Ein weiterer, nun entdeckter Telepath soll ebenso dorthin gebracht werden.
Als ein Schiff ein Boot mit einem Mann vor der Insel absetzt, geht die Frau davon aus, dass sich die Militärs schließlich dafür entschieden haben, sie zu ermorden.
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