Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Unvergessene Abenteuer, legendäre Zyklen - nachgelesen und neu diskutiert.
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R.B.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

thinman hat geschrieben: 28. März 2021, 17:48 Und woher wußte er von dem Braten? Wer hat da den Mund nicht halten können?
Ich nehme an, du meinst unseren größten aller großen Meister. Der ist auf Seite 64 an Bord des Schiffes und hält eine kurze Ansprache. Dabei unterbricht er sich und saugt prüfend die Luft ein. "Eigenartig", sagt er. "Man könnte meinen, dass es hier nach Schweinebraten riecht."

Man kann ihm eben nicht wirklich etwas vormachen, diesem Erben des Universums. Perry ist übrigens der Einzige, der diesen Geruch verspürt. Die Wissenschaftler sehen sich nur wissend an, grinsen und denken, dass sogar Großadministratoren ab und zu die seltsamsten Ideen haben.
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R.B.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Band 395 - Die Hyperseuche - ist von Kurt Mahr
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Ich kann mich kaum auf meinem Sitzplatz halten, so groß ist mein Bedürfnis, dem vermeintlichen Rawland nach diesem Spruch an die Gurgel zu gehen. Was bildet sich dieser Schwachkopf ein? Millionen Wesen waren schon gestorben. Wir wussten ja, dass das noch lange nicht das Ende war und dieser Typ steht da vor uns, breitbeinig und Kautabak kauend. "Was ist, Beuteterraner?" fragt er mich immer noch grinsend. Dann spuckt er seine Ladung genau einen Zentimeter an meiner linken Wange vorbei an die Wand. Ich höre das Platsch des Aufpralls und stelle mir vor, wie die braune Brühe langsam und zäh herunterfließt. Das ist zuviel des Guten und ich stehe auf.

Das heißt, ich würde aufstehen, wenn mein Extrasinn mich nicht zurückpfiffe. "Vorsicht, der ist nicht echt!" warnt mich meine innere Stimme. "Es bleibt dabei, den echten Rawland hast du begraben, das ist ganz jemand anders oder eine Holo - Projektion. Zugegeben, dann eine gute, aber eben nur eine Projektion." Das gilt es zu überprüfen. Ich setze mich wieder hin, versuche, betont locker zu bleiben und es funktioniert. Der falsche Cowboy wendet seinen Blick von mir ab.

Ich ziehe vorsichtig einen Schreibstift aus einer Tasche und lasse ihn auf den Boden gleiten. Dann gilt mein Blick Gucky. Der weiß, was ich will, hebt den Stift telekinetisch an und bewegt ihn langsam, dass es nicht auffällt, in Richtung Rawland. Der Schreiber gleitet durch den vermeintlichen Cowboy hindurch, als gäbe es ihn nicht. Ich bin beruhigt.

Keinesfalls beruhigt sind Perry und Reginald. Perry ist während der Stiftaktion weiß wie eine Wand und krallt sich an der Lehne seines Sessels fest. Die Knöchel treten klar hervor und seine Narbe wird seltsam deutlich sichtbar. Er steht kurz vor der Explosion. Ich merke das, weil er nicht auf Guckys und meine Blicke reagiert. Bully geht es auch nicht besser. Der sitzt am Nächsten von uns an diesem ungebetenen Besucher dran. Er steht auf, ballt die Hände zu Fäusten und sagt gefährlich leise: "Du widerlicher, ekelhafter Typ. Dich mache ich fertig. Wir haben zwar überlebt, ja, aber teilweise nur durch Glück. Etliche Hundertmillionen, was sag ich, noch mehr, hatten das nicht. Und kommt so ein hergelaufener Drecksack wie du angestiefelt und machst sie mit einem Spruch lächerlich. Ich werde dich..."

Wieder blicke ich Gucky an und wieder nickt der Kleine zurück. So sanft wie möglich hält er Bully fest, der daraufhin knallrot im Gesicht wird und den Ilt anschreit. "Lass mich los. Lass mich sofort los. Ich drehe diesem Widerling den Hals rum und schneide ihn auf kleine Scheiben." Er tobt immer weiter, ist nicht zu beruhigen und völlig außer sich. Gucky will ihn nicht verletzen und lässt ihm etwas mehr Spielraum, den er natürlich sofort dazu verwendet, sich in Richtung Rawland zu bewegen. Mehr als ein halber Meter beträgt der Zwischenraum nicht, als Rawland sich plötzlich in einen alten Mann verwandelt. Der alte Mann sieht aus wie Gandalf, die mythische Figur eines Zauberers aus einem uralten terranischen Fantasy Epos. "Du willst doch einem Senior wie mir nicht wirklich etwas antun, oder?" fragt der Alte mit brüchiger Stimme.

Er macht einen Schritt zurück und sagt: "Ich gehe wieder. Hier bin ich anscheinend nicht willkommen." Dann dreht er sich herum, löst sich mit einem lauten Plopp in Wohlgefallen auf und verschwindet spurlos. Gucky lässt den immer noch schwer atmenden Bully los. Wir merken, wie Reginald langsam aber sicher wieder zu sich kommt. Er sieht in unsere Runde, fühlt sich peinlich berührt und ertappt. "Danke, Kleiner, danke!", sagt er. "Ich weiß nicht, was ich gemacht hätte, wenn du mich nicht in Schacht gehalten hättest. Ich bitte euch, mein Verhalten zu entschuldigen. Derartiges darf nicht passieren, ist mir klar, aber..." Er lässt den Satz unvollendet.

"Auch du brauchst dich nicht zu entschuldigen", sagt Perry zu seinem ältesten Freund. "Du bist mir lediglich um einige wenige Sekunden zuvor gekommen, mir ging es genauso. Und Atlan sah zu Beginn auch nicht so ganz friedlich aus. Nur, dass ihm ab und zu einer zuflüstert, was Sache ist und was nicht. Woher hattest du deine Ruhe, Gucky?"

"Ich konnte ihn telekinetisch nicht greifen. Und ich merke immer etwas. Auch dann, wenn ich jemanden wegen einer Psi - Abwehr nicht in die Höhe kriegen kann. Dann ist das, als wäre da eine feste, stabile Wand, gegen die ich nicht ankomme. Hier war außer Luft nichts. Gar nichts. Also war der Kerl nicht echt. Außerdem reicht es, wenn ihr euch aufregt. Einer in dieser Runde muss ja vernünftig bleiben."

Bully sieht derweil auf ein Chronometer ähnliches Teil an seinem linken Handgelenk. Er flüstert etwas, dass ich nicht richtig verstehe und blickt in der Luft auf etwas, dass ich nicht entdecken kann. Es wird ein Bildschirm sein, den der vermeintliche Chronometer nur für ihn sichtbar projiziert. "Einpacken!" befiehlt er und informiert uns: "Der Energieverbrauch des Schiffes hat während der Anwesenheit des vermeintlichen Rawlands um 0,878854 Prozent zugenommen. Jetzt sind wir wieder auf dem gleichen Level von zuvor." Er schaut auf die Zentrale - Bildschirme. "Und unterwegs sind wir auch immer noch."

"Positronik!" ruft er.

"Ja, Sir?"

"Erstens: Wo kam dieser Typ grade her? Hast du was damit zu tun? Zweitens: Wohin fliegen wir?"

"Es tut mir sehr Leid, Sir, aber ich kann und darf Ihre Fragen nicht beantworten. Ich bin.."

"Halts Maul!" piepst Gucky. "Ich nehme dich auseinander, wenn wir zurück sind. Schraube für Schraube. Und es wird mir ein Riesenvergnügen sein, dir ganz langsam den Saft abzudrehen."

So kenne ich den Kleinen gar nicht. Aber er hat Recht. Die Nummer mit Pete Rawland und vor allem sein Spruch war ziemlich hart. Ich schaue wieder in die Runde und erinnere an unseren alten Freund Icho Tolot, von dem wir seinerzeit in Kürze Nachricht erhalten sollten.
Spoiler:
Atlan erinnert sich:

Uns fehlten noch einige Zusammenhänge. Zudem mussten wir herauskriegen, wo das Heimatsystem der sogenannten Ersten Schwingungsmacht lag. Wir waren der felsenfesten Überzeugung, dass man Feinde am Besten zu Hause bekämpft. Auch und gerade weil wir davon ausgingen, dass wir kurz vor einem Großangriff der augenscheinlichen Herrscher der Bestien, der Uleb, standen. Also wäre es uns von entschiedenem Interesse gewesen, herauszukriegen, wo der Zielort des wracken Baramos - Schiffes lag.

Demzufolge schickten wir die SCENDALA wieder zurück zu ihrer havarierten Entdeckung, um weiter zu suchen. Und siehe: Die Untersuchenden wurden fündig. Der zweite Astrogator der SCENDALA, ein Leutnant Ken Parmenter entdeckte doch tatsächlich in der Zentrale ein Gerät, das heil geblieben war. Er hatte eine positronische Speicherbank gefunden, in der nach fünfhundert Jahren immer noch die Koordinaten des Zielortes vorhanden waren.

Damit war die weitere Vorgehensweise klar. Das Wrack wurde umgebaut, die toten Gurrads und Baramos blieben vor Ort und vor Allem kam der Uleb wieder mit hinein. Eine kleine Ecke wurde für ein Einsatzteam reserviert und nach ein paar Tagen sollte es losgehen.

Entschuldige bitte mein freundliches Lächeln, Barbar - Was sagst du Gucky? Das wäre ein impertinentes Grinsen? Ich soll dir von meinem Extrasinn ausrichten, du wärest vorlaut und frech. Es wäre so langsam an der Zeit, dass du mal Respekt zeigst. Aber zurück zu dir, Perry. Du hättest es dir zweifellos nicht nehmen lassen, den geplanten Einsatz auf deine barbarische Art höchst daselbst zu leiten. Aber dummerweise ist dir ja ein Rechner in die Quere gekommen. Stellt euch das vor: Eine Positronik hat den größten aller damaligen Großadministratoren zur Räson gebracht, indem sie behauptete, es wäre für das Solare Imperium zu gefährlich, wenn ausgerechnet der Oberbefehlshaber andauernd an gefahrenträchtigen Unternehmungen teilnähme. Also gab es ausnahmsweise keine Diskussion, wer auf dem Wrack der Chef sein sollte.

Wir waren mitten in der Vorbereitung, als unser alter Freund Icho Tolot auftauchte. Er war nach längerer Abwesenheit zu uns zurückgekehrt. Er habe in Haluts Archiven Forschungen angestellt und vorhandene Unterlagen ausgewertet, sagte er. Dabei sei er auf wichtige Erkenntnisse gestoßen, die er niemandem vorenthalten könne. Daher bitte er darum, die komplette Flotte für seinen Bericht freizuschalten, damit Jeder alles zu schnell wie möglich erfahre.

Icho Tolot berichtete:

Die Entstehung der Bestien war bekannt. In der Galaxis mit der Messier Bezeichnung 87 experimentierten die herrschenden Okefenokees vor circa siebzigtausend Jahren mit Genmaterial herum. Ziel war die Zucht von Wesen, die man als überaus intelligente und hochwertige Kämpfer einsetzen wollte. Das Experiment schlug fehl, zumindest aus Sicht der Experimentatoren. Es war wie die Geschichte mit dem terranischen Zauberlehrling. Man wurde die Geister, die man rief, nicht mehr los, weil die neuartigen Geschöpfe sich gegen ihre Herrscher wandten. Der folgende Krieg forderte Milliarden, wenn nicht gar Billionen Opfer. Die Erzeugten, die Bestien, handelten allein nach dem Gesichtspunkt der Zweckmäßigkeit und töteten, wo sie auch auftauchten.

Aber eines Tages wendete sich das Schlachtenglück und die Bestien wurden geschlagen, wo sie auch erschienen. Den Untergang vor Augen, wandten sie sich zur Flucht. Achthundert Millionen der missglückten Züchtungsergebnisse setzten sich ab. Sie unterteilten sich in Gruppen, von denen eine sich in Richtung unserer Milchstraße aufmachte. Zweihundert Millionen von ihnen erreichten unsere Galaxis mittels ihrer Dimetranstriebwerke ohne Zwischenfälle. Allerdings verspürten sie nach wie vor eine extreme Furcht vor ihren Schöpfern, den Okefenokees. Sie erwarteten deren Suche im Zentrumskern fremder Galaxien, so auch hier. Als sie die beiden Klein - Galaxien entdeckten, war ihr Ziel mit der größeren der beiden Wolken klar.
Sie setzten sich dahin ab und es vergingen Jahrtausende, in denen sie sich nicht rührten.

Dann nahmen ihre Aktivitäten wieder zu, sie bauten Raumschiffe, erweiterten ihre Einflusssphären und verpflichteten sich Regierungen ganzer Sternenvölker. Letztlich experimentierten sie an sich selber und gelangten zu der Überzeugung, dass die Okefenokees noch lange nicht alles aus den alten Versuchsreihen herausgeholt hatten. Mit Erfolg. Sie züchteten einen neuen Bestientyp, vermehrte Intelligenz, höhere Widerstandskraft und größere Angriffslust waren die ersten Ergebnisse. Dann kamen noch ein paar Pluspunkte dazu: Die neuen Bestien, eben unsere Uleb, besaßen die Möglichkeit, ihr Wesen in den Körper Anderer zu verpflanzen. Sie waren zwar unfruchtbar, aber unsterblich.

In weiterer Konsequenz übernahmen die Bestien des neuen Typs die Führungsrolle, beließen ihre alten Vorgänger in der großen Wolke und siedelten sich selber in der KMW an. Dort stellten sie allerdings fest, dass bei ihnen die Furcht vor den Okefenokees noch ausgeprägter war, als bei ihren Erzeugern. Das ging soweit, dass es schon psychotische Zustände aufwies. Als zum Beispiel in der Milchstraße ein Volk anfing, sich für Zeitexperimente zu interessieren, waren sie der Meinung, dass dies von den Okefenokees gesteuert worden war und der Zweck einzig und allein ihre Vernichtung war. Das hier genannte Volk waren natürlich die Lemurer, die Erste Menschheit. Dreihundert Millionen Bestien des alten Typs sandten sie aus, um die Lemurer zu vernichten. Meine Vorfahren durchstreiften die Milchstraße, fanden den Planeten Halut und steuerten von dort aus den Krieg.

Das Ergebnis ist bekannt: Kurz vor der endgültigen Vernichtung der Ersten Menschheit fanden die Lemurer Waffen, mit denen sie die damaligen Haluter vernichten konnten. Und: Durch die Friedfertigkeitsstrahlung wurden aus diesen Wesen die heutigen Haluter.

Durch den vermeintlichen vollen Sieg über die Lemurer war das Thema Zeit für die Uleb erstmal erledigt. 300 Millionen Bestien waren ausgewandert, 300 Millionen lebten noch in der großen Wolke. Mit Letzteren begannen die Uleb nun das nächste Experiment. Die Bestien des allerneuesten Typs sollten den Körperbau, die Stärke und den unerbittlichen Angriffswillen der Herrscher besitzen, allerdings nicht deren Selbstständigkeit aufweisen. Ebenso sollten sie keine anderen Wesen übernehmen können und nicht Unsterblich sein. Sie opferten in ihren Züchtungen nahezu die kompletten "alten" Bestien und schufen neu die Zeitpolizisten, die Zweitkonditionierten. Sie selber wurden zur Ersten Schwingungsmacht. Aufgabe der Zeitpolizisten war es, mit ihren Dolans die Milchstraße zu durchstreifen und nach Zeitverbrechern zu suchen. Jedem Volk, dass entsprechend tätig war oder wurde, sollte der Garaus gemacht werden.

Bei den MdI funktionierte das jedoch nicht, die Lemurer hatten nach den Auseinandersetzungen mit den Halutern gelernt, ihre Maschinen total abzuschirmen.

Damit beendete unser Freund seinen Bericht und geschichtlichen Abriss zum Thema Bestien.

Wir wiederum brachten ihn auf Vordermann, was die aktuellen Entwicklungen anging und zeigten ihm das wracke Schiff der Baramos samt toter Bestie. Er identifizierte den Uleb eindeutig als Mitglied der Ersten Schwingungsmacht. Da passte es genau, dass just ihm in diesem Moment ein Kurier von Halut eine scheinbare Waffe überbrachte, mit denen die Uleb ihre Untertanen unter Kontrolle hielten. Die Bombe imitierte einen hyperenergetischen Virusbefall, der - einmal ausgelöst - nicht mehr zu stoppen war und selbst Paratronschirme durchdrang. Die Uleb hatten ihn seinerzeit entwickelt, um aufmüpfige Bestien unter Kontrolle zu halten. Dummerweise wirkte das Virus aber auch gegen sie selber.

Das passte natürlich. Wir integrierten Icho Tolot in unser Einsatzteam, nahmen die falschen Bomben mit und hofften auf entsprechenden Anklang. Eine optische Darstellung der Wirkung hatten wir. Der Uleb an Bord des Wracks war zwar von Explosivgeschossen getötet worden, sein Körper war aber nicht vom Ergebnis eines solchen Virusbefalls zu unterscheiden.

Also ging es am 13. August 2437 in den Einsatz. Das Wrack war wieder flugfähig und erreichte mitsamt Tolot, dem Paladin, einigen Mutanten, Wissenschaftlern und mir dem Zielplaneten. Dort verlief es wie erhofft: Man wurde misstrauisch, das Schiff wurde untersucht und zwei Uleb fanden den toten Artgenossen. Die Bestien vermuteten den Virusbefall und gerieten in Panik, insbesondere, als Tolotos und der Paladin mit den falschen Bömbchen herumwarfen.

Das Wrack wurde vernichtet, wir zum Glück nicht, weil die Teleporter uns vorher in Sicherheit gebracht hatten. Ein Uleb - Schiff startete mit panikerfüllten Bestien an Bord und wir konnten über eine Funkstation die CREST V benachrichtigen. Dass wir die aktivierte Vernichtungsschaltung für den Planeten fanden und abstellten sowie einige tausend Gurrads befreien konnten, lief sozusagen noch nebenher. Wichtig für uns war, dass die terranische Flotte den Planeten einnehmen und sichern konnte sowie, dass eine Space - Jet die Verfolgung des geflüchteten Uleb - Schiffes aufgenommen hatte.

Ich blicke in die Runde. Niemand sagt etwas. Es gibt auch nicht viel zu sagen. Damals sah es zwar so aus, als würden wir uns mal wieder so grade noch durchmogeln, wie so häufig. Aber es sollte anders kommen. Die Geschichte des Solaren Imperiums mit ihrem Schneller-Weiter-Höher, so wie wir sie eben bislang kannten, sollte in Kürze beendet sein.

"Wir scheinen uns dem letzten Ziel zu nähern", sagt Reginald Bull. "Wir werden langsamer."

Mir ist völlig unklar, wie er darauf kommt. Für mich sehen die Bildschirme aus sie wie immer aussehen, wenn unser imitiertes Beiboot unterwegs ist. Hoffentlich ist es nicht das Solsystem. Den dort möchte ich bei dem, was noch kommt, nicht abgemalt sein.

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Hm. Mit diesem Roman bin ich nicht warm geworden, obwohl ich ihm dreimal gelesen habe. Der erste Teil ging ja noch. Aber vierundneunzig Bände Rätselraten, was das alles soll und dann kurz vor Toresschluss die große Aufklärung auf fünf oder sechs Seiten. Spannend war das alles nicht. Sicherlich brachte Tolots Abriss die eine oder Information wieder ans Tageslicht und noch Fehlendes wurde eingefügt, aber gebracht hat dieses Teil es für mich keinen Meter.

Und der zweite Teil mit Atlans Einsatz? Ich musste mich dermaßen zusammenreißen, um hier nicht alles zu überblättern. Bei mir kam das Ding einfach nicht an. Ob da Atlan, Winnetou oder Tarzan unterwegs war, es interessierte mich nicht. Band 395 dürfte so ziemlich der erste Band dieses Zyklus sein, der mich überhaupt nicht anspricht. Vielleicht kam ich auch nur mit Mahrs damaliger Schreibweise nicht zurecht. Ein Roi Danton, der mit Tolot auf französisch herum fabuliert? Wozu soll das denn gut sein? Und Tolot schildert die diversen Bestien - Züchtungen immer als extrem intelligent. So schlau kommen mir die Kerle aber nun nicht vor. Da entwickeln sie mit diesem hyperenergetischen Virus die absolute Vernichtungswaffe für ihresgleichen und kriegen es in fünfzigtausend Jahren nicht geregelt, so etwas wie ein Gegenmittel zu erfinden? Sofortige Panik ohne nachzudenken? Mit Planhirn?

Ich weiß nicht.

Kurt Mahrs Roman war für mich eine Art Tiefpunkt in diesem Zyklus.
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AARN MUNRO
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Leider passten die Aussagen von Mahr nn diesem Roman nur sehr wenig zu alldem, was wir früher erfahren hatten.Die Logikkette ist hier nicht ganz klar und einwandfrei.Obwohl ich eigentlich ein KM-Fan bin von Inhalt und Schreibe her, beurteile ich auch diesen Roman ebenfalls als einen Tiefpunkt.Außer dem was Du über die Planhirn-Intelligenz sagtest, widerspricht das Verhalten der Uleb in seinen Risiken auch dem Sinn von Unsterblichen.Das hatte mich bereits gestört, als Masut die Neo-Bilatiumflasche in dem anderen Band klaute und die Uleb so hirnrissig dieses Bauruine angriffen, bis Paladin sie massakrierte.Waren wohl noch nie auf einen gleichwertigen Gegner getroffen?Und warum opfert man Millionen von Individuen (bestien der ersten Generation), nur um zehntausend kämpfer (ZK) heranzuzüchten? Sinnlos.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AushilfsMutant »

Das war halt ein Logik Bug im Planhirn. Kann man nix machen. :P
„...der Gastgeber fragt in die Runde, was den jeder gerne zu trinken hätte. Der Kosmokrat reagiert verwirrt, man kann mehr als nur Wasser trinken? Der Chaotarch, der gleich neben an sitzt, fragt sich ob es auch genug Tee/Wasser/Kaffee....Arten im Angebot gibt. Darauf hin, kommt es zum Streit zwischen den Beiden, was den nun die richtige Flüssigkeit zum Trinken sei...“

Auszug auf dem Buch: Die Hohen Mächte und der Moralische Code (Band 14, Seite 345, Absatz 2)
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Ja, das wirkte alles ein wenig planlos. Trotz Planhirn.

Die Grundidee mit Zucht in M 87, Krieg, Vertreibung, Ansiedlung in der GMW und späterer Verbesserung der Bestien in Richtung Uleb war ja gut. Aber was dann daraus gemacht wurde, begeistert mich jetzt, wo die allergröbste Jugend bei mir vorbei zu sein scheint, weniger. Damals habe ich das mit 12, 13 oder 14 nicht gemerkt.

Mal sehen, ob CD das im Folgeroman besser hinkriegt.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AushilfsMutant »

Das ist aber total normal das man wenn man älter wird bestimmte Sachen anders bewertet.

Auch Storys die einen früher begeistert haben. :o)
„...der Gastgeber fragt in die Runde, was den jeder gerne zu trinken hätte. Der Kosmokrat reagiert verwirrt, man kann mehr als nur Wasser trinken? Der Chaotarch, der gleich neben an sitzt, fragt sich ob es auch genug Tee/Wasser/Kaffee....Arten im Angebot gibt. Darauf hin, kommt es zum Streit zwischen den Beiden, was den nun die richtige Flüssigkeit zum Trinken sei...“

Auszug auf dem Buch: Die Hohen Mächte und der Moralische Code (Band 14, Seite 345, Absatz 2)
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

AushilfsMutant hat geschrieben: 1. April 2021, 09:47 Das ist aber total normal das man wenn man älter wird bestimmte Sachen anders bewertet.

Auch Storys die einen früher begeistert haben. :o)
Ja, manche Bücher sind wie guter Wein ... aber andere nicht. :D
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Band 396 - Das Versteck in der Zukunft - ist von Clark Darlton
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"Nein", sagt Perry und sieht mich an. "Wir kommen keinesfalls im Solsystem an." Dabei habe ich keinen Ton gesagt. So ist das nun mal, wenn alte Narren auf alte Narren treffen, ätzt mein Extrasinn dazu. Man kennt sich eben.

"Das würde allem hier Erlebten widersprechen", ergänzt er. "Das ist zudem der Grund für die lange Dauer dieses Teils unserer Reise. Das Ziel ist nämlich für uns nicht mehr so einfach zu erreichen."

Natürlich hat er völlig Recht. Bully wirkt auch nicht sehr verwundert, seine Gedanken gehen also in die gleiche Richtung. Und Gucky? Der lehnt sich in seinem Sitzmöbel zurück, knabbert genüsslich an irgendwelchem himmelblauen Gemüse und meint: "Wunderbar. Dann kann ich mir ja meine noch offene Rechnung noch bezahlen lassen."

Eines ist klar: Die Original - Welt wird das nicht sein. Sie ist besetzt, verschwunden, geteilt oder in anderen Sphären verblieben. Genau wie ihr Besitzer. Aber dem ist nach wie vor alles zuzutrauen und sich ein Ersatz-Zuhause zu schaffen, dürfte zu seinen leichteren Übungen gehören. Mal sehen, was uns erwartet.

"Ob der Alte mich auch für eine halbe Portion hält?" fragt der Kleine auf einmal. Wie er denn darauf komme, will ich wissen.

"Naja, das ist doch bei Platzplanungen für Einsätze die halbe Zeit der Fall. Manchmal habe ich das Gefühl, ich werde einfach nicht für voll genommen. Zum Beispiel, als wir mit der SJC-13 auf Verfolgungsjagd waren. Die Space-Jet war für fünf Personen ausgelegt. Fünfeinhalb waren an Bord. Der Halbe war ich."
Spoiler:
Gucky erzählt:

Du warst ja zuerst mit deinem Schwiegersohn nicht so ganz glücklich, Perry. Mit seinen technischen Erzeugnissen dafür aber umso mehr. So hatte Geoffrey einen einwandfreien Schutz konstruiert, mit dem unsere Jet nur optisch wahrnehmbar war. Orten konnte man sie nicht. Und ein Ding dieser Größe oder vielmehr Winzigkeit zu sehen, wäre doch schon ein ziemlich heftiger Zufall gewesen. Also hatten wir eine Sorge weniger, als wir dem Konusraumer mit Major Pandar Runete am Steuer folgten. Wir verließen also Port Gurrad, wie wir den frisch eroberten Planeten getauft hatten und flogen dem Kreisel hinterher. Für die Außenwelt sollte es übrigens so aussehen, als wäre diese Welt tatsächlich durch die uleb'sche Selbstvernichtungsanlage zerstört worden. Also hatte Ems Kastori, der Heitere, ein paar oder auch ein paar mehr Transformbomben explodieren lassen. Von Weitem sah das auf jeden Fall wie eine gigantische Explosion aus.

Die dreihundert Bestien in dem Schiff vor uns waren von panischer Furcht erfüllt, weil sie glaubten, sich mit einem tödlichen Virus angesteckt zu haben. Ihre einzige Rettung lag dort, wo sie zu Hause waren. Dachten sie. Wie die Kerle auf diese Idee kamen, war mir absolut schleierhaft. Aber auch egal. Hauptsache, sie führten uns in ihr Heimatsystem. Dann würden wir weiter sehen.

Sie flogen ein paar mal etwas seltsam, rechts-links-oben-unten sowie hin und her. Es war kein grader Kurs, den hatten sie etliche Male verändert. Nach fast fünf Stunden waren wir im absoluten Leerraum in Richtung Milchstraße angekommen und es kam keine Kursänderung mehr. Wir sausten also brav vor uns hin, als Runete ein Objekt entdeckte, sonnenlos, einen Asteroiden, irgendwas zwischen vierzig und zweihundertvierzig Kilometer groß. Genauer feststellen konnten wir das nicht. Wir waren zwar nicht zu orten, aber Taststrahler hätte man mit Sicherheit angemessen. Und der Konusraumer flog genau auf den Felsbrocken zu.

Mit dem stimmte im Übrigen etwas ganz gewaltig nicht. Wir orteten Energieausbrüche, die nichts, aber auch absolut gar nichts mit so einem toten Gestein zu tun hatten. Den Chefmathematiker der CREST, Dr. Josef Lieber, hatten wir mitgenommen und mal wieder festgestellt, dass es gut war, erstklassige Wissenschaftler an Bord zu haben. Und zwar für jeden Einsatz immer genau den Richtigen. LIeber stellte nämlich die Theorie auf, dass der Asteroid etwas mit dem nach wie vor noch nicht entdeckten Heimatsystem der Uleb zu tun habe. Er riet, dass wir uns auf das Konusschiff begeben sollten, die Space-Jet aber zurück zur CREST fliegen solle. Rhodan müsse unbedingt die Position des Steinbrockens erfahren. Auch und grade dann, wenn uns etwas zustoßen sollte. Also flog Runete zurück und wir begaben uns an Bord des Uleb-Schiffes. Ich teleportierte mit Danton und Lieber, die beiden Woolvers wellensprinteten von alleine zu den Bestien.

Und die flogen weiter auf den Asteroiden zu, der sich als Transmitter erwies und uns verschluckte. Wenn ich mich heute an den sofort folgenden Schmerz erinnere, muss ich sagen, dass ich sowas nicht andauernd bräuchte. Es war ziemlich heftig. Lieber meinte, das wären wohl so an die achttausend Lichtjahre gewesen, es muss also irgendwo in der Materiebrücke zwischen KMW und GMW gewesen sein. Wir entdeckten eine große blaue Sonne, die von einer etwa hundert Kilometer durchmessenden Energiekugel umkreist wurde. Wo wir genau waren, wussten wir natürlich nicht und fragten uns wiederholt, warum diese Riesensonne noch keiner gefunden hatte. Und was wir ausgerechnet hier sollten.

Denn von einem Heimatplaneten war nichts zu sehen, die blaue Sonne hatte definitiv keinen Begleiter. Bald, meinte Roi, wüssten wir mehr. Denn die Uleb flogen genau in die weiße Energiekugel hinein. Das Folgende war etwas ähnliches wie eine Transition, aber der dazu gehörende Schock blieb aus. Wir entmaterialisierten auch nur zur Hälfte. Als wir wieder komplett waren, stellten wir über die Ortungsmöglichkeiten unserer schweren Raumanzüge die Nähe eines Riesenplaneten fest, den Mike Atlas taufte. Die blaue Sonne war noch da. Wo zum Teufel kam denn auf einmal dieses Riesending von einem Planeten her?

Also musste euer Retter des Universums wieder ran. Ich frage mich wirklich, wo ihr ohne mich wäret. Atlan hatte Recht gehabt, damals. Ihr würdet über einen kleinen Bereich von zwanzig oder dreißig Lichtjahren Durchmesser bestimmen und hättet all die Schwierigkeiten, die ihr mittlerweile überwinden musstet, nicht. Aber was rede ich? Ich konzentrierte mich auf die Gedanken der Uleb und erfuhr, dass wir uns mitsamt dem Riesenplaneten und seinen dreizehn erdgroßen Monden fünf Minuten in der Zukunft waren. Fünf Minuten, die für alle Anderen uneinholbar waren. Und deshalb hatte niemand das Heimatsystem der Uleb in den letzten sechzigtausend Jahren gefunden. Natürlich konnte dergleichen nur mit einem Einsatz unter meiner Beteiligung festgestellt werden, meine Herren. Das ist ja wohl völlig klar.

Was sagst du, Bully? Ich soll mich wieder hinsetzen und nicht so einen Blödsinn reden? Lange keine Runde mehr um die Lampe gedreht, was? Sonst noch einer Bedarf? Nein? Dann kann es ja weiter gehen.

Für uns stand jetzt an, möglichst schnell das Uleb-Schiff zu verlassen, denn so ganz trauten wir der Hoffnung auf Hilfe für die dreihundertköpfige Besatzung nicht. Und das war auch besser so. Denn natürlich wurde das vermeintlich von Viren verseuchte Schiff vernichtet, die Systembewohner hatten durch einen technischen Trick herausgefunden, was mit der Besatzung los war.

Und wir? Wir landeten auf dem Riesenteil von einem Planeten, eben Atlas. Und wer, wenn nicht ich fand natürlich nicht nur eine Höhle, in der wir uns wohlfühlten, sondern gleich auch noch das Kraftwerk für das Zeitfeld. Damit war die weitere Vorgehensweise klar: Kraftwerk vernichten, Zeitfeld erlischt, dann hinsetzen, bis Perry und Co. den dann fälligen Hyperschock orten und einfach nur abwarten. Gesagt, getan. Atlas blieb zum Glück heil. Und wir platzierten uns hier und warteten auf bessere Zeiten. Die Uleb suchten. Sie wussten aber nicht, wen sie suchen sollten und natürlich auch nicht, wo.
"Aber wie das nun mal so ist. Ohne mich halbe Portion kommt ihr allesamt nicht weit." Gucky trinkt einen Schluck von einer dunkelgrünen Flüssigkeit und räkelt sich selbstbewusst in seinem Sitzmöbel herum. Dann blickt er in Richtung Zentraleschott und erstarrt mitten in der Bewegung. Mit großen Augen sieht er die Person, die dort steht. Er konzentriert sich kurz und sieht uns drei an.

"Der ist diesmal echt", sagt er.

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Ich hatte meine musikalische Prägephase in der ersten Hälfte der Siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts (du meine Güte, wie lange her sich das anhört). Das war die Hoch-Zeit der klassischen progressiven Rockmusik - Progger bin ich immer noch. Und ich erinnere mich an eine Musik - Kritik, die ich damals irgendwo gelesen hatte. Dort schrieb jemand: "Keith-Emerson-Musik macht nur einer am Besten: Keith Emerson." Vor soviel Weisheit muss man sich ja verbeugen.

Aber es etwas Wahres dran. Denn auch Clark-Darlton-Romane schreibt nur einer am Besten: Clark Darlton. Und mit Band 396 haben wir einen typischen Darlton vorliegen. CD dürfte der einzige Autor sein, bei dem Personen "maulen". Noch früher war das Bullys Part, diesmal mault Tronar Woolver, als ihm irgendwas nicht passte. Ein typischer Darlton eben.

Und der Rest des Teams? Unser größter aller großen Meister darf ja nicht mehr in den Einsatz, Atlan war im letzten Band dran, also ist diesmal Roi Danton der Chef. Genau wie der Herr Papa kann er alles, sieht alles, weiß alles und organisiert alles. Egal was, Roi Danton schafft Klarheit. Aber im ersten Teil des Romans, noch auf der Jet, wird sichtbar, wer der wahre Chef ist: Das kann bei CD niemand anders als Gucky sein. Er zieht sich aus dem Gewühl in der kleinen Zentrale in seine noch kleinere Kemenate zurück und ist via Bildschirm und Interkom mit dem Rest verbunden. Er stimmt zu, bestärkt und verstärkt. Er ist Derjenige, der alles im Griff hat. Roi Danton darf dabei so tun, als wäre er der große Zampano. Später im Einsatz ist er der Befehlende, völlig klar, einer muss das Sagen haben. Was unseren kleinen Freund aber nicht von einer Extratour abhält, während der er auch prompt etwas findet.

Auf Clark Darlton ist Verlass. Überhaupt: Der Roman liest sich locker und fluffig. Kaum angefangen, bin ich schon auf Seite 23. Das betrachte ich als gutes Zeichen, dieses Teil brauche ich nicht dreimal zu lesen, bis ich begreife, was drinsteht.

Es gibt aber Dinge, die kapiere ich nicht. Wir haben unsterbliche Uleb vor uns. Laut Vorgänger - Roman sollten die doch ein Ausbund an Intelligenz sein. Jetzt mag es ja sein, dass diese Typen einen hyperenergetischen Virus gebaut haben, gegen den es tatsächlich kein Gegenmittel gibt. Deshalb finden sie auch keins. Aber: Die mit dem Raumschiff Fliehenden sind ja gar nicht infiziert.

1. Warum zum Teufel kommt den niemand auf die Idee, das mal zu testen? Selbst wenn das Ordinärhirn in Panik macht, müsste doch aus Richtung Planhirn ein solcher Hinweis kommen. Oder von der Bordpositronik. Oder auf welchem Weg auch immer. Und in 50.000 Jahren müsste man doch zumindest einen wirksamen Test entwickelt haben.

2. Wie bitte schön kommen die Fliehenden denn auf den Gedanken, dass ihnen vor Ort im Heimatsystem geholfen wird? Die Kerle sind mit einem absolut tödlich wirkenden und sich rasant verbreitenden Virus beglückt worden und dann soll ihnen etwas anderes als umgehende Vernichtung bevorstehen? Wo sie doch nur an sich selbst denkende Individualisten sind?

Das scheint mir alles ein bisschen zu wenig durchdacht. Früher war wirklich nicht alles Gold, was glänzt. Vielleicht habe ich aber auch nur etwas nicht so richtig kapiert.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Faktor10 »

394 war einfach super. 395 auch ich wurde damit nicht warm und 396 ist wieder super
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Faktor10 »

Zu Band 396.Naja durchdacht war es wohl nicht. Aber der Zyklus musste änden. Bis auf den grandiosen Band 299 waren die Bände beim Ende der MdI auch nicht viel besser. Jedes Mal ging es hopp hopp. Band 398 war noch mals super obwohl Kneifel ihn schrieb und zu viel von der Welt Halut zu lesen war.Geschrieben fand ich ihn gut. Und dann die Überraschung ,sie war grandios. Versteck in der Zukunft. So was hatten wir noch nicht.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Faktor10 hat geschrieben: 4. April 2021, 20:58Und dann die Überraschung ,sie war grandios. Versteck in der Zukunft. So was hatten wir noch nicht.
Ja, die Ideen waren blendend, erste Sahne und faszinieren mich heute noch. Die Umsetzung leider nicht immer.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Band 397 - Das System der 13 Monde - ist von William Voltz
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Perry, wer auch sonst, findet seine Sprache als Erster wieder. "Komm herein, alter Freund!" sagt er in Richtung des augenscheinlichen Greises, der im Eingang zur Zentrale steht. Wir sehen wieder die Gandalf - Figur. Der Weißbärtige mit den freundlichen Augen ist auf einen Stock gestützt und kommt mit kleinen Schritten näher. Wie aus dem Nichts entsteht ein neuer Sessel im Raum, auf den er zusteuert.

"Na, endlich kriegen wir mal eine Aufklärung, was dieser ganze Unsinn soll! Meinst du eigentlich, wir hätten nichts anderes zu tun, als hier zu sitzen und uns längst Vergangenes zu erzählen?" Reginald trifft den Kern der Sache. Denn eigentlich haben wir keine Zeit, überhaupt keine. Perry kam aus dem Shod - Spiegel und wir müssen dringend in Richtung Weltenbrand tätig werden. Seitdem ist eigentlich alles vorbei. Zuerst bekam mein Extrasinn einen Hau und ich wühlte in alten Geschichten, dann fanden wir diese seltsame Korvette und sind irgendwo unterwegs.

Der Alte steht wieder auf. "Reginald Bull", sagt er. "Bei deinen Freunden lasse ich das ja noch gelten. Aber du? Du säßest mit einem Whisky in der Hand bei Frau und Tochter - Respekt übrigens - hätte ich dir gar nicht zugetraut, auf der Terrasse und würdest den Sonnenuntergang betrachten. Also stell dich mal nicht so an." Bully fällt zurück in seinen Sessel und starrt den Alten missmutig an.

Der scheinbare Gandalf dreht sich um und wendet sich mir zu. "Und, Arkonide? Du hast deinen Zeigefinger noch gar nicht erhoben und mir warnend erzählt, wo es längs gehen soll." Ha! meint mein Extrasinn. Da kennt dich außer mir noch einer. Es besteht also noch Hoffnung! Danke. Das hat mir grade noch gefehlt, dass ich von zwei Seiten fertig gemacht werde. Nach diesem Gedanken bricht in meinem Kopf eine Art homerisches Gelächter aus. Oder vielmehr eine Imitation eines solchen. Halts Maul, gebe ich meiner inneren Stimme zurück. Du hast nicht mal ansatzweise die notwendige Klasse. Mein Extrasinn scheint beleidigt und zieht sich zurück.

"Nein, meine Freunde", gibt der Alte in die Runde. "Macht euch mal keine Sorgen, was das Thema Zeit angeht. Hier geht es um etwas anderes." Dann dreht er sich erneut und sieht Gucky an. "Glaub mir, wenn ich es rückgängig machen oder in irgend einer Weise verhindern könnte, würde ich es tun. Ich weiß um deine Last und kann dich nur um Verzeihung bitten." Der Alte geht tatschlich vor dem Ilt auf die Knie und beugt seinen Kopf nach unten. Gucky ist total perplex. Damit hat er nicht gerechnet. Ich gehe davon aus, dass er ein paar spöttische Weisheiten erwartet hat. Jetzt weiß er nicht, wie er mit der Situation umgehen soll.

Bully tritt als Retter auf. "Ich denke, du bist in einer Bringschuld. Wir haben dir so oft den Allerwertesten gerettet. Als Gegenleistung kamen von dir höchstens ein paar kryptische Bemerkungen und ein Sack voller Gelächter. Also nochmal meine Frage: Was soll das hier?"

Der Alte lacht. "Ja, der mit dem Allerwertesten war gut. Sehr gut sogar. Und eines Reginald Bulls würdig. Aber, Bruder-eins und ehemaliges Licht der Vernunft, bist du sicher mit dem, was du da sagst? Könnte es sein, dass du etwas vergessen hast?" Er sieht in die Runde, bei einem merkwürdig in sich gekehrten Gucky beginnend, dann Perry, Reginald und letztlich ich. "Ja", sagt er. "Ich bin euch in der Tat so viel schuldig. Ohne euch gäbe es mich nicht mehr. Zumindest nicht mehr so, wie ich vor euch stehe. Es stand ein paar Mal auf der Kippe, vielleicht sogar öfters, als euch bewusst ist. Ihr habt mich jedes Mal zurück geholt. Dann wart ihr das ganze Gevölks meiner Sorte leid und sucht seit dem andere Wege. Nun, das hat es für mich ein wenig verkompliziert, aber letztlich nicht unmöglich gemacht."

Er steht aus seinem Sitz wieder auf, in den er sich grade erst gesetzt hat. "Ja, ich habe euch diese Geschichte aus längst vergangener Zeit wieder nach vorne geholt. Ja, ihr habt es mir zu verdanken, dass ihr hier zusammensitzt und unterwegs seid. Und ja, es ist meine Aufgabe, euch bei dem, was jetzt auf euch zukommt, nicht alleine zu lassen. Und ja, ich verneige mich vor all den Toten, die in diesem fürchterlichen Krieg ihr Leben lassen mussten."

Gucky steht ebenfalls auf und ist so ernst wie lange nicht. "Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich immer davon ausgegangen bin, dass wir hier in den kosmischen Niederungen völlig egal und unbedeutend sind. Hier und heute ist eines der wenigen Male, bei denen das nicht so ist. Deine letzte Bemerkung veranlasst mich, deine Entschuldigung anzunehmen." Er reicht die Hand, der Alte ergreift sie und hat doch tatsächlich feuchte Augen. "Danke, mein kleiner Freund", sagt er. "Du glaubst gar nicht, wie wichtig das für mich ist. Ich möchte dir, Gucky, noch mit auf den Weg geben, dass du in den Weiten des Alls nicht alleine bist. Es gibt sie, die Wesen deiner Art. Du musst sie nur suchen. Das Auffinden kommt von alleine. Mir ist in dieser Beziehung leider der Mund verschlossen. Ich bin auf Grund eines Verbotes nicht in der Lage, dir bezüglich deiner Artgenossen Auskunft zu erteilen."

"Jetzt wissen wir wenigstens, wer diesen dämlichen Rechner programmiert hat", strahlt Gucky. Der Kleine kann ja umgehend wieder zurück in seinen typischen Mausbiber - Modus verfallen, dafür beneide ich ihn. Seine gute Laune scheint wieder hergestellt zu sein. Er nimmt sich ein weiteres Stück von den himmelblauen Gemüse, knabbert daran herum und setzt sich wieder hin. "Mal sehen", nuschelt er mit vollem Mund. "Wenn man mich mal lässt oder ich die Kerle hier einfach über habe, werde ich auf Tour gehen. Aber so wie es aussieht, wird sich das noch etwas hinziehen. Ich muss immer berücksichtigen, dass ohne mich hier nichts läuft. Gar nichts. Dazu müsste man diese drei hier", er zeigt auf uns, "mal für ein paar Jahrhunderte wegsperren. Ich bin sicher, dann würden die ständigen neuen Probleme irgendwann von alleine aufhören und ich müsste nicht andauernd befürchten, dass ohne mich das Ende der Zivilisationen der Milchstraße eingeläutet werden würde."

Das meint er ernst. Denk mal drüber nach, alter Narr! . Mein Extrasinn scheint sich wieder beruhigt zu haben.

Der Alte sieht in die Runde und sagt: "Lasst es uns zu Ende bringen. Ihr wart damals auf Port Gurrad und wartetet auf Nachricht von dem Einsatz-Team um deinen Sohn, Perry Rhodan. Das war der Moment, als dem Rest der Menschheit eröffnet wurde, dass Roi Danton eben nicht nur der König der Freihändler war, sondern nebenher auch noch Michael Reginald Rhodan."
Spoiler:
Ein alter Mann erzählt:

Melbar Kasom hieß der Unglückliche und du hättest ihn am Liebsten auf kleine Scheiben geschnitten, alter Freund. Andererseits war dein Sohn ein Rhodan durch und durch. Eine Führungspersönlichkeit sondergleichen war er und genau wie sein alter Herr wusste er alles und alles besser als sein Umfeld. Der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm, wie ihr so schön sagt. Da musste dein Filius eben durch, wenn der Einsatz beendet war, befandest du und das Thema war erledigt. Mit mir hatte das im Übrigen nichts zu tun, dass ihn so viele nicht erkannt hatten. Ein paar wussten es, ein paar es auch so gemerkt, einige zweifelten noch, aber eine wirkliche Überraschung war Kasoms Fehler nicht.

Du ahntest, Rhodan, dass die Vortäuschung der Zerstörung von Port Gurrad nicht mehr lange geheim bleiben würde und rechnetest mit einem Angriff der Uleb. Daher bekam mein zweitältester Freund Bull den Auftrag, sich samt seiner dreißigtausend Schiffe von seinem Wartegebiet am Rand der Milchstraße in Richtung Port Gurrad zu bewegen. Dazu gehörten eintausend mit Kontrafeldstrahlern ausgerüstete Raumer.

Und unser weißhaariger Freund? Der hatte zusammen mit Tolot und einigen Anderen eine Transmitterhalle entdeckt, die anscheinend einen wohl automatisch anspringenden Fluchttransmitter beherbergte. Allerdings hatte die Sache einen Haken: Die Halle war bei Weitem nicht hoch genug gebaut, um einen vollständigen Transmitterbogen aufbauen zu können.

In dem Moment, als Tolot seine Untersuchungen vertiefen wollte, geschah es: Eine Hyperschockwelle gewaltigen Ausmaßes durchdrang die beiden Magellanschen Wolken. Sie war so extrem, dass man sie wohl in etlichen Millionen Lichtjahren Entfernung noch orten konnte. Die Auswirkungen auf Port Gurrad waren heftig: Der Planet bebte mehr als stark. Aber zehntausend Gurrads konnten befreit werden und sämtliche terranischen Forscher mussten die Welt verlassen. Alle? Fast alle. Einige wenige Begleiter eines steinalten Arkoniden konnten nicht aufhören, weiterzuarbeiten, obwohl die Beben einfach nicht endeten. Dann sprang die Transmitterautomatik an und das Team sah die dunkelgrün leuchtenden Energiesäulen aufsteigen und sich etwas tausend Meter über der Oberfläche vereinigen.

Atlan wäre nun nicht Atlan, wenn er nicht hätte wissen wollen, wohin der Transmitter führte. Also schnappte man sich eine Space-Jet, flog durch den Torbogen und entmaterialisierte. Hervor kam man auf Uleb I, der Wohnwelt der Bestien. Die Space-Jet wurde geopfert und abgeschossen, nachdem man sich mittels Teleportation in Sicherheit gebracht hatte.

Wo wäret ihr eigentlich ohne eure Begleiter mit dem PSI - Fähigkeiten geblieben, Rhodan? Ja, mein kleiner Freund, du kannst mit vollem Recht Stolz auf dich und deinesgleichen sein. Ohne diese Gruppe von außergewöhnlichen Wesen wäret ihr mit oder ohne meine Hilfe irgendwo in einer Entfernung von zwanzig bis dreißig Lichtjahren von Terra entfernt steckengeblieben. Wenn es Terra überhaupt noch gäbe, meine Freunde.

Zurück nach Port Gurrad. Dort hatte man die Herkunft der Hyperschockwelle geortet. Als die Schiffe von Reginald Bull und Julian Tifflor eintrafen, ging es ab zum Ursprungsort des Schocks und man kam natürlich im Heimatsystem der Uleb an, freilich ohne zunächst zu wissen, wo das denn plötzlich herkam. Und dann gab es noch etwas: Der Riesenplanet Atlas und seine dreizehn Monde waren von einem Paratronschirm umgeben. Da nützten Atlan natürlich auch keine Teleporter mehr. Die Hoffnung lag auf den Kontrafeldstrahlern.

Das war natürlich bei dir, Rhodan, nicht anders. Paratronschirm zerstören, System vernichten und ab dafür war deine Devise, Rhodan. Allein einer deiner besten Wissenschaftler, der sich ausgerechnet als dein Schwiegersohn Waringer entpuppte, übte sich in Pessimismus. Du dominiertest den armen Kerl natürlich extrem, Rhodan. Er stotterte über das Ergebnis von Messungen, die ergaben, dass sich dieser Schirm von den bisher bekannten unterschied. Das Ergebnis ist euch bekannt: Waringer koordinierte den Beschuss und es passierte - nichts. Der Schirm hielt. Über die Folgen brauche ich nicht allzu viel zu sagen. Mit diesen Schutzschirmen ausgerüstete Dolans im Solsystem - eine grauenhafte Vorstellung. Die Zeit des schneller-höher-weiter neigte sich dem Ende zu.

Auf Uleb 1 rätselte die andere sich dort verbergende Gruppe um deinen Sohn, Rhodan und unserem kleinen Freund Gucky darüber, wie denn einen Zivilisation der Uleb überhaupt funktionieren könne. Sie waren allesamt Einzelgänger, die nur an sich selber dachten. Andere, egal, ob Artgenossen oder gar fremde Wesen kamen in ihrer Welt nicht vor. Also musste etwas anderes das Zusammenleben organisieren. Und Gucky wurde fündig. Er entdeckte nicht nur Atlans Gruppe und man war fortan gemeinsam unterwegs, nein er fand auch noch die Gohks, die intelligenten und absolut friedlichen Ureinwohner von Uleb 1. Die Bestien hörten auf sie und lebten auf ihrer Wohnwelt so, wie die Gohks es ihnen einflüsterten. Außerhalb ihres Planeten konnten konnten die Bestien ihre Friedensstifter nicht brauchen. Und diese wussten auch nichts von deren Untaten.

Die beiden vereinigten Teams auf Uleb 1 bekamen natürlich den vergeblichen Angriff mit terranischen Flotte mit und befürchteten das Schlimmste. Immerhin schaffte man es, eine der Kraftwerke für die Energieversorgung des gigantischen Paratronschutzschirms zu zerstören. Durch die entstandene Strukturlücke drang ein Leichter Kreuzer ein und konnte das terranische Einsatzkommando retten, bevor die Uleb sie fanden.

"Mehr als dreißigtausend Raumschiffe umkreisten die Paratronblase im Enemy-System. Bis an die Zähne bewaffnet, konnten deine Terraner doch nichts ausrichten, Rhodan. Und keiner wusste so richtig, was zu tun war, Rhodan."

Der Alte lehnt sich zurück und beendet seine Erzählung.

Ich glaube, es ist wirklich besser, wenn er den Rest rüberbringt, wenn es denn schon sein muss. Ich denke, niemand von uns würde es hinkriegen und auch nur halbwegs vernünftig reden können, bei dem, was nun zwangsläufig kommen musste.

Perry sieht dieses seltsame Wesen zwischen Lichtgestalt und altem Mann an. "Eine Erzählung ohne ironische Zwischentöne, gradlinig und völlig normal", sagt er.

"Ja", meint Gucky dazu. "Man macht sich gleich wieder Sorgen um ihn, wenn er ohne Hinterlist oder kryptische Sprüche agiert."

Der Alte lacht still in sich hinein.

-------------------------------------------------------------

Das war wieder ein William Voltz, wie er im Buche steckte. Sehr gut lesbar, spannend bis zum Schluss, keine leeren Ecken darin. O.k., er hatte ja drei Handlungsebenen: Die CREST V, dann die Gruppe Atlan und die Mannen um Roi Danton. Aber er hat sie sehr gut verknüpft und keine losen Enden hinterlassen.

Den geneigten Lesenden muss spätestens nach diesem Band klar geworden sein, dass die Geschichte nicht so einfach wie bisher immer wieder erlebt zu Ende gehen wird. Trotz des eindeutigen Titels des nächsten Bandes.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Faktor10 »

Sehr schön zusammen gefasst und eine wunderbare neben Handlung von dir
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Vielen lieben Dank!
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Faktor10 hat geschrieben: 4. April 2021, 20:58 Zu Band 396.Naja durchdacht war es wohl nicht. Aber der Zyklus musste änden. Bis auf den grandiosen Band 299 waren die Bände beim Ende der MdI auch nicht viel besser. Jedes Mal ging es hopp hopp. Band 398 war noch mals super obwohl Kneifel ihn schrieb und zu viel von der Welt Halut zu lesen war.Geschrieben fand ich ihn gut. Und dann die Überraschung ,sie war grandios. Versteck in der Zukunft. So was hatten wir noch nicht.
Allein die 90er-Bände waren völliger Unsinn. Man hätte die KMW/GMW/ materiebrücke systematisch mit der Flotte durchkämmen müssen und jeden Konusraumer und Dolan auschalten müssen.Dass in Band 398 noch so viele davon mit neuer Abwehrwaffe gegen den KFS herumfliegen, ist Unsinn.Rhodan handelt sowohl strategisch als auch taktisch völlig falsch hier.Nur mit Kommandoumternehmen allein (Neo-Bilatium) kann man keinen Krieg gewinnen.Das NB und die vier Bände damit brachte ohnhin kaum Erkenntnisgewinn. Dass die Pseudogurrads Gestaltwandler waren, wusste man schon vorher durch Danton.Rhodan hätte lieber die Flotte in den MW aufmarschieren lassen sollen und sofort damit beginnen, die Offensivkapazität des Feindes massiv zu reduzieren: überall hätten Plakate aushängen müssen: "jeder Dolan zählt!" :D

Aber na ja: Voltz wollte unbedingt die Menschheit aufsplittern und das SI schwächen.Ob die innerperryliche SF dadurch besser oder progressiver wurde, ist Ermessenssache.
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Sense of Wonder allein, ist Fantasy. Bei SF erwarte ich logische Zusammenhänge.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Damals hab ich das nicht gemerkt. Das lag aber wahrscheinlich daran, dass mein Einstieg Band 415 war, die Story somit schon durch war und dass man das mit 12 oder 13 nicht so eng sieht.

Heute so ein Zyklus-Ende? Mit Personen, die handeln, wie hier geschildert? Ich glaube, die Autoren hätten sich was anhören dürfen. Nur Einzelunternehmungen, keine Politik, noch nicht mal in Ansätzen. Die Haluter hätte man wesentlich früher ins Boot holen müssen. Oder einen ständig an vorderster Front kämpfenden Commander-In-Chief, dem ja sicherlich geschildert wurde, wie es auf der Erde ohne ihn zugegangen war. Einsicht des größten aller großen Meister? Keine.

Die Einzeleinsätze wären was für absolute Könner gewesen, USO - Spezialisten oder dergleichen. Rhodans Aufgaben als Regierungschef sehe ich heute woanders. Auf die CREST V hätte eigentlich der Flotten-Oberkommandierende gehört, Bull Tifflor oder was weiß ich wer. Aber nicht Rhodan. Sein Tod wäre das Ende des Solaren Imperiums gewesen.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Faktor10 »

Wenn die Dolans in den Parabasen bleiben kann die Flotte suchen wie sie will.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AushilfsMutant »

Früher war halt auch nicht alles Gold.

Kann sich eigentlich noch jemand an Perrys persönliche oxtornische Leibgarde erinnern? Mir tun die richtig leid! Immer nur in der Kaserne rumsitzen weil der Chef lieber alleine rumstreunt. :P

Heutzutage wird das dann halt alles in der Unterhose und nebenbei stehenden Serun gelöst! Der fühlt sich ja auch nicht nutzlos so wie die Oxtorner! :D
„...der Gastgeber fragt in die Runde, was den jeder gerne zu trinken hätte. Der Kosmokrat reagiert verwirrt, man kann mehr als nur Wasser trinken? Der Chaotarch, der gleich neben an sitzt, fragt sich ob es auch genug Tee/Wasser/Kaffee....Arten im Angebot gibt. Darauf hin, kommt es zum Streit zwischen den Beiden, was den nun die richtige Flüssigkeit zum Trinken sei...“

Auszug auf dem Buch: Die Hohen Mächte und der Moralische Code (Band 14, Seite 345, Absatz 2)
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Band 398 - Das Ende der Dolans - ist von Hans Kneifel
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Ruhe ist eingekehrt. Keiner sagt mehr etwas und jeder hängt seinen Gedanken nach. Wo hätten wir anders agieren können, wo hätten anders handeln müssen? Ich weiß es nicht. Gucky braucht es nicht zu wissen. Der Ilt hat seinerzeit mehr als genug vollbracht und immer, immer wieder den rettenden Engel gespielt. Und die hohe Politik ist sowieso nicht seins.

Waren das unsere Fehler? Zuviel auf Einsätze bedacht, immer an vorderster Front und so gut wie kaum auf das geachtet, was sich hinter den Kulissen abspielte? Natürlich gab es Leute, die da tätig waren. Mercant zum Beispiel. Aber der war Geheimdienstler, kein Politiker. Tiff war ein guter und sehr guter Stratege und Flottenkommandeur, darin ging er auf und als eine Art Perry Rhodan im Kleinformat durch. Keine Frage. Aber auch er war kein Außenminister, damals war er der klassische Militär.

Blieben Perry, Reginald und ich. Jeder von uns hat Fehler gemacht. Perry, als er mit der CREST IV unbedingt ganz nach vorne wollte, das Flaggschiff fast vernichtet worden wäre und wir uns plötzlich in M 87 wiederfanden. War das letztlich nützlich oder überflüssig? Hätte ich mich mehr um die USO kümmern müssen, vielleicht aus der Distanz das eine oder andere Problem früher erkannt und angepackt? Dem Rest der Galaxis war völlig unklar, wer oder was da mit diesem diversen Bestienarten losgelassen worden war. Wäre ich früher auf Halut zugegangen? Hätten so werweiß wie viele Leben gerettet werden können?

Wer weiß das schon noch nach all den Jahren. Wer kann so etwas beurteilen?

"Das kann niemand bewerten, Arkonide", sagt der Alte. "Glaubt doch nicht, dass ich fehlerfrei durch die Gegend laufe. Und meine Fehler haben in der Regel wesentlich größere und noch schlimmere Konsequenzen. Zum Beispiel machte ich euch weis, dass ich vor dem Suprahet floh. Im Wirklichkeit war es der Schwarm, mit dessen Herabsetzung der Gravitationskonstante ich nicht zurecht gekommen wäre. Und ich habe mich um einen lächerlich kleinen Zeitraum verrechnet, der sich in eurem Standartuniversum dummerweise auf 1500 Jahre ausdehnte. Was wäre gewesen, wenn ich alter Trottel mich nicht vertan hätte? Hätte ich euch geholfen? Hätte ich euch überhaupt helfen dürfen? Im Wieweit darf ich mich in die Schwierigkeiten der Niederungen einmischen? Sind ein paar Milliarden oder Billionen gefährdete Leben ausreichend? Aus meiner Sicht ja. Aber wer bin ich kleines Licht, der wie ihr auch nur vom Wohlwollen der CREATIVEN abhängt? Habe ich eine eigene Meinung? In wieweit sind wir alle überhaupt frei?"

Der Alte sieht in die Runde und blickt jeden von uns durchdringend an. Perry wird kreidebleich, Bully murmelt so etwas wie "ich hab's ja gleich gewusst" und Gucky schüttelt den Kopf und meint: "Seht ihr? Ich habe es euch ja schon immer gesagt. Die ganze Aufregung ist umsonst."

Ich selber will nicht über das nachdenken, was der Alte da soeben erzählt hat. Ha! meint der Extrasinn. Mehr als zehntausend Jahre auf dem Buckel und wofür das Ganze? Ich versuche, das alles auszublenden.

Der Alte lacht mal wieder in sich hinein. "Ich hab aber was für euch. Der eine oder andere dürfte den Herrn kennen oder zumindest schon mal von ihm gehört haben. Er hat ein schönes Hobby, dass ihn ganz und gar ausfüllt. Er braut gerne Bier."


Und ein alter Mann erzählt:

Das Kloster der Eismönche auf Triton war sein Leben. Und Im Moment war Geo Lichtblau mit sich und diesem Leben überaus zufrieden. Wenn der Eismönch sich - viel zu selten, wie er zugeben musste - auf einem der Ammoniakozeane von Triton treiben ließ, konnten ihm alle gestohlen bleiben. Er genoss die Ruhe, nichts und niemand störte ihn hier. Ganz besonders gefiel ihm immer wieder der Blick auf den alles dominierenden Neptun mit seiner tiefblauen Farbe, die eine extrem beruhigende Wirkung auf ihn hatte. Alles war gut und alles war still, hier, in den äußeren Regionen des heimischen Solaren Systems. Bis auf die Tatsache, dass sein Erinnermich ihn plötzlich mit Hinweisen auf sein Hobby nervte. Geo seufzte. Er war nicht nur sehr ruhebedürftig, er war zu allem Überfluss auch sehr vergesslich. Daher war so ein Erinnermich für ihn fast schon lebenswichtig. Dieses Teil war eigentlich nichts anderes als ein mikroskopisch kleiner Speicherchip, der mit eigenem Zellmaterial umhüllt in einen Gehörgang eingepflanzt worden war. Es erinnerte den Träger an gespeicherte Termine und man konnte es mit akustischem Befehl ein- und ausschalten. Letzteres hatte Geo einmal gemacht, weil ihm das Ding auf die Nerven ging. Prompt vergaß er einen Termin bei seiner Äbtissin, die ihn ebenso prompt umgehend einen Kopf kürzer gemacht hatte. Und jetzt hatte er endlich mal die Muße und weder die Äbtissin noch sonst jemand war im Weg. Das hatte man nun davon.
Ein anderes Hobby, ja da würde es klappen, dachte Geo. Uralte Comics zum Beispiel. Wie es sich einige Mitbrüder und Mitschwestern ausgesucht hatten. Aber nein, es musste ja Bierbrauen sein.

Jetzt hatte Geo nämlich keine Zeit mehr. Obwohl der Brauvorgang vollautomatisch erfolgte, sah der Mönch es als seine Pflicht an, höchst daselbst mitzuwirken. Aktuell braute er Maibock. Es ist zwar November, aber wen interessieren schon terranische Jahreszeiten, allemal hier auf dem schönen Triton, ging es ihm durch den Kopf, als er unterwegs zum Braukeller war. Dort war sein Mitwirken vonnöten. Die Gärbottiche müss...

"Hallo, Mönchlein", hörte Lichtblau auf einmal eine Stimme schräg von hinten.

Wer zum Teufel, Geo hatte auf der Stelle ein schlechtes Gewissen und sandte ein "Entschuldigung" ins imaginäre Oben. Wer um alles im Solsystem hatte die Frechheit, ihn Mönchlein zu nennen?, dachte er und drehte sich um.

Dort, an der Wand angelehnt, stand ein uralter, weißhaariger und weißbärtiger Mann. Er hatte die gleiche Größe wie Geo selber, stützte sich mit der rechten Hand auf einen Stock und war in der Tat alt. Rundherum alt und dem Zerfall nahe. Alleine seine wachen Augen straften das restliche Bild des Alten Lüge.

"Vor ein paar tausend Jahren waren deine Vorgänger mit Ähnlichem wie du beschäftigt. Es ist also nicht deine Erfindung", sagte der Alte.
"Aha", machte Geo. Wer ist das, was soll das und was will der hier?, dachte er.
"Immer langsam mit den jungen Pferden", meinte der Weißhaarige. "Du bist viel zu neugierig."
Geo wurde auf einmal seltsam zu Mute. Ich hab doch gar nichts gesagt, wieso kann der mir antworten? Kann der Kerl Gedanken lesen?

"Nein, ich bin kein Telepath. Höchstens sowas ähnliches!", erhielt er als Antwort. "Ich amüsiere mich grade königlich."
Dann komm in die Gänge, ich muss zu meinem Bier!, entgegnete Geo.

"Keine Sorge, wir haben Zeit. Aber da sind wir doch gleich beim Thema, Mönchlein! Ich nehme an, dein Lieblingsbier ist immer noch Kölsch?"
Natürlich, was denn sonst? Es gibt zwar jede Menge andere Biere, die gut und sehr gut schmecken, aber wenn es etwas Besonderes sein soll, gibt es nur Kölsch. Und da ich nebenberuflich auch noch Historiker bin, interessiere ich mich immer für die Regionen, aus denen mein Bier kommt. Ich weiß zwar nicht, wer du bist und was du hier willst, aber da du grade hier so überflüssig herum stehst, kommst du jetzt in den Genuss eines kostenlosen Vortrages. Kölsch kommt natürlich aus Köln. Und das wurde von den alten Römern Colonia Claudia Ara Agrippinenser genannt. Das heißt wörtlich übersetzt "Claudische Kolonie und Opferstätte der Agrippinenser", frei übersetzt dagegen "Stadt römischen Rechtes der Agrippinenser, gegründet am Ort des Altars für den Kaiserkult". Verleihung der Stadtrechte im Jahre 50 der alten Zeitrechnung. Hauptstadt der Provinz Nordgermanien, zu Zeiten des Heiligen Römischen Reiches freie Reichsstadt. Als Wahrzeichen kam später eine große gotische Kathedrale, eben der Kölner Dom hinzu. Als weiteres Symbol dient das Kölschglas, in das man das beste Bier der ganzen Milchstraße einschenkt. Einmal im Jahr, meistens im Februar, rasten die Menschen dort völlig aus und machen irgendetwas, dass außerhalb der örtlichen Großregion keiner versteht. Aber es feiern nicht nur Menschen, warte mal.

Geo kramte in seiner Tasche und holte eine kleine Karte hervor. Er tippte darauf herum und plötzlich baute sich das lebensgroße Holo eines Jülziish auf. Er hatte ein seltsames, uniformähnliches Teil an, dessen Sinn Geo nicht so ganz verstand. Der Blue trug eine in die Farben rot und weiß geteilte Jacke, die irgendwie militärisch, andererseits aber auch wieder ganz anders aussah. Das Oberteil wurde durch eine weiße Hose und kniehohe schwarze Stiefel ergänzt. Es stand dem Jülziish eigentlich ganz gut, lediglich der Dreispitzhut passte nicht so ganz auf den Tellerkopf und drohte ständig, herunterzufallen. Der Fremde in dem Holo konnte auf und ab gehen und man sah der Person ihren Stolz an. Geo vergrößerte eine Stelle: Auf der Brust des Uniformträgers pendelte ein durch ein ebenfalls rot-weißes Band gehaltenes Metallteil hin und her. Das Ding sah aus wie der Kölner Dom und die Türme des Gebäudes umschlingend, war das Symbol der Meister der Insel zu sehen: Zwei Galaxien mit einem Band umwoben. Dann stand noch ein Spruch dabei, jeweils zur Hälfte auf je einem der Domtürme: "Fastelovend is do, hurra, mer fieren bess Andromeda". Der Sinn dieser Weisheit hatte sich Geo bis heute nicht erschlossen. Ein Aufnäher auf der Uniform zeigte zudem noch etwas, dass Geo überhaupt nichts sagte: Ein roter Kreis, darüber ein weißer Ring, der wiederum von einer roten Umrundung umschlossen wurde. Darin waren schwarze Domtürme himmelstrebend und das seltsamste kam zum Schluss: Ein Tier - ein Geißbock wahrscheinlich - stand neben dem Kreis, allerdings mit den Vorderfüßen oben drauf. Innerlich schüttelte Geo den Kopf. Gutes Bier brauen können sie da ja, aber ansonsten scheint die Stadt aus einem Haufen Verrückter zu bestehen. Nein, dachte Geo, das ist nichts für mich. Zuviel Trubel, zuviel Lärm. Da war es hier schon besser. Grade, als er weitergehen wollte, fiel ihm der Alte wieder ein. Er drückte wieder auf seine Karte und das Holo verschwand.

Na, zufrieden, alter Mann? Reicht dir das aus?

Der Weißhaarige lachte, ging nicht darauf ein und wechselte abrupt das Thema. "Weißt du eigentlich, wie gut es dir hier geht, Mönchlein?" fragte er. So langsam fühle ich mich genervt. Sag mir endlich, was du hier willst!, dachte Geo. "Ich werde dir eine Geschichte erzählen", hörte er. "Eine Geschichte über den Fast-Untergang aller Welten dieses Systems. Nur für den Fall, dass deine Äbtissin dich wieder aufregt und du dich vom Schicksal verfolgt fühlst. Ich garantiere dir, du wirst nie wieder einen derartigen Gedanken fassen."

"Es geht sofort los," kündigte der alte Mann an. Geo schaffte es, schläfrig werdend, so grade noch, sich mit dem Rücken zur Wand auf den Boden zu setzen. Er dämmerte weg und war auf einmal über allem.
Spoiler:
Geo's Erlebnis:

Geo Lichtblau schwebte über dem Solaren System. Er sah die Sonne in der Mitte, von den anderen Planeten umkreist. Alles schien maßstabsgerecht und obwohl die äußeren Kleinplaneten eine Ewigkeit von Sol weg waren, konnte er sie im Detail erkennen. Er sah ebenso die Raumschiffe, die innerhalb des Systems unterwegs waren. Geo wusste, dass er zu Jederzeit in egal welches Schiff eindringen konnte, ohne dass man ihn bemerken würde.

Ihm war klar, dass die Warterei das Schlimmste gewesen sein musste. Stunden- oder tagelanges Nichtstun und warten. Einfach nur warten. Ein psychisches Gemisch aus Langeweile und Angst vor dem, was da noch kommen musste. Manch einer drehte hier schon durch und konnte nur noch medikamentös ruhig gestellt werden. Ein unbesiegbarer Feind, in nicht durchdringbare Paratronschirme gehüllt war in Richtung Solsystem unterwegs. Und dann? Aus. Verloren. Vorbei. Geo Lichtblau sah auf den Offizier der Ortungszentrale, der immer wieder die gleichen Funktionen eintippte. Und immer wieder die gleiche Antwort erhielt: Keine gegnerischen Aktivitäten feststellbar.

Der Offizier wusste natürlich nicht, dass Perry Rhodan vorher in der Magellanschen Wolke genau das Gleiche empfunden hatte. Aus. Verloren. Der den Riesenplaneten Atlas umspannende Paratronschirm war undurchdringlich. Auch wenn ein Einsatzteam es geschafft hatte, eines der dreizehn Kraftwerke zu vernichten. Die verbleibenden zwölf reichten zur Stabilität aus. Einen letzten Versuch hatte man gestartet, wusste Geo, den Schirm mit den Beschuss aus Transformkanonen von 35.000 Raumschiffen zum Zusammenbruch zu bringen. Es war sinnlos.

Geo Lichtblau sah, dass Perry Rhodan und Atlan von einer großen Sorge gequält wurden. Die Uleb im Enemy-System waren seltsam und erschreckend tatenlos. Sie sahen die vergeblichen Bemühungen der Terraner und unternahmen - nichts. "Es ist die absolute Regungslosigkeit des Gegners, die jeglicher militärischer Tradition widerspricht", hörte Geo den Großadministrator in einer Ringsendung sagen. Ein Jeder möge sich den Kopf zerbrechen, was hier wohl vor sich ginge.

Irgendwelche Transporte hatte man geortet, innerhalb es Systems. Was da wohin transportiert wurde, war nicht feststellbar. Solange nicht, bis der Kommandant der EX-8703, Vivier Bontainer seine Vermutungen in Gegenwart diverser großer Tiere von Tifflor bis Bull und Rhodan äußerte: "Vermutlich", so Bontainer, "haben die Bestien irgendwelche Zusatzgeräte verschickt. Neuntausend an der Zahl. In den Hyperraum." Geo sah, dass Rhodan blass wurde und wiederholte: "In den Hyperraum. Zur Parabasis der Zweitkonditionierten..."

Fünfunddreißigtausend Kampfschiffe verließen das Enemy-System in Richtung Solsystem. Der Hauptteil der Flotte wurde dort zusammengezogen, fünfzigtausend terranische Schiffe. Dazu kamen dreißigtausend Fragmentraumer der treuesten Freunde der Menschheit, der Posbis. Denen musste ja klar sein, dass sie nur Kanonenfutter waren, dachte Geo. Dann gab es damals ja noch diesen Riesen-Roboter OLD MAN mit seinen fünfzehntausend Schiffen der Galaxis-Klasse, die an ihre Einsatzpunkt an der inneren Verteidigungskugel zwischen Mars und Jupiter warteten. Es gab sechzigtausend überschwere Transformplattformen.

Und trotzdem...
Niemand im Solsystem ging davon aus, dass man gegen neuntausend Zweitkonditionierte mit ihren Dolans auch nur den Hauch einer Chance hatte. Neuntausend, dachte Geo. Gegen so viele Verteidiger. Ihm wurde schlecht, als er ohne Vorwarnung auf einmal wieder hinter dem Ortungsoffizier stand, der seinen Bildschirm traktierte. "Sie sind im Wega-System aufgetaucht", hörte Geo. "Es geht los." Geo wünschte sich, er könnte etwas tun. Irgendwas. Er wollte nach Triton, den Menschen dort sagen, dass sie sich schützen mussten, er wollte auf den Mars, er wollte auf die Erde, er wollte irgendwohin und helfen und schreien und irgendwas tun. Aber er blieb wie festgeklebt hier in dieser verdammten Ortungszentrale und war zum Zusehen verurteilt.

Geo wusste aus dem Geschichtsunterricht, dass Rhodan noch eine Geheimwaffe hatte. Eben Vivier Bontainer mit seinen Leuten und der EX-8703. Er wusste auch, dass Bontainer den Auftrag bekommen hatte, nach Halut zu fliegen, um die sanften Riesen um Mithilfe zu bitten. Was dort im Einzelnen passiert war, wusste er nicht, nur dass dort irgendwas mit einer Strahlung war, die aus Halutern wieder Bestien machen sollte. Wen interessierte das auch noch, wenn hier alles vorbei war?

Das Wega-System war nur ein Test gewesen, ob die Dolans denn wirklich geschützt waren. Den dortigen Planeten passierte nichts. Die Dolans, sah der Ortungsoffizier, formierten sich zur ihrer bekannten Keilformation und verschwanden wieder im Hyperraum. Das eigentliche Ziel war das Solare System. "Ja", hörte Geo Rhodan sagen. "Das ist das Ende."

Geo hatte das Gefühl, sein Schädel platze. Sein Bewegungsdrang wurde immer stärker, aber er kam hier aus diesem Raumschiff nicht raus. Im Gegenteil, er stand hier wie festgeklebt und musste sich ansehen, wie die Dolans jegliches Leben auf den äußeren Planeten vernichteten. Auf Triton lebte keiner mehr, niemand, egal, wo und wie tief man sich versteckt hatte. Die Schlacht wogte hin und her, einfach durch die schiere Masse ging es mit dem Durchbruch für die Angreifer nicht ganz so schnell. Einundzwanzigtausend Transformplattformen vernichtet, ging es für die Dolans in Richtung Marsumlaufbahn. Dort schaffte OLD MAN es, die Feinde der Menschheit in einer zwanzigstündigen Schlacht zurückzuwerfen, wurde aber komplett vernichtet. Aber immer noch fünftausend Feind-Schiffe setzten zum finalen Schlag gegen die Erde an. Die Solare Flotte focht ihren letzten Verzweiflungskampf aus.

Die Menschen auf Geo's Schiff funktionierten nur noch mechanisch. Mit Aufputschmitteln verstärkt, agierten die Leute nicht mehr einhundertprozentig. Aber trotzdem hatten sie es geschafft, einen Dolan, der zum Angriff auf New York angesetzt hatte, zu vernichten. Sie stellten ihm ein paar unbemannte Beiboote in den Weg, um die der Feind nicht mehr herum fliegen konnte. Danach erfolgten Absturz und Explosion. Aber das war nur einer gewesen. Die anderen waren noch da. Geo sah die Vernichtung der Erde. Ausradierte Städte, kochende Meere, riesige Erdbeben, ausbrechende Vulkane. Das musste das Ende gewesen sein.

Dann hörte er plötzlich von seinem Ortungsoffizier ein irres Lachen. Den armen Teufel hats erwischt, dachte Geo. "Weg", stammelte der völlig erschöpfte Mann und brach in ein hysterisches Kichern aus. Als er wieder klar denken konnte, schrie er: "Jemand hat den Dolan vernichtet, Jungens! Er ist weg. Einfach so! Bontainer und seine Haluter sind da!"

Fünfzehntausend schwarze Raumschiffe waren gekommen, machten Jagd auf die Dolans und vernichteten Einen nach dem Anderen. Was auch immer Bontainer auf Halut angestellt hatte, es war Geo völlig egal. Ein paar Stunden später war alles vorbei. Vor Jahrtausenden hatten die Haluter die Erste Menschheit, die Lemurer, fast ausgerottet. Heute hatten sie deren Nachfolger, die Terraner, vor dem Untergang gerettet.

Dreißig Prozent der Bevölkerung alleine Terras war umgekommen. Dazu alle Menschen und Wesen auf den äußeren Planeten bzw. deren Monden. Die Flotte zum großen Teil zerstört. Und die Zelle der Gefahr bestand immer noch. Mit acht Millionen unsterblichen Uleb im Enemy-System. Geo Lichtblau sah Perry Rhodan an, was dieser dachte: Niemals wieder, würde das Solsystem wieder das werden können, was es einst war.
Geo kam wieder zu sich. Der Alte stand immer noch an der Wand, auf seinen Stock gestützt.
"Ja, Mönchlein. So war das damals. Es hat nicht viel gefehlt, dann wäre Schluss gewesen."
Geo war völlig fertig. All die Toten, ging es durch seinen Kopf. Zwei Milliarden, wusste er aus dem Geschichtsunterricht. Und die nur auf Terra. Zusammen mit den auf Grund von erlittenen Verletzungen Verstorbenen, den weiteren Toten aus dem Solaren System, den Gefallenen aus den Raumschiffen und den Toten von den vernichteten Siedlungswelten dürften es wohl mindestens drei Milliarden sein. Eher wesentlich mehr. So ganz, wusste Geo, hat das nie jemand ermitteln können.

"Komm", sagte der Alte. "Es geht noch etwas weiter. Keine Angst. Ganz am Ende ist Hoffnung."
Spoiler:
Und: Geo Lichtblau stand in Moskau. Der Kreml war weg, der größte Teil der Stadt war ein einziges tiefes Loch, in das sich die Moskwa ergoss.

Und: Geo Lichtblau schwebte über Singapur. Diese faszinierende Stadt, deren an arkonidische Wohnkelche erinnernde surreale Bauten der Gardens By The Bay war nicht mehr. Fast noch kochende Meeresfluten verdampften dort, wo vor Kurzem noch urbanes Leben herrschte.

Und: Geo Lichtblau stand mitten in der Antarktis. Der Südpol, die kälteste und unwirklichste Region der Erde brannte.

Und: Geo Lichtblau stand in Rio de Janeiro. Der Berg mit der riesigen Christus - Statue war einfach weg, als hätte es ihn nie gegeben. Das verflüssigte Gestein hatte die Stadt darunter zum größten Teil vernichtet.

Und: Geo Lichtblau stand im Friedenspark von Hiroshima. Die Stadt war zum größten Teil vernichtet und das, was er sah, ähnelte den auch heute noch bekannten uralten Fotos aus der Zeit nach dem 6. August 1945 der alten Zeitrechnung. Geo erschauerte, als er feststellte, dass ausgerechnet die Friedensglocke, die auch im 16. Jahrhundert NGZ immer noch jedes Jahr zum 6. August um 08.15 Uhr geläutet wurde, erhalten geblieben war.

Und: Geo Lichtblau stand in Köln und er erstarrte. Inmitten all der Zerstörung - zwischen Arnheim und Basel war so gut wie nichts geblieben - stand er noch: Aufrecht wie gewohnt ragte der Dom, die große, Ehrfurcht einflößende Kathedrale in den grauen, dreckigen Himmel. Er hörte die Glocken läuten. Aber erst, als die mächtige Petersglocke, von den Einheimischen immer noch liebevoll "decke Pitter" genannt, ihren machtvollen Schlagton des eingestrichenen C erschallen ließ, kamen die ersten Überlebenden aus ihren Bunkern und unterirdischen Sicherheitsbauten.

Als wären sie von etwas Unsichtbarem angezogen worden, sah Geo Lichtblau die Menschen in Richtung des Bauwerkes gehen, das für diese Stadt alles war und immer noch ist. Sie standen vor ihrem Dom und fassten sich an den Händen. Unweit von Geo ertönte auf einmal eine wohlklingende, klare Stimme. Und obwohl Geo die Sprache der Menschen hier nicht verstand, erschloss sich ihm, was die Stimme sang: In Kölle am Rhing ben ich jeboore. Danach fielen die Menschen mit der zweiten Zeile ein und sangen zu Ehren ihrer Kathedrale und ihrer Stadt diese 500 Jahre alte Hymne, das Lied, das vom Heimweh nach Köln handelte. Sie wussten: Ihre Stadt ist schon einmal nach einem Krieg wieder aufgebaut worden. Sie würden es auch diesmal schaffen.
Geo brauchte eine Weile, bis er wieder in der Gegenwart angekommen war. Er bemerkte, dass der Alte ihn nach wie vor erwartungsvoll anschaute. Geo war immer noch völlig fertig und plötzlich wurde ihm klar, wer da vor ihm stand. Seine Knie wurden weich und er war kurz vor dem Umfallen. Wieso ist der Dom eigentlich über all die Jahre nie zerstört worden? , fragte Geo. Und...und wieso hast du das alles ausgerechnet mir erzählt?

Der Weißbärtige sah ihn mit lächelnden Augen an. "Mönchlein, Mönchlein", sagte er. "Das wüsstest du wohl gerne?"

Der Alte lachte zunächst still in sich hinein. Dann wurde das Lachen lauter. Und lauter. Und immer lauter. Es wurde noch lauter. Geo war völlig fertig. Wieso hört das eigentlich keiner?, dachte er. Das muss doch zu hören sein! Daraufhin wurde das extreme Gelächter erneut lauter und explodierte geradezu. Geo hielt sich ebenso verzweifelt wie nutzlos die Ohren zu und schloss die Augen. Das Gelächter durchtönte das komplette Solsystem und streifte durch die Galaxis. Kurz vor einem endgültigen Wegdriften von Geo's Verstand war auf einmal

Stille.

Geo nahm seine Hände langsam von den Ohren und öffnete vorsichtig die Augen. Der Alte war weg.

Geo musste sich erstmal hinsetzen und verarbeiten, was er hier erlebt hatte. Das Maibock konnte warten. Er brauchte jetzt und auf der Stelle ein leckeres, kühles Bier. Egal welches. Einen halben Liter, mindestens. Eher mehr. Wesentlich mehr.


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So. Ich bin durch. Es fehlt zwar noch Band 399 und das noch kommende Ende meiner Geschichte, aber der Hauptteil ist hiermit geschafft. Für mich war der Zyklus bereits damals nach diesem Roman zu Ende. Sicherlich, ein wesentliches Element fehlt noch - aber die Vorstellung dieses Krieges hat mich schon immer fertig gemacht. Scheer hat in den 300ern seine Terraner zum ersten Mal nicht glorios gewinnen lassen. Sie standen kurz vor dem Ende, können sich nur noch mit Mühe davon erholen und so wie es vorher war, ist es nie wieder geworden.

Ich hoffe, meine Rückblicke mit den Stories am Rande haben dem einen oder anderen gefallen - es hat sich ja eine ganze Zeit hingezogen. Verzeiht mir das Verbleiben in meiner Heimatstadt, ich kann eben nicht aus meiner Haut heraus. Und jemand wissen will, warum ausgerechnet der Dom stehengeblieben ist, findet man die Antwort genau hier.

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Kneifel war ein Sadist. Zweifellos. Man wartet darauf, dass es endlich losgeht und hängt erstmal noch eine ziemliche Zeit im Enemy System herum. Komm in die Gänge, Kerl, will man ihn anschreien, aber nein, es geht zu John Sanda auf die EX-8703 und man darf lesen, wie er bei einer Kameradin anbändelt. Der Haupt - Handlungsort, das Solsystem, spielt eine untergeordnete Rolle, die Katastrophe findet nur auf den letzten Seiten statt. Es würde mich mal interessieren, was ein Andreas Eschbach aus diesem Thema gemacht hätte. Mit nur wenigen Rahmenvorgaben als Exposé.

Der Roman als solcher war ...irgendwie seltsam. John Sandas Rumschäkereien dehnten die Handlung künstlich, obwohl der Band eigentlich total überfrachtet war. Zuviel Halut und zu spät (im Gesamtkontext des Zyklus) Halut. Ein richtig guter Großadministrator Hätte den Kontakt zu den Riesen vorher geregelt und die Zweitkonditionierten direkt entsprechend empfangen. Überhaupt: Der Titel des Romans ist aus meiner Sicht daneben. "Die Entscheidung" oder "Entscheidung im Solsystem" wäre aus meiner Sicht eher angebracht. Der Roman selber wäre vielleicht besser etwas für WiVo gewesen.
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AARN MUNRO
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Faktor10 hat geschrieben: 7. April 2021, 13:55 Wenn die Dolans in den Parabasen bleiben kann die Flotte suchen wie sie will.
Tun sie ja nicht. Mehrere hundert oder tausend Dolans standen über Baykalob (zusammen mit vielen hunderten von Konusraumern), da hätte man massiv angreifen können. dann: dreitausend Doilans greifen die Flotte an (Anfang der 90er Bände irgendwo ein Zitat, in der KMW) und Rhodan lässt nur abwehren, anstatt hier massiv anzugreifen und zu zerstören. Dann werden die terranischgen Kolonien laufend angegriffen (Bontainer); auch hier kann massiv eingegriffen werden, da nun der KFS vorhanden ist usw.Die strategische Lage wird einfach nicht genug durchdacht.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Richard »

AARN MUNRO hat geschrieben: 7. April 2021, 13:06 Aber na ja: Voltz wollte unbedingt die Menschheit aufsplittern und das SI schwächen.Ob die innerperryliche SF dadurch besser oder progressiver wurde, ist Ermessenssache.
Hast du irgendwo eine Quelle, dass WiVo das wollte bzw. hinter dieser Planung steckte? Klar, ich habe bereits öfters mal gehört, dass WiVo KHS unterstützte aber offizell war auch im M87 KHS der verantwortliche Expokrat, nicht WiVo.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Richard hat geschrieben: 8. April 2021, 02:34
AARN MUNRO hat geschrieben: 7. April 2021, 13:06 Aber na ja: Voltz wollte unbedingt die Menschheit aufsplittern und das SI schwächen.Ob die innerperryliche SF dadurch besser oder progressiver wurde, ist Ermessenssache.
Hast du irgendwo eine Quelle, dass WiVo das wollte bzw. hinter dieser Planung steckte? Klar, ich habe bereits öfters mal gehört, dass WiVo KHS unterstützte aber offizell war auch im M87 KHS der verantwortliche Expokrat, nicht WiVo.
Nein, keine offizielle Quelle, aber es zeichnete sich schon ab, denke ich, dass WiVo eine komplexere Situation bezüglich aller Terraner in der Galaxis schaffen wollte, während Scheer (reine Behauptung ohne Stützung durch Fakten jetzt) eher die Einheit propagiert hätte.Hinzu kommt, dass die erste Hälfte des 400er-Zyklus wirklich ohne roten Faden und wirr durcheinander war. Der Cappinfaden kristallisierte sich erst in den 430ern heraus.Übrigens hätte Rhodanb auch nach der Schwarmkrise sofort wieder Carsual und die ZGU einsacken können, wenn er gewollt hätte (und all die kleinen Sploitterbereiche mit nur wenigen Sonnensystemen). Normon war ja bereits assoziiert.das Triumvireat hatte ja während der Verdummung keine Machtmittel und Terra hatte jede menge Gripskopfnetze.Wurde aber auch nicht germacht.Weil Perry sich die Selbstbestimmung der terranischen Völker auf die terranische Fahne geschrieben hatte.Hätte man aber machen können, wäre aber wohl wahrscheinlich nicht im Sinne der Serienmacher geswesen.Da hat WiVo dann liebver das SI zerschlagen zum Vorteil der "größeren" SF.(Konzils/Aphilie/Bardioc/Therm/Panthaura/Laire-Großzyklus)
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von nanograinger »

AARN MUNRO hat geschrieben: 7. April 2021, 13:06 Allein die 90er-Bände waren völliger Unsinn. Man hätte die KMW/GMW/ materiebrücke systematisch mit der Flotte durchkämmen müssen und jeden Konusraumer und Dolan auschalten müssen.Dass in Band 398 noch so viele davon mit neuer Abwehrwaffe gegen den KFS herumfliegen, ist Unsinn.Rhodan handelt sowohl strategisch als auch taktisch völlig falsch hier.Nur mit Kommandoumternehmen allein (Neo-Bilatium) kann man keinen Krieg gewinnen.Das NB und die vier Bände damit brachte ohnhin kaum Erkenntnisgewinn. Dass die Pseudogurrads Gestaltwandler waren, wusste man schon vorher durch Danton.Rhodan hätte lieber die Flotte in den MW aufmarschieren lassen sollen und sofort damit beginnen, die Offensivkapazität des Feindes massiv zu reduzieren: überall hätten Plakate aushängen müssen: "jeder Dolan zählt!" :D
Das hast du schon mehrmals so ähnlich geschrieben, aber deshalb bleibt es trotzdem in vieler Hinsicht unrichtig.

Die Neo-Bilatium-Story hatte durchaus einen Erkenntnisgewinn, nur half der nicht weiter in der Bekämpfung der Uleb. Das ist aber nun mal so bei der Erforschung unbekannter Dinge, man weiß eben nicht, was unbekannte Dinge sind und tun sollen. Deshalb nennt man sie ja unbekannt (Uleb= Unbekannte Lebensform). Die Uleb waren übrigens so wenig Gestaltwandler wie das die Pedotransferer der Cappins waren ( die Pedotransferer sind Varianten der Fähigkeiten der IVs (natürliche Basis) und der Uleb (künstliche Basis) ).

Dein Vorschlag, die Dolans und Konussschiffe zu jagen, ist ja nett, aber letztlich wenig hilfreich, wenn sowohl Dolans als auch Uleb Rückzugsgebiete haben, die unangreifbar sind (Parabasen und Enemy-System). Es wäre für die Geschichte von Band 398 auch völlig egal, ob bspw. 1000 der 3000 Dolans in Band 387 vernichtet hätten. Selbst wenn alle 3000 vernichtet worden wäre, hätte das Null Einfluss auf Band 398. Dass damals (Band 387) verzichtet wurde, die KMW zu "durchkämmen", ging übrigens auf den Rat NATHANs zurück. Und der war sicher nicht verkehrt, angesichts der Tatsache, dass man über die Uleb und deren Konusraumschiffe sehr wenig wusste.
AARN MUNRO hat geschrieben: 7. April 2021, 13:06 Aber na ja: Voltz wollte unbedingt die Menschheit aufsplittern und das SI schwächen.Ob die innerperryliche SF dadurch besser oder progressiver wurde, ist Ermessenssache.
AARN MUNRO hat geschrieben: 8. April 2021, 08:21 Nein, keine offizielle Quelle, aber es zeichnete sich schon ab, denke ich, dass WiVo eine komplexere Situation bezüglich aller Terraner in der Galaxis schaffen wollte, während Scheer (reine Behauptung ohne Stützung durch Fakten jetzt) eher die Einheit propagiert hätte....
Auch das hast du schon mehrmals behauptet, aber wie du selbst sagst, ist das reines Wunschdenken deinerseits. Selbst wenn die Idee der Aufspaltung des SI von Voltz kam (was reine Spekulation ist und niemand mehr bestätigen kann) so hatte Scheer in der Zeit des M87- und Cappin-Zyklus ganz klar das Sagen.

Du wirst dich damit abfinden müssen, dass Scheer und niemand anders die Verantwortung für den Zerfall des SI hatte, genauso wie für den von dir ungeliebten Schluss des M87-Zyklus.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von thinman »

R.B. hat geschrieben: 7. April 2021, 16:26 Band 398 - Das Ende der Dolans - ist von Hans Kneifel

Ich habe irgendwie Probleme mit dem "Überleben" des Kölner Doms. Wenn die Laurins in Band 143 einen relativ erfolgreichen Atomkrieg gegen die Erde führen, in Kalkutta Millionen Menschen sterben und im Rurgebiet sieben Atombomben explodieren, dass die Schadensberichte aus Skandinavien eingehen, dann bezweifle ich, dass der Kölner Dom das so einfach wegsteckt. Gut, vielleicht war die Dombauhütte dann schon das 23. Jahrhundert durch mit der Behebung der Schäden vom frühen 22. Jahrhundert beschäftigt.
Es ist jedenfalls Zeit für einen guten Bock, ob nun vom Heiliegen Berg zwischen Würm- und Ammersee oder aus einem sonstigen klosterinspirierten, jetzt leider unterbeschäftigten Maisch- und Sudanstalt.
Prost!
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

thinman hat geschrieben: 8. April 2021, 15:56
R.B. hat geschrieben: 7. April 2021, 16:26 Band 398 - Das Ende der Dolans - ist von Hans Kneifel

Ich habe irgendwie Probleme mit dem "Überleben" des Kölner Doms.

Das Verhältnis des Kölners an sich zu seinem Dom ist absolut irrational. Deswegen steht der ja auch noch. Und alles andere eben nicht. Egal, welche Unholde noch kommen werden oder schon da waren.
:D

Dergleichen funktioniert natürlich auch mit anderen Städten:

Und: Geo Lichtblau sah von oben auf das nicht mehr vorhandene Edinburgh herab. Der Firth Of Fourth kochte, es sah nicht so aus, als gäbe es dort noch Leben. Doch grade, als Geo sich wieder abwenden wollte, erstarrte er: Inmitten der Zerstörung stand es als einziges Bauwerk der kompletten Umgebung noch. Stolz wie eine alte Trutzburg erhob sich Edinburgh Castle in den grauen, schmutzigen Himmel. Und Geo sah einen einzelnen Menschen, der ein Musikinstrument stimmte. Er hatte die nachfolgende Melodie noch nie gehört, wusste aber sofort, dass der Dudelsackspieler eine der ganz großen schottischen Hymnen spielte. Und er beobachtete fasziniert, wie die Menschen zu den Tönen von Scotland The Brave aus ihren Bunkern und unterirdischen Sicherheitsbauten kamen und sich wie durch Zauberhand getrieben in Richtung ihres ehrwürdigen Schlosses begaben.

Sie fassten sich an den Händen und umrahmten den Castle Rock. Dann spielte der einsame Dudelsackspieler, hoch über ihnen vor dem Hauptportal stehend, eine zweite Melodie. Dazu erklang eine volltönende, klare Stimme, die sang: "By yon bonnie banks and by yon bonnie braes" und die Menschen stimmten zur zweiten Zeile "Where the sun shines bright on Loch Lomond" mit ein und sie sangen dieses alte, traurige, aber auch stolze Lied von dem jungen Paar, das sich nie mehr in Freiheit wiedersehen kann.

Sie wussten: Edinburgh hat in seiner Geschichte schon viel überstanden. Ihre alte und einzigartige Stadt würde auch diese Katastrophe überleben und in hellem Glanz neu erstrahlen.

Und selbstverständlich hätte meine Lieblings - Whisky - Destille in Brora überlebt. Alle anderen leider nicht, so traurig das wäre.

Natürlich ist es in der geschilderten Geschichte völlig unwahrscheinlich, dass ausgerechnet der Kölner Dom heil bleibt. Aber für mich als Kölner bleibt er stehen. Egal was passiert. Schließlich hat er im 2. Weltkrieg fünf Volltreffer erhalten, blieb aber standhaft und ist seitdem sowieso unkaputtbar. Und zudem: Jede mögliche Teilchenverteilung, so behaupten theoretische Physiker, existiert irgendwo. So unwahrscheinlich sie auch sei. Und bei mir betrifft das nun mal den Dom.

In Edinburgh überlebt das Castle, in London der Elizabeth Tower mit Big Ben und in Paris Sacre Coeur. In New York würde das oben Geschriebene wunderbar mit der Freiheitsstatue und dem (natürlich galaxisweit bekannten) Lied New York, New York funktionieren. Es wird in jeder Stadt, in jedem Ort so sein. Mit dem Bauwerk oder dem Symbol, dass den Menschen dort wichtig ist.

Und wisst ihr was? Heute Abend sehe ich zum ersten Mal nach einer gefühlten Ewigkeit einen der Jungs aus meiner Skatrunde wieder. Der Kerl ist in der Seniorenpflege tätig und hat seine zweite Impfung längst hinter sich. Ich werde ihm davon berichten, dass unser Dom die Katastrophe des 25. Jahrhunderts überstanden hat. Er wird das für absolut selbstverständlich halten. Wir werden unsere Zapfanlage anschmeißen und ein frisch gezapftes Kölsch auf unseren Dom trinken. Vielleicht auch zwei. Oder drei. Mal sehen.

Bleibt gesund!
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