Klassiker - Die Altmutanten (PR 570 - 599)

Unvergessene Abenteuer, legendäre Zyklen - nachgelesen und neu diskutiert.
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Heiko Langhans
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Der kurze Zyklus um „Die Altmutanten“ (PR 570-599) stand von Anfang an unter ungünstigen Sternen.

Zum einen war er aus der Not geboren: Nach der Übernahme des Moewig-Verlages in den Bauer-Konzern wurde die Redaktion übersensibel für negative Resonanz. Angeblich ging es einigen Lesern beim Schwarm-Zyklus nicht schnell genug. Dieser wurde so weit verkürzt, dass K.H. Scheers geplanter Abschluss, die Sieben Mächtigen als die eigentlichen Lenker des Schwarms zu etablieren, erst sieben Jahre später in ganz anderer Form von William Voltz wieder aufgegriffen wurde. Die Cynos löschten die Schwarmgötzen aus (!) und übernahmen wieder die Kontrolle; eine Rebellenfraktion wurde durch ein Cappin-Korps („Spät kommt Ihr, doch Ihr kommt!“) unter Ovarons Leitung wieder auf Spur gebracht.

Zweitens sollten die gut drei Jahre zuvor in der Second-Genesis-Krise (PR 408) entsorgten Mutanten wieder in die Handlung eingeführt werden. Um diesen in sich recht überschaubaren Handlungsstrang zu würzen, sollte – drittens – einem angeblich ebenfalls geäußerten Leserwunsch folgend die Innenpolitik des Solaren Imperiums eine Rolle spielen: Der ewige Großadministrator sollte sich zur Wahl stellen – nachvollziehbar in den politisierten frühen 1970ern. Und hier hakte es: Damit Perry Rhodans moralische Integrität unangefochten blieb, der Wahlkampf aber irgendwie spannend gemacht werden sollte, musste der Gegenkandidat ein Schurke sein. Mit Raummarschall Bount Terhera betrat ein Drecksack von Rang die Bühne, der allerdings fast sofort zur Selbstparodie geriet. An dieser Figur hat sich dann auch hauptsächlich der Unmut der Leserschaft entzündet.
Hinzu kamen zwei neue Fremdvölker: Die Asporcos geraten durch die Altmutanten in eine planetare Katastrophe, welche die terranischen Hilfskräfte fast überfordert, und die Paramags knüpfen einmal mehr eine Verbindung zur Vergangenheit des Solsystems. Beide Völker traten erst viele hundert Hefte später wieder in Erscheinung.

Die Autoren des Zyklus waren Ernst Vlcek (6 Romane), Kurt Mahr (3), Hans Kneifel (4), Clark Darlton (4), H.G. Francis (4), (William Voltz (5) und H.G. Ewers (4).

Der Altmutanten-Zyklus (dessen Bezeichnung schon vorab bekanntgegeben worden war und damit eigentlich das „Rätsel“ über die geheimnisvolle Macht, welche die Asporcos schindet, frühzeitig verdarb) gehört bis heute zu den unbeliebtesten der Serie. Er ist ein frühes Beispiel für eine im Grunde spannende Ausgangssituation, deren Folgehandlung an der unzulänglichen Ausarbeitung des Antagonisten scheitert. Hinzu kam, dass die wiedergewonnenen Zyklusnamensgeber später kaum wieder eingesetzt wurden, was William Voltz letztlich dazu bewog, sie in PR 968 endgültig, wie er meinte :unschuldig:, aus der Handlung zu entfernen.

Allerdings sind die einzelnen Romane des Zyklus m.E. bei weitem nicht so schlecht wie sein Gesamtruf. In den nächsten dreißig Wochen werden wir feststellen, welche Meriten und Makel ihnen zugeschrieben werden können.

Im Anschluss werden wie gehabt jene Taschenbücher vorgestellt, die zwischen den Handlungsjahren 3444 und 3456 spielen, auch wenn sie zur Handlung des Zyklus keinen direkten Bezug aufweisen.

Wenn es recht ist, geht es kommenden Freitag los.

Wir lesen uns. B-)
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Richard
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Hm - ein Faktum ist es eigentlich noch wert extra erwähnt zu werden: es ist der erste Zyklus bei dem KHS keinen einzigen Band beisteuert - Heiko hat das zwar indirekt gemacht indem er die beteiligten Autoren samt Heftanzahl nannte aber ich denke, dass diese Tatsache an sich schon wert ist sie explizit anzusprechen.

Re: Klassiker - Die Altmutanten (PR 570 - 599)

Beitragvon Yman » 13. Februar 2018, 11:17

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Yman
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KHS schrieb 51 Romane bis 500, später von 1074 bis 1544 noch mal 25 Romane.

Ich finde es erstaunlich, dass er für die PR-Serie keinen einzigen Doppelband und auch keinen Planetenroman geschrieben hat, nur Einzelheftromane. Nachgelassen, Romane zu schreiben hat KHS schon lange vor dem Altmutantenzyklus. Zwischen PR 350 und PR 400 hat KHS nur noch einen Roman geschrieben, PR 367. Sein Beitrag als Autor zum M 87 Zyklus ist bereits sehr überschaubar, danach kamen nur noch die runden Nummern 400, 450, 500, die er sich nicht hat nehmen lassen, und eine lange Pause, bis er mit PR 1074 wieder einstieg.

Heiko Langhans hat geschrieben:Allerdings sind die einzelnen Romane des Zyklus m.E. bei weitem nicht so schlecht wie sein Gesamtruf. In den nächsten dreißig Wochen werden wir feststellen, welche Meriten und Makel ihnen zugeschrieben werden können.


Vielen Dank, Heiko, für das Erstellen des Themas! Ich hoffe, die Mühe lohnt sich. Mir gefällt der Zyklus sehr gut, nicht nur die Romane, die ich gelesen habe.
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Lieber Heiko woher hast du diese Infos?
Spoiler:
Sieben Mächtigen als die eigentlichen Lenker des Schwarms zu etablieren,
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Ich werde mal mitlesen und ab und zu dazu schreiben.
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Schön, dass du hier Nägel mit Köpfen machst, Heiko.
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Faktor10 hat geschrieben:Lieber Heiko woher hast du diese Infos?
Spoiler:
Sieben Mächtigen als die eigentlichen Lenker des Schwarms zu etablieren,

Das frage ich mich auch. Es ist zwar durchaus plausibel, dass die Mächtigen schon vorgedacht waren, denn die Frage nach den Auftraggebern des Schwarms stellt sich ja sofort, nachdem seine eigentliche Mission bekannt wird. Aber dass die Mächtigen eine wesentliche Rolle in einem erweiterten Schwarm-Zyklus gespielt hätten, halte ich für wenig wahrscheinlich.

Aber vielleicht meinst du ja mit "Etablieren" einfach ein "Erwähnen", so wie im "Kosmischen Schachspiel" die Kosmokraten "etabliert" wurden?

Ist denn überhaupt klar, ob die ursprüngliche Konzeption des Schwarm-Zyklus überhaupt noch alleinig von Scheer stammte? Er hatte ja doch stark mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, wenn ich die entsprechenden Teile (bspw Teil 20 und 21) der William-Voltz-Biographie lese, und bekanntlich mussten Kneifel und Voltz am Anfang des Schwarm-Zyklus als Expose-Schreiber einspringen.

Aber vielleicht sollte man diese Diskussion im Thread zum Schwarm-Zyklus führen, hier geht es ja um die "Altmutanten".
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Heiko Langhans
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Statt "etablieren" hätte ich "einführen" schreiben sollen.

Der Einführungstext ist aus der Erinnerung verfasst worden, d.h. ich weiß zwar noch, dass ich die Info über die Sieben Mächtigen vor nicht allzu langer Zeit - wieder - gelesen habe, aber ich weiß nicht mehr wo. Sobald ich die Zuordnung rekonstruiert habe, gebe ich Bescheid. Aus der Luft gegriffen ist die Information jedenfalls nicht.

Und 30 bis 35 Wochen für die Aufdeckung der Sieben Mächtigen als "letzte" Schicht des Schwarmgeheimnisses kommen mir nicht zu knapp vor. In ähnlicher Frist sind seinerzeit auch die MdI abgehakt worden.
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dandelion
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Heiko Langhans hat geschrieben:
Wenn es recht ist, geht es kommenden Freitag los.



Freue mich, daß es weitergeht.

Interessant, daß der Startband nicht von einem der bewährten Autoren verfasst wurde, sondern von Ernst Vlcek, der damals ja noch nicht sehr lange im Rhodan-Team war.
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nanograinger
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Heiko Langhans hat geschrieben:Statt "etablieren" hätte ich "einführen" schreiben sollen.

Der Einführungstext ist aus der Erinnerung verfasst worden, d.h. ich weiß zwar noch, dass ich die Info über die Sieben Mächtigen vor nicht allzu langer Zeit - wieder - gelesen habe, aber ich weiß nicht mehr wo. Sobald ich die Zuordnung rekonstruiert habe, gebe ich Bescheid. Aus der Luft gegriffen ist die Information jedenfalls nicht.

Und 30 bis 35 Wochen für die Aufdeckung der Sieben Mächtigen als "letzte" Schicht des Schwarmgeheimnisses kommen mir nicht zu knapp vor. In ähnlicher Frist sind seinerzeit auch die MdI abgehakt worden.

Die sieben (verbleibenden) MdI wurden in der Tat innerhalb ca. 35 Romanen eingeführt und fein säuberlich der Reihe nach niedergemacht. Falls Scheer in der Tat etwas Ähnliches für die Sieben Mächtigen (in seiner Variante) angedacht hatte, dann ist es meiner Meinung nach gut so, dass wir statt dessen den Altmutanten-Zyklus bekommen haben.
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dandelion
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Heiko Langhans hat geschrieben:
Der Altmutanten-Zyklus (dessen Bezeichnung schon vorab bekanntgegeben worden war und damit eigentlich das „Rätsel“ über die geheimnisvolle Macht, welche die Asporcos schindet, frühzeitig verdarb)


Ganz so klar war die Rätsellösung anfangs vielleicht doch nicht. In der Ankündigung wurde der neue Zyklus schlicht "Mutantenzyklus" genannt. Welche Mutanten gemeint waren, ließ sich daraus wohl nicht ablesen.

Re: Klassiker - Die Altmutanten (PR 570 - 599)

Beitragvon Nisel » 17. Februar 2018, 13:50

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Nisel
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Oh je, da scheint der Zeitdieb wieder zugeschlagen zu haben und Heiko kommt nicht dazu... *seufz*


Auf die Diskussionen zu dem Mini-Zyklus freu ich mich doch besonders.... :unschuldig:
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Heiko Langhans
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Wenn es doch nur der Zeitdieb wäre ... :rolleyes:

Am 4. August 1972 erschien der 570. Roman der PERRY RHODAN-Serie:

Ernst Vlcek: Die Stimmen der Qual

Bild

Handlung
Anfang Februar 3444: Etwa acht Monate sind seit der Entlassung der Erde aus dem Schwarm vergangen; die Verdummungsstrahlung existiert nicht mehr. Wenn auch das Leben sich zu normalisieren beginnt, die Auswirkungen der Verdummung sind an den Menschen nicht spurlos vorübergegangen; sie sind sehr labil und beeinflussbar. Es herrscht eine innenpolitische Krise im Solaren Imperium, und für den August 3444 sind Neuwahlen zum Amt des Großadministrators angesetzt. Gegenkandidaten gegen Perry Rhodan gibt es mehrere, drei jedoch haben eine größere Anhängerschaft hinter sich gebracht: Bount Terhera, Merytot Bowarote und Munisho Aerce. Insbesondere Terhera, Marschall und Oberkommandierender der 43. Strategischen Innensektorflotte wirft Rhodan Unfähigkeit und zögerliches Handeln zum Nachteil der Menschheit während der Schwarmkrise vor. Der Großadministrator scheint angesichts der von allen Seiten gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu resignieren und sich nur sehr zögerlich zu wehren.

Vier Jahre zuvor war die EX-887-VRT, ein Robotexplorer mit nur 15 Mann Besatzung, zu einem Erkundungsflug aufgebrochen, um im Zentrum Übernord, Alpha I-III, Sonnen und Sonnensysteme zu katalogisieren. Sie landete auf dem bis dahin unbekannten Planeten Asporc. Aufgrund nicht näher geklärter Umstände brachte sich die 15-köpfige Besatzung während der Verdummungsphase gegenseitig um. Der Planet Asporc ist von den Asporcos, einer humanoiden Rasse, bewohnt. Die Asporcos werden von einer unbekannten, Stimmen der Qual genannten, geistigen Macht beherrscht. 400 ihrer Wissenschaftler sind an Bord der EX-887-VRT gegangen, um die ihnen unbekannte Technik zu studieren; die Asporcos beherrschen zwar die Kernkraft, nicht aber die überlichtschnelle Raumfahrt, und die Technologie des Schiffes ist ihnen weitestgehend unbekannt. Sie nehmen keine Schaltungen vor und beschränken sich auf das Erkunden, bis das Schiff plötzlich Hyperimpulse unbekannter Herkunft empfängt und den Rückweg zur Erde antritt. Als dann die erste Linearetappe erfolgt, geraten einige Asporcos in Panik und nehmen verschiedene Schaltungen vor. Dabei werden auch die an Bord befindlichen Kampfroboter aktiviert und alle Asporcos bis auf Heydrac Koat getötet.

Am 12. Februar 3444 um 18:23 Uhr Standard-Zeit tritt die EX-887-VRT im Solsystem aus dem Linearraum aus und nimmt Kurs auf Terra, nördliches Sibirien. Dort setzt das Schiff hart auf. Auf Funkzeichen erfolgt keine Reaktion. Reginald Bull, Galbraith Deighton und sieben Wissenschaftler dringen in das Schiff ein. Dort entdecken sie Spuren des Kampfes der Kampfroboter gegen die Asporcos. Deighton als Gefühlsmechaniker spürt die Anwesenheit von etwas völlig Fremdartigem, kann aber keinen Kontakt herstellen. Also fordert er alle verfügbaren Mutanten an. Gucky, Irmina Kotschistowa, Fellmer Lloyd, Merkosh, Ras Tschubai, Balton Wyt und Dalaimoc Rorvic entdecken den Überlebenden Heydrac Koat in der Zentrale. Während des Versuchs einer Kontaktaufnahme wird Heydrac Koat von den »Stimmen der Qual« beherrscht und entfesselt einen parapsychischen Sturm, dem die Mutanten nichts entgegenzusetzen haben. Plötzlich ist der Angriff vorbei, und man findet Heydrac Koat in einer totenähnlichen Starre vor. Nach einiger Zeit erwacht er für einen kurzen Moment und sagt: »Helft meinem Volk, oder ihr werdet untergehen!«

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Faktor10
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Die Stimmen der Qual
Ich war so 15 Jahre alt als ich diesen Band gelesen hatte.
Zu dem Zeitpunkt war ich noch ein Neueinsteiger und kannte viele der alten Romane noch nicht. Deshalb kam ich nicht auf den Gedanken das bei diesem Komplex die alten Mutanten im Spiel waren. Das Tibi hatte mir gut gefallen. Enttäuscht war ich das der S. Zyklus so schnell zu ende ging. Dass mein „ Held“ Perry so in die politische Enge getrieben wurde gefiel mir nicht. Auch das er nicht wieder sofort kandidieren wollte. Ich fand ihn damals als Weichei. Mir passte schon damals die ganze Richtung nicht, war halt nur ein Gefühl was sich mir damals beim lesen einstellte. Die einzige Passage dir mir gefiel war als Explorer EX-887 –VRT mit Heydrac Koat in den Überlichtflug ging und dies H.Koat sagte….sinngemäß-es geht also doch.
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dandelion
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Ich habe damals kaum zu den Lesern gehört, die mehr über die innenpolitischen Verhältnisse des SI erfahren wollten und auch heute empfinde ich die betreffenden Passagen langwierig und wenig interessant. Ich wollte (wahrscheinlich mehr noch als heute) Spannung, Abenteuer und rätselhafte Geschehnisse. Davon ist auch einiges geboten.

Als in der Mitte des Romans die Handlung auf das Explorerschiff umblendet, erhöht sich die Spannung schlagartig und hält bis zum Schluß an. Insofern ein gelungener Startband. Auch der Romanbeginn ist gut und stimmungsvoll, die Wahlquerelen dagegen haben mich eher gelangweilt.

Freue mich auf das nächste Heft, vielleicht konnte Ernst Vlcek die gute Qualität halten. Jetzt geht es aber erst mal auf die Loipe bei Sonnenschein und guten Schneeverhältnissen. :)
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Günther Drach
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Ich hatte knapp ein Jahr zuvor mit dem Rhodan-Lesen angefangen. Horror und Splatter waren (und sind) eigentlich nicht mein Ding. Und deshalb mochte ich, zartbesaiteter 11/12jähriger, zu jenem Zeitpunkt die Vlcek-Romane nicht, da dieser immer wieder Schockeffekte einstreute. (*)
Wohl darum erinnere ich mich bei den "Stimmen der Qual" hauptsächlich an die Szene, in der die manipulierte Irminia über die von ihr verstümmelten und getöteten Soldaten stakst. (Vom folgenden "Raumschiff der Besessenen" hat mich die Schlußszene lange verfolgt.)

(*) Einige Jahre später avancierte Vlcek zu meinen Lieblingsautoren (seine Romane um Boyt Margor und Nikki St.Pidgin, die Loower-Sachen mit Baya Gheröl -- einfach fantastisch)) und ich fand schließlich auch an seinen Frühwerken mehr Gefallen.
Der vollständige Fanroman des NGF (2004 - 2008) -- tut euch was Gutes, lest ihn!

"The Universe is made of stories, not of atoms."
*
"What would happen if one woman told the truth about her life?
The world would split open."

-- Muriel Rukeyser
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Richard
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Nunja, EV war ja auch durchaus auch im Horrorgenre als Autor aktiv .....
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dandelion
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Noch ein (spätes) Lob an Johnny Bruck für die Darstellung von Heydrac Koat auf dem Titetlbild. Die Beschreibung im Roman wurde sehr schön umgesetzt, wenn auch mit einer kleinen Abweichung. Die Atemöffnungen des Asporcos werden im Text als zwei vertikal angeordnete Schlitze beschrieben, Bruck hat sie dagegen eher horizontal gezeichnet. Sonst ist die Darstellung überzeugend und auch gut geeignet, dem Leser Spekulationen über das Aussehen dieses Wesens zu ersparen.
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Heiko Langhans
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Am 11. August 1972 erschien der 571. Roman der PERRY RHODAN-Serie:

Ernst Vlcek: Raumschiff der Besessenen

Bild

Handlung
Nach wie vor herrscht Wahlkampf auf Terra. Helion Jorgan, ein unaufrichtiger und nur auf seinen Vorteil bedachter Journalist, wird zu Perry Rhodan zitiert. Rhodan wirft ihm vor, seinem Kontrahenten Marschall Bount Terhera bewusst falsche Informationen über Merytot Bowarote und Munisho Aerce, die sich ebenfalls um das Amt des Großadministrators bewerben, zugespielt zu haben. Kurz vor dem Gespräch konnte sich Jorgan in ein Studio schleichen und dort auf einem Monitor mit ansehen, wie Rhodan die »Mutanten des Neuen Mutantenkorps« vereidigt.

Anschließend versucht Jorgan, Oberst Carlyon, den Propagandachef Terheras, zu erpressen. Kurz darauf wird er von zwei angeblichen USO-Spezialisten gedrängt, in einen Schweber zu steigen. Nach etwa einer Stunde Flugzeit wird er in großer Höhe aus der Luke geworfen. Da Rhodan ihn beschatten lässt, kann er jedoch von Ras Tschubai gerettet werden.

Rhodan selbst begibt sich, allerdings verkleidet, zu Terhera und seinem Propagandachef Carlyon, um beide mit den Vorwürfen zu konfrontieren. Terhera ist entsetzt, dass Carlyon falsches Belastungsmaterial gegen seine Kontrahenten verbreiten ließ, und trennt sich von ihm. Kurz darauf begeht Carlyon Selbstmord.

Am 8. März 3444 findet eine Sitzung des Parlaments in der Solar Hall statt, die auch in der Öffentlichkeit großes Interesse findet. Es wird allgemein erwartet, dass der Großadministrator zu den Vorwürfen Stellung nimmt, die gegen ihn erhoben werden. Aber stattdessen geht er auf die Ereignisse bei und nach der Landung der EX-887-VRT ein. Zugleich kündigt er an, dass er persönlich eine Expedition nach Asporc im Rattley-System leiten wird.

Am 10. März 3444 startet der Schwere Kreuzer TIMOR. Mit an Bord ist auch der Asporco Heydrac Koat, der in einem besonders hergerichteten Raum der Ezialistischen Abteilung unter Beobachtung steht. Als er nach dem Start aus der totenähnlichen Starre erwacht, kann er befragt werden. Er gibt an, dass sein gesamtes, aus mehreren Milliarden Individuen bestehendes Volk seit etwa acht Jahren von den »Stimmen der Qual« beherrscht werde. Während der Phase der Verdummung, ausgelöst vom Schwarm durch die Manipulation der fünfdimensionalen Gravitationskonstanten, sei es bei den Asporcos, anders als bei fast allen anderen Völkern der Milchstraße, zu einem »Erwachen des Geistes« mit einer plötzlichen Steigerung der Intelligenz gekommen. Tatcher a Hainu entwickelt die Theorie, dass dies mit der Spange zusammenhänge, die aus einem sechsdimensional strahlenden Material besteht und alle Asporcos auf dem Kopf tragen. Jedenfalls verleiht sie ihnen die »Fähigkeit des dunklen Sehens und des besonderen Hörens«, also einer Erweiterung des Gesichts- und des Hörsinnes.

Die Stimmung an Bord wird zunehmend gespannter. Alaska Saedelaere stellt fest, dass die TIMOR vom Kurs abgekommen ist. Verantwortlich dafür ist der Emotionaut Mentro Kosum, der sich jedoch keiner Schuld bewusst ist. Alaska lähmt ihn daraufhin völlig unnötig mit dem Paralysator und wird dafür von Rhodan unter Arrest gestellt. Während der weiteren Befragung Heydrac Koats materialisiert plötzlich Gucky und paralysiert Takvorian, der alle bei der Befragung Anwesenden in ein Zeithemmfeld eingeschlossen hatte. Tatcher a Hainu verhindert, dass Heydrac Koat durch Einleiten von Methan in seine Kabine getötet wird. Es wird nicht ermittelt, wer dafür verantwortlich ist. Da die »Stimmen der Qual« seit dem Start der TIMOR offenbar keinen Versuch mehr unternommen haben, sich Heydrac Koats zu bedienen, besteht die Vermutung, dass nun ein anderes Besatzungsmitglied diese Funktion übernimmt. Lord Zwiebus ist dieser Katalysator, und weitere Zwischenfälle ereignen sich an Bord: Perry Rhodans Symbiont Whisper versucht, Rhodan zu erwürgen, die Metabio-Gruppiererin Irmina Kotschistowa zeigt plötzlich Symptome der tödlichen Lashat-Pocken, und Icho Tolot läuft Amok.

Roi Danton erkennt, dass Lord Zwiebus der Katalysator ist, und stellt ihm eine Falle. Doch das bewirkt lediglich, dass die »Stimmen der Qual« sich wieder des Asporcos bedienen. Der nächste Angriff sorgt für chaotische Zustände an Bord; ein Geistesblock der Mutanten hält nicht lange. Atlan stellt fest, dass der Para-Angriff diesmal deutlich unkoordinierter abläuft als der Angriff auf der EX-887-VRT. Lord Zwiebus kämpft sich bis zur Quarantänekabine Heydrac Koats durch und will ihn mit dem Vibratormesser töten; er will gerade zustoßen, als er die Stimme Perry Rhodans hinter sich hört. Er senkt die Waffe, und der parapsychische Angriff wird eingestellt.

Rhodan und Atlan sinnieren, was wohl passiert wäre, wenn alle 400 Asporcos an Bord der EX-887-VRT die Erde lebend erreicht hätten. Die Mutanten melden, dass sie nur sehr verwirrte Gedankenimpulse der Asporcos empfangen. Dann trifft ein Funkspruch der OSSATA ein; der letzte Überlebende behauptet, bevor er selbst ein Opfer unbekannter Mächte wird, dass der Rest der Besatzung wahnsinnig geworden und von Ungeheuern gefressen worden wäre.

Da alle an Bord, mit Ausnahme der Mutanten, das Verlangen verspüren, schnellstens auf Asporc zu landen, lässt Mentro Kosum die TIMOR in einer unbewohnten Gegend niedergehen.

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dandelion
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Wach auf, Gucky will lieber Steak statt Mohrrüben. Da läuft doch etwas ganz gewaltig schief.
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Haywood Floyd
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Najlaaa.... Vlcek.... :muede: :muede:

War für mich damals immer eine Fehlbesetzung unter den Autoren.
Do not go gentle into that good night,
Old age should burn and rave at close of day;
Rage, rage against the dying of the light.

Dylan Thomas

Die Nachricht von meinem Tod ist stark übertrieben.
Samuel Langhorne Clemens AKA Mark Twain

Windeln und Politiker sollten regelmäßig ausgetauscht werden - aus dem selben Grund!
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dandelion hat geschrieben:Wach auf, Gucky will lieber Steak statt Mohrrüben. Da läuft doch etwas ganz gewaltig schief.

Das kommt halt raus, wenn man als Expokrat oder Autor die Cena Cypriani liest. Logisch aber wieso.. B-)
thinman

Re: Klassiker - Die Altmutanten (PR 570 - 599)

Beitragvon M13 » 26. Februar 2018, 20:29

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Man könnte meine Stimme dazuzählen zu den "Stimmen der Qual".
Insoferen von mir ein eindeutiges "Ja" zur Fehlbesetzung von Vlcek…
Ich hatte den Band unlängst wieder mal vorgekramt und gelesen.

Gruß,
Uwe

Re: Klassiker - Die Altmutanten (PR 570 - 599)

Beitragvon Yman » 26. Februar 2018, 21:16

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Yman
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Faktor10 hat geschrieben:Gähn. :help:

dandelion hat geschrieben:Wach auf, Gucky will lieber Steak statt Mohrrüben. Da läuft doch etwas ganz gewaltig schief.

Haywood Floyd hat geschrieben:Najlaaa.... Vlcek.... :muede: :muede:

War für mich damals immer eine Fehlbesetzung unter den Autoren.

thinman hat geschrieben:
dandelion hat geschrieben:Wach auf, Gucky will lieber Steak statt Mohrrüben. Da läuft doch etwas ganz gewaltig schief.

Das kommt halt raus, wenn man als Expokrat oder Autor die Cena Cypriani liest. Logisch aber wieso.. B-)
thinman

M13 hat geschrieben:Man könnte meine Stimme dazuzählen zu den "Stimmen der Qual".
Insoferen von mir ein eindeutiges "Ja" zur Fehlbesetzung von Vlcek…
Ich hatte den Band unlängst wieder mal vorgekramt und gelesen.

Gruß,
Uwe


Auf diesem Niveau erübrigt sich jede weitere Diskussion. Macht dann mal ohne mich weiter. Ich stelle dann vorerst nur noch, wenn es in einigen Wochen so weit ist, meine Beiträge, die ich im anderen Thema bereits geschrieben habe, hier ein.
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