Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Unvergessene Abenteuer, legendäre Zyklen - nachgelesen und neu diskutiert.
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Heiko Langhans
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Heiko Langhans »

Da weiß Manfred Rückert (MHR) genauer Bescheid. Aber einiges lässt sich schon vermuten.

Brand war einerseits ein Querkopf mit einer eigenen Auffassung darüber, was einen gutgeschriebenen Roman ausmachte, was ihn immer wieder mit G.M. Schelwokat in Konflikt brachte. Andererseits hing er sehr an den von ihm geschriebenen Figuren, die er als "seine" Erfindungen ansah. Bspw. schrieb er die ersten (insgesamt wohl auch meisten?) Romane um Thomas Cardif, der ihm dann "versaut" worden war, als er sich nach einem Urlaub wieder an die Schreibmaschine setzte und die zwischenzeitlichen Veränderungen erfuhr (siehe Werkstattband).

Ich sehe meinerseits die Ablehnung von Brands zweitem Planetenroman durch Schelwokat und wohl auch durch Scheer und die entsprechend eingeschnappte Reaktion als weitere Ausstiegsursache. Der Roman ist nur in verfremdeter Form erhalten geblieben, nämlich als Sternen-Saga (Ren Dhark Taschenbuch Nr. 1/Kelter-Abenteuer 3; später in einem HJB-Sammelband nachgedruckt). Aus dem auf RD-Parameter umgearbeiteten Inhalt lässt sich schlussfolgern, dass Brand eine Enthüllung über das Stammvolk der Akonen und Arkoniden geschrieben hatte, ohne zu wissen, dass KHS Ähnliches für die Hauptserie geplant hatte. Fehlkommunikation, Temperament, Ablehnung durch den Lektor - es war wohl eine Mischung aus allem.
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Haywood Floyd
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Haywood Floyd »

Nach allem, was man so über diesen G.M. Schelwokat so liest, muss das ja ein mächtiger, eitler, rechthaberischer und alles in allem sehr unangenehmer Mensch gewesen sein, der sich gerne in den Vordergrund spielte und Wert darauf legte, dass man sich seinem Diktum unterwarf. :( War das tatsächlich so? Kann man irgendwo mehr über ihn und seinen Charakter nachlesen?
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Heiko Langhans
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Heiko Langhans »

Das ist so sicher nicht ganz richtig. Über GMS wettern viele, weil er ein bisschen die Funktion eines Oberlehrers hatte, der die wöchentlich eingereichten Klassenarbeiten bewerten und korrigieren musste.

Schelwokat (1929-1992) stammte aus Ostpreußen und hatte strenge Ansichten über Zuverlässigkeit und Präzision. Einige kamen damit klar, andere nicht. Man muss ihm auch zugute halten, dass er auf ein gewisses sprachliches Niveau in einem Umfeld bedacht war, das so etwas wie Stil eher als schmückendes Beiwerk ansah, aber kaum als Notwendigkeit für den Umsatz.
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a3kHH
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von a3kHH »

Ich habe hier ein bißchen über ihn geschrieben : http://a3khh.blogspot.de/2014/09/terra- ... wokat.html
Und hier kommt ein bißchen über den Betrieb damals rüber : http://a3khh.blogspot.de/2014/01/terra- ... e-der.html

Schelwokat dürfte auch deshalb ein "unangenehmer Mensch" gewesen sein, weil er über den Tellerrand hinausguckte. Er hatte zeitweise nicht nur die Redaktion der TERRA- und PERRY RHODAN-Serien inne, sondern war auch für die HEYNE-Taschenbuchausgaben verantwortlich. Die Leserkontaktseiten, ursprünglich von Walter Ernsting geschaffen und dann zwischenzeitlich eingestellt, hat Schelwokat zu einem Diskussions- und Informations-Forum des Fandoms ausgebaut. Diesen Spagat zwischen dem kreativen Bereich und dem Controlling hat er Jahrzehnte ausgehalten und für die Veröffentlichung vieler deutscher und angloamerikanischer Autoren gesorgt.
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dandelion
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von dandelion »

In der PR-Chronik 1 ist natürlich auch Material über G.M. Schelwokat zu finden. In einem Interview, das ursprünglich im PR-Magazin 2 abgedruckt war, vergleicht er seine Aufgabe als Lektor mit der Rolle eines Fussballtrainers, der den Gesamterfolg im Auge haben muss und nicht nur auf seine Stars achten kann.

Interessant sind in dem Artikel auch die Informationen über den Werdegang von Schelwokat vor seiner PR-Zeit.
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Haywood Floyd
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Haywood Floyd »

dandelion hat geschrieben:In der PR-Chronik 1 ist natürlich auch Material über G.M. Schelwokat zu finden. In einem Interview, das ursprünglich im PR-Magazin 2 abgedruckt war, vergleicht er seine Aufgabe als Lektor mit der Rolle eines Fussballtrainers, der den Gesamterfolg im Auge haben muss und nicht nur auf seine Stars achten kann.

Interessant sind in dem Artikel auch die Informationen über den Werdegang von Schelwokat vor seiner PR-Zeit.
Gibt es das irgendwo online und hast Du ggf. einen Link dazu...??? :D
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dandelion
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von dandelion »

Haywood Floyd hat geschrieben:
Gibt es das irgendwo online und hast Du ggf. einen Link dazu...??? :D
Mir ist leider nichts bekannt, aber vielleicht weiß Heiko Langhans mehr. Zum Zitieren ist der Artikel zu lang.

Die PR-Chronik ist im übrigen schon empfehlenswert. Viele Informationen sind zwar für mich nicht neu, aber in dieser komprimierten Form ist das Werk trotz mancher Wiederholungen gut zur schnellen Suche geeignet. Es sind auch eine Menge Abbildungen enthalten, die verschüttete Erinnerungen wecken, aber das dürfte ja bekannt sein.
Quinto
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Quinto »

Zu Nummer 164: In der PR-Serie gibt es bis heute eine wenig erfreuliche Konstante, nämlich die ewige Wiederkehr genialer Eierköpfe, meist eine Mischung zwischen Wolfgang Pauli und Daniel Düsentrieb. Blieben sie länger in der Serie, dann wurden sie unweigerlich zum "Chefphysiker" oder "Chefwissenschaftler", eine so richtig absurde Einrichtung. Die Brand-Figuren van Moders und Tyll Leyden mit ihrer genial-intuitiven Arbeitsweise gehörten für mich zu den unerfreulichsten Erscheinungen in dieser Reihe.

Zum Thema Schelwokat eine kurze Ergänzung. Auf Zauberspiegel-Online gibt es eine Reihe historischer Anmerkungen zum Thema SF in Deutschland, zu Schelwokats Rolle dabei und seinen eher rustikalen Umgangsformen. Hier zwei Kostproben:
http://www.zauberspiegel-online.de/inde ... -der-brand
http://www.zauberspiegel-online.de/inde ... aren-jahre
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Haywood Floyd
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Haywood Floyd »

Nun, da kommt der Herr Schelwokat in beiden Berichten aber recht unsympathisch rüber... :o
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DelorianRhodan
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von DelorianRhodan »

Marianne Sydow mochte ihn wohl auch nicht
Quinto
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Quinto »

Haywood Floyd hat geschrieben:Nun, da kommt der Herr Schelwokat in beiden Berichten aber recht unsympathisch rüber...
Er hatte wohl nicht gerade ein sonniges Wesen, scheinbar aber eine außerordentliche Kompetenz in seinem Job.
Waringer
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Waringer »

Heiko Langhans hat geschrieben: Brand war einerseits ein Querkopf mit einer eigenen Auffassung darüber, was einen gutgeschriebenen Roman ausmachte, was ihn immer wieder mit G.M. Schelwokat in Konflikt brachte. Andererseits hing er sehr an den von ihm geschriebenen Figuren, die er als "seine" Erfindungen ansah. Bspw. schrieb er die ersten (insgesamt wohl auch meisten?) Romane um Thomas Cardif, der ihm dann "versaut" worden war, als er sich nach einem Urlaub wieder an die Schreibmaschine setzte und die zwischenzeitlichen Veränderungen erfuhr (siehe Werkstattband).
Danke, ja, Kurt Brand war denke ich recht zielstrebig, eifrig und engagiert in seiner Art Romane zu schreiben, mit vielen eigenen Ideen und Vorstellungen, die manchmal natürlich auch daneben gingen. Kann man auch gut daran erkennen, wie schnell er nach dem Ausscheiden mit einer eigenen Serie bei der Hand war. Ersetzt wurde er dann durch HGE, der eigentlich nicht weniger eigensinnig, aber vielleicht erfolgreicher mit seinen Kreationen war.
Haywood Floyd hat geschrieben:Nach allem, was man so über diesen G.M. Schelwokat so liest, muss das ja ein mächtiger, eitler, rechthaberischer und alles in allem sehr unangenehmer Mensch gewesen sein, der sich gerne in den Vordergrund spielte und Wert darauf legte, dass man sich seinem Diktum unterwarf. :( War das tatsächlich so? Kann man irgendwo mehr über ihn und seinen Charakter nachlesen?
Jahrzehnte später gab es zumindest noch eine weitere unangenehme Auseinandersetzung mit Marianne Sydow, die wiederum zu ihrem Weggang führte.
a3kHH hat geschrieben:Ich habe hier ein bißchen über ihn geschrieben : http://a3khh.blogspot.de/2014/09/terra- ... wokat.html
Für einen Moment war ich versucht einen Preis auszuloben, für die Nennung einer Textstelle in PR, wo der Begriff "Socken" vorkommt. :D
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Hamiller
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Hamiller »

Waringer hat geschrieben: Für einen Moment war ich versucht einen Preis auszuloben, für die Nennung einer Textstelle in PR, wo der Begriff "Socken" vorkommt. :D
Zu einfach im Zeitalter der EBooks mit Suchfunktion. Ich suchte eine andere Stelle im Cantaro-Zyklus, aber in Band 1476 "Drei gegen Karapon" wurde die Suchfunktion fündig. Da werden Ernst Ellert Schuhe und Socken ausgezogen, um ihn besser foltern zu können.
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dandelion
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von dandelion »

Waringer hat geschrieben: Interessant ist auch, dass das galaktische Imperium im Prinzip einen Sonnenkiller bzw. eine etwas aufwendigere Waffe besaß, um ein komplettes Sonnensystem zu vernichten.
Die Gravitationsbomben gehörten schon länger zur Bewaffnung der arkonidischen und terranischen Schiffe, auch wenn sie wohl nur selten und schon gar nicht in der hier beschriebenen Anzahl eingesetzt wurden. Um das Suprahet in den Hyperraum zu befördern, bedurfte es aber trotzdem noch der Hilfe der "Wächter".

Mit Tyll Leyden hat Brand eine Figur in den Mittelpunkt der Handlung gestellt, die so gar nichts mit den oft verwendeten militärisch geprägten "Helden"-Figuren der Serie zu tun hat. Da ist die tätliche Auseinadersetzung mit seinem Widersacher fast schon ein Bruch in der Charakterisierung. Allzu glaubhaft wirkt sein Verhalten des Öfteren ohnehin nicht, aber Genies sind nun einmal anders.

Der Roman hat für mich auch nach Jahrzehnten nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Ich hatte damals Gück, das ich gerade bei dem Abenteuer um das rätselhafte Planetarium auf die Serie gestossen bin. Der Geheimnisse waren so viele, da musste ich einfach weiterlesen.
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Rainer Nagel
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Rainer Nagel »

dandelion hat geschrieben:In der PR-Chronik 1 ist natürlich auch Material über G.M. Schelwokat zu finden. In einem Interview, das ursprünglich im PR-Magazin 2 abgedruckt war, vergleicht er seine Aufgabe als Lektor mit der Rolle eines Fussballtrainers, der den Gesamterfolg im Auge haben muss und nicht nur auf seine Stars achten kann.
Da die PRM jahrgangsweise durchnummeriert wurden: PRM 2/80.

Rainer
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Heiko Langhans
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Heiko Langhans »

Am 30. Oktober 1964 erschien der 165. Roman der PERRY RHODAN-Serie:

Kurt Brand: Kontaktschiff Terrania

Bild

Handlung
Perry Rhodan beordert Tyll Leyden als Projektleiter auf das Schiff TERRANIA. Dort erhält er zusätzlich zur Schiffsmannschaft Unterstützung vom Biologen Dr. Salor Neev. Aufgabe ist, Peterle, den nunmehr befreundeten Schreckwurm zu studieren und ihn zu seinem Heimatplaneten zu transportieren. Dort will Peterle seine Rassenangehörigen dazu bewegen, die jahrtausendealte Kooperation mit den Huldvollen einzustellen.

Da die Reise durch das Gebiet der Huldvollen führt und sich die Terraner keine Hoffnungen auf einen Erfolg machen, gehen sie von menschlicher Denkart aus, nennt Perry Rhodan den Heimatplaneten der Schreckwürmer Tombstone.

Peterle und Tyll Leyden freunden sich auf der Reise etwas an, und es stellt sich heraus, dass, obwohl die Schreckwürmer keine nennenswerten Extremitäten mit ähnlich nutzbringender Form wie menschliche Hände haben, sie dennoch Maschinen inklusive Aufbau und Manipulation erfassen und zum Teil bedienen können. Ferner entdeckt Leyden weitere Details über das Verhältnis der Schreckwürmer zu den Huldvollen. So müssen sie etwa die Hälfte alles entstehenden Molkex an die Huldvollen abgeben, was für das Volk der Schreckwürmer erhebliche Nachteile mit sich bringt.

Auf Tombstone kann Leyden wider Erwarten mithilfe Peterles ein Bündnis mit den Schreckwürmer eingehen und sie davon überzeugen, dass eine Zusammenarbeit mit den Terranern mehr Nutzen bringt. Als sogar ein Schiff der Huldvollen eintrifft, ist die kollektive Macht der Schreckwürmer so groß, dass sie es in die Sonne stürzen lassen. Es ist hierbei unklar, ob sie das Molkex am Schiff insoweit manipulieren konnten oder dies mithilfe von Telesuggestion der Besatzung erfolgte.

---
Der obige Text wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Hamiller
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Hamiller »

In dem Roman fand ich es schon sehr nervig, wie schwach alle anderen Charaktere dargestellt werden, damit Tyll Leyden besser erscheint. Da meldet sich die Besatzung der TERRANIA (oder nur der Kommandant?) freiwillig zu einem Risikoeinsatz, und dann nervt er Leyden die ganze Zeit mit der Forderung umzukehren.

Die Milchstraße erscehint auch sehr klein, wenn ein Schiff die ganze Zeit droht, den Blues in die Arme zu fliegen.
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dandelion
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von dandelion »

Es zieht sich, bis das zunehmend nervende Geplänkel an Bord der Terrania in Spannung übergeht. Das Ende entschädigt trotz Schmalzeinlagen dann doch. Die Zusammenhänge zwischen Schreckwürmern und Molkex werden dank Peterles selbstloser Unterstützung enträtselt. Der Rebell in den Reihen der Schreckwürmer verschwindet überraschend schnell in der Anonymität. Ein wenig Verwirrung stiftet er aber bei mir mit seiner Feststellung, daß seine Art älter als die Milchstrasse sei. Ist das von Kurt Brand nur so dahin geschrieben oder reicht die Geschichte des Suprahet einige Milliarden Jahre zurück? Ich weiß es nicht mehr.

Brand hat aber noch mehr auf Lager. "Man ist nur dann ein Verbrecher, wenn man sich bewußt ist, ein Verbrechen begangen zu haben." Das sagt zwar mit Peterle ein Nichtterraner, aber irritierend ist es doch.

Ach ja und Supermann Leyden verzichtet für drei Jahre auf sein Gehalt um ein Denkmal zu finanzieren. Er läßt sich eben nicht mit normalen Maßstäben messen. Und endlich wird aufgedeckt, was das wissenschaftliche Genie beim Frühstück zu sich nimmt. Ladanermilch, Talder, Shillog, Kiss...da war Brand so richtig kreativ.
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erzkoenig
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von erzkoenig »

Irgendwann. später ist eimal gesagt worden, Leyden sei damals einfach "unterschätzt" worden.... :rolleyes:
Es sollte uns nachdenklich stimmen, dass "jemanden anführen" im Deutschen auch heißen kann jemanden zu betrügen
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Heiko Langhans »

Die Frühstücksbeilage Shillog hat transdimensionale Eigenschaften - später taucht sie bei Ren Dhark ebenfalls auf.

Geneau wie die transkontinualen Musiker Singh Boncard, George Nancar und Peter Gray in Kneifel-Romanen (und bei Gisbert Haefs).
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Waringer »

Nr. 165 Kontaktschiff Terrania:

Ein Parlamentärsroman, also ein Roman in dem galaktische Außenpolitik betrieben wird, der lange Zeit vor sich hin plätschert. Tyll Leyden wird mit der TERRANIA ausgeschickt, um mit den Schreckwürmern in der Nähe des galaktischen Zentrums auf ihrem Planeten Tombstone zu verhandeln. Dabei stellt sich heraus, dass die Zahl der Schreckwürmer wesentlich höher sein könnte, wenn nicht die Huldvollen einen Teil des Molkex für sich beanspruchen würden. Ein guter Grund für die Schreckwürmer sich von den Huldvollen abzuwenden und den Terranern anzuschließen, welche keine Ansprüche auf das Molkex stellen.

Warum ein als introvertierter Phlegmatiker beschriebener Wissenschaftler auf eine politische Mission geschickt wird, ist zumindest fragwürdig. Andererseits hätte man aus diesem Gegensatz eine interessante Story machen können. Der Roman leidet etwas an der erzwungenen Spannung bzw. der zur Passivität verurteilten Protagonisten, die vollkommen von den Entscheidungen und Handlungen der Schreckwürmer auf Tombstone abhängig sind. Spätere Parlamentärsromane, wie z.B. Nr. 374 (Die Macht des Sepulveda) o.ä., sind durch äußere Intrigen wesentlich spannender gestaltet. So bleibt es Leyden vorbehalten, etwas Überzeugungsarbeit bei den Schreckwürmern zu leisten und einige Erkenntnisse zu gewinnen. Die Nebenhandlung weist Ähnlichkeiten mit dem vorangegangenen Roman auf. Auch in diesem Roman muß sich ein Tyll Leyden mit wissenschaftlicher Konkurrenz und anderen Problemen, in Form von Dr. Salor Neev und Major Crouget, ausseinandersetzen. Am Ende gibt es dazu, im Unterschied zum Vorgängerroman, aber noch einen versöhnlichen Handschlag zwischen Leyden und Crouget.

Fundstellen (4. Auflage):
S. 26:
Tyll Leyden grinste genüßlich, als er vor sich ausgebreitet und appetitlich zurechtgemacht Ladanermilch mit Talder, drei gebackene Brotfrüchte von der Nortonwelt, mehrere Häppchen Shillog und eine Schale mit Kiss stehen sah.

Bon appetit! War Kurt Brand vielleicht ein Bonvivant? :)
Hamiller hat geschrieben:In dem Roman fand ich es schon sehr nervig, wie schwach alle anderen Charaktere dargestellt werden, damit Tyll Leyden besser erscheint. Da meldet sich die Besatzung der TERRANIA (oder nur der Kommandant?) freiwillig zu einem Risikoeinsatz, und dann nervt er Leyden die ganze Zeit mit der Forderung umzukehren.
Ja, war unglaubwürdig. Die ständige Verfolgung durch Raumschiffe der Huldvollen während der Suche nach Tombstone und die Widerspenstigkeit der Besatzung der TERRANIA war sicherlich überzeichnet, um noch das letzte bißchen Spannung aus dem Roman herauszuquetschen.
Hamiller hat geschrieben: Die Milchstraße erscehint auch sehr klein, wenn ein Schiff die ganze Zeit droht, den Blues in die Arme zu fliegen.
Die Problematik liegt auch darin, dass zumindest die Arkoniden von den "Huldvollen" in den letzten 10000 Jahren schon einmal etwas gehört haben sollten.
erzkoenig hat geschrieben:Irgendwann. später ist eimal gesagt worden, Leyden sei damals einfach "unterschätzt" worden.... :rolleyes:
Nach dem Weggang von Kurt Brand hat jedenfalls kein einziger Autor mehr die Figur selbst mit einer Kneifzange angefasst - außer W.K.Giesa, der wohl ein Freund von Brand war.
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Heiko Langhans »

Die Arkoniden haben von den Huldvollen in der Tat etwas gehört (siehe PR 1555). Das Fremdvolk kam aber damals (6050 v. Chr.) gerade erst raumfahrttechnisch in die Pötte, und die Arkoniden begannen dann schon sich mit sich selbst zu beschäftigen.
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dandelion
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von dandelion »

Im Roman wird gesagt, daß die Huldvollen erst vor viertausend Jahren den Planeten der Schreckwürmer entdeckten. Bevor sie die Vorzüge des Molkex erkannten, stellten sie wohl keine große militärische Macht dar bzw. waren vielleicht in interne Auseinandersetzungen verwickelt, wie sie sich auch nach Ende des Molkexzeitalters einstellten.

Band 1555 kenne ich nicht, aber eine Begegnung der Arkoniden mit den Blues vor tausenden Jahren hört sich vielversprechend an.
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Heiko Langhans »

Erm - keine richtige Begegnung, eher eine beiläufige Erwähnung, dass das anzufliegende Gebiet (Eastside) ihre Heimat ist. Jedenfalls weiß Imperator Reomir I. über sie Bescheid.
Waringer
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Waringer »

dandelion hat geschrieben:Im Roman wird gesagt, daß die Huldvollen erst vor viertausend Jahren den Planeten der Schreckwürmer entdeckten. Bevor sie die Vorzüge des Molkex erkannten, stellten sie wohl keine große militärische Macht dar bzw. waren vielleicht in interne Auseinandersetzungen verwickelt, wie sie sich auch nach Ende des Molkexzeitalters einstellten.

Band 1555 kenne ich nicht, aber eine Begegnung der Arkoniden mit den Blues vor tausenden Jahren hört sich vielversprechend an.
In der Nr. 1555 steht z.B. auf S.9 (Haemon von Tereomin gegenüber Reomir):
"Es gibt kein anderes Sternenreich, das sich an Größe und Macht mit Arkon messen könnte. Vor vielen Jahrhunderten haben wir die Methanatmer besiegt und vertrieben; seitdem hat es für uns keinen ernst zu nehmenden Gegner mehr gegeben. Ich will ein Ebenbild Arkons schaffen. Weit draußen im östlichen Teil dieser Galaxis, wo die barbarischen Völker der Tellerköpfe leben, will ich ein Sonnensystem so umgestalten, daß die Anordnung seiner Planeten der entspricht, die unsere Vorfahren hier im Arkon-System geschaffen haben."

S.37:
"Atlan war nur allzu gern auf Thetas Vorschlag eingegangen. Er kannte Enderoa persönlich und hatte ihm bereitwillig den Auftrag zur Aufbereitung der Geschichtsdaten aus der Demaronschen Epoche erteilt. Er war zu Anfang sicher gewesen, daß es nicht allzu schwer sein könnte, etwas über die Bewegung arkonidischer Raumschiffe in Erfahrung zu bringen, die zu einer Zeit, als die Eastside der Milchstraße erst wenig erforscht war , im Einflußbereich der Blues stattgefunden hatte. Solche Expeditionen mußten vor elf- und zehntausend Jahren seltene Ereignisse gewesen sein, über die die Nachrichtenmedien auf jeden Fall berichtet hatten. Auch Enderoa hatte das geglaubt - und war bitter enttäuscht worden. Es war, so hatte er Atlan einmal berichtet, als hätte irgend jemand die Geschichte der arkonidischen Raumforschung über eine Periode von 100 Jahren - von 6100 bis 6000 v. Chr. terranischer Zeitrechnung - einfach ausradiert. Es wurde über einige Feldzüge berichtet, die in der Nähe des Kugelsternhaufens M13 stattgefunden hatten; aber von Expeditionen zur Eastside war nirgendwo die Rede."

Später erfährt man noch, dass das Wissen über diese Expeditionen in die Eastside offensichtlich gelöscht wurde, weil der Versuch eine Kopie von "Tiga Ranton" zu erschaffen, eine Pleite war.
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