Klassiker - Die Kosmischen Burgen (PR 900 - 999)

Unvergessene Abenteuer, legendäre Zyklen - nachgelesen und neu diskutiert.
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Alexandra
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Re: Klassiker - Die Kosmischen Burgen (PR 900 - 999)

Beitrag von Alexandra »

Neuer Anlauf. Für den Vorgängerroman „Abschied von Eden II“ hatte ich bisher keine Zeit gefunden, er ist als „ADIEU À ÉDEN II“ im Taschenbuch 305 „Ouragan dans l'hyperespace“, dem Abschlussband des PAN-THAU-RA-Zyklus zu finden (vgl. http://www.perry-rhodan.fr/perryrhodan/vf.php?init=305). Bei dem haben sich Agnès Girard und Michel Vannereux die Übersetzung geteilt, und ich musste unbedingt reingucken, ob hier auch so viele Idiome vorkommen. Tun sie nicht, diesmal kam ich gut rein und konnte den Roman am Stück und im Laufe eines sonnigen Vormittags lesen.

Dadurch verstand ich nun endlich die Situation: Wie sehr im Mittelpunkt steht, dass zwei Bewusstseine in einem Körper ohne eigene Persönlichkeit vom Neubau des legendären WANDERER, auf Französisch DELOS, fliehen, um einen Körperlosen zu retten, wobei verschmolzene Bewusstseine, aggressive Fehlentwickelte und ihre das Körperliche auflösende Verschmelzungswillige sie behindern. Dass der kosmische Wanderer Ellert sein bisschen beschränkte Heimat aufgibt und der „jüngere“ Gorsty Ashton, mit dem er sich den Körper teilt, ihm dabei über die Zweifel hilft, weil er ihn überzeugt zuvor hatte. Weil es um „l'Immortel“ geht, der diese Heimat und den Verschmelzungsvorgang ermöglicht hat – jetzt wollen alle anderen Konzepte nur ihren Interessen nachgehen, statt zu helfen. Erinnert mich an was...

Und wo der Roboter herkommt, weiß ich jetzt auch. Anscheinend soll er es sein, der auf dem Titelblatt von 893 abgebildet ist. Die Beschreibung ist zum Glück spannender. Er ist nicht nur empfindend und ergreift wegen seiner logischen Überlegenheit die Initiative, sondern ist auch ironisch – die einzige ironische Maschine in PR, an die ich mich gerade konkret erinnern kann.

Es geht im „franchir l'abîme“ - den Abgrund zu überbrücken. Und zwar wollen die Terraner mit ihrem düftigen Gefährt in den Randzonen der Galaxie nach bewohnten Planeten suchen, Akrobath schließt aber messerscharf, dass „en péripherie“ weniger zu holen ist als in der Mitte: „Les systèmes stellaires les plus anciens se situent près du cenre galactique“, die ältesten Systeme befinden sich in der Nähe des Zentrumskerns, also logischerweise auch die entwickeltsten Zivilisationen, „les civilisations les plus évoluées, logiquement“ (p.66). Deshalb werden Ellert und Ashdon überrascht, dass die Hintergrundgeräusche verändert sind, „le fond sonore a changé“ und stehen beim Betreten der Zentrale wie erstarrt da,m „comme figé“, weil der Diskusrobot gerade die Ärmchen einzieht und sich um sich dreht, um sie zu begrüßen: „Il rétracta es bras, puis pivota“ (p.66), um sie anzusehen.

Das Konzept fordert: „Il faut interrompre immédiatement l'étape linéaire“, doch Akrobath weigert sich, den Linearflug zu unterbrechen und merkt an, er habe die „Schaltung mit einem Codeschlüssel blockiert“. Das französische „J'ai bloqué le commutateur avec un mot de passe“ (p.67) kommt mir moderner vor, heutzutage machen wir so was öfter als 1979. Meine Güte, ich war zwölf, als der Roman erschien. Kabeltelefon, vier Sender im Fernsehen und Kassettenrecorder. Codeschlüssel!

Der Dialog mit dem Roboter gestaltet sich spielerisch, Ashdon geht auf den „petit plaisantain“ (p.68) ein, ist auch „désemparé“, ratlos. Die deutschen Wortspiele rund um die Hand – ich habe alles „im Griff“, „Es ist nicht zu fassen“, er hat uns „das Heft aus der Hand genommen“ (Heft als der sprichwörtliche Messergriff) - ist aufgelöst: „J'ai la situation en main“, „Incroyable“, „Il nous a pratiquement arraché les commandes“ (p.68). Der Robot spricht zwar „sur un ton ironique“, die Bemerkung „Möge der Doppelterraner sanft ruhen“ ist jedoch zu einem harmlosen „reposez-vous bien“ heruntergefahren. Später lobt er: „C'est tout à fait logique, convint le robot sur un ton approbateur“ (p.70)

Der „rötliche Schimmer des Halbraums“ ist übrigens verblasst zur „grisaille de l'entr'espace“, dem grau, der Öde, der Eintönigkeit.

Einige Vokabeln von p.69 bis 72:
Spoiler:
une atmosphère oxygenée: eine Sauerstoffatmosphäre
le vol spatial: die Raumfahrt
éviter de nouvelles discussions stériles: neue fruchtlose Diskussionen vermeiden
des vues agrandies: vergrößerte Detailausschnitte
deux continents principeaux et plusieurs archupels très éloignés les uns des autres: zwei Hauptkontinente und mehrere weit auseinanderliegende Inselgruppen
un contrôle ciblé de la météorologie: gezielte Wetterkontrolle
une urbanisation planifiée: planvolle Besiedlung
garder son propulseur éteint pou écarter tout risque de détection: wegen potentieller Ortungsgefahr ohne aktivierten Antrieb bleiben
prendre l'initiative d'un contact: die Kontaktaufnahme einleiten
Les détecteurs viennent de reperer un objet: Die Taster haben gerade ein Objekt erfasst
calcule sa trajectoire puis rapproche-nous, sur un cap parallèle: (im Deutschen im Nominalstil:) Kursberechnung, dann Flugangleichung
la forme d'une torpille: Torpedoform
accéleration avec des valeurs faibles: Beschleunigung mit schwachen Werten
ralentir pour naviguer de conserve avec lui: „abbremsen, um die Abgleichung von Kurs und Geschwindigkeit zu vollziehen“
en mode manuell: in Manuellsteuerung
visible à l'œil nu: mit bloßem Auge sichtbar
un hublot: eine Sichtluke
une sas: eine Schleuse
un dispositif analogue: etwas Ähnliches
le seuil luminique: die (Schwelle der) Lichtgeschwindigkeit
le silence permet de déduire: die Stille lässt darauf schließen
des signeaux lumineux: Lichtsignale
des projecteurs extérieurs pour lancer des signaux lumineux: Außenscheinwerfer für Lichtsignale
la torpille argentée de cinquante mètres de long: der silberfarbene Torpedo von 50 m Länge
inoccupée: unbemannt
Je fais demi-tour: Ich kehre um („auf den bisherigen Kurs zurück“)
Ab diesem Punkt hatte ich mich eingelesen und las den Rest frei, wobei ich ein paarmal nachschauen musste. Neben den Innengeschichten der Bewusstseine mit dienendem Körper und der dem fortpflanzungsfähigen Körper dienenden Sceddos gibt es viel erfundene Technik.
Passend zum Zyklus um Laires Auge heißt die Sonne „le Grand Œil“ (p.74). Die Funkstille der technisierten Welt wird mit der Telepathie der Bewohner erklärt, die durch Strahlen zur Eindämmung ihrer Vermehrung sich selbst unfruchtbar gemacht haben: Die Städte zerfallen, die Sceddos sterben aus. Sie schicken Raumschiffe mit Hilferufen und sich ausgesprochen befremdet, als die Neuankömmlinge ihrerseits um Hilfe bitten.

Es ist eine reine Männergesellschaft, die teilweise offen, teilweise paranoid reagiert. Ellert – Ashdon bieten im Tausch für die Mitfahrgelegenheit im ersten interstellaren Schiff der Sceddos den eigenen Körper zur Untersuchung (vgl. p.89), wobei sie an eine medizinische Untersuchung denken, ein Auseinandernehmen aber zu befürchten steht, weil zwei Bewusstseine in einem Körper den Sceddos unheimlich sind.
Politische Paranoia, ein Köper, der eventuell gern Sex hätte und rohes Fleisch essen muss und der kosmische Gedanke.

Diese Verschiedenheit von Körper und Bewusstsein, die Überlegungen, ob man frei wäre, wenn der Körper stirbt, oder mit sterben müsste, das hat was.

Ich bin nicht ganz fertig geworden, habe Freitag und heute aber insgesamt ca. 150 Seiten Französisch gelesen und bin zufrieden.
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GruftiHH
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Re: Band 911 - Der Helk des Quellmeisters (6.2.1979)

Beitrag von GruftiHH »

Untertitel: Jagd auf Boyt Margor, den Mutanten von Gäa

Autor: Ernst Vlcek

Bild


Baya Gheröl

Die Siebenjährige geht Boyt Margor auf den Keks. Sie versucht ihn in Gesprächen zu Fehlern zu verleiten.

Boyt Margor

Trotz der Entführung Baya Gheröls kam es doch nicht zum Krieg zwischen Terranern und Loowern. Daher besucht Boyt in der Neunturmanlage der Loower auf dem Mars ihren Vater Haman Gheröl. Diesem verabreicht er einen nuklearen Sprengsatz in Pillenform, der nach Pfefferminz schmeckt. Doch der Verrat wird aufgedeckt, da sich der Raum, in dem sich die beiden Treffen, als Helk, also einem Roboter der Loower, herausstellt. In letzter Sekunde gelingt dem Mutanten die Flucht auf einen fremden Planeten in dem er das Auge nutzt.

Die Loower bemerken, dass die Terraner recht hatten und lassen die Familie frei. Goran-Vran begleitet sie und soll als neuer Diplomat dienen.

Er nennt in Jota und wird Zeuge einer Geburt. Das Baby fängt wenige Minuten nach der Geburt an zu laufen und rennt wütend auf Boyt zu. In den kleinen Augen steht schon der Hass. Auch die Mutter greift ihn nun an. Diese wird von seinen Psi-Kräften getötet. Daraufhin wird er von einer nahenden Meute überwältigt.

Als Boyt erwacht stellt er fest, dass ihn die Bewohner des Planeten verehren.Diese nennen sich selbst Tempester. Er trägt das Symbol einer Göttin um den Hals. 4 Männer und 2 Frauen werden zu seinen neuen Paratendern und er verschwindet mit ihnen in eine Hyperraumnische.

Ein Versuch Bayas' den Paratendern näher zu kommen schlägt fehl. Auch sie wird angegriffen. Boyt kann durch Einsatz seiner Kräfte schlimmeres verhindern.

Boyt will mit den Tempestern eine Angriffstruppe zusammen stellen. Dazu benötigt er eine neue größere Hyperraumnische, die er mit Hilfe des Auges erstellt. Diese soll als Gefängnis und als Kaserne dienen.

Durch Van Renekkon, dem Paratender und Terranischer Rat für Unterricht und Kunst erfährt der Mutant, dass die Terraner auf DUCKO ein Loowerraumschiff festhalten und dort offenbar hinter das Geheimnis eines Helks zu kommen.

Boyt entschließt sich, den Helk zu stehlen. Doch als er mit einem Sprung und 6 seiner Tempester dort ankommen werden sie von zwei Singanesen entdeckt. Nur knapp kann Boyt wieder einmal entkommen. Jetzt weiß aber auch Julian Tifflor über Boyt Bescheid und ergreift nun Maßnahmen, ihm das Auge zu entreißen.

Zurück in seiner Klause schmiedet Boyt einen letzten Plan.

Julian Tifflor

Julian Tifflor befindet sich auf einer geheimen Station in den Saturnringen; DUCKO. Dort ist auch das loowerische Raumschiff GONDERVOLD. Burnetto-Kup, der Kommandant, und seine Leute werden auf der Station untergebracht und so haben die Wissenschaftler zugang zu dem Helk Nistor, der einst dem Quellmeister diente.

Dieser hält aber die Besatzung in Atem, da er sich in 9 Teile auflöst und gehörig Unordnung und Chaos verbreitet. Einmal stellt er sich auch als Gottheit vor.

Persönliche Meinung

Was für ein Auftakt zu einem Doppelband. Leider geht mir Boyt so was auf den Geist. Das ganze hin und her erstreckt sich schon viel zu lange. Andere Feinde hat man früher schneller überwältigt. Aber ohne vorweg greifen zu wollen, da es ein Doppelband ist und alle über Boyt nun Bescheid wissen jagen die Loower und die Terraner jetzt den Mutanten und versuchen das AUge zu bekommen.

Interresant ist es, dass die aggresiven Bewohner Jotas auf den Namen Tempester getauft worden sind. Tempest bedeutet im Englischen ja Sturm oder Gewitter. Genauso schnell werden sie aggresiv. Sehr gelungenes Wortspiel.

Die beiden Singanesen Rayn Verser und Vavo Rassa sind nicht so mein Fall. Zu überdreht und "gewollt" komisch. Der eine ein Alki, der andere genau das Gegenteil, auf sein Äußeres bedacht, aus guten Hause.

Schön, war für mich das Wiedersehen mit Baya. Mit diesem Charakter haben die Autoren wirklich eine - für mich - sehr gute Persönlichkeit aufgebaut.
* Am Ende des Regensbogen sehen wir uns wieder. *
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GruftiHH
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Re: Klassiker - Die Kosmischen Burgen (PR 900 - 999)

Beitrag von GruftiHH »

Danke Alexandra, habe jetzt sogar Deinen Ausführungen folgen können. Schön erklärt. Halt auch was für nicht Franzosen. :o(
* Am Ende des Regensbogen sehen wir uns wieder. *
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Alexandra
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Re: Klassiker - Die Kosmischen Burgen (PR 900 - 999)

Beitrag von Alexandra »

Das Ausformulieren bringt lerntechnisch auch viel mehr als Vokabelkarten.
So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe.

Zum Roboter möchte ich noch anmerken, dass er auch jagt. Schon ungewöhnlich.
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HOT
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Re: Klassiker - Die Kosmischen Burgen (PR 900 - 999)

Beitrag von HOT »

Habe mich schon sehr darauf gefreut, etwas von meinem derzeitigen Lieblingsautoren bei PR lesen zu können und wurde nicht enttäuscht: Boyt Margor, Baya Gheröl, die Loower, der coole Helk – alles stimmte.

Boyt Margor mag GruftiHH nerven, aber ich finde ihn gut dargestellt. Jetzt wo die Gäa-Mutanten die LFT eingeweiht haben, ist es auch nicht mehr so ein pseudo-dynamisches Gewusel zwischen denen und ihm. Was ich damit sagen will, ist, dass m.E. die Gäa-Mutanten rein von der Logik her schon viel früher die LFT hätten über Boyt Margor in Kenntnis setzen müssen, aber dann wäre wohl schon recht früh die Luft etwas aus diesem Erzählstrang rausgewesen.

Bin gespannt, was aus den Tempestern wird, die von lammfromm bis durchgeknallt alles drauf haben. Scheint mir auch aus der Psychoanalyse inspiriert worden zu sein, wo man Leuten ja nachsagt, die nur sanft und friedlich sind, dass sie verdrängte Aggressionen haben.

Etwas zu klamaukig fand ich allerdings auch die beiden Siganesen, aber ich will nicht meckern, denn ich bin sofort zu Heft 912 übergegangen, da dort die spannend geschriebene Geschichte schließlich weitergeht.
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Alexandra
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Re: Klassiker - Die Kosmischen Burgen (PR 900 - 999)

Beitrag von Alexandra »

Der Bösewicht muss ja auch nerven, und er ist so ein schöner egozentrischer Neurotiker.
Dieses TB (tome 307, http://www.perry-rhodan.fr/perryrhodan/vf.php?init=307) liegt nun seit Wochen auf einem gewissen Tisch im Durchgangsbereich. Bin froh, wenn ich es durch habe. Dauert aber bis zum Wochenende.
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GruftiHH
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Re: Band 912: Die Truppe der Berserker (13.02.1979)

Beitrag von GruftiHH »

Untertitel: Boyt Margors Triumph – und Niederlage

Autor: Ernst Vlcek

Bild

Baya Gheröl

In der großen Hyperraumnische, in der die Tempester untergrebracht sind, freundet sich die Siebenjährige mit Jako an. Dieser will nur kämpfen für die große Jungfrau, dessen Hohenpriester ja Boyt Margor ist.

Boyt Margor

Der Mutant will an den Helk Nistor kommen und die terranische Führung gefangen nehmen. Bei einer "Übung" auf einer Südafrikansichen Rinderfarm bleibt Jako schwer verletzt zurück.

Auf dem Planeten Jota-Tempesto gelingt es Boyt einen Aufruhr zu vermeiden und neue Truppen um sich zu scharen. Neue Tempester sind immer gut.

Zurück in seiner Hyperraumblase wird er wieder einmal von Baya "genervt".

Der Mutant startet jetzt den ersten Teil seines Planes. Er entführt Nistor. Doch das ist von Julian Tilfflor so geplant. Soll Boyt sich doch mit dem Helk rumschlagen. Was Julian nicht weiß, dass sich zwei Swoon Techniker im innerne des Helk versteckt haben. Diese können fliehen und den Terranern Bericht erstatten. In der Hyperraumnische versucht der Helk an das Auge zu kommen. Schließlich ist er programmiert, dem rechtmäßigen Eigentümer das Auge zu überbringen. Boyt ist es eindeutig nicht. Mit Energieschirmprojektoren kann ein Unglück verhindert werden. Vorerst ist Nestor gestoppt.

Der zweite Plan geht jedoch voll daneben. Als Boyt versucht, die LFT-Spitze zu entführen, stellen sich diese als Roboter heraus, die ihn und seine Truppe angreifen. Nur mit Mühe kann Boyt auf den Planeten Jota-Tempesto entkommen. Dort findet er den Tempel aufgebrochen vor. Die Wachen tot. Im Inneren trifft er auf einen uralten Ara, der mit letzter Kraft erzählt, dass die Tempester gezüchtete Mutationen sind, die als Soldaten eingesetzt werden sollten. Er verbreitete auch die Geschichte um die Tanzende Jungfrau.

Voller entsetzen kehrt Boyt in seine Hyperraumnische zurück.

Dort hat sich Baya bereits mit dem Helk angefreundet. In einer raschen Aktion wird Boyt überrumpelt, Boyt das Auge geklaut und Nistor kann mit Baya in seinem Inneren fliehen. Zurück bleiben Boyt und seine Paratender.

Voller Grauen versteht er jetzt, dass er für immer dort bleiben muss, da er ohne das Auge keinen Ausweg aus dem Hyperraum hat.

Julian Tifflor

Jako wird von den drei Mutanten gerettet. Da dieser durch die Gespräche mit Baya die Geheimnisse von Boyt kennt, wissen jetzt auch die Terraner davon. Julian Tifflor entschließt sich, Boyt eine Falle zu stellen. Er will ihn gefangen nehmen.

Bei einem Treffen mit Fanzan-Pran und Goran-Vran informiert Julian Tifflor die beiden über die GONDERVOLD. Er schickt das Raumschiff zur Neunturmanlage auf dem Mars.

Persönliche Meinung

Hier zeigt sich wieder einmal, was für ein Sch... Boyt ist. Es geht ihm nur um das Ziel. Wer auf der Strecke bleibt, ist ihm egal. Verletzte sind nur Ballast.

Ich bin mir nicht so sicher, aber ich würde es Boyt gönnen, wenn er für immer in dieser Nische bleibt. Aber ich denke, da kommt noch was.

Schön, das "meine" Baya entkommen ist und mit Nistor einen Freund gefunden hat.
* Am Ende des Regensbogen sehen wir uns wieder. *
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Alexandra
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Re: Klassiker - Die Kosmischen Burgen (PR 900 - 999)

Beitrag von Alexandra »

Und ich bin erleichtert, dass es mit diesem Handlungsstrang weitergeht.

Weil ich erst mal die mittleren Abschnitte meines Taschenbuchs am Stück und noch mal, diesmal problemlos gelesen habe (das vor paar Wochen aufbereitete Zeug ist ins Langzeitgedächtnis gegangen, das Lesen geht tadellos), habe ich die Geschichte von letzter Woche noch nicht geschafft, bin da jetzt aber gerade prima drin. Schön, dass die Handlung bei dieser Geschichte bleibt.
Dieses nicht erzogene Kind, das bescheiden und respektvoll seine Umgebung erkundet, hat was.
Dieser charakterliche Aspekt wird bei den üblichen Ideen über antiautoritäre Erziehung ganz arg vernachlässigt.

Ein funkelnagelneues Taschenbuch, Band 309, erschienen im März 2014.
Übersetzt von Agnès Girard.

Inhalt:

UNE ARMÉE DE FORCENÉS
CHAPITRES 1 À 5
Fascicule Perry Rhodan n° 912 : Die Truppe der Berserker (Ernst Vlcek, février 1979)

AU PAYS DES GÉANTS
CHAPITRES 6 À 9
Fascicule Perry Rhodan n° 913 : Im Land der Riesen (H.G. Ewers, février 1979)

RENCONTRE SUR ZALTERTEPE
CHAPITRES 10 À 12
Fascicule Perry Rhodan n° 914 : Begegnung auf Zaltertepe (H.G. Ewers, février 1979)

L’INVASION DES SPHÈRES DE FEU
CHAPITRES 13 À 14
Fascicule Perry Rhodan n° 922 : Invasion der Feuerkugeln (Marianne Sydow, avril 1979)

http://www.perry-rhodan.fr/perryrhodan/vf.php?init=309

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Re: Klassiker - Die Kosmischen Burgen (PR 900 - 999)

Beitrag von HOT »

Für diesen Roman bis ich nur voll des Lobes, er ist spannend bis zum Schluss!

Interessant der Hintergrund zu den Tempestern und Boyt Margors Vergangenheit, die an der Geschichte seiner Herkunft anknüpft, die Vlcek in PR 855 beschrieb. Damals begann im Grunde der Pan-Tau-Ra-Zyklus, während offiziell der Bardioc-Zyklus zu Ende ging und sogar erst die Auswirkungen der Konzils-Herrschaft mit der Neubesiedelung Terras ausklangen.

Die PR-Serie zieht m.E. ihre Faszination auch aus solchen langen Handlungs- und Spannungsbögen, was man Außenstehenden nur schwer vermitteln kann, die einen „Heftchenleser“ als jemanden einordnen, dessen Aufmerksamkeitsspanne nur für 64 Seiten reicht.
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Alexandra
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Re: Klassiker - Die Kosmischen Burgen (PR 900 - 999)

Beitrag von Alexandra »

HOT hat geschrieben:... langen Handlungs- und Spannungsbögen, was man Außenstehenden nur schwer vermitteln kann, die einen „Heftchenleser“ als jemanden einordnen, dessen Aufmerksamkeitsspanne nur für 64 Seiten reicht.
Im Gegenteil würde ich behaupten, dass viele Vorwürfe darauf zurückzuführen sind, dass den Kritikern diese Aufmerksamkeitsspanne fehlt.
Oder dass sie vorsichtshalber nur gut finden, was auch schon von jemand Maßgeblichem so klassifiziert wurde, dann kann man nichts falsch machen.
:devil:
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GruftiHH
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Re: Band 913 : Im Land der Riesen (20.02.1979)

Beitrag von GruftiHH »

Untertitel: Versteckspiel auf Zaltertepe – dem Planeten der Ertruser

Autor: H.G. Ewers

Bild


Baya Gheröl & Helk Nistor

Durch den distanzlosen Schritt gelangen die beiden aus der Hyperraumnische Boyt Margors auf einen Planeten. Dort teilt sich der Helk um eine Falle zu entschärfen, die die beiden vorher per Datenprojektion ein Schwarzes Loch vorgegaukelt hat.

Die 7 jährige Baya erliegt doch bald ihrem "Kindlichen" Teil und folgt einem "Plüschhasen". Da sie so schnell hinterher rennt verliert sie auf dem Weg das Auge. Jetzt findet sie den Weg zum Treffpunkt nicht mehr.

Doch dann erscheint ein Fremder, der sich Sindbad nennt. Er hilf tihr aus dem Labyrinth und erklärt, dass er die Falle gestellt habe, weil er dachte, das Raumschiff gehöre den Laren. Plötzlich bemerkt Sindbad, das Nestor irgendwo zerstörerisch wirkt. Er ist von einer Minute zur andern Verschwunden. Baya geht zum Treffpunkt zurück und findet das Auge. Erschöpft legt sich das Mädchen schlafen. Kurze Zeit später wird sie von einem aufgeregten Sindbad geweckt: Nestor zerstört seine Zentrale. Baya redet mit dem Helk, der daraufhin die Zerstörung sein läßt.
Anschließend stellt sich heraus, dass Sindbad eine Projektion von drei siganesischen USO-Spezialisten (Sydell Liqulla, Apars Cloner und Varus Lago), die diese Falle für Schiffe der Laren und Überschweren aufgestellt haben, damit die siganesische Kolonie auf Zaltertepe nicht entdeckt wird.

Nachdem die Gehirne der Siganesen, die durch FUSE-FER-KAPSELN überlebt haben die Koordinaten von Zaltertepe genannt haben, vernichten sie die Falle und geben ihre eigene Existenz auf, da die Gefahr der Laren nicht mehr besteht.

Baya und Nestor machen sich auf den Weg zur Siganesischen Kolonie.


Planet Zaltertepe

Da hier mehrere Protagonisten ihre Abenteuer erleben, habe ich mir erlaubt diese zu einem Part zusammen zu fassen.

In der Kolonie der Ertruser auf Zaltertepe lebt auch eine Kolonie Siganesen in einem Baum. Versteckt und unerkannt von den Ertrusern. Heimlich nutzen die kleinen Menschen die Infrasturktur der großen. Auch den Zentralcomputer. Ihr Baum wird jedoch von einem Pilz befallen, der sich rasch ausbreitet und somit die Kolonie in den Untergang treiben würde.

Der Planet wird in Abständen von Erdbeben heimgesucht und diese zerstören immer wieder Teile der Kolonie. Die Ertruser suchen nach einer Lösung, wie sie für die Zufkunt die Kanalbetten verstärken können. Mit Hilfe des Zentralcomputers. Auch die Siganesen tun es. Und es kommt, wie es kommen muss: Die beiden Abfragen werden zusammen gewürfelt. Die Siganesen erhalten die Antwort der Ertruser, die Ertruser die für die Siganesen.

Alarm wird ausgelöst und in einer Sitzung wird beschlossen, dass man im Stadtwald nach den Siganesen suchen sollte. Durch eine Analyse denkt der Stadtmajor Kenar Tomp, dass nicht alle Bäume durchsucht werden sollten, sondern nur 0,25% des Bestandes.

In der Zwischenzeit kommt es in der siganesischen Kolonie zu einem schlimmen Zwischenfall. Der Pilz hat den "Hauptstadtteil" erreicht und das Krankenhaus befallen und zerstört. Bagno Cavarett führt den Bekämpfungstrupp an.

Zur gleichen Zeit gehen die Ertruser im Stadtwald vor. Sie suchen die Kolonie und hauen daher auf jeden Baum, den sie finden können. Vielleicht fällt ja ein Siganese raus?

Zum Glück wendet sich der Wucherpliz nun den Ertrusern zu, da die Schläge diesen stören. Somit haben die Siganesen etwas Luft.

Über den ertrusischen Rundfunk erfahren die Siganesen, dass im Stadwald angeblich ein siganesisches Großkampfschiff gelandet ist. Die nächste Suchaktion der Ertruser steht bevor.

Persönliche Meinung

Hier hat H.G.Ewers in meinen Augen ein großartigen Roman geschaffen.

Der Vergleich der Siganesen mit den Kobolden irdischer Mythologie fand ich sehr lustig und passend. "Die Siganesen sind Schuld" heißt es, wenn wieder einmal irgendetwas schief läuft.

Mir hat auch das Gesamtbild gefallen. Die kleinen Siganesen und die großen Ertruser. Nein keine Terraner, es müssen gleich Ertruser sein! Damit der Größenunterschied noch weiter ausgedehnt wird.

Aus persönlichen Gründen erfolgt die nächste Heftzusammenfassung erst nach Pfingsten.
* Am Ende des Regensbogen sehen wir uns wieder. *
thinman
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Re: Band 913 : Im Land der Riesen (20.02.1979)

Beitrag von thinman »

GruftiHH hat geschrieben:Untertitel: Versteckspiel auf Zaltertepe – dem Planeten der Ertruser

Autor: H.G. Ewers

[
Persönliche Meinung

Hier hat H.G.Ewers in meinen Augen ein großartigen Roman geschaffen.

Der Vergleich der Siganesen mit den Kobolden irdischer Mythologie fand ich sehr lustig und passend. "Die Siganesen sind Schuld" heißt es, wenn wieder einmal irgendetwas schief läuft.

Mir hat auch das Gesamtbild gefallen. Die kleinen Siganesen und die großen Ertruser. Nein keine Terraner, es müssen gleich Ertruser sein! Damit der Größenunterschied noch weiter ausgedehnt wird.
Ja, die siganesische Sub-Kolonie...

Diesen Roman habe ich noch sehr gut in Erinnerung - insbesondere für den Siganesen-Ertruser-Teil.
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HOT
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Re: Klassiker - Die Kosmischen Burgen (PR 900 - 999)

Beitrag von HOT »

Hat mir auch sehr gut gefallen.

Mit viel Liebe zum Detail gestaltet hier H.G. Ewers die wunderbare Symbiose von Ertrusern und Siganesen auf Zaltertepe. Wie so oft beschreibt er hier eine „Welt für sich“ und führt nicht einfach nur den Erzählstrang mit Nistor und Baya fort, den Vlcek so genial angefangen hat. Köstliches Lesevergnügen für mich, einem Fan von Lemmy Danger und vom Thunderbot-Team unter Harl Dephin....(damals war's...)

Hat mich dazu angeregt, ein bisschen in den Planetenromanen zu stöbern und Nr. 44 "Mission in Andromeda" zu lesen. Bin jetzt bei 45 "Die letzte Waffe der Meister". Passt zwar überhaupt nicht zu Handlungsebene der Kosmischen Burgen, aber ist eben "mehr Ewers" und das brauch ich grade.
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nanograinger
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Re: Klassiker - Die Kosmischen Burgen (PR 900 - 999)

Beitrag von nanograinger »

Ich habe kürzlich im Keller wsa gesucht und dabei zu meiner leichten Überraschung die Romane 650 -946 in der 2. Auflage gefunden. Hatte ich total vergessen, man wird alt...

Jedenfalls habe ich dann man Band 900 "Laire" und Band 907 "Das Weltraumbaby" nochmals durchgelesen. "Laire" ist natürlich super, aber die Überraschung war "Das Weltraumbaby". Den habe ich als 16-jähriger Mitte 1983 erstmals gelesen und da hatte ich nicht sehr viel dafür übrig, weil mir die Geschichte zu aufgebläht vorkam.

Aber heute liest sich das für mich ganz anders. Insbesondere die Rhodan-Darstellung ist sehr überzeugend, weil eben auch seine Schwächen deutlich rüberkommen. Er redet sich zwar ständig ein, dass er doch nur das Beste für die Solaner möchte, aber sein gekränkter Stolz ist trotzdem allgegenwärtig. Und dazu kommt natürlich die "Vaterrolle", die er intellektuell ablehnt, aber emotional nicht ausblenden kann.
HOT hat geschrieben: Welche Identität haben die Solaner?

Wer bin ich? Eine Frage, die sich jedem stellt. Bin ich Terraner oder Solaner? Bin ich Hamburger, oder ist die Herkunft meiner Eltern noch wichtig? Muss es da einen Bruch geben, oder ist das einfach nur eine Weiterführung? Muss Papa Rhodan verärgert sein, wenn seine Kinder den Laden übernehmen und etwas anderes anstreben? Perry braucht da so lange, um das zu akzeptieren, wie fast jeder Vater, wenn der Sohn/die Tochter rebellieren.
Und er braucht zu lange, um die Sache ohne Schaden abzuschließen. Damit meine ich nicht Helma Burhlo, die wohl sowieso bei der Geburt gestorben wäre, sondern den Spaltpilz, den seine Hinhaltetaktik bei den Solanern auslöst. Sicher kann man davon ausgehen, dass die verschiedenen Gruppierungen sich auch ohne Rhodans Aktionen im Laufe der Zeit in die Haare bekommen würden, aber er gibt nun mal das Feindbild, das Fanatiker wie Terph brauchen, um ihre Taten zu rechtfertigen.

Es ist nicht klar, ob der Solaner-Zyklus der Atlan-Serie damals schon in WiVos Planung vorgesehen war (Atlan 500 kam gut 2 Jahre nach PR 907 heraus), aber es scheint mir nicht undenkbar, dass die Schilderung der Konflikte innerhalb der Solaner hier bewusst eingebaut wurde. Denn die Verzahnung des Solaner-Zyklus mit der SOL-Betschiden-Geschichte zwischen 1001-1050 ist sicher kein Zufall, sondern klassisches Marketing, das entsprechender Vorlaufzeit bedarf.
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Alexandra
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Re: Klassiker - Die Kosmischen Burgen (PR 900 - 999)

Beitrag von Alexandra »

Habe am Wochenende nur so weit aufgeholt, das der Vorsprung des Threads blieb, also bis zum Heft 911, und heute mit "Margor - grandeur et chute" angefangen, die ersten und die letzten Seiten von der "Truppe der Berserker".
Interessante Konstruktion, diese Gegenüberstellung unheimlich schnell wachsender, von impulsiven Gewaltschüben übermannten Menschen, wie sie auf ein unvoreingenommen denkendes Kind reagieren.
Mit Boyts winzigem Mund im Kindergesicht gibt es noch ein Kindermotiv. Das pervertierte Kind, der ewig unreife, nur körperlich Erwachsene. Was sich in seiem unproportionierten Körper noch mal ausbildet oder abbildet.
Mit den betrunkenen Siganesen gibt noch einmal groben Humor, wie er unserem HOT bei Tolot und Gucky so aufstieß.
Diese Szene war so mit Alltagsvokabeln gespickt, das muss ich mir irgendwann aufschreiben, dann setze ich es rein. Jetzt ist zu viel Sonne dafür.

Das Titelbild von 913 hat mich immer genervt, in der Geschichte das blasse, schwarzhaarige Kind mit verschatteten, tief in den Höhlen liegenden Augen, und dann im Bild das dralle Blondchen.
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Haywood Floyd
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Re: Klassiker - Die Kosmischen Burgen (PR 900 - 999)

Beitrag von Haywood Floyd »

Habe ich zwar damals gekauft, aber nie gelesen und auch das TiBi weckt nicht die geringste Erinnerung - seltsam, da ich ein recht visuell orientiertes Gedächtnis habe und Bilder eigentlich nie vergesse. Aber einerseits hatte ich in den späten 70ern so großes privates Tohuwabohu, dass ich die Romane kaum zur Kenntnis nahm, andererseits waren sie m.E. seit den 850ern einfach viel uninteressanter geworden - mein dann mit Band 1000 erfolgender Ausstieg warf seine Schatten voraus...
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Alexandra
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Re: Klassiker - Die Kosmischen Burgen (PR 900 - 999)

Beitrag von Alexandra »

@Haywood
Du verpasst echt was.
Wenn ich nicht diese Möglichkeit, die französische EA zu verfolgen, wahrnähme, würde ich micht jetzt auch nicht so viel mit diesen Romanen beschäftigen, aber ich bin echt froh, dass ich es tue.
Und relativ bald kommen dann auch die Flibustier... :wub:
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Richard
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Re: Klassiker - Die Kosmischen Burgen (PR 900 - 999)

Beitrag von Richard »

Hm .. den Teil des "Kosmischen Burgen" Zyklusses fand ich ehrlich gesagt nicht sonderlich toll als ich die Hefte las.
Ich habe sie erst deutlich später (also bezogen auf die EA) gelesen und war schon ueber 20 und irgendwie fand ich es schon recht an den Haaren herbeigezogen, dass die Flibuster dann als Vorlage fuer die
Spoiler:
.. Orbiter "verwendet" wurden und man ausgerechnet die Flibuster von der ANLAGE als Massstab für die in der Milchstrasse lebenden Voelker genommen wurden.
Gegen Ende des Zyklusses war dann oft genug die Rede von "Hordeninstinkt" und "Ritterwissen" in Zusammenhang mit Amtranik und Jen Salik ... hat mir irgendwie das Lesevergnuegen etwas gegtruebt weil spaeter dann vom in dem Abschnitt immer wieder mal so betonten "RItterwissen" bei Jen eigentlich nichts mehr zu spueren war. ....
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GruftiHH
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Re: Band 914 - Begegnung auf Zaltertepe (27.02.1979)

Beitrag von GruftiHH »

Untertitel: Abenteuer im Land der Riesen – und in der Stadt der Zwerge

Autor: H.G. Ewers


Bild

Baya Gheröl & Nistor

Nach der Notlandung auf Zaltertepe hat Baya Gheröl ziemliche Probleme mit der hohen Gravitation des Planeten. Die 9 Teile des Helk vereinigen sich, führen Lebenserhaltende und - rettende Maßnahmen durch und verstecken das Mädchen in einem Höhlensystem in der Khancoban-Plain. Einst haben hier Sternenfahrer notlanden müssen und haben eine Art Tempel errichtet, in dem Baya in Bildern die Lebensgeschichte der Sternenfahrer miterlebt. Doch das ist lange her.

Um die Ertruser abzulenken, teilt sich Nistor wieder und nur der Teil 9 bleibt bei Baya zurück. Die anderen verteilen sich. Baya wird von dem Stoßtrupp der Siganesen gefunden. Sie erklärt, dass in dem Höhlensystem ein Sektor 5 von Nistor liegt, dass repariert werden muss. Nistor erklärt sich bereit, den Siganesen zu helfen und bittet sie auch um Mithilfe bei der Suche nach dem Quellmeister. Die Siganesen untersuchen Sektor 5 und müssen jedoch in den Baum zurückkehren: Baya bleibt zurück und wird kurze Zeit später von den Ertrusern entdeckt.

Bagno Cavarett

Der siganesische Suchtrupp, der von Bagno Cavarett angeführt wird, will das Rätsel um das unbekannte Schiff lösen. Als ein ertrusisches Schiff über die Gruppe fliegt, geraten die Siganesen in einen Orkan. Auf der Suche nach Überlebenden, finden sie Study Broder tot in einem Netz einer Spinne gefangen. Sirke Fogel und Gadar Dreamer können gefunden und gerettet werden. Somit kann die Gruppe ihre Suche fortsetzen.

Im Baum wird Sektor 5 weiter untersucht und die Siganesen stoßen auf staubflockenartige Gebilde, die von ihnen Jewellys genannt werden.

Stadtmajor Kenar Tomp

Die Siganesen haben den Computer manipuliert und so führt der Stadtmajor seine Erkundungstruppen zu den Khancoban-Plains in der Hoffnung dort das Raumschiff der Siganesen zu finden.


Tramton Kalackai

Der Ertruser muss sich einer weiten Sorge stellen. Im Krankenhaus sind die Ärzte nicht mehr handlungsfähig, da sich eine Seuche ausbreitet, die Gedächtnisverluste verursacht. Es stellt sich heraus, dass der Pilz, der auch die Siganesen betroht, dafür verantwortlich ist.

Wapuk Torök

Der Chef der Ertrusischen Abwehr nutzt die Gelegenheit der "Seuche" und läßt Kenar Tomp, Quopa Xucko und Ruko Mamock verhaften. Ein Staatsstreich, der von langer Hand geplant worden ist. Er übernimmt die Macht. Doch ein Teil der Erstruser wollen nicht so, wie er will. Als Wapuk Torök den Befehl gibt, dass Baya gefoltert werden soll wird diese durch 5 Siganesen befreit, als ein Stromausfall, der von Quopa Xucko verursacht wurde, die Stadt lahmlegt. Prechtl Zompatz und Torpel Kifftick töten Wapu Torök bei einem Kampf. Der Staatsstreich ist beendet.

Angela Kysoli

Die Exobilogin stellt fest, dass die Jewellys durch den Quellmeister in den Helk eingebunden worden sind. Sie sollen die Funktionsfähigkeit erhalten. Desweiteren findet sie heraus, dass die Anti-Ortungsgeräte der Siganesen die Mutation des Pilzes verursacht. Zusammen mit Nestor entwickelt sie eine Neutraliserungsstrahlung. Nicht nur der Helk auch die Siganesen und Ertruser sind gerettet.

Ende

Da am Ende alle Fäden zusammengeführt werden, habe ich auf eine Unterteilung verzichtet.
Baya benutzt das Auge und will Boyt helfen, die Siganesen und Ertruser freunden sich an und der Helk sucht den Quellmeister - bzw. erst einmal Baya.


Persönliche Meinung

Was für ein toller zweiter Teil eines Doppelbandes. Hier fügen sich jetzt alle Fäden zusammen.Die Bedrohung des Pilzes ist großartig dargestellt. Was so eine kleine Spore ausrichten kann. Große Ertruser fällen und kleine Siganesen ihre Existens rauben.

Was mir nicht aus den Kopf will ist das Verhalten Bayas. Warum will sie Boyt helfen. Der war so schön in seiner Hyperraumnische entsorgt. Aber nein, Menschlichkeit muss sein..... grummel.
* Am Ende des Regensbogen sehen wir uns wieder. *
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HOT
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Re: Klassiker - Die Kosmischen Burgen (PR 900 - 999)

Beitrag von HOT »

Der zweite Teil hat zwar so seine Momente, gefiel mir aber nicht so gut wie Roman 913.

Ehrlich gesagt, bin ich mit den vielen Protagonisten bei Siganesen und Ertrusern, deren exotische Namen bis auf Herrn Fogel nicht recht einprägsam waren, durcheinander gekommen. Gegen Ende, wo es Aufklärung über die Zusammenhänge der Antigravstahlung und dem Pilzbefall und der Gehirnseuche der Ertruser gibt, hatte ich dann doch wieder Aha-Effekte.

Außerdem hatte ich das Gefühl, dass Ewer‘s Helk-Baya-Beziehung von der, die Vleck beschrieb, abwich.

Wie dem auch sei, Ewers baut halt gerne eine sehr komplexe eigene Welt auf, die den Haupthandlungsfaden fast vergessen lässt. Finde ich meistens gut – im 1. Teil – hier oft aber für mich etwas irritierend. Auch sein Humor „Kommt ein Fogel geflogen …“ war schon mal besser.

Hatte mich trotzdem - wie gesagt - zu seinen Planetenromanen 44 & 45 verführt (siehe Thema "MdI")
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DelorianRhodan
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Re: Klassiker - Die Kosmischen Burgen (PR 900 - 999)

Beitrag von DelorianRhodan »

Die Siganesen auf Zaltertepe, die hätten nicht sein müssen.
Mehr oder weniger überflüssiger Klamauk!
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Richard
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Re: Klassiker - Die Kosmischen Burgen (PR 900 - 999)

Beitrag von Richard »

Meiner Erinnerung nach haben die Siganesen auf Zaltertepe immerhin die Monosaera ueberstanden - im Gegensatz zu den Siganesen, die auf ihrem Heimatplanet doch sehr, sehr dezimiert und auch hinischtlich Lebenserwartung usw. veraendert/manipuliert wurden...
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GruftiHH
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Re: Band 915: Murcons Vermächtnis (6.3.1979)

Beitrag von GruftiHH »

Untertitel: In den Tiefen der kosmischen Burg – unter Geistern und Götzendienern

Autor: Kurt Mahr

Bild

Pankha-Skrin

Zusammen mit dem humpelnden Tantha ist der Quellmeister noch immer auf der Flucht vor den Zaphooren und auf der Suche nach einem Artefakt innerhalb der Komsichen Burg. Sie machen sich auf den Weg zur Schleierkuhle, tief unten in der Burg. Dabei ist ihnen Tollen Vollei und sein Suchtrupp dicht auf den Versen. Tantha benutzt seine Mimikry-Fähigkeit und verwandelt sich in einen Freidenker. Er unterwandert den Trupp und kann so vom Quellmeister ablenken. Tollen Vollei entdeckt erst spät die Täuschung und sint auf Rache.

Derweil betreten Pankha-Skrin und Tantha eine große Halle. Sie ist mit Leichen übersät und zwei Toren verhindern das Weiterkommen. Als die beiden ihre Verfolger bemerken gehen sie in Deckung.

Tolle Vollei und Hajik stehen plötzlich einem wirblenden Dunst gegenüber, der zu ihnen diabolisch spricht. Pankha-Skrin erscheint auf der Bildfläche und kann erneut den "Geist" vertreiben. Voller Angst fliehen die beiden Freidenker und lassen Pankha-Skrin zurück. Doch kurze Zeit später werden Tantha und der Quellmeister von bleichen Gestalten angegriffen. Tantha kann durch seine Mimikry-Fähigkeit entkommen, Pankha-Skrin wird gefangen genommen. Die Zaphooren bezeichen sich als Diener der Großen Gottheit Kukelstuuhr und wollen den Quellmeister Opfern. Doch wieder einmal kann Tantha den Quellmeister retten. Er erscheint als einer der gefürchteten Geister und vertreibt so die Zaphooren. Dann erhält Pankha-Skrin eine telephatische Botschaft und erfährt die Geschichte Murcons.

Die beiden setzten ihren Weg fort.


Murcon

Vergangenheit

Der Mächtige Murcon rettet den Freibeuter Arqualov aus einem wracken Raumschiff und dessen Mannschaft auf seine Burg. Diese wollen nicht mehr weg und die Gesellschaft blüht und gedeiht. Bald sind schon es schon 200 Personen.

Murcon bietet ihnen an, dass sie die Burg verlassen könnten und läßt Raumschiffe für die Freibeuter bauen. Danach begibt er sich auf die Ebene, um einen seiner Brüder zu Bestrafen. Arqualov und seine Mannen beschließen, Murcon nach dessen Rückkehr zu töten und die Burg als Ausgangsbasis für Reich zu machen. Doch der Mächtige erfährt den Plan. Im hohe Alter wird Arqualov und seine Gruppe von Murcon doch noch bestraft: Er verwandelt sie in körperlose, unsterbliche Wesen.

Nach tausenden von Jahren versuchen sie sich aus dem Gefängnis zu befreien. Doch in einem Raum stehen sie plötzlich dem Wesen Kukelstuuhr gegenüber. Murcon verbannt Irrit in den Körper des Ungeheuers und die anderen Geister müssen sich, da sie nicht mehr von dem Gefängnis geschützt sind (eine blaue Aura) selbst ernähren: Vom Unglück der eigenen Nachkommen.


Persönliche Meinung

Der erste Roman eines Doppelbandes von Kurt Mahr.

Und jetzt macht auch das Titelbild der französischen Ausgabe Sinn (Nummer 308). Es ist Kukelstuuhr.
* Am Ende des Regensbogen sehen wir uns wieder. *
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HOT
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Re: Klassiker - Die Kosmischen Burgen (PR 900 - 999)

Beitrag von HOT »

Wieder Mahrs Fantasy-Sprache, guter Schachzug.

Schön die deutschen Namen der Zaphooren, was das märchenhafte noch herausstreicht. SF ist ja eher voll Anglizismen. Murcons Burg ist wirklich eine eigene Welt und ich fand es interessant, sich mit Pankha-Skrin zu identifizieren, der sich nun mit den ganzen „Gewerkschaften“ herumschlagen muss.

„Freidenker“ ist eigentlich, so Wikipedia: „eine Bezeichnung für Menschen, die für eine selbständige und selbstverantwortliche Lebensgestaltung im Sinne der Aufklärung eintreten und jeden religiösen Glauben, Gottesglauben und kirchliche Dogmen ablehnen, oder allgemeiner, sich als Atheisten, Agnostiker, Skeptiker und säkulare Humanisten verstehen.“ Es gibt sogar einen Freidenkerverband, der – obwohl sozialistisch orientiert – in der DDR verboten war.

Wer hat sich da denn wieder anti-bürgerlich orientiert? Vlceck kann es nicht gewesen sein, Mahr hatte sich ja am Anfang des Schwarm-Zyklus ziemlich gegen langhaarige Aufmüpfigkeit positioniert, wenn ich das recht entsinne. Gehen eigentlich Exposés soweit, dass alle diese Namen vorgegeben werden? Dann zeichnet ja WiVo dafür verantwortlich.
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LaLe
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Re: Klassiker - Die Kosmischen Burgen (PR 900 - 999)

Beitrag von LaLe »

Des Quellmeisters Reise mit seinem Helk zu den Burgen war für mich das Highlight des Zyklus.
Da fand ich Kurt Mahr, den ich ansonsten erst sehr viel später zu schätzen lernte, schon einmal richtig gut.
Die Katze grinste.
"Hierzulande ist jeder verrückt. Ich bin verrückt. Auch du bist verrückt."
"Woher weißt du, dass ich verrückt bin?"
"Sonst wärst du nicht hier", antwortete die Katze.

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