Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

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R.B.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Genau. Jetzt ist es wieder da. Ich muss mal alles auf den Kopf stellen. Wer weiß, was ich da sonst noch entdecke.

Vielen herzlichen Dank für deine Infos!!!!

:st:
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R.B.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Als Atlan ein kurze Erzählpause einlegte, sah Gucky, dass sein alter Freund Perry genau wie er selber mit einen Sinnen in der Vergangenheit weilte. "Weißt du", Rhodan sah den Ilt an, "man hat mir damals vorgeworfen, ich wäre einfach zu neugierig gewesen. Schneller, weiter, höher. Das Universum sei kein Platz für olympische Spiele im Weltall, habe ich öfters gehört." Gucky warf einen fragenden Blick zurück. "Hätte ich damals meine Finger von Kahalo gelassen, wäre der ganze MdI Kram mit den Spätfolgen Zeitpolizei nicht passiert, hat man mir vorgeworfen."

"Quatsch", erwiderte Gucky. "Die Meister waren zwar Schwerverbrecher, aber blöd waren sie nicht. Machtlüsterne Lümmel, so sehe ich sie. Wenn wir damals nicht aktiv geworden wären, hätten sich diese Kerle über kurz oder lang in Richtung Milchstraße aufgemacht. Sie hätten mit ihren Duplos zuerst alles in Ruhe unterwandert und dann ohne Vorwarnung zugeschlagen. Nein. Das ist kein Argument. Wenn einer so kommt, soll er sich zu Hause einschließen und nicht vor die Tür gehen. Die Gurrads hätten zudem über kurz oder lang wieder mit ihren Experimenten angefangen und dann hätten wir unsere herzallerliebsten Zweitkonditionierten sowieso vor der Tür gehabt."
Er blickte Perry Rhodan nach dieser Erklärung triumphierend an. "Zugegeben", ergänzte der Mausbiber aber noch. "Damals ging uns ganz schön das Gesäß auf Grundeis."

Rhodans Laune wurde besser und er lachte leise. "Du kannst dich ja sogar zivilisiert ausdrücken, wenn du unbedingt willst. Wer hätte das gedacht?"

Gucky baute sich in seiner voller Größe von etwas mehr als einem Meter vor Rhodan auf. "Jetzt hör mir mal gut zu", dozierte er. "Erstens bin ich etwas an die 100 Jahr älter als du. Schon alleine deswegen erwarte ich mehr Respekt. Zum Zweiten habe ich nachweislich mehrfach das Universum gerettet und damit sämtliche Zivilisationen gleich mit. Da ist mir die Gabe des zivilisierten Redens und Verhaltens von alleine gegeben."

"Ich werde Bully mal fragen, was er von deinem zivilisierten Verhalten so hält", antwortete Rhodan. "Mal sehen, was er dazu sagt."
"Du kannst ihn dazu ja wieder in Grundstellung stehen lassen", grinste Gucky.

Die scheinbar sinnlose Alberei tat den uralten Freunden gut. Beide biologisch unsterblich und mit einer Riesenverantwortung belastet, kaum mal zur Ruhe kommend, brauchten sie diese Auszeiten. Sichu weiß schon, warum sie uns hier alleine lässt, dachte Rhodan.

Als sie sich erneut anblickten, sprach Atlan weiter.
Spoiler:
Bericht Atlan:

In einem Punkt ähnelte die Solare Flotte den Legionen des längst vergangenen Imperium Romanum. Die Verpflegung war in beiden Armeen gleich mies. "Das muss so sein", hat mir mal einer von den alten Römern erzählt - ich weiß nicht mehr, wer und wo das war. "Schlechtes Essen hält die Soldaten bei schlechter Laune. Dann kämpfen sie besser." Als besonders katastrophal erwies sich bei der CREST IV eine Fehlfunktion des schweren Materialtransmitters. 100 Stück Schlachtvieh hatte die USO den Hungerleidern auf Perrys Schiff spendiert. Die armen Tiere entmaterialisierten zwar, kamen aber nie auf der CREST an. Also gab es weiter haferschleimähnliches Zeug, morgens, mittags und abends. Mal gesüßt und mal gesalzen. Wenn ich darüber nachdachte, war mir völlig unklar, warum Rhodan von seinen Leuten derart verehrt wurde.

Als Kasom und ich mit Perry in dessen Kabine saßen, machte der Terraner sich Riesenvorwürfe, dass er OLD MAN nicht zerstört hatte, als sich die Gelegenheit ergab. "Ich hätte nicht auf Michael hören sollen", gestand er zerknirscht. Wir waren uns einig, dass der Riesenrobot eine große Gefahr für die Milchstraße darstellte. Zudem rieten die Haluter zum Angriff, da die Zeitpolizisten sich als äußerst hart und gnadenlos erwiesen hatten. Dabei waren unsere Träume in dieser Richtung ziemlich gleich - und der Grund, warum wir OLD MAN noch nicht angegriffen hatten. OLD MAN erobern, die Schwingungswächter verjagen und zu Hause in Ruhe abwarten, was die Zweitkonditionierten unternehmen, war unsere Hoffnung. Also hieß es abwarten. Ich hatte die Hoffnung, dass die Schwingungswächter nicht mit der Technik zurecht kamen. Grade, als ich das in unserem Gespräch eingewandt hatte, ging der Alarm los. OLD MAN bewegte sich in Richtung Milchstraße. Danach war alles und alle Argumente vergessen, Perry befahl zunächst, dass alle, die nicht auf die CREST gehörten, zurück auf ihre Schiffe sollten. Für Danton, Masut, Kasom und mich war das selbstverständlich - wozu waren unsere Flaggschiffe vor Ort? Im Anschluss sollte der Angriff erfolgen.

Als es losging, wusste Perry nicht, dass wir vier noch auf der CREST IV waren. Das sollte Folgen haben.

Direkt zu Kampfbeginn erstellten die Zweitkonditionierten ein Paratronfeld, die Energie von sage und schreibe 40.000 Gigabomben wurde wie von einem Staubsauger abgesaugt. In Folge griffen die Haluter ein, dockten an der CREST an und hüllten beide Schiffe in ein paratronähnliches Feld. Das Verteidigungssystem OLD MANs sollte an einer Stelle aufgerissen werden. Genau in diesem Moment würden wir vom Transmitter abgestrahlt. Was dann passierte, konnten wir erst später nachvollziehen.

Begriffen hatte es keiner so richtig. Es gab wohl eine Reaktion der beiden Paratronfelder, dies führte zu einer Entmaterialisierung der CREST und des angeflanschten Haluterschiffes. Als alles vorbei war, verspürten 5.000 Mann Besatzung einen grauenhaft heftigen Rematerialisierungsschmerz.

Unser Transmittersprung endete zudem auch nicht wie erwartet auf unseren Schiffen. Wir rematerialisierten nur um Teil: Als eine Art halbstofflicher Gespenster geisterten wir herum, auf die vor uns liegenden radioaktiven Gewebeklumpen schauend. Wir konnten uns untereinander verständigen, hatten aber keinen Kontakt zur Außenwelt. Perry versuchte es trotzdem und redete mit diesen Klumpen, die ein Teil von uns waren. In all diesem Chaos begab ich mich, Geisterwesen wie ich war, in die Zentrale und versuchte über meinen Extrasinn zu John Marshall und Gucky Kontakt aufzunehmen. Gucky hatte mich schließlich erkannt und Tolot präsentierte die Lösung unseren kleinen Problems. Jeder unserer Pseudokörper kam samt dem dazugehörigen halbstofflichen Ich in einen eigenen Kleintransmitter. Danach waren nur noch Schmerzen.

Als wir wieder klar denken konnten, waren wir wieder komplett, ein Arzt nahm uns in Empfang und versorgte uns.

In der Zwischenzeit hatte Tolot festgestellt, wo die CREST IV wieder materiell geworden war: Wir befanden uns in der 30 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxis M 87.
Ein typischer Scheer. Er hat es ausgezeichnet verstanden, einer Handlung, klar in Richtung A gehend, eine plötzliche Kehrtwendung in Richtung B zu verpassen. Das war einer von diesen Teilen. Ich denke, niemand hatte damals M 87 auf dem Plan. 30 Millionen Lichtjahre, heute für die RT ein größerer Katzensprung in der PR Technik, damals unüberwindbar. Die neue Marschrichtung ist vorgegeben.

Was ist mir besonders aufgefallen?

1. Reginald Bull war damals nichts anderes als ein besserer Befehlsempfänger. Das hat nichts mit einem Rückblick aus heutiger Zeit zu tun, das war schon immer meine Meinung. Spätestens in dem Moment, wo Rhodan die Bühne betritt, hat er nichts mehr zu sagen. Er sogar dann nix mehr zu kamellen, wenn Rhodan die Bühne verlässt. Er darf dann den Oberbefehl über die Flotte Atlan antragen. Das braucht er in Folge nicht, weil unser Häuptling Weisshaar ja mit verschwunden ist. Und schon geht es los: Das darf keiner wissen, das die beiden weg sind - weiß der Geier, was sonst im Imperium und auf der Erde passiert.
Äh.
Dann darf man sich nicht so einen Großadministrator anschaffen, der immer und überall an vorderster Front zu finden ist. Da unser größter aller großen Meister aber überall mitmischt, läuft das Solare Imperium ständig in Gefahr, auseinanderzufallen. Mit einem derartigen "ersten Mann" wie Rhodan ist ein solches Staatsgebilde auf Dauer nicht funktionsfähig, denke ich. Das ist in heutiger Zeit besser gelöst. Rhodan ist eine Art freier Mitarbeiter und kann gondeln, wohin er will, ohne dass die Milchstraße explodiert...

2. Die Einlage mit den verunglückten Transmittersprüngen wirkt auf mich überflüssig und dient meines Erachtens nur dazu, den Roman vollzukriegen. Spannung baute sich für mich keinen Meter auf.

3. Laut Scheer waren auf OLD MAN 6 Zeitpolizisten. Wo kamen die denn her? Hab ich was überlesen? Wir hatten Tro Kohn und die drei Kerle, die im Vorband dazu gekommen sind. Macht also Vier.

4. Die letzte Seite: Der Atlan behandelnde Arzt, Dr. Jussuf el Hamrid, legte einen Teppich auf dem Boden des Schiffes aus und kniete sich darauf. Atlan macht eine schräge Bemerkung, ob der Doc denn Tolots Füße küssen will. El Harmid erklärt Atlan lächelnd, die Zeit des Abendgebetes sei gekommen und es gebe hier leider keinen Raum, in den er sich zurückziehen könne. Atlan ist danach peinlich berührt.
Respekt, K.H. Scheer. Er thematisiert Menschen mit anderem Glauben, eben Moslems, in einer Zeit, in der man den Islam wohl hauptsächlich aus Karl May Büchern kannte. Und Atlan läuft tatsächlich mal vor die Pumpe, auch wenn er schon halb eingeschlafen ist.

Ein Roman mit Glanzlichtern, aber auch Durchhängern. Scheer hatte schon bessere Teile geschrieben als Band 327 mit den vier Unheimlichen.
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AARN MUNRO
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Berauschend war das Heft nicht, hatte aber ein paar interessante Aspekte.Ohnehin finde ich die kommende M87-Ebene schwächlich, bis zum Band 340, wo es dann richtig losgeht.Die Milchstraßenebene ist momentan spannender.
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R.B.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

In Band 328 - Die Flotte der gläsernen Särge - erzählt William Voltz von den ersten Erlebnissen in der fremden Galaxis.

Es ist schwierig. Es scheint die ersten Besatzungsmitglieder zu geben, die sich mit der Situation der CREST IV nicht abfinden wollen oder nur schwer abfinden können. Einige Leute stellen Forderungen: Rhodan solle klar und deutlich sagen, wo die CREST genau ist. Zum Zweiten will man wissen, ob es eine Möglichkeit gibt, die 30 Millionen Lichtjahre zu überbrücken. Letztlich solle Rhodan für den Fall, dass die Heimkehr unmöglich ist, einen Planeten zwecks Besiedelung finden.

Atlan ist in der Zwischenzeit bei den Halutern zu Besuch. Icho Tolot ist völlig fertig mit seiner Welt und überschüttet sich mit bitteren Selbstvorwürfen. Er hält sich für den Schuldigen an der momentanen Misere und befürchtet Meutereien. Durch die Wirkung mehrerer gleichzeitig arbeitender Dimensionstransmitter seien seine Kinder ins Verderben geführt worden, sagt er. Zudem haben die empfindlichen Dimetranstriebwerke einen mitgekriegt und somit sei ein Rückflug völlig unmöglich. Atlan und Tolot sind sich einig, dass diese Nachricht nur an Rhodan und niemanden sonst gehen darf, um die Besatzung nicht noch mehr zu demoralisieren.

An Bord der CREST IV will Rhodan aus dem derzeitigen Gebiet verschwinden und erstmal in Richtung Leerraum fliegen. Just in dem Moment, als das Schiff in den Linearraum eintreten will, gibt die Ortung Alarm. 2000 Strukturerschütterungen erden festgestellt, der Übergang in den Linearraum wird abgebrochen.

Der Grund für den Alarm sind sargähnliche Schiffchen, in denen pro Sarg ein circa 90 cm großes humanoides Wesen liegt und entweder schläft oder tot ist. Reaktionen auf Funksprüche kommen keine. Rhodan will die Dinger untersuchen und lässt eines dieser Teile an Bord holen. Dort kriegen unsere Helden den seltsamen Sarg mit telepathischer Hilfe von John Marshall geöffnet. Das hätten die Herrschaften besser nicht getan. Der Zwerg wird wach und verschwindet sofort. Marshall berichtete danach, das Wesen habe vor, die CREST zu vernichten.

Der Rest - und damit der größte Teil des Romans - beschäftigt sich damit, wie der Gnom den terranischen Riesenraumer attackiert. Ein paar Zerstörungen hier, ein paar Angriffe dort, zu packen ist er nicht. Selbst Gucky und Ras Tschubai können ihn nicht festnageln, weil er immer blitzartig verschwindet. Da trifft es sich gut, dass es bei Rhodans für alle Situationen den passenden Mutanten gibt: Mit Hilfe des Teleoptikers Ralf Marten und diverser HÜ Schirmprojektoren macht man den Kleinen dingfest. Bevor es zu einer Kontaktaufnahme kommen kann, zerfällt er komplett zu Staub.

Im weiteren Verlauf merkt die Chefebene, dass er sämtliche Wasservorräte der CREST vergiftet hat. Bei Genuss dieses Wasser stirbt man innerhalb von drei Minuten - die Aktionen des Männleins kosten 33 Mann das Leben. Nur das Wasser von zwei Beibooten und das in den Raumanzügen ist noch trinkbar. Schlecht, wenn die Nahrungsmittel zu 99,9 % aus dehydriertem Zeug besteht. Rhodan weiß also, was er im Folgeband zu tun hat.



In diesem Roman kam die Handlung keinen Meter vorwärts. Wir lesen, dass der Antrieb des Haluterschiffes nicht mehr funktioniert, dass einige Besatzungsmitglieder nicht mit Rhodan einverstanden sind und dass ein 90 cm kleiner Gnom es fast schafft, die CREST IV zu vernichten. Die Katastrophe ist fast perfekt.
Es ist aber ein typischer Voltz - Roman: Der größte Teil des Bandes beschäftigt sich mit dem kleinen Kerl. WiVo kann es, seine Schreibe ist fantastisch und mitreißend. Auch hier ist wieder diese fast schon dämonische Art - genauer beschreiben kann ich das nicht, man muss es selber gelesen haben.

Jetzt zur Handlung: Unser lieber Perry Rhodan sollte in unbekannten Gefilden besser Vorsicht walten lassen. Zuerst begibt man sich in ruhige Gefilde. Dann stellt man fest, wo man ist. Erst danach beschäftigt man sich mit der ortsansässigen Bevölkerung. Und nicht unmittelbar nach dieser Riesentransition.

Natürlich kann man argumentieren, das waren ja nur kleine Särge und die Typen darin waren augenscheinlich tot. Ja. Stimmt. Aber Rhodan hat grundsätzliche Vorsichtsmaßnahmen nicht ergriffen und ist schuld am Tod von 33 Besatzungsmitgliedern. Wenn ich an einem total fremden Ort so ein Teil an Bord ziehe, kann ich nicht einfach so mitten in der Zentrale sagen, dass mal einer diese Kiste öffnen soll. Sowas kann ganz gewaltig schief gehen.
Sohnemann hat das andere Ansichten: "Etwas von diesem Mann (Rhodan) war schon jetzt in ihnen allen und machte sie stark, um in diesem Universum bestehen zu können."

Hm. Da kann man auch anderer Meinung sein. Ob die Sargöffnung im Exposé vorgegeben war? Ich bin überzeugt, der Roman hätte in heutigen Tagen für treffliche Diskussionen im Forum gesorgt.
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AARN MUNRO
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Stimme zu.War auch nie wirklich mit dem Band zufrieden, selbst damals nicht. Wie ein (späterer) Okefenokee (nicht hyperregeneriert) wirkte er aber auch nicht.War irgendwie anders beschrieben. Da waren die Exposès vielleicht noch nicht so abgestimmt wie in Band 360 später.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Faktor10 »

Ob die Sargöffnung im Exposé vorgegeben war?


Ich denke ja. Ist KHS wohl wichtig das der geneigte Leser später denkt. Ups, das sind sie. Das wohl wichtigste Volk in M87.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Faktor10 hat geschrieben: 4. Februar 2020, 19:41 Ob die Sargöffnung im Exposé vorgegeben war?


Ich denke ja. Ist KHS wohl wichtig das der geneigte Leser später denkt. Ups, das sind sie. Das wohl wichtigste Volk in M87.
Ja. Aber der muss sehr verwirrt gewesen sein. Wie ein "Mehrdenker" jedenfalls verhielt sich dieser Zweg nicht. Vielleicht war er ja psychisch krank gewesen oder so.Auch phänotypisch ähnelt er den späteren Okefenokees wenig (aus der Beschreibung der Erzählhandlung eruiert, nicht vom Titelbild :D )
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Nach einem sehr ordentlichen Darlton, einem Scheer und einem Voltz kommt in Band 329 H.G. Ewers. Das Schicksal kann schon hart zuschlagen. Ewers führt uns zu einem amoklaufenden Planeten.

Bevor wir dort ankommen, sind wir an Bord der CREST IV und versuchen, nicht zu verdursten. Anfangs bemüht der Autor die handelnden Personen noch um einige schale Scherze, später lesen wir nur noch von trockenen Hälsen. Aber die Stimmung, die ein WiVo in einem solchen Brand verbreitet hätte, stellt sich hier nicht ein. Natürlich schildert Ewers das Leid der Verdurstenden, aber irgendetwas fehlt in dem Roman. Es kommt nicht richtig rüber.

Kurz bevor alle - und allen voran die Ertruser - vertrocknen, findet man tatsächlich einen Wasserplaneten, der in Folge auf den Namen Clearwater III hören wird. Die Besatzung erhält Aufputschmittel, weil die CREST von den Halbtoten, die an Bord sind, nicht sicher gelandet werden kann. Die Haluter helfen mit und das terranische Schiff kann landen.

Um die Verdurstenden daran zu hindern, zuviel Wasser zu trinken, riegelt Rhodan das Gebiet um das Wasser herum mit Robotern ab. Die vergiftete Brühe wird abgelassen, neues Wasser soll an Bord geholt werden. Nahrung soll auch dazu kommen, man findet schnell passende Tiere, die sich scheinbar anbieten, um abgeschossen zu werden. Man holt das Viehzeug an Bord und stellt (natürlich) fest, dass die Schafsähnlichen allesamt vergiftet sind. Es entsteht ein Riesendurcheinander, das Wasser spaltet sich in Wasserstoff und Sauerstoff auf und man läuft in Gefahr, dass die CREST durch dieses Knallgasgemisch explodieren wird.
Hintergrund ist eine Symbiose aller Geschöpfe dieses Planeten. Obwohl die Nahrungskette mit fressen und gefressen werden normal funktioniert, arbeiten im Bedrohungsfalle alle Lebewesen gegen einen Feind zusammen.

John Marshall spürt einen durch das abgelassenen Wasser vergifteten Eingeborenen Clearwaters auf, die Terraner können ihn heilen. Darauf hin erlauben ihm die Ureinwohner des Planeten die Wasseraufnahme. Neue Nahrungsmittel bekommt man aber nicht. Die CREST startet und geht auf Suche nach etwas zu essen.

Der Roman hat mich nicht überzeugt. Er wirkt wie ein Lückenfüller und außer dass wieder Wasser an Bord, schreitet die Handlung nicht voran. Er wirkt auf mich weder spannend noch spannend geschrieben. Schade, Ewers konnte es besser.

Vor dem nächsten Roman muss ich mir erst einen Ruck geben. Ich weiß dass, "ein Mann wie Rhodan" von WiVo gut geschrieben ist, aber die Thematik hat mich noch nie überzeugt. Bull & Co präsentieren einen Ersatz - Perry, damit das Leben weitergehen kann. Ich weiß nicht, ich weiß nicht. Ein derart auf eine Person abgestelltes Staatsgebilde wie das Solare Imperium wäre aus meiner Sicht nicht existenzfähig. Aber aufgeregt wird sich später. Ich warte jetzt auf den Ruck....
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Faktor10 »

Ich fand den Roman auch langweilig.Dieser könnte bei den Sibs ,wenn es schon sein muss, raus genommen werden.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Richard »

Da der M87 Zyklus schon vor Jahrzehnten in den Silberbänden erschien ist diese Entscheidung v.w. nicht reinnehmen/nur gekürzt reinnehmen etc. schon längst getroffen worden.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Band 330 wurde übrigens aus den SiBäs rausgenommen, wie überhaupt diese ganze Doppelgangergeschichte um Heiko Anrath dort nicht existiert.
Daher kommt auch dert spätere Band "Verrat auf OLD MAN" nicht vor.Offizielle Begründung damals: Man hätte
a) der ganzen Galaxis und ihren Spionen nicht verheimlichen können, dass Rhodan weg ist
und b) man hätte so der Wiederholung der Doppelgängersache mit Band 600 keinen Vorschub geleistet

Vom Psychologischen her hatte WiVo diesen Band 330 übrigens ganz gut geschrieben, meiner Meinung nach. Das Titelbild hingegen ist eher markig.
Band 329 hingegen ist nicht nur prinzipiell überflüssig, für mich ist er auch "clarkig".(Tolles Adjektiv, nicht? :D ) Das Thema ist sehr nach dem Geschmack von CD, aber HGE konnte auch nicht mehr daraus machen, leider.Die letzten beiden Bände waren für mich persönlich der Tiefpunkt dieses Zyklus. Ab jetzt geht es aufwärts.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Richard »

AARN MUNRO hat geschrieben: 10. Februar 2020, 11:25 Band 330 wurde übrigens aus den SiBäs rausgenommen, wie überhaupt diese ganze Doppelgangergeschichte um Heiko Anrath dort nicht existiert.
Daher kommt auch dert spätere Band "Verrat auf OLD MAN" nicht vor.Offizielle Begründung damals: Man hätte
a) der ganzen Galaxis und ihren Spionen nicht verheimlichen können, dass Rhodan weg ist
und b) man hätte so der Wiederholung der Doppelgängersache mit Band 600 keinen Vorschub geleistet
Ich habe diese Begründung ( b) schon für sehr seltsam gehalten - es dauerte doch etliche Jahre bis man bei den Silberlingen vom M87 Zyklus bis zu den 600er Banden/Kosmisches Schachspiel kam. Zudem: in der EA hat man das den Lesern zugemutet ... warum nicht auch in den Silberingen.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von nanograinger »

Richard hat geschrieben: 10. Februar 2020, 13:54
AARN MUNRO hat geschrieben: 10. Februar 2020, 11:25 Band 330 wurde übrigens aus den SiBäs rausgenommen, wie überhaupt diese ganze Doppelgangergeschichte um Heiko Anrath dort nicht existiert.
Daher kommt auch dert spätere Band "Verrat auf OLD MAN" nicht vor.Offizielle Begründung damals: Man hätte
a) der ganzen Galaxis und ihren Spionen nicht verheimlichen können, dass Rhodan weg ist
und b) man hätte so der Wiederholung der Doppelgängersache mit Band 600 keinen Vorschub geleistet
Ich habe diese Begründung ( b) schon für sehr seltsam gehalten - es dauerte doch etliche Jahre bis man bei den Silberlingen vom M87 Zyklus bis zu den 600er Banden/Kosmisches Schachspiel kam. Zudem: in der EA hat man das den Lesern zugemutet ... warum nicht auch in den Silberingen.
Ääh, in der EA zur Zeit des M87-Zyklus wusste man noch nichts vom "Kosmischen Schachspiel". B-)

Band 330 ist zumindest teilweise in SiBa 37 enthalten, aber die Heiko Anrath-Geschichte wohl nicht. Übrigens wurde auch die Geschichte um die "Konferenz der Verräter" Band 419 aus den SiBas weggelassen. Auch dort wurde ja die Story "ohne die Person Rhodan bricht die Welt zusammen" variiert. Man braucht nicht viel Phantasie, um die Bewegungsgründe dafür zu erahnen...

Es ist auch interessant, dass sowohl die Heiko Anrath-Geschichte als auch die "Konferenz der Verräter"-Geschichte von Willi Voltz geschrieben wurde.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von thinman »

nanograinger hat geschrieben: 10. Februar 2020, 16:00
Richard hat geschrieben: 10. Februar 2020, 13:54
Ich habe diese Begründung ( b) schon für sehr seltsam gehalten - es dauerte doch etliche Jahre bis man bei den Silberlingen vom M87 Zyklus bis zu den 600er Banden/Kosmisches Schachspiel kam. Zudem: in der EA hat man das den Lesern zugemutet ... warum nicht auch in den Silberingen.
Ääh, in der EA zur Zeit des M87-Zyklus wusste man noch nichts vom "Kosmischen Schachspiel". B-)

Band 330 ist zumindest teilweise in SiBa 37 enthalten, aber die Heiko Anrath-Geschichte wohl nicht. Übrigens wurde auch die Geschichte um die "Konferenz der Verräter" Band 419 aus den SiBas weggelassen. Auch dort wurde ja die Story "ohne die Person Rhodan bricht die Welt zusammen" variiert. Man braucht nicht viel Phantasie, um die Bewegungsgründe dafür zu erahnen...

Es ist auch interessant, dass sowohl die Heiko Anrath-Geschichte als auch die "Konferenz der Verräter"-Geschichte von Willi Voltz geschrieben wurde.
Ist eigentlich der Band 193 in den Ausgelagerten Plophos TBs drinnen ? Der Teil am Ende, wo Rhodan so plötzlich seine eigene Grabrede im Parlament unterbricht, ist ja auch nicht ohne, genauso wie der Strafgesetzbuchparagraph in der Verfassung. Da läßt sich der der inoffizielle Kommentar zu den Ereinissen in einem bayrischen Ferienort im Frühsommer 1934 erahnen.

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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von nanograinger »

thinman hat geschrieben: 10. Februar 2020, 18:01
nanograinger hat geschrieben: 10. Februar 2020, 16:00
Richard hat geschrieben: 10. Februar 2020, 13:54
Ich habe diese Begründung ( b) schon für sehr seltsam gehalten - es dauerte doch etliche Jahre bis man bei den Silberlingen vom M87 Zyklus bis zu den 600er Banden/Kosmisches Schachspiel kam. Zudem: in der EA hat man das den Lesern zugemutet ... warum nicht auch in den Silberingen.
Ääh, in der EA zur Zeit des M87-Zyklus wusste man noch nichts vom "Kosmischen Schachspiel". B-)

Band 330 ist zumindest teilweise in SiBa 37 enthalten, aber die Heiko Anrath-Geschichte wohl nicht. Übrigens wurde auch die Geschichte um die "Konferenz der Verräter" Band 419 aus den SiBas weggelassen. Auch dort wurde ja die Story "ohne die Person Rhodan bricht die Welt zusammen" variiert. Man braucht nicht viel Phantasie, um die Bewegungsgründe dafür zu erahnen...

Es ist auch interessant, dass sowohl die Heiko Anrath-Geschichte als auch die "Konferenz der Verräter"-Geschichte von Willi Voltz geschrieben wurde.
Ist eigentlich der Band 193 in den Ausgelagerten Plophos TBs drinnen ? Der Teil am Ende, wo Rhodan so plötzlich seine eigene Grabrede im Parlament unterbricht, ist ja auch nicht ohne, genauso wie der Strafgesetzbuchparagraph in der Verfassung. Da läßt sich der der inoffizielle Kommentar zu den Ereinissen in einem bayrischen Ferienort im Frühsommer 1934 erahnen.

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Band 193 ist der namensgebende Teil des Plophos Band 3 "Panik im Sonnensytem" von 2006 und wurde bereits im Jahre 2000 als Blauband 70 neu herausgebracht. Was dort genau steht, kann ich nicht sagen, und ich weiß auch nicht, wo der Bezug zum "Röhm-Putsch" sein soll (den du vermutlich meinst?).
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Richard »

nanograinger hat geschrieben: 10. Februar 2020, 16:00
Richard hat geschrieben: 10. Februar 2020, 13:54
AARN MUNRO hat geschrieben: 10. Februar 2020, 11:25 Band 330 wurde übrigens aus den SiBäs rausgenommen, wie überhaupt diese ganze Doppelgangergeschichte um Heiko Anrath dort nicht existiert.
Daher kommt auch dert spätere Band "Verrat auf OLD MAN" nicht vor.Offizielle Begründung damals: Man hätte
a) der ganzen Galaxis und ihren Spionen nicht verheimlichen können, dass Rhodan weg ist
und b) man hätte so der Wiederholung der Doppelgängersache mit Band 600 keinen Vorschub geleistet
Ich habe diese Begründung ( b) schon für sehr seltsam gehalten - es dauerte doch etliche Jahre bis man bei den Silberlingen vom M87 Zyklus bis zu den 600er Banden/Kosmisches Schachspiel kam. Zudem: in der EA hat man das den Lesern zugemutet ... warum nicht auch in den Silberingen.
Ääh, in der EA zur Zeit des M87-Zyklus wusste man noch nichts vom "Kosmischen Schachspiel". B-)
Aber man wusste um die Story von Heiko Anrath als man das "Kosmische Schachspiel" plante .....
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von nanograinger »

Richard hat geschrieben: 10. Februar 2020, 19:46
nanograinger hat geschrieben: 10. Februar 2020, 16:00
Richard hat geschrieben: 10. Februar 2020, 13:54
AARN MUNRO hat geschrieben: 10. Februar 2020, 11:25 Band 330 wurde übrigens aus den SiBäs rausgenommen, ....Offizielle Begründung damals: Man hätte
... b) man hätte so der Wiederholung der Doppelgängersache mit Band 600 keinen Vorschub geleistet
Ich habe diese Begründung ( b) schon für sehr seltsam gehalten - es dauerte doch etliche Jahre bis man bei den Silberlingen vom M87 Zyklus bis zu den 600er Banden/Kosmisches Schachspiel kam. Zudem: in der EA hat man das den Lesern zugemutet ... warum nicht auch in den Silberingen.
Ääh, in der EA zur Zeit des M87-Zyklus wusste man noch nichts vom "Kosmischen Schachspiel". B-)
Aber man wusste um die Story von Heiko Anrath als man das "Kosmische Schachspiel" plante .....
Ach so meintest du das. Aber "man" zum Zeitpunkt des "Schachspiels" (1973) war nicht mehr "man" als "man" die SiBas zu M87 herausbrachte (um 1990).
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AARN MUNRO
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

R.B. schreibt:
Bevor wir dort ankommen, sind wir an Bord der CREST IV und versuchen, nicht zu verdursten. Anfangs bemüht der Autor die handelnden Personen noch um einige schale Scherze, später lesen wir nur noch von trockenen Hälsen. Aber die Stimmung, die ein WiVo in einem solchen Brand verbreitet hätte, stellt sich hier nicht ein. Natürlich schildert Ewers das Leid der Verdurstenden, aber irgendetwas fehlt in dem Roman. Es kommt nicht richtig rüber.
Das mit dem Verdursten hatten wir schon mal im MDI-Zyklus. Auch dort hatte mich das gewundert. Man atmet ja Sauerstoff und Wasserstoff ist überall im Universum zu finden (nach Einstein sehr massig zusammen mit der Dummheit oder so ähnlich). es sollte also für eine technisch fortgeschrittene Gesellschaft, auch und gerade an Bord eines Raumschiffes, wo die Ressorcen immer knapp bzw. begrenzt sind, möglich sein, Wasser technisch aus den Elementen zu bilden, also direkt hertzustellen.Im Notfall schirmt man diesen Prozess eben mit Schutzschirmen ab, falls es "heftig" wird.Dazu benötigt man keinen zu suchenden Wasserplaneten.Aber dann hätte man zugegeben nicht die Handlung dort ... :D
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von nanograinger »

AARN MUNRO hat geschrieben: 11. Februar 2020, 08:26 R.B. schreibt:
Bevor wir dort ankommen, sind wir an Bord der CREST IV und versuchen, nicht zu verdursten. Anfangs bemüht der Autor die handelnden Personen noch um einige schale Scherze, später lesen wir nur noch von trockenen Hälsen. Aber die Stimmung, die ein WiVo in einem solchen Brand verbreitet hätte, stellt sich hier nicht ein. Natürlich schildert Ewers das Leid der Verdurstenden, aber irgendetwas fehlt in dem Roman. Es kommt nicht richtig rüber.
Das mit dem Verdursten hatten wir schon mal im MDI-Zyklus. Auch dort hatte mich das gewundert. Man atmet ja Sauerstoff und Wasserstoff ist überall im Universum zu finden ...
Wasserstoff ja, Sauerstoff ist relativ dazu selten.
AARN MUNRO hat geschrieben: . es sollte also für eine technisch fortgeschrittene Gesellschaft, auch und gerade an Bord eines Raumschiffes, wo die Ressorcen immer knapp bzw. begrenzt sind, möglich sein, Wasser technisch aus den Elementen zu bilden, also direkt hertzustellen.Im Notfall schirmt man diesen Prozess eben mit Schutzschirmen ab, falls es "heftig" wird.Dazu benötigt man keinen zu suchenden Wasserplaneten.Aber dann hätte man zugegeben nicht die Handlung dort ... :D
Wasser hätte man relativ einfach aus einem Kometen gewinnen können, auch ohne erdähnlichen Sauerstoffplaneten. Nukleosynthese in den benötigten Mengen stelle ich mir aber schwierig vor. Dafür sind Raumschiffe nicht ausgelegt, sie recyclen Wasser und Sauerstoff (und alles andere, wenn es geht).

Dass die Wasservergiftungsstory eine hanebüchene Konstruktion ist, ist wohl jedem klar.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von thinman »

nanograinger hat geschrieben: 10. Februar 2020, 18:44
thinman hat geschrieben: 10. Februar 2020, 18:01 Da läßt sich der der inoffizielle Kommentar zu den Ereinissen in einem bayrischen Ferienort im Frühsommer 1934 erahnen.

thinman
Band 193 ist der namensgebende Teil des Plophos Band 3 "Panik im Sonnensytem" von 2006 und wurde bereits im Jahre 2000 als Blauband 70 neu herausgebracht. Was dort genau steht, kann ich nicht sagen, und ich weiß auch nicht, wo der Bezug zum "Röhm-Putsch" sein soll (den du vermutlich meinst?).
Danke. Würde hier an dieser Stelle definitiv OT werden. Der inoffizielle Kommentar seitens der Juristen zu dieser Säuberungsaktion (ein Putsch ist etwas völlig anderes, ich bevorzuge "Nacht der langen Messer") war ein kleiner nicht ernstgemeinter Vorschlag für eine Verfassungsänderung. "Der Reichspräsident ernennt und erschießt die Reichsminister persönlich."

Aber wie gesagt, das ist hier vollkommen OT, das müßte man entweder im Thread über die 150ff oder den Monitorbericht diskutieren.

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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Nukleosynthese einiger tausend Tonnen Frischwasser sollte für die fortgeschrittene Terra-Tech des 25. Jahrhunderts, auch an Bord von Raumschiffen, eigentlich ein Klacks sein.Aber zugegeben: die Kometenlösung wäre am besten.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Die Beiden sind jetzt schon 5 Stunden bei Atlan, dachte Sichu Dorksteiger. Ob ich mal einen Blick auf sie werfen darf? fragte sie sich, wohl wissend, dass sie in Gefahr lief, zu sehr in die Intimsphäre der Freunde einzudringen. Sie baute ein Sicht- und Schallschutzfeld auf und sah auf das sich aufbauende Holo aus Atlans Raum in der Bordklinik. Der Arkonide lag auf einer Antigravliege, die sich seinem Körper genau angepasst hatte. Einer der Ärzte, wie heißt der doch gleich noch, stand im Gespräch mit Perry und Gucky.

"Ich denke, er hat den ersten Teil seiner Geschichte erzählt", sagte der Arzt. "Jetzt braucht er ein bis zwei Stunden Ruhe, um sich zu sortieren. Dann wird es weitergehen", sagte der Gehirnspezialist mit Sonderfachrichtung arkonidische Extrasinne. "Kein Grund, sich Sorgen zu machen."
"Danke, Doc", meinte Gucky dazu. "Ja, da ist nichts mehr. Als ob er ganz weg wäre in seinem komatösen Zustand. Auch von dem Extrasinn ist nichts mehr festzustellen. Naja, unser Häuptling Weißhaar wird schon wieder auf die Füße kommen. Die Frage aller Fragen ist nur, wieviel er noch erzählen wird."
Auch Rhodan bedankte sich bei dem Arzt, der noch antwortete, für Selbstverständlichkeiten brauche man nicht zu danken und sich danach verabschiedete. "Ihr wisst ja, wo ich zu finden bin", anschließend verließ er den Raum.

"Das war ja damals eine heftige Zeit", sinnierte Gucky. "Wie stehst du eigentlich heute dazu?"

Ja, das möchte ich auch wissen, dachte Sichu. Gleichzeitig befürchtete sie, nunmehr endgültig zu sehr ins Private hineinzuhorchen und schaltete das Holo wieder ab. Sie würde alles beizeiten erfahren. Wenn wir überhaupt irgendwann mal genug Zeit haben, ging ihr noch durch den Kopf. Unmittelbar danach sprach sie Jemand an. Sie durfte sich wieder der Gegenwart widmen und hatte Perry, Atlan und Gucky umgehend vergessen.

"Ich fürchte, es war eindeutig zu viel Perry Rhodan", antwortete dieser auf Guckys Frage. "Immer vorne dabei, gleichzeitig gewählter Großadministrator und Staatschef - das empfinde ich heute als verantwortungslos."

"Sieh mal an, unser Perry wird altersweise", grinste Gucky. "Eigentlich warst du die galoppierende Unvernunft, aber das hätte dir mal einer sagen sollen. Den hättest du ohne Raumanzug aus der Schleuse geworfen."

Wieso werde ich in diesem Raum nur mit Peinlichkeiten aus der Vergangenheit überhäuft?, dachte Rhodan verwirrt. Gucky weiß ganz genau, was jetzt in mir vorgeht, wenn ich seine gute Laune betrachte. Wenn Atlan das nächste Mal seinen Erzähl-Anfall kriegt, bin ich hoffentlich ganz weit weg.

"Du hast nicht ganz unrecht", erwiderte Perry. "Das waren eben auch andere Zeiten. Wir waren damals schon mehr als", Rhodan rechnete kurz nach, "450 Jahre in die Tiefen der Milchstraße und deren Umgebung vorgedrungen und immer ging alles gut. Bei den Zeitpolizisten sind wir zum ersten Mal an unsere Grenzen gekommen. Technisch und persönlich."

"Insbesondere persönlich. Wie sinnvoll war denn dieser mit den Halutern durchgeführte Paratronangriff mit der CREST IV, der uns anschließend in M 87 verschwinden ließ? Wir wussten nicht, wo wir waren, wie wir heimkommen sollten und hatten sehr große Sorgen wegen zu Hause. Das hätte man sich sparen können. Dazu kommt noch, dass du außer dir und wenn es hoch kommt noch Atlan niemandem etwas zutrautest. Noch nicht mal Bully. Kennst du die Geschichte mit Heiko Anrath eigentlich im Detail? Ich habe mich da während meiner Forschungen sehr für interessiert."

"Ich weiß ja, dass du einen Stapel Doktortitel hast, ist da auch einer in Geschichte dabei?"

"Oh, das war der einfachste - zumal ich ja die meiste Zeit dabei war", strahlte Gucky. "Deshalb habe ich mir ein paar Gebiete ausgesucht, die auch für mich nicht ganz so alltäglich waren. Ich promovierte zum Beispiel mit dem Thema Die Dysfunktion des Solaren Imperiums während plötzlicher und ungeplanter längerer Abwesenheiten des Großadministrators und ihre Auswirkungen im Zusammenhang mit Fake News und alternativen Wirklichkeiten."

Gucky strahlte von einem Ohr bis zum anderen und sein reinweißer Nagezahn war in voller Größe zu sehen.

Übergangslos wurde er Ernst. "Ich erzähle dir eine Geschichte", sagte er. "Die Geschichte, von Heiko Anrath, eines stinknormalen Schaltmeisters des Wasserpumpwerkes Sahara XI. Eines Mannes, der mit seinem Leben zufrieden war. Eines Mannes, der nur einen Fehler hatte: Er ähnelte Jemandem sehr stark. Heiko Anrath sollte ein Mann wie Rhodan werden.
Spoiler:
Gucky erzählt

Zur damaligen Zeit waren wir alle noch in unserem alten "Schneller-Weiter-Höher" Zustand. Uns konnte keiner und wir schafften jeden. Bis auf einmal so ein komischer Schnösel auftauchte, antiquiert daher redete und in weiterer Folge ein Riesenrobot namens OLD MAN erschien. Zeitpolizisten und Dolans waren unsere Probleme. Und ganz plötzlich war die CREST IV samt Besatzung mitsamt unserem hier liegenden Lieblingsarkoniden und dem größten aller Großadministratoren verschwunden.

Damit hatten die daheim gebliebenen - allen voran unser guter Bully - doppelte Schwierigkeiten. Nicht nur OLD MAN mit seinen 15.000 Raumschiffen und diversen bösartigen Haluterähnlichen führten zu Schwierigkeiten, nein, weder Rhodan noch Atlan waren vor Ort, sondern einfach weg. Keiner wusste, wo sie waren oder ob sie überhaupt noch lebten.

Damit nicht genug. Dein Double, Perry, war tödlich verunglückt. Es gibt Vermutungen, dass das Energiekommando hinter die Doppelgängergeschichte gekommen war und bei dem Unglück seine Finger im Spiel hatte. Wie dem auch gewesen sein mag, über das Rechnernetz machten sich Gerüchte breit. Rhodan wäre tot, hieß es, alles hier wäre gelogen, das Solsystem wäre bedroht und stände kurz vor der Vernichtung - so gut wie stündlich kamen weitere Katastrophen dazu.

Wie hieß der Spruch damals? Only bad news are good news. Der stammte übrigens nicht aus 2436, den gab es vorher schon. Ihr Menschen seit komische Figuren - ihr suhlt euch in Chaos - Nachrichten, glaubt alles, Hauptsache, man kann danach Angstgefühle entwickeln und auf vermeintliche Retter mit einfachen Rezepten reinfallen.

Das vor Augen, mussten die übrig gebliebenen Verantwortlichen des Solaren Imperiums reagieren. Ein Perry Rhodan musste her. Und ich könnte heute noch, wenn nur daran denke, Bully, Tiff, Mercant und auch die süße Mory stundenlang um Lampen kreisen lassen. Mit übelsten Geheimdienstmanieren wurde Heiko Anrath aus seinem gemütlichen Nest herausgeholt. Der Öffentlichkeit wurde weisgemacht, er wäre gestorben. Naja, anstelle des noch lebenden Anrath hatte man der Welt dein verunglücktes Double untergejubelt.

Anrath erfuhr von nichts. Niemand redete mit ihm. Er wurde einfach von vier Mann aus der Welt gezogen und auf Umwegen zum Mond gebracht. Auf seine Hilferufe reagierte natürlich keiner. Wie muss er sich gefühlt haben? Am Ende wurde er eingesperrt. In seiner Zelle fand er einen Zettel, den er vorlesen sollte, quäkte ihn ein Lautsprecher an. Er solle auf und ab gehen und ähnlichen Blödsinn veranstalten.

Das war übelste Geheimdienstmanier, ist dir das klar? In den heiligen terranischen Hallen solch schräge Dabrifa - Manieren, wie kaputt wart ihr damals eigentlich? Ich dachte immer, das Solare Imperiums wäre vom Grundsatz her eine parlamentarische Demokratie und keine Diktatur! Natürlich hat Bully mir danach wieder immer erklärt, was passiert wäre, wenn man anders gehandelt hätte. Mag ja sein, aber es gibt Grenzen im Showgeschäft. Die Karre war doch vorher schon im Dreck. Wenn ein Regierungssystem nur auf eine Person abgestellt ist und die auf einmal verschwindet, kann alles Mögliche passieren.

Da ist es heute doch wesentlich besser. Wenn unser großer Meister mal eine halbe Ewigkeit verschwindet, stört das eigentlich keinen mehr. Die zu klärende Frage bleibt nur, ob mit oder ohne Perry mehr Chaos kommt.

Wie dem auch sei: Anrath stand zu seinem großen Erstaunen oder Entsetzen, so genau weiß das keiner mehr, plötzlich vor Reginald Bull, Allan D. Mercant, Julian Tifflor und Mory Rhoda-Abro. Ich denke, er wird einen ziemlichen Schock erlitten haben. Vier Aktivatorträger hatten ihn entführen lassen und an seiner Stelle einen Menschen sterben lassen. Er verweigerte daher folgerichtig Bully den Handschlag und wies seine Gegenüber auf den Toten hin.

Bully erklärte ihm alles. Verunglückter Doppelgänger, OLD MAN, verschwundener Original Rhodan und den ganzen Kram. Anrath merkte, dass er Perry Rhodan spielen sollte und das erlauchte Colloquium darüber diskutierte, ob er wohl was taugt oder nicht. Kurz bevor er sich endgültig für ein Versuchstier halten musste, erklärte er sich zu den neuen Job bereit.

Allan eröffnete ihm, er müsse Perry Rhodan sein mit Körper und Seele, das sei kein Spiel. Zur Ausbildung habe man 7 Tage. Davon musste er aber 5 Tage in eine Klinik, weil man aus der Rhodan - Ähnlichkeit einen perfekten Rhodan mit ZA - Imitat undsoweiter machen wollte.

Anrath wurde geschult und fühlte sich gequält. Sowohl er als auch die komplette Führungsspitze des Imperiums waren der felsenfesten Überzeugung, dass er eher ein Versager als ein Rhodan sei. Er schaffte es einfach nicht, deine Position einzunehmen und den eigentlichen Anrath verschwinden zu lassen.

Bully hatte mittlerweile festgestellt, dass OLD MAN da war, aber nichts unternahm. Man verzeichnete auch weiteren Besuch: Über 1.000 Administratoren gastierten auf Terra und verlangten Perry Rhodan zu sprechen. Sollte der nicht kommen, drohte eine Revolte, deren Anführer der Administrator namens Gwydin Grichert war. Er stammte von einer Hinterwäldlerwelt und hatte wohl größeres vor. Vor diesem Plenum sollte Anrath deine Rolle spielen. Als er vor der Tür zum Plenarsaal stand, war er noch völlig fertig und befand sich kurz vor dem Zusammenbruch.

Die spätere Verwandlung konnte Anrath sich selber nicht erklären. Er ging ans Rednerpult und war Perry Rhodan. Er schaffte es, die zweifelnden Administratoren auf seine Seite zu ziehen, dann schrie Grichert plötzlich in den Saal, dass dieser Mann nicht Perry Rhodan sei. Grichert erzählte eine wüste Geschichte von einer verschwundenen CREST IV, die Infos habe man von einem schiffbrüchigen und geretteten Sergeant. Anrath ließ sich untersuchen, wurde für echt befunden und laberte Grichert an die Wand. Nach vier Stunden war alles vorbei, Anrath verließ den Saal und hatte das Imperium gerettet.

Unmittelbar danach brach er zusammen. Dass die Solare Flotte es in unmittelbar Folge schaffte, mit schierer Masse tatsächlich einen Dolan abzuschießen, spielte da schon fast keine Rolle mehr.
"Heiko Anrath", beendete Gucky seinen Vortag, "war ein Held. Wir allesamt dagegen nicht. Ja, ich auch, Perry. Ich war auch über die Täuschungen informiert. Mutwillige Wählertäuschung. Auf sowas stand im Solaren Imperiums eigentlich Knast. Und wir können uns nicht damit herausreden, dass wir nie Zeit hatten. Zwischen MdI und Zweitkonditionierten lagen über 30 Jahre. Schämen sollten wir uns!"

Gucky war sehr erregt und kaum zu beruhigen.

Ein sehr nachdenklicher Perry Rhodan sah ihn an. "Du hast völlig recht. Aus heutiger Sicht waren wir eine ziemliche Chaotentruppe. Mit parlamentarischer Demokratie und absoluter Ehrlichkeit hatte das nicht immer viel zu tun. Aber, und das darfst du nie vergessen - Bully, all die anderen und letztlich wir zwei auch hatten doch nur das Wohl Aller im Sinn. Und in noch einem Punkt gebe ich dir Recht: Ja, Heiko Anrath war ein Held. Es gab so viele Helden, von denen die meisten längst in Vergessenheit geraten sind. Ohne diese Helden, die uns im Laufe der Jahrhunderte immer wieder geholfen hatten, wären wir heute nichts. Gar nichts. Deswegen werde ich den Anraths aus allen Zeiten für immer dankbar sein."

-----

Hm. Was für ein Roman. In jeder Hinsicht. Eine Meisterleistung Willis. Beim Lesen passierte mir etwas, was mir äußerst selten vorkommt. Die Handlung spielte sich nicht nur vor meinem geistigen Auge ab, sondern ich hatte das Gefühl, ich stände daneben und wäre direkt dabei. Das hatte ich zum letzten Mal bei einer Sturmflut - Geschichte von Theodor Storm. Wieder so ein Roman, den man nicht beschreiben kann, man muss ihn lesen. Hut ab, William Voltz.

Die Geheimdienstmethoden, die blecherne, quäkende Stimme in der Zelle, Heiko Anraths Gefühlswelt und die Ohnmacht der Mächtigen. Ein Roman, den man nicht weglegen kann. Dazu dieser seltsame Administrator Gwydin Grichert, der anscheinend mit schrägen Elementen zusammenarbeitet und den Menschen einfache Lösungen verspricht. Damals dachte ich, meine Güte, wie kann man denn so einen wählen - heute sieht man sich im realen Leben um und stellt fest, dass es derartige Gestalten wohl häufiger gibt, als einem lieb ist.

Wie gesagt, ein tolles Teil. Aber: Rhodan war zu abgehoben in seiner Führung. Das war natürlich kein Problem allein dieses Bandes, das war einfach der damaligen Zeit geschuldet. Über die Doppelgängergeschichte habe ich mich beim ersten Lesen dieser Romane nicht aufgeregt, im Gegenteil - ich fand es hochspannend. Heute ist der Roman immer noch hochspannend, aber mit der hier geschilderten Art der bewussten Volksverdummung kann ich nichts mehr anfangen. Ich denke, man würde heute in einem Gebilde wie dem Solaren Imperium politische Alternativen zu Perry Rhodan bereit halten, schon allein, um Vereinfachern wie Grichert den Weg zu erschweren. Ob das funktionieren würde? Ich weiß nicht. Man schaue sich einfach mal in der hiesigen Wirklichkeit um. Aber das ist eine andere Geschichte.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Habe ich irgendwas nicht mitgekriegt? Gucky war doch mit in M87, der wusste gar nix über den originalen Heiko Anrath?
Aber danke für diese wirklich nett erzählte Geschichte! :st:
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Gucky war natürlich in M 87. Deshalb hat er weiter oben von seiner Doktorarbeit in Geschichte erzählt. Vielleicht ist er im Rahmen seiner Nachforschungen dort detailliert auf Anrath eingegangen und kennt die Story daher.

Müssten wir mal nachlesen....
:D

Es freut mich, dass dir die Geschichte gefällt.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

R.B. hat geschrieben: 13. Februar 2020, 10:48 Gucky war natürlich in M 87. Deshalb hat er weiter oben von seiner Doktorarbeit in Geschichte erzählt. Vielleicht ist er im Rahmen seiner Nachforschungen dort detailliert auf Anrath eingegangen und kennt die Story daher.

Müssten wir mal nachlesen....
:D

Es freut mich, dass dir die Geschichte gefällt.
Verstehe. Ich hatte den ganzen Text nicht so genau gelesen, nur überflogen. Deshalb war ich zunächst irritiert ...jetzt ist alles geklärt.Nette Sache!
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