Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Unvergessene Abenteuer, legendäre Zyklen - nachgelesen und neu diskutiert.
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Tiberius
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Tiberius »

Danke, R.B., es hat Spass gemacht, das zu lesen.
Weiter so!
Leser sind in der Überzahl und machen sich demzufolge mehr Gedanken über einen Roman, als es ein Autor je könnte.
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Faktor10
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Faktor10 »

Gerade den Band, ein Mann wie Rhodan, fand ich damals beim ersten lesen und auch heute richtig gut. Im Klassik Bereich hatte ich ihn früher öfters vorgeschlagen diesen Roman zu besprechen.
Zur damaligen Zeit war aber PR mit dem SI gleich zu setzen Er war der old Shatterhand im Weltraum. Natürlich beugte die Staatsmacht damals das Recht und man sah wie ein normaler Mensch in die Fänge des Staates kam. Damals gab es keine Bauchschmerzen über so ein verhalten. Heute ist dies anders. Strotz der Ambivalenz ist dieser Roman grandios und gehört zu meinen absoluten Lieblingen.

RB mach bitte gerne weiter.
Unbelehrbarer Altleser.Allem Neuen aber aufgeschlossen. Leider mit ausgeprägter Rechtschreibschwäche.
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nanograinger
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von nanograinger »

Faktor10 hat geschrieben: 13. Februar 2020, 18:34 ... Damals gab es keine Bauchschmerzen über so ein verhalten. Heute ist dies anders.
Der Roman kam 1967 heraus. Da war ich etwa ein Jahr alt, ich kann also keine eigenen Erfahrungen dazu erzählen. Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, dass nicht auch damals viele Leser "Bauchschmerzen" bei diesem Roman hatten, denn der Roman thematisiert die Problematik ja recht offen.
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AARN MUNRO
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

nanograinger hat geschrieben: 13. Februar 2020, 23:02
Faktor10 hat geschrieben: 13. Februar 2020, 18:34 ... Damals gab es keine Bauchschmerzen über so ein verhalten. Heute ist dies anders.
Der Roman kam 1967 heraus. Da war ich etwa ein Jahr alt, ich kann also keine eigenen Erfahrungen dazu erzählen. Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, dass nicht auch damals viele Leser "Bauchschmerzen" bei diesem Roman hatten, denn der Roman thematisiert die Problematik ja recht offen.
Ich glaube, die Durchschnittsleser hatten ein anderes Alter, nämlich viel jünger und weniger politisch profiliert als heute ... die 68er-Zeit schlug in D-Land auch noch nicht durch.Insofern glaube ich nicht, dass viele Leser damit Probleme hatten. Wahrscheinlich betrachteten sie diese Dinge als im "höheren Sinne" der "staatlichen Sicherheit" des Solaren Imperiums ... falls überhaupt darüber nachgedacht wurde.Die Leser (und Macher) der SFT waren naturgemäß kritischer --- sie hätten diese Handlungen gewiss nicht toleriert und stark kritisiert ... aber der allgemeine Perry-Leser im Alter von 16?
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nanograinger
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von nanograinger »

AARN MUNRO hat geschrieben: 14. Februar 2020, 08:29
nanograinger hat geschrieben: 13. Februar 2020, 23:02
Faktor10 hat geschrieben: 13. Februar 2020, 18:34 ... Damals gab es keine Bauchschmerzen über so ein verhalten. Heute ist dies anders.
Der Roman kam 1967 heraus. Da war ich etwa ein Jahr alt, ich kann also keine eigenen Erfahrungen dazu erzählen. Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, dass nicht auch damals viele Leser "Bauchschmerzen" bei diesem Roman hatten, denn der Roman thematisiert die Problematik ja recht offen.
Ich glaube, die Durchschnittsleser hatten ein anderes Alter, nämlich viel jünger und weniger politisch profiliert als heute
AARN MUNRO hat geschrieben:... die 68er-Zeit schlug in D-Land auch noch nicht durch.
So allgemein würde ich das nicht stehen behaupten. Benno Ohnesorg wurde beim Schah-Besuch (siehe auch " Jubelperser") am 2. Juni 1967 erschossen. PR 330 kam in der letzten Woche des Jahres 1967 raus (laut Perrypedia).
AARN MUNRO hat geschrieben:Die Leser (und Macher) der SFT waren naturgemäß kritischer --- sie hätten diese Handlungen gewiss nicht toleriert und stark kritisiert ... aber der allgemeine Perry-Leser im Alter von 16?
SFT = Science Fiction Times?

Ich weiß nicht, ob des den "allgemeinen" Perry-Leser jemals gab. Ich würde mich jedenfalls davor hüten, zu verallgemeinern. Und gerade im Alter von 16 Jahren und jener Zeit gab es viele Leute, die auf staatlichen Machtmissbrauch "sensibel" reagierten.
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Kardec
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Kardec »

nanograinger hat geschrieben: 14. Februar 2020, 11:04 ...............................................................
AARN MUNRO hat geschrieben:... die 68er-Zeit schlug in D-Land auch noch nicht durch.
So allgemein würde ich das nicht stehen behaupten. Benno Ohnesorg wurde beim Schah-Besuch (siehe auch " Jubelperser") am 2. Juni 1967 erschossen. PR 330 kam in der letzten Woche des Jahres 1967 raus (laut Perrypedia).
AARN MUNRO hat geschrieben:Die Leser (und Macher) der SFT waren naturgemäß kritischer --- sie hätten diese Handlungen gewiss nicht toleriert und stark kritisiert ... aber der allgemeine Perry-Leser im Alter von 16?
SFT = Science Fiction Times?

Ich weiß nicht, ob des den "allgemeinen" Perry-Leser jemals gab. Ich würde mich jedenfalls davor hüten, zu verallgemeinern. Und gerade im Alter von 16 Jahren und jener Zeit gab es viele Leute, die auf staatlichen Machtmissbrauch "sensibel" reagierten......
Als Zeitzeuge kann ich doch sagen, daß die meisten Teenies damals eher auf das Erscheinen der neuesten BEATLES- o. STONES-Platte warteten :D als auf Meldungen von den Anti-Schah-Demos.

Mittlerweile wurde ja offenbar, daß der Polizist der B. Ohnesorg erschoss Mitarbeiter der Stasi war.
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nanograinger
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von nanograinger »

Was die Heiko Anrath-Story angeht so haben der Forist Waringer und ich uns (und vielleicht auch manche der Mitleser) vor etwa zwei Jahren im Zusammenhang mit PR 2941 und dem Zweiten Solaren Imperium (ZSI) darüber gut unterhalten .

Zwei Links dazu:

viewtopic.php?p=582412#p582412 von mir.
viewtopic.php?p=583564#p583564 Waringers Antwort.
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R.B.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Der Nachfolgeband 331, ebenfalls von WiVo, kann die Klasse seines Vorgängers nicht halten und fällt sehr deutlich ab. Für mich ist es ein Lückenfüller, bei dem der Funke nicht überspringt.

Croton Manor ist ein "Streiter für Licht und Glück", der Anführer einer Sekte, die nach dem Auftauchen von OLD MAN plötzlichen Zulauf erhält. Er hat als "UB", als unidentifizierter Begabter die Fähigkeit, Glücksgefühle versenden zu können. Er steht nicht zuletzt durch den großen Zulauf unter Beobachtung, Mercant hat einen Agenten bei ihm eingeschleust. Dessen Anwesenheit erweist sich als wichtig und richtig, denn auf einmal redet Manor davon, dass der vorgezeigte Perry Rhodan nicht echt sei. Er, Manor, könne auf Grund seiner Fähigkeit einwandfrei feststellen, dass der echte Rhodan nur nachgeahmt werde.

In Folge erschein der schräge Administrator Gwydin Grichert wieder, wirbelt mächtig Staub auf, steht auf einmal neben Croton Manor und redet anstelle Manors weiter. Parallel dazu werden etliche Offiziere der Flotte nervös und wollen wissen, was denn nun Sache sei. Zu allem Überfluss mischt sich die CONDOS VASAC noch ein und entführt Manor. Manor hat im Gegensatz zu Grichert nichts gegen Rhodan & Co, er will nur, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Grichert dagegen ist äußerst machtbewusst und Chancen auf den Großadministrator, falls das Spiel der Mächtigen an die Oberfläche kommt.

Die ganze Sache spitzt sich weiter zu. Letztlich stehen Grichert, Manor und Rhodan - Double Anrath vor den Kameras. Grichert kündigt an, der Öffentlichkeit zu präsentieren, wie aus einem falschen Rhodan einen echten machen kann. Kurz vor Anraths Enttarnung erschießt Manor Grichert und eröffnet den Zuschauern und Gästen vor Ort, dass er soeben einen Verbrecher getötet habe, der mit Hilfe von akonischen Wissenschaftlern versuchen wollte, die Macht im Solaren Imperium an sich zu reißen. Ganz zum Schluss wird Manor ebenfalls getötet und stirbt in Anraths Armen.

Im Gegensatz zum Vorgänger war dieser Band absolut nicht mehr bei mir präsent. Er hat mich auch nicht vom Hocker gerissen - ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, so ziemlich das gleiche grade erst gelesen zu haben. Nun denn, auch ein William Voltz kann nicht nur Erstklassiges schreiben. Damit dürfte der Bereich Double und Heiko Anrath erstmal durch sein, aber ich meine der taucht später nochmal auf.
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R.B.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Tiberius hat geschrieben: 13. Februar 2020, 16:30 Danke, R.B., es hat Spass gemacht, das zu lesen. Weiter so!
Faktor10 hat geschrieben: 13. Februar 2020, 18:34RB mach bitte gerne weiter.

Es freut mich sehr, dass es euch hier gefällt. Leider habe ich bei weitem nicht genug Ideen, um das alles hier mit einer Rahmenhandlung umgeben zu können. Dafür ist die Begleitung von Band 398 aber schon fertig, das Problem ist nur, dass das ja noch was dauern wird und ich sie hier beim besten Willen nicht brauchen kann....
:D
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Truktan »

Natürlich beugte die Staatsmacht damals das Recht und man sah wie ein normaler Mensch in die Fänge des Staates kam. Damals gab es keine Bauchschmerzen über so ein verhalten. Heute ist dies anders.
Bauchschmerzen sollten da das mindeste sein!! Auch wenn es natürlich in guter Absicht geschah: Was hier passierte, war im Grunde eine Täuschung des terranischen Volkes durch seine Regierung - in der Absicht, an der Kontrolle zu bleiben und die Hebel der Macht nicht etwa aus den Händen geben zu müssen. Terra war eine Demokratie und in jeder ernstzunehmenden Demokratie ist das Volk der Souverän. Das heisst, hier wurde der Souverän des Staates hintergangen.

Es gibt für genau so ein Vorgehen ein Wort - dieses Wort schreibt sich "Hochverrat" !! :o
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AARN MUNRO
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Der Band ist wirklich nur ein Lückenfüller, ähnlich wie später "Verrat auf OLD MAN". Die nächsten Bände werden dann allerdings interessanter ...
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Richard
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Richard »

So gesehen eigentlich "schliimm", dass man Laury Marten in einem - wie du schreibst - Lueckenfüller sterben lies. - Aber letztlich war der Tod von Laury bloss ein Vorbote auf den "Amoklauf der Mutanten" ....
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nanograinger
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von nanograinger »

Richard hat geschrieben: 17. Februar 2020, 21:24 So gesehen eigentlich "schliimm", dass man Laury Marten in einem - wie du schreibst - Lueckenfüller sterben lies. - Aber letztlich war der Tod von Laury bloss ein Vorbote auf den "Amoklauf der Mutanten" ....
Die Romane um Anrath und später Raskani (der Laury Marten erschoss) waren keine Lückenfüller. Der Handlungsstrang mit den Akonen zog sich durch den ganzen Zyklus, inkl. der Erkenntnis, dass es die akonischen Zeitexperimente waren, die die Zeitpolizei überhaupt auf den Plan brachten.

Dass man die Anrath-Story und deshalb den Tod Laury Martens aus den SiBas weg ließ, hatte andere Gründe, daraus kann man nicht zwangsläufig auf Lückenfüller schließen. Bekanntlich ließ man ja die ganze Story um Hondro und den Plophos-Unterzyklus aus den SiBas weg. Und diese Story war sicher keine "Lückenfüller"-Handlung: In SiBa 21 war Perry plötzlich verheiratet und Arkon III war eine Trümmerwolke.
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AARN MUNRO
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

nanograinger hat geschrieben: 18. Februar 2020, 17:09
Richard hat geschrieben: 17. Februar 2020, 21:24 So gesehen eigentlich "schliimm", dass man Laury Marten in einem - wie du schreibst - Lueckenfüller sterben lies. - Aber letztlich war der Tod von Laury bloss ein Vorbote auf den "Amoklauf der Mutanten" ....
Die Romane um Anrath und später Raskani (der Laury Marten erschoss) waren keine Lückenfüller. Der Handlungsstrang mit den Akonen zog sich durch den ganzen Zyklus, inkl. der Erkenntnis, dass es die akonischen Zeitexperimente waren, die die Zeitpolizei überhaupt auf den Plan brachten.

Dass man die Anrath-Story und deshalb den Tod Laury Martens aus den SiBas weg ließ, hatte andere Gründe, daraus kann man nicht zwangsläufig auf Lückenfüller schließen. Bekanntlich ließ man ja die ganze Story um Hondro und den Plophos-Unterzyklus aus den SiBas weg. Und diese Story war sicher keine "Lückenfüller"-Handlung: In SiBa 21 war Perry plötzlich verheiratet und Arkon III war eine Trümmerwolke.

Die Akonen und ihre Zeitexperimente (u.a. auf Pigell) werden mitunter erwähnt im Zyklis, aber "ziehen sich" nicht durch den ganzen Zyklus.Sie werden nur hie und da als Bemerkungen eingestreut.Anrath war insofern kein Lückenfüller, als er ja Rhodan als wichtige Hauptperson ersetzen musste.Die Haupthandlungbrachten die Anrathbände aber auch nicht weiter. Und dass mitten im Zyklus Akonen plötzlich mit Zeitpolizisten zusammenarbeiteten, ist auch seltsam.(Bontainers Unterwasserabenteuer. Da kommen wir noch hin).
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"Es wird Zeit, deine Maske aufzusetzen!" sagte Atlan.

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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Gucky fixierte sein Gegenüber. "Mittlerweile haben wir ja alle unsere Erfahrungen gemacht, welcher Art auch immer. Wenn du jetzt noch einmal vor der Wahl stehen könntest, würdest du dir wieder die Unsterblichkeit um den Hals hängen?"

Reginald Bull sah seinen alten Freund lange an. "Du glaubst nicht, wie oft ich mir diese Frage schon gestellt habe. Immer wieder aufs neu. Damals, 2326 nach der Überreichung des Aktivators, habe ich mich oft gefragt, wer an meiner Stelle hätte weiterleben können. Wir waren 182 Menschen mit Zelldusche, aber ES hatte nur 25 Zellaktivatoren verstreut, wie du weißt. Ich kam mir ab und zu vor wie jemand, der andere bewusst zu Tode kommen lässt. Andere haben das nie bemerkt und ich denke, unseren Freunden ging das ebenso. Aber da war es schon zu spät. Die Gier nach Leben wird zumeist übermächtig, wenn du vor dem Ende stehst. Als Perry mit dem ersten gefundenen Aktivator vor mir stand, hatte ich seinerzeit vor der Schiffsbesatzung zwar gesagt, dass ich ihn niemals darum gebeten hätte; das stimmte auch, aber in mir drin sah es ganz anders aus. Ein bisschen Schauspieler war ich schon immer."

Bull legte eine Pause ein. Gucky sah, dass er im Moment ganz woanders war.

"Wo wäre der richtige und einzig mögliche Zeitpunkt gewesen?" fragte Bully den Ilt. "Das hätte nur in 1976 geklappt - damals, vor der ersten Zelldusche. Perry kam als Erster da raus und weiß noch ganz genau, wie wir alle ihn angestarrt hatten. So, als wären ihm plötzlich Hörner gewachsen oder sowas. Er sagte: Bull, los!. Da wär es möglich gewesen, nein zu sagen. Aber wie heißt es so schön: Wir waren jung und dumm und hatten keine Ahnung, was wir uns damit antun. Wir haben die Schöpfung ausgehebelt. Die Gräber von guten und engen Freunden, schlimmer noch, von eigenen Kindern sind die Strafe. Aber wem erzähle ich das."

Gucky nickte. Das Feuerauge der Frequenzmonarchie. Als Iltu und Jumpy endgültig den Tod fanden. Als er noch einsamer wurde, als er ohnehin schon war. "Ja, das mussten wir alle erleben. Perry ging es auch nicht besser und bei ihm ist das alles noch verquaster. Welchen Eindruck hattest du eigentlich damals von ihm, als es um die Verleihung der Unsterblichkeit ging? Normal? Abgehoben? War ihm das alles zu Kopf gestiegen?"

"Ich kann mir vorstellen, worauf du hinaus willst", sagte Bull. "Ich sag mal Jein. Für die Verantwortung, die er hatte, war erstaunlich bodenständig geblieben. Andererseits hatte er eine Art Messias Funktion inne. Der Mann, der uns zu den Sternen bringt. Der Mann, der anfangs mit der Zelldusche, später mit den ZA's über Leben und Tod entscheidet. Der mit unbegreiflichen Wesen wie ES redet, wie wir das mit Nachbarn tun. Da fällt es dem stabilsten Charakter schwer, nicht ab und zu in Wolkenkuckucksheimen zu entschwinden. Deswegen nehm ich ihm seine Ausraster wie "Ich will, dass meine Befehle befolgt werden!" und sowas nie übel. Das sind Dinge, die einfach raus müssen."

"Außerdem", Bully lächelte, "kommen wir jetzt langsam zu des Pudels Kern. Der alte Lachsack ES hat mir nämlich mal gesagt, er brauche mich, um unseren lieben Perry aus seiner Wolke wieder zurück auf den Boden zu holen, falls er mal zu abgehoben sein sollte. Ich denke, das schaffe ich ganz gut. Man kennt sich schließlich schon ein paar Tage. Aber meistens ist unser großer Meister mit dir irgendwo unterwegs und es dauert ewig, bis man ihn wieder zu fassen kriegt. Und deswegen brauche ich jemanden, der diesen Job übernehmen kann, wenn ich nicht dabei bin und es ihn wieder ereilt."

Er sah Gucky aufmerksam an. "Ich fühle mich geehrt. Das kannst du ES bei Gelegenheit ausrichten", grinste der Mausbiber und zeigte seinen Nagezahn. "Für den Retter des Universums gibt es nichts einfacheres, als den Erben des Universums zu beaufsichtigen und ihn regelmäßig wieder auf die Füße zu stellen."



Gucky erinnerte sich noch daran, dass Bully noch so etwas wie "Jetzt hab ich ja was angestellt" und "Der arme Teufel" vor sich hinmurmelte, dann verschwand das Gespräch mit Bully und er war wieder hier mit Perry an Atlans Liege, um weiter dessen Worten zu lauschen.

Glück gehabt, dachte er. Perry war auch ganz woanders, dass sah er an seinem Gesichtsausdruck. Er musterte ihn. Bis jetzt klappt das ja ganz gut und er hat nichts bemerkt. Ein paar Mal stand er zwar kurz davor, aber es ist mehr als nur wichtig, ihm klarzumachen, dass er wirklich nur ein Mensch ist. Da gehören Peinlichkeiten eben dazu.

"Na, wieder da?", fragte Gucky, als Rhodans Gesichtsausdruck sich wieder klärte. "Unser bester alle Arkoniden sortiert sich wohl immer noch. Da können wir doch gleich da weitermachen, wo wir grade aufgehört hatten. Warum hast du Bully damals eigentlich nichts zugetraut?"

Rhodan wurde misstrauisch. "Was wird das hier, wenn ich mal fragen darf", er sah Gucky durchdringend an. "Willst du mich fertig machen oder was soll das? Wir haben schließlich alle unsere Fehler gemacht!"

Oh, oh, dachte Gucky. Jetzt muss ich aufpassen. "Nein", erwiderte er laut. "Ihr vielleicht. Ich nicht. Der größte aller Mausbiber macht keine Fehler. Dafür sind andere zuständig."

"Oh. Der Herr Universumsretter macht nichts verkehrt. Da könnte ich dir aber ein paar Geschichten erzählen. Wie zum Beispiel, als du..."

"Und schon haben wir das Thema gewechselt, was? Nein, mein Freund. Jetzt bist du mal an der Reihe." Gucky setzt den gestrengen Blick eines Richters von Old Bailey, dem alten Londoner Strafgericht, auf. "Beantworten Sie einfach die Frage, Angeklagter. Ich denke, so schwer kann das nicht sein."

"Ich weiß es nicht oder nicht mehr so genau, Euer Ehren", sinnierte Rhodan. Er blickte auf Atlan. "Ich denke, es hing mit ihm zusammen. Über 10.000 Jahre war er damals alt, auch wenn er die meiste Zeit davon verschlafen hat. Und wir standen immer noch am Anfang. Trotz besiegter MdI. Obwohl ich das nie zugegeben hätte, war Atlan mein großes Vorbild, mein Held. Daraus resultierte dieser ominöse Geheimbefehl. Im Nachhinein war mir völlig klar, dass das ein großer Fehler war. Bully war mein Stellvertreter. Ich hätte niemals jemand anderen vorziehen dürfen, es spricht für ihm, dass er letztlich trotzdem zu einem positiven Ergebnis kam."

"Ja", sagte Gucky. "Andere hätten dir in einer solchen Situation den ganzen Kram vor die Füße geschmissen. Aber nicht unser Bully. An dem haben sich schon so manche die Zähne ausgebissen. Neben den netten Schwingungswächtern mitsamt ihrer Dolans und einem nicht freundlich gesinnten OLD MAN durfte er auch noch die Menschheit beruhigen und musste ihr einen falschen Perry servieren. Er hatte ein paar Fronten mehr."
Spoiler:
Gucky erzählt

Immer wieder in unserer langen Geschichte kamen Impulse aus Ecken, die wir nie für möglich gehalten hätten. Das unsere herzigen Zweitkonditionierten etwas mit den früheren Bestien aus dem Lemurerkrieg zu tun hatten, dachten wir uns schon. Die wahren Zusammenhänge kannten wir zwar noch nicht, aber es wundert eigentlich keinen, wenn auf einmal Hinterlassenschaften der Lemurer eine Rolle spielten. Auf Triton gab es so eine Station.

Zwei Oxtorner, Papi und Sohnemann, wollten sich dieses Teil näher ansehen. Da OLD MAN an den Grenzen des Solsystems stand und einige unserer besonderen Freunde dort an Bord waren, waren sämtliche Besuchs- und Forschungslizenzen vom kommandierenden General entzogen worden. Unsere Zwei waren aber nicht ganz dumm und erhielten die ihrige um ein paar Ecken zurück.

Sohnemann Perish Mokert betrat die alte Station zuerst und fand eine seltsame Kugel, die unbeschreiblich, aber irgendwie warm und lebendig wirkte. Zuerst hielt er sie für eine Bombe, im Nachhinein stellte er fest, dass in dem Objekt der Geist des Erbauers des lemurischen Erbes enthalten war. Dem Oxtorner wurde die Geschichte des Baumeisters und seiner Arbeit erzählt.

Bully bemerkte indessen, dass OLD MAN sich anschickte, das Solsystem anzugreifen und gab den Verteidigungsbefehl. Er wusste ganz genau, dass dieser Befehl viele und sehr viele Opfer kosten würde und ihm war dabei gar nicht wohl zu Mute. Aber ich glaube, das können grade wir zwei nachvollziehen. Hätte er eine andere Möglichkeit gehabt? Nein. Trotzdem war ihm schlecht, aber es galt, die Heimat der Menschen zu schützen. Plötzlich merkten die Terraner, dass das Ziel OLD MANs nicht Terra, sondern Triton ist - warum auch immer. Die Zweitkonditionierten besetzten den Neptunmond, anstatt ihn wie den Nachbarmond Nereide zu zerstören.

Die beiden Oxtorner sind unterdessen in der Station und philosophieren über anwesende oder abwesende Perry Rhodans. Dabei kommen sie der Wahrheit erstaunlich nahe, mein Lieber! Und schon sind wir mitten in terranischer Innenpolitik. Der Sohn wirft nämlich die Frage auf, warum die ganz große Politik in der Galaxis zum Ersten von der Erde und dort zum Zweiten von einer einzigen Person gemacht wird. Sobald Perry Rhodan, das Symbol des Imperiums für die Masse der Menschen einmal nicht mehr da wäre, würden sich die Wölfe um die Beute reißen. In Folge müsste sogar beim Tod des Großadministrators der Anschein erweckt werden, als lebe er noch.

Das meinte ich mit meiner Frage nach Bullys Kompetenzen. Es fehlte eine akzeptierte Nummer zwei im Solaren Imperium. Und fast wäre es schief gegangen. Denn, so der Junior, wie soll der Einzelne Lüge und Wahrheit auseinander halten, wenn ihm verbrecherische Führer nur das erzählen, was ihrer eigenen Position nützt? Diese Frage ist eigentlich zeitlos...

Nach ihrer Diskussion dauerte es nicht lange, bis sie ebenfalls von der Besetzung Tritons erfuhren. Die beiden sahen sich an und hatten die Idee, dass sie als Oxtorner auch nicht gerade schwächlich waren und durchaus Chancen sahen, einen Zeitpolizisten zu fangen. Sie sandten fingierte Hilfe aus und lockten so einen dieser Kerle an. Sie schafften es tatsächlich mit lemurischer Technik, Aser Kin zu überwältigen und fesselten ihn mit Terkonitstahlbändern. Sie funkten Bully, erklärten ihm, was passiert war und steckten Kin in einen Transmitter. Bully wollte den Transmitterstrahl anpeilen und Kin wurde abgeschickt. Leider hatten sie mit der Gefangennahme die restlichen Zeitpolizisten angelockt, die die Begleiter der Oxtorner töteten. Vater und Sohn Mokart konnten in letzten Augenblick entkommen und verschanzten sich in einer Höhle.
"Ja." Es dauerte eine Weile, bis Perry Rhodan sich nachdenklich äußerte. "Auch nach all den Jahren ist es ein Wunder, dass wir aus dieser Geschichte wieder rausgekommen sind. Womit wir wieder bei den vielen stillen und ungenannten Helden sind. Von den terranischen Soldaten, die Oxtorner begleitend, bis zu all denen, die in der Solaren Flotte ihren Dienst taten und nicht mehr nach Hause kamen. Und wir gondelten in M 87 herum, weil ich unbedingt an vorderster Front dabei sein wollte und mein Haus nicht bestellt hatte. Ich habe heute noch einen Riesenrespekt vor den daheim Kämpfenden."

"Ja", sagte auch Gucky. "Da hast du wohl recht."

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Ein gut lesbarer Roman von H.G. Ewers und um Längen besser als sein vorletztes Werk. Logisch aufeinander aufgebaut, konnte ich Band 332 mit dem Kampf um den Neptunmond an einem Stück lesen. Die beiden Oxtorner haben mir gefallen und ich hoffe, das dies hier nicht der letzte Einsatz von Vater und Sohn Mokart war.

Auch Band 332 salutiert Reginald Bull. Aber diesmal nicht vor Perry Rhodan, sondern vor allen Soldaten. Er weiß, was auf die Schiffsbesatzungen zukommt und erweist ihnen völlig richtig und nachvollziehbar die Ehre.

Gut eingebaut fand ich - auch aus heutiger Sicht - die politische Diskussion der Oxtorner. Kritik kam sowohl an der Präsentation eines Ersatz - Rhodans als auch deren Notwendigkeit hoch. Die Karre war eben, wie Gucky richtig anmerkt, vorher schon verfahren. Und auf einmal war das Kind in den Brunnen gefallen. Den Satz mit Lüge, Wahrheit und verbrecherischen Führern habe ich wörtlich aus dem Roman übernommen. Wirklich zeitlos. Passt.

Für mich ein gelungener und guter Roman.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von nanograinger »

R.B. hat geschrieben: 19. Februar 2020, 09:46 ...
Gut eingebaut fand ich - auch aus heutiger Sicht - die politische Diskussion der Oxtorner. Kritik kam sowohl an der Präsentation eines Ersatz - Rhodans als auch deren Notwendigkeit hoch. Die Karre war eben, wie Gucky richtig anmerkt, vorher schon verfahren. Und auf einmal war das Kind in den Brunnen gefallen. Den Satz mit Lüge, Wahrheit und verbrecherischen Führern habe ich wörtlich aus dem Roman übernommen. Wirklich zeitlos. Passt.
Wie schon oben erwähnt ist die Anrath-Story keineswegs "vom Himmel gefallen", sondern ganz bewusst so wie erzählt angelegt. Die Autoren waren sich der Problematik durchaus bewusst, und haben auch die unterschiedlichen Protagonisten die entsprechenden Überlegungen durchleben lassen.

Trotzdem wiederholt sich hier die Erzählung aus dem Plophos-Unterzyklus, die dann später in Band 419 "Konferenz der Verräter", im Altmutanten-Zyklus und auch im "Kosmischen Schachspiel"-Zyklus wieder in fast gleicher Weise aufgegriffen wird. Und diese Erzählung lautet: "Ohne Rhodan an der Spitze geht die Menschheit zu Grunde". Erst mit Band 765 "Fehde der Mächtigen" wird diese Erzählung für immer verändert.
R.B. hat geschrieben: Für mich ein gelungener und guter Roman.
Genauso sehe ich das auch.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Mit Band 333 führt Kurt Mahr uns in das Meer der Träume. Zu Beginn erläutert ein uns unbekannter Erzähler in einem kurzen Rückblick, dass die solare Flotte in einer selbstmörderischen Aktion einen Dolan samt Zweitkonditioniertem zerstört hat und dass ein weiterer dieser unangenehmen Zeitgenossen mit Terkonitbändern gefesselt in einem Transmitter verschwunden ist. Wo der Schwingungswächter wieder materialisiert ist, bleibt unbekannt. Letztlich, so unser Erzähler, seien für die Terraner die verbleibenden vier Dolans nicht viel weniger gefährlich als die ehemaligen sechs. Die Zeit drängt: Irgendwann in den nächsten Tagen wird die Entscheidung der Angreifer erwartet.

Don Redhorse steht bei Allan D. Mercant und erfährt von diesem, dass man wahrscheinlich weiß, wo der entmaterialisierte Fremde wieder aufgetaucht ist: Auf Neptun selber. Im Meer der Träume soll er sein. Das ist gleichzeitig auch der Grund, warum OLD MAN sich in Neptunnähe herumtreibt. Redhorse erhält den Auftrag, den Zweitkonditionierten Aser Kin vor Ort aufzutreiben und abzuholen. Mit seinen alten Kumpels Fizz Eisner und Holl Vincent sowie einigen anderen machen sie sich in einem Arkonidenraumer aus der Zeit des Robotregenten auf den Weg. Man geht davon aus, dass OLD MAN die alten Teile nicht erkennt, was sich tatsächlich als korrekt erweist. Mit Unterstützung der Flotte erreicht das Schiff tatsächlich den Neptunorbit. Dort werden fünf Spacejets mit je 4 Mann Besatzung ausgeschleust, von denen vier in der Tat durchkommen.

Derweil ist Aser Kin endgenervt. Er liegt irgendwo gefesselt herum und das regt ihn dermaßen auf, dass sein Planhirn für einige Zeit außer Gefecht ist. Nach ziemlicher Zeit kann er sich aber wieder beruhigen und findet tatsächlich eine Methode, seine Fesseln zu lockern: Er wechselt immer wieder von kristalliner in normale Form und zurück. Die dabei frei werdende Wärmeenergie lockert die Terkonitbänder. Redhorse hat also nicht ewig Zeit.

Währenddessen erhält Reginald Bull eine Nachricht von Rhodans Gattin Mory. Er solle umgehend zu ihr kommen, sie habe äußerst Wichtiges für ihn. Bull ärgert sich über die vertane Zeit, geht aber davon aus, dass Mory ihn nicht für nix und wieder nix angerufen hat. Zu sehen kriegt er sie aber nicht, am vermeintlichen Ziel darf er umsteigen und es geht ab nach Last Hope. Dort trifft er zu seinem großen Erstaunen auf Dr. Geoffrey Abel Waringer, Rhodans Schwiegersohn.

Letzterer stellt fest, dass Bull über diesen Besuch nicht sehr erfreut zu sein scheint. Bitter erwidert dieser, dass er die Heimatflotte in höchster Not verlassen habe, nur um hier auf einen Mann zu treffen, den man auf der Erde für inkompetent hält. Waringer erklärt daraufhin Bull wo es längs geht und dieser entschuldigt sich bei ihm. Er führt unseren Bully kreuz und quer durch die Forschungsstation, bis die Beiden auf einmal vor einem Gerät stehen, dass laut Waringer die Schutzschirme der Dolans durchdringen kann. Daraufhin beginnt Bull, die Möglichkeit einzugestehen, dass seine lange Reise nicht ganz umsonst war.

Ausprobieren konnten Waringer und Co das Teil zwar nicht, aber Perrys Lieblingsschwiegersohn erläutert, warum es funktionieren muss. Bull hält das tatsächlich für möglich und ab geht es ins Solsystem mitsamt dem Gerät an Bord.

In der Zwischenzeit suchen Redhorse und seine Leute Aser Kin in einem Methansee, der groß wie das Mittelmeer ist. Sie werden fündig, dabei kommen leider weitere Teilnehme zu Tode. Letztlich dringen sieben Soldaten noch in die Station ein, in der der Zweitkonditionierte zu finden sein wird. Sie entdecken ihn kurz bevor Kin sich befreien kann. Da dieser mit seinem gewaltigen Körper nicht in die Jet passt, wird er außen auf dem Schiff befestigt. Redhorse setzt einen offenen Funkspruch ab und hofft auf freies Geleit. Das klappt natürlich nicht, denn Tro Khon, der oberste Zweitkonditionierte, sieht seinen Artgenossen lieber tot als in den Händen der Terraner.

Die terranischen Jets sieht Khon so gut wie vernichtet. In der Tat flammt auf seinen Bildschirm ein Glutball auf. Ihm wird allerdings ganz anders, als er sieht, dass ein Dolan vernichtet wurde. Und zum ersten Mal in seinem Leben erfährt Tro Khon, was Angst ist. Die Erkenntnis, dass andere Wesen seine Technik besiegen können, haut ihn fast um.

Waringers neue Waffe vernichtet noch zwei weitere Dolans und Tro Khon fliegt in Richtung OLD MAN.

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Waringer taucht zum ersten in Persona auf. Als Nachfolger von Tyll Leyden und Arno Kalup wird er die Menschheit ab sofort immer wieder genau wie Daniel Düsentrieb mit genialen Erfindungen beglücken. Der Typ des Chefwissenschaftlers, der für den Sieg über den Feind Notwendiges wie Kai aus der Kiste aus dem Hut zaubert, mag Manchen nerven. Aber man braucht doch eigentlich nur den Namen Wernher von Braun zu nennen: Da haben wir doch den gleichartigen Typus aus dem RL. Die Schilderung der Person Waringers ist für mich gut gelungen.

Er ist ein seltsamer Eigenbrötler, bei dem nie so richtig rauskommt, ob er das alles als eine Art "Deus ex machina" alleine erfindet bzw. entdeckt oder ob da auch andere dran beteiligt sind. Der beste Chefwissenschaftler ist ohne Team nichts. Hier in diesem Roman nehme ich ihm das Team problemlos ab, später klappt das nicht mehr so.

Der ganze Roman ist gut zu lesen und spannend. Bekannte und unbekannte Helden laufen heroisch durch die Handlung, das dürfte der damaligen Zeit geschuldet sein. Diesmal schildert Mahr Reginald Bull genau so, wie ich ihn mir in seiner aktuellen Situation vorstelle. In seinem Raumschiff und später bei Waringer zunächst absolut genervt, weil er augenscheinlich einfach nur Zeit vertut. Dann aber schnell und richtig entscheident zurück in die Heimat und ab dafür.

Guter Roman mit einem interessanten Titelbild.
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AARN MUNRO
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Der Roman ist etwas unlogisch. Statt den ganzen Feuerzauber zu zelebrieren mit der Flotte und dem alten Arkonrobotschiff, wäre etwa Tschato mit einem kurzen Linearmanöver in die Atmosphäre von Neptun gesprungen ... Redhorse kann das sicher auch ... aber ansonsten nett und spannend erzählt, Von Bulls und Waringers Seite aus, von Tro Kohns Sicht aus und auch von der Redhorse-Bande und Aser Kin aus.Das Drehbuch war etwas dünn, doch Mahr machte das Beste daraus und ich mag den Band.Damit hat man eine erste Offensivwaffe gegen den bisher noch für Einzelwaffen undurchdringlichen, feindlichen Paratron.Die Sache mit den Sekundärfrequenzen klingt auch erst einmal überzeugend ...
Zuletzt geändert von AARN MUNRO am 27. Februar 2020, 11:46, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Noch einmal zu Band 332. Grundsätzlich gefiel mir das Heft. Es war spannend.
Unlogisch aber war das Handeln von Captain Konfetti und seinen Soldaten. Die wussten doch, dass sie niemals einem ZK gewachsen wären. Sie sollten sich auch verstecken, nicht gegen die Tro-Kohn-Gruppe kämpfen.DierseHandlung fand ich irreal und unlogisch.Die Oxtorner fand ich überzeugend dargestellt.
Spoiler:
Einmal noch kommen sie ja vor.
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Günther Drach
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Günther Drach »

R.B. hat geschrieben: 27. Februar 2020, 11:14 Mit Band 333 führt Kurt Mahr uns in das Meer der Träume.
...
Das ist doch der Roman, in dem Don Redhorse seltsamerweise mit einem Irokesenschnitt (Mohawk) herumläuft? (Was bei mir an unnützen Wissen immer hängen bleibt ...)
Der vollständige Fanroman des NGF (2004 - 2008) -- tut euch was Gutes, lest ihn!

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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Jepp. Genau der isses.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Günther Drach hat geschrieben: 27. Februar 2020, 12:49
R.B. hat geschrieben: 27. Februar 2020, 11:14 Mit Band 333 führt Kurt Mahr uns in das Meer der Träume.
...
Das ist doch der Roman, in dem Don Redhorse seltsamerweise mit einem Irokesenschnitt (Mohawk) herumläuft? (Was bei mir an unnützen Wissen immer hängen bleibt ...)
Klaus Mahn assoziierte wohl "Indianer", und da er nicht so westernaffin wie Voltz war (auch wenn er in den USA lebte), der Erfinder von Redhorse, verpasste er ihm eben einen ertrusisch-irokesischen HaarschnittDer schlug ja dann auch messerscharf die Zweitkondis in die Flucht. :D
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Man sollte nie behaupten, man hätte die Serie komplett. Schon wieder ein fehlender 300er und schon wieder einer von Voltzens Willi. Ich werde mich wohl doch mal mit Readfy anfreunden müssen...
Nun denn. Dort wird geschildert, wie Tro Khon als einziger mit seinem Dolan den Angriff überlebt und mit den Schiffen von OLD MAN die terranische Flotte angreifen will. Wir erinnern uns an Cameron Olek, seinen 1. Exekutor? Der kriegt plötzlich Gewissenbisse, merkt, wer er ist und was er angestellt hat. Bull schickt einen Trupp auf den Dolan und die fliegen mitsamt Khon in das Geheimversteck der Zweitkonditionierten im Hyperraum. Der Einsatztrupp flieht und sie stellen entsetzt fest, dass in dieser Paratronblase 10.000 weitere Dolans stecken, zum Glück alle schlafend. Wenn Khon die alle weckt, wars das wohl.
Olek rebelliert, Khon braucht einen neuen Exekutor und im folgenden Durcheinander wird Khon tatsächlich überwältigt. Olek überwältig die anderen Exekutoren und flieht samt Einsatztrupp aus der Paratronblase. Der Trupp wird abgeliefert, der Dolan zerstört sich selbst und der Geist von Olek kehrt zurück.

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Kommentieren kann ich den Roman nicht, da ich ihn nicht gelesen habe. Was grundsätzlich in der MS Ebene auffällt, ist, dass Reginald Bull ohne unseren großen Administrator ein wesentlich besseres Bild abgibt als mit ihm. Es hat auch noch einige Zeit gedauert, bis Bull auch mit Rhodan zusammen ein vernünftiges Bild abgegeben hat.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

In Band 335 von H.G. Ewers begegnen wir wieder den beiden Oxtornern Vater und Sohn Mokart, die sich in "Drei gegen OLD MAN" etwas vorgenommen haben.
Der Roman beginnt vier Wochen vor der aktuellen Handlung, als die Schiffe von OLD MAN die beiden Neptun-Monde angriffen. Malume erlebt einen Albtraum. Er hört grade, dass die Verbände der Solaren Flotte auf dem Rückzug sind. Er hört, dass das 22. Verstärkte Moskitogeschwader Heimat jede Meldung fehlt, von seinem Verband, seiner Heimat. Er realisiert, dass sein Geschwader komplett in Transformexplosionen vergangen ist und er augenscheinlich der einzige Überlebende ist. Sein Jet ist aber auch nur noch ein Wrack und droht, auf dem Mond Triton zu zerschellen. Ohne willentliche Steuerung betätigt seine Hand den Schleudersitz und nach einer längeren Zeitspanne realisiert er, dass er für den Moment gerettet ist. Als er sich umsehen will, hört er über seinen Minikom die Nachricht Cronots an die vermeintliche CREST (die Originale ist ja weg), dass man einen Zweitkonditionierten gefangen habe. Mittendrin hört die Funkerei auf und Ilja Malume bemüht sich, einen Reim daraus zu machen. Das wird schwierig und er merkt, dass ihm nichts anderen übrig bleibt, als in die uralte lemurische Stadt zu kommen. Sein Raumanzug kann ihn nicht ewig am Leben halten. Ein seltsamer roter Nebelschleier taucht vor seinem Auge auf und er wird Bewusstlos.

Auf einmal wird er wach und stellt fest, dass er mal wieder die zurückliegende Zeit in einem Albtraum erlebt hat. Es ist vier Wochen später und er hat immer noch keine Ahnung, was dieser rote Nebelschleier war. Er ist in dem vergangenen Moment wochenlang eine gefühlte Ewigkeit durch die Höhlenlabyrinthe geirrt, ohne etwas Wesentliches oder gar einen Ausgang zu finden. Kurz vor seinem gefühlten Ende unternimmt er noch einen allerletzten Versuch, aus seiner Höhle heraus zu kommen. Wie durch ein Wunder trifft er auf unsere beiden Oxtorner, die auch schon seit einiger Zeit unter Tritons Oberfläche herumgeistern.

Denen geht es etwas besser, denn 1. sind sie sowieso stabiler und zweitens hatten sie Kontakt zu dem toten Baumeister der Station, dessen Geist in einer Silberkugel eingeschlossen war. Der zeigte ihnen Wege zu Waffen- und vor allem Proviantlagern und bewahrte sie vor Fallen. Plötzlich werden sie beschossen und finden nach einigen Durcheinander den halbtoten Ilja Malume. Da Sohnemann Perish perfekt lemurisch spricht, halten die Automatiken die Oxtorner für ebensolche und Malume wird wieder heile gemacht.

Sie hören einen Funkspruch von Reginald Bull, der seinen Mannen "im Auftrag des Großadministrators" auf den aktuellen Stand der Dinge in Sachen Dolans und Zweitkonditionierte bringt. Wie viel Dolans gibt es, wo sind die, wie funktionieren die überhaupt und: OLD MAN ist nicht mehr besetzt.

Junior hat dazu schon einen Plan: Er will den Riesenrobot dahin bringen, wo er hingehört: In die Hände der Terraner. Auf Umwegen und in gute lemurische Raumanzüge gesteckt kommen sie tatsächlich an Bord von OLD MAN. Vorher hatte Cronot Mokart noch einen Funkspruch an Bull geschickt und diesem erklärt, was in Sachen OLD MAN bevorsteht und dass Bull die terranische Flotte auf Distanz zurückholen möge. Malume ist danach total perplex, er kann es nicht fassen, dass ein Mann wie Bull einfach so auf einen Funkspruch hin sämtliche Raumschiffe verschiebt.

In Folge kommen unsere drei Helden kommen sogar bis vor das letzte Schott. Dort stehen allerdings 50 von Tro Khon programmiert Kampfroboter, die anscheinen etwas dagegen haben, dass unsere zwei mal Mokart und ein Malume die Zentrale betreten, um den bewussten roten Hebel umzulegen.

Szenenwechsel:
Das Gehirn von Rog Fanther liegt seit Jahrzehntausenden in seiner blutwarmen Nährlösung und ist mit sehr komplizierter Technik mit dem System des Riesenrobots verbunden. Wir erfahren etwas über die Kurzschlusshandlung Fanthers, die aus dem Geschenk OLD MAN einen Gegner gemacht hat. Wir erfahren, das Fanther dem Irrsinn verfallen ist, immer tiefer sinkt er in die Dämmerung, ohne wirklich sterben zu können. Sein Gehirn wird wie immer seit Ewigkeiten mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Er weiß, dass Haluterähnliche sein Werk übernommen haben und in einem letzten lichten Moment erkennt er, dass er etwas tun muss, um OLD MAN für die Menschen zu erhalten. Er weiß aber auch, dass seine letzten Energiereserven verströmen und er bald die Schwelle ins Jenseits überschreiten wird. Ein verstecktes Positronengehirn erwacht zum Leben. Seine einzige Aufgabe ist es, alle Fremdkörper außer echten Terranern zu vernichten. Zweitausend umprogrammierte Kampfroboter erhalten den Selbstvernichtungsimpuls.

Die Positronik hält natürlich auch die Oxtorner für vernichtungswürdig, weil auf Grund ihrer Kompaktkonstitution augenscheinlich nichtmenschlich. Die allerletzte Handlung Rog Fanthers ist es, das Gehirn zu korrigieren. Danach endet sein Leben.

Und jetzt kommt der große Moment von Ilja Malume: Als einzige "echter" Mensch kann nur er den roten Hebel umlegen - vorher darf er der Positronik noch erklären, dass auch Oxtorner menschlich sind. Mit einen Ruck legt er den Hebel um.

Reginald Bull ist begeistert und hat nur noch das Problem, wo er denn all die Leute für den Robot hernehmen soll.


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Ein toller Roman. Sehr spannend, logisch aufgebaut und gut zu lesen. Dieser Band steht m.E. auf einer Ebene mit einem guten Voltz. Für mich fand die Dramatik seinen Höhepunkt, dass Rog Fanther nicht erleben durfte, wie das Werk seiner Leute, für dass er so lange die Verantwortung getragen hat, übergeben wurde. Ein Roman, wie er sein soll. Leider mit einem nicht ganz so guten Titelbild.

Die Milchstraßenebene hat mir bislang besser gefallen als die ersten M 87 Bände. In 336 wechseln wir.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Band 336 führt uns wieder nach M 87.

Perry Rhodan sah Gucky lange an. "Ich glaube, ich habe es kapiert", sagte er. "War es denn so nötig?"

Gucky wusste, dass jetzt um ihrer alten Freundschaft willen von seinem Gegenüber Ehrlichkeit erwartet wurde. Außerdem war halbgarer Kram sowieso nie seine Welt gewesen. "Du hättest dich mal sehen und hören sollen. Mitten in der Zentrale bist du auf und ab gelaufen und warst immer nur von Mike und der SOL dran. Atlan", er zeigte auf den Arkoniden, " war glaube ich kurz davor, dir eins auf die Maske zu geben. Du hattest einen Tonfall drauf, als gäbe es nichts Wichtigeres im Universum als deine Erlebnisse. Als du dann noch von irgendwelchen kosmischen Wunderwesen anfingst und bei Kosmokraten, mit denen du natürlich auf du und du warst, aufgehört hast, war alles vorbei. Ich brauchte kein Telepath zu sein, um zu merken, was in den Köpfen der Zentralebesatzung vorging. Als dann eine Offizierin sogar ziemlich laut fragte, was wir denn mit dem sollen, der stände doch nur im Weg herum, musstest du umgehend da raus. Dann wurde Atlans Blick zum Glück glasig, er fiel um und seit dem sind wir hier."

"Da werde ich wohl ein paar Worte sagen müssen", meinte Rhodan. "Es war mir nicht klar, dass ich so daneben war."

"Oh, im Großen und Ganzen schätzen sie dich immer noch. Inzwischen haben sie sich auch wieder beruhigt. Aber was Zuviel ist, ist Zuviel. Es gibt außer dir noch andere Leute", Gucky strahlte wieder und zeigte seinen Nagezahn - ein deutliches Zeichen, dass seine Laune wieder besser wurde. "Außerdem tut es mir mal ganz gut, dass ich dir mal die Meinung geigen kann!"

"Danke, Kleiner. Danke. Es ist schön, echte Freunde um sich herum zu wissen. Auch wenn sie einem den Kopf waschen. Man muss sich ab und zu einfach nur fallen lassen können." Gucky nickte. Er wusste genau, wovon Perry sprach. Für ihn war dergleichen in seiner Einsamkeit als vermutlich letzter seiner Art noch viel wichtiger. Es gab zwar Hinweise, dass sich auf Tramp so hochkomplexes Leben, wie die Ilts es darstellten, eigentlich nie hätte entwickeln können und die Hoffnung groß ist, dass er irgendwann doch mal auf weitere seiner Art stoßen würde; aber das, so beschloss Gucky, war ein anderes Thema. Hier drehte es sich um Perry. "Bei Reginald laufe zwar ab und zu auch heftig vor die Pumpe", sprach Rhodan weiter, "aber ich glaube, das ist völlig normal, wenn man sich so lange kennt."

Gucky lachte innerlich. Das kriegt der gute alte Bully besser hin als ich, wenn Perry nichts davon merkt. Ich werde wohl noch etwas üben müssen, dachte er.

Atlan bewegte sich ein wenig. Anzeichen eines Aufwachens gab es aber nicht. "Kannst du etwas feststellen?" fragte Rhodan. Gucky nickte. "Er wirkt nicht mehr ganz so unsortiert wie vorher. Genau weiß ich das bei ihm natürlich nicht, aber ich denke, es wird noch ein paar Minuten dauern, bis es weitergeht."

Die Gedanken der Freunde gingen somit zurück in längst vergangene Zeiten. Die Ankunft der CREST IV samt der Haluter in M 87 war nicht ganz so positiv verlaufen. Es hatte schon ziemliche Probleme bereitet, an neue Wasservorräte zu kommen. Jetzt war Frischfleisch an der Reihe. Denn ganz so schlecht, wie Atlan immer behauptete, war die Verpflegung in der Solaren Flotte nun auch wieder nicht. Und nach einigen Wochen Dörrfleisch, wusste Rhodan, war die Gier nach einem leckeren Steak ziemlich groß.

"Ihr wart, seid und bleibt Barbaren", beschwerte sich Gucky. "Während ich mit einem kleinen bisschen Gemüse zufrieden bin, müssen es bei euch direkt halbe Rinderherden sein. Fressen wie die Ertruser!" Gucky schüttelte sich. "Schlimm. Und ich helfe euch auch noch, die Biester zu finden."

"Du erinnerst dich?" fragte Perry. "Du warst leicht lädiert. Mike hatte dir versehentlich auf den Schwanz getreten und du liefst immer mit einem Verband darum durch die Gegend". Gucky wurde kleiner. Er konnte sich vorstellen, was jetzt kam. "Und mitten im Unternehmen Frischfleisch wurdest du von einem der ausgeguckten Rinder auf die Hörner genommen. Da wäre ich gerne dabei gewesen." Perry Rhodans Nachdenklichkeit war weg, seine Laune hatte sich deutlich gebessert.

"Diese blöde Rindvieh! Denken konnte es nicht, es hatte nur Gras in seinen wirren Gedankenimpulsen. Wie sollte ich denn ahnen, dass der mich hoch nimmt? Ich sollte doch nur feststellen, ob die Büffel intelligent waren oder Chancen hatten, irgendwann mal intelligent zu werden. Na ja", er fühlte seine Rückseite an. "Immer noch besser, auf die Hörner genommen zu werden, als sich aufgespießt wieder zu finden. Immerhin gabs da auch Gemüse für mich."

Rhodan erinnerte sich. Auf diesem Planeten hatten die Büffel keine natürlichen Feinde. Aasfresser gab es nicht. Niemand hatte herausfinden können, warum sich die Büffelpopulation ohne Fressfeinde nicht zu stark vermehrte. Zum Ausgleich gab es Bakterien, die ein totes Rind innerhalb von 24 Stunden komplett verspeisten, so dass keine Reste übrig blieben. Einer der Biologen der CREST, den Namen wusste Rhodan nicht mehr, hatte eine seltsame Fähigkeit entwickelt. Diese für Menschen grundsätzlich absolut harmlosen Bakterien bewirkten, dass er Energiefelder entstehen ließ, unter denen alles vernichtet wurde. Die Schwierigkeit war, dass die Bakterien durch die Verladung und das Einfrieren der erlegten Büffel auch an Bord des Schiffes waren und niemand mehr Sicherheit vor diesen Energieblasen hatte. Die entstehenden Kraftfelder, sagte der Chefphysiker der CREST, wären brandgefährlich. Die Fäulnisbakterien seinen inzwischen überall auf dem Schiff verteilt und so könnten Kühlanlagen, Zentraleanlagen und sogar der Antrieb in Mitleidenschaft gezogen werden. Für den Biologen gab es keine Hoffnung. Sie hatten damals alles in Erwägung gezogen, um den armen Teufel zu retten. Kompletter Luftaustausch, Zusammenschluss der Mutanten und der Dinge mehr. Letztlich entschied der Betroffenen alleine. Er war zusammen mit Gucky auf einer Korvette auf dem Büffelplaneten unterwegs. Sie landeten auf einer einsamen Insel, unter der ein ziemliches Lager Uran-235 in hoher Konzentration war. Durch die Energie der Korvette musste dort ein Atombrand entstanden sein, so ganz kapiert hatte Rhodan das nie. Auf jeden Fall entstanden immer mehr Energiefelder - die Lage war hoffnungslos. Der Biologe, so wusste Rhodan noch, lief einfach in einer Energiewolke hinein und kurz danach war alles vorbei.

"Hättest du ihn retten können?" wurde Gucky gefragt.

"Ja. Ich hätte ihn telekinetisch festhalten können. Damit hätte aber alles wieder von vorne begonnen. Der arme Kerl war ein Unglücksrabe mit seiner Fähigkeit, die niemand brauchen konnte und von der niemand vorher etwas wusste. Diese seltsamen Bakterien haben wohl als Katalysator gewirkt und das alles verursacht. Auf der CREST konnten wir ihm nicht helfen und alleine auf diesem Planeten? Zusehen, dass er nach und nach alles vernichtete, konnte er nicht. Es war seine Entscheidung und ich hatte sie zu respektieren. Glaub mir, einfach war das nicht."

"Deine Schilderung damals hörte sich etwas anders an", sagte Rhodan.
"Natürlich", antwortete Gucky. "Du warst für die Wahrheit in dieser Zeit nicht immer reif genug."

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"Gucky und der Vakupath": Ein typischer Darlton. Wieder mit Gucky, aber ohne Übertreibungen. Leicht zu lesen und wirklich nicht schlecht.

Ja, WE hat in dem Roman das nach Trinken zweitwichtigste menschliche Bedürfnis in den Vordergrund gestellt. Essen. Er beschäftigt sich ziemlich lange mit der Frage, ob man denn um seiner eigenen Notwendigkeiten Willen Leben töten darf. Die Frage ist auch heute im RL so aktuell wie lange nicht mehr. Eine klare Antwort gibt es nicht.

Der wahre Held der Geschichte ist der Biologe Dr. Kydd Sylvester, der zuletzt als guter Terraner sein Leben für alle anderen opferte. Gucky erkannte das an. "Es war die einzige Möglichkeit", flüsterte er als Antwort auf John Marshalls Frage. "Einer musste die Verantwortung tragen. Rhodan konnte ich das nicht auch noch aufbürden. Sylvester hat die Angst verloren und ist mit einer gewissen Freude und sogar Stolz in den Tod gegangen. Stolz, sich selbst überwunden zu haben." Dies und noch mehr lässt WE seinen Gucky sagen. Und er zeigt damit, dass er aus dem Ilt wesentlich mehr als nur einen Kasper machen kann. Die paar Sätze von Gucky auf den Seiten 59 und 60 sind die Höhepunkte des Bandes, der insgesamt gesehen leider nur den Charakter eines Füllromans hat.

Nein, schlecht ist der Roman nicht. Trotzdem nur ein Füllroman. Jetzt hat die CREST Wasser und Fleisch an Bord und ich hoffe, es geht langsam aber sicher los. Und der Vakupath? Eine Fähigkeit, wie aus dem Ärmel gezogen, die zudem keiner brauchte. Ob KH Scheer zu WE gesagt hat: "Lass dir irgendwas Schräges einfallen, um den Roman voll zu kriegen?" WE hat im Zweifelsfall sowieso geschrieben, was er wollte.
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