Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

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Scrooge
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Scrooge »

Ich habe mich, glaube ich, hier noch nie zu Wort gemeldet, lese die Klassiker-Threads zu ATLAN aber sehr gerne. M.E. gehören sie zum Besten und Interessantesten, was das Forum zu bieten hat, angefangen mit dem "König von Atlantis"-Thread. Ich lese Eure Besprechungen und Einschätzungen sehr gerne. Es tut mir leid, dass ich selbst kaum etwas beitragen kann, da ich leider nicht dazu komme, die Romane (wieder)zu lesen. Eingestiegen in die ATLAN-Serie bin ich kurz vor Band 800 und war - um es vorsichtig zu formulieren - erschlagen von der Komplexität der Handlung. Gerade das fand ich aber so faszinierend. Ich habe dann nach und nach versucht, die Romane ab 500 zu bekommen, bin aber nie dazu gekommen, das alles zu lesen. Wenn ich Eure Einträge so lese, bekomme ich aber tatsächlich große Lust dazu. Ich denke, gerade bei ATLAN gibt es noch viel zu entdecken und zu diskutieren. Vielleicht werde ich mich zumindest zu einzelnen Themen äußern. Ungeachtet dessen möchte ich Euch darin bestärken, weiter zu posten, ihr habt mindestens einen begeisterten Leser. :st:

Grauer Lord
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Hallo @Scrooge, schön von Dir zu hören! Seit Atlan-Band 600 wird dieser Thread ja (leider) nur von drei Foristen bestritten, auch wenn es jede Woche viele Zugriffe schweigender Leser gibt. Mir ging das früher genauso, etwa beim Ptohr-Zyklus, den ich auch begeistert (und stumm) mitgelesen habe. Jetzt bin ich aber wild entschlossen, bis zum Ende der Serie mit Band 850 durchzuhalten und weiterzumachen. Es wäre prima, wenn Du ab und zu mal einen Kommentar vom Stapel lassen würdest. Wenn nicht, dann trotzdem weiter viel Spaß beim Mitlesen.

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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Da schliesse ich mich dem Grauen Lord gleich mal an - schön, das Du dich als stiller Mitleser einmal gemeldet hast :st: Du kannst auch gerne einfach mal zu einem älteren Roman einen Kommentar abgeben, sollte es Dich in die Finger jucken und es zeitlich für dich passen. Dafür sind die Klassikerthreads schliesslich da. Von daher weiterhin viel Spaß und lass mal wieder etwas von Dir hören - uns freut es :-))
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Da ich morgen unterwegs bin, ausnahmsweise schon heute der nächste Atlan-Roman:

Im Jahr 1985 erschien der Band 729 der Atlan-Heftserie:

Der Omirgos-Kristall

von Hans Kneifel

Bild

Innenillustration:

Bild


Handlung:

Die STERNSCHNUPPE durchkreuzt ohne festes Ziel die Galaxie Manam-Turu. Colemayn, alias Fartuloon, wird immer wieder von Schmerzen gepeinigt. Als das Raumschiff Störungen im Hyperfunkverkehr anmisst, lässt Atlan Kurs auf die Quelle der Störungen nehmen, den Planeten Weyngol. Dort wird ein Raumschiffswrack als Quelle identifiziert.

Die STERNSCHNUPPE landet in einigen Hundert Metern Entfernung vom Wrack. Atlan, Colemayn, Chipol und Mrothyr machen sich auf, um das Wrack zu untersuchen. In einem großen Laderaum finden sie unzählige Kunstschätze. Die STERNSCHNUPPE meldet den Angriff einiger katzenartiger Wesen, die das Schiff mit Dolchen und Pfeilen mit metallenen Spitzen und Schneiden attackieren.

Atlan nimmt Kontakt mit den Weyngolen auf. Mitten im Gespräch stürzen sich die Weyngolen plötzlich auf die vier Freunde, überwältigen und fesseln sie. Die Gefangenen werden in die Siedlung der Weyngolen getragen. Es dauert einige Zeit, bis der Horngvan Shyzz-Korm bereit ist, mit den Fremden zu sprechen. Atlan und Fartuloon sagen zu, an der Seite der Weyngolen gegen die unsichtbaren Räuber der Tempelschätze, die mit dem Wrack nach Weyngol gekommen sind, vorzugehen. Chipol und Mrothyr bleiben als Pfand im Gewahrsam der Katzenartigen.

Der Arkonide und der Calurier dürfen zur STERNSCHNUPPE zurückkehren. Shann und einige Weyngolen begleiten sie. Über die Anlagen des Diskusschiffes werden Chipol und Mrothyr dank ihrer Armbandfunkgeräte, die sie von den Weyngolen zurückerhalten haben, von Atlan und Fartuloon auf dem Laufenden gehalten. Atlan erlaubt dem Calurier angesichts dessen angeschlagenem körperlichen Zustands nicht, bei der Suche nach den unsichtbaren Besatzungsmitgliedern des Raumschiffswracks mitzuhelfen. Fartuloon wird alles von Bord der STERNSCHNUPPE aus beobachten.

Atlan wird von den Weyngolen bei der neuerlichen Untersuchung des Wracks unterstützt. In den Laderäumen werden zahlreiche Gegenstände gefunden, die aus den Tempeln der Katzenartigen verschwunden sind. In den von Staub und feinem Sand bedeckten Korridoren sind keine Fußabdrücke zu finden. Die Weyngolen schleppen die Wertgegenstände aus dem Schiff. Endlich entdeckt Atlan eine Schleifspur, die ihn in die Zentrale des Wracks führt. Doch kein Besatzungsmitglied ist zu entdecken. Die Weyngolen bringen all ihre Schätze zurück in die Tempel und bewachen sie auf Atlans Rat, denn auch mit Spionsonden der STERNSCHNUPPE konnte unter den Weyngolen kein Gesandter Gurays entdeckt werden.

Atlan hofft, dass sich die Gestaltwandler selbst verraten werden, da die STERNSCHNUPPE das einzige verwendungsfähige Transportmittel für die Reise zwischen den Sternen darstellt. Um den Prozess zu beschleunigen, verwickelt er die Planetenbewohner in Gespräche, erzählt von Raumfahrern, den Reisen zwischen den Sternen zu fremden Welten und dem für etwa zwei Dutzend Weyngolen vorhandenen Platz an Bord der STERNSCHNUPPE.

Shyzz-Korm gestattet dem Arkoniden, Chipol und Mrothyr aufzusuchen. Dabei gelingt es Atlan von den Wächtern unbemerkt, seinen beiden Freunden einen Schockstrahler und einen Hochenergiestrahler zukommen zu lassen. Sie sollen mit einem Ausbruch allerdings noch auf sein Zeichen warten.

Atlan zieht sich in die STERNSCHNUPPE zurück und beobachtet über die von den Sonden und Kameras übermittelten Bilder die gut bewachten Schätze. Er bemerkt spät in der Nacht einen Weyngolen, der mit einem Kunstgegenstand zum Schiffswrack läuft. Atlan alarmiert die Wächter. Der Dieb wird schnell eingekreist. Noch bevor ihn Atlan verhören kann, beginnt der falsche Weyngole zu Staub zu zerfallen. Der Arkonide fordert die noch immer unerkannten Gesandten auf, in die STERNSCHNUPPE zu kommen.

Einer der Gesandten nimmt über Chipol Kontakt mit Atlan auf. Er bittet im Namen seiner Leute um Hilfe. Die Gesandten wollen zu einem naheliegenden Sonnensystem gebracht werden, wo sie einen Stützpunkt unterhalten. Zuvor wollen sie jedoch einen für sie immens wichtigen Gegenstand aus dem Wrack holen. Am nächsten Abend soll die Aktion anlaufen.

Chipol und Mrothyr erhalten den Befehl, aus ihrem Gefängnis auszubrechen. Fartuloon fliegt die STERNSCHNUPPE zum Wrack. Die Gesandten führen Fartuloon und Atlan in einen geheimen Raum im Innern des Schiffswracks. Dort wird ein etwa acht Meter durchmessender Omirgos-Kristall aufbewahrt. Der Calurier gerät über den Anblick in Verzückung. Mrothyr und Chipol melden sich. Ihnen sind die Weyngolen auf den Fersen. Die STERNSCHNUPPE meldet ein Raumschiff, das den Landeplatz direkt ansteuert. Das fremde Schiff landet zwischen Mrothyr, Chipol und der Siedlung der Weyngolen. Das Schiff schießt mit verschiedenfarbigen Waffenstrahlen in den Boden. In diesem Chaos flüchten die fünf Gesandten aus dem Wrack und gehen an Bord des gelandeten Raumschiffes. Während Mrothyr und Chipol in die STERNSCHNUPPE stürmen, startet das Schiff der Gesandten Gurays. Atlan ist enttäuscht, die Spur Gurays verloren zu haben.

Fartuloon holt seinen grünen Rucksack aus der STERNSCHNUPPE. Gemeinsam mit Atlan geht er wieder an Bord des Wracks. Vor dem Omirgos-Kristall verabschiedet sich der letzte Calurier von seinem ehemaligen Ziehsohn. Fartuloon will durch den Kristall gehen, der auf ein Ziel in der Zeit programmiert ist, das der Sternentramp als Schlupfloch ausgesucht hat. Dort will er seine Krankheit auskurieren, ehe er wieder zurückkehrt. Der Calurier zieht Atlan in den Omirgos-Kristall. Blitze zucken durch die Finsternis, gleißende Helligkeit umgibt den Arkoniden. Plötzlich steht Atlan wieder vor dem Kristall. Nach dem Durchgang Fartuloons, zerbricht der Kristall in kleine farblose und nicht mehr leuchtende Bruchstücke. Atlan kehrt auf die STERNSCHNUPPE zurück. Das Diskusschiff startet von Weyngol.

In seiner Kabine findet Atlan einen bernsteinfarbenen Kristallsplitter, der dem riesigen Omirgos-Kristall ähnelt. Bei Berührung sendet der Kristall eine telepathische Botschaft. Sie bringt die Erinnerung zurück. Atlan weiß wieder, dass Fartuloon ihn in sein Zeitversteck mitgenommen hat. Sie sind über den Nullzeit-Pfad gerannt. Sie hatten ein schüsselartiges Gebäude erreicht. Dort wurde Atlan im rechten Oberarm von Fartuloon ein Zeichen eingebrannt, das ihn irgendwann und irgendwo als Berechtigten identifizieren wird, dem der Durchgang durch einen Omirgos-Kristall zum Zeitversteck Fartuloons ermöglicht werden wird. Dann musste Atlan auf schnellstem Weg über den Nullzeit-Pfad das Zeitversteck verlassen und kehrte zum Raumschiffswrack auf Weyngol zurück. Die Erinnerungen beginnen schnell zu verblassen. Fartuloons letzte Worte versprechen ein Wiedersehen. Atlan wird durch den Kristallsplitter seine Depressionen ablegen. Zudem soll er sich aus der Bevormundung durch die Kosmokraten und ihren Helfern lösen und auf eigenen Beinen stehen. Gleich darauf zerfällt der Kristall in weißgrauen Staub, den die Klimaanlage aufsaugt.

Mit neuer Energie will Atlan nach Guray, dem Schutzpatron der Piraten Manam-Turus, suchen.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Grauer Lord
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Das Titelbild von Band 729 ist wirklich grottig, der Roman dagegen bringt neue Erkenntnisse zu Fartuloon alias Colemayn. Natürlich wird der Zufall wieder sehr stark strapaziert: Einem vagen Störsignal folgend erreicht die ansonsten ziellos umherstreifende STERNSCHNUPPE den Planeten der katzenartigen Weyngolen. Hier liegt ein havariertes Schiff der Piraten von Manam-Turu, der zuletzt als falsche Lasquen aufgetretenen Gestaltwandler, die im Auftrag der rätselhaften Macht Guray unterwegs sind. Und derweil Atlan immer noch von Depressionen zermürbt und der rätselhafte Fartuloon von seiner geheimnisvollen Krankheit gebeutelt wird, stellt sich das Piratenschiff als vollgestopft mit Schätzen dar. Darunter ist auch einer der rätselhaften OMIRGOS-Kristalle, acht Meter im Durchmesser.
Was es mit diesen Kristallen auf sich hat, ist völlig unbekannt. Aber schon in Atlans Jugendzeit hatte Bauchaufschneider Fartuloon auf dem Planeten Gortavor einen ähnlich großen OMIRGOS deponiert; er hält es jetzt auch für möglich, dass dieser einer der von ihm in vielen Galaxien ausgestreuten Exemplare ist. Am Ende der Kristallprinz-Abenteur in Band 299 jedenfalls manipulierte Farruloon mit einem kleineren Kristall Atlans Erinnerungen. Die Autoren knüpften hier also an ein wichtiges Element der früheren Serie an - und entwickelten es mit dem Übergang ins das „Zeitversteck“ auf faszinierende Weise weiter. Wer die Calurier waren und wie das alles zusammenhängt, Fehlanzeige. Der Spannung tut das aber keinen Abbruch, das Colemayn-Rätsel ist zwar einerseits gelöst, aber auch auf typische PR-Manier in ein noch viel größeres Geheimnis überführt worden. Allein der Begriff „Nullzeit-Pfad“ und das phantastische Ambiente des Zeitverstecks machen neugierig.
Über seine Auftraggeber mag Fartuloon nichts sagen, nach den Kosmokraten riecht das alles aber irgendwie nicht. Und Colemayns Krankheit kam wohl wirklich nur von der gigantischen Ortsversetzung von Alkordoom nach Manam-Turu. Für den Moment ist Fartuloon jetzt wieder raus aus der Handlung und Atlan setzt sich auf die Spuren von Guray, dem Schutzpatron der Piraten von Manam-Turu; auf dessen Welt Barquass ja inzwischen auch das Zeitteam und Anima angekommen sind.

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Yman
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben:
17. Juli 2020, 14:12
Im Jahr 1985 erschien der Band 728 der Atlan-Heftserie:

Die Prospektoren von Cirgro

von Peter Terrid
Grauer Lord hat geschrieben:
21. Juli 2020, 19:30
Der Roman von Peter Terrid bringt uns die Geschichte des Daila-Prospektoren Moxey nahe, der mal als Pechvogel und ewiger Verlierer, mal aber auch als naiver Glückspilz durch die farbenprächtig dargestellte Szenerie der Casinos und Diamanten-Börsen des Planeten Cirgro stolpert.
Mein erster Eindruck war, einen Western zu lesen. Aber natürlich ist der Science-Fiction-Teil nicht zu übersehen. Diese Enzephalophanten waren wohl das hervorstechendste SF-Element in der Geschichte. Thermostrahler an Stelle von Revolvern machen für mich noch keine SF aus. Der Prospektor hätte auch ein Goldgräber sein können, aber die Entdeckung der Glückssteine, die in der Lage sind, PSI-Fähigkeiten zu eliminieren ist natürlich wieder SF.
Grauer Lord hat geschrieben:
21. Juli 2020, 19:30
Auf Cirgro schürfen Daila-Exilanten unter bescheidenen Bedingungen nach seltenen Kristallen und bewegen sich dabei mittels bizarrer Lebewesen, der Enzephalophanten, durch die
Landschaft. Im Dunkeln bleiben die eigentlichen Ureinwohner Cirgros, die bärenartigen Krelquotten, deren streng abgesteckte Lebensräume tabu für die Daila-Schürfer sind. Immerhin gibt’s eine schöne Innenillu von ihnen.
Die Krelquotten, so wie sie als "typische urtümlich-naturverbundene Ureinwohner" geschildert wurden, sind eigentlich auch ein Western-Element, und sie haben tatsächlich keine Vorgeschichte. Noch mehr hätte mich aber die Geschichte dieser Enzephalophanten und eine Illustration dieser Wesen interessiert. Mehr hoch als lang und breit, unten Tausende kleine Füßchen, innen hohl mit einer Art Kontrollraum und organischer Technik ausgestattet, wie entsteht so etwas in der Natur?
Grauer Lord hat geschrieben:
21. Juli 2020, 19:30
Auch über den Standort Cirgros in Manam-Turu bzw. zumindest die Struktur des dazugehörigen Sonnensystems erfährt man nichts. Moxey selber ist parataub und ansonsten auch ein Held ohne jede Vorgeschichte, dessen Motivation ausschließlich darin liegt, eine Passage nach Aklard zu finanzieren.
Auch der Held der Geschichte hat keine Vorgeschichte, vielleicht war diese auch nicht so wichtig, vielleicht ging es nur darum, dass irgendjemand die Entdeckung der Bedeutung der Glückssteine macht und die Hyptons aufmerksam und aktiv werden. Interessant, dass die ihre Roboter als mehr oder weniger selbständige Handlanger ausschicken (siehe auch Risszeichnung, aber da sieht man leider keine Roboter). Wobei die Steine eigentlich auch eine Gefahr für die Hyptons sein sollten.
Grauer Lord hat geschrieben:
21. Juli 2020, 19:30
Seltsame Kristalle, die den Daila-Mutanten die Psi-Kräfte und das Heimweh nach Aklard nehmen und bald schon „Glückssteine“ heißen. Eine Entdeckung, die auch die Hyptons auf den Plan ruft, die Moxey auf ihre „subtile Art“ auf ihre Seite bringen und weitere Vorkommen suchen lassen. Auch die private Story mit der betrogenen Betrügerin wird zu einem überzeugenden Ende geführt, so dass insgesamt ein runder Roman übrig bleibt. Wie er im Kontext des Zyklus einzuordnen ist, warum Cirgro so reich an Psi-saugenden Elementen ist, was hinter den Krelquotten steckt - alles das bleibt im unklaren. Ebenso, warum das in Moxeys Körper injizierte Ei einer gefährlichen Echsenart eine Verwandlung in einen merkwürdigen Kristall durchmachen konnte. Cirgro scheint noch ein paar Rätsel in petto zu haben ....
Da sind tatsächlich einige Rätsel übrig. Dennoch ist der Roman einigermaßen "rund". Mir hat er auch gut gefallen, allerdings sehe ich die Geschichte mit der betrogenen Betrügerin noch nicht ganz abgeschlossen. Sie wird ja als ziemliches Biest geschildert, und ist am zwar ziemlich erledigt, hat sich aber kein bisschen gebessert.

Der Hauptpersonenkasten war allerdings ein Witz, bzw. dass Charlot und der alte Darph darin aufgeführt wurden. Darph spielte kaum eine Rolle und der Enzephalophant Charlot war keine wirkliche Person. Eigentlich waren neben der einzigen wesentlichen Hauptperson, nämlich Moxey, nur noch seine Gegner von Bedeutung: Gamyhn, die Betrügerin und der gewalttätige Krirrer, so dass sich der Roman sehr auf das Wesentliche reduzierte, eine einzelne Person, die entgegen etlicher Widerstände und Probleme eine bedeutsame Entdeckung macht, geschildert in einer relativ geradlinigen Handlung in einem überschaubaren Setting, ohne langweilig zu sein.

Aufgefallen ist mir noch das heute antiquierte Wort ehrpusselig. Das Titelbild (Moxeys Kampf mit der Echse) gefällt mir eigentlich ganz gut.
Lumpazie hat geschrieben:
25. Juli 2020, 14:32
Im Jahr 1985 erschien der Band 729 der Atlan-Heftserie:

Der Omirgos-Kristall

von Hans Kneifel
Grauer Lord hat geschrieben:
26. Juli 2020, 14:04
Das Titelbild von Band 729 ist wirklich grottig, der Roman dagegen bringt neue Erkenntnisse zu Fartuloon alias Colemayn.
Das Titelbild ist nicht so toll, aber es zeigt immerhin etwas aus dem Roman, den Angriff der Weyngolen auf Atlan. Die Innenillustration mit Atlan in der Schatzkammer des gestrandeten Raumschiffs finde ich umso besser, eine der besten Illus aller Zeiten!
Grauer Lord hat geschrieben:
26. Juli 2020, 14:04
Natürlich wird der Zufall wieder sehr stark strapaziert: Einem vagen Störsignal folgend erreicht die ansonsten ziellos umherstreifende STERNSCHNUPPE den Planeten der katzenartigen Weyngolen. Hier liegt ein havariertes Schiff der Piraten von Manam-Turu, der zuletzt als falsche Lasquen aufgetretenen Gestaltwandler, die im Auftrag der rätselhaften Macht Guray unterwegs sind. Und derweil Atlan immer noch von Depressionen zermürbt und der rätselhafte Fartuloon von seiner geheimnisvollen Krankheit gebeutelt wird, stellt sich das Piratenschiff als vollgestopft mit Schätzen dar. Darunter ist auch einer der rätselhaften OMIRGOS-Kristalle, acht Meter im Durchmesser.
Ja, das kommt alles sehr unvermittelt, aber nicht unwillkommen. Die Geschichte mit den Formwandler-Piraten wird weitergeführt. Interessant, dass sie zwanghaft stehlen und selbst erkennen, dass ihre Schätze eigentlich wertlos sind. Atlan kann seine Depressionen nun endlich abschütteln, hoffe ich. Das war auch kaum auszuhalten. Wieder einmal auch, wie Atlan sich leichtfertig überwältigen lässt. In einem seiner Zeitabenteuer wäre ihm das so nicht passiert. Er hatte ja sogar ein Raumschiff in der Hinterhand und musste seine Technik nicht verbergen.

Teilweise erinnerte mich der Roman, aufgrund dessen, wie die Handlung angelegt war, an die Zeitabenteuer, wie Atlan sich zum Anführer/Dirigenten eines kleinen Völkchens aufschwingt, und der Roman hätte mit geringen Änderungen auch auf der Erde spielen können, die ja in Atlans geschichtlicher Zeit auch immer wieder Besuch aus dem Weltraum erhielt. Allerdings war Atlan dort immer besser vorbereitet, mit mehr als nur einem als Dolch getarnten Strahler im Stiefel. Dieses tölpelhafte an Fartuloons Seite in Fallen stolpern erinnerte schon eher an die Jugendabenteuer.

Über Kneifels Stil sage ich mal nicht viel, aufgefallen ist mir aber das ungewöhnliche Wort "Pantry", was wohl von Kneifel mit Kombüse gleichgesetzt wurde.
Grauer Lord hat geschrieben:
26. Juli 2020, 14:04
Was es mit diesen Kristallen auf sich hat, ist völlig unbekannt. Aber schon in Atlans Jugendzeit hatte Bauchaufschneider Fartuloon auf dem Planeten Gortavor einen ähnlich großen OMIRGOS deponiert; er hält es jetzt auch für möglich, dass dieser einer der von ihm in vielen Galaxien ausgestreuten Exemplare ist. Am Ende der Kristallprinz-Abenteur in Band 299 jedenfalls manipulierte Farruloon mit einem kleineren Kristall Atlans Erinnerungen. Die Autoren knüpften hier also an ein wichtiges Element der früheren Serie an - und entwickelten es mit dem Übergang ins das „Zeitversteck“ auf faszinierende Weise weiter. Wer die Calurier waren und wie das alles zusammenhängt, Fehlanzeige. Der Spannung tut das aber keinen Abbruch, das Colemayn-Rätsel ist zwar einerseits gelöst, aber auch auf typische PR-Manier in ein noch viel größeres Geheimnis überführt worden. Allein der Begriff „Nullzeit-Pfad“ und das phantastische Ambiente des Zeitverstecks machen neugierig.
Ich weiß nicht, wie viel von dieser Thematik in den anderen Zyklen schon ausgebreitet wurde, aber anscheinend wird hier ein Riesenfass aufgemacht. Diese überall im Universum verstreuten Omirgos-Kristalle kommen schon ziemlich nahe an die Zeitbrunnen heran, von denen ich allerdings auch nicht viel weiß. Diese ganze Colemayn-Geschichte ist sehr rätselhaft. Was hatte Fartuloon bzw. das Volk der Calurier mit den Kosmokraten zu tun? Wird man das jemals wirklich erfahren?
Grauer Lord hat geschrieben:
26. Juli 2020, 14:04
Über seine Auftraggeber mag Fartuloon nichts sagen, nach den Kosmokraten riecht das alles aber irgendwie nicht.
Nach den Kosmokraten riecht das nicht wirklich, das sehe ich auch so. Ich kann aber nicht so recht sagen, warum. Vielleicht ist das aber auch einfach nur alles von den Expokraten willkürlich zusammenkonstruiert und nie richtig ausgearbeitet worden. Eine potentielle noch ausstehende Baustelle der Serie ... Fartuloons Zeitversteck war jedenfalls sehr interessant. Wer war z.B. die Frau in einem der transparenten Kugelbehälter?
Grauer Lord hat geschrieben:
26. Juli 2020, 14:04
Und Colemayns Krankheit kam wohl wirklich nur von der gigantischen Ortsversetzung von Alkordoom nach Manam-Turu. Für den Moment ist Fartuloon jetzt wieder raus aus der Handlung und Atlan setzt sich auf die Spuren von Guray, dem Schutzpatron der Piraten von Manam-Turu; auf dessen Welt Barquass ja inzwischen auch das Zeitteam und Anima angekommen sind.
Colemayns Krankheit ist damit irgendwie erklärt, aber auch nicht mehr von Bedeutung. Colemayn/Fartuloon ist raus, an Bord der STERNSCHNUPPE sind nur noch Atlan, Chipol und Mrothyr, und der Fokus des Zyklus wandert immer wieder zu den Piraten. Klar, Anima und deren Begleiter rücken auch wieder näher. Der Zyklus entwickelt sich in eine bestimmte Richtung, scheint aber noch weit von einer Auflösung entfernt, mit Betonung auf "scheint". Erfahrungsgemäß geht es am Ende eines Zyklus manchmal schneller als dem Leser lieb ist.

Mal sehen, was der "Kontakt mit Guray", der nächste Roman bringen wird.
Scrooge hat geschrieben:
23. Juli 2020, 14:33
Ich habe dann nach und nach versucht, die Romane ab 500 zu bekommen, bin aber nie dazu gekommen, das alles zu lesen. Wenn ich Eure Einträge so lese, bekomme ich aber tatsächlich große Lust dazu. Ich denke, gerade bei ATLAN gibt es noch viel zu entdecken und zu diskutieren. Vielleicht werde ich mich zumindest zu einzelnen Themen äußern. Ungeachtet dessen möchte ich Euch darin bestärken, weiter zu posten, ihr habt mindestens einen begeisterten Leser. :st:
Das finde ich toll, dass du auch hier dabei bist! Du kannst dich gerne auch beteiligen, denn bei Atlan gibt es wirklich viel zu entdecken und diskutieren, aktuell z.B. die Omirgos-Kristalle.

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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1985 erschien der Band 730 der Atlan-Heftserie:

Kontakt mit Guray

von Arndt Ellmer

Bild

Innenillustration:

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Handlung:

Atlan, Chipol und Mrothyr sind mit der STERNSCHNUPPE weiter auf der Suche nach Guray. Als sie wieder einmal die typischen Störungen im Hyperfunk empfangen, die auf einen Stützpunkt der Gesandten hinweisen. Sie folgen dieser Spur und kommen ins Sonnensystem Phur. Die nahezu erloschene Sonne liegt in einer Wolke aus ionisiertem Wasserstoff. Der einzige Planet, Phurthul, trägt keine Atmosphäre mehr und macht einen lebensfeindlichen Eindruck, es gibt jedoch große Hohlräume unter der Oberfläche. In diesen Hohlräumen leben die Phurthuler.

Etwa 2000 Jahre zuvor stand ihre Zivilisation vor dem Untergang. Die Strahlkraft Phurs ließ immer mehr nach und da sie nicht über Raumschiffe verfügten, schien das Ende der Phurthuler unausweichlich. Es war nur ein Verzweiflungsakt als der phurthulische Sitzungspräsident Parok über Funk um Hilfe rief. Dieser Funkspruch erreichte ein Raumschiff der Gesandten Gurays, dessen Besatzung gerade die Wasserstoffwolke erforschte. Wie es ihre Art ist, traten die Gesandten in Gestalt von Phurthulern auf, als sie Kontakt aufnahmen, waren jedoch durch ihr nervöses Verhalten schnell als Fremde zu erkennen.

Mit der überlegen Technik der Helfer wurden Katakomben ausgehoben, eine Energieversorgung aufgebaut und Maschinen zur Herstellung von Nahrungsmitteln und anderen Gütern installiert. Innerhalb weniger Jahre zog die gesamte Bevölkerung in die neugeschaffenen Hohlräume um. Einzige Bedingung der Gesandten war es, den Planeten zukünftig als Stützpunkt nutzen zu dürfen, eine Bitte der die Phurthuler gerne nachkamen, insbesondere nachdem sie erstmals die Stimme Gurays vernommen hatten und dieser sich als verletzlich und hilfesuchend herausstellte. Unbemerkt von den Phurthulern hatten die Gesandten auch ein System zur Beobachtung und Kontaktaufnahme durch Guray mit eingebaut.

Für die Gesandten ist Phurthul in den letzten 2000 Jahren zu einem wichtigen Ausgangspunkt ihrer Unternehmungen geworden. Eine Vielzahl von kleinen Raumschiffen ist dort stationiert und eine Transmitterverbindung ermöglicht die schnelle Rückkehr zu Guray, die nach etwa drei Wochen erforderlich ist.

Atlan lässt die STERNSCHNUPPE nahe einer ehemaligen Stadt landen. Nach kurzer Zeit finden er und seine Gefährten einen Zugang zu den unterplanetarischen Wohnstätten. Für die Phurthuler ebenso wie für die Gesandten ist die Ankunft von Fremden zunächst ein Schock. Sie nehmen die Eindringlinge fest, allerdings gelingt es Mrothyr bereits nach kurzer Zeit zu flüchten.

Über sein Kommunikationssystem nimmt Guray direkten Kontakt zum einsitzenden Atlan auf. Obwohl er diesen selbst seit einiger Zeit sucht, erkennt er ihn nicht und auch den Beteuerungen des Arkoniden, er sei wirklich der Atlan, schenkt er zunächst keinen Glauben. Immerhin ist Guray gewillt, seinen Gesandten Soph zu schicken, damit dieser Atlans Angaben überprüft.

Soph entpuppt sich als der Pirat Chossoph, dem Atlan auf Cairon begegnet ist. Auch mit Fumsel gibt es ein Wiedersehen, die Tigerkatze ist ein Teil Chossophs, er kann sie nach Belieben aus seinem Körper formen und wieder aufnehmen. Da nun alle Zweifel an Atlans Identität ausgeräumt sind, kommt es endlich zu einem ausführlichen Gespräch mit Guray.

Dieser ist über alle wichtigen Ereignisse in Manam-Turu umfassend informiert, er sucht Unterstützung nicht nur gegen das Neue Konzil, sondern er fürchtet auch die Ankunft eines »Feindes«. Er hofft, Atlan als Vermittler einsetzen zu können, um über ihn den Erleuchteten als Verbündeten zu gewinnen. Atlans eindringliche Warnungen stoßen zunächst auf taube Ohren, selbst als der Arkonide ausführlich die Zustände in Alkordoom schildert. Erst nachdem er berichtet hat, seit wann das Juwel über Alkordoom herrschte, reagiert Guray, das jedoch umso heftiger, er gerät völlig in Panik.

Über Stunden gibt er nur verwirrende und widersprüchliche Anweisungen, dann hat er sich endlich gefangen. Er ruft alle Gesandten zu sich. Auch sie sind nur Teile seines Körpers. Guray macht Atlan klar, dass er sich von nun an als Gejagter sieht und jeden Kontakt zur Außenwelt verweigern wird. Sein Feind sei erschienen und er könne nur noch flüchten, behauptet er.

Die STERNSCHNUPPE verlässt mit ihrer Besatzung das Phur-System.

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Yman
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben:
2. August 2020, 09:18
Im Jahr 1985 erschien der Band 730 der Atlan-Heftserie:

Kontakt mit Guray

von Arndt Ellmer
Ich bin nicht ganz unzufrieden, fand den Roman aber etwas halbgar. Die Geschichte des Volkes der Phurthuler fand ich wenig spannend erzählt bzw. die Handlung nicht ansprechend genug ausgearbeitet, da fehlten einfach ein paar Figuren, um eine richtige Geschichte auf die Beine zu stellen. Vieles wurde nur von einer abgehobenen Perspektive aus erzählt.

Auch die zweite Hälfte mit der Begnung zwischen Atlan und Guray konnte mich nicht so recht überzeugen, aber allgemein fand ich die zweite Hälfte besser, denn immerhin kam es zu einem Kontakt, und auf der positiven Seite steht, dass etliche neue Informationen fließen und sich insgesamt ein besseres Bild über die Verhältnisse in Manam-Turu ergibt.

Guray ist ein besonderes Wesen. Die Gesandten (Piraten/Händler), die alte Schätze sammeln, sind Teile von Guray, die aus Angst vor dem Erleuchteten nun zurückgerufen werden. Guray kennt anscheinend den Erleuchteten aus einer mehr als 5000 Jahre zurückliegenden Vergangenheit, und laut Extrasinn des Heftes hat das Ganze auch etwas mit Anima zu tun.

Atlan ist zwar nun um einiges klüger, kann aber nicht mehr auf Guray und dessen Gesandte als Verbündete zählen, und was genau vor 5000 Jahren geschah ist nach wie vor unklar.

Interessant fand ich, dass Atlans Aktivator psionische Impulse abgab, die verhinderten, dass die Gestaltwandler Atlans Gestalt annehmen konnten. Schwer zu sagen, welche verschiedenen Funktionen bzw. Eigenschaften der Zellaktivator als Stück kosmokratischer Technik aufweist, die wir vielleicht sogar noch nicht kennen.

Nächstes Mal geht es wieder mit Falk-Ingo Klee und dessen Roboter Schwiegermutter weiter. Im Moment springt der Zyklus mit jedem Autor wild hin und her, und bin mal gespannt, wie das alles noch zusammenläuft.

Grauer Lord
Marsianer
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Also, „halbgar“ finde ich Romans 730 nun gar nicht. Das mag aber daran liegen, dass ich die weitere Entwicklung der Handlung noch kenne, demnach ist der Roman von Arndt Ellmer durchaus als ein Schlüsselroman einzustufen. Wie bekommen nämlich ein genaues Psychogramm der uralten Macht namens Guray, die mittels ihrer Beobachter und Gesandten in ganz Mama-Turu unterwegs ist. Eine wichtige Erkenntnis: Auch der unheimliche Chossoph, den Atlan auf Cairon traf, ist ein gesandter Gurays, ebenso das „Kätzchen“ Fumsel. Im Grunde nichts als mehr oder weniger selbständige Beobachtungs-Sonden, die - wie wir am Ende erfahren - aus der Körpersubstanz Gurays abgespalten wurden. Und deshalb wohl auch in bestimmten Intervallen immer wieder zurück müssen.
Ich finde, gerade am Beispiel Chossophs und seiner Mission beim Neuen Konzil auf Cairon, zeigt sich eine beachtliche Vorausplanung der Expokraten in diesem Zyklus.

Wir wissen jetzt also, dass Guray in unvorstellbarer Angst vor einem Feind aus der Vergangenheit lebt, sich deshalb versteckt und klein macht. Er ist wirr, neurotisch, sprunghaft, sammelt zwanghaft Schätze und billigen Tand aus der (seiner?) Vergangenheit, die überall in der Galaxis eingelagert sind. Er spricht gegenüber Atlan mit kindlicher Stimme, als hilfsbedürftiges, kleines Wesen. Als Atlan berichtet, dass der Erleuchtete seit 5000 Jahren Alkordoom beherrscht hat, tritt der Schock ein, Guray beordert alle Gesandten in seinen Körper zurück und kapselt sich komplett ab.

Im Extrasinn gibt’s ja ein sehr weitgehendes Fazit. Fakt ist: der Erleuchtete war schon einmal in Manam-Turu, das wissen wir aus seinem Gedanken in „Die Goldene Kugel“. Er hat dort etwas zurückgelassen. Das Mosaik setzt sich langsam zusammen, ich finde das auch ohne größere Action immer noch sehr spannend.

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Yman
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Grauer Lord hat geschrieben:
8. August 2020, 14:30
Also, „halbgar“ finde ich Romans 730 nun gar nicht. Das mag aber daran liegen, dass ich die weitere Entwicklung der Handlung noch kenne, demnach ist der Roman von Arndt Ellmer durchaus als ein Schlüsselroman einzustufen.
Dass in dem Roman wichtige Informationen fließen, sei unbestritten. Mit halbgar meine ich, dass die Geschichte der Phurthuler für mich nicht zufriedenstellend ausgestaltet wurde. Paradoxerweise einerseits zu kurz, andererseits zu lang.

Die Zivilisation der Phurtuler steht kurz vor dem Untergang, aber ein Phurtuler ruft über Funk um Hilfe, und schon tauchen die Piraten auf, bringen überlegene Technik zum Einsatz und bauen einen Stützpunkt auf. Das hätte Arndt Ellmer meiner Ansicht nach entweder ausführlicher und spannender erzählen sollen (mit mehreren Figuren, die gegensätzlich handeln), oder wesentlich knapper. Denn so kam die Geschichte der Phurtuler zu kurz, um wirklich interessant zu sein, nahm aber trotzdem dem Rest des Romans zuviel Raum weg.
Grauer Lord hat geschrieben:
8. August 2020, 14:30
Im Extrasinn gibt’s ja ein sehr weitgehendes Fazit. Fakt ist: der Erleuchtete war schon einmal in Manam-Turu, das wissen wir aus seinem Gedanken in „Die Goldene Kugel“. Er hat dort etwas zurückgelassen. Das Mosaik setzt sich langsam zusammen, ich finde das auch ohne größere Action immer noch sehr spannend.
Ich finde das auch immer noch sehr spannend, aber je mehr Romane man liest, wird man vermutlich immer mal feststellen, dass einem nicht alle Romane gleich gut gefallen. Wenn eine Geschichte für sich alleine gut ist, macht es mir auch nichts aus, wenn sie im Prinzip nur eine Lücke füllt.

Manchmal, wie beim Lesen von Band 730, vermisse ich auch einen guten Lückenfüller, der ein außerirdisches Volk mit seinem Planeten und seiner Geschichte etwas ausführlicher darstellt, sofern es eben einigermaßen originell und interessant ist.

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Lumpazie
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1985 erschien der Band 731 der Atlan-Heftserie:

Positronische Erinnerungen

von Falk-Ingo Klee

Bild

Innenillustration:

Bild


Handlung:

Das Pre-Lo, ein Werkzeug des Erleuchteten, und die beiden verbliebenen Traykons eins und sechs befinden sich mit dem Robotschiff des Erleuchteten wieder auf der Suche nach Atlan. Entgegen Fartuloons Hoffnung haben sie erkannt, dass der Arkonide der Explosion entkommen konnte. In Ermangelung einer anderen Spur beschließt das Pre-Lo, den ausgesetzten Roboter Schwiegermutter wieder an Bord zu nehmen. Möglicherweise bietet dieser einen neuen Ansatzpunkt für die Suche.

Schwiegermutter erfährt unterdessen den Grund für die massiven Änderungen in seiner Programmierung. In einer Art Vision sieht er sich selbst, wie er auf Aklard Käse verlädt. Plötzlich schwebt ein kleines Gebilde aus positronischen Bauteilen heran und dringt in seinen Rücken ein. Dieses Fragment eines fremden Roboters ist es, das den Wunsch in ihm ausgelöst hat, nach Atlan zu suchen.

Nachdem Schwiegermutter an Bord genommen worden ist, befiehlt das Pre-Lo Traykon-6 den Speicher des Daila-Roboters gründlich zu analysieren und diesen notfalls zu zerlegen. Der Traykon erkennt während seiner Arbeit zwar, dass er es eigentlich mit zwei Robotern zu tun hat, wird jedoch letztendlich von dem Fragment außer Gefecht gesetzt. Dieses überträgt anschließend den kompletten Speicherinhalt der Daila-Nachbildung in den Traykon. Der Diener des Erleuchteten wird innerlich zu Schwiegermutter.

Der neue Traykon-6 behauptet dem Pre-Lo gegenüber, er habe aus Schwiegermutters Positronik die Koordinaten eines Planeten herausbekommen, auf dem Atlan mit hoher Wahrscheinlichkeit anzutreffen sei. Dieser Planet ist Domain, ein Stützpunkt der Piraten von Manam-Turu; er wird angeflogen.

Während der Reise ist Schwiegermutter immer mal wieder geistesabwesend, weil er bruchstückhaft Erinnerungen des fremden Roboterfragments durchlebt, die einzelne Stationen einer langen Reise schildern. Er schafft es aber, dies vor dem Pre-Lo zu verbergen.

Auf Domain gelingt es dem Pre-Lo natürlich nicht, Informationen über den Verbleib Atlans zu erhalten. Hinzu kommt, dass es sich durch sein arrogantes und unverschämtes Auftreten bei den Piraten schnell unbeliebt macht. Als das Pre-Lo auch noch Hausdurchsuchungen vornimmt, beschließen sie, den neugierigen Besuchern eine Falle zu stellen und sie zu zerstören.

Das Pre-Lo und seine Begleiter werden in eine Felsenhöhle gelockt und unter Beschuss genommen. Dabei wird Traykon-1 vernichtet. Das Pre-Lo hingegen verfügt nicht nur über eine überlegene Technik sondern vor allem über seine Fähigkeit, andere Lebewesen zu seinen Verbündeten, seinen »Teilen«, zu machen, indem es winzige Bruchstücke seines Körpers auf sie abschießt. Daher ist der Angriff der Piraten von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Das Pre-Lo und der vorgebliche Traykon-6 verlassen Domain wieder, wobei Schwiegermutter noch ein halbmondförmiges Amulett mitnimmt, das er auf dem Planeten gefunden hat. Während das Pre-Lo ein unbekanntes Ziel ansteuert, durchlebt Schwiegermutter die letzte Erinnerungssequenz, die finalen Stunden des Roboters Blödel. Dieser hatte mittels einer Notschaltung ein Fragment ausgestoßen und damit beauftragt, Atlan zu finden und zu unterstützen.

Anmerkung

Die Ereignisse, die zur Vernichtung Blödels geführt haben, werden in Atlan 673 geschildert.


Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Ja Sabberlod, da hat sich glatt der Schmuggler Han Solo auf die Innenillustration verirrt. :D Was sucht der den im Perry(Atlan)versum :???: Hyperraumroute falsch berechnet oder bei Tatooine falsch abgebogen??? :lol: Anscheinend schaut Innenillustrator Robert Straumann gerne Star Wars - Kollege Johnny Bruck hat in der Perry Rhodan Serie auch gerne mal das eine oder andere Star Wars Motiv verbraten :unschuldig: Wenn das der Georg Lucas wüßte...... :rolleyes:
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Grauer Lord
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Wer sagt’s denn: Im Roman „Positronische Erinnerungen“ von Falk-Ingo Klee wird uns die Rückkehr von Blödel beschert!

Der Roboter mit dem oft skurrilen Humor war bekanntlich mit seinem Chef Hage Nockemann in Atlan Band 673 beim Endkampf um die Namenlose Zone im Einsatz. Während der Scientologen-Chef an Bord einer explodierenden LUNGARETTE den Tod fand, wurde der ramponierte Torso Blödels damals geborgen, übergab Atlan das auf auf Band gespeicherte „Erbe“ Nockemanns und
gab dann den Geist auf. In der wohl packendsten Szene eines nach meinem Empfinden langatmig und spröden Romans erleben wir noch einmal den Kampf in der Namenlosen Zone mit - und bekommen die neue Info, dass Blödel damals über eine Notschaltung ein „positronisches Paket“ ausgestoßen hat. Eine Art „Erbe“ bzw. Kopie seines positronischen Selbst.

Das Heft verfolgt den Weg dieses Pakets von einem robotischen Trägerkörper zum anderen, wobei es im Dunklen bleibt, wie es vom Standort Bars-2-Bars, wo die Systeme der Namenlosen Zone ja angekommen sind, bis nach Manam-Turu gekommen ist. Die vielen Einzel-Episoden des Romans fand ich nur leidlich interessant, die Übernahme von Schwiegermutter auf Aklard und die Szene, in der das Paket als eine Art aufgemotzte Spielekonsole in einem Kinderzimmer fungiert, haben mir aber gefallen. Die Teile um das Pre-Lo wirken hölzern und dienen wohl nur dazu, Schwiegermutter/Blödel als Traykon näher an die Geheimnisse
des Erleuchtete zu bugsieren („Brücke zum Erleuchteten“).

Am Ende stellt sich natürlich die Frage, warum Blödel überhaupt nach Atlan sucht und wer ihn ins Spiel gebracht hat. Atlan hat jedenfalls mit dem skurrilen Roboter, Anima, Neithadl-Off und Goman-Largo, Fartuloon/ Colemayn, Chipol und Mrothyr eine erkleckliche Zahl an Helfern. Auch wenn die meisten ja nur aus der Ferne für ihn wirken.

Die extreme Vermenschlichung aller Roboter in diesem Heft stieß mir allerdings unangenehm auf. Solange kein Bio-Zusatz drin ist, wirkt das auf mich unglaubwürdig. Aber was soll’s, so war eben die Zeit, und mit Blödel hatte damals nun wirklich keiner mehr gerechnet.

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